Reisebericht

Hier können Sie sehen, was unsere Reisenden auf ihrer Reise erlebt haben.

06 Feb. 2005 • Frankfurt - Bogota

Beim Essen...
Das erste Gruppenfoto

Angekommen in Bogota

Ein halbe Stunde später als erwartet, um 16.35 Uhr, kam die Air France aus Paris an. Nach gut 45 Minuten kamen die ersten Teilnehmer raus. Rafael, Torsten und Ursula warteten schon mit Vorfreude.

Es dauerte dann schliesslich nochmals eine halbe Stunde, bis dann alle da waren. Zuerst haben wir das Gepäck im Bus verstaut und sind dann nochmals zurück in den Flughafen, um langsam und gemütlich Geld zu wechseln. Dann fuhren wir die Av. Eldorado in Richtung Berge, bis zu unserem gemütlichen kleinen Hostal, wo Marina schon auf uns wartete.

Jeder bezog sein Zimmer und danach trafen wir uns unten im "Wohnzimmer" zu einer ersten kleinen Besprechung. Es gab Bier, Cola und Säfte zur Erfrischung. Nach dem ersten Briefing, wo einige allgemeine Dinge besprochen wurden, gingen wir zu Fuss in ein typisches Restaurant, 5 Minuten vom Hotel entfernt.

Jeder aß ein typisches Gericht aus Kolumbien, dazu tranken wir einige frische Fruchtsäfte und schön kaltes Bier. Der aufgrund des stressigen Tages betrunkene Kellner brachte uns öfters zum Lachen.

Gegen 21.45 Uhr waren wir wieder im Hotel, glücklich und zufrieden endlich unseren wohlverdienten Schlaf antreten zu können.

07 Feb. 2005 • Bogota

Beim Besuch des unterstützten Projekts
Straßensnack

City Tour und Sozialprojekt

Heute hatten wir gewiß einen abwechslungsreichen Tag. Wir sind, wie es auch zu erwarten war, früh (gegen 5 Uhr) aufgewacht und waren dann auch schon pünktlich gegen 7 Uhr am Frühstückstisch, den uns Marina lecker mit Fruchtsaft, Kaffee, Tee oder Schokolode, Ei und Brot mit Marmelade gedeckt hatte.

Danach ging es ins Zentrum von Bogota, wo wir den Zentralplatz "Plaza Bolivar", einige koloniale Gebäude und Kirchen, sowie das beeindruckende "Botero Museum" kennenlernen konnten.

Vom Berg "Monserrate" aus, der ja auf fast 3.200 m Höhe liegt (wir haben ihn mit einer Zahnradbahn erreicht) hatten wir einen super Blick auf die ganze Stadt, einfach riesig, das Bogota.

Wieder runter ging es mit der Seilbahn, der Bus wartete schon und brachte uns in gut einer Stunde zur Strassenkinderorganisation "Fundacion Niños de los Andes", deren Hauptsitz eine gute Autostunde von Bogota entfernt bei Subachoque (auf gut 3.000 m Höhe) liegt. Der Empfang war beeindruckend. Die Kinder, alle von 5 bis 15 Jahren, haben uns begeistert empfangen und liessen eventuelle Ängste und Scheu gar nicht aufkommen.

Nach einem guten Mittagessen haben wir einen Rundgang in der Stiftung gemacht und haben so einen guten Einblick in die schwierige, aber gleichzeitig erfüllende Arbeit mit den Kinder bekommen.

Der Abschied nach drei Stunden und einem kleinen improvisierten Abschiedskonzert mit gesungenen Liedern fiel uns und den Kinder sichtlich schwer.

Gonzalo, unser Fahrer, brachte uns dann sicher durch den dichten Feierabendverkehr wieder zurück nach Bogota. Das Abendessen nahmen wir in einem der beliebtestens Restaurants im Norden der Stadt, im "Crepes & Wafles" ein. Gegen 21 Uhr waren wir dann wieder im Hotel und froh, nach diesem abwechslungsreichen Tag, ein wenig Ruhe im Bett zu finden.

08 Feb. 2005 • Bogota - Villa de Leyva

Kathedrale am Hauptplatz in Zipaquira
Gratwanderung auf dem "Paso del Angel"

Der Tag der Hauptstaedte

Nach einem gerührten Ei-Frühstück ging es los von der Landeshauptstadt Bogota über die Gemüsehauptstadt und der Salzhauptstadt in die Käsehaupstadt, die Wallfahrtshauptstadt und weiter über die Wursthauptstadt in die romantische Hauptstadt Villa de Leyva.

Wer von uns wusste vor der Reise schon was eine Salzkathedrale ist? (Burkhard wird etwas sentimental und reflektiert, dass es auch unmöglich sei sich sowas im Voraus vorzustellen: 180 Meter unter der Erde, blaues mystisches Licht, - eine Kathedrale, die Gefühlsmomente wie bei Raumschiff Enterprise, James Bond und StarGate hervorruft, und dabei gleichzeitig den Leidensweg Christi auf eine unnachahmliche Weise nahebringt - die gregorianischen Gesänge verstärkten diese Unwirklichkeit noch.

Zurückgekehrt in die Realität stürzen wir uns zuerst auf die weltlichen vegetarischen Genüsse wie Käse mit Membrillo, einer Art Fruchtgelee, anschliessend auf die fleischlichen Genüsse wie Blutwurst und Longaniza sowie gebratene Bananen und criollas (bei den korrekten Bezeichnungen wurden wir vom kolumbianischen Militär unterstützt)… lecker lecker lecker…

Anschliessend wurden wir in einem Dorf ausgesetzt, dessen einzige Daseinsberechtigung es zu sein scheint die ab jetzt (hoffentlich) regelmässig einfallenden viventuris mit Souvenirs zu versorgen.

Zum krönenden Abschluss empfing uns das "kolumbianische Rothenburg" mit einem Traum von Hotel - wir freuen uns auf einen letzten Drink und Buenas Noches.

09 Feb. 2005 • Bogota - Villa de Leyva

Bolivar Denkmal
Strassenstand

Ein fruchtbarer Tag

Unter kräftiger Mithilfe der Bauarbeiter fanden sich alle pünktlich zum leider einzigen Frühstück in Villa de Leyva ein und es begann der Tag des Leidens für alle Kaffeetrinker, besonders dann, wenn man auch Zucker dazu haben möchte….

Nach der Feststellung, dass Villa de Leyva bei Tage mindestens genauso schön ist wie bei Nacht und dem Bedauern, nicht länger bleiben zu können, ging es auf zu 2 Höhepunkten:

"El Infiernito" versetzte die Damen der Gruppe in regelrechte Begeisterung und verführte zu akrobatischen Höchstleistungen, während die Herren der Schöpfung eher kleinlaut zwischen den bis zu 4,85 m hohen Steinskulpturen herumirrten. Die Muiscas hatten hier Jahrhunderte vor der spanischen Eroberung beeindruckende Symbole der Fruchtbarkeit erstellt.

Die nächste Herausforderung trieb uns allen den Schweiss auf die Stirn: kilometerweit schlängelt sich ein Bergkamm zwischen zwei steilen Schluchten entlang, stellenweise nur einen halben Meter breit, daneben der Abgrund. Bezeichnenderweise "Paso del Angel" genannt. Den Angstschweiss konnte man sich dann nach kurzem Abstieg im Fluss abwaschen. Schade, dass nicht mehr Zeit blieb.

Der Rückweg nach Bogota und damit der Abschied von der Cordillera Oriental wurde noch kurz von einer Gedenkstätte aus dem Unabhängigkeitskampf unterbrochen, mit einem Denkmal aus Deutschland und einer nachgebauten Brücke.

Da es morgen ganz früh raus geht, gingen noch einige Tanzwütige bis halb 4 Uhr früh zum Salsatanzen. Mal gucken, wie sie morgen aussehen werden :-)

10 Feb. 2005 • Villa de Leyva - Medellin

Grab von Pablo Escobar
Vor Botero Figur in Medellin

Im Schatten von Escobar

Am frühen Morgen liefen die Wecker heiss, für Ralf, Andre und Ursula war es besonders hart aus den Betten zu kommen, aber dennoch schafften wir es gemeinsam pünktlich zum Flughafen, wo uns Torsten bereits erwartete…

Von Bogota war es nur ein kurzer Flug bis nach Medellin. Länger als die Flugzeit haben wir dann auf unseren Bus gewartet, der erst nach einer halben Stunde eintraf.

Als erstes fuhren wir zu unserem Hotel, die Teilnehmer mit viYoung/viActive-Erfahrung waren sichtlich überrascht in welchem Luxushotel wir heute abstiegen. Beschwert hat sich darüber aber keiner ;-).

Dann starte unsere City-Tour, Rafael bekam dabei Unterstützung von Juan und dem Agenturbesitzer. Juan auf spanisch, der Besitzer auf englisch und Rafael auf Deutsch versuchten uns die Stadt näher zu bringen, was bei dem Sprachensalat nicht so richtig klappte. Es wurde deutlich, dass Gringos in Medellin die absolute Seltenheit sind, so gaben sich die lokalen Guides sichtlich Mühe, hatten aber kein Gespür dafür, was einen Fernreisenden denn so interressieren könnte.

Die meisten Anlaufpunkte der Tour galten Pablo Escobar, der zum Erstaunen so mancher Teilnehmer in Medellin noch heute verehrt wird. Währnd man im Ausland ihn vor allem als Drogenbaron und Kartell-Chef kennengelernt hat, hat er in Medellin bei vielen den Status eines Robin Hoods, der den Reichen über die Drogen das Geld klaute und es an die Armen verteilte…

Die City-Tour endete bei den Botero Figuren im Zentrum Medellins, neben den Figuren wurden wir hier zur Hauptattraktion.

Danach machten viele mit der Stadtbesichtigung auf eigene Faust oder mit Juan weiter. Andere bevorzugten ein Nickerchen. Zum Abendessen in der nahegelegenen Zona Rosa waren so dann wieder alle fit…

Nach dem Essen hatten wir das Glück ein Ballonate Strassenkonzert erwischt zu haben. Die Kolumbianer sind zum Glück ein kontaktfreudiges Volk, so dass schnell Privatlehrer für die Tanzschritte gefunden wurden ;-)

Für einige wurde der Abend dann wieder länger und länger …

11 Feb. 2005 • Nuqui - Bogota

Pouzo mit Kokusnuss
Ankunft in Nuqui

Ankunft im Paradies

Start in eine neue Welt, über den alten, gemütlichen Stadtflughafen von Medellin geht es ab an den Pazifik, doch mit Hindernissen!

Überraschenderweise wird die Gewichtsbeschränkung des Gepäcks ernst genommen, inmitten des Gewühls am Flughafen muss ausgepackt werden, alles was überflüssig ist, kommt in Schliessfächer. Dann raus auf das Flugfeld und uns wird klar: in diesen Stoppelhopser hätte auch nicht mehr reingepasst!

Nach weniger als einer Stunde Flug Ankunft in einer anderen Welt, die Maschine dreht noch eine Schleife über dem herrlichen Pazifikstrand, dann Landung mitten in Afrika (wie es scheint…), drückende Schwüle, fast ausschliesslich Farbige, ein Ambiente wie man sich einen Dschungelflugplatz vorstellt. Es kam auch fast das ganze Gepäck an - na ja, bis auf die 2 Koffer, für die halt kein Platz mehr in der Maschine war…

Nach intensiver Kontrolle (jeder Ankömmling wird manuell in ein Buch eingetragen), geht es mit einer offenen 7m-Nusschale raus auf den Pazifik, bis wir eine Stunde später im Paradies ankommen: die Lodge "El Cantil", mit Traumstrand, tollen Hütten, wunderbaren Menschen, nur von tropischem Regenwald umgeben…

12 Feb. 2005 • Nuqui

Pouzo, Bukhard und Lili bei der Dschungelwanderung
Geburtstagsfeier von Marina

Feliz cumpleaños!

"Wie schoen dass Du geboren bist, wir haetten Dich sonst sehr vermisst…" - morgens feierten wir zuerst mal Marina zu ihrem Geburtstag.

Und dann ging es los in den wilden Urwald wo wir - begleitet von unseren Freunden den Soldaten und unserem lieben Pozo vom Hostal bergauf und -ab uns den Weg durch den Dschungel schlugen. Verschwitzt ergoetzen wir uns am Wasserfall und und spaeter ging es mit Schuhen an den Fuessen kniehoch durchs Wasser… nach erster Zurueckhaltung der neuen Wassersportart haben wir uns bald daran gewoehnt und marschierten happy durch Flusslaeufe und Matsch. Was die Tierbeobachtung anging so beschraenkte sich diese vor allem auf kleineres Getier wie Eidechsen, knallrote Froesche, und bunteste Schmetterlinge. Doch manche hatten auch Glueck und bekamen Tucane zu Gesicht.

Den Abend verbrachten wir wieder in vertrauter Runde spielend im Esspavillion unserer traumhaften Unterkunft.

13 Feb. 2005 • Nuqui

Pazifik-Paradies
Strandspaziergang

El Cantil - und das Gepäck kommt morgen

Unser zweiter Tag in El Cantil war wieder von Sonnenschein und megaleckeren Fischmahlzeiten begleitet.

Nach der morgendlichen Mahlzeit haben wir unsere Badesachen geschnappt und sind am Strand entlang ein paar Kilometer zum nächsten Nachbardörfchen gewandert. Hier, in die Mitte von Nirdendwo, wurden wir natürlich wieder von unseren Beschützern den Soldaten begleitet. Ziel des Ausfluges war die schwefelhaltige Thermalquelle und auch der Besuch des superidyllischen aber armen Dörfchens direkt am Strand.

Sichtlich genießend sind wir dann in das warme Nass eingetaucht, zur Abwechslung ging es dann in die seichten Gewässer des vorbeifliessenden Flusses. Krönung war dann sicherlich die spezielle "blaue Stein"- Maske, die wir uns sichtlich begeistert zur Gesichtsreinigung aufschmierten.

Diejenigen, die danach noch nicht genug Wasser für diesen Tag geschluckt hatten (sprich Andrè und Ralf) versuchten! sich anschliessend noch beim Surfing.

Tagesabschließend ging es, diesmal nachts! nochmals durchs Wasser und den Urwald um "leuchtende" Holzstäbchen zu bewundern. Dabei begleitet wurden wir von "leuchtenden Käfern" und Glühwürmchen.

Erschöpft fielen wir abends unter unsere Moskitonetze - bewusst der Tatsache, das wir morgen das Paradies El Cantil verlassen müssen.

14 Feb. 2005 • Nuqui - Pereira

Heike in der Kaffeezone
Blick auf unsere Unterkunft am Pazifik

Uns geht es gut!

Der heutige Tag wird ein purer Reisetag.

Ein schöner Abschluss unseres Urwald-Aufenthaltes war die relaxte Überfahrt mit dem Boot von El Cantil nach Nuqui – unterwegs wurden wir sogar von Delphinen verabschiedet.

Dem kolumbiansichen Rhythmus angepasst ging unsere Prompellermaschine natürlich einiges später als erwartet, so dass wir noch genüsslich unsere Mägen verwöhnen konnten. Doch dann ging es los … in ruhigem Flug erreichten wir Medellin, wurden dort auch von unserem lokalen Guide Carlos bereits erwartet und in mehrstündiger Fahrt ging es mit dem Bus nach Pereira, wo wir uns auf einer tollen Finca mit Swimming-Pool für zwei Tage einrichteten.

Totmüde fielen wir ins Bett - in Vorfreude auf den kommenden Tag!

15 Feb. 2005 • Medellin

Mondlandschaft am Nevado Ruiz
Gruppenfoto am Nevado Ruiz

Duenne Luft

Heute spaltete sich die Gruppe in 2 Ausflugsgruppen, nur unsere Marina musste das Bett hüten und wurde von den Gutsleuten rührend umsorgt.

Gruppe 1: Unter Raffaels Führung besichtigten wir das Dorf Salento und kauften so ziemlich alles ein, was es zum Thema Kaffee gibt, und die Vielfalt ist erstaunlich! Die Kalorien hierfür verbrannten wir auf den 240 Stufen zum Mirador *schnauf*. Von den herrlich zubereiteten Forellen anschliessend schweigen wir lieber :-).

Gruppe 2: Die Mehrheit von uns raffte sich schon früh auf heute den "Nevado del Ruiz" zu erklimmen. Abgesehen davon, dass wir von unserem tollen lokalen Guide Alex erfolgreich dazu gezwungen wurden uns im T-shirt bei offenen Fenstern im Bus sensationeller Kälte auszusetzen um uns so besser an die Kälte und die Höhe zu gewöhnen, abgesehen, dass uns nach und nach fast allen schwindlig wurde und wir bereits langsam anfingen zu keuchen, haben wir es doch sicherlich immens genossen. Landschaftlich bescherte uns dieser Tag einen Einblick in die Oberflächenstruktur des Mondes… so sah es auf der Höhe von 4.800 Meter aus bis wohin wir mit dem Bus fahren konnten. Die letzten 300 Meter haben wir dann zu Fuss erklommen - teilweise unter grossen Anstrengungen. Lediglich unser Ralf ist uns allen mal wieder vorneweg gespurtet. Doch der schnelle Abstieg hat den doch sehr mühsamen Aufstieg wieder wettgemacht.

Natürlich muss so ein Tag gebührend verabschiedet werden, und so sind manche später noch ins Städtchen Pereira gefahren und haben sich in einer überraschend netten Bar mit einem sagenhaften Blick über Pereira den Abend ausklingen lassen.

16 Feb. 2005 • Neiva - Pereira

Matthias schwebt über dem Kaffee...
Unterwegs auf der Kaffee-Finca

Café, Café, Café

Der heutige Tag stand voll im Zeichen des kolumbianischen Nationalgetränks - dem Kaffee.

Von unserer Bananenfinca aus ging es per Bus zu einer Kaffeefinca wo wir den Weg des Kaffeesamens von seiner Aussaat bis zur Ernte und Verarbeitung - sowohl in der industriellen als auch der handwerklichen Produktion - erfuhren und sogar selbst Hand an die Stauden legen durften.

Den ohnehin schon superinteressanten Besuch machte die abschliessende Seilbahnfahrt zu einem absoluten Ereignis… In 7 Teilstrecken ging es, an einen Klettergurt gepackt und nur an ein Drahtseil gehängt in 75 Meter Höhe über die Kaffeeplantagen hinweg…. - der einsetzende Regen konnte natürlich den harten Kern der Gruppe nicht abschrecken.

In der anschliessenden stundenlangen Fahrt nach Neiva konnten wir uns nur vorübergehend von dem aktionenreichen Tag erholen. Grund dafür war, dass die Serpentinenstrassen über die Cordilleren extrem stark von Lastwagen frequentiert wird und teilweise auf den engen Strassen dreispurig Laster und Busse fahren. Ahhhhh - es war klasse - und über Adrenalinmangel konnte bestimmt keiner klagen.

17 Feb. 2005 • Pereira

Zwischenstopp beim Markt
Ab in die Wüste...

Hoppe hoppe Reiter im Bus

Nach einer kurzen Nacht ging es heute schon wieder früh los. Auf wüsten Wegen in die Wüste zu den Schlangen, Spinnen und Mulis wurden wir mal wieder kräftig durchgeschüttelt - die beste Art und Weise unseren neuen Reiseleiter René kennen zu lernen.

Diese Tatacoa - Wüste erstreckt sich zwischen der Zentral- und Ostkordillere. Die beiden Kordilleren haben vom Meer einen See abgetrennt, dieser verdunstete und -wir haben die Tatacoa-Wüste. Durch Wind und Wassererosion entstanden unglaublich schöne und bizarre Erdformationen in rot und grau. Nicht nur die visuellen Sinne wurden befriedigt, sondern die Wüste bescherte uns auch köstliche Kakteenfrüchte - lecker lecker autsch.

Kurzer Rückblick über den Rest des Tagesverlaufs: Heiss wars und wir sind spielend nach San Agustin gefahren.

18 Feb. 2005 • Salento

Monika zu Pferd
Typische San Augustin Figur

Hoppe hoppe Reiter …

Unser heutiger Morgen stand ganz im Zeichen von Theorien über die Funde der Grabstätten der Bewohner der Region um San Agustin in der Zeit von 100 v.Chr. bis ca. 300 n.Chr. Nachdem wir genug von den möglichen Theorien aufgenommen hatten und so einige Gräber und Grabstätten besichtigt hatten, ging der aktivere Teil des Tages los.

Frohen Mutes schwangen wir uns auf unsere mehr oder weniger motivierten Pferdchen - was dem einen an Motivation fehlte, hatte manch anderer etwas überschüssig. Doch alle sind wir uns einig, dass uns unsere neuen vierbeinigen Freunde sicher und wohlbehalten an wunderschöne Plätze geführt und wir heute sicherlich Kolumbien auf verschiedenste Weisen "gefühlt" haben.

Am Abend hatten dann doch einige sichtlich Mühe, nach den Anstrengungen des Tages unserem Soziologen zu folgen, der uns - leider etwas sehr ausschweifend - grundlegende Information zu der Guerilla geben und unsere Neugierde zu diesem Thema befriedigen konnte.

Für André und Ursula ging der Abend noch mit einer Shamanen-Session weiter. Bis in die frühen Morgenstunden erfreuten sie sich an hübschen Geräuschen, Farben und Formen… und konnten sich vor Lachen nicht halten - nachdem sie dem dringenden Gefühl in ihren Mägen nachgegeben hatten…

19 Feb. 2005 • Rivera - Cartagena

Abends in der Altstadt Cartagenas
Eva, Sybille, Heike und Rene bei einer Rastpause.

Von Süd nach Nord

Heute stand mal wieder ein Reisetag an, vom tiefsten Süden (San Agustin im kolumbianischen Massiv) in den hohen Norden des Landes (Cartagena an der karibischen Küste).

Schweren Herzens mussten wir uns von San Agustin trennen, besonders vom unglaublich leckeren Käse unseres Reiseleiters, den er auf seiner Finca herstellt *seufz*. Die erste Etappe ging wieder ins drückend heiße Neiva, doch nur von dort kann man nach Bogota fliegen, von Direktflügen nach Cartagena ganz zu schweigen…

Bei angenehmen Temperaturen empfingen wir alles, was wir in den letzten Tagen vermisst hatten, zuerst unsere wieder genesene Marina, und dann noch etliche Gepäckstücke, die alle auf der Kaffeefinca vergessen wurden und freundlichwerweise per Post nach Bogota kamen. Leider nicht auch das Duschgel von Mathias und Burkhard, das wohl immer noch in Medellin gammelt. Dummerweise ist diese Errungenschaft der modernen Zivilisation in Kolumbien völlig unbekannt….

Über den weiteren Flug nach Cartagena schweigen wir lieber, wir kamen jedenfalls an. Eine heiße, steife Brise und die wilde Hilde empfingen uns, später erforschten die Viventuros noch das wilde Nachtleben der "Perle der Karibik"…

20 Feb. 2005 • Cartagena - San Agustin

Unser Hotel
Die Altstadt von Cartagena

Das Tor zu Südamerika

Mit Hilde ging es am frühen Morgen auf Erkundungstour. Wir starteten in der Altstadt, besuchten das Jesuitenkloster, den alten Sklavenmarkt und viele weitere schöne Kolonial-Juwelen. Wegen der Wichtigkeit der Stadt (Hilde: "Wer Cartagena hatte, der hatte Südamerika…") bauten die Spanier reichlich Festungsmauern und sogar ein Tunnelsystem.

Die Festung auf einer Anhöhe außerhalb der Stadtmauern besuchten wir genauso wie das Augustinerkloster, von dem aus wir eine tolle Sicht auf die Stadt genießen konnten.

In einem urtümlichen Fischrestaurant am Strand genossen wir Baumtomaten und Maracuja-Säfte und ließen es uns gut gehen. Im Anschluss lernten wir die neuen Stadtteile der Karibikstadt kennen.

Am Nachmittag war unsere City-Tour dann zu Ende. Einige machten sich dann direkt noch einmal auf in die Altstadt, andere genossen es ein kleines Nickerchen zu machen und den verlorenen Schlaf der Vornacht aufzuholen.

Zum Abend trennten sich dann weiter die Wege, einige machten ein Picknick im Park, andere suchten weiter nach Live-Salsa Musik in den Straßen von Cartagena.

Unser lokaler Guide Hilde lieferte reichlich Sprüche des Tages, hier ein Beispiel:
"Ihr seid die Botschafter für dieses Land, es hat so ein schlechtes Image im Ausland, zu Unrecht. In meinen 53 Jahren hier ist noch nie was passiert, ich bin noch nicht einmal vergewaltigt worden!" Daraufhin merkte Mathias an: "Hilde, das hört sich nun aber schon ein wenig verzweifelt an… "

21 Feb. 2005 • Cartagena - San Agustin

Moni., Claudi und Ursula beim Mittagssnack
Abends im Chiva-Bus

Karibik pur…

Früh ging es los, René mit 8 viventuris im Schlepptau (Daniela, Eva, beide Heikes, Sybille, Burkhard, Matthias und Ralf) bestiegen das Speedboot zur "Pirateninsel", einer der wunderschön vor der Küste gelegenen Islas Rosalias. Nach einer Stunde über das Meer donnern, tauchte eine Palmeninsel wie aus dem Bilderbuch vor uns auf. Inmitten von blaugrünem Wasser. Nach Flossenanprobe ging es wieder raus in die Inselwelt, abtauchen in die Welt knapp unter dem Wasserspiegel, zu Korallen (leider nicht so farbenprächtig, wie dies ein paar viventuris von anderen Ausflügen kennen, doch für die Neulinge ein ganz tolles Erlebnis), Seeschwämme, Seeigel, vielerlei Fische und vieles mee(h)r :-). Nun sind alle erprobte Schnorchler (mit mehr oder weniger Schwierigkeiten…).

Die restliche Zeit auf unserem kleinen Paradies verging irgendwie wie im Fluge (wer hat an der Uhr gedreht?), bald ging es wieder zurück, bei dem heftigen Seegang inklusive einiger Duschen (wart ihr vor dem Einsteigen nicht trocken, Heike und Sybille? :-)). Ach ja, Sonnenbrand war auch inklusive :-).

Nachdem gestern einige den Abend auf der herrlichen Stadtmauer verbracht haben, wird der morgige Abschied sehr schwer…

22 Feb. 2005 • Tayrona-Nationalpark - Taganga

Blick auf Tatanga
Ralf und Ursula am Saftstand

Zum verträumten Fischerdorf

Heute ging es mit einem öffentlichen Bus von Cartagena über Barranquilla nach Santa Marta. Da kein großes Interesse an Barranquilla bestand, entschlossen wir hier nicht zu stoppen und anstattdessen direkt nach Santa Marta durchzufahren.

Der Bus war erstaunlich gemütlich, so dass die meisten die Fahrt schlafend verbrachten. Zum Mittag kamen wir dann in Santa Marta an, wo uns Felipe vom Hostal und Andres - unser lokaler Guide - gleich empfingen.

Wir fuhren direkt zum Hotel, machten uns breit und genossen den Rest des Tages am Strand von Taganga…

23 Feb. 2005 • Tayrona-Nationalpark

Gruppenfoto beim Valderrama Denkmal
Unsere Mädels im Einheitslook

Im Schatten von Simon Bolivar

Heute starteten wir um mit unserem lokalen Guide Andres,um die Highlights von Santa Marta kennen zu lernen. Wir begannen in einem kolonialen Haus, das heute ein Museum ist. So erfuhren wir vieles über die lokalen Indianer, über den Tarona Nationalpark und konnten Goldstücke der alten Indianerkultur bestaunen.

Nach einem kurzem Stopp beim Valderrama Denkmal, der mit Carlos Vives zusammen die Bekanntheit der Stadt ist, fuhren wir weiter zur letzten Aufenthaltsstätte von Bolivar.

Zum Abschluss des Tages besuchten wir den modernen Vorort Rodadero, welcher in ganz Kolumbien wegen der tollen Strände bekannt ist. Hier konnten wir es gut aushalten, so dass ein paar Teilnehmer gleich bis in den Abend hinein hier verweilten.

24 Feb. 2005 • Santa Marta

Unterwegs im Dschungel
Angekommen am Meer :-)

Karibikzauber

Heute mussten wir sehr früh aufstehen, so dass wir für die Wanderung noch nicht den Tageshöchsttemperaturen ausgesetzt waren…

Nach einer Stunde Fahrt konnte es losgehen, durch eine traumhafte Landschaft stiegen wir bis zum Pueblito auf. Pueblito ist eine Ruine alter Indianer gewesen, ca. 800 Familien sollen hier gewohnt haben, 2-3 Familien leben heute wieder auf ihre traditionelle Weise. Hinter dem Pueblito ging es dann steil hinab Richtung Strände.

Unten warteten bereits Rene und Burkhard auf uns, die einen anderen Weg gegangen waren. Wir waren im Paradies angekommen, Karibik pur mit schattenspendenen Palmen, türkisfarbenem Meer und weißem Sandstrand. Klar, dass wir erst einmal ins Meer stürmten…

Später ging es eine gute halbe Stunde weiter nordwärts zu einem anderen Strandabschnitt, hier haben wir dann auch später übernachtet. Den Nachmittag hat jeder relaxt und ist baden gegangen.

Ursula und Ralf haben die Nacht sogar in Hängematten verbracht.

25 Feb. 2005 • Cartagena - Santa Marta

Traumstrände in Tayrona
Mit dem Pferd durch Tayrona

Entspannen im Paradies

Zum Abschluss der Reise ließen wir es auch heute locker angehen. Wir hatten bis zum Nachmittag Zeit den Strand zu genießen und Sonne für Deutschland aufzutanken.

Am Nachmittag trafen wir uns dann alle wieder um zurück in die Zivilisation aufzubrechen. Per Pferd oder zu Fuß ging es knöchel- und knietief bergauf und -ab durch Schlamm… unsere letzte Stunde im Dschungel. Auf dem Rückweg bis zum Bus war unser Hund, die liebe Hilde, ständiger Begleiter und wich nicht mehr von Matthias' Seite.

Angekommen im Hostal in Taganga waren wir dann wieder mit Marina und Lili vereinigt, die die Zeit im Fischerdorf verbacht hatten. Gemeinsam ging es dann auf nach Santa Marta zum Abschieds-Abendessen. Und das war ein Essen! Für Fisch- und Shrimpsfreunde ein wahres Paradies! Wie schnell doch drei Wochen vorbei sein können :-(

Der Abend endete aber natürlich nicht im Restaurant, sondern in "der Garage", einer Bar und Disco in Taganga, wo bis in die frühen Morgenstunden gefeiert wurde…

26 Feb. 2005 • Frankfurt - Cartagena

Unsere geliebte Hilde...
Letztes Gruppenfoto in Bogota

Der letzte Tag

Mehr oder weniger fit erschienen heute alle zu unserem letztes Frühstück in Taganga, dann ging es auch schon gleich los zum Flughafen nach Santa Marta. In Bogota angekommen konnten wir nach einer kolumbianischen Verzögerung gleich unser Gepäck für den Transatlantikflug einchecken, so dass wir die letzten Stunden bis zum Abflug gepäckfrei in Bogota genießen konnten.

Heute ist das Goldmuseum geöffnet, und wir erhalten noch einen letzten strahlenden Eindruck von den verschiedenen Kulturen in Kolumbien. Die Zeit reicht gerade noch für ein letztes kurzes Shopping und schon geht es los zurück zum Flughafen, wo sich unsere Freunde verabschieden. Für manche ist der Urlaub jedoch noch nicht ganz vorbei - Claudi, Moni und Matti freuen sich noch auf ein paar Strandtage auf der Insel San Andrés.

Das Beste an diesem Abschied: er wird nicht lange dauern, denn die Meisten von uns werden sich in ca. 4 Wochen in Berlin treffen ;-)