Reisebericht

Hier können Sie sehen, was unsere Reisenden auf ihrer Reise erlebt haben.

29 Dez. 2005 • Frankfurt

**Start der viventura-Tour**
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Start der viventura-Tour

Wir trafen uns alle am Flughafen in Frankfurt und lernten uns schon einmal kennen. Insgesamt sind wir 14 Leute, aber eine Person ist schon in Chile, die andere fehlt noch. Um 19.40 Uhr sollte der Flieger eigentlich abheben, doch wir konnten wegen technischer Probleme erst eine Stunde später starten. Die drei Stunden nach Madrid gingen schnell vorbei.

Nach einer Stunde Aufenthalt ging es weiter nach Südamerika. Der Flug war am Anfang recht unruhig, doch der Pilot behielt die Ruhe und hielt es auch nicht für nötig, eine Durchsage zu machen. Nach 13 Stunden landeten wir sicher und total fertig in Santiago de Chile. Alle waren froh, nach dieser Tortur ohne Schlaf im recht engen Flugzeug endlich heil angekommen zu sein.

30 Dez. 2005 • Santiago de Chile

**Der erste Tag**  
  
Die Tem
Da sind wir alle..jetzt kann es losgehen!

Der erste Tag

Die Temperatur war im Gegensatz zum kalten Deutschland jedoch sehr angenehm und stieg in kurzer Zeit auf 30 Grad Celsius. Unser Reiseguide Melanie empfing uns freundlich am Flughafen. Mit einem kleinen Bus fuhren wir ins Zentrum der Stadt. Santiago liegt in einem Talkessel und ist umgeben von den Anden.

Zuerst machten wir eine Stadtbesichtigung. Wir sahen uns unter anderem das Regierungsgebäude, den Plaza de Armas mit dem riesigen Weihnachtsbaum an, der zu diesen Temperaturen nicht recht passen wolltet. Anschließend stärkten wir uns in der Fischhalle mit frischem Fisch und lecker Bierchen. Zur Begrüßung gab es das Nationalgetränk Pisco, eine Mischung aus Schnaps, Limettensaft, Eischaum und Zucker mit einem Spritzer Angostura. Sehr lecker!

Danach wurden wir abgeholt und fuhren in den nahegelegenen Erholungspark der Chilenen, wobei wir an den verschiedenen Stadtvierteln der Mittelschicht und ärmeren Bevölkerung vorbei fuhren. Vom Park, der unter anderem ein Schwimmbad, ein Zoo und andere Attraktivitäten enthält, hatte man eine tolle Aussicht auf die Stadt.

Mit der Sesselbahn ging es auf die Spitze des Berges, wo eine riesige Marienfigur steht, die heilig ist und eine Art Wallfahrtsort darstellt. Auf der anderen Seite fuhren wir mit der Seilbahn wieder ins Tal. Danach ging es zurück zum Flughafen, wo wir auf unseren Anschlussflug nach Lima warteten.

In Lima empfing uns um 22.15 Uhr Christian, unser Reiseleiter für die Tour. Nachdem unser Gepäck im Bus verstaut war, tauchte auch die letzte Teilnehmerin auf und wir waren komplett. Nachts checkten wir dann im Hotel in Limas Zentrum ein. Über das schöne Hotel waren alle überrascht und wir freuten uns über eine heiße Dusche und die guten Betten.

31 Dez. 2005 • Pisco - Lima

**Jahreswechsel**  
  
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Jahreswechsel

Am nächsten Morgen hieß es schon früh aufstehen. Mit dicken Augen starteten wir mit einer Reiseführerin unsere Stadtführung durch die wunderschöne Stadt Lima. Viele fanden Lima ist ein Moloch, wir jedoch fanden den morbiden Charme der Stadt gerade interessant. Auch die Menschen begegneten uns mit viel Wärme.

Wir sahen alte historische Häuser, überquerten den Plaza de Armas (den jede Stadt hat, denn gut übersetzt bedeutet das nur Hauptplatz) und besuchten das Kloster mit einer gut erhaltenen alten Bibliothek und gut sortierten Katakomben (so sagte es unsere Reiseführerin!).

Anschließend fuhren wir hinaus aus Lima und passierten den Gürtel der Stadt mit den Armen- und Elendsvierteln. An einer Bushaltestelle erhielten wir von Einheimischen unser heutiges Mittagessen, das wir an einem Strand verzehrten. Nach dem leckeren Essen schmissen sich Björn und Heiko in die Pazifik-Fluten, während es andere gemütlich im Sand angehen ließen. Danach bildeten die Sportskanonen eine Volleyballgruppe.

Wir fuhren die Strecke nach Pisco, wo wir in einem besonders tollem Hotel mit Innenhof logierten. Auch hier gab es einen Pisco und wir erfuhren, was der nächste Tag bringen sollte, vor allem trotz Silvester und frühem Aufstehen um 6 Uhr!

Sehr schnell ging es zum Essen in die Stadt. Dort bestellte jeder, was er mochte, und jeder war mit Heißhunger bei der Sache. Weil die Zeit dann schon wieder drängte, tummelten wir uns Richtung Hauptplatz. Christians Sekt schmeckte uns schon vor 24:00 Uhr sehr gut und die Stimmung stieg. Ennio hatte um halb 12 aber schon genug und ging zu Bett. Der harte Kern aber stieß um 24:00 Uhr mit knallenden Korken und mit peruanischem Küsschen aufs neue Jahr an.

Alle kamen dann noch mit in eine Disco, die sich jedoch als Kindergartendisco entpuppte. Wir ließen uns nicht schocken und schwangen das Tanzbein. Dann fielen auch wir ins Bett.

01 Jan. 2006 • Pisco - Ica

Auf zu den Ballestas..
Viel Wüste an der Küste von Peru!

Auf Wellen und Dünen

Um sechs Uhr klingelte der verdammte Wecker und mit einem kleinen Kater waren wir schon wieder startklar. Wir fuhren mit dem Boot zu den Ballestas Inseln, wo wir Seelöwen, Pinguine, Tausende von Vögeln, Kormorane und viele andere Tiere sahen. Manchen war es auf dem Wasser nicht ganz so wohl, und wir waren froh, wieder an Land zu sein. Die Fahrt ging weiter mit dem Bus durch die Wüste, doch das zu besichtigende Museum hatte am Neujahrstag geschlossen.

Wir machten einen Stopp an einem wunderschönen Strandabschnitt, dem Playa Catedral. Dort gab es tolle Felsformationen und eine Höhle, in die wir kletterten. Das anschließende Mittagessen fand in einem typischen Fischrestaurant statt, in dem wir die peruanische Vorspeise Cebiche probieren: rohe Fischstücke in Limettensaft – sehr lecker wenn frisch!

Nach weiteren drei Stunden erreichten wir eine Oase aus 1001 Nacht, wo unser Hotel sehr idyllisch lag. Aber für Besinnlichkeit war keine Zeit, weil es schon wieder weiterging zum Sandboarding. Mit speziellen Jeeps fuhren wir mit einem Affenzahn durch die saharaähnlichen Sanddünen hinauf zu einem Sandkamm. Achterbahnähnliche Fahrmanöver waren keine Seltenheit. Mit Boards ging es entweder stehend, auf dem Bauch oder im Sitzen die Sanddüne hinunter. Mancher kriegte den Hals nicht voll – mit Sand! Es machte einen Riesenspaß.

02 Jan. 2006 • Nazca - Ica

**Entlang der Panamericana**
Kamera, Kotztüte und ab in die Lüfte

Entlang der Panamericana

Auf der Panamericana bewegten wir uns an einem super heißen Tag weiter und erreichten eine Pisco-Distillerie, wo wir alles über die Herstellung des Nationalgetränkes erfuhren. Auch das Probieren anschließend kam nicht zu kurz. Leicht angeheitert traten wir hinaus in die Hitze und fuhren weiter nach Nazca, zum Maria-Reiche-Museum.

Anschließend ging es weiter zum Flughafen, wo wir uns alle der Reihe in die Luft schwangen, denn diese mystischen Linien sieht man nur aus der Vogelperspektive. Denn keiner weiß bis heute, wie diese LInien entstanden sind und was sie bedeuten.

Nach diesem Flugabenteuer rebellierte jedoch bei einigen der Magen und manche sahen sehr blass um die Nase herum aus. Christian informierte uns auf der Fahrt durch die Berge ausführlich über das Leben und seine Erfahrungen in Peru und vor allem über Lima, wo er aufgewachsen ist.

Am Abend erreichten wir das Hotel in Nazca, wo es kein Wasser gab, dafür aber Fleisch, in einem Erdloch gegarrt – eine hiesige Spezialität.

03 Jan. 2006 • Corire - Nazca

**Mumien und Meer**  
  
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Beim Chauchilla Friedhof

Mumien und Meer

An diesem Morgen fehlten beim Frühstück einige Personen. Was war passiert? Einige hatten sich das mysteriöse Essen (Pachamanca) des Vorabends in der Nacht nochmals durch den Kopf gehen lassen, andere kamen nicht mehr vom Pott - die schlimmsten Fälle mussten mit beidem klarkommen.

Erschwerend schlug uns die Hitze dieses Morgens sowie die Besichtigung der vielen Mumiengräber auf den Magen. Die Grabräuber hatten nämlich den meisten Mumien die Köpfe abgeschlagen, um an die Kleidungsstücke oder andere wertvolle Gegenstände zu kommen. Dennoch gab es ein paar sehr gut erhaltene Exemplare, einige davon mit komplettem Haarschopf und Gebiss. Die Nazca standen wohl auf Mumien.

Auf dem Weg entlang der Panamerica gab es Abschnitte, die komplett mit Sand verweht sind. Wir machten Halt an einem wilden breiten Strand, wo wir noch mehr mumifiziertes fanden: diesmal einen Seelöwen - auch mit Gebiss!

Nach einer kurzen Fahrt kamen wir in eine traumhafte Bucht, wo wir unser Picknick einnahmen. Zuvor jedoch und wegen der großen Hitze stürzten wir uns in die Pazifik-Fluten, welche durch den Humboldt-Strom vom Süden her sehr sehr kalt sind! Deshalb hielt sich auch niemand allzulange im Wasser auf.

Leider folgte nun noch eine weitere sechsstündige Fahrt, die einigen die letzte Kraft kostete. Manche wurden an einem Lokal zum Flussshrimps-Essen abgesetzt, andere begaben sich direkt in die Falle.

04 Jan. 2006 • Corire - Cabanaconde

**Große und kleine Fußabdrücke
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Große und kleine Fußabdrücke

Früh ging es schon wieder weiter und einige hatten noch mit Durchfall, Fieber und sonstigen Plagen zu kämpfen. Doch wir waren hart im Nehmen und gespannt auf den Tag.

Zuallererst hieß es zurück zur Jurazeit. Hinter einigen Bretterbuden oder Slums stiegen wir mit Stöcken einen Geröllberg hinauf, das hieß zwei Schritte vor und drei zurück. An der ersten Kuppe angekommen, fragten sich Sandra und Ramona wie weit es denn noch sei. Leider hatten wir erst ein Drittel des Weges zurück gelegt. Wir erklammen gigantische Höhen mit einem tollen Panorama auf Reisfelder und Bergmassive. Oben angekommen, sahen wir tatsächlich einige sehr gut erhaltene Spuren eines Dinosaurus Rex.

Nach diesem anstrengenden Erlebnis ging es weiter zu den berühmten Petroglyphen von Toro Muerto, bei denen sich jedoch das Interesse einiger Teilnehmer in Grenzen hielt. Entlang des schönen Flusses Majes führte unsere Fahrt in den Colca Canyon, welcher zu den tiefsten Canyons der Welt zählt. Mitten in der Pampa machten wir ein Picknick.

Noch ein Stückchen fuhren wir auf der geplanten Route, doch aufgrund eines Erdrutsches bei Huambo mussten wir einen anderen Weg nehmen. Somit erreichten wir Chivay schon einen Tag früher als geplant und einige badeten sich noch in den heißen Quellen.

Das Abendessen in einem typischen Lokal des schönen Ortes wurde begleitet von traditioneller peruanischer Musik - ganz wie in Deutschlands Fußgängerzonen. Es wurden auch Tänze aufgeführt. Einige von uns wurden zum Tanzen aufgefordert und Sandra macht den Spaß auch gerne mit.

05 Jan. 2006 • Arequipa - Cabanaconde

**Inkamärkte und Mountainbike-
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Inkamärkte und Mountainbike-Schnuppertour

Am Morgen fuhren wir mit unserer örtlichen Reiseleiterin Viviana hinauf zum Cruz del Condor, um dort den König der Anden beim Flug beobachten zu können. Leider machte der dicke Nebel uns einen Strich durch die Rechnung. Zur Abwechslung gab es dort oben auch einen kleinen Inka-Markt, wo sich viele mit schönen Stoffen, Mützen und anderen Andenken eindeckten.

Anschließend ging es zum Treffpunkt der Mountainbike-Schnuppertour. Fast alle, die wieder einigermaßen fit waren, schwangen sich auf den Sattel und traten in die Pedale bzw. rauschten mit einem Affenzahn die Hänge hinunter. Ein Riesenspaß!

Nach dieser Action ging es nochmals zurück nach Chivay zum Mittagessen, wo wir ein tolles Buffet mit Alpaca und anderen Spezialiäten vorfanden. Danach besuchten wir noch den Inka-Markt, um noch mehr einzukaufen.

Am späten Nachmittag fuhren wir Richtung Arequipa und erreichten die zweitgrößte Stadt Perus gegen Abend im Dauerregen. Anscheinend scheint aber hier sonst immer die Sonne.

Auch diesmal nächtigten wir in einem wunderschönen Hotel etwas außerhalb des Zentrums. Vor allem konnten wir morgen endlich einmal ausschlafen! Wir bestellten Pizza ins Hotel und machten einen richtig faulen Abend.

06 Jan. 2006 • Arequipa

**Ein erholsamer Tag in Arequi
Unser nettes Hotel in Arequipa

Ein erholsamer Tag in Arequipa

Nachdem wir einmal schön ausgeschlafen hatten, trafen wir uns mit Christian 2, einem Praktikanten aus dem hiesigen viventura-Büro, um einige soziale Projekte zu besuchen. Zuerst fuhren wir in ein Waisen-Behinderten-Wohnheim für Kinder. Hier werden Kinder von Nonnen gepflegt und beherbergt, deren Familien sie nicht mehr wollten oder vernachlässigt haben. Der Empfang war sehr herzlich, und wir wurden mit einem schönen Lied verabschiedet. Dafür revanchieren wir uns mit "Hänschen klein…" und als Zugabe trällern wir "Alle meine Entchen". Den Kindern schien es zu gefallen. Eines der Mädchen glaubte in Dirk den Weihnachtsmann zu erkennen, und fasste ihm beherzt an den Bart und den dicken Bauch.

Danach besuchten wir im Armenviertel Arequipas einen Kindergarten und anschließend noch eine medizinische Station, wo es sowohl einen Kindergarten als auch eine Küche für alte Menschen gibt, die mit Essen versorgt werden.

Im Anschluss wurden wir zum viventura-Büro gefahren, wo wir bei einem leckeren Mittagessen die Mitarbeiter des Büros kennen lernten.

Gestärkt fuhren wir mit einer Taxikolonne aus winzigen, gelben Kleinwagen in die Stadt und besichtigten zuerst das Kloster Santa Catalina, das für seine Architketur und den weißen Tuffstein bekannt ist. Denn Arequipa wird in der Quechua-Sprache auch als weiße Stadt bezeichnet, wegen des vielen Vulkangesteins, das zum Bau der Gebäude verwendet worden ist.

Nun trafen wir wieder unsere Reiseführerin Viviana, mit der wir eine Stadtbesichtigung unternahmen. Die restliche Zeit war zur freien Verfügung, und einige nutzen die Zeit nochmals mit Viviana zum Einkauf schöner Andenken. Nach dieser Aktion tut ein guter Kaffee Not, fand Frank. Gerne schlossen wir uns an. Auf dem Plaza de Armas trafen wir uns mit der ganzen Gruppe wieder und verabschiedeten uns von Viviana.

Mit Christian 1, unserem Tour-Guide, gingen wir in eines der besten Restaurants der Stadt, das Zig Zag, das für seine Fleischspezialitäten auf heißem Stein bekannt ist.

07 Jan. 2006 • Cuzco - Arequipa

**Die Inka-Hauptstadt**  
  
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Plaza de armas in Cuzco

Die Inka-Hauptstadt

An diesem wunderschönen Tag konnten alle noch einmal ausschlafen. Unser Flug nach Cuzco ging erst um 13 Uhr. Um 11 Uhr verließen wir das wunderschöne Hotel in Arequipa und fuhren zum Flughafen.

Nach einem sehr turbulenten einstündigen Flug über die Anden landeten wir sicher und erleichtert in Cuzco. Vom Flughafen ging es direkt ins Hotel, wo wir schnell unsere Sachen auf die Zimmer brachten und gleich zur Stadtführung starteten. Juan Carlos, unser örtlicher Reiseführer, zeigte uns zuerst die Inkastätte Saqsayhuaman (Sexy Woman :-) - wo wir die akkurat aufeinander angepassten Riesensteine bewunderten, die die Inkas mit Seilen und Muskelkraft zu einer Mauer aufgebaut hatten - ein wundervoller Platz.

Anschließend fuhren wir zum Plaza de Armas, um die Kathedrale zu besichtigen, in der zig Tonnen pures Gold verarbeitet wurden. Es gibt dort sogar einen schwarzen (!) Jesus, der angeblich durch Kerzenruß so dunkel geworden ist.

Danach wurden wir im Hotel über die Optionen des nächsten Tages informiert, welcher zur freien Verfügung steht.

Am Abend gingen wir alle zusammen essen, doch diesmal war es nicht so gut, vor allem nachdem wir in Arequipa vom ZigZag verwöhnt worden sind. Allerdings ist erwähnenswert, dass Björn und Marion sich an Cuy (Meerschweinchen) herangetraut haben. Doch jeder war der Meinung, dass man dieses zähe kleine Ding nicht unbedingt probieren muss.

08 Jan. 2006 • Cuzco - Cusco

Hoch zu Ross am Nabel der Welt
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Die Bilderbuchstadt

Nach dem besten Frühstück der Tour (Pfannkuchen, Müsli, Joghurt, usw.) teilte sich die Gruppe zu verschiedenen Aktivitäten auf. Ein Teil machte einen Ausritt ins Umland, wobei wir durch Eukalyptuswälder, Wiesen und Felder ritten, und vor allem die Natur genossen. Wir hatten einen fantastischen Ausblick auf Cuzco und die umliegenden Anden und stellten wieder einmal fest, wie schön und vielseitig Peru doch ist. Günter war der Vorreiter und ritt ganz fantastisch ohne Sattel! Die anderen lahmten mehr oder weniger hinterher, nur Christian machte auch auf wilden Mann! Außerdem sahen wir uns noch eine Ruine an und beendeten die Tour mit etwas wunden Hintern.

Der andere Teil der Gruppe ging shoppen oder einfach in der Stadt bummeln. Cuzco ist wirklich eine Stadt wie aus dem Bilderbuch. Der Plaza de Armas ist umsäumt von Sträßchen und Gassen, in der Mitte ist er schön bepflanzt mit Blumen und Eukalyptusbäumen. Es gibt viele nette Cafes, und man kann einfach mal entspannen.

Am Nachmittag kamen auch die Reiter in die Stadt, und machten auch noch einige Einkäufe… Silberschmuck, Stoffe, Ponchos für sich selbst, Freunde und Freundinnen, Fruchtbarkeitssymbole oder antike Inka-Wurfsterne… Wie sollen wir das nur alles tragen?

Heute Abend gingen wir alle recht früh schlafen, denn morgen starten wir schon um 6 Uhr zum Inkatrail und Macchu Picchu.

09 Jan. 2006 • Cuzco

**Ab km 104 auf dem Inka-Trail
Auf dem Inkatrail

Ab km 104 auf dem Inka-Trail

Zu einer ungewöhlich frühen Zeit, nämlich schon um 4.30 Uhr, wurden wir geweckt und fuhren mit dem Bus zum örtlichen Bahnhof. Dort treffen wir unseren neuen Reiseleiter Ernesto. Mit dem Touristenzug fuhren wir in vier Stunden ins Andenhochland, um den Inkatrail zu begehen. Der Zug verfügte über ein sagenhaftes Klo, von wo man einen tollen Blick aus dem offenen Fenster hat. Im Zickzack erklamm der Zug die Höhen der Anden und tuckert vorbei an grandioser Landschaft, Feldern und Flüssen. Wir sahen den ersten Bergurwald. Mitten in der Pampa hielt der Zug und bei km 104 starteten wir die letzte Etappe des Inkatrails.

Schon die erste Etappe brachte uns mächtig ins Schwitzen, denn die Temperaturen hier waren tropisch. Leider mussten Dirk und Marion schon nach ca. zehn Minuten aufgeben und fuhren mit dem Zug zum Macchu Picchu.

Wir anderen setzten den Weg fort. Auch Ramona kam ins Schnaufen, aber Björn erklärt sich bereit, als persönlicher Scherpa einzuspringen. Außer den ganz Fitten hatten alle mit dem anstrengenden Aufstieg zu kämpfen. Nach ca. einer Stunde erreichten wir den ersten Aussichtspunkt, wobei wir einen tollen Ausblick ins Tal und die umliegende Landschaft genossen. Wir waren überwältigt von der vielfältigen und schönen Flora und Fauna. Ernesto informierte uns über verschiedene Orchideen und andere endemische Pflanzen, wie z. B. die Blume Macchu Picchus, deren Name übersetzt soviel bedeutet wie "Du wirst weinen".

Nach einem weiteren sehr anstrengenden zweistündigen Marsch über kleine und große Granittreppen und Urwaldpfade erreichten wir zur Mittagszeit unser Halbetappenziel, eine Hütte zur Erholung und Verköstigung.

Gestärkt ging es nach einer halben Stunde weiter und wir hatten weitere 2,5 Stunden Weg vor uns. Dabei war der letzte Teil doch noch einmal sehr anstrengend und die ersten von uns verspürten auch Schmerzen im Knie. Endlich erreichten wir das Sonnentor - den Eingang zum Machu Picchu. Von hier aus hatten wir den ersten tollen Blick auf die heilige und mystische Stätte der Inka, die uns sofort faszinierte.

Auf dem Weg hinunter zum Machu Picchu kamen wir an einer Inka-Opferstätte vorbei und hatten hier ein besonderes Erlebnis: zwei junge Kondore schwebten über unseren Köpfen hinweg - welch ein seltener und schöner Anblick!

Wir nährten uns Machu Picchu und der Ausblick wurde immer gewaltiger. Keiner konnte sich der besonderen Magie dieses Ortes entziehen. Zu dieser Tageszeit hatten wir außerdem das Glück, dass kaum noch Touristen da waren. Der Machu Picchu lag völlig wolkenlos vor uns. Wir schossen viele schöne Fotos, da man ja nie wissen kann, wie das Wetter hier am nächsten Tag mitspielt.

Mit dem Bus fuhren wir ins Tal wobei uns ein kleiner Junge begleitet, der nur mit Sandalen immer ein Stück schneller war als wir, indem er querfeldein durch den Urwald rannte. Zum Schluss stieg er zu und war nicht einmal ausser Puste. Er verabschiedete sich von uns mit seltsamen Lauten und Winken und bekam für seine Leistung von jedem einen kleinen Obulus.

Am Hotel in Aquacalientes angekommen, begab sich ein kleiner Teil der Gruppe noch zu den hiesigen warmen Quellen, um ein Entspannungsbad zu nehmen. Der andere Teil erholte sich auf den Zimmern. Gegen 20 Uhr trafen wir uns alle zum Abendessen.

10 Jan. 2006 • Aguas Calientes - Machu Picchu

**Das Inka-Heiligtum**  
  
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Stolz vor dem Machu Picchu

Das Inka-Heiligtum

Am Morgen ging es leider schon wieder sehr früh los, aber schließlich wollten wir ja vor dem Massenansturm der Touristen dort sein. Im Schnitt besuchen nämlich ca. 2.000 Touris jeden Tag Machu Picchu. Ernesto führte uns durch dieses Heiligtum der Inka, das vor ca. 600 Jahren entstand. Der westlichen Welt blieb es jedoch die letzten 400 Jahre lang verborgen, bis es ein Engländer 1911 wieder entdeckte. In Machu Picchu lebten ca. 80 Jahre lang die Inka-Adligen mit ihren Untergebenen, und schufen mitten im Urwald mit bewundernswerter Motivation und Ausdauer eine kulturelle Wohnstätte, die wohl einmalig ist auf der Welt. An einigen Gebäuden, z. B. am Sonnentempel, bauten sie allein 50 Jahre! Die Inka waren sehr klein, ca. 1.50 m, und hatten eine Lebenserwartung von ca. 40 Jahren. Deshalb wurden sie schon mit 15 verheiratet und hatten für Nachfahren zu sorgen.

Ernesto erklärte uns die verschiedenen Stationen der Anlage, z. B. die astronomisch ausgerichtete Sonnenuhr, die anhand des Lichteinfalls der Sonne und des Schattenwurfs des Steins die Jahreszeit genau bestimmen konnten. Durch diese Gewissheit konnten sie optimal die Felder bestellen und ihr Leben danach richten. Was uns besonders faszinierte war ein großer Stein, der genau die Silhouetten der dahinter liegenden Andenkette wiederspiegelt. Dieser Stein hat die Mystik und Kraft der Berge in die Inkastadt geholt. Angeblich soll er auch positive Energie aussenden, wenn man ihn drei Minuten berührte. Mit der linken Hand spendet er ewige Jugend, also bei den Frauen glatte Haut bis ins hohe Alter, bei den Männern keine Glatze. Mit der rechten Hand berührt soll man angeblich sehr fruchtbar werden oder viele Enkel erhalten. Einige von uns berührten den Stein erheblich lange und kamen kaum noch weg davon - es wird aber nicht verraten, wer!

Nach der Führung hatte jeder die Möglichkeit, Machu Picchu noch länger zu besichtigen. Einige ganz sportliche wie Johanna, Franz, Günter und Christian bestiegen zusammen mit Ernesto noch den höher gelegenen jungen Berg, von wo aus man wohl eine fantastische Aussicht auf die Anlage hat. Andere sorgten sich um das leibliche Wohl und bummelten noch in der nur für Touristen ausgelegten Stadt Aguas Calientes.

Am Nachmittag trafen wir uns alle wieder am Hotel, weil es mit dem Zug nach Cuzco zurück ging. Wir erreichten Cuzco am späten Abend.

11 Jan. 2006 • Cuzco - Capachica

Auf gehts...mit Perurail
Sandra und Ramona schreiben das Tagebuch!

Back to the roots

Schon um 7 Uhr hieß es wieder aufstehen. Mit Sack und Pack begaben wir uns zum Bahnhof und fuhren mit dem Touristenzug Richtung Titicacasee inklusive Gourmet-Verpflegung und musikalischem Begleitprogramm. Ein Musiker und eine Sängerin unterhielten uns eine Weile auf der 6-stündigen Fahrt.

Am höchsten Punkt, bei La Raya, erreichten wir die Höhe von 4.314 Metern. Dort hielt der Zug kurz und wir stiegen aus, um auf dem kleinen Markt plüschige Lamafellschuhe und schön gearbeitete Lamafelldecken zu begutachten. Leider passten die schönen Sachen nicht mehr in unser Gepäck. Weiter ratterte der Zug zum Schmuggler und Diebesnest Juliaca - ein Ort, den man erlebt haben muss. Es wimmelte von dubiosen Gestalten und einem Haufen Wahrsagerinnen. Die Gruppe blieb vorerst einmal geschlossen zusammen.

In Juliaca stiegen wir um in den Bus, der schon auf uns wartet. Nach weiteren zwei Stunden erreichten wir Capachica, ein kleines Nest mitten in der Pampa, direkt am Titicacasee. Wir kamen im strömenden Regen an und es herrschte absolute Dunkelheit. Uns stand ein Aufstieg zur Gemeinschaftshütte bevor. Gottseidank empfing uns Emiliano mit Helfern aus dem Ort und schickte ein paar Esel, die uns das schwerste Gepäck abnahmen. Auch so mussten wir wegen der Höhe auf 3.600 m ganz schön schnaufen…

Bei Kerzenschein servierte uns Emiliano ein schmackhaftes kleines Menü und es gab auch ein kaltes Bierchen. Anschließend wurden wir auf verschiedene Lehmhütten verteilt, manche näher, manche weiter entfernt. In den Hütten brannte jeweils eine Kerze, der Boden war aus Lehm und die Dächer meist aus Stroh. Außer zwei Betten war nichts weiter drin. Dafür wohnten wir Wand an Wand mit Schafen, Eseln, Kühen oder Hunden.

12 Jan. 2006 • Capachica

Der Dorf-"Präsident" Emiliano
Teilweise brauchte man auch eine Sonnenbrille am T

Der Schamane und die Heilpflanzen

Nach einem leckeren Frühstück mit Spiegelei machten wir uns mit Emiliano zu einem Spaziergang auf seinen Hausberg auf. Auf dem Weg hinauf zum Gipfel kamen wir wieder mächtig ins Schnaufen, zumal die Sonne nach anfänglichem Regen hervorkam und angenehme Wärme verbreitete.

Emiliano erklärte uns die Heilwirkung völlig unscheinbar aussehender Gräser und Kräuter, die für verschiedene Wehwechen und Krankheiten hilfreich sind. So gibt es z. B. Heilpflanzen für die Prostata, fürs Herz, gegen Asthma, für schönes weiches Haar etc. Für wirklich jede Beschwerde scheint ein Kraut gewachsen zu sein. Emiliano würde von sich selbst behaupten ein Schamane zu sein. Das Wissen hat er von seinem Großvater und gibt es selbst an seine Kinder und Dorfbewohner weiter. So hat er schon mehreren Personen geholfen, bei denen die klassische Medizin versagt hatte.

Der Abstieg führte uns zu einer kleinen Bucht mit einem Kiesstrand direkt am See. Alle machten Steinewetthüpfen auf der Wasseroberfläche. Nach dieser Verschnaufpause bestiegen wir ein kleines Boot und tuckerten in einem kleinen Bogen zurück zur Hütte.

Gegen 14 Uhr hatten wir nun alle einen Riesenhunger, und es gab ein schmackhaftes Mittagessen mit "Quietschekäse" und scharfer Soße. Anschließend war Freizeit angesagt, die der harte Kern dazu nutzte, in den mit 12 Grad eiskalten Titicacasee zu springen. Der weichere Kern faulenzte in der Sonne.

Gegen 16 Uhr kamen einige Kinder aus dem Dorf, und nach anfänglicher Scheu bolzten wir alle gemeinsam auf einem Weg Fußball. Die Pfützen stellten einige Hindernisse dar, was man hinterher an den Schuhen und Kleidern sah. Zur Belohnung wurden von uns Bonbons und kleine Spielsachen verteilt.

Nach einer Katzenwäsche, die aus Mangel an fließendem Wasser aus einer Regentonne im Freien stattfinden musste, war es Abendbrotzeit. Zuvor jedoch erquickten uns ein Spieler und seine zwei kleinen Töchter mit 6-7 nett gemeinten Liedern. Unsere knurrenden Mägen bereiteten dem Spiel dann ein Ende. Wieder einmal war das Essen einfach lecker, ohne Strom gehts auch.

Die ersten Tropfen fielen und es goss wie aus Kübeln. Wir nutzten eine Regenpause, um in unsere Hütten zu gelangen. Leider hatten einige eine sehr unruhige Nacht, da der Regen auf manche Blechdächer prasselte oder durch die Strohdächer platschte. Auch manche Tiere sorgten für einen verkürzten Schlaf.

13 Jan. 2006 • La Paz - Capachica

**Grenzüberschreitende Erfahru
Bienvenido

Grenzüberschreitende Erfahrungen

Um 5 Uhr ist die für manche schreckliche (schlaflose) Nacht zu Ende. Zum Abschied hatte der Himmel seine Schleusen geöffnet und es goss wieder in Strömen. Mit Verspätung wurden wir von zwei Micros, sogenannten Kleinbussen, abgeholt. Auch diesmal halfen uns die Esel mit dem Gepäck, da die Wege viel zu matschig waren für die Fahrzeuge.

Die Fahrt zum Bootsablegeplatz gestaltete sich aufgrund der aufgeweichten Fahrbahn als abenteuerlich und fast glaubten wir nicht daran, überhaupt durchzukommen. Vor allem hatten wir Zeitdruck, denn wir mussten pünktlich ablegen, um beizeiten die bolivianische Grenze zu erreichen. Verspätet, durchgeweicht aber froh erreichen wir unser Boot.

Nach dem Einladen des Gepäcks ging es auch schon über den See Richtung Puno. Auf halber Strecke hörte dann auch der Regen auf und die Sonne schien. Wir machten Halt bei den Uros, den schwimmenden Schilfinseln, die teilweise noch richtig bewohnt sind. Dort wurde uns einiges über das Leben der Bewohner erklärt. Aufgrund eines kurzen heftigen Schauers wurden Sandra und Ramona für kurze Zeit in einer Schilfhütte beherbergt und lernten die kleine Familie kennen.

In Puno legten wir mit dem Boot an und stiegen nach einem Fußmarsch mitsamt Gepäck in den bereitstehenden Bus um. Mit Eiltempo und ohne Pinkelpause donnerten wir durch nach Desaguadero, dem peruanisch-bolivianischen Grenzort. Desaguadero heißt übersetzt "Abfluss", und so ähnlich kann man sich den Ort vorstellen: ein Durchkommen mitsamt dem dicken Gepäck war nicht möglich. Unser lokaler Guide, Señior Martin, half uns, die notwendigen Papiere auszufüllen und gab uns Tipps, wie wir uns hier verhalten sollten. So stiegen wir mit unserem Handgepäck aus und wurschtelten uns durch die Massen von Menschen, Händlern, Schuhputzern, TukTuk-Fahrzeugen etc. Im Gänsemarsch erreichten wir die Grenzkontrolle und holten uns unseren Stempel für den Reisepass ab.

Inzwischen organisierte Christian für das große Gepäck zwei Handkarren, die uns tatsächlich nach einer guten halben Stunde entgegengejuckelt kamen. Alle waren froh, ihr Gepäck wiederzusehen. Mitsamt Karren latschten wir einige hundert Meter zur bolivianischen Grenzstation, wo sich die Angelegenheit wiederholte.

Mit dem neuen Bus fuhren wir Richtung La Paz und Señior Martin erzählte uns viel Interessantes über Bolivien, wie z. B. über die bevorstehenden Wahlen, die kürzlich entdeckten großen Erdgasvorkommen und die Bevölkerung. Auf dem Weg legten wir einen kurzen Stopp an einem Inka-Museum und einer neuen Ausgrabungsstätte ein. Endlich erreichten wir die Stadt La Paz, die sich in einem Talkessel befindet. Wegen der Rush-Hour kamen wir nur langsam voran, erreichten aber schließlich unser Hotel und die langersehnte warme Dusche.

Abends gingen wir gemeinsam ins nahegelegende Restaurant Dumbo, das uns Sr. Martin empfohlen hatte.

14 Jan. 2006 • La Paz

**Ein Tag zur freien Verfügung
Die Dekoration aus Gemüse beim Abendessen war ein

Ein Tag zur freien Verfügung

Heute konnte jeder machen was er mochte. Einige nutzten die Option, auf der gefährlichsten Straße der Welt eine Mountainbike-Tour zu unternehmen. Allerdings goss es in Strömen. Die Tour führte von einer Höhe über 4.000 m hinunter ins tropische Tal Boliviens und muss atemberaubend, aber unter Umständen eben auch recht gefährlich gewesen sein.

Der andere Teil schloss sich zuerst einer Stadtführung an, wobei wir zuerst zur Mondlandschaft 17 km ausserhalb von La Paz fuhren. Anschließend besichtigten wir das Museo de oro, wo man verschiedene Gold-Funde der Inkazeit bestaunen kann. Dann besuchten wir verschiedenen Märkte wie den Gemüsemarkt, den Hexenmarkt mit getrockneten Lamaembryos und Gürteltieren und letztendlich noch den Souvenirmarkt, um letzte Einkäufe zu tätigen. Zwischendurch stärkten wir uns mit einem leckeren Lama-Sandwich, wirklich köstlich! Bolivien ist für europäische Verhältnisse und selbst im Gegensatz zu Peru unglaublich günstig. So kann man ein komplettes Menü inklusive Getränken für ca. 5-7 Euro verzehren!

Am Abend sind die Fahrradfahrer fertig mit der Welt. Einige andere trafen sich nochmal zu einem feinen Abendmahl mit anschließendem Diskobesuch.

Morgen geht es um 13 Uhr weiter in die Salzwüste nach Uyuni, das heißt, wir können noch einmal schön ausschlafen.

15 Jan. 2006 • Uyuni - La Paz

**Eine lange Zugfahrt**  
  
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Kakteen am Wegesrand

Eine lange Zugfahrt

Um 13 Uhr wurden wir vor unserem Hotel von einem Bus abgeholt. Das Gepäckaufladen gestaltet sich etwas schwierig, da wir direkt an einer dicht befahrenen Hauptstraße waren. Es ging direkt zum Busbahnhof von La Paz, der für Räuber und Diebe berüchtigt ist. Wir sind ja aber gruppenerfahren und alles ging glatt. So fuhren wir die nächsten drei Stunden mit einem öffentlichen Überlandbus nach Oruro, wo wir gegen 18 Uhr ankamen.

Von dort aus ging es direkt weiter mit dem Nachtzug, in dem wir die nächsten acht Stunden verbrachten. Puh! Wir sahen "The Green Mile" auf Spanisch und versuchten dann in dem Mief zu schlafen, was uns nicht so recht gelang. Gegen 2:00 Uhr morgens kamen wir endlich in Uyuni an, wo wir zu Fuß die letzten Meter zum Hotel zurücklegten. Unser Gepäck wurde auf einen Jeep geladen und dorthin gefahren. Um 02:30 Uhr fielen alle todmüde in die Falle. Von Uyuni bekamen wir in dieser Nacht den Eindruck, am Ende der Welt zu sein. Hier ist wohl der Hund begraben…

16 Jan. 2006 • Uyuni - Salar de Uyuni

**Die Salzwüste unter Wasser**
Isla de los pescados

Die Salzwüste unter Wasser

Nach dem Frühstück erfuhren wir, dass sich aufgrund starker Regenfälle unsere Reiseroute des Tages leicht ändern wird. Wir brachten unser Gepäck ins nächste Hotel in Uyuni, da wir nun hier noch eine Nacht verbringen werden, denn unser altes Hotel war leider ausgebucht. Schade, denn das ist unter amerikanischer Leitung und es gab hier Pizza und original american Cookies!

Die Gruppe verteilte sich auf drei Jeeps, mit denen wir unseren Tagesausflug in die größte und höchstgelegenste Salzwüste der Welt unternahmen. Nach kurzer Fahrt hielten wir am Cemeterio de Tren, einem Zugfriedhof, auf dem viele ausrangierte und verrostete Loks zu besichtigen sind.

Weiter ging es in das nächstgelegene Dorf, wo wir eine kurze Einführung in die hiesige Salzproduktion erhielten. Hier wird die komplette Salzproduktion für Bolivien produziert.

Wegen des starken Regens war die Fahrt durch die Salzwüste recht feucht, denn man hatte das Gefühl, auf Wasser zu fahren. Unsere nächste Station war ein Hotel, das komplett aus Salz gebaut war! Dies besichtigten wir nur kurz, nutzten den Stopp aber für einige bizarre Fotos.

Die Strecke zur Isla de Pescado gestaltet sich außergewöhlich lange. Für die normalerweise 40 Minuten benötigen wir drei Stunden. Von den drei Jeeps hatte einer besonders Fahrprobleme. Unsere Mittagspause gegen 15:30 Uhr fand auf der Insel statt, die inmitten der Salzwüste Vegetation und Tiere beheimat. Vor allem beeindruckten die bis zu 20 m hohen und teils 1.200 Jahre alten Kakteen. Es gab leckere Sandwiches und Coca Cola, das wir in diesem Urlaub in Massen konsumierten!

Anschließend war noch kurz Zeit, einen kleinen Spaziergang über die Insel zu unternehmen, wo wir abermals die vielen Kakteen und den tollen Ausblick über die Salzwüste bestaunten.

Gegen 17:00 Uhr wollten wir die Rückfahrt antreten, wobei das erste schwerwiegendere Problem mit einem Jeep auftrat. Zu dritt hingen die Fahrer mitsamt Günter, der im wirklichen Leben auch schon KFZ-Meister war, im Motorraum des Wagens, weil er nicht so lief, wie er sollte. Nach einigem Hin und Her fuhren wir schließlich in der Kolonne los. Wir stellten fest, dass wir auf der Rückfahrt mit fast doppelt so viel Wasser wie am Anfang kämpfen mussten, und bewegen uns mit ca. 10 km/h voran. Der Abstand zwischen den einzelnen Jeeps wurde immer größer.

Die beiden hinteren Wagen beschlossen, die Batterie zu tauschen. Der anfangs defekte Jeep schaffte es nun, die Salzwüste zu durchqueren. Jedoch beim Verlassen der Salar fiel der andere Jeep nun zurück, und überhaupt überraschte uns hier ein nahendes Gewitter und Dunkelheit. Doch bemerkten die beiden anderen Wagen das Problem des letzten nicht sofort. So fuhr der größere Teil der Gruppe zurück auf der Holperstraße zum Hotel.

Als der letzte Wagen endlich ankam, erfuhren wir, dass der Wagen stehengeblieben war und von den Fahrgästen mit angeschoben werden musste. Die Elektronik hatte komplett versagt und die Leute hatten fast nicht mehr damit gerechnet in dieser Nacht noch anzukommen.

17 Jan. 2006 • Chuvica

Wir in der Salzwüste
Der berühmte Steinbaum

Zurück über die Grenze nach Chile

Mitten in der Nacht, um 4:00 Uhr, ging es wieder mit den Jeeps ohne Frühstück Richtung San Cristobal. Heute wollten wir die chilenische Grenze passieren. Nach ca. drei Stunden gab es ein Frühstück in einer Geisterstadt, wo nur ca. sechs Familien leben. Es regnete auch wieder mal.

Gegen 10 Uhr passierten wir eine grandiose Lavansteinlandschaft, an der wir ein paar Fotos schossen. Die Fahrt führte vorbei an einer schönen Lagune, wo wir die ersten Hochlandflamingos sahen. Insgesamt gab es hier auf einer Höhe von 4.600 m tatsächlich drei verschiedene Arten von Flamingos!

Unsere Fahrt führte weiter durch die Wüste zum Valle de las Piedras, einer Landschaft mit großartigen geformten Riesensteinen. Unter anderem gibt es hier den Arbol de Piedra, einen Fels, der aussieht wie ein Baum. Im Hintergrund sah man schneebedeckte Vulkankegel, die das wunderschöne Naturbild abrundeten.

Wir passierten die Höhenmarke von 5.000 Metern (!), und kamen nun tatsächlich in ein Schneefeld, wo wir gleich eine Schneeballschlacht starteten. Andere nutzten den Stopp, um einmal in dieser Höhe in den Schnee zu pinkeln :-).

Nun ging die Fahrt wieder etwas bergab und die Landschaft wurde wieder wüstenähnlicher. Gegen frühen Nachmittag erreichten wir den Nationalpark Laguna colorada. Hierbei handelt es sich um eine durch Kupfervorkommen rosa gefärbte Lagune, in der auch tausende von Flamingos leben. Ihr Gefieder ist wunderschön rosa bis rotschwarz, wobei der Rosaton durch die Nahrung (Krebse) hervorgerrufen wird. Wir rätselten, ob die weiß-schwarzen Flamingos wohl Vegetarier sind?

Nach dem Mittagessen setzten wir unsere Route fort, und erreichten ein vulkanisch aktives Gebiet, in dem es brodelte und dampfte und stark nach Schwefel roch. Weiter ging es zu den heißen Quellen, wo Björn es sich als einzigster wagte und sichtlich genoss, bei der Kälte im 33 Grad warmen Wasser zu sitzen. Nach kurzer Zeit erreichten wir dann die Laguna blanca. Nebenan befand sich die Laguna verde, in der es kein Leben mehr gibt, da sie zuviel Ammoniak enthält.

Schon gegen 17:00 Uhr erreichten wir die bolivianische Grenze, wo wir in einen Bus umstiegen. An der boliviansichen Zollstation ging alles unspektakulär vor sich. Nach 30 Miunten erreichten wir dann die chilenische Grenze, wo wir zuerst die Schuhe desinfizieren mussten. Auch hier hatten wir Glück und es wurden nur stichprobenartig alle Gepäckstücke untersucht.

Nicht weit davon lag unser Hotel, und überhaupt genossen wir auf nunmehr nur noch 2.600 Metern die angenehm milden Temperaturen und den Komfort im Hotel, auf den wir einige Zeit verzichten mussten.

18 Jan. 2006 • San Pedro De Atacama - Calama

Abschiedsbild in Calama mit viventura T-shirts!
Teilweise ging es im valle de la luna steil bergau

Der letzte Tag

Da die gestrige Nacht ja etwas länger wurde, schliefen wir heute aus und gingen dann über die Straße zum Frühstücken. Die angenehm milden Temperaturen und die Sonne genossen wir genauso wie wieder sauber zu sein. Bis zur Abfahrt hatten wir noch ein bisschen Zeit, um im schönen und etwas hippigen Städtchen San Pedro zu bummeln. Hier könnte man noch einen Tag verbringen, denn San Pedro ist wirklich schnuckelig, es gibt viele tolle Cafes und Bars, viele mit open air Blick.

Um 11 Uhr ging es auf die letzte Fahrt mit dem Bus Richtung Calama. Unterwegs machten wir einen Fotostopp bei der Dinosaurier-Cordillera, die so genannt wird wegen ihrer spitzen und zackigen Formen, die an einen Dinosaurier erinnern. Der zweite Stopp war an einer Salz-Cordillere. Danach machten wir einen 30-minütigen Walk durch das Valle de la muerte (das Todestal) eine grandiose Wüstenlandschaft, wobei die Mittagshitze und der flimmernde Sand im krassen Kontrast zu den vorherigen kalten und regnerischen Tagen stand.

Der zweite Walk führte uns durch das Valle de la Luna, eine Schlucht mit ebenfalls bizarren Gesteinsformationen. Wir betraten eine Höhle, in der es angenehm kühl war, doch danach wurden wir von der prallen Sonne fast gegrillt. Über eine Sanddüne, bei der den Turnschuh-Trägern fast die Sohlen schmolzen und den Sandalen-Trägern fast die Füße versengten, gelangten wir wieder zu unserem Bus. Jeder war froh über den Fahrtwind, der uns zu unserem nächsten Ziel führte.

Drei Felsnadeln, genannt die drei Jungfrauen, ragten in der Wüste empor. Dahinter befand sich eine ehemalige Salzmiene, in der die Arbeiter zuzeiten sogar geschlafen haben. Diese ist heute aber stillgelegt. Ohne Respekt entleerte Ennio auch hier wieder einmal seine Sportlerblase.

Nach weiteren 1,5 Stunden erreichten wir unser Hotel in Calama und verbrachten den Nachmittag bei wunderbarem Sonnenschein im Ort.

Am Abend machten wir zuerst ein letztes Gruppenfoto, alle mit viventura T-shirts. Danach gab es ein letztes leckeres Abschiedsessen, das von viventura gesponsert wurde. Irgendwie konnte man es noch gar nicht glauben, dass die Tour schon zu Ende war. Einige von uns waren glücklich, denn sie verlängerten ihren Urlaub noch und verbrachten einige Zeit an Badeorten oder angrenzenden Länder. Der Rest wird wohl in zwei Tagen unter Umständen wieder Schnee schippen müssen… Es war eine beeindruckende und vielseitige Tour!

19 Jan. 2006 • Frankfurt - San Pedro De Atacama

Von Calama via Santiago zurück nach Europa!
Noch müde vom Abschiedsabend am Reiseschalter!

Und leider wieder zurück……

Heute hieß es zum letzten Mal: Früh aufstehn! Das war auch relativ schwer, denn der gestrige Abschiedsabend war doch etwas lang….

Christiane erklärte Dirk beim Abschiedsessen, dass man doch eine "degustation" machen könnte. Dirk meinte daraufhin spontan zu seiner Frau: "Schatz, schreib das Wort auf, das müssen wir auch benutzen!" Nach den zwei Gängen und einigen alkoholischen Getränken ging die Gruppe noch geschlossen in die Bar "La Fogata"! Dort wurde dann noch einiges getrunken und die Eindrücke der Tour besprochen. Um drei Uhr morgens ging es dann ins Hotel. Man munkelt, dass ein Teilnehmer sogar im Bad eingeschlafen ist (natürlich nur Gerüchte!!!!)

Beim Frühstück erschienen die meisten deshalb etwas spät. Dann ging es mit fünf Taxen zum Flughafen, wo die Gruppe sich von Christian verabschiedete, um weiter nach Santiago und nach Deutschland zu fliegen.