Hier können Sie sehen, was unsere Reisenden auf ihrer Reise erlebt haben.
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Ankunft in Bogota
Heute geht es wieder los. Rene, Philipp, Ole und Miguel warten schon ganz gespannt auf die Gruppe. Als sie endlich raus kommen sind die drei überrascht, wie fit alle noch sind.
Die Gruppe hat schönes Wetter mit gebracht! Gleichzeitig mit der Landung hört es auf zu regnen und wir können so bei der Fahrt in das Hotel, die ersten Eindrücke über Bogota sammeln. Die Stadt ist sehr lebendig und unser Hotel liegt mitten in der Altstadt.
Im Hotel beschließen wir noch etwas auf den Zimmern zu bleiben. Danach laufen wir in das Restaurant zum Abendessen. Miguel hatte schon Ajiaco für alle vorbestellt. Wir nutzen die Gelegenheit um uns gegenseitig besser kennen zu lernen
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Wie definiert man flach
Nachdem beim Frühstück noch einmal nachgefragt wurde, ob wirklich alle Koffer angekommen waren - es ging wohl um eine viventura-interne Wette, warteten wir gespannt auf die Fahrräder, um quasi als Versuchskaninchen erstmals an der Ciclovia teilzunehmen. Aber dann fiel in Kolumbien mal wieder was vom Laster … So starteten wir zu Fuss durch die Candelaria. Wunderschöne Häuser.
Am Plaza Bolivar trafen wir dann endlich auf die Fahrräder. Angeblich liegt Bogota auf einem Plateau, sagte zumindest unser Rene. Wir glaubten ihm, hatten dabei aber nicht bedacht, dass er Schweizer ist und flach wohl anders definiert. Auch dass wir Mountain-Bikes bekamen, machte uns erst einmal nicht stutzig. Von nun an ging es bergauf …. Nach und nach schoben alle - bis auf die Guides, denn deren Räder hatten Gangschaltung, im Gegensatz zu unseren. Zur Erholung durften wir dann aber in die Seilbahn steigen, der Blick vom Monserrate ist wirklich einmalig. Und Glück mit dem Wetter hatten wir auch. Dann kam die Fahrstrecke - im Gegensatz zur Schubstrecke -, bergab in die Stadt zum Goldmuseum. Anschließend (viel Pausen gab es nicht, eher gar keine) ab in den Bus nach Usaquen.
Ehemals eigenständig, nun nach Bogota eingemeindet, aber noch mit eigener Atmosphäre und schönem Künstlermarkt. Den Abend beschlossen wir dann stilecht im schon legendären Andres Carne Del Res. Da Montag hier ein Feiertag ist, war es proppenvoll, getanzt wurde auf jedem freien Zentimeter. Das ließ auch uns nicht ruhig sitzen - zumal bei dem Gedränge leichte Unsicherheiten in der Schrittfolge eh nicht auffielen. Die späte Rückfahrt ins Hotel verlief dementsprechend ruhig, erste Kräfte für den nächsten Tag sammeln.
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Fundaciòn Niños de los Andes und Salzkathedrale
Die erste Teilprüfung haben wir bestanden - aus maximal 20 Kilo Reisegepäck haben wir ein Tagesgepäck gemacht. Zusammen mit den Mitbringseln für die Strassenkinder von Bogota ging es mit unserem echt luxuriösen Reisebus nach El Rosal in die Fundacion Niños de los Andes. Dort bekamen wir eine eindrucksvolle Führung durch das Haus der Stiftung. Begleitet wurden wir dabei von vielen Jungs, die dort aufgenommen worden sind, leben, zur Schule gehen und in verschiedenen Berufen ausgebildet werden.
Weiter ging es nach Zipaquira in die Salzkathedrale, wo wir durch Renes gute Beziehungen sogar einen deutschen Führer bekommen haben. Die ca. einstündige Führung durch das Salzwerk gipfelte in der vor einigen Jahren neu gebauten Salzkathedrale. Niemand von uns hatte sich vorher die Dimension dieser "Unter-Tage-Kirche" vorstellen können.
Natürlich wieder später im Zeitplan als ursprünglich gedacht, kamen wir dann schon bei Dunkelheit in Villa de Leyva an. Dort wurden wir von einem riesigen Regenguss empfangen, der die Strassen in Sekundenschnelle in reissende Bäche verwandelte. Wir sind dann schnell in die erste Pizzeria gehuepft und konnten dort bei einer leckeren Pizza unsere Hosen trocknen lassen. Die Nacht durften wir dann in einer Finca verbringen, in der die Zimmer richtig klasse waren. Ein toller und ereignisreicher Tag geht zu Ende.
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Paso de Angel
Und es stimmt doch - wenn Engel reisen scheint die Sonne. Und sogar noch besser: Nachdem wir vorgewarnt wurden, dass wir, wenn wir am Paso de Angel wandern wollen, wir mit einer 3-4km langen Anfahrts-und natürlich auch wieder Abfahrtswanderung rechnen müssten, da die Strasse dorthin aufgrund des gestrigen Wolkenbruches wohl kaum mit dem Bus passierbar wäre, das geplante Wegstück durch das Flussbett wohl sicherlich nicht stattfinden könnte, kam alles ganz anders: Der die reisenden Engel schützende Wettergott hatte genau diese Region verschont. Der Bus konnte hinfahren, durch das Flussbett konnten wir auch laufen, und Rene stieg zur Krönung gar in die tosenden Fluten.
Begeistert von der Landschaft und dem tollen Blick ging es nach Villa de Leyva. Ein schnelles Mittagessen, um auch noch etwas mehr von dieser Kolonialstadt zu sehen. Wir schlenderten durch die Gassen, kauften die ersten Souvenirs, genossen die Atmosphäre bei einem Kaffee.
Pünktlich zur Abfahrt kamen dann die ersten Tropfen, die sich angekommen in Bogota in einen neuen Wolkenbruch verwandelt hatten. Unterwegs hielten wir an der historisch wohl wichtigsten Stätte für ehemals Grosskolumbien: Puente de Boyaca. Natürlich bei schönem Wetter. Hier fand die entscheidende Schlacht zur Erreichung der Unabhängigkeit statt. Der Wärter dort ließ es sich nicht nehmen, alles im Detail zu erzählen, die Kampf-Aufstellung auf dem Boden des Platzes zu skizzieren. Wenn das mal keinen Ärger gibt ….
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Reise an die Pazifikküste
4:45 Uhr Abfahrt ….. Wider Erwarten waren wir auf die Minute vollzählig. Vielleicht lag es aber auch daran, dass die gefährdesten Personen vorsichtshalber die Nacht durchgemacht hatten. Am Flughafen Bogota dann das Highlight des Tages: Miguel erschien mit Nutella-Vollkornbroten !!! Wir werden hier echt verwöhnt.
Der Flug nach Medellin startete dann relativ planmässig, auf den Anschlussflug nach Nuqui mussten wir natürlich warten. Wie wir hörten, ist das aber auch schon fast plangemäss. Irgendwann ging es dann aber doch los. Dafür aber nicht direkt, sondern mit Zwischenlandung in Quibdo. So haben wir immerhin auch direkt die Hauptstadt dieses Departament kennengelernt.
In Nuqui wurden wir bei leichtem Nieselregen schon sehnsüchtig von Pozo erwartet, die Bootsfahrt nach El Cantil stand an. So einfach war das nun aber auch nicht mehr - durch die mehrstündige Verspätung war der Wasserstand sehr niedrig. Während wir praktisch veranlagt die ersten Abstimmungen durchzogen, wer jetzt zu opfern = über Bord zu werfen wäre, hatte Pozo es doch irgendwie hingekriegt, wir erreichten die offene See. Und nicht ein einziger wurde seekrank!
Mit der Ankunft kam wieder Leben in die ruhig dahin dämmernde Truppe. Keiner hätte solch einen idyllischen Platz erwartet. Eine Urwald-Lodge wie aus dem Bilderbuch. Nach Begrüssungsdrink und Schlüsselvergabe ging des dann direkt zum Essen. Und das war einfach unglaublich gut. Mindestens 5 Sterne. Ach ja, der Nieselregen hatte natürlich auch aufgehört ("die reisenden Engel").
Das letzte Tageslicht verbrachten wir dann mit Strandbesichtigung. Eine weitere fulminante Mahlzeit und auch dieser Reisetag war leider schon wieder um.
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Unterwegs
Heute standen die mit Spannung erwarteten Expeditionen in den Busch auf dem Programm. Der größere Teil folgte Rene auf verschlammten Pfaden ins Dickicht auf der Suche nach den Fröschen. Diese Tour wurde als anstrengend ausgeschrieben, keine Übertreibung! Es ging direkt steil bergan, zum Glück hielt sich der Schlamm in Grenzen - die Sonne schien ja wieder / immer noch ! Die Frösche haben uns auch nicht enttäuscht, sie tauchten in Scharen auf, vor allem die rot-schwarzen, aber auch ein ganz schwarzer und ein schwarz-grün-gestreifter.
Die andere Gruppe wanderte unter der Führung von Javier Richtung Wasserfall. Das hieß erst einmal ein wunderschöner Strandspaziergang, bevor es dann landeinwärts durch den Fluss zum Wasserfall ging. Javier gab sich unendliche Mühe, uns die Pflanzen und Tiere zu erklären, vollbrachte eine wahre Meisterleistung, da die Spanischkenntnisse dieser Gruppe doch begrenzt waren. Dies führte jedoch leider auch dazu, dass Javier jetzt ein etwas abstraktes Deutschlandbild haben dürfte - Deutschland ist ein einziges Industriegebiet, durch das Tiere mit Holz auf dem Kopf (Hirsche) laufen. Vielleicht kann die nächste Gruppe das ja etwas korrigieren.
Zurück in der Lodge erwartete uns wieder ein wahres Gourmet-Mahl, im Volksmund auch "Lieblingsfisch" genannt. Nach dieser Anstrengung - wobei noch zu klären wäre, was anstrengender war, die Wanderung oder das Essen - verbrachten wir den Nachmittag mit "Abhängen in der Hängematte" und /oder am Strand. Und dann gab es auch gleich schon wieder Lieblingsfisch. Den Tag beendeten wir mit ein paar Drinks - für die, die schon einmal da waren: Seit Neuestem gibt es neben Bier auch Wein in El Cantil, den Rum muss man immer noch selber mitbringen.
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Endlich warmes Wasser
Heute ging es zu den Thermalquellen. Geruhsam den Strand Richtung Süden spazierend genossen wir erneut die Sonnenstrahlen. Uns alle hatte wohl schon der Nuqui-Virus erfasst, von überschäumender Energie, wie man sie von Teilnehmern einer viactive-Reise erwarten konnte, war praktisch nichts mehr zu spüren. Die Thermalquellen entpuppten sich als romantisch im Wald gelegenes, tatsächlich richtig warmes Schwefelbad. Nachdem dann Rene noch erklärte, dass dieses Bad neben der allseits bekannten Schönheit fördernden Wirkung noch 10 Jahre jünger macht, gab es für uns kein Halten mehr. Aber das war noch nicht alles. Mit Hilfe eines speziellen Steines, den Stefan auch nach 5 Tauchversuchen noch nicht gefunden hatte - zum Glück sprang Javier ein - wurde durch Reiben an speziellen anderen in der Beckenwand eingelassenen Steinen eine Paste erzeugt, die durch pures Auftragen alle Falten verschwinden lassen sollte. Und es waren nicht nur die weiblichen Teilnehmer, die sich darauf stürzten!!!
Nun dachten wir schon, besser kann es nicht mehr werden, da wurde uns das ewige Leben versprochen, wenn wir mit zu einer Höhle 5 min flussaufwärts kommen würden. Der Versuchung konnten sich die meisten natürlich nicht entziehen. Und was war das Geheimnis ? Fledermäuse ! Aber als Vampire wollten wir dann doch nicht enden, verzichteten lieber auf das ewige Leben.
Zurück in der Lodge erwartete uns wieder ein 5-Sterne-Essen. Es ist einfach nicht zu glauben, das unter solch einfachen Bedingungen ein solches Mahl kreiert werden kann. Schon ganz im Nuqui-Rhythmus gehörte der Nachmittag der Hängematte bzw. dem Strand. Vor allem Sonja schien schon mit der Hängematte verwachsen.
Beim abendlichen Festmahl setzte Regen ein. Natürlich aber nur, damit uns der morgige Abschied nicht so schwer fallen würde, und nicht, weil wir uns gerade in einem der regenreichsten Gebiete der Erde aufhielten. Von Blitz und Donner begleitet opferten sich dann Stefan und Bernd. Sie entkleideten sich bis auf die Unterhose und sprinteten, d.h. Bernd eher rutschend, durch den strömenden Regen zu den Unterkünften, wo sich die Regenschirme befanden. So kamen wir anderen zumindest halbwegs trocken ins Bett.
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Die Zivilisation hat uns wieder
Samstag morgen und es regnet immer noch. Nachdem wir uns schon auf eine doppelt feuchte Bootsfahrt zum Flughafen Nuqui eingestellt hatten, erbarmte sich wieder einmal der die reisenden Engel beschützende Wettergott, und wir gelangten trocken nach Nuqui. Hier begann erneut das Warten. Die Flugverbindung Nuqui - Medellin ist extrem wetterabhängig. Aber dann ging es doch noch fast pünktlich los (1,5h).
Medellin empfing uns mit Regen. Spannend wurde dann die Fahrt ins Hotel - wir mussten uns auf mehrere Taxen aufteilen. Spanischkenntnisse reichten irgendwie nicht aus, Ortskenntnisse wären sehr von Nutzen gewesen. Aber irgendwann trudelte dann auch die letzte Fuhre ein, es war natürlich nicht die, die als letzte gestartet war.
Die kleine Programmänderung - erster Teil der Stadtrundfahrt bereits gleich - kam uns insofern sehr gelegen, als dass die Zimmer - natürlich - noch nicht fertig waren. Mal abgesehen davon, dass drei Reservierungen komplett fehlten. Aber Samstag nachts braucht man in Medellin eigentlich sowieso kein Zimmer …
Diese erste Stadtführung machte Philipp, der sich so seine ersten Reiseleitersporen verdienen durfte. Hat er wirklich gut gemacht. Er führte uns zuerst auf den Berg, von wo man einen herrlichen Rundumblick hatte. Ach ja, es hatte natürlich pünktlich aufgehört zu regnen, sogar richtig aufgeklärt. Von da ging es zum Plaza Botero, dessen Hauptattraktion die Botero-Skulpturen sind. Sie sind wirklich beeindruckend, man steht ganz klein davor.
Nun aber rasch zurück ins Hotel, frisch machen war angesagt. Wir hatten das Glück, die Einweihung des viventura-Büros in Medellin miterleben zu können: Grillfeier auf der Dachterrasse. Der Grill war kaum leer, die Biervorräte erschöpft, da kam der Regen. Aber nun stand ja eh der Wechsel in das legendäre Nachtleben an. Die, die sich noch aufraffen konnten, haben es nicht bereut!
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Auf den Spuren Escobars
Dem Nachtleben Tribut zollend, war das Frühstück erst für halb neun angesetzt. So bis gegen viertel nach neun waren dann auch alle erschienen. Aber unser Lieblings-Jonathan war schon ganz früh da! Der beste Busfahrer - zumindest Kolumbiens - mit unserem Gepäck.
Es folgte der zweite Teil der Stadtführung. Und dafür bekamen wir "hohen Besuch", Andre ließ es sich nicht nehmen, uns persönlich in die Geschichte Escobars einzuweihen. Zuerst ging es jedoch noch einmal einen der unzähligen Hügel hoch, Ziel Cerro Nutibara. Hier befindet sich ein kleines Freilichtmuseum, dass einen Eindruck von der Kolonialzeit vermittelt. Und natürlich wieder ein herrlicher Rundumblick. Sonne? Claro! Nun zum Friedhof, wo sich Escobars Grab befindet. Aber schon allein beim Betreten der Anlage wurden sofort alle Kameras gezückt. Die Gestecke, mit denen dort alle Gräber geschmückt sind, sind für deutsche Augen eine unglaubliche Farbenpracht. Am Grab Escobars wurde dann das Rätselraten um die angebliche Exhumierung vor einigen Tagen gelöst. Seine Mutter war vor ca. einer Woche gestorben und wurde in diesem Familiengrab beigesetzt. Die Grabplatte fehlt jetzt nur, weil ihre Daten noch nachgetragen werden.
Nun hieß es Abschied nehmen von Andre und Phillipp - wir starteten Richtung Manizales. Dank Lieblings-Jonathan unterschritten wir die normale Transferzeit deutlich. Kurz vor der Ankunft sagte uns Rene, dass morgen hier wieder ein Feiertag ist - vielleicht sollte man doch mal über einen Arbeitsplatzwechsel nachdenken -, das heisst heute wieder Fiesta. Wir werden sehen….
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Die Kaffeeroute
Die Party in Manizales fand doch ohne uns statt. Vielleicht lag es daran, dass das Gros der Gruppe beim gestrigen Abendessen das kulinarische Waterloo erlebte. Wie auch immer, frühzeitig von den Kirchenglocken geweckt, stiegen wir in den Bus. Auf nach Pereira. Es konnte nur besser werden.
Die Fahrt führte durch eine Landschaft, die ein bisschen an deutsche Mittelgebirge erinnerte. Gegen Mittag - mas o menos - erreichten wir die Finca. Ein Traum! Grossgrundbesitz hat auch seine schönen Seiten. .. Auf einem Hügel gelegen, Bilderbuchterrasse, Pool und - claro - Hängematten sahen wir erstmals die von Südamerika erwartete Blumen- und Obstpracht.
Doch bevor es nun in den Kaffee ging, stand Canopy auf dem Programm. Im freien Flug über die Kaffeefelder, "über 7 Schluchten musst Du gehen". Wenn auch die ein oder andere etwas verkrampfter war ("Lachen geht jetzt nicht …"), letztendlich waren alle begeistert. Luis knipste uns dabei noch fleißig. Alles perfekto.
Nun aber endlich in den Kaffee. Leider waren wir schon etwas spät dran, dazu Stromausfall, so dass die eigene Kaffeproduktion in den Anfängen stecken blieb. Aber trotzdem, durch Luis ausführliche Erläuterungen sind wir alle jetzt absolute Kaffee-Experten und auch für tropische Pflanzen , Spezialgebiet Heliconien. In die Überlegung, zurückzulaufen oder die landestypische Mitfahrgelegenheit auf der Ladefläche eines kleinen Lasters nutzen, begann es zu tröpfeln => Laster. Auch das ist wider Erwarten allen gut bekommen, wir kamen sogar gerade noch trocken zurück.
Empfangen wurden wir auf der Finca mit einem bis zwei oder drei oder … Aquardientes, um etwaigen Erkältungen vorzubeugen. Hat funktioniert. Das Grillen im Regen klappte auch vorzüglich, schließlich gab es ja die Bilderbuchterrasse. Weitere Erkältungsprophylaxe und schon wieder war ein Tag vorbei.
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Der Wettergott hat uns verlassen
Am Morgen war es zwar bedeckt, aber trocken. Das tat unserer Begeisterung über die Finca jedoch keinen Abbruch. Und dann - ein Frühstück, bei dem wir zuerst glaubten, der gestrige Aguardiente beschert uns Halluzinationen: Müsli, Cornflakes, neben normaler auch Joghurtmilch, Vollkornbrot, Marmelade, Honig und jegliches Obst.
Solchermassen gestärkt machten wir uns auf den Weg Richtung Salento. Stop im Naturpark Valle Cocora, wo wir überaus freundlich begrüßt wurden. Hier gibt es die berühmten Wachspalmen und Nebelwald. Doch der Himmel war grau. Schon beim Aussteigen kamen die ersten Tropfen. Doch davon wollten wir uns nicht unterkriegen lassen. Tapfer marschierten wir los. Da wir - wieder einmal - etwas spät dran waren, teilte sich die Gruppe. Der größere Teil wollte doch noch versuchen, bis zum Gipfel durchzusprinten, der Rest einfach nur den Wald erreichen und "einen Blick reinwerfen". Um es kurz zu machen, keine der beiden Gruppen hat ihr Tagesziel erreicht. Wolkenbruch, aber wie, und nicht nur kurz, sondern wie sich später herausstellte, stundenlang. Genauso nass, aber immerhin 1 Stunde früher erreichte die ruhigere Gruppe den Parkplatz. Unser Lieblings-Jonatan war auch zur Stelle und öffnete den Bus, so dass diese Gruppe sich nach einer kleinen Trocken-/Umziehe-Prozedur die Wartezeit bei einem landestypischen Cafe tinto vertreiben konnte. Unsere Rum-Flasche durften wir dazu stellen, das Militär passte auf uns auf, die Stimmung stieg. Als die anderen endlich kamen, hatten wir neue Freunde gewonnen, das Militär begleitete uns sogar mit Regenschirm zum baño. Aber auch die anderen waren von ihrer Tour begeistert, Höhepunkt waren die bei diesen Wetterbedingungen schon recht gewagten Hängebruecken-Überquerungen.
Nun aber Salento. Immerhin machte der Regen eine 5-minütige Pause, als wir das Gepäck ausluden. Warmes Wasser war noch nicht fertig - aber immerhin schon die Zimmer -, also gingen wir erst einmal essen. Und hier war das schlechte Wetter richtig ärgerlich. Gelegen auf einem Hügel speisten wir in einer Art Wintergarten. Der Blick muss bei schönem bzw. klaren Wetter atemberaubend sein, aber so haben wir nur gefroren.
Nächster Tagesordnungspunkt: Souvenir-Herstellung. Dies entpuppte sich als viel interessanter als erwartet. Im Ambiente einer Hippie-Kommune der 70er Jahre wurden Ketten und Armbänder aus Früchten und Samen hergestellt. Schon dem Macho-Stil erlegen war diese Veranstaltung reine Frauensache. Ja, unsere Jungs wissen gar nicht, was sie verpasst haben.
Und nun, von allen heiss erwartet, Techo. Wie lang dann unsere Gesichter wurden, als dies wegen Lustlosigkeit des Besitzers nicht zustande kam, kann man sich kaum vorstellen. Aber nur kurz. Von so etwas lassen wir uns doch nicht unterkriegen. Ab in den Billard-Salon! viventura sponserte zwei Flaschen Rum als Entschädigung, und das Turnier konnte beginnen. Und was Lateinamerika-Kenner nicht wundern dürfte - hier gewannen die, die fast noch nie ein Queue in der Hand hatten, sich dafür mit am großzügigsten der Rum-Flaschen erbarmt hatten. Leider wurde dieser nette Abend durch das hartnäckige Drängen des Besitzers, endlich zu gehen, viel zu früh beendet - es war gerade mal eine Stunde nach Sperrstunde …
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La Linea
Der Regen hatte so ziemlich aufgehört, aber es war immer noch a…kalt. Nichts wie in den Bus, es konnte nur besser werden. La Linea wartete auf uns.
Erster Teil = den Berg rauf. Es klarte etwas auf, und wir konnten die Monedas in vollem Einsatz bewundern. Zweiter Teil = den Berg runter. Hier haben wir leider keine Seifenkisten in Aktion erlebt, nichtsdestotrotz war La Linea ein Highlight der Tour. Den gefürchteten stundenlangen Staus waren wir durch sehr frühen Start und natürlich Jonathans Fahrkünsten entkommen. Dafür schliefen wir dann aber direkt danach alle gleich ein.
Kurz vor Neiva wurden wir dann mit der Nachricht geweckt, dass wir ein Wunder erleben dürfen. In der Wüste, die als nächstes auf uns wartete, hatte es 24h lang geschüttet! Damit waren die Wege aber für unseren Bus nicht mehr passierbar. Doch auf unseren Rene ist einfach Verlass. Flugs organisierte er zwei Jeeps, Umsteigeort Villa Vieja. Doch bevor wir losbrausen konnten, gab es eine kurze Einführung im lokalen Museum (Fossilien). Untermalt wurde diese von unerträglichen, prähistorischen Klängen. Stellte sich als die benachbarte Musikschule heraus…
Nun ging es aber endlich los. Dank Allrad und Differential kamen wir gut durch. Nur die Wanderung erwies sich als etwas schwierig. Mit jedem Schritt nahmen wir ein Kilo Lehm an den Schuhen auf. Gut für die Beinmuskeln ! Und neben dem Lehm gab es unendlich viel Grün und Kakteen. Von wegen Wüste.
Geschafft landeten wir im Hotel. Dorthin hatten wir wohlweislich das "Grillieren" verlegt. Es war deutlich ruhiger als sonst. Rene nutzte die Gunst der Stunde und gab uns eine erste Einführung in die Geschichte der Guerilla. Nur entschlummerten dabei die ersten, so dass er das wohl noch einmal wiederholen muss.
P.S.: Den Bus haben wir jetzt wohl auch endgültig durch.
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Geschichte
Über Nacht hatte wieder Dauer-Wolkenbruch eingesetzt. Etwas unmotiviert stiegen wir in den Bus. Doch Rene weiss schon, wie er uns wieder hoch kriegt. Zwei Dörfer weiter ließ er halten und führte uns in einen Obst- und Gemüsemarkt. Alles einmal probieren und dann natürlich einkaufen. Der Regen hatte auch aufgehört und weiter ging es nach San Augustin.
Gespannt marschierten wir den Weg zur Finca hoch - unser Gepäck zogen freundlicherweise zwei Pferde. Angekommen brach Begeisterung aus. Was für ein schöner Platz und dazu die verschiedenen, urigen Unterkünfte. Nach der Zimmerverteilung ging es erst einmal ans gegenseitige Zimmerbesichtigen. Dabei kam auch noch die Sonne durch - alles perfekt. Rene spielte Glöckchen, Mittagessen. Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat und danach Erdbeertorte! Einfach nicht zu glauben.
Danach etwas sorgenvolle Blicke. Der Himmel wurde wieder grau, und der archäologische Park stand auf dem Programm. Aber gut, Augen zu und durch. Scheinbar scheint der Wettergott die reisenden Engel wiedergefunden zu haben, wir konnten den Park bei Sonnenschein besichtigen. Leider nur die Kurzform - der Park erstreckt sich über 50 Kilometer -, aber schon die war beeindruckend. So gut erhaltene Figuren in einer wunderschön gestalteten Anlage hatten wir uns nicht vorgestellt. Osterinsel en Miniature.
Mit hervorragenden Spaghetti und ein bis zwei Cervesas liessen wir dann diesen herrlichen Tag in der Finca ausklingen.
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Carrera de caballos
Es regnete. Langsam wird es mit den Ausreden eng …. So richtig wollte keiner aus dem Bett. Wer es dann aber bis zum Frühstückstisch geschafft hatte, bekam ein Leuchten in die Augen. Müsli und Obst! Rafting wurde kurzentschlossen gestrichen, das Frühstück ausgedehnt und auf besseres Wetter gehofft. So gegen halb 11 war es dann auch so weit, noch grau, aber relativ trocken. Ein Teil machte sich auf den Weg ins Dorf, der Rest gammelte auf der Finca rum. Und Rene buchte uns Pferde für den Nachmittag.
Pünktlich zum Mittagessen schleppten sich die Dorfbesucher bei inzwischen strahlendem Sonnenschein den Weg zur Finca hoch. Diesmal asiatisch und ebenso erstklassig wie die anderen Mahlzeiten. Solchermassen gestärkt erwarteten wir nun die Pferde.
Fast alle waren dabei. Einige mit Reiterfahrung - angeblich …., andere hatte sogar schon Exklusiv-Unterricht in Ungarn hinter sich. Plan war eine Einteilung in zwei Gruppen, langsam - schnell, je nach Reiterfahrung. Die Pferde bildeten dann auch zwei Gruppen, aber nach ihrem Gusto. So kam es, dass Jürgen, der noch nie vorher auf einem Pferd sass, vorne in der schnellen Gruppe mitjagte, während Sonja (Profi) nur mit Mühe im Mittelfeld mithalten konnte. Aber nur so kann man Talente finden - und Jürgen ist ganz klar eines. Selbst leichte Bocksprünge überstand er unbeschadet - wie alle anderen den Ritt übrigens auch. Wahrscheinlich sattelt er jetzt um und wird Rodeo-Reiter. Bernd, das ist der mit der Ungarn-Ausbildung, filmte sogar während des Rittes. Aber auch etwas Kultur durfte auf dem Ritt nicht fehlen. Wir steuerten noch zwei Fundstellen von Steinfiguren an. Die letzten wurden erst vor ca. 20 Jahren gefunden, somit unverblasst, d.h. latinomässig bunt.
Zurück auf der Farm waren wir erschöpft, aber glücklich. Ein kurzer Abend - nun bei italienischer Küche - , denn morgen sollte es früh weitergehen.
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Chiva, Combo und Rum
Um 4 Uhr gingen die ersten Wecker ….. Wenigstens war es trocken. Während wir gespannt warteten, ob die Pferdekarren für das Gepäck auch wirklich schon so früh kommen würden - wir sind schließlich in Südamerika -, geschah das erste Wunder. Rene brachte uns eigenhändig Kaffee und Tee, selbst gekocht ! Er ist einfach unbezahlbar, wir würden ihn gegen keinen anderen tauschen wollen.
Und dann das zweite Wunder, Getrippel, die Pferdekarren kamen. Somit unbelastet konnten wir nun im Dunkeln den Weg zur Strasse runterstolpern. Dort erwartete uns auch schon Lieblings-Jonathan zu seiner letzten Fahrt mit uns. Ziel der Flughafen Neiva. Auf halber Strecke ein Stop am Mirador: der letzte Blick auf das Tal des Rio Magdalena. Und dann war es so weit, Abschied nehmen. Dem bzw. der ein oder anderen fiel es etwas schwerer, aber nicht geklagt, der Blick ging nach vorne. Die Karibik wartete auf uns.
Am frühen Nachmittag landeten wir in Santa Marta. Hitze! Und dann fanden wir unseren Transport - ein Open-Air-Oldtimer mit Combo. Die ersten warfen ihr Gepäck auf die Strasse und fingen an zu tanzen. Irgendwie und irgendwann waren dann aber alle Koffer auf dem Dach. Wir kletterten hüftenschwingend zu der Combo in den Bus und los ging's. Doch nicht weit. An der nächsten Tienda wurde gestoppt, Rum und Cola an Bord geholt. Die Fahrt zum Hotel wurde spontan um eine kleine Stadtrundfahrt erweitert, der Bus tobte. Man entdeckte ganz neue Seiten vor allem an den ansonsten eher ruhigeren Gesellen…. Drei Strassen weiter musste Rum nachgekauft werden, einen Musiker verloren wir wegen Trunkenheit ganz - das war wohl nicht dessen erste Tour am heutigen Tag. Aber alles Schöne hat einmal ein Ende. Am Hotel gab es noch ein kleines Abschiedsständchen, und dann war Schluss.
Der Abend verlief dann entsprechend ruhig. Nur eine Handvoll raffte sich noch auf, nach Taganga zu fahren - das Fischerdorf von Santa Marta. Aber sie wurden nicht enttäuscht. Nach dem touristischen Rodadero fanden sie hier eine Idylle ohne Hochhäuser und ein Bier am Strand.
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Wandern und Schwitzen
Schon wieder früh raus. Und das bei der Nacht. Untergebracht waren wir wohl im Pendant zu einem Teenie-Hotel in Lloret de Mar. Aber so hat wenigstens keiner verschlafen. Gespannt, was wir wohl heute erleben dürften, gingen wir zum Frühstück. Auch nach einer halben Stunde gab es noch keinen ordentlichen Kaffee. Erste mürrische Gesichter. Also besser gleich los.
Stop 1: Startpunkt für die sportitive Gruppe. Von Adlern beschirmt kraxelten Stefan, Bernd, 2x Birgit und Jürgen über das Pueblito. Das Pueblito ist ein Dorf der Tayrona-Kultur, heute noch von einer Familie der Kogui bewohnt. Die Kogui sowie die Arawaks stellen so etwas wie die Nachfolger der Tayrona dar. Man sieht schon, auch auf dieser Tour gab es etwas Bildung, Einführung in die Indio-Kultur.
Stop 2: Startpunkt für die gemäßigtere Gruppe. Von wegen 1,5 h. Noch nach zwei Stunden trafen wir auf verschiedene Wegweiser mit "15 min", so im Abstand von je einer halben Stunde. Dazu führte ein Teil der Strecke am Strand entlang, sehr schön, aber halt in der prallen Sonne.
Letztendlich erreichten aber beide Gruppen wohlbehalten das Ziel El Cabo. Die so ungefähr zum vierten Mal versprochene Tierwelt hatten jedoch beide nicht angetroffen.
Die Anlage entpuppte sich als riesiger Camping-Platz mit Baccardi-Kulisse. Gebucht waren 4 Betten und 9 Hängematten. Rene befürchtete schon, die 4 Betten unter den Interessenten verlosen zu müssen, aber nicht mit uns! Gerade mal ein Bett ging weg. Flugs drei Hängematten an die nicht wirklich vertrauenswürdige Konstruktion aufgehängt - was wir zum Glück erst am nächsten Morgen feststellten - und das Abenteuer konnte beginnen. Doch vorher Abendessen und wieder ein bis zwei Cervezas.
Ein Gewitter zog auf. Und der Weg zu den Hängematten war weit und grundsätzlich dunkel. Da halfen die Blitze. Zum Glück kamen wir noch trocken rüber, und es zog rasch vorbei - hier seien die reisenden Engel wieder einmal erwähnt. Allgemeines Gekicher begleitete das Einschlafen. Leider waren die Toiletten wieder am anderen Ende, was dazu führte, dass ein namentlich nicht genannt werden möchtender Teilnehmer, Herr Stefan R., bei der nächtlichen Tour auf dem Rückweg entkräftet auf halber Strecke am Strand zusammensank und dort den Rest der Nacht verbrachte.
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Unter Palmen
Entgegen aller Prognosen haben die meisten dann doch gut geschlafen, wenn auch nicht sehr lange. Die Hoffnung auf einen atemberaubenden Sonnenaufgang trieb sie aus den Matten - leider trübten Wolken das Schauspiel. Nach dem Frühstück waren aber auch diese verschwunden, und das anstrengende Tagesprogramm begann: Abhängen in der Hängematte, am Strand rumliegen, ein paar ganz Eifrige machten einen kleinen Schnorchelausflug. Der war ein voller Erfolg: Bunte Fische, intakte Korallen, kurz gesagt, eine kleines, faszinierendes Unterwasserparadies.
Am frühen Nachmittag trübte es ein, und wir machten uns nach und nach auf den Weg zurück nach Santa Marta. Diesmal liefen alle die "einfache Route". Quasi mit Eintreffen des Busses setzte Regen ein, wir waren wieder einmal knapp davon gekommen.
Zurück am Hotel waren wir alle recht groggy. Selbst die Aussicht auf Techo konnte uns nicht mehr hochreissen, zumal es a) noch ungewiss und b) ein ganzes Stück entfernt gewesen wäre. So gab es nur noch ein ruhiges Abendessen, und schon war dieser Tag vorbei.
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Schlammschlacht
Der Tag begann mit einer Stadtrundfahrt durch Santa Marta. Diesmal ohne Combo und Rum (…). Santa Marta ist die älteste Stadt Südamerikas, hier landeten die Spanier, starteten ihre Eroberungszüge. Leider ist aus dieser Zeit so gut wie nichts erhalten, neben maximal einer Handvoll Häuser steht allein die Kathedrale noch - damit natürlich die älteste Kirche Südamerikas.
In der Kathedrale erfuhren wir dann von dem Tauziehen zwischen Kolumbien und Venezuela um die sterblichen Überreste Simon Bolivars und der damit verbundenen "verteilten Bestattung" in dieser Kathedrale. Danach ging es ins Goldmuseum.
Die Bezeichnung Goldmuseum ist etwas irreführend. Es gab zwar auch Goldfunde zu sehen, im Mittelpunkt steht aber das Leben der Tayrona. Einzelne Dinge werden von den heutigen Indio-Völkern noch so gelebt.
Und nun startete die erste Etappe unseres Weges nach Cartagena. Erstmals in einem öffentlichen Bus. Dieser erwies sich aber als viel geräumiger und komfortabler als alle anderen privaten Busse zuvor! Nichts von Hühnern zwischen den Sitzen. Kaum eingestiegen begann es zu schütten. Also erst einmal ein kleines Nickerchen gemacht.
Umsteigestop in Barranquilla, immer noch sintflutartiger Regen. Die Stimmung begann zu sinken. Missmutig steigen wir in den nächsten Bus, Etappenziel der Schlammvulkan Totumo. Kaum zu glauben, aber wahr, kurz davor hörte es auf zu regnen. Trotzdem liessen wir uns alle noch ziemlich hängen. Rene musste mit Engelszungen auf uns einreden, dass wir in den Vulkan kletterten. Und wir haben es nicht bereut. Ein Bad im Schlamm mit Massage, und ein paar Minuten später waren wir wieder die alten, hatten viel zu lachen. Zum krönendem Abschluss erschienen ein paar Frauen, die uns im benachbarten See wieder halbwegs sauber wuschen.
Die letzten 50 km bis Cartagena vergingen dann auch relativ schnell. Zimmer beziehen, ein feudales Abendessen und ein Absacker für die härtesten 4 Teilnehmer rundeten diesen Tag ab.
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Die Karibik-Hauptstadt
Kein Regen. Froh gelaunt versammelten wir uns um 8 im Foyer zur Frühstueckssuche - das Hotel bietet keines an. Schnell war eine landestypische Panderia gefunden, allerdings waren die beiden Mädels dort mit unserem Ansturm wohl etwas überfordert.
Zurück im Hotel wartete schon unser lokaler Guide. Stadtrundgang. Nachdem Santa Marta ja den Titel "älteste Stadt" in Anspruch nimmt, deklarierte er Cartagena kurzerhand zur wichtigsten Stadt. Wie auch immer, wir waren uns jedenfalls einig, dass die Altstadt Cartagenas das Entzückenste ist, was wir an Städten bisher gesehen haben: Enge Gassen, liebevoll restaurierte Häuser im Kolonialstil, blumenüberladene Balkone. Und angesichts der diversen Baustellen wird es in einem Jahr wohl noch schöner sein. Wenn es doch nur vielleicht nicht ganz so heiss gewesen wäre. So passten wir kurzentschlossen das Programm an. Von den zwei für den Nachmittag geplanten Besichtigungen ersetzten wir das Kloster durch Siesta, der Start zum Castillo de San Felipe wurde auf 4 Uhr festgesetzt.
Gnädigerweise waren ein paar Wolken am Himmel erschienen, so dass diese Tour nicht ganz so anstrengend wurde, obwohl es auf einem Hügel liegt. Oben angekommen wurden wir Zeugen einer bombastischen Hochzeitsvorbereitung. Obwohl einige recht lange ausharrten, erfolgte keine Einladung! Dafür ging es dann in die unterirdischen Gänge. Hier erfuhren wir etwas über "taktische Kriegsführung". Durch Besetzung der in regelmäßigen Abständen vorhandenen Nischen konnte kein noch so übernächtigter Feind durch die Gänge in das Kastell gelangen.
Das gewaltigste Schauspiel lieferte aber das Meer. So einen Seegang hat es hier schon lange nicht mehr gegeben. Die Wellen schlugen über die "Deiche", schleuderten neben Wassermassen Steine auf die Strasse, was die Kolumbianer aber nicht wirklich vom Autofahren abhielt.
Und damit war auch dieser Tag schon quasi wieder um. Erste Wehmut kam auf - nur noch ein Tag. Das Abendessen wurde ausgedehnt, ein paar mehr als sonst zogen noch weiter - Szenelokal auf der Festungsmauer -, keiner wollte so richtig ins Bett. Wie soll das nur morgen werden …
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Sturmflut
Den heutigen, letzten Tag konnten wir prinzipiell ganz nach unserem Gusto verbringen. Prinzipiell, da aufgrund des Seegangs alle Ausflüge nicht stattfanden. Hart für unsrer Strandliebhaber. Weder Islas del Rosario noch Playa Blanca, der schon einen legendären Ruf geniesst, waren erreichbar. So bummelten wir alle durch den Ort und bekamen den Beweis dafür, dass Cartagena so gross eigentlich nicht ist: An jeder zweiten Strassenecke traf man auf den ein oder anderen Tourteilnehmer. Trotzdem, irgendwie waren wir schon ein bisschen orientierungslos. Eine Gruppe landete auf der Suche nach den Bovedas (Einkaufszeile) immer wieder am Plaza Bolivar. Wahrscheinlich haben die Kolumbianer die Gassen zu Ehren ihres Nationalhelden extra so ausgerichtet.
Am Abend gab es dann das grosse Abschiedsessen. Aber so schnell wollte heute keiner nach Hause. Um 11 Uhr sassen wir immer noch im Restaurant. Zwischendurch machte der ein oder andere immer mal wieder einen Sprung auf den Plaza Domingo - hier war mächtig was los, die Kolumbianer begannen schon, das Wochenende einzuläuten. Die Hälfte zog noch weiter in die nächste "Disse". Unser etwas anderer Tanzstil sorgte wohl dafür, dass wir in dem proppevollen Laden doch etwas Raum gewannen….. Bei Morgengrauen gaben wir auf - die Zeit war einfach nicht anzuhalten.
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Abschied
Wir konnten es nicht glauben. Sollten die drei Wochen tatsächlich schon um sein ? Wir waren doch gerade erst angekommen.
Die hartnäckigste Deutschland-Verweigerin wurde am Morgen schlafend auf der Hotel-Terrasse angetroffen – ein grosser Teil der Gruppe hatte die letzte Nacht zum Tage gemacht. Doch es half alles nichts, selbst die symbolische Rückflug-Ticket-Verbrennung nicht, die Koffer mussten gepackt werden. Und dann verabschiedeten wir uns auch schon von Silke und Jürgen, sie hatten ein Anschlusswoche San Andres gebucht, die Glücklichen. Wir wünschen Euch tolle Tage dort und vor allem Dir, Silke, dass Du bald wieder ganz fit bist!
Wir anderen hatten noch etwas Zeit, erledigten letzte Besorgungen, aber dann ging es auch für uns los. Noch einigem Hin und Her hatte tatsächlich jeder eine Bordkarte zumindest bis Bogota, das Gepäck nach gründlicher manueller Durchsuchung bis Deutschland eingecheckt – wofür hatten wir eigentlich im Hotel so ordentlich gepackt ? Und dann verabschiedeten wir uns von Stefan, er bleibt noch ein paar Tage in Medellin, angeblich beruflich. Wir glauben eher, dass er noch etwas Erholung braucht, bevor er sich wieder an seinem Arbeitsplatz sehen lassen kann – unser „Küken“ war am Ende doch recht geschafft, hatte die Fähigkeit erlangt, an jedem Ort in jeder Stellung einzuschlafen.
Den Flug bis Bogota verschliefen die meisten. In Bogota sollten wir im Transit-Bereich bleiben, d.h. die Verabschiedung von Rene stand an. So schnell konnten wir uns gar nicht trennen - Rene hat durch sein ununterbrochenes Engagement, seine Motivationskraft, seine Hilfsbereitschaft und sein Wissen über das Land, das er uns in seinen Berichten und Erzählungen, in denen auch bei Benennnung der Schwächen und Probleme immer seine Liebe zu Kolumbien spürbar war, näher brachte, unsere Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht.
Und dann mussten wir doch aus dem Transit-Bereich raus, zum Glück! Denn so konnte uns Rene weiter mit dem Einchecken helfen. So ein Chaos hatte noch keiner von uns erlebt, und die meisten hatten schon reichlich Lateinamerika-Erfahrung. Während er für uns hin und her rannte, tauchte dreimal das Bomben-Kommando auf – seine Reisetasche erschien suspekt -, die liessen sich kaum von uns beruhigen. Nach gut einer Stunde hatte wir dann die richtigen Bordkarten, drückten Rene ein letztes Mal und hetzten zum Abflug. Nach Plan sollte der Flieger bereits in 10 min. in der Luft sein. Doch natürlich kam es anders. Nach einer „normalen halben Stunde Zeitüberziehung“ kam die Info, dass noch Lichter auf der Startbahn repariert/ausgetauscht werden müssten. Knapp 2 h später sassen wir dann endlich im Flieger, und irgendwann rollte er dann auch los. An der Startbahn angekommen, warteten wir wieder „etwas“, um dann wieder zurückzurollen - irgendwelche Probleme mit der Temperatur und dem Druck. Ein paar Männner schraubten eine ganze Weile an dem Flieger herum, leicht misstrauisch von uns beobachtet. Nächster Anlauf – wir hofften das Beste. Und kaum zu glauben, mit 3h Verspaetung ging es dann tatsaechlich los, und wir sind auch alle heil in Madrid gelandet. Nur der Frankfurt-Anschlussflug war natürlich schon weg. Die Umbuchung auf einen späteren Flug ging aber relativ reibungslos, nur mit der Konsequenz, dass wahrscheinlich Hannelore wieder eine Nacht im Nirwana verbringen durfte – sie musste noch einen ganze Strecke weiter mit der Bahn, und die fährt nachts nicht. Für die anderen Bahnfahrer dürfte es noch knapp gereicht haben. Ein letzter Abschied und dann war der Urlaub endgültig vorbei. Wir sind gespannt, ob doch irgendwer von uns „ins Holz gebissen“ hat.