Reisebericht
Hier können Sie sehen, was unsere Reisenden auf ihrer Reise erlebt haben.
15 Apr. 2006 • Frankfurt - Caracas
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Erste Eindrücke: Von Oldtimer bis Tarzan
Eins vorneweg: Der Zubringerflug von Berlin nach Madrid ist seeeehr zeitnah für den Transatlantikflug angesetzt. Rennend kommen Moni, Kurt und Sylvia gerade noch rechtzeitig an Bord des Fluges nach Caracas. Dort lernen sie auch Lili und Heinz gleich kennen. Nur wer und wo ist Michael?
15.15 Uhr, Ortszeit Caracas: Desiree, unsere Reiseleiterin, und Hendrik, der die nächsten Wochen in Venezuela mitarbeiten wird, heißen Robin, den neuen Büroleiter von viventura hier in Venezuela, willkommen. Praktisch, dass er wie unsere Gruppe heute aus Deutschland - allerdings mit einem anderen Flug - eingetroffen ist.
Knapp anderthalb Stunden später empfangen die Drei dann die Gruppe. Auch Michael hatte sich inzwischen geoutet.
Auf dem Weg zum Hotel ließen wir die ersten Eindrücke der Hauptstadt Venezuelas auf uns wirken. Besonders spektakulär fanden wir die Autos, die wir auf dem Weg passierten: Ob Oldtimer oder liebevoll zusammengeflicktes Gefährt auf vier Rädern.
Abends gingen wir noch alle - wenn auch leicht übermüdet - zusammen in ein Restaurant mit dschungelähnlicher Atmosphäre: Das Essen inmitten grünster Flora untermalt von dem Zwitschern uns nicht bekannter Vögel verleitete vor allem Heinz dazu von Tarzan, Jane und Cheetah zu träumen…
16 Apr. 2006 • Caracas
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War das wirklich nur ein Tag?!?
Nach einem exzellenten Frühstück in einer nahegelegenen Bäckerei machten wir uns frohgemut auf den Weg zum Hausberg von Caracas. Unser Transportmittel waren wieder die Taxis vom Vorabend. Da die Autobahn immer sonntags für Sportler!!!! gesperrt ist, mussten wir durch die Stadt. Gemäß Desirees freudigen Bemerkungen war es wirklich eine Seltenheit so schnell bestimmte Kreuzungen zu passieren.
Bei strahlendem Sonnenschein lernten wir kennen, wie man in Venezuela die Seilbahngondeln betritt. Schon am Eingang zum Gondelbahnhof gibt es auf dem Boden aufgezeichnete Kreise mit den Nummern 1-8. Und auf diese platzieren sich dann acht Personen und schieben sich Kästchen für Kästchen vorwärts bis sie zum Einstieg dran sind. Da steigt dann auch ganz brav Nummer 1 zuerst und dementsprechen Nummer 8 zuletzt ein! Ordnung muss sein!! Irgendwie müssen wir nicht brav genug gewesen sein, denn kurz vor dem Gipfel wechselte der strahlende Sonnenschein in Wolken bzw. Nebel, was sich auch bis zu unserer Rückfahrt nicht wirklich änderte. Aber das tat unserem Vergnügen nicht wirklich Abbruch. Lili konnte gemäß viventura "Anleitung" die angepriesenen "Fresas con crema" essen. Dank Kurts Ausdauer haben wir dann auch ein Stückchen Aussicht genießen dürfen (ca. 1 Minute lang - aber immerhin).
Zurück in Caracas gab es typisches venezolanisches Essen -> Cachapas. Die sind aus Mais und werden nach Wahl gefüllt und machen pappsatt! Deshalb mussten wir auch dringend - jetzt wieder bei strahlendem Sonnenschein - zurück zum Hotel laufen. Umpacken für die Nachtbusfahrt, aber vorher gab es noch den Besuch des Sozialprojekts. Wieder mit "unseren" Taxis machten wir uns gespannt und vollbepackt auf den Weg.
Als wir eintrafen waren die Kinder noch mit sonntäglichen Hausarbeiten wie Fußbodenwischen beschäftigt. Wir wurden erst einmal ganz herzlich begrüßt und durften in der Kapelle auf die Kinder warten. Die "mussten" sich in ihren "Sonntagsstaat werfen" und kamen alle einzeln - wie es sich gehört bekreuzigend - zu uns in die Kkapelle. Zuerst ein wenig schüchtern, dann immer zutraulicher wurden wir nachdem sich die Kinder für unser Kommen bedankt hatten, an die Hand genommen und durch das gesamte Haus geführt. Auch Sprachprobleme störten nicht. So verlebten wir sehr kurzweilige und interessante 2 Stunden. Und der Tag war noch nicht zu Ende!
Wieder ging es zurück zum Hotel und einigten uns dann die noch verbleibende Zeit bis zur Busfahrt mit einem Spaziergang durch Altamira und Besuch eines sehr teuren Shoppingcenters zu vertreiben. Schließlich ein letzter Besuch des Hotels, ein letztes Umpacken und dann ging es zum Busbahnhof.
Anders als bei uns, gibt man hier wie beim Flughafen das Gepäck auf. Auch die Sicherheitskontrollen sind vorhanden. So richtig war niemandem klar was zu erwarten war, aber man kann nur sagen, wir wurden angenehm überrascht! Man kann sich doch wirklich relativ komfortabel langmachen, so dass auch schlafen kein Problem ist.
17 Apr. 2006 • Merida
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Wasser von oben und unten
Mit Verspätung kamen wir um 9:30 Uhr in Merida an und lernten auch gleich unseren Guide für den Tag kennen. In unserer Posada waren leider nur die Zimmer von Moni&Kurt und Lili&Heinz, so dass wir anderen uns so behelfen mussten. Umpacken (wohl unser neues Hobby) und Frühstück waren erst mal angesagt. Danach stand der Besuch der 30 km entfernten Agua Termales (Thermalbäder) auf dem Programm. Gabi beschloss alleine Merida unsicher zu machen.
Alle anderen fuhren mit dem Auto von 1600m (Merida) auf 2900m, wo wir das Auto abstellten und zu Fuß weiter mussten. Die heißen Quellen liegen 3150m hoch. Nach einem beschwerlichen Aufstieg endlich an dem reizvoll gelegenen Becken angekommen stürzten wir uns in die warmen Fluten. Während des Wasserpicknicks wurden wir von oben und unten nass. Trotzdem war es super. Wir wollen nicht vergessen zu erwähnen, dass Kurt ein kleines Kind mit Wasser bespritzte, worauf der verschreckte Junge uns fortan nur noch böse anguckte.
Zurück in Merida bekamen wir eine gute Vorstellung der Regenzeit, denn es schüttete wie aus Kübeln, so dass alle, die noch das Internetcafe besuchten, total nass wurden.
Abendessen wurde im gleichen Lokal jedoch an getrennten Tischen zu uns genommen. Die Wahl war zwischen Fleisch und Fischtisch, da Heinz und Lili absolut keinen Fisch mögen und Heinz ihn nicht einmal riechen kann.
18 Apr. 2006 • Catatumbo-Delta - Amazonas-Regenwald
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Blitzlichtgewitter nach unserer ersten Safari
Zur heutigen Tour bekommt Desiree englischsprachige Verstärkung: Alan, mit einem unheimlichen Gespühr für die vorhandene Pflanzen- und Tierwelt kommt aus Barbados und entpuppt sich bald als absolute Bereicherung.
Genug der Vorrede zum heutigen Tag, als erstes geht es auf in die Berge mit üppiger Regenwaldvegetation. Bei einem Fotostopp an einem der steil abfallenden Wasserfälle fing Alan an mit einem Netz in der Luft herumzufuchteln. Keine Angst, die so gefangenen Schmetterlinge wurden nicht etwa abgemurkst um fotografiert zu werden, nein, mit einem fachgerechten Würgegriff unter Bauch und Nacken konnte die Flügelzeichnung gut gesehen und fotografiert werden. Warum allerdings einige Schmetterlinge mit Nummern (z.B. 96) versehen sind, ist uns nicht klar.
Nach Verlassen des Regenwaldes fuhren wir in ein Zuckerrohrfeld, um die Produktion von Zuckerrohr zu Sirupblöcken zu sehen. Ist schon erstaunlich, mit welch alten Maschinen dieses Produkt hergestellt wird. Vor allen Dingen, das Zuckerrohr wurde zu 100% ausgenutzt. Die ausgelutschten Zuckerrohre wurden als Brennmaterial unter den Kesseln genutzt.
Danach ging es zu einer Kautabakproduktionsstätte. Da Unabhängigkeitstag, wurde nicht gearbeitet und wir mussten uns mit Allens Kautabakdose zufrieden geben.
Weiter ging die Fahrt zum Catatumbo-Delta. Bei der anschließenden Bootsfahrt im Regenwald konnten viele Vögel, Insekten, Leguane und Affen beobachtet werden. Mit affenartiger Geschwindigkeit ging es danach zu unserer Unterkunft auf Stelzen mitten im Maracaibosee. Strom (Licht) gab es nicht, aber wir hatten ein Plumpsklo und mussten mit einem Eimer Wasser nachspülen. Eine Anekdote gibt es dazu beim Spruch des Tages…
Am Abend konnte das Wetterleuchten am Horizont bewundert werden. Micha versuchte immer wieder einen der Blitze mit dem Fotoapparat zu fangen. Das Auslösegeraeusch war zwar laut, aber immer zu spät. Nach gegrilltem Huhn und Salat macht Cola und Rum die Runde. Für die anstehende Nachtfahrt mit dem Boot sollten wenigstens die Moskitos an Alkoholvergiftung sterben. Im Schein der Taschenlampe konnten die Augen von Kaimanen und Schlangen gut beobachtet werde. Das Boot wurde in den Ufersaum gelenkt. Ein zielsicherer Griff ins Wasser und Alan hatten einen jungen Kaiman im Genick gepackt. Alle betatschten das arme Vieh. Danach war eine Boa dran. Diese Nachtfahrt war schon ein irres Erlebnis.
Um Mitternacht lagen wir dann glücklich und zufrieden in den Hängematten.
19 Apr. 2006 • Merida
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Wieder auf festem Boden
Unser Tag begann heute um 4 Uhr nachts als Alan uns weckte, weil sich ein Riesensturm anbahnte und wieder Blitze zu sehen sein sollten. Aufgestanden sind aber nur Sylvia und Gabi, die beide sowieso woanders hin mussten. Der Anblick war aber sehr schön. Als es dann doch etwas heftiger anfing zu stürmen, musste ein Teil der Hängematten umgesiedelt werden, weshalb es dann doch ein wenig hektischer wurde.
Nach dieser stürmischen Nacht "auf dem Wasser" regnete es am Morgen immer noch. So konnten wir wenigstens ausschlafen und die meisten noch ein wenig länger liegen bleiben. Wir frühstückten in Ruhe und warteten bis sich der Regen verzog und sind nochmals mit dem Boot los um diverse Vögel zu beobachten. Am spektakulärsten waren die Delphine, die wir auf dem Rückweg noch erleben durften.
Dann ging es langsam in Richtung Puerto Concha zurück (Alan fing noch einen schönen Schmetterling, den wir dann fotografieren konnten), von wo aus wir mit dem Auto wieder nach Merida zurück gefahren sind. Auf dem Weg gab es noch Mittagessen, leckeres Hühnchen…
Am meisten freuten wir uns auf die Dusche und dass wir ein wenig Zeit hatten bis zum Abendessen und vor allem dass wir 2 Nächte in derselben Posada verbringen werden.
20 Apr. 2006 • Apartaderos
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Durch gute Ideen hoch hinaus
Früh morgens begann der Tag für die drei viventuris Desiree, Hendrik und Robin mit der Ticketorganisation für die längste Seilbahn der Welt, dem teleférico in Mérida. Am Vortag gab es eine promoción (Sonderangebot) für die venezolanischen Einwohner von Mérida für ein Fünftel des normalen Preises - der Andrang war so groß, dass die Tickets für den heutigen Tag bereits entgegen der Regel komplett mit verkauft wurden. So war also noch nicht klar, ob wir die schöne Aussicht bei strahlendem Sonnenschein und wolkenlosen Himmel heute auch wirklich genießen konnten.
Nach etwas aufwendigen Verhandlungen hatten wir uns aber die acht Tickets erkämpft und konnten die Gondel besteigen. Um 8:45 Uhr begann der "Aufstieg" zur zweiten Station, nur leider wollte die Seilbahn nicht mehr weiter so wie wir, sie streikte nämlich! Nach 2,5 "drängelnden Wartestunden" wurden wir dann letztlich doch in die nächste Gondel gequetscht und erreichten um halb zwei die letzte Station. Dank der "venezolanischen Organisation" dieses Tages kamen wir auch pünktlich an, um nur noch das Wolkenspektakel um den Pico Bolívar zu bestaunen.
Um viertel vor vier kamen wir wieder "unten" in Mérida an und teilten uns mit knurrenden Magen in zwei Gruppen auf: Lili, Heinz, Michael und Gabi erkundeten auf eigene Faust die Innenstadt, während Sylvia und Kurt in Begleitung von Moni und Desirée sich wieder in die hohen Lüfte wagten - diesmal dank Paragliding.
Nach diesen Nachmittagsaktivitäten tauschten wir unsere aufregenden Erfahrungen beim gemeinsamen Abendessen beim Italiener Federico aus, um danach am Ende dieses ereignisreichen Tages (der letzte in Mérida) vor der berühmten, heute aber leider geschlossenen Eisdiele zu enden, die dank ihrer vielen Hundert Eissorten im Guinessbuch der Rekorde steht. Nicht schlimm, denn richtig Lust auf Knoblaueis & Co. hat man ja sowieso eher selten.
Zuletzt sollte eigentlich noch gemeinsam ein "Absacker" getrunken werden, im Angesicht der frühen Aufbruchstunde am nächsten Morgen blieb hierfür aber doch nur ein "harter Kern" übrig.
21 Apr. 2006 • Amazonas-Regenwald
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Im Würgegriff der Llanos
Irgendwie müssen wir jeden Tag früher raus! Lili äußert schon die Vermutung, dass wir damit dann irgendwann eine Nacht überspringen werden :-). Heute ist jedenfalls Treffen um 5:45 Uhr angesagt, damit wir mit Elvis MacJones alias Alan pünktlich um 6:00 Uhr los kommen. Neuer Van und neuer Fahrer, Alexis, der uns von nun an bis zum Ende begleiten wird.
Mérida verlassend konnten wir einen letzten Blick auf den Pico Bolívar werfen. Wir fuhren erst einmal die schon bekannte Strecke in Richtung Agua Termales. Wobei eine Fahrt mit Alan immer unter etwas anderen Gesichtspunkten stattfindet. So durften wir im Fluss schon mal gleich ein Pärchen "Patos Torrentes" im Wasser beobachten und bewundern.
Weiter gings, und immer wieder wurden wir von Alan auf die Schönheiten, die uns die Pflanzen- und Tierwelt boten, aufmerksam gemacht. Ein weiteres Highlight dieses Tages war dann Mucubaji. Glücklicherweise verzog sich der Nebel auf Bestellung und wir konnten die Lagune und Landschaft bewundern.
Danach gab es Mittagessen bei strahlendem Sonnenschein. Umrandet von Orchideen gab es gegrilltes Rindfleisch mit gebratenenen Bananen (sehr lecker), Maniok und einen Cole Slow ähnlichen Salat, garniert mit leckeren Avocados. Doch nicht genug für diesen Tag, es ging Kilometer um Kilometer weiter in Richtung Los Llanos.
Dort angekommen hieß es noch einmal die (hier zwar nicht gekachelten) Nebenräume aufsuchen und ab ins Boot zu unser dreistündigen Bootstour durch die Lllanos. Wir sahen wieder unheimlich viele und interessante Vögel, Schmetterlinge… aber am Herausragendsten war doch der Anblick der rosa Delfine sowie das Aufspüren und Einfangen einer Anakonda!!!! Erst durften wir sie dank der Adleraugen unserer Guides in ihrem natürlichen Versteck bewundern. Nach einer spektakulären Verfolgungsjagd (anders kann man es nicht nennen) wurde sie dann auch eingefangen und wir durften sie anfassen (iieh, ich habe sie wirklich 2x berührt) oder (noch schlimmer) um den Hals legen. Wir haben Bilder als Beweis :-). Da dieser Anblick (und Geruch) nicht zu toppen war, war auch keiner traurig, dass das Einfangen des Kaimans nicht mehr gelang.
Beendet wurde der Tag mit einem gemeinsamen Abendessen, gekocht von der Frau des Bootsführers und eingekauft von Desirée!!
22 Apr. 2006 • San Fernando de Apure
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Unterwegs in der schwülen Flachebene
We have to leave before six in the morning - so schonend versuchte Alan gestern uns den frühzeitigen Aufbruch in die Tier- und Pflanzenwelt der Llanos schmackhaft zu machen. Um halb sechs sollten wir uns also schon treffen, denn viele Tiere in der venezolanischen Flachebene sind nacht- oder morgenaktiv. Und außerdem war die Spannung groß, denn uns wurde ja ein "suprise-animal" angekündigt.
Dieses sollte uns sogar gleich dreimal begegnen: Der Ameisenbär. Wieder einmal brachte uns Alan die Schönheiten der Llanos näher. Wir sahen viele verschiedene Vogelarten, Kaimane, Wasserschweine, und auch unsichtbare Piranhas schwammen uns über den Weg und vernaschten die Fleischreste vom Vortag.
Danach ein erster Abschied auf unserer Tour: Alan stieg in einen anderen Kleinbus zurück in Richtung Mérida, um seine freien Tage zu genießen und sich auf die Suche nach neuen unentdeckten Schmetterlingsarten zu machen. Für uns ging die Reise weiter durch die weiten, manchmal endlos erscheinenden Ebenen der Llanos, begleitet durch die Klänge der für dieses Gebiet typischen Musik (Jorobo). Wir erreichten zwischendurch eine - inzwischen von vielen Gruppenmitgliedern hoch geschätzte - panadería (Bäckerei) und ein Restaurant in einem kleinen Ort, wo wir eine Zwischenmahlzeit und -flüssigkeit zu uns nahmen.
Um drei stoppten wir erneut, um unser verspätetes Mittagessen zu uns nehmen, bevor wir eine venezolanische Stunde lang weiter fuhren zu unserer heutigen Endstation: San Fernando de Apure. Ein freier Spätnachmittag stand zur freien Verfügung, den die meisten zum Füßevertreten nutzten. Den Abschluss bildete wieder ein gemeinsames Abendessen in der inzwischen (endlich) abgekühlten Abendluft.
23 Apr. 2006 • Puerto Ayacucho
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Von Sanddünen, Flussüberquerungen und Ameisensoße
Wieder einmal in frühen Morgenstunden hievten wir unser Gepäck auf den langsam heimisch werdenden Minibus. Früh - das heißt gleichzeitig, dass der Bedarf an Kaffee in der Gruppe entsprechend hoch ist. Demenstprechend marschierten wir durch das noch schläfrig wirkende San Fernando de Apure zu einer Bäckerei, wo sich lediglich Moni mit ihrem Tee der Moroncito-Regel entziehen konnte. Gut gestärkt und deutlich wacher setzten wir uns also in den Van, der uns mit Alexis' Hilfe heute bis nach Puerto Ayacucho bringen sollte.
Es ging also wieder durch die Flachebenen der Llanos, bis wir schließlich an einigen Sanddünen ankamen und Rast machten, Zeit das gestern von Desirée (und Anhang) gekaufte Frühstück zu verschlingen. Sanddünen, das erinnert entweder an Strand oder an Wüste - nicht so in Venezuela! Nacheinander erklommen wir die Sandhügel in Erwartung auf die große Überraschung am Horizont…und was sahen wir? Die grünen Weiten der Llanos…Sanddünen inmitten einer Landwirtschaftszone…aber wie sagte Desirée bereits mehrfach? "Wir sind in Venezuela, da ist alles möglich!"
Gut gestärkt und mindestens genauso gut gebraten (stimmt, die Sonne hatte was von Wüste) setzte sich der Van wieder in Bewegung. Vorerst, denn plötzlich wurde es sehr leise… Der Motor streikte in the middle of nowhere, die Spannung stieg, ebenso die Hitze, und der arme Alexis durfte bei den dortigen Verhältnissen unter dem Auto verschwinden. Schnell setzte er unser Gefährt wieder in Bewegung (endlich wieder der ersehnte Fahrtwind), allerdings noch nicht endgültig. Gleich weitere zwei Male setzte der Motor aus, bis der gelernte Mechaniker Alexis den Fehlerherd ausmachte: Zwei Kabel sind ineinander verschmolzen - die schwitzenden Gruppenmitglieder wunderte es nicht!
Aber der Van schnurrte fortan wieder in seiner gewohnt zuverlässigen Art durch die venezolanischen Weiten und wurde lediglich an einigen schönen Flecken wieder gestoppt. Zum Beispiel auch an drei Flüssen, die wir mittels einer interessanten Fährenkonstruktion überqueren sollten. Am letzten Fluss, dem breiten Orinoco, mussten wir eine Dreiviertelstunde warten, die "Mama Desirée" gleich zu nutzen wusste: Sandwichlunch!!! Gute Idee, aber in der prallen Sonne? Die südamerikanische Planung tat ihr Übriges, denn plötzlich kam doch noch eine außerplanmäßige Fähre und so trugen wir unser gerade angerichtetes Mittagessen mit der Kühlbox neben dem Wagen her. Auf die Fähre schafften wir es zwar nicht mehr, aber wir sind bis zu einem Schattenplatz vorgedrungen - und da schmeckten die Sandwiches doch gleich noch besser!
Eine defektes Auto auf der Fähre (diesmal aber nicht unseres) und ein Zigarre rauchender Soldat verzögerten etwas die Abfahrt der nächsten Fähre, aber aufhalten konnten sie unsere Reise auch nicht! So erreichten wir also die andere Seite des Orinoco und damit das Gebiet der ältesten Gesteinsformation der Erde (das Orinocogebiet).
Tatsächlich, die Ankündigung, dass sich die Landschaft mit Überqueren des Flusses ändern wird, stimmte 100 Prozent! Berge am Horizont, schwarze Steine in interessanten Formen und Anhäufungen in immergrüner Umgebung - nach den Flachebenen der letzten Tage waren wir richtig hingerissen von dieser alten, für uns aber neuartigen Landschaft!
Bis Puerto Ayacucho dauerte es nicht mehr lange und ebenso schnell verging auch die Ankunft in unserer Unterkunft! Gepäck in die Zimmer, ab in die Badesachen und direkt an den Fluss in die Strömung - welch angenehme Erfrischung nach einem heißen Tag! Die Erfrischung wurde noch perfektioniert durch die Bierrunde in einheimischer Gesellschaft, bevor uns die Moskitos aber letztlich nach Einbruch der Dämmerung indirekt zum Aufbruch aufforderten - lediglich Hendriks neuer Freund, der gebrechliche Hundewelpen, schien darüber traurig…
Duschen, Abendessen - das normale Abendprogramm! Was war daran heute neu? Ein unfreiwillig gereinigtes Fensterglas, Rieseneiswürfel (oder eher -brocken), Hendriks Spruch der Woche, ein nicht zu stoppendes Gegacker und eine regional typische, angeblich sexuell stimulierende Steaksauce mit Ameisen…
24 Apr. 2006 • San Fernando de Apure
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Rutschend bemalte Indianerschildkröten
Puerto Ayacucho, Ortszeit 8 Uhr, erste Nacht in Riesenzimmern vorüber - die großen Zimmer konnten den Orientierungssinn der Moskitos nicht verwirren. Heinz betrat den Frühstückssaal mit geschätzten 40 neuen Stichen…gleichzeitig war der Ärger über das eigene Unvermögen über das richtige Einstellen der Klimaanlage im Familienzimmer der "Gruppenexoten" hinweg, denn lieber aus eigener Schuld frieren als ohne Klimaanlage verspeist zu werden! Frühstück - lecker! Die ersten typischen Mais-Arepas mit typischem Rührei, ein regional typischer Saft! Toll, alle sind zufrieden und zum Aufbruch bereit, nur Lilis Kreislauf nicht! Der sehnte sich zurück in die Moskitohöhle, vielleicht um den Indianermarktbesuchern nach deren Rückkehr zu beweisen, dass man im Österreicherzimmer nicht zwangsläufig zum Blutspender werden muss!?
Die Restgruppe jedenfalls machte sich auf zum besagten Markt am Plaza Bolívar, um Andenken und Geschenke zu kaufen, bevor sie sich stärkte und wieder mit den drei Abweichlern vereinte. Lili strahlte wieder, Heinz sah auch zufrieden aus und selbst Hendrik schien zufrieden, obwohl sein inzwischen geübter Busschlaf fehlte ("Da lag ich den ganzen Vormittag auf dem Bett und habe trotzdem nicht geschlafen - hat wohl das monotone Motorengeräusch gefehlt…").
Jedenfalls sprangen wir vereint und in Badesachen in den Minibus. Bevor wir jedoch die natürliche Wasserrutsche ausprobierten, stoppten wir an dem Schildkrötenfelsen (Desirée: "Moment, moment, ja, jetzt anhalten - da sehen wir den Schildkrötenfels - wer will ein Foto?"). Zwei Felsen, die eine Schildkröte darstellen - sehr beeindruckend!?
Schnell waren wir am nächsten Felsen angelangt, der von einer indianischen Zeichnung in luftiger Höhe verziert wurde. Desirée überzeugte wieder mit einer ihrer Erklärungen, diesmal über die dokumentierte Geschichte in Bilderbuchcharakter! Toll, die einzige Frage blieb, wie diese Zeichnung dort hingekommen ist, aber dieselbe Frage stellen sich auch noch diverse Wissenschaftler, was uns als Antwort von Desirée erneut 100prozentig überzeugte!
Und schon machten wir uns auf zur letzten Station dieses entspannenden Tages, der steinernen Wasserrutsche. Etwas kühler temperiert als der Fluss vom Vortag, aber eine willkommene Abkühlung! Wir stürzten uns also wieder ins Nass - und wieder allen voran unser Heinz! Bei der Rutsche war er aber dann doch nicht der erste. Diese Ehre ließ sich Anakonda-Kurt nicht mehr nehmen, der mit seinen Allround-Trekking-Sandalen (Heinz verwendet seine übrigens gerne auch als Salonschuhe) voran hinunterschlitterte. Wow, welch Tempo er auf dieser ebenen und langen Strecke erreichte! Viele fühlten sich durch diesen Anblick angestachelt und taten es ihm gleich!
Und schon fing es an zu tröpfeln. Macht nichts, wir hatten ja unseren Unterstand, der uns vor dem herabfallenden Nass schützte! Richtig gemütlich, wieder das Feierabendbier, erheiternde Gespräche und einen abschließenden Spaziergang zum Auto, bevor es wieder aufhörte zu regnen, als wir nach dem Einsteigen die Autotür hinter uns schlossen. Wir bewunderten noch den Sonnenuntergang auf der "Brücke am Fluss", in dem wir gestern badeten, bevor wir uns zum Abendessen in der Unterkunft verabredeten.
Diesmal aßen die meisten schon etwas vorsichtiger, und die Ameisensauce, die heute etwas milder sein sollte, "törnte" nur noch Hendrik so richtig an…
25 Apr. 2006 • Ciudad Bolivar - Las Trincheras
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Von Ist-uns-schlecht nach Geht-es-uns-gut
Am Abend zuvor hatten wir ihr es noch eingeimpft: Frühstück um 6:30 Uhr bitte schön, wir haben einen langen Weg vor uns. Desiree wusste aber schon aus Erfahrung, dass wir schon unsere Posada-Mama beim Auftischen und Zubereiten helfen müssten, sonst wird das nichts. Letztendlich wurde es dann doch kurz nach sieben bis wir unser Frühstück erhielten.
Nun hatte es unsere Desiree und Gabi in der Nacht erwischt. Beide kamen während des Frühstücks nicht aus ihrem Zimmer, da es ihnen so schlecht ging. Anscheinend hatten auch sie nun einen Virus, der in Puerto Ayacucho angeblich gerade die Runde machte. Die Armen, so war es uns anderen natürlich letztendlich herzlich egal wann wir unser Frühstück bekamen.
Wir verließen letztendlich mit einstündiger Verspätung unser Camp - um 8 Uhr. Auf der langen Fahrt mussten wir trotz unseres Krankenstandes zum Glück wenig Pausen machen.
In Caicara kehrten wir in ein tolles Freiluftrestaurant ein. Wir hielten uns alle ein wenig zurück, da es jedem mehr oder weniger gut ging - nur Hendrik und Alexis, unser zuverlässiger Fahrer, hauten so richtig rein.
Um 17:30 Uhr kamen wir dann bei unserem Tagesziel an. Wie im Tourablauf steht, endete die Straße wirklich hier. Für etwas mehr als eine Stunde waren wir einen ockerfarbenen Feldweg durch das Grün des Dschungel gefahren. Aber es hatte sich wirklich gelohnt! Wir waren in geschmackvoll eingerichteten Hütten direkt am Ufer des Caura-Flusses untergebracht. Sylvia war total begeistert von ihrer zweistöckigen Einzelhütte: Unter dem schützenden Dach stand auf einer "Terasse" ihr Bett geschützt mit einem Netz vor lästigen Mosikos. Bequem Schlafen an der frischen Luft also! Toll. Da ging es wirklich gleich allen ein wenig besser!
Nach dem reichlichen Abendessen unter freiem Himmel saßen wir in gemütlicher Runde an der offenen Bar auf weichen Couches und ließen den Tag bei einem Glas Cuba Libre ausklingen.
26 Apr. 2006
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Ausflug zur Insel der süßen Schokoträume
Am Morgen frühstückten wir gemütlich auf der Terasse, wo wir bereits zu Abend gegessen hatten. Kurt und Moni hatten ihre kleine Hausspinne an den Tisch Gassi geführt, damit wir sie alle begutachten - und fotografieren konnten. Ein echtes Prachtexemplar, das wir verantwortungslos in die Natur aussetzten.
Das Frühstück war reichlich und sehr lecker. Unsere Unterkunft punktete fleißig weiter. Die Krankenliste wurde auch um einen Namen erweitert: Hendrik hatte es heute nun auch erwischt. War es noch der sagenumwobene Ayacucho-Virus?
Per Einbaumboot machten wir uns dann auf zu unserem Tagesziel - einer Insel mitten auf dem Caura-Fluss. Wir luden unser Gepäck ab und machten gleich noch eine Bootstour zu zwei nahegelegenen Indianersiedlungen. Dort konnten wir begutachten wie Brotfladen aus Manyok hergestellt wurden. Wir waren beeindruckt von den einfachen Lebensverhältnissen der Indianer - völlig fern unserer eigenen Zivilisation.
Zum Mittagessen waren wir dann wieder auf unserer Insel. Gut gesättigt gönnten sich danach die meisten von uns eine mehrstündige Siesta in unseren Hängematten. Einige gingen in dem seichten Wasser vor der Insel ein wenig "plantschen".
Um kurz nach vier weckte uns Mama-Desirée mit sanfter Stimme. Hach, Urlaub ist doch was feines ;-) Bis auf Hendrik (inzwischen im Immodium-Status angelangt), Gabi und Alexis brachen alle zu einer weiteren Bootsfahrt mit anschließender Dschungelwanderung auf.
Auf dem Pfad sahen wir Aras, Hühner und eine giftige Schlange kreuzte unseren Weg, den aber unser Guide fachmännisch frei räumte. Vom sogenannten Tigerhügel konnten wir uns einen guten Eindruck über die Ausmaße des Dschungels verschaffen. Auf dem Rückweg mussten wir uns ein wenig sputen, aber unser Boot wartete noch treu auf uns ;-)
Zum Abendessen stellten wir erstmal fest, dass die potentiellen Opfer zwei blaukehlige straußenähnliche Vögel und auch der weiße Hase noch quick lebendig waren. Auf dem Tisch fand sich aber auch so wieder ein herrliches Abendessen. Heute gab es sogar Nachtisch, den Kurt kommentierte: "Mensch, ich werd verrückt, da sitze ich mitten im Dschungel und esse Schokopudding!"
Anschließend ließen wir uns in unsere Hängematten fallen. Die Geckos im Gebälk sorgten nur noch für ein müdes Lächeln. Micha hatte lediglich mit ein paar Heuschrecken zu kämpfen, die sich vorzugsweise auf seinem Moskitonetz niederließen. Entweder wurden die dann auf Hendrik, dem es schon wieder besser ging, entsorgt oder Alexis pflückte sie aus dem Netz und setzte sie "poetisch" auf dem Boden frei:"Grillo, Grillito, te duermas en el suelito." Dann wurde nach und nach die Dschungelgeräuschkulisse um menschliche Schnarchlaute erweitert bis schließlich alle tief und fest schliefen.
27 Apr. 2006
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Zurück in die trockene Zivilisation
Ein strahlend rot leuchtender Fluss!!! Bei Augenaufschlag einen so beeindruckenden Sonnenaufgang haben wahrscheinlich bisher nur wenige gesehen – so auch in unserer Gruppe! Desirée wies zwar flüsternd darauf hin, aber in der Hängemattenwüste bewegte sich außer ihr nicht wirklich viel – lediglich die wenigen am Rand hängenden Mitglieder bewunderten noch dieses Naturschauspiel, allerdings ohne sich aus der gemütlichen Hängematte zu quälen (vielleicht, weil die Beschwerlichkeiten des Stolperwegs zur Nachttoilette noch in frischer Erinnerung war)!
Es folgte nach erneutem Augenaufschlag etwas später ein fürstliches Frühstück auf unserer Dschungelinsel. Danach blieb viel Zeit zum Packen und Ausruhen, denn um 10 bestiegen wir erst wieder den Einbaum, der uns zurück zu der Posada in Las Trincheras bringen sollte. Dort angekommen, erledigten wir die inzwischen einstudierten, hier jedoch schweißtreibenden Handgriffe: Gepäck aufs Wagendach, Proviant auffüllen (vor allem den flüssigen) und ab ins zweite zu Hause – den Van.
Nach einer Stunde auf der unebenen Urwaldstrecke erreichen wir wieder die zivilisierten Asphaltstrecken! Ab nach Ciudad Bolivar, der Stadt am Orinoco. Unsere Posada liegt in der historischen Altstadt, die von bunt leuchtenden Kolonialbauten geprägt und auf einer Erhöhung gelegen ist. Eine Posada unweit vom Plaza Bolívar, in der Calle Bolívar in Ciudad Bolívar im Bundesstaat Bolívar… Dem Befreier kann man – zumindest namentlich gesehen – wenig näher kommen :-)
Trotz der Nähe zum Stadtkern bietet sich am heutigen Abend ein deutliches Bild auf den Straßen um unsere Unterkunft herum: gähnende Leere. Und so beschließt die Truppe nach Abendessen und kurzen Erkundungsgängen, den Abend in der hauseigenen, deutsch geprägten Selbstbedienungsbar zu verbringen. Die Musikauswahl fiel dabei jedoch deutlich schwerer als die Getränkewahl… Prost – auf das Ende der venezolanischen Trockenzeit!
28 Apr. 2006
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Tag1 unseres Canaima-Ausflugs
Nachdem Robin und Hendrik beschlossen hatten, uns (vorerst) zu verlassen, begleiteten sie uns aber noch bis zum Flughafen. Dort sollten/wollten wir eigentlich frühstücken, wenn nicht die venezoelanische Regierung hart durchgegriffen und das Flughafenrestaurant wegen Steuerschulden geschlossen hätte. Improvisation ist alles - damit wir nicht verhungern, machten sich Robin und Alexis auf zur nächsten Bäckerei. Zum Glück ging das recht schnell, so dass sie uns die Sandwiches gerade noch vor dem Abflug in die Hand drücken konnten - die Flugzeuge (jeweils 5 Sitzer plus Pilot) gingen nämlich VOR der Zeit - eine Seltenheit für venezoelanische Verhältnisse.
Gut, dass die anderen im 1.Flieger nicht mitbekamen, dass der Pilot nebenher SMS schickte, MP3 anhörte und gleichzeitig etwas schläfrig von den monotonen Geräuschen wurde! Nach einer guten Stunde kamen wir im Nationalpark an und wurden mit einer Programmänderung überrascht.
Nicht genug, dass sich der Salto Angel aufgrund der Trockenzeit in ein Rinnsal verwandelt hatte, mussten wir uns heute schon auf den Weg zur Isla Orchidea machen anstatt in der Lagune zu relaxen. Nach unserer Lieblingsbeschäftigung Umziehen und Umpacken ging es wieder über Stock und Stein zur Insel. Ein Stück mussten wir sogar laufen, da wir sonst zu viel Tiefgang gehabt hätten. Nach einer Zwangsmittagspause (der Motor sprang nicht an) ging es weiter zum Pozo del Felicidad. Hier konnte man drei Wünsche äußern bevor wir ins Wasser sprangen. Mal sehen ob sich diese erfüllen. Im Vergleich zu den bisherigen Unterkünften hatte diese - mit Wellblechdach und Platz für 100 Hängematten - den Charme einer Fabrikhalle. WCs und Duschen waren ausreichend vorhanden aber ohne Wasser! Die meisten entschieden sich deshalb für ein Bad im Fluss bis die Moskitos kamen. Abends genossen wir ein Candle-Light-Dinner - aber ohne Schlips und Kragen. Bald krochen wir in unsere Hängematten - ebenfalls in Ermangelung von Alternativen.
29 Apr. 2006
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Tag2 unseres Canaima-Ausflugs
Alle die keinen Schlafsack hatten waren schon früh auf, da sie halb erfroren waren. Es dauerte ein wenig bis das Frühstück kam, aber dafür war es dann reichlich. Anschließend schlenderte ein Teil der Gruppe über die Isla Orchidea wo es aber wenig blühende Orchideen gab.
"Indiana Kurt" entdeckte die berühmtberüchtigte 24-Stunden-Ameise und musste dann gleich das ganze Volk aus dem Nest scheuchen. Unser Guide erzählte viel zu den Pflanzen und Früchten des Dschungels (wobei wir weniger erfreut waren über die Info, dass sie Aras essen). Dann ging es mit dem Boot wieder in Richtung Canaima. Bei 42 Grad Celsius mussten wir dreimal ein Stück des Weges zu Fuss zurücklegen, da der Wasserstand zu niedrig war.
Nach einer Schnelldusche gab es leckere Bouletten (für die Deutschen), bzw. faschierte Laberl (für die Österreicher) und los ging es wieder ins Boot - ausgerüstet mit Schwimmwesten überfuhren wir den 1m tiefen See zu den Waserfällen der Lagune. Den letzten sahen wir von vorne und hinten! Zum Schutz vor den herabstürzenden Wassermassen (hinter dem Wasserfall) spannte Sylvia ihren Regenschirm auf :-) . Einigermaßen durchnässt landeten wir wieder am Badestrand und hatten über drei Stunden Freizeit!!!!!!!!!
Nach der Nacht im Urwald erscheint einem das Camp mit Wasserspülung und Duschen wie der pure Luxus - selbst auch hier mal das Wasser ausfiel.
30 Apr. 2006 • Ciudad Bolivar - Canaima National Park
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Michaels Highlight der Tour
Frühstück gab es heute mal wieder - komfortablerweise - um 8 Uhr. Es war sehr gut, aber wir können zum Teil schon keine Eier mehr sehen. Während wir wieder Freizeit hatten, musste sich Desiree mit den Leute vom Flughafen herumschlagen. Freizeit hieß - Souvenirshop ansehen, herumlaufen und an der Lagune liegen und schwimmen.
Um 12 Uhr gab es bereits Mittagessen und gleich anschließend ging es zum Flughafen. Desiree konnte ein Flugzeug organisieren, das über den Angel Fall fliegen wuerde, während drei zurückblieben und auf die anderen warten mussten (der Flieger konnte nicht fliegen, weil noch Leute fehlten und die der Meinung waren, sie müssten erst noch Mittagessen).
Schlussendlich kamen die anderen wieder zurück und wir warteten noch immer auf diese eine Person, die mit uns mit kommen sollte. Desiree war schon am Ende ihrer Geduld… und das dauert sehr, sehr lange. In Ciudad Bolivar wartete Alexis schon mit einem frisch polierten Auto auf uns und brachte uns ins Hotel. Dann hatte wir abermals Freizeit und die Möglichkeit, ein wenig in der netten Altstadt herumzulaufen. Was allerdings bei der Hitze nicht lange Spass machte. Abends fanden wir ein ausgezeichnetes italienisch angehauchtes Restaurant, welches wir bei der Bekanntgabe der morgendlichen Aufstehzeiten nach dem Essen fluchtartig verliessen…
01 Mai 2006 • Ciudad Bolivar - Caripe
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Die Höhlenmenschen aus Hitchcocks
6.30 Uhr sollte es Frühstück geben, aber… das fiel aus. Irgendwie war niemand da oder zuständig – also ging es ungestärkt und ohne Kaffee los. Beim ersten Stopp gab es dann doch den ersehnten Kaffee, beim zweiten dann auch etwas für den Magen. Leider brauchten wir für unsere Fahrt doch etwas länger als Desirée dachte, und so gab es vor dem Höhlenbesuch statt „richtigem“ Mittag noch einmal ein Sandwich. Anschließend stand der eindrucksvolle Besuch der Cueva del Guacharo auf dem Programm. Mehr als 800 Meter in das Innere der Höhle drangen wir vor, begleitet von dem lautstarken Geschrei der dort lebenden Vögel, immerhin mehr als 8000 zum hiesigen Zeitpunkt. Nicht von ungefähr dachte man an Hitchcocks „Vögel“ - die Geräuschkulisse des Filmes stammte von hier. Aber auch anderes Getier wie Krebse und Ratten und natürlich die unterschiedlichsten Gesteinsformationen waren zu bewundern.
Danach ging es erst einmal in unser Quartier, wo wir alle eine eigene, sehr großzügig gestaltete Cabaña bezogen. Wir vereinbarten eine Stunde Freizeit und dann konnten alle, die wollten, noch einmal zur Höhle fahren um den abendlichen Abflug der Vögel zu bestaunen (eine ganz andere, aber ebenso beeindruckende Geräuschkulisse), oder in der Posada bleiben und relaxen. Mit einem Abendessen im gemütlichen Restaurant und anschließender Rumverkostung bei Heinz und Lili – gesponsert von Tarantel-Kurt – klang der Abend aus.
02 Mai 2006 • Caripe
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Bienvenidos an der Karibik!
Frühstück um 7.30 Uhr – welch eine Wohltat :-) ! Danach ging es dann Richtung Meer zum lang angekündigten Karibikstrand. An allen für uns interessanten Stellen wurde ein Fotostopp eingelegt. Trotzdem waren wir schneller als veranschlagt in unserer neuen Unterkunft, in der wir die nächsten zwei Tage verbringen sollten.
Wir einigten uns auf ein „frühes“ Mittagessen und einen frei gestaltbaren Nachmittag. Ein Teil der Gruppe blieb in der Posada und erkundete den dortigen Strand. Die anderen fuhren zu einem entfernter gelegenen „Bilderbuchstrand“ und genossen ihre dortige Einsamkeit. Relaxen war jedenfalls bei allen angesagt.
Abendessen gab es dann in Form eines Barbecues am gegenüberliegenden Hausstrand. Richtig lecker und gemütlich! Dass es auch gegrillte Blut- und Leberwürste gab, erstaunte die einen allerdings ähnlich wie es die anderen „ekelte“… Bei einem Lagerfeuer, Betrachtung des Sternenhimmels und natürlich Bier und Cuba Libre ging dieser sehr schöne Tag zu Ende.
03 Mai 2006 • Rio Caribe
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Fast wie Urlaub
Was für ein Luxus: Frühstück heute wieder um 8 Uhr!! Dann ging es - bepackt mit Badesachen - erstmal ins Fischerdorf Rio Caribe, wo wir 1 Stunde Zeit hatten, das Dorfleben zu betrachten/erkunden und die ganzen (recht zutraulichen) Pelikane abzulichten.
Anschließend ging es weiter zu einer Kakao-Hacienda, wo wir über den Werdegang von Kakao (bzw. Schokolade!!) aufgeklärt wurden. Von der Blüte bis zum Endprodukt konnten wir alles bewundern und zum Teil dann auch kosten. Als Aperitif vor dem Mittagessen bekamen wir einen nach Kakao und Zimt schmeckenden Likör auf der Basis von Rum, im weiteren Verlauf dann einen Likör (in der Art wie Baileys) und als krönenden Abschluss eine heiße Schokolade. Die flambierten Bananen mit Kakao-Soße kamen auch sehr gut an. Es bestand die Möglichkeit, einige Produkte sozusagen direkt "ab Hof" zu kaufen, was auch rege wahrgenommen wurde. Vollgefressen ging es dann ab zu einem der schönsten Strände Venezuelas, Playa Medina, den wir fast für uns alleine hatten!
Nach dem Sonnenuntergang machten wir uns auf den Rückweg in die Posada, wo wir aber feststellen mussten, dass gerade Stromausfall war. Wie gut, dass hier mit Gas gekocht wird, so konnten wir wenigstens was essen und mussten nur das Duschen auf später verschieben!
04 Mai 2006 • Caracas - Mochima
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Der Kreis schließt sich
Da heute wieder eine längere Autofahrt anstand, gab es etwas früher Frühstück, so dass wir um 8 Uhr losfahren konnten (war ja immer noch human im Vergleich zu manch anderem Tag ;-)). Unser erster Stopp wurde zusätzlich zum Tourablauf in Cumaná - der ältesten Kolonial-Stadt Südamerikas - eingelegt, vor allem auch weil das unsere letzte Gelegenheit sein würde, etwas Geld für Souvenirs rauszuwerfen. Wer darauf keine Lust hatte, konnte die Altstadt ein wenig erkunden.
Zum Mittagessen legten wir im Nationalpark Mochima einen Halt ein, wo wir am Strand ein Picknick machten. Zum ersten Mal war es nicht Heinz, der als erster im Wasser war, sondern Michael!!
Unsere Weiterfahrt verlief leider nicht planmäßig, da wir aufgrund eines Unfalls weit weit vor uns ca. 1 Stunde im Auto gesotten und gebraten wurden. Jeder noch so kleine Luftzug wurde freudig begrüsst, da die meisten aufgrund der Hitze auch zu faul waren, auszusteigen.
Die restliche Fahrt verging für uns sozusagen wie im Schlaf - für Alexis natürlich nicht! - und gegen 21 Uhr kamen wir endlich in Caracas an, wo Desiree erst feststellen musste, dass unsere bereits bezahlten Zimmer anderwertig vergeben waren. Aufgrund ihrer Überredungskünste bekamen wir dann doch noch Zimmer (wir waren zuerst da und hatten auch früher bezahlt.. ), während sie, Alexis, Robin und Hendrik sich im Büro 2 Matrazen und 2 Schlafsäcke teilen mussten.
Gegen 22 Uhr ging es dann los zum Abschlussessen, wo wir ein letztes Mal venezolanisches Huhn bekamen…
05 Mai 2006 • Frankfurt - Mochima
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Vor dem Abschied noch ein Treffen mit Kader Loth
Wir frühstückten gegen 7:30 Uhr in der Bäckerei, wo alles vor drei Wochen anfing. Die drei Jungs verspäteten sich, da leider das Auto aufgebrochen, das Radio und Desirees CDs (zum 2. Mal) gestohlen worden waren.
Auf ging es zur Stadtführung, mit einer Führerin die Ähnlichkeit mit Kader Loth hatte. Mit der Metro ging es in die Altstadt, wo wir u.a. das Geburtshaus Simon Bolivars, das Rathaus und - dank des Durchsetzungsvermögens unserer Führerin - die Nationalversammlung besichtigten.
Mittags holten wir noch die Sachen vom Hotel ab, packten um, duschten, etc und dann hieß es schon Abschied nehmen von Hendrik, Robin und Alexis. Die Fahrt zum Flughafen kann bis zu 3 Stunden dauern, aufgrund einer kaputten Brücke, und daher mussten wir schon so früh los.
Nachdem wir eingecheckt hatten, gab es noch ein letztes Mittagessen zusammen und dann mussten wir uns auch von Desiree verabschieden.