Reisebericht

Hier können Sie sehen, was unsere Reisenden auf ihrer Reise erlebt haben.

22 Juli 2005 • Lima - Santiago de Chile

Warten auf die Gruppe!!
Am Hauptmarkt , jede Menge Fisch!

Willkommen in Peru

Langer Flug nach Chile. In Madrid stießen auch die Schweizer zu uns. Nun waren wir komplett. Vor lauter Erwartungsfreude, gegenseitigem Beschnuppern, Videos schauen und Spiele spielen, kam der Schlaf doch etwas zu kurz. Auch die "sehr deutliche" Durchsage der Piloten von Minusgraden in Chile ließ uns stutzen.

So waren wir froh, in Santiago von Melanie und Malena zu einer Stadtrundfahrt abgeholt zu werden. Sehr lebhaft schilderten sie uns das alltägliche Leben in dieser Riesen-Metropole. Wir aßen in einer großen Markthalle.

"Riesenmengen an Fisch, lebenden Seeigeln und Schweineköpfen grinsten uns entgegen."

Zum Abschluss der Tour gab es Kaffee aus einer Reagenzglas-Kaffeemaschine und schon dachten einige über die ersten Mitbringsel nach.

Weiter ging es mit Verspätung nach Lima, wo wir von Gisele und ihren beiden Praktikanten empfangen wurden und in unserem Hostal nur noch tot in unsere Betten fielen.

23 Juli 2005 • Pisco - Lima

Altstadt Limas
Ein Pisco in Pisco !!

Lima, Pazifik und Pisco Sour!

Sechs Stunden Schlaf später und nach der heißersehnten Dusche geht`s los zum Stadtrundgang durch Lima. Mit einem stetigen "Gucken Sie bitte!" auf den Lippen werden uns die kolonialen Sehenswürdigkeiten der Stadt gezeigt. In jeder Ecke sieht man, dass sich Lima für den Unabhängigkeits-Tag herausputzt: Fahnen werden gehisst, Mülleimer angestrichen, Laternen geputzt und Straßenmarkierungen nachgezogen.

Bevor es auf der Panamericana nach Pisco geht, decken wir uns in einer Shopping-Mall mit den nötigen Süßigkeiten und Getränken ein und auch die schreiend süße und neongelbe Inca Kola darf nicht fehlen.

Zwischenstopp am Meer: Picknick ist angesagt. Das an einer Bushaltestelle abgeholte Essen wird in einer Strandbar verzehrt. Beim anschließenden Strandspaziergang beobachten wir dick eingemummelt und kopfschüttelnd, wie unsere Badenixe Karen mit den Füßen durch den Pazifik watet.

In Pisco angekommen werden wir mit einem Pisco begrüßt und lassen den Tag ruhig ausklingen.

24 Juli 2005 • Huacachina - Pisco

Björn und Doreen in den Dünen
Auf der Bootsfahrt

Ein erlebnisreicher Tag

Gisele überraschte uns beim Frühstück mit einem Stückchen Heimat: Nutella!

Mit einem kleinen Boot erkunden wir vormittags die Tierwelt der Ballestas-Inseln. Vorne im Boot ist es windgeschützt, dafür sind wir hinten schnell durchgefroren. Doch es gibt viel zu sehen: Pelikane, Humboldt-Pinguine, Seelöwen und ganze Inseln voller Vögel. Kein Wunder, dass man hier alle paar Jahre meterweise Guano abtragen kann.

In einem kleinen Museum brachte uns unser Guide die Lebensweise der Paracas-Bevölkerung vor mehreren 1000 Jahren näher. Was sind schon Pearcings und Tattoos gegen das Einschnüren der Säuglingsschädel, damit sie sich nach oben verformen?!

Nachmittags besuchten wir eine Piscobrennerei und durften natürlich auch den Pisco in vielen verschiedenen Variationen kosten.

Am frühen Abend erreichten wir die Huacachina- Oase. Bis zum Sonnenuntergang düsen wir mit spacig aussehenden Buggies durchs Dünenmeer.

Bei einem Zwischenstopp stürzten sich viele von uns beim Sandboarding mehr oder weniger elegant, aber auf jeden Fall mit viel Spaß die Dünen hinunter.

Der Blick von den Dünen in der Dämmerung auf die Oase ist sehr beeindruckend. Auch diesen Abend ließen wir mit einem gemeinsamen Essen ausklingen, auch wenn es eher ein "Nacheinander-Essen" war. Aber das Restaurant ist ja auch erst seit zwei Wochen geöffnet…

25 Juli 2005 • Nazca - Ica

Volker begeistert beim Wolledrehen
Sonnenuntergang in Nazca

Was uns Pachamama…

Weiter ging es per Bus auf der Panamericana durch die wenig bewachsene Landschaft Perus richtung Nasca.

9.23 Uhr war der Bus-Stop. Schon wieder eine Verkehrskontrolle? Der Rückwärtsgang wurde eingelegt und es ging mehrere 100 Meter zurück. Waren wir falsch abgebogen? Nein! Der Busfahrer und Gisele fragten: Wollt ihr aussteigen um Baumwolle anzufassen? Irritation und Gelächter: Schon nach kurzer Zeit hat Volker den ersten Faden für seinen neuen Pulli gedreht!

Weitere Stops folgten: wir besuchten eine Kakteenzucht für Läuse und betrachteten bohnenähnliche Gewächse an Bäumen, bestaunten das Felsengesicht "Cara de Inca", probierten frisch gepressten Orangensaft, besuchten das Maria Reiche Museum und bewunderten auf dem Aussichtsturm von Nasca die ersten Nasca Linien.

Endlich kamen wir am Flughafen an und ab ging es in kleinen 3-5 Sitzern in die Lüfte, um alle Figuren der Nasca-Linien zu betrachten.

Eine halbe Stunde und drei volle Tüten später hatten wir alle wieder sicheren Boden unter den Füßen und freuten uns darauf, endlich etwas zu essen.

In unserem Hotel, eine wahre Oase der Ruhe, genossen wir einen faulen Nachmittag.

Nach dem Besuch eines muckelig warmen Planetariums, bei dem uns die Bedeutung vieler Nazca-Linien und ihr Zusammenhang zu verschiedenen Sternkonstellationen auf leicht unverständlichem Spanglisch näher gebracht wurden, erwartete uns abends ein ganz besonderes Essen: Pachamanca. Oh, wir danken dir, Pachamama, dass wir amigos turistas dieses Essen genießen durften!

"Ganz freiwillig" dazu bereit erklärt haben sich Sascha und Bettina beim anschließenden typischen Tanz - "wir fackeln den Schwanz eines Partners mit einer Kerze ab" - tapfer geschlagen.

26 Juli 2005 • Corire - Nazca

Auf dem Chauchillas-Friedhof
Picknick am Strand

Von Mumien und Wüsten

Endgültig geweckt von Utas Stimme: "Habt ihr auch keinen Strom und kein Wasser?" ging es früh morgens los auf gespenstischen Wegen durch dichten Nebel und die typisch karge Landschaft aus Geröll und Sand und vereinzelten knorrigen Bäumen.

Wir besuchten einen alten Nazca-Friedhof, auf dem uns unser Guide mit großer Begeisterung herumführte und uns jede einzelne Mumie ausführlich erklärte. Drapierte Mumien, herumliegende Knochensplitter und Baumwollreste sind schon ein bisschen makaber. Und mal wieder wunderten wir uns, warum solch ein Kulturerbe relativ ungeschützt den Launen von Mensch und Natur ausgesetzt ist. (In Deutschland gäbe es so etwas nicht!)

Und passend zur Atmosphäre wackelte die Erde - für uns auf dieser Tour zum zweiten Mal.

Den ganzen Tag fuhren wir weiter durch Wüstenlandschaften. Aber Wüste ist nicht gleich Wüste. Wir sahen Sandwüsten, Geröllwüsten, Steinwüsten, helle Steine, dunkle Steine, leicht besiedelte Gebiete, menschenleere Wüsten.

Gepicknickt wurde an einem Steinstrand, an dem einige scheinbar verlassene Steinhütten stehen. Bei der Weiterfahrt war der Strand um einige Muscheln und Seeigel erleichert.

Abends kamen wir in Corire an. Auch wenn die Brücke in dem Dorf nicht wirklich vertrauenserweckend aussieht - sie hält trotzdem! In einer kleinen Bar gab es Flussshrimps - eine Spezialität in dieser Region - und dolle :O( Omeletts. Wir bekamen Einblick bis direkt in die Küche, wo uns die Shrimps noch entgegen winkten. Ein Käfer (das Auto) in der Küche ließ uns mal wieder erstaunen.

Unser Hotel war zum ersten Mal während dieser Tour nicht gerade das sauberste. In dieser Nacht wurde auch die Behauptung widerlegt, dass Hähne erst beim Sonnenaufgang krähen.

27 Juli 2005 • Corire - Cabanaconde

Landschaft auf 4000 m
Auf der Suche nach den Dino Spuren

Das erste Mal…

Wie immer früh am Morgen machten wir uns auf den Weg zu den Dino-Spuren. Der Aufstieg war eine willkommene Abwechslung zur langen Busfahrt.

Nächster Stopp war bei den "berühmten" und erst kürzlich entdeckten Fingermalereien - eine Vorstufe des modernen Bodypaintings. Stammen sie wirklich aus grauen Vorzeiten? Nun, um dieses herauszufinden brauchen wir eine neue Maria Reiche!

Anschließend wanderten wir durch eine Steinwüste mit vielen Petroglyphen. Die Landschaft ist schon sehr skurril.

Hoch in den Bergen nahm Bettina für die ganze Gruppe die Höhenkrankheit auf sich und sorgte für einen unfreiwilligen Zwischenstopp, der direkt zum Picknicken genutzt wurde - auch in sehr skurriler Landschaft. Dieses Mal jedoch inmitten von Kakteen. Viele aßen dort zum ersten Mal Passionsfrucht. Wie kommt man überhaupt an den Inhalt? Und soll man sie ganz essen oder in Portionen? Karen probierte es ganz und hatte große Mühe den Inhalt herunter zu bekommen.

Beim nächsten Zwischenstopp in einem kleinen Dorf tranken wir zum ersten Mal frischen Cocatee. Der Ort ist ein Erlebnis!

In unserem Zielort Cabanaconde angekommen, probieren viele von uns zum ersten Mal Alpakafleisch auf ganz unterschiedliche Art und Weise.

28 Juli 2005 • Colca-Schlucht - Arequipa

Sascha und Michaela
Vor der Fahrrad-Tour!

Kondoren, Frahradtour und Heissen Wasser

Frühmorgens ging es los um die berühmten Kondore kreisen zu sehen. Zum ersten Mal seit Tagen hatten wir das Gefühl, nicht allein über die ewigen Schotterpisten zu fahren, denn am Aussichtspunkt warteten schon hunderte weitere Touristen. (Wo kommen die alle her???) Wir verteilten uns über den gesamten Aussichtspunkt und nach einer Weile des Wartens kamen sie endlich angesegelt. Die morgendliche Aufwinde nutzend, schraubten sie sich immer höher, manche sogar direkt über unsere Köpfen hinweg.

Weiter ging es mit dem Mountainbike etwa zehn Kilometer bergab (naja, ein wenig bergauf ging es auch… keuch…) über die staubige Schotterpiste. Leider mussten wir an einem Zwischenstopp unsere Mountainbikefahrt beenden, denn wir waren mal wieder etwas im Zeitverzug und es wurde schon gedrängelt….. (Vamos, chicos, sigue caminando! Keep walking!)

Vorbei an den Terassenfeldern des Colcatals erreichten wir in der Mittagszeit die heißen Quellen von Calera. Vorgestellt hatten wir uns naturbelassene Becken und waren überrascht, als wir in einer Badeanstalt landeten. Das Wasser war mit 38 Grad p…warm und selbst Volker schaffte kein ganzes Bier im Pool.:-)

Zum Mittagessen konnten wir an einem Buffet typische einheimische Köstlichkeiten probieren (mehr oder weniger scharf).

Auf unserer Weiterfahrt konnten wir auf 4800m Höhe schon die ersten Wahrzeichen von Arequipa sehen (schneebedeckte Vulkane). Die Luft ist ganz schön dünn, schon das Aufstehen ist anstrengend.

Abends kamen wir in unserem wunderschönen Hotel in Arequipa an. Hier könnten wir es auch einige Tage aushalten! Eine Runde Pizza und der Vorsatz, am nächsten Abend Arequipas Nachtleben zu erkunden, rundeten den Abend ab.

29 Juli 2005 • Arequipa

Am Plaza de Armas von Arequipa
Nachtleben entdecken!!

Arequipa in Feiertagen

Endlich war ausschlafen angesagt! Erst um halb 11 machten wir einen Stadtrundgang durch Arequipa. Hier ist in der Innenstadt wesentlich mehr Leben als in Lima, so schien es uns. Aber es war ja auch Feiertag!

Heute wurden wir ein wenig weitergereicht, Gisele holte uns ab, übergab uns beim Stadtrundgang an Viviana, die es mal wieder etwas eilig zu haben schien. Im Kloster Santa Catalina wurden wir dann wieder einer anderen Führerin übergeben, bevor wir von Gisele zum Mittagessen mit weiteren viventura-Leuten abgeholt werden.

Das Kloster ist beeindruckend groß, und wir konnten uns weiß Gott nicht vorstellen, wie man als 12-jährige ins Kloster gehen kann und sein Leben lang kaum Kontakt zur Außenwelt hat.

Volker, Sascha und Tom waren die Mutigen, die sich heute beim Essen ein Meerschweinchen bestellt haben. Und Saschas Meerschwein grinste einen echt noch an….Wie gut, dass wir anderen schon mit dem Essen fertig waren!:-)

Abends schafften wir es endlich mal, nach dem Essen noch in eine Kneipe und hinterher in die Disco zu gehen. Solange es keine lateinamerikanischen Rhythmen sind, wird hier sogar dieselbe Musik gespielt, wie bei uns daheim. Nur das mit dem Hüftschwung müssen wir noch etwas üben…

30 Juli 2005 • Cuzco - Arequipa

Ein Lama in den Straßen von Cuzco
Bereit für den Flug nach Cuzco

Fliegen in die Inkastadt

Und mal wieder ausschlafen! Genau das richtige nach der Disconacht gestern. Aber unser Hotel ist ja auch zu schön, um es früh zu verlassen! So genossen wir einen ruhigen Vormittag, jeder auf seine Weise.

Um 12 Uhr sollte der Bus uns abholen und zum Flughafen bringen; sollte…. So wurden irgendwann auf die Schnelle jede Menge Taxis bestellt, die etwa Lupogröße haben. Und - wie sollte es anders sein: Kaum war das erste Taxi da, kam der Bus! Die Rucksäcke wurden auf das Dach gelegt. Ob sie wohl auch am Flughafen ankamen??

Der Flughafen wird noch richtig manuell betrieben. Ein Foto wert ist auf jeden Fall die "Feuerwehr": zwei Männer mit einem Feuerlöscher auf einer Holzpritsche. Der Flug nach Cuzco war kurz. Es reichte gerade mal für ein Bonbon. In Cuzco gelandet merkten die ersten schnell, dass die Luft mal wieder dünner geworden war. Aber wir sind ja alle schon an stetige Höhenveränderungen gewöhnt.

Von Ernesto, dem letzten schweizer Inca, wurden wir in Empfang genommen und per Bus auf ziemlich amüsante Weise zu den ersten Sehenswürdigkeiten Cuzcos gelotst. Beeindruckend sind diese riesigen Steinmauern. Wie haben die Incas die bloß bewegen und dann auch noch passgenau ohne Mörtel aufeinander setzen können?

Unser Hotel hier hat ein bisschen was von einer Berghütte. Am meisten erfreute uns die kleine Rollheizung in jedem Zimmer - die erste und vielleicht auch einzige auf dieser Reise! Und abends wurde extra für uns nochmal der Kamin angezündet.

31 Juli 2005 • Cuzco - Cusco

Entdecken der Inkastadt
Auf dem Rücken von Perus Pferden

Ein Tag zum Genießen

Für Uta fing der Tag früh an - sie musste um 6.00 Uhr aufstehen und um 7.00 Uhr in den Gottesdienst in der Kathedrale zu gehen. Für die Anderen fing der Sonntag entsprechend human an: 9 Uhr frühstücken.

Heute war ein Tag, der uns zur freien Verfügung stand: Ina, Kirsten, Alonso und Gisele entschieden sich für einen Ausflug auf dem Rücken von Perus Pferden. Kirsten braucht in Zukunft keinen Allergietest für Pferdehaare mehr machen.

Michaela und Sacha nutzen die Zeit und sich untereinander in der Stadt mitdiversen "Geschmeide " einzudecken.

Björn und Doreen sind nach haltig beeindruckt, was die Inkamacht alles zu bieten hat: das Innere eines Rindes wird für jedermann sichtbar aufgehängt. Auch Bettina, Tom, Karen und Uta erkundeten die Stadt mit Hilfe des Reiseführers um auch ja nichts zu verpassen und speichern nach "Pachamama".

Der Abend klang für alle gemütlich und stimmungsvoll am Plaza de Armas im Restaurant aus. Alle hofften auf eine gute Nacht, denn schließlich geht es am nächsten Tag früh los - um 6.30 Uhr.

01 Aug. 2005 • Cuzco - Machu Picchu

Kirsten und Ina auf Inca Trail
Geschafft!!!

Uhr ist Uhr

Morgens standen wir auf, hochmotiviert, denn heute sollten wir endlich den Inka Trail bewandern. Unser Guide holte uns mit einem Kleinbus ab. Hier hörten wir zum ersten Mal das viel ausgesprochene viventura - Lied bis der Busfahrer meckerte, dass die Repeat-Funktion eingestellt war. :-)

Nach 1-1 1/2-stündiger Fahrt erreichten wir um 8 Uhr unseren Ausgangsbahnhof, nur um festzustellen, dass unser Zug erst um 9.05 Uhr abfuhr. Dann hätte jeder noch eine Stunde länger schlafen können!. Also blieb noch genug Zeit, da drei geklaute Tickets zu ersetzen waren und Alonso in den früheren Zug steigen musste.

Doch leider wollte unser Zug nicht so richtig, wie er sollte: es wurde 9, es wurde 9.05, 9.15, es wurde später und später, Panoramazüge, Luxuszüge und Peruanerzüge zogen an uns vorüber bis sie irgendwann einen anderen Zug zu unserem deklarierten, alle Peruaner rausschmissen, putzten und …mit 1,5 Stunden Verspätung startete der Zug und holte die Zeit natürlich auch nicht wieder auf. Bei km 104 stiegen wir aus, mitleidig belächelt von den übrigen Reisenden. Inzwischen brannte die Mittagssonne vom Himmel und unser Guide wies uns dezent darauf hin…, dass wir die zwei Stunden Verspätung eigentlich wieder aufholen könnten… Aber auf der ersten Etappe bis zu den Ruinen von Wiñay Wayna (drei Stunden) konnten wir ihn gut ausbremsen - es ist bei der Hitze aber auch verdammt anstrengend. Nur selten blieb Zeit, die Landschaft und den Ausblick zu genießen. Die Stufen zu Wiñay Wayna quälten wir uns hoch und erreichten das Restaurant und den Checkpoint gerade noch in 15 min, bevor er schloss. Mal wieder mussten wir uns beeilen, denn um 17.40 Uhr sollte der letzte Bus von Machu Picchu fahren und man braucht noch ca. 1,5 Std bis zum Sonnentor und dann 40 min bis zum Bus.

Hurra!! Endlich!! Unser Guide gratulierte uns zu einem neuen Rekord von 45min bis zum Sonnentor. Auch bei planmäßigem Verlauf wären wir erst um 17.00 Uhr dort gewesen.

Am Sonnentor angekommen genossen wir bei den letzten Sonnenstrahlen unseren ersten Blick auf Machu Picchu und freuten uns schon auf den kommenden Tag in den Ruinen.

Wir sind aber auch wirklich gerannt und konnten mal wieder nicht Vegetation und Aussicht genießen. Inzwischen ist aus der kaum bewachsenen Landschaft die wir bisher kennengelernt haben, Urwald geworden und so langsam können wir verstehen, warum Machu Picchu erst nach 400 Jahren entdeckt wurde.

Der letzte Bus des Tages brachte uns nach Aguas Calientes, eine turistische Stadt, die nur aus Souvenirständen und Hostals zu bestehen scheint.

Alle freuten sich auf das Hotel und eine warme Dusche, wurden aber schnell auf den Boden der Südamerika-Tatsachen zurückgeholt.

02 Aug. 2005 • Cuzco - Aguas Calientes

Uta und Sacha am Steinfenster
Machu Picchu!!

Die Inka-Ruinen von Machu Picchu

Der Tag begann um 1 Uhr nachts mit dem Einfall einer Horde spanisch-sprechender Schreihälse- besonders eine Frau ist, ohne dass wir sie gesehen haben- uns richtig ans Herz gewachsen.

Der Weckdienst morgens um 5 Uhr vergaß uns auch - naja auch egal - einen Wecker hörten wir eh durchs gesamte Hotel. Beim Frühstück gab es dann - oh Wunder - auch kleine Brötchen - und irgendwie können wir nicht leise Treppen laufen und Türen schließen…

Mit dem ersten Bus (ok, es war der Zweite) fuhren wir zum Machu Picchu und erreichten unseren Aussichtspunkt kurz bevor die Sonne aufging, ganz ruhig lag die alte Inka-Stadt noch da ehe sich gegen Mittag die Touristenströme den Berg hochschraubten.

"Achtung Bitte" Unsere Besichtigungstour durch Machu Picchu begann. Ausführlich erläuterte uns unser Guide die verschiedenen Bereiche der Stadt.

Die Himmelsgestirne spielten bei den Inkas eine wahrlich große Rolle. Keine Gesteinformation ist angeblich willkürlich. Alle lassen sich astronomisch begründen. Die Frage nach dem Sonnenstand (Hey, ist heute Sommersonnenwende?) schien damals so alltäglich zu sein wie heute die Frage nach der Uhrzeit.

Nach der Führung schwirrten wir in kleinen Gruppen aus: Die einen "unermüdlichen" bestiegen noch den Wayna Picchu (Jungberg) und kamen ein wenig verschrammt aber glücklich wegen der genialen Aussicht zurück; die Anderen stoben noch ein wenig durch Machu Picchu oder genossen Früchte… mit Ausblick und anschließendem Nickerchen.

Pünktlich erreichten wir alle den verabredeten Treffpunkt (Uhr ist Uhr) und leider war unser Zug mal wieder nicht pünktlich, so dass wir nun hier sitzen und warten, warten, während Loks und Züge an uns vorüberziehen.

Nach und nach sammelte sich eine Menschentraube an der Treppe zum Bahngleis an. Da werden wohl noch andere Züge als der cuatro y veinte ausgefallen sein. Ob wir gleich alle in einen Zug müssen??

Mit zweistündiger Verspätung startete unser Zug und bis wir in unserem Hotel in Cuzco waren, hatte keiner mehr Lust, essen zu gehen, sondern es schienen sich alle nur noch nach einer heißen Dusche und einem bequemen Bett zu sehnen.

03 Aug. 2005 • Cuzco - Titicacasee

Tanzen im Zug
Empfangen von Emilano im Gemeindesaal

Entspanntes Reisen durch die Hochebene

Knapp neun Stunden Zugfahrt lagen vor uns, von Cuzco bis nach Juliaca. Die Nobelabteile a bis e zogen an uns vorüber und wir stiegen in die durchaus bequeme Touristenklasse. Langsam fuhr der Zug durch die Landschaft Südperus. Wir passierten Hochebenen und schneebedeckte Berge und lieferten uns einen Kontest im Fotografieren: Wer erwischt einen Esel oder ein Alpaca? Einige von uns speisten auch das sehr erlesene Mahl, welches die Bahngesellschaft anbot. Da kann sich die DB noch manche Scheibe von abschneiden.

Auf dem höchsten Pass von 4300 m machten wir kurz Rast, dank der langsamen Fahrt gewöhnten wir uns alle gut an die dünne Höhenluft. Zum Sonnenuntergang erreichten wir Juliaca und rumpelten mit dem Bus noch eine weitere Stunde über Schotterstraßen, bis wir im Dunkeln unser Tagesziel Chifrón, eine kleine Gemeinde am Titicacasee, erreichten.

Aus dem Nichts tauchten kleine Menschen auf, die mit unseren großen Rucksäcken den Berg hochrannten. Wir gingen ohne Gepäck mit unserer Taschenlampe hinterher. Empfangen wurden wir bei Kerzenschein von Dorfchef, im Gemeindesaal, einer kleinen Holzhütte, mit warmem Cocatee und unserem Abendessen.

Auf dem Weg zur Toilette machten wir von Doreens und Michaelas Stirnlampe regen Gebrauch, da wir so auch zwei Hände frei hatten, um mit dem Eimer Wasser aus der Tonne in die Schüssel zu kippen.

In vier Gruppen wurden wir durch die dunkle Nacht zu unserer Unterkunft geführt. Wir stiegen durch ein kleines Holzgatter und landeten mitten zwischen einem Schaf mit zwei Lämmchen.

Zu zweit stiegen wir die Stufen zu einer Lehmhütte hoch und betraten die Hütte im Kerzenschein. Die Dächer sind aus Stroh, die Wände haben kleine Fenster, der Boden besteht aud festgetretenem Lehm. Unsere Betten bestehen aus einem Lehmsockel, Strohmatte, Matratze und drei dicken Decken.

Heute nacht wecken uns sicherlich keine Disco oder trampelnde lachende Turis, eher Esel, Schafe oder Hühner :-)

04 Aug. 2005 • Capachica

Männer mit sprechenden Steinen :-)
Tolle Aussicht auf den Titicacasee

Leben ohne Wasser und Strom

Wir schliefen erstaunlich gut. Manche mussten kurz vor dem Frühstück um 9 Uhr geweckt werden.

Unsere Morgenwäsche fällt hier - ohne fließendes Wasser und Strom - eher kurz aus. Wir können uns schwer vorstellen, wie die Menschen in dieser Gemeinde für immer leben. Aber wenn mann kein anderes Leben kennt, scheint man so zufrieden zu sein.

Nach dem Frühstück - mit dem wohl leckersten Rührei auf dieser Tour - zeigte uns Emiliano die Landschaft in dieser Gegend - wir bestiegen den riesigen Berg - dieses Mal ganz langsam und mit vielen Stopps, bei denen uns Emiliano heimische Pflanzen zeigte und den Nutzen für die Menschen erklärte. Fasziniert betrachteten wir die kleinen gelben und weißen Blüten, die zwei Wochen als Tee getrunken, zur ewigen Unfruchtbarkeit führen sollten.

Oben angekommen genossen wir die Aussicht über den riesigen Titicacasee und possierten für ein weiteres Gruppenfoto.

Der Weg bergab führte zu einer kleinen Bucht mit Kieselstrand. Uns erwarteten schon zwei Ruderboote, die uns zu dem Ausgangspunkt unseres Spazierganges bringen sollten. Doch vorher genossen wir eine Weile die ruhige Bucht und die Sonne. Gut, dass hier mal nicht die Devise "Keepwalking" galt.

Wir bestiegen zu siebt einen der kleinen Kähne und ein Ruderer ruderte uns über den ruhigen See.

Zu Mittag wurden wir mit drei Gängen wieder sehr verwöhnt. Der Nachmittag war für alle frei. Wir genossen es, in Ruhe am Strand oder an unserer Hütte in der Sonne zu sitzen, zu lesen, und zu schreiben.

Kirsten erleidete einen Zusammenprall mit einem Kaktus. Vor lauter Freude, endlich mal einen Esel in Groß fotografieren zu können, übersah sie einen Riesenkaktus und Stacheln bohrten sich in ihren Oberschenkel.

05 Aug. 2005 • Tiwanaku - La Paz

Bei den Tiahuanacu-Ruinen
Bootfahrt zu den schwimmenden Inseln

Einreise ins Omar-Land

Der Tag begann mal wieder mitten in der Nacht: um 5 Uhr schlafen selbst die Kühe, Schafe und Hühner um uns herum noch.

Kurz nach Sonnenaufgang holte uns unser Bus ab, lächelnd wurden uns Decken angeboten und nach ein paar Minuten wussten wir auch, warum: Im Bus ist es lausig kalt, aber eine Heizung schien es nicht zu geben. So waren wir über den Zwischenstopp am Titicacasee dankbar, bei dem wir mit einem Boot (unter Deck) auf die schwimmenden "Souvenir-Inseln" der Uros fuhren.

Nächster Stopp war an einer Klippe, bei der wir schnell ein Sandwich (endlich mal ein "normales" Picknick) einwarfen, da wir bis um 13 Uhr an der bolivianischen Grenze sein mussten.

An der Grenze herrschte großes Gewusel – es war Markt - Busse, große und kleine Karren, Menschen mit und ohne Gepäck, Fahrrad-Taxis fuhren und liefen durcheinander. Wir tauschten unsere letzten Soles gegen Bolivianos und passierten zu Fuß problemlos die Grenze.

"Bienvenidos a Omar-Land"

Mit neuem Bus und neuem Guide (Juan Carlos) fuhren wir zu den Ruinen von Tiahuanacu. Endlich mal gab es keine Mumien zu sehen, sondern Ruinen einer alten Tempelanlage, an denen heute immer noch Ausgrabungen stattfanden.

Am frühen Abend erreichten wir La Paz und schoben uns durch etlichen Verkehr bis zum Hotel. Die erste warme Dusche nach drei Tagen wird wohl eine der schönsten der Tour werden. Abends gingen wir in die "Touristenstraße", vorbei an unzähligen Straßenständen mit toten Alpaca-Embryonen und speziellen Süßigkeiten, die als Opfergaben für die diversen Götter und besonders für die Pachamama dienen.

06 Aug. 2005 • La Paz

Uta fertig für die Fahrrad-Tour
Über 4000 m hoch!!

Lord Helmchen und andere verrückte Begebenheiten

Ein actionreicher Tag beim Downhill-Trip auf der Straße des Todes oder ein gemütlicher Tag mit Sightseeing und Shopping in La Paz stand auf dem Programm.

In Bolivien war heute Nationalfeiertag und das ganze Stadtgeschehen schien sich auf der Straße abzuspielen. Häufiger verließen wir während unserer Stadtbesichtigung unseren Kleinbus, weil wir zu Fuß schneller vorwärts kamen als im dichten Verkehr.

Viel Interesantes gab es hier zu entdecken:
-lebende "Telefonzellen"
-Mit Sturmhauben vermummte Schuhputzer
-Polizisten speziell für Touristen
-von Gewerkschaften organisierte Straßenzüge mit ständigem Warenangebot in den Geschäftestraßen:
es gibt die Lampenstraße, eine spezielle Straße für Sanitäreinrichtungen, Kleidung, Drogerieviertel, Süßigkeiten und, und, und. Wie soll dieses große Warenangebot auf einem Fleck jemals verkauft werden? -"Frischfleisch" genau am Straßenrand, angeblich nur für den Tag (Das, was übrig bleibt, bekommen am Ende des Tages die Restaurants, :-))
-überall Stände mit Opfergaben
-und eine Prozession bis zum Hauptplatz mit viel Blasmusik, Fahnenschwenken und Huldigungen, speziell zum Nationalfeiertag.

Von einem Aussichtspunkt hatten wir den 360 Grad- Blick über die Stadt und beim Gang durch das Mondtal fühlten wir uns wie bei Karl Mays "In den Cordilleren". Wir versüßten uns den Nachmittag mit einem echten Cappuccino.

Für diejenigen unter uns, die die Action dem Stadtrundgang vorzogen, begann der Tag spätestens um 7.30 Uhr: Denn um diese Uhrzeit wurden wir vom supercoolen Madness-Mitarbeiter zu seinem Geschäft abgeholt. Nach der Bezahlung konnte sich jeder von uns VOR der Tour Madness-Downhill-SURVIVOR-Tshirts aussuchen, man weiß ja nie… Und das ist gar nicht so leicht: Die Shirts wollen einfach nicht richtig sitzen.

Und nun gings zum schwierigsten Teil der Tour: Das Finden der passenden Kopfbedeckung. Nee,nee. Gut, dass der TÜV die Helme nicht abnehmen muss. Desolate Zustände zeigten sich bei der Sicherheit. Aber Madness vor Sicherheit - oder wie war das noch? Ach ja, und cool muss es sein. Handschuhe, Hosen, Sicherheitswesten wurden verteilt und ab ging es im Kleinbus auf 4600m Höhe. Vorab wurde noch getankt, Gesichtsmasken und das persönliche Frühstück für den begleitenden Busfahrer gekauft.

Um 9.45 Uhr wurde es dann ernst. Die Fahrräder wurden zugeteilt und gecheckt. 30km asphaltierte Strecke lagen zum "Warmfahren" vor uns - Downhill - logisch. Die Landschaft war anfangs natürlicherweise karg und wird mit jedem Meter in die Tiefe grüner. Die eigentliche DeadRoad beginnt natürlich auf unasphaltierter Straße, meistens einspurig und für uns immer schön links am Abhang entlang.

Die Gruppen werden von den Guides eingeteilt: Profis, Möchtegern-, Mittelschnellfahrer und Genießer. Unsere viventura-Gruppe setzte sich ausschließlich aus Profis und Genießern zusammen.

Bevor wir uns die DeadRoad hinunterstürzten, gab Sacha für das bolivianische Fernsehen sein erstes Interview. Eine Frage lautete: "Wissen Sie eigentlich, wie diese Straße heißt?" Wie dem auch sei, wir wollten es alle wissen. Die Profis legten diese berühmt-berüchtigte Straße in sagenhaften, rekordverdächtigen vier Stunden zurück, die Genießer brauchten eine Stunde länger. Völlig verdreckt, kraftlos und glücklich genossen wir alle die überstandene Tour als tatsächliche Survivor bei leckerem Buffet und kühlem Bier.

Um 17 Uhr ging es im Kleinbus die gleiche Strecke wieder zurück: Dieses Mal auf der rechten, sicheren Bergseite.

07 Aug. 2005 • Sucre - Uyuni

Uyuni
Im Zug nach Uyuni

Es regnet!

Am Morgen können wir ausschlafen und in den Touristen- und anderen Straßen das Warenangebot sondieren und Souvenirs kaufen. Es gibt wirklich alles, man muss nur wissen, wo.

Erst gegen Mittag brachen wir auf zum Busbahnhof. Kaum hatten wir den Bahnhof betreten, weinte der Himmel über La Paz, dass wir weiterzogen (Regen in der Trockenzeit??). Per nationalem Überlandbus (nur 10kg Gepäck sind erlaubt und dass es durch das geschlossene Fenster zieht, ist normal…) gelangten wir nach Oruro. Von dort fuhren wir mit dem Zug (die angeblich einzige Linie in Bolivien) nach Uyuni. Unser Abteil war zuerst stickig und affenwarm und ebenso wie im Überlandbus wurden wir mit einem Actionfilm bespaßt (Diesmal mit Bruce Willis statt Sylvester Stallone, auf jeden Fall ist es egal, wenn man die Sprache nicht versteht.). Später in der Nacht wurde das komplette Abteil mit Fensterläden verbarrikadiert, damit wir auch ja schliefen (und so die Kälte nicht so merkten, denn nach und nach vereisten die Fenster). Ein netter Service ist der warme Tee vor dem Schlafengehen.

Nachts um 2.30 Uhr kamen wir in Uyuni an, und spätestens als wir von einem Mann im Schneeanzug abgeholt wurden, wussten wir, wie kalt es werden kann. Per Taxi gings zum Hostal Magic: Die größte Magie ist wohl die kleine Heizung in jedem Zimmer. Trotzdem wurde es eine kalte Nacht, als wir endlich gegen 3-4 Uhr in unseren Betten lagen. Das nette Ambiente unserer Unterkunft konnten wir erst am nächsten Tag wahrnehmen.

08 Aug. 2005 • Chuvica - Uyuni

Zwischen den Kakteen
Auf dem Zugfriedhof

Kakteen in der Salzwüste

Da unsere Jeeptour durch die Salzwüste erst um 11 Uhr begann, konnten wir heute ausschlafen. Die Frühaufsteher hatten den Vorteil, dass sie noch warmes Wasser zum Duschen hatten.

Verteilt auf drei Jeeps führte unsere Tour zuerst zu einem alten Zug-Friedhof. Dort könnten wir mit unseren Ohren jahrelang nach Indianerart auf den Schienen liegen und würden nichts hören, denn der letzte Zug scheint hier schon vor mehr als 50 Jahren hergefahren zu sein.

Mit Vollgas düsten wir weiter in Richtung Salzwüste, vorbei an Lamas und Vicuñas. In einem kleinen Dorf sahen wir, wie die Menschen hier aus dem Salz der Salzwüste Speisesalz gewinnen - alles Handmade, versteht sich. Maschinen schienen noch nicht bis hierhin vorgedrungen zu sein.

Sie Salzwüste ist eine weite, weiße Fläche, nur Helligkeit, wohin das Auge reicht. Die Radfahrer hier haben unseren vollsten Respekt. Das Hotel, das komplett, bis auf das Dach, aus Salz gebaut ist, sieht interessant aus, aber viel begeisterter waren wir von unserem Picknickplatz, der Fischinsel, einem kleinen Berg mitten in der Wüste mit unzähligen riesigen Kakteen. Ein Rundgang auf der Insel ließ die Begeisterung nur noch größer werden und kostete viele von uns viele Bilder. So etwas muss man gesehen haben. Nach unserem Rundgang hatten wir noch genügend Zeit, den Boden der Salzwüste zu begreifen. Unglaublich ist auch die Weite dieses Naturschauspiels!

Kilometerweit ging es auf der Salzpiste weiter zu unserem Schlafgemach nach Chuvica. Auch dort wachsen Kakteen in beeindruckender Zahl und Größe. Unser Bettensaal bestand übrigens aus einem Zimmer mit sechs Betten. Und, oh Wunder, es gab ja doch warmes Wasser und Strom - wenn auch nur für befristete Zeit, aber das ist ja schon mehr als erwartet.

09 Aug. 2005 • Chuvica

Ina bei den heißen Quellen
Flamingos!!!

Zu den anderen Naturwundern Boliviens

Wie begrenzt fließendes Wasser und Strom am Rande der Salzwüste sind, erfuhren wir alle am frühen, nein, am sehr frühen Morgen, um entspannte 4.30 Uhr, da hatten wir nämlich weder Strom noch Wasser - und das ist unter Umständen schon schön, wenn alle zum Klo gehen… Eine Kerze - von Gisele besorgt - am spartanischen Frühstückstisch spendete uns allen das nötige Licht.

Um 5.30 Uhr in der Dunkelheit ging es dann los - viel stand auf dem Programm. Es begann alles mit einer Geisterstadt mitten in der Pampa. Wer schon wach genug war, traute sich in die morgendliche Kühle und machte die ersten Fotos.

Spätestens beim ersten offiziellen Klostopp irgendwo in einem skurilen Dorf, war jeder wach und vielleicht auch nicht mehr ganz so steif von der Kälte (denn nicht in jedem Jeep funktionierte die Heizung). Auf dem Weg dorthin kamen wir schon an unbeschreibbar schönen Landschaften vorbei - eigentlich hätte man alle fünf Kilometer ein Foto machen können.

Die Fahrt über den Schotter führte uns an bizarren Steinformationen vorbei zu diversen Lagunen. Die Farbigkeit dieser Lagunen ist wunderschön, ebenso das Spiegelbild der angrenzenden Berge im Wasser bzw. im gefrorenen Wasser. Scheue Flamingos standen in den Lagunen. Zum Porträt ließen sich diese Tiere allerdings nicht hinreißen - schade.

Das gemeinsame Mittagessen am fortgeschrittenen Mittag (15.00 Uhr) an der farbenfrohen Lagune wurde nicht von Anfang an gemeinsam eingenommen. Ein Jeep war vor den anderen da. Aber keine Panik - es ging ja wieder gemeinsam los, wenigstens bis zu den nächsten Höhepunkten: Geysir und heiße Quellen. Toll!

Am späten Nachmittag sind wir dann an der Grenze an Chile angekommen. Wie verabschiedeten uns von unseren Fahrern und konnten den neuen Busfahrer für Chile begrüßen.

Wie sind alle gut über die Grenze gekommen, größere Taschenuntersuchungen blieben uns - Gott sei Dank - erspart. Hallo Leute von der Grenze, wie wäre es denn mal mit einem zeitgemäßen Apfelsuchdetektor wie am Flughafen von Santiago de Chile, das kommt besser an?

In unserem kleinen Örtchen San Petro, mitten in der Atacama-Wüste angekommen, erfreuten sich die ersten an einer warmen Dusche und an unserer schönen und sauberen Unterkunft. Außerdem ist auch das Essen im Restaurant mit toller Atmosphäre eine Wohltat. Und dieser Pisco Sour (aufpassen: chilenischer Art) hat es auch sehr in sich. Omar hat er sehr geschmeckt: Es war kein Fruchtsaft - hicks!

10 Aug. 2005 • San Pedro De Atacama - Atacama Desert

Volker und Katja
Im Mondtal!

Wüste, viel Wüste!!

Heute fing der Tag spät an: um 11 Uhr. Endlich mal konnten wir auschlafen. Wir kauften die nötigen Sachen für unser heutiges Picknick und spazierten in San Pedro de Atacama ein.

Um 11 Uhr wurden wir abgeholt und fuhren Richtung Mondtal. Dort machten wir eine Wanderung. Diese war total schön und das Wetter war nicht so heiß. Im Sommer wäre eine Wanderung hier unmöglich: Wir waren in der trockensten Wüste der Welt, in der es nur 2mm pro Jahr regnet!!!!!

Vom Mondtal fuhren wir zum Tal des Todes, in dem wir unser Picknick (Sandwich und Cola) machten und wanderten (auf der Straße entlang) 40 Minuten! Es wurde uns klar, warum viele Leute hier verdurstet waren!!

Dann fuhren wir nach Calama, wo wir den Nachmittag frei hatten und trafen uns um acht Uhr zu unserem Abschiedsessen !!!!

Wir gingen in ein schönes Restaurant und ließen die Reise mit einem Pisco Sour ausklingen :-). Das Highlight: Alonso packte seine Geschenke aus: Ein Praktikanten-T-Shirt :-). Auf jeden Fall zieht er das morgen an!