Reisebericht

Hier können Sie sehen, was unsere Reisenden auf ihrer Reise erlebt haben.

19 Aug. 2005 • Lima - Santiago de Chile

Punta Negra Strand
Plaza Mayor in Lima

Willkommen in Südamerika!!!

Tatort Frankfurt/Flughafen, 17 Uhr MEZ. Eine junge, reiselustige viventura-Truppe hat sich vor dem LAN-Chile-Schalter am Terminal 2 zusammengerottet. Spätestens am Gate stellten wir fest: Wir werden viel Spaß miteinander haben :-))

In Madrid hatten wir zwei Stunden Aufenthalt und brauchten danach "nur" noch weitere 14 Stunden bis Santiago de Chile.

Dort wurden wir von Marlena zu einer Citytour herzlich empfangen und stürzten uns direkt ins Getümmel der 6 Millionen-Metropole. Um den Befürchtungen unserer Verwandten Rechnung zu tragen, wurde uns neben den Hauptsehenswürdigkeiten (inclusive Seil- und Zahnradbahnfahrt mit tollem Blick auf Stadt und Anden) auch noch ein Aufstand im Innenhof des Präsidentenpalastes, eine von Wasserwerfern begleitete "legale" Demo und eine Demo mit Selbstmordandrohung in der Kathedrale geboten.

Vollgestopft mit Fisch und tausend neuen Eindrücken verließen wir Santiago um 20 Uhr Ortszeit, um drei Stunden später in Lima zu landen. Veronica, unsere Reiseleiterin, holte die übermüdeten Alemanes ab und parkte sie im Hotel in günstiger Innenstadtlage mit südamerikanischem Flair incl. Geräuschkulisse.

Buenas noches!

20 Aug. 2005 • Pisco - Lima

San Pedro Strand
Picknick am Pazifik Strand

Angekommen in Peru…

Nach einer mehr oder weniger erholsamen Nacht machten wir uns auf unsere Erkundungstour durch Lima. Mit vorsichtigen Schritten wagten wir uns vor die Hoteltür. Vorbei am Plaza de Armas gingen wir zur Kathedrale wo wir von einer Einheimischen geführt wurden. Sie ließ uns ausführlich an ihrem Wissen teilhaben. Unsere Aufmerksamkeit testete sie durch Gegenfragen, welche von uns nur mit Mühe beantwortet werden konnten. Danach ging es gleich weiter zu den Katakomben und zu dem Kloster von San Francisco.

Anschließend verließen wir Lima und fuhren auf der Panamericana in Richtung Süden. Unterwegs deckten wir uns in einem Supermarkt mit Süßigkeiten und Getränken (u. a. Inka Cola) ein. Später genossen wir unser Mittagessen am Strand. Zur Freude der herumstreunenden Hunde war Hühnchen nicht jedermanns Sache.

Gesättigt fuhren wir weiter auf der Panamericana nach Pisco. Spät abends in Pisco angekommen machten wir uns auf den Weg in die nächste Kneipe und stießen gemeinsam mit einem Glas Pisco Sour auf unseren ersten Tag an.

21 Aug. 2005 • Pisco - Ica

Küstenbewohner
Wir am Pazifik

Heute hieß es früh aus den Federn, denn Frühstück war für halb sieben angesetzt. Vor uns lag ein actionreicher Tag, der zunächst mit der Busfahrt nach Paracas begann.

In Paracas lernten wir unseren Guide Pedro kennen, der uns den ganzen Tag begleiten sollte. Mit ihm wagten wir uns mit Schwimmwesten bewaffnet in ein kleines Motorboot. Vorbei an einem Wüstenscharrbild ging es zu den Islas Ballestas. Dort wurden neben einer Vielzahl von Vögeln vor allem die Seelöwen und Pinguine mit vielen Oohhhs und Aahhhhs bewundert.

Weiter ging es in das Paracas-Reservat, wo wir Halt am Museum machten, um Näheres über die Paracas-Kultur zu erfahren.

Im Anschluss fuhren wir durch eine weite Wüstenlandschaft ohne richtige Straßen zur "Cathedral", einer Felsformation im Pazifik. Unser Mittagessen nahmen wir in einem kleinen Fischrestaurant an der Küste ein, wo leckerer frischer Fisch auf der Speisekarte stand.

So gestärkt machten wir uns auf nach Ica zur Oase Huacachina, die mitten in der Wüste gelegen ist. Sofort ging es weiter mit einer wilden Buggytour in die unendliche Weite der Wüste mit Zwischenstops zum Sandboarden. Der Rückweg gestaltete sich etwas länger, unserem Buggyfahrer war der Sprit ausgegangen… inzwischen wurde es schon dunkel und kälter. Am Ende haben wir aber doch alle wohlbehalten unser Hostal wieder erreicht.

Den Abend ließen wir dann mit einem gemütlichem Abendessen in einem Restaurant ausklingen.

22 Aug. 2005 • Nazca - Ica

Ein schöner Alpaka
Pisco Brennerei

Hoch über den Linien von Nazca

Der Tag begann mit einem Frühstück mit Wurst, Käse, Marmelade und Kaffee unter Palmen und vor den Sanddünen der Huacachina-Wüstenoase. Nach dem Frühstück brachte uns der Bus in eine Piscobrennerei, in der wir lernten, dass beim Pisco brennen neben einem Kopf, einem Körper auch ein "Schwanz" entsteht - trinkbar ist allerdings nur der "Körper".

Nach dem Besuch der Brennerei ging die Fahrt in unserem goldenen Bus weiter Richtung Süden. Die Panamericana führt uns vorbei an imposanten Sanddünen, an Kakteen, durch trostlose Pampa und durch bizarre Schluchten. Neben LKW's passieren auch mit Stroh beladene Esel die Panamericana.

Nach einer "ausgedehnten" halben Stunde erreichten wir das "Maria-Reiche-Museum". Im Museumsgarten waren zunächst zwei Alpakas vor wunderschön blühenden Hecken die Attraktion.

Im Museum erfuhren wir erste Hintergründe über die weltberühmten Linien von Nazca. Von einem Aussichtsturm aus 11m Höhe konnten wir einen ersten Blick auf die "Wüstenscharrbilder" werfen, bevor wir uns todesmutig dem Flughafen näherten. Auf drei Cesnas verteilt stiegen wir in die Lüfte und bestaunten aus dem Flugzeug die Linien. Nach 20 Minuten Flug verloren allerdings einige das Interesse an den Linien und widmeten ihre volle Konzentration den Plastiktüten vor ihrem Mund.

Den Abend ließen wir auf einer Hacienda bei einem traditionellen Essen aud dem aus dem "Erdofen" ausklingen!

23 Aug. 2005 • Corire - Nazca

Chauchillas Friedhof
Pazifik Meer

Jede Menge Sand

Heute wurde uns das erste Highlight schon beim Frühstück serviert: die beiden plötzlich auf wundersame Weise aufgetauchten Gläser Nutella lösten innerhalb unserer Süßes-süchtigen Truppe wahre Begeisterungsstürme aus (DANKE, Veronica!). Der Schock über den wegen Hochwasser ausgelösten Katastrophenalarm rund um Augsburg war für unsere Bayern dagegen schwerer zu verdauen. Zumal die Vorstellung eines über die Ufer tretenden Flusses schwer fällt, wenn man einen Ausflug in ein Gebiet unternimmt, in dem es insgesamt nur zwei bis drei Stunden im Jahr regnet.

Gut gestärkt brachen wir also zu der doch recht makaberen Besichtigungstour eines alten Nasca-Friedhofes auf. Nachdem wir die Bekanntschaft zahlreicher "Mummies with the Bob-Marley-Hair" gemacht hatten, waren einige von uns doch ganz froh, diesen gruseligen Ort voller Knochen wieder verlassen zu können. Auch wenn dies bedeutete, dass wir nun zu der neunstündigen Busfahrt nach Corire aufbrechen würden, entlang von Bergen und Sand, Meer und Sand, Müll und Sand, und nochmals Sand. Unterbrochen wurde das Ganze nur von unserem Picknick in einer wirklich traumhaft schönen Bucht, wo wir zur Abwechslung auch noch jede Menge Knochen in alten Inka-Ruinen fanden. Das mitgebrachte Essen war übrigens so lecker, dass es Stefan buchstäblich vom Hocker gerissen hat!

Dann ging es wieder stundenlang weiter entlang der recht steilen Küstenstraße, bis wir irgendwann das Meer verließen um Richtung Inland zu düsen. Als uns bereits tiefste Dunkelheit umgab und weit und breit kein lebendiges Wesen mehr zu entdecken war, tauchten plötzlich am Horizont doch noch ein paar Lichter auf und erleichtert trafen wir bei der letzten Attraktion des Tages ein: das Flussshrimpsrestaurant! Und bevor wir uns versahen, saßen wir alle vor einer riesigen Portion Flussshrimps, die erst einmal jede Menge Arbeit erforderten, bevor wir sie tatsächlich essen konnten. Und für alle, die es zu Hause nicht glauben wollen, wir alle können es bezeugen: Silke hat tatsächlich "eines von diesen ekligen Viehchern" ganz alleine geschält und anschließend auch gegessen!

Erschöpft von der Fahrt fielen wir dann endlich irgendwann in unsere Betten, und so war auch der Tag 6 schon vorbei!

24 Aug. 2005 • Corire - Cabanaconde

Petroglyphen in Toro Muerto
Eine kleine Wanderung zu den Dino-Abdrücken

Von Nasca nach Coirre

Nach kurzer und lauter Nacht (bellende Hund, anhaltende gleichartige Festmusik, krähende Hähne) mussten wir schon um 6.00 Uhr aufstehen und gleich beim Frühstueck erreichte uns die traurige Nachricht, dass es gestern in Peru ein Flugzeugabsturz und auch ein Busunglück gegeben hatte. Dadurch wurde die Warteschlange vor dem Hostaltelefon immer länger, um den Verwandten/Freunden zuhause Bescheid zu geben, dass uns nichts passiert ist.

Dann ging es weiter zur Besichtigung der erst kürzlich entdeckten Dinosaurier Fußabdrücke. Um sie zu sehen, mussten wir allerdings erstmal einen anstrengenden Aufstieg bewältigen, der uns ganz schön schwitzen ließ. Die gut zu sehenden Dino Fußabdrücke (ca. von 2-3 Dinos) und auch die tolle Aussicht auf das Majestal entschädigte uns aber dafür.

Weiter ging es zu den Petroglyphen von Toro Muerto. Hier wurden ca. 6000 Petroglyphen auf bis zu 2 m hohen vulkanischen Steinblöcken entdeckt. Toro Muerto gilt als die umfangreichste Petroglyphengruppe in Peru und wurde zum UNESCO-Kulturerbe erklärt.

Und dann ging sie endlich los, die lange lange Fahrt nach Cabanaconde im Colca Canyon. Unterwegs machte es "Pfftt!" -und richtig- wir hatten einen Platten. Aber Glück im Unglück: Die Tankstelle war nur ca. 100 m entfernt und der Platten schnell behoben. Weiter gings auf den staubigen Pisten in die Höhe. Unser Picknick nahmen wir dann mitten in der Pampa bei blühenden Kakteen in über 3000 Höhenmeter ein. Und an Marco wurde ca. alle 5-10 Min. die Frage gestellt, auf welcher Höhe wir uns befinden. Doch er war sehr geduldig und antwortete immer.

Unser nächster Stopp lag dann schon über 4000 m und es waren auch schon die schneebedeckten Andenberge in Sicht. Bei solchen Höhen ging einigen schnell die Puste aus.

Tja, und da war auch noch die durch die Höhe geplatzte Papaya im Gepäckfach, die schön verteilt an so manchen Jacken und Wasserflaschen klebte und einen strengen Geruch im Bus verbreitete. Kurzer Hand mussten wir eine kleine Putzaktion im Bus starten.

Angekommen in unserem Hostal in Cabanaconde gingen wir alle zusammen noch essen. Wir ließen uns verschiedene gute Suppen und Alpakafleisch schmecken. Durch die für uns alle ungewohnte Höhe flogen wir danach gleich totmüde ins Bett.

25 Aug. 2005 • Colca-Schlucht - Arequipa

Colca Tal
Mountainbike Tour

Ja, wo fliegen sie denn?

Nach kurzer Stärkung fuhren wir mit unserem local Guide Migel zum Mirador Cruz del Condor. An diesem grandiosen Aussichtspunkt hatten wir nicht nur einen wunderschönen Blick auf den Colca Canyon, sondern konnten auch die riesigen Kondore beobachten. Die Könige der Anden gleiteten lautlos mit der aufsteigenden warmen Luft aus dem Canyon empor. Mehr als ein Dutzend der Riesenvögel zogen ihre Kreise, als hätte viventura sie extra für uns zum Fotoshooting bestellt.

Wem das noch nicht aufregend genug war, der konnte sich beim 1,5 Std. Mountainbike Downhill entlang des Canyons durchschütteln lassen und sich anschließend in den heißen Quellen wieder vom Staub befreien.

Ein leckeres Buffet mit Salaten, Suppen, (Alpaka-)Fleisch und Kuchen wartete in Chivay auf uns. Nach einem kurzen Plausch mit der viComfort Gruppe machten wir uns an unseren Höhenrekord. Auf dem 4800m hohen Pass wurde jede Bewegung zur Qual, selbst das Bauen kleiner (Glücks-) Pyramiden fiel in der dünnen Luft schwer.

Vorbei an Alpaka- und Lamaherden ging es bergab nach Arequipa. Unsere Busfahrer Julio und Jaime verließen uns hier und wurden von uns herzlich verabschiedet.

Und wieder geht ein ereignisreicher Tag zu Ende.

26 Aug. 2005 • Arequipa

Misti Vulkan
Simone Geburstag im Deja Vu!

Nach einer erholsamen Nacht (endlich mal ausschlafen!!!) und einem ausgiebigen Frühstück mit gekochtem Ei teilte sich unsere Gruppe. Die einen besuchten die Sozialprojekte, die anderen machten eine Shoppingtour, wobei Anne beklaut wurde. Wir sahen eine subventionierte Apotheke, Arztpraxen sowie einen Kindergarten und erfuhren vieles über die alltäglichen Probleme der armen Peruaner. Wir hatten viel Spaß mit den mitgebrachten Luftballons und den Vorschulkindern. Danach ging es zum Mittagessen zu viventura und wir lernten einige Mitarbeiter kennen.

Anschließend ging es zum Stadtrundgang, wo wir u. a. das Kloster Santa Catalina, den Plaza de Armas und die Kathedrale sahen. Miguel gelang es nicht mehr, uns in ein Museum zu lotsen, da wir alle keine Lust mehr hatten und genug Mumien gesehen hatten. Den Abend ließen wir im "Zig Zag" bei leckerem Abendessen vom heißen Stein ausklingen.

Der harte Kern feierte in einer Kneipe mit "peruanischem Anschluss" Simones Geburtstag.

27 Aug. 2005 • Cuzco - Arequipa

Stadttour in Cuzco
Sacsayhuaman Ruinen

Zum Frühstück gab's eine leckere Geburtstagstorte, die genussvoll von allen verzehrt wurde. Zuvor sangen wir Simone aus vollem Halse "Happy Birthday". Simone wollte sich Butter bestellen und fragte Marco, wie das auf Spanisch heißt. Marco sagte: "ich glaube burro" und so gab sie die Bestellung auf. Die Kellnerin brachte jedoch Tee puro und nicht wie erwünscht die bestellte Butter. Darüber waren wir sehr verwundert, da uns plötzlich einfiel, dass burro Esel heißt.

Da unser Bus nicht kam, mussten wir in sechs Taxis zum Flughafen fahren. Gegen 13.00 Uhr ging der Flug nach Cuzco. Knappe 45 Minuten später, gerade noch dem Absturz entkommen (sehr unruhiger Flug) landeten wir in Cuzco. Die bisher für uns schönste Stadt Perus liegt auf einer Höhe von 3400 m. Danach hatten wir endlich wieder die "langersehnte Stadtrundfahrt". Zuerst besuchten wir den für die Inkas heiligen Sonnentempel, dann fuhren wir weiter nach Sacsayhuaman, einem riesigen Komplex aus Inka-Mauern. Die Inka nannten es "Haus der Sonne", die Spanier "Festung". Der Sonnentempel breitet sich wie eine Bühne mit mächtiger Zickzackmauer 200 m oberhalb des Stadtkerns aus. Die Mauersteine sind bis zu 5 m hoch und breit und 2,50 m tief. 20.000 Indianer zogen an langen Stricken um diese Steine auf den Berg zu transportieren. Plötzlich und völlig überraschend wurden wir von einem kräftigen Hagelschauer, untermalt mit Donnergrollen überrascht. In der sehr prunkvollen Kathedrale mit silbernem Altar (1 Tonne Silber) befinden sich 372 Gemälde, darunter eines, auf dem die Jünger Meerschweinchen essen und Chicha Morada, das violette Maisgetränk der Inkas trinken. Vor der Kathedrale war ein riesiges Volksfest und eine berühmte peruanische Gruppe spielte. Auf dem ganzen Plaza de Armas wimmelte es nur so von Menschen. Den Abend ließen wir in einem der zahlreichen Restaurants der Stadt ausklingen. Die wunderschönen Häuser mit den geschnitzten Holzbalkonen kommen besonders abends besonders gut zur Geltung. Auf dem Rückweg zum Hotel mussten wir uns durch die Menschenmassen kämpfen.

Scheinbar feiern die Peruaner sehr gerne und deshalb war die ganze Stadt "auf den Beinen".

28 Aug. 2005 • Cuzco - Cusco

Die Ruinnen von Sacsayhuaman
Die Kathedrale

Wir haben frei!!!

Wir können es kaum glauben: Heute ist unser erster Tag, der komplett zur freien Verfügung steht! Dies ist auch dringend notwendig, denn schon bei der gestrigen City-Tour konnten wir nur schwer verbergen, dass die 50. Kirche doch nicht mehr so interessant ist, wie die erste…:-) Ein großes Lob an unseren Guide Ernesto, dem letzten Inka, der uns mit gelegentlichem "Schwyzer-Dütsch" immer wieder zum Lachen brachte und motivierte.

Das steigende Verlangen nach Freiraum wurde in einer aktuellen Umfrage bestätigt:
Christina:"Oh schön, endlich mal Zeit zum durch die Stadt bummeln."
Claudia:"Mit dem Taxi ins heilige Tal, bummeln und Karten schreiben."
Stefan:"Gott sei Dank!"
Barbara:"Ich bin total froh, dass wir endlich mal frei haben."
Simone:"Shoppen und uns von Räubern ausrauben lassen!"
Beate:"Juhuuuu….Tschakka!!!"
Doreen:"Endlich mal shoppen!"
Manuela:"Vielleicht kann man endlich mal die vielen Eindrücke verarbeiten! Etwas Zeit zum Relaxen ist wirklich toll!"
Anne:"Muchas gracias!"
Tanja:"Endlich ein bisschen Freizeit. Ich freue mich aufs Stöbern in kleinen Geschäften, Kaffeetrinken in netten Cafés und einfach die Seele baumeln lassen."
Christof:"Puhhh - auch der Marathon-Man braucht mal eine Pause!"
Marco:"Mit einem Taxi ins heilige Tal. Das müsste spannend werden."
Silke:"Juhuu! Wir werden ausschlafen, gemütlich frühstücken, durch die Stadt bummeln… eben richtig Urlaub machen."
Miriam:"War wirklich höchste Zeit! Den nächsten Guide hätte ich wahrscheinlich erwürgt! :-) Endlich mal dahin gehen und dort stehen bleiben, wo ich will!"
Katrin:"Wenn morgen jemand das S-Wort oder das K-Wort erwähnt, kann ich für nichts garantieren!" (S-Wort=Stadtführung; K-Wort=Kirche)
Veronica:"Ich habe auch frei! Ich werde viel Wasser trinken und ein bisschen ausschlafen."

Am Abend konnten wir feststellen, dass sich im Laufe des Tages drei Gruppen herausgebildet hatten: Die Faulenzer-Fraktion, die Souvenir-Jäger und der Verein der Hyperaktiven.

Die Faulenzer-Fraktion beschäftigte sich intensiv damit, durch die Straßen zu flanieren und dabei die verschiedenen Cafés zu testen. Stefan, der wegen Unpässlichkeit den Tag im Bett verbrachte, wurde einstimmig zum Ehrenvorsitzenden dieser Fraktion gewählt. Ein Mitglied musste leider aus der Fraktion ausgeschlossen werden, nachdem bekannt wurde, dass er früh schon heimlich durch Cusco gejoggt war.

Die Angehörigen und Freunde der Souvenir-Jäger dürfen sich glücklich schätzen, da diese den verkaufsoffenen Sonntag (der hier jeden Sonntag stattfindet…) gnadenlos ausnutzten. Die Rucksäcke füllten sich mit Lama-T-Shirts, Schmuck, Alpaca-Mützen, Schals und kleinen Figürchen.

Die Mitglieder des Vereins der Hyperaktiven müssen aus Sicherheitsgründen anonym bleiben, da sonst mit Übergriffen durch den Rest der Gruppe gerechnet werden muss. Resistent gegen den Gruppenzwang stürzten sie sich ins heilige Tal, um einen Vorsprung in kulturellem Wissen und Fotos zu erlangen.

Alles in allem war es ein toller, erholsamer und gemütlicher Tag! Und wer bisher kein Spanisch konnte, beherrscht nun das energische "No!!" durch das ständige Abwimmeln von Straßenhändlern fast muttersprachlich!

29 Aug. 2005 • Cuzco - Cusco

Ein Vicuña
Ein Wagon des Perurail
+1
Inka Ruinen auf dem Weg nach Aguas Calientes

Auf den Spuren der Inkas - Teil 1

Heute klingelte uns der Wecker bereits um halb 6 aus den Federn. Gestärkt mit peruanischem Standard-Frühstück und reichlich Coca-Tee machten wir uns zugeschnürt bis unter die Ohren (wegen den befürchteten Killer-Insekten) auf den Weg. Leider mussten wir heute auf Christina und Silke verzichten, da sie keine Genehmigung für den Trail erhielten. Dafür boten wir zwei vi-Comfort-Teilnehmern ("Comfis") Asyl, die aber natürlich keinen vollwertigen Ersatz darstellen konnten.

Per Bus ging es zunächst durch das heilige Tal der Inkas nach Ollantaytambo. Dank unseres deutschsprachigen Guides Iwaaaan war die Busfahrt trotz mächtigem Geschaukel und halsbrecherischer Überholmanöver (Zitat Stefan zu Christof: Jetzt weiss ich erst, was ihr hier vorne mitgemacht habt) sehr kurzweilig. Mit Anekdoten und Hintergrundinfos über Land und Leute verbunden mit seinem trockenen Humor, machte er die holprige Fahrt erträglich.

In Ollantaytambo wechselten wir das Gefährt und fuhren mit dem Perurail entlang des Urubamba-Canyons bis Km 104 des Inka-Trails. Beim Einchecken lernten wir die peruanische Bürokratie in Vollendung kennen (da sage einer, dtsch. Beamte wären langsam).

Nach einer kurzen Einweisung an einer alten Raststätte der Inkas folgten wir ihren historischen Spuren. Die Mittagshitze, das ungewohnte feuchte Klima und das flotte Anfangstempo zog die Gruppe schnell auseinander, was einige zur Verzweiflung brachte. Nach der 1. Pause wurde aber klargestellt, dass jeder sein eigenes Tempo geht und am Ende zwei Guides die Sicherheit der Gruppe gewährleisten.

Von einer kargen Vegetation mit Orchideen als bunten Farbtupfern wechselten wir im weiteren Verlauf in eine subtropische "Hölle", die unser Auge mit frischem Grün sättigte. Wunderbare Panoramablicke, exotische Pflanzen und ein schöner Wasserfall entschädigten uns für die Strapazen des steilen Aufstiegs.

Die Mittagspause hatten wir unweit der Ruine von Wiñay Wayna. Wir warteten lange aufs Essen; dafür war es eine Meisterleistung des Maggi-Kochstudios :-(

Die Strecke wurde jetzt flacher und führte uns zum Tageshöhepunkt: Ein 1. Blick vom Sonnentor auf Machu Picchu in der Abendsonne. Viele Aahs und Oohs, lang anhaltende Blitzlichtgewitter sowie der obligatorische Ruf nach dem allseits beliebten Gruppenfoto zeigten die Begeisterung der Gruppe.

Nach weiteren Stopps mit Postkartenmotiven sanken wir erschöpft aber glücklich in die Polster des Bus, der uns nach Aguas Calientes brachte.

Dort erholte sich ein Großteil der Gruppe in den stinkenden Schwefelthermen, die bei einer Inspektion der deutschen Gesundheitsbehörde sang- und klanglos durchgefallen wäre (gut, dass es schon dunkel war).

Ein gemeinschaftliches Abendessen rundete diesen gelungenen Tag ab.

Auszeichnung zum Helden des Tages: Stefan, die Kampfsau, quälte sich mit den Auswirkungen von Montesumas Rache über die komplette Strecke, ohne zu jammern.

P.S.: Die Killer-Insekten hatten wohl gerade Mittagspause; wir bekamen zumindest keine zu Gesicht.

Unsere Aussenkorrespondenten Silke und Christina berichten in Kürze:….

Da, wie schon erwähnt, wir nicht mehr am Inkatrail teilnehmen durften, machten wir (Silke, Christina und Veronica) uns auch am frühen Morgen auf zu unserem Alternativprogramm.

Mit eigenem Taxifahrer, plus unserem Guide David fuhren wir ins Heilige Tal der Inka. Der erste größere Halt war Pisac, wo wir bei einer kleinen, aber schoenen Wanderung die Pisacruinen besichtigten und den tollen Ausblick ins Heilige Tal genossen.

Danach führte uns das Taxi nach Ollantaytambo zu weiteren Inkaruinen mit unendlich vielen Stufen. Nach der Erklimmung der oberen Plattform (*stöhn, ächz*), fragten wir uns, wie um Himmels Willen es die Inka überhaupt geschafft haben, 500t schwere Steinblöcke dort raufzuschaffen?!?.

Nach dem Mittagessen stiegen wir in den Zug in Richtung Aguas Calientes, wo wir den Rest der Truppe in den Thermalquellen wiedertrafen.

30 Aug. 2005 • Aguas Calientes - Machu Picchu

Intihuatana
Machu Picchu

Auf den Spuren der Inkas - Teil 2

Heute hieß es sehr früh aufstehen. Auf Wunsch einiger Tourteilnehmer wurden wir bereits um 5 Uhr geweckt.

Nach dem Frühstück ging es mit dem Bus von Aguas Calientes nach Machu Picchu. Am Berg angekommen hatten wir die Gelegenheit die peruanische Bürokratie kennenzulernen (Ticket- und Passkontrolle bis zum Abwinken). Während der Warterei gab es als kleine Entschädigung einen Machu Picchu-Stempel in den Reisepass.

Endlich am Machu Picchu angekommen, konnte unser Guide Ivan mit der Führung loslegen, welche uns zu allererst an einen spektakulären Aussichtspunkt über Machu Picchu führte. Natürlich war das Blitzgewitter riesengroß. Der wolkenlose Himmel ermöglichte uns eine fantastische Sicht.

Weiter ging es vorbei an Gebetstempeln, Lamaställen und "Wohnungen" der Inkas, was uns sehr beeindruckte. Manch andere jedoch fanden die grasenden Lamas weitaus interessanter als die uralten Inka-Ruinen.

Nach der 2-stündigen Führung hatten wir bis zur Abfahrt einige Zeit zur freien Verfügung. Vier harte Kämpfer nutzten den Vormittag und erklommen den Gipfel des Wayna Picchu. Ein weiterer Teil der Gruppe pflegte nach alter Inka-Tradition eine Siesta abzuhalten. Bei strahlend blauem Himmel und atemberaubender Sicht lagen wir in den Ruinen von Machu Picchu.

Die verbleibende Zeit am Nachmittag nutzten die meisten für einen Bummel durch Aguas Calientes und um sich in einem der zahlreichen Restaurants den Magen vollzuschlagen.

Am späten Nachmittag hieß es Abschied nehmen vom tropischen Klima und dem Dschungel. Mit dem Zug ging es wieder zurück ins kühlere Cusco wo bereits die kalte Nacht auf uns wartete.

31 Aug. 2005 • Cuzco

Beate beim Abendessen im Chifron
Capachica

Zugfahren, Zugfahren und nochmal Zugfahren

Den heutigen Tag sollten wir hauptsächlich im Zug verbringen. Am Morgen stiegen wir in den Zug, der uns in ca. 8-9 Stunden von Cusco nach Juliaca am Titicacasee bringen sollte. Die lange Zeit vertrieben wir uns mit Lesen, Schlafen, Kartenspielen und Bewunderung der tollen Aussicht entlang der Strecke. Dabei passierten wir die peruanische Hochebene, wobei unsere Aufmerksamkeit vor allem den schneebedeckten Gipfeln galt.

Nach ca. drei Stunden, der Großteil von uns war endlich (trotz ständigem "Zug-Gehupe")friedlich eingeschlummert, wurden unsere Träume jäh von grausam quietschenden Geräuschen gestört…. Wie sich nach einiger Verwirrung heraustellte, handelte es sich dabei um eine kleine peruanische Gesangsgruppe. Prompt wurde Stefan in den Bann der "Sängerinnen" gezogen, und tanzte und sang, verkleidet mit Bommelmütze und Schal, wild mit den beiden mit, sehr zum Spaß von uns allen :-).

Angekommen in Juliaca fuhren wir mit dem Bus nach Chifron unserem Übernachtungsort, den wir im Dunkeln erreichten. Die nächsten zwei Tage hieß es nun ohne Strom und fließend Wasser zu verbringen.

Bei der Ankunft standen zwei Esel bereit, die unser Gepäck zu den Lehmhütten bringen sollten. Aus Mitleid mit dem Esel (8! Koffer oder Taschen auf einem Esel hielten wir doch einfach für zu viel), trugen einige ihr Gepäck letztendlich selbst den Hügel hoch.

Bei Kerzenschein nahmen wir unser Abendessen zu uns. Gestärkt bezogen wir unsere Hütten, die verstreut am Hang lagen. Nachdem alle den Weg entlang kaum erkennbarer Pfade und im Dunkeln wieder zum Essenssaal gefunden hatten, beschlossen wir den Abend mit einem gemütlichen Lagerfeuer und der Ansicht eines atemberaubenden Sternenhimmels.

Gespannt darauf, was uns wohl am morgigen Tag im Hellen erwartet, verkrochen wir uns in unsere Schlafsäcke und unter viele Decken.

01 Sep. 2005 • Capachica

Titicaca See
die Gruppe mit Emiliano in Chifron

Ohne Strom und fließend Wasser

Nachdem wir am Vorabend bei totaler Finsternis angekommen waren, wurden wir nach einer kühlen und ungewöhnlich stillen Nacht am Morgen von Eselgeschrei oder Hundegebell geweckt. Als wir unsere Lehmhütte verließen, hatten wir einen atemberaubenden Blick über den azurblauen Titicacasee. Vor dem Frühstück konnte noch ein Bad im eiskalten (10 Grad) aber wunderschönen See genommen werden. Die Einzigen, die sich heldenhaft überwinden konnten, waren Barbara und Doreen.

Nach dem schmackhaften Omlett führte uns der freundliche Hausherr auf den Gipfel der Halbinsel (4100m). Auf dem Weg erklärte er uns die heilenden Wirkungen der zahlreichen Pflanzen am Wegesrand. Jeder durfte mal an den Heilkräutern riechen. Er erklärte uns, dass die Bewohner der Halbinsel gänzlich auf Schulmedizin verzichtet und ausschließlich auf die heilende Kraft der Pflanzen vertraut. Nach zahlreichen Fotostopps und dem Abstieg zum See fuhren wir mit zwei Ruderbooten zurück zu unserem Ausgangspunkt.

Zu Mittag wurden wir wieder lecker bekocht und der Nachmittag stand zur freien Verfügung.

Direkt am See war es sehr windig, doch wer lange suchte, fand auch ein sonniges Plätzchen zum relaxen. Nach dem Sonnenuntergang wurde es so finster, dass wir einen Sternenhimmel bewundern konnten, wie er wohl nur an wenigen Orten der Welt zu sehen ist.

02 Sep. 2005 • Tiwanaku - La Paz

Tiahuanacu Ruinnen
Auf dem Uros Inseln

Wir reisen nach Bolivien!

Wieder einmal bewiesen wir unseren festen Urlaubswillen, indem wir uns um fünf Uhr aus dem Bett quälten, um das letzte Frühstück am Titicacasee bei Eimiliano zu genießen! Zum einem fiel der Abschied von unseren immer lächelnden Gastgebern schwer, zum anderen lockte uns jedoch die Aussicht auf fließend Wasser and damit einer warmen Dusche!

Unsere Rucksäcke wurden auf die Busse der dortigen Gemeinde geschnallt, die uns zu einem Boot brachten, mit dem wir über den See zu den Uros-Inseln schipperten. Anfangs betraten wir den schwammigen Untergrund der Inseln, die komplett aus Schilf gefertigt sind, noch etwas unsicher, wurden aber schnell mutiger und nutzten die Gelegenheit, unseren Souvenirbestand noch etwas aufzubessern. Dank viventura konnten wir eine kleine, gemütliche und nicht überlaufene Insel sehen - und nicht die touristenüberschwemmten "Disney-Uros"!

In Puno gab es den traditionellen Klo-Aufenthalt, bevor wir in unseren Bus nach La Paz stiegen. Puno wird uns leider nur als Dixie-Klo in Erinnerung bleiben!

Auffällig still verliefen die folgenden Stunden im Bus - das frühe Aufstehen der letzten Tage machte sich bemerkbar… Nur einige eifrige schafften es, sich zu unterhalten! Aber spätestens bei unserem Picknick mit wunderschönem Ausblick auf den Titicacasee wurden alle munterer, die Unterhaltungen kamen wieder in Gang: "Gibt es auch Alpaca-Unterhosen?, "Ob es an der Grenze wohl Klos gibt?" usw.

Endlich waren wir an der Grenze zu Bolivien angekommen, die wir zu Fuß passieren mussten. Bei dem Chaos, Geschrei und Gedränge fragten wir uns, ob hier überhaupt noch jemand den Durchblick hat. Wir warfen einen letzten, hoffnungsvollen Blick auf unsere Rucksäcke (Wiedersehen macht Freude!) und hängten uns an die Fersen unseres neuen Guides Frederico, der uns sicher durch die Behörden schleuste. Wir kamen alle durch, auch ohne jemanden zu bestechen! :-)

Endlich waren wir in unserem Bus (Auch unsere Rucksäcke tauchten aus dem Nichts alle wieder auf!) nach La Paz. Auf dem Weg hielten wir an der Ruinenstätte Tiwanaku, um noch einmal alte Steine, Mumien und ein Museum zu bewundern.

Nachdem wir El Alto passiert hatten, mussten wir die Augen schließen und durften sie erst nach zehn Sekunden wieder öffnen. Der Blick auf den "Kessel" von La Paz ließ uns die Strapazen der letzten Tage fast vergessen und den beeindruckenden Blick von oben auf die Stadt kann man kaum in Worte fassen!

Schwer in Worte zu fassen ist allerdings auch das "Chaos" in der Stadt. Verkehrsregeln gibt es nicht, wer hupt und drängelt hat Vorfahrt! Die Stadt erschien als eine pulsierende Mischung aus Autos, Lichtern, Menschen, Lärm und Strassenbuden. Nichts für schwache europäische Nerven! Totmüde fielen wir in die Betten und freuen uns auf La Paz im Tageslicht!

03 Sep. 2005 • La Paz

Hauptplatz in La Paz

Downhill Madness

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen von "Downhill Madness".

Doch vorab eine kurze Info für unsere Daheimgebliebenen: Der folgende Bericht beinhaltet evtl. die eine oder andere Übertreibung. Also macht euch bitte keine im Nachhinein sowieso sinnlosen Sorgen, wir haben alle überlebt! Im Prinzip war es fast so wie ein Fahrradtourchen in Holland :-) !

Aber alles schön der Reihe nach. Morgens beim Frühstück "hingen alle noch ziemlich in den Seilen" (Zitat Christof). Einige spielten bereits mit dem überaus dummen Gedanken, sich wieder zurück ins Bett zu legen und den Tag gemütlich an sich vorüberziehen zu lassen. Doch glücklicherweise gibt es ja den wohlbekannten Gruppenzwang. Also brachen wir alle gemeinsam zu der bevorstehenden Mountainbike-Tour auf.

Aber erst einmal mussten wir uns mit totschicken Anti-Staubhosen und äußerst eleganten Fahrradhelmen sowie knall-orangen Schutzwesten ausrüsten. Als kleine Entschädigung gab es dann aber für jeden ein "Death Road Survivor"-T-Shirt, obwohl diese Behauptung ja eigentlich etwas voreilig war. Gut ausgestattet fuhren wir dann zu unseren auf 4.600 m hoch gelegenen Ausgangspunkt, wo wir unsere Fahrräder testen konnten und erste Instruktionen erhielten.

Und dann ging es endlich los. Mit einer Spitzengeschwindigkeit von 70 km/h düsten wir die ersten 30 km hinunter. Bis auf die 3 km Uphill war diese erste Hürde für alle leicht zu nehmen und wir genossen den Geschwindigkeitsrausch in einer atemberaubend schönen Umgebung. Nachdem wir dann eine ewig lange Baustelle passiert hatten, begann der lustige aber auch anstrengende Teil der Tour: Ab jetzt war die Straße nicht mehr asphaltiert, nur ein Auto breit und der hinunterfahrende Verkehr (also auch wir) musste links, d.h. am Abgrund entlang fahren. Solange wir fuhren war dies nicht weiter schlimm, da wir uns 100%ig auf die sandige und teils schlammige Piste konzentrieren mussten. Doch bei den kurzen Pausen konnte man einen Blick über den Abgrund riskieren und ehrlich - da ging es verdammt steil nach unten!

Doch mutig wie wir nunmal sind, ließen wir uns nicht vom Weiterfahren abhalten und unsere Guides führten uns sicher zu unserem Ziel auf 1.300 m: eine traumhaft schöne Jungle-Lodge mitten im Nebelwald.

Dort angekommen stürzten wir uns erst einmal unter die heißersehnten Duschen, um uns von der cm dicken Staubschicht zu befreien. Einigen ging dies doch nicht schnell genug und sie badeten im hauseigenen Fluss. Der Pool, der nette Besitzer und das super leckere Buffet sorgten für eine entspannte Atmosphäre. Erschöpft aber glücklich ließen wir uns ein wenig verwöhnen, bis wir uns dann trotz lautem Protest irgendwann auf den Heimweg machen mussten.

In kleinen Bussen ging es die "Strasse des Todes" wieder hinauf. Erst jetzt wurde uns bewusst WIE STEIL der Abhang und WIE ENG die Strasse eigentlich war. Zum Glück mussten bei Gegenverkehr immer die anderen rückwärts setzen. Je mehr Kreuze und abgestürtzte Autowracks wir passierten, desto makaberer wurden die Scherze. Nachdem wir diese Mutprobe auch noch bestanden hatten, wurden wir mit einem einmaligen Blick auf das nächtliche La Paz belohnt. Am Ende waren wir uns alle einig, dass dies eines der aufregendsten Erlebnisse der gesamten Reise war.

04 Sep. 2005 • Uyuni - La Paz

Die Kathedrale in La Paz
La Paz!!!

Mit dem öffentlichen Bus und Zug nach Uyuni

Der Morgen begann recht relax, denn wir hatten bis 13.30 Uhr Freizeit. Die meisten schliefen erst mal aus und dann ging es zum Shoppen in die Einkaufstraßen von La Paz.

Um 13.30 Uhr wurden wir mit dem Bus zum öffentlichen Busbahnhof von La Paz gefahren. Dort wurden wir von lauten Rufen der Zielbahnhöfe wie z.B. "Cochabamba" und "Ouro" empfangen. Wir mussten unser Gepäck abgeben, einige Sondergebühren zahlen und dann ging es los nach Oruro mit einem guten öffentlichen Bus. Die verschiedenen menschlichen Ausdünstungen waren allerdings etwas gewöhnungsbedürftig.

In Oruru angekommen, wollte der Busfahrer nicht mehr weiter zum Zugbahnhof fahren, da in Oruro wohl der "Tag der Fussgänger" war. Nach verschiedenen Überredungskünsten von Vero fuhr er uns dann wenigstens in die Nähe des Bahnhofes, allerdings mussten wir noch einen ungefähr 1 km langen Gewaltmarsch mit samt unserem Gepäck quer durch Oruro hinter uns bringen.

Dann konnten wir endlich den Zug nach Uyuni besteigen. Die Fahrt war sehr lang, ziemlich kalt und auch recht staubig. Endlich um ca. 2.45 Uhr in der Nacht sind wir dann völlig erschöpft in Uyuni angekommen und mit dem Taxi in unser Hotel gefahren wo wir völlig müde in unsere Betten gefallen sind.

05 Sep. 2005 • Chuvica - Uyuni

Uyuni Salzwüste
Der Zugfriedhof

Alles Schnee, oder was?

Das es in Uyuni sehr kalt werden würde, wussten wir ja. Doch bei 8 Grad im Zimmer (damit kälter als in den Lehmhütten am Titicacasee) fällt das Aufstehen schwer. Doch zum Glück konnten wir heute ausschlafen und zum Frühstück über zwei Gläser Nutella herfallen.

Um 13 Uhr holten uns drei Jeeps für die Fahrt in die Salzwüste ab. Den ersten Zwischenstopp machten wir schon nach wenigen Minuten bei dem Friedhof der Lokomotiven mit mehr als 100 Jahre alten verrosteten Metall. Danach rauschten die Jeeps über die unendlichen Weiten der weissen Salzwüste. So weit das Auge reicht - nichts als schneeweiße Landschaft!

Wer wollte (und etwas kaufte) der konnte noch das komplett aus Salz gebaute Hotel ansehen. Sogar die Stühle und Tische wurden aus dem weißen Kristall gefertigt.

Mitten in der Salzwüste tauchte ein Berg mit hunderten Kakteen auf. Hier machten wir für ein Picknick und anschließender Erkundung eine Pause. Wie sehr uns "BOLIVIA" gefallen hat, kann man gut an dem Gruppenfoto erkennen!

Kurz vor Sonnenuntergang tauchte am Horizont eine Siedlung auf. Wer mag da am Ende der Welt wohnen? Ehe wir uns darauf eine Antwort bilden konnten, standen wir vor der heutigen Unterkunft in Chuvica!

Zum Abendessen gab es zum x-ten Mal das Bolivianische Leibgericht Hühnchen mit Kartoffeln, Reis und Mayo (war aber lecker zubereitet). Bevor um 22 Uhr der Strom ausgeschaltet wurde, sahen wir uns die Foto CD von der Mountainbike Tour an und ließen den Tag mit einen Glas Bier ausklingen.

06 Sep. 2005 • Chuvica - Laguna Colorada

Grüne Lagune und Licancabur Vulkan
Geysirlandschaft

Der Tag begann ganz "romantisch" um fünf Uhr morgens: Rucksack packen im Schein der Taschenlampen (Strom für alle ist rationiert und nur zu bestimmten Zeiten verfügbar). Im Morgengrauen fuhren wir los, Frühstück gab es erst drei Stunden später in einem winzigen Dörfchen. Mal wieder trockene Brötchen und Marmelade…

Mittags gab es ausnahmsweise nicht das Standard-Essen "Hähnchen mit Kartoffeln und Reis", sondern "undefinierbares Fleisch mit Kartoffeln und Reis".

In Bezug auf Unterkunft und Essen wurden wir in Bolivien nicht gerade verwöhnt, aber die traumhafte Landschaft entschädigte für alles. Die Jeeptour auf unbefestigten Wegen führte uns zu den vielfältigsten Naturschauplätzen:

- Canyon de las Rocas mit bizarren Felsformationen
- Hochlandlagune mit zahlreichen Flamingos
- rote Lagune, wieder mit Flamingos
- Vulkankrater mit blubberndem Schlamm und fauchenden Geysiren
- warme Thermalquellen, ideal zum Füße wärmen
- grüne Lagune, diesmal ohne Flamingos (Wasser giftig!)

Unzählige, teils schneebedeckte Vulkane säumten unseren Weg. An der chilenischen Grenze, die wir abends erreichten, wurden erst einmal unsere Schuhsohlen desinfiziert, indem wir über eine feuchte Schaumstoffplatte laufen mussten. Nachdem sichergestellt war, dass wir keine gefährlichen Krankheiten ins Land schleppen, wurden noch unsere Rucksäcke per Hand kontrolliert und durchsucht. Die Grenzbeamten schreckten dabei auch vor einem Griff in die "Schmutzige-Wäsche-Tüte" nicht zurück. Die Jackentaschen interessierten sie dagegen seltsamerweise gar nicht, wodurch mindestens ein Apfel und eine Orange von Bolivien nach Chile geschmuggelt wurden.

Kurz darauf erreichten wir unsere Unterkunft in San Pedro de Atacama. Die schönen Zimmer, saubere Handtücher, funktionierende Klospülungen und Duschen versetzten uns alle in Entzücken. Nach einem leckeren Essen im gemütlichen Restaurant fielen wir alle satt und zufrieden - und diesmal nicht bibbernd vor Kälte - in unsere frisch duftenden Betten.

07 Sep. 2005 • San Pedro De Atacama - Atacama Desert

Gesteinsgebilde
Letztes Gruppenfoto :-(

Am Morgen hatten wir Zeit auszuschlafen und unsere letzten Souvenirs einzukaufen. Es blieb auch noch ein wenig Zeit gemütlich einen Kaffee zu schlürfen.

Um 13.30 Uhr holte uns der Bus ab und wir fuhren zum Aussichtspunkt auf den Salzgebirgszug (Mirador de la Cordillera de Sal). Anschließend gings weiter zum Valle de la Muerte (Todestal) wo wir eine ca. 45 min. Wanderung durch die Felsformationen machten. Die Ausblicke waren sehr schön und es war sonnig und angenehm warm. Danach fuhren wir durch das Valle de la Luna (Mondtal) und besichtigten die drei Marias. Manch einer/eine sah darin allerdings ganz andere Figuren (Kröte, Schwein….). Das besondere Highlight des Mondtales waren allerdings nicht die drei Marias sondern die zwei Mountainbiker, die für ein bisschen Schokolade sogar einen Striptease für uns hinlegten.

Weiter gings durch die Atacama Wueste bis wir gegen 17.00 Uhr in Calama ankamen. Am Abend gingen wir gemeinsam zum Pasta essen. Der Wein tat sein übriges, so dass einige bis 2:00 Uhr bei viel Gesang (insbesondere deutsches Liedgut und peruanische sowie deutsche Nationalhymne) feierten. Auch die Lokalbesitzer gaben ihr bestes, wobei es mit der chilenischen Nationalhymne doch etwas haperte. Es war ein schöner Abschiedsabend.