Reisebericht

Hier können Sie sehen, was unsere Reisenden auf ihrer Reise erlebt haben.

08 Mai 2004 • Frankfurt - Lima

Der Hauptplatz von Lima mit der Kathedrale
Die komplette Gruppe

Ankunft in Lima

Schon kurz nach 18 Uhr hatten sich neun der elf Tourteilnehmer am Flughafen in Lima gefunden und versammelt. Kristina, die Reiseleiterin, musste noch allerhand erkunden, bevor es mit dem Tourbus auf ins Zentrum Limas ging, wo unser Hotel für diese erste Nacht auf die elf Jetlacker wartete.

Die ersten Eindrücke waren volle Straßen in Muttertagsvorstimmung und viel Verkehr!

Im Hotel war die Gruppe dann komplett (drei Teilnehmer waren kurz vor dem Rest angekommen), und man beschloß bald schlafen zu gehen, um am nächsten Morgen das Tourprogramm zu starten.

09 Mai 2004 • Pisco - Lima

Bändertanz aus den Anden
Prozession

Stadtführung und Fahrt entlang der Küste

Heute war in Limas Zentrum eine besonders feierliche Stimmung zu spüren; nicht nur, weil es an jeder Ecke Muttertagsrosen zu kaufen gab, sondern vorallem wegen der religiösen Feierlichkeiten des Monats Mai.

Wir starteten noch vor 10 Uhr, denn nach dem Frühstück und einem kurzen, ersten Geldtausch sollte es einen kurzen Kathedralenbesuch geben. Dort haben wir vielen gläubigen Katholiken bei einem schier unendlich langen Rosenkranzgebet zuhören können. Als der Gottesdienst begann, zogen wir weiter zum San Francisco-Kloster. Auf dem Weg waren Prozessionen -lokalen Heligen zu Ehren- zu beobachten.

San Francisco hat einige interessante Gemälde, Schnitzarbeiten und einen schönen Innenhof zu bieten. Obligatorisch ist auch der Besuch der Katakomben, Limas ältestem Friedhof. Die Gruppe kämpfte sich durch die engen, sowohl von Reisegruppen gefüllten wie auch von Skelettresten umgebenen Wege, und da grauste es dem ein oder anderen schon mal ein wenig…

Wieder an der frischen Luft, wurden wir Zeugen der Präsenz der Andenkultur in der Metropole Lima: Bunte Trachten und fröhliche Tänze brachten sie uns schon zu diesem Zeitpunkt näher.

Wir verliessen Lima am frühen Nachmittag, nach einem Provianteinkauf. Für den Weg nach Pisco war ein Picknick vorgesehen, dass wir uns sehr gut am Strand schmecken liessen.

Dann ging die Fahrt weiter auf der Panamericana Süd. Es wurde sonniger, immer trockener und nach zwei Stunden Wüstenfahrt erreichten wir unser Tagesziel Pisco, wo noch ein gemeinsames Abendessen stattfand.

10 Mai 2004 • Pisco - Ica

Die "Kathedrale" in Paracas
Die Gruppe in Lagunillas

Paracasreservat und Oase Huacachina

Am Morgen brachen wir kurz nach 7.30 von unserem Hotel in Pisco auf, denn um 8 Uhr sollte unser Boot vom Hafen in der Paracasbucht starten. Auf der zehnminütigen Fahrt dorthin konnte man schon erste Seevögel beobachten, die in diesem Reservat heimisch sind.

Carlos, der Lokalführer, begann mit uns die zuerst ruhige, dann recht spritzige Motorbootfahrt in Richtung "Candelabro" (im Sand von der Paracaskultur eingeritzter Kerzenständer) und Ballestas- Inseln. Dort angekommen, sahen wir die kleinen Humboldtpinguine auf den Felsen klettern, Mengen an Vögeln beim Fischfang sowie Seelöwen, an Land und im Wasser. Die Babys tobten sich in den hohen Wellen aus, während wir die Inseln umfuhren.

Wieder an Land angekommen, führte uns die Fahrt hinein in die Paracas-Wüste, zuerst zum Aussichtspunkt "La Catedral", danach zur Lagunillas-Bucht, wo wir den frischesten Fisch zu Mittag assen. nach einem kurzen Spaziergang ging es weiter zu unserem Tagesziel Ica, wo wir die nahegelegene Huacachina-Oase ansteuerten.

Kaum im Hotel angekommen, startete schon die adrenalinreiche Buggiefahrt durch die Dünen. Alle durften sich dort im Sandboarden versuchen.

Gegen Einbruch der Dunkelheit kam die Gruppe begeistert, sandig und erschöpft ins Hotel zurück. Sie durften dann auch nach einem gemeinsamen Abendbrot früh in ihre Betten.

11 Mai 2004 • Nazca - Ica

Das Hacienda-Hotel in Nazca
Eine ausgegrabene Pachamanca

Alles dreht sich um die Nazca-Linien

Es ging um 8 Uhr los in Richtung Nazca. Also verliessen wir unsere Oase und fuhren erneut auf die Panamericana, 150 km nach Süden.

Bevor wir aber den Ort erreichten, stiegen wir zweimal aus. Zuerst beim Maria Reiche-Museum, das zu Ehren der wohl wichtigsten Forscherin der Nazca-Linien errichtet worden ist. Dort erfuhren wir einiges über das Leben und die Theorien der Dresdnerin und bekamen einen ersten Eindruck von der faszinierenden kulturellen Vergangenheit dieser so dürren und kargen Region, in der es nur zwei bis drei Stunden im Jahr regnet.

Kurz danach stiegen wir auf einen Aussichtsturm, von dem man zwei Figuren beobachten kann Hand/Frosch und Baum). Gabi konnte ihre Höhenangst nicht ganz überwinden…

In Nazca ging es gleich zur Sache: Rundflug über alle bedeutenden Linien! Alle haben es gut überstanden, und auch Claudia T. hatte sich bald von der schwindeligen Erfahrung erholt. Im Anschluss an den Flug konnte den meisten nur ein Hühnersüppchen schmecken, aber immerhin.

Der Nachmittag in der Hacienda diente der Entspannung. Die Mutigsten badeten im Pool, die anderen sonnten sich ein wenig, lasen oder spielten Karten.

Um 20 Uhr gab es Abendessen. Etwas besonderes stand auf dem Programm: Pachamanca, ein einheimisches, traditionelles Gericht, dass unter der Erde gekocht wird. Während alle peruanische Maissorten und Knollenfrüchte kosteten, tanzte eine Gruppe von wendigen, fröhlichen Jugendlichen afroperuanische Musik vor. Ein guter Ausklang für den Tag.

12 Mai 2004 • Nazca - Arequipa

Die Mumien und wir
Lokalführung Chauchilla-Grabstätte

Die viel zu lange Fahrt nach Arequipa

Da wir auf der Fahrt nach Arequipa noch ausserhalb von Nazca die von den Grabräubern übriggelassenen Zeugnisse der Begräbnisrituale der Nazcas sehen wollten, starteten wir schon um 7 Uhr.

Wir fuhren an die 30 km bis Chauchilla, wo der Lokalführer uns die Hintergründe der in der Region gefundenen Gräber und Mumien näher brachte.

Zu unserem vorgesehenen Picknick am Strand, zum Abschied von der Küste, sollte es leider nicht kommen. Nach nur 20 weiteren Kilometern Fahrt erschreckte uns ein lautes Geräusch, scheinbar im Getriebe. Tatsächlich war die Feder gebrochen: Der Bus stand, wir waren ratlos. Mitten in der Wüste war ein Handy so sinnlos wie wohl kein anderer Gegenstand!

Kristina und einer der Fahrer fuhren zurück nach Nazca, denn ein neuer Bus musste gefunden werden. Die Gruppe wartete zeitlos lange, begleitet von dem zweiten Fahrer und, nach ca. zwei Stunden, auch von peruanischen Polizisten! Ein echtes Wüstenerlebnis, durstig, müde und der Pachamanca gedenkend, die in aller Mägen ihr Unwesen trieb…

Trotz allerhand Schwierigkeiten holte ein neuer Bus die Gruppe wohlerhalten (Jörg hatte allerdings an einer heftigen Fatamorgana gelitten)an der Unfallstelle wieder ab. Unsere beiden jungen Fahrer blieben zurück und hüteten ihren Bus, wir machten uns auf nach Arequipa, mit mehreren Stunden Verspätung.

Bei Anbruch der Dunkelheit kurvten wir auf den letzten 100 Kilometern des Küstenabschnittes der Panamericana herum. So viel Aufregung an diesem Tag, und dann auch noch Kurven, Abhang und mächtiger Wellengang! Endlich ging es hinein ins Land, langsam auf über 2000 Meter, bis man in der Nacht Arequipa erblickte. Das Aufatmen war nicht zu überhören. Nur noch ins Bett!

13 Mai 2004 • Arequipa

Der Aussichtspunkt von Yanahuara
Der Vulkan Misti

Stadtrundgang und Führung

Nach den Strapazen des vorigen Tages durfte heute erstmal ausgeschlafen werden. Gegen 11 Uhr starteten wir einen Spaziergang nach Yanahuara, einem alten Stadtteil von Arequipa. Wir besuchten die kleine Kirche im Barockstil, aus Vulkangestein gebaut, und liefen ein wenig über den schattigen, gemütlichen Hauptplatz.

Dann führte uns der Weg zu einer eher modernen Gegend der Stadt, wo wir ein Einkaufszentrum für eher wohlhabende Bewohner sahen. Dort trafen wir auch unsere Lokalführerin Viviana, die uns von da an begleitete.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen im Stadtzentrum ging die Führung los: Markthallen, in denen wir typische Früchte probierten, Märkte wo Kunsthandwerk und Schmuck verkauft werden, das berühmte Kloster "Santa Catalina", die Kathedrale und der reizende Hauptplatz der Stadt.

Als am Abend die Führung beendet war, gingen alle völlig erschöpft auf ihre Zimmer.

14 Mai 2004 • Arequipa

Der Hauptplatz und die Kathedrale
Schulkinder in Arequipa

Auf Sozialtour

Wir frühstückten in aller Ruhe und wurden erst um 10 Uhr von David, einem viventura-Mitarbeiter, abgeholt.

In zwei Kleinbussen durchquerten wir die Stadt, bis wir bei unserer ersten Station ankamen: Ein dreistöckiges Haus, das verschiedene Sozialprojekte berherbergt. Wir besuchten die Gemeinschaftsküche und luden Lebensmittel ab, waren bei der Kindertagesstätte (wo besonders unsere Claudias und Sabine warm wurden und mit den Kindern Ball spielten) und lernten die medizinische Station kennen. Ein Teil der mitgebrachten Spenden liessen wir hier.

Die zweite Station war noch einige warme und staubige Kilometer weit entfernt. Nach einer holprigen Fahrt durch eines der ärmsten Viertel am Rande der Stadt, kamen wir zu einer Grundschule. Die Kinder stürmten uns neugierig entgegen. Wir schauten in ihre Klassenräume hinein, verteilten Früchte und bekamen lauthals Lieder von ihnen vorgesungen.

Bei unserer Rückkehr ins Hotel waren gemischte Gefühle in der Luft. Wir hatten eine interessante, liebenswürdige, aber auch traurige Erfahrung hinter uns.

Der Nachmittag stand zur freien Verfügung. Erst am Abend war das Essen mit den viventura-Mitarbeitern vorgesehen. Wer würde wohl Appetit auf Meerschweinchen haben?

15 Mai 2004 • Colca-Schlucht - Cabanaconde

Der Colca-Canyon
Unsere Mountainbiker

Unterwegs ins Colca-Tal

Um 8 Uhr verliessen wir Arequipa und begannen die Anfahrt auf 4000 Meter Höhe. Unsere erste Station war "Pampa Cañahuas", ein Naturreservat in dem man die Kameltiere der Anden beobachten kann. Wir sahen und fotografierten Vicuñas, Alpacas und Lamas.

Weiter ging es auf den höchsten Punkt der Tour. Ein Pass von 4910 Metern, wo die Luft recht dünn werden kann…

Unser erstes Ziel war die Hauptstadt der Colca-Region, Chivay. Nach einer reichhaltigen Serpentinenabfahrt sind wir schließlich in der Stadt angelangt und legten dort eine kurze Pause ein bevor wir weiter zu den Thermalbädern "La Calera" gefahren sind. Das fast 40 Grad warme Wasser dort wirkte extrem entspannend, aber auch Dietrich und Gisela, Monika und Robert, Gabi und Claudia ließen es sich am Beckenrand bei einem Sonnenbad gut gehen.

Nach einem Mittagessen in Chivay startete die Mountainbike-Tour für Andreas, Dietrich, Gisela und Kristina. Staubig aber herrlich!

Die anderen konnten sich derweil den Markt in Chivay ansehen und anschliessend das Dorf Yanque besuchen, wo die Radler wieder eingesammelt wurden.

In allen Dörfern des Colca-Tales war ein feierlicher Tag: Feste zu Ehren von San Isidro. Gedenkt man diesem Heiligen, sind bei der bunten, mit Musik untermalten Prozession auch viele geschmückte Stiere dabei. Wir waren Zeugen urtümlicher Bräuche!

Am Abend erreichten wir unser Tagesziel Cabanaconde und gingen auf unsere mächtig kalten Zimmer.

16 Mai 2004 • Puno

Claudia und Jörg beim Fotostopp
Das Kreuz des Kondors

Kondorflug und Fahrt zum Titicaca-See

Wir mussten in aller Frühe los, um vor den Touristenmassen am Kreuz des Kondors zu sein und den morgendlichen Aufflug zu beobachten. Nach unserer halbstündigen Fahrt von Cabanaconde stellten wir allerdings fest, dass uns schon so einige Busse zuvorgekommen waren.

Trotzdem suchten wir uns einen günstigen Aussichtspunkt am Rande der über 1000 Meter tiefen Schlucht und…warteten! In der nächsten halben Stunde verliessen einige der Riesenvögel ihre Nester und zeigten sich, allerdings nur aus gewisser Entfernung. Erst als wir gerade wieder losfuhren, flog ganz dicht über aller Köpfe ein prächtiger Kondor. Schade, dass der Flugplan der Willkür und dem Zufall überlassen ist…

Den Rest des Tages verbrachten wir im Bus, auf der Fahrt nach Puno am Titicaca-See. Nachdem die Strasse nicht mehr so holprig und staubig war, legten wir eine kleine Brotzeit ein.

Wieder hatte sich die Landschaft innerhalb eines einzigen Tages stark gewandelt. Nun waren wir von sanften Hügeln umgeben und sahen bald die ersten Ausläufer des grossen Sees. Im lebhaften Puno bezogen wir bequeme Zimmer, gingen sehr schön essen und bereiteten uns mit einem frühen Zubettgehen auf den nächsten Tag vor: Grenzübertritt nach Bolivien!

17 Mai 2004 • Copacabana - Sucre

Die Kirche von Copacabana
Die Sonneninsel

Bootsfahrt zur Sonneninsel

Wir mussten schon um 5 Uhr aufstehen, um möglichst früh an der Grenze Peru-Bolivien zu sein. Ein zweifacher Stromausfall in Puno erschwerte allerdings das Anziehen und Duschen, denn man konnte sich kaum bis zur Taschenlampe vortasten.

An die zwei Stunden fuhren wir am Titicaca entlang, an Orten wie Chucuito, Ilave, Juli und Pomata vorbei, bis wir in Yunguyo waren, dem Grenzort. Der Übertritt zu Fuss verlief reibungslos, sodass wir in Bolivien wieder in unseren Bus steigen konnten.

Kurz darauf sind wir im Wallfahrtsort Copacabana gewesen. Wir liefen zum Hafen hinunter und bestiegen unser doch sehr rustikales Boot. Nach etwas über einer Stunde waren wir bei der "Isla del Sol", ein heiliger Durchgangsort für die Inkas, an dem man noch einige Ruinen und Landterrassen aus der damaligen Zeit beobachten kann.

Eine kleine Wanderung zum Gipfel der Insel liess die meisten ausser Atem geraten!, aber wir wurden mit einem einfachen, jedoch mit Freude zubereiteten Mittagessen belohnt.

Um 16.30 Uhr waren wir wieder in Copacabana, wo die Zeit noch für einen kurzen Besuch der wichtigen Kirche im Mestizen-Barock-Stil ausreichte.

Nach La Paz waren es dann noch über drei Stunden Busfahrt. Wir genossen einen herrlichen Ausblick auf die schneebedeckten Gipfel der "königlichen Kordillere". Eine abenteuerliche Fährfahrt setzte uns und unseren Bus noch über eine schmale Stelle des Sees. Am Abend erschien das Lichtermeer der Hauptstadt Boliviens, wo wir unser Hotel im Verkehrschaos letztendlich doch noch finden konnten.

18 Mai 2004 • La Paz

Valle de la Luna
Ausblick auf La Paz

Hexenmarkt und Stadtführung

Für den Grossteil der Gruppe hiess es heute erstmal ausschlafen. Nur Dietrich und Gisela wurden noch vor 8 Uhr im Hotel abgeholt, denn sie hatten ihre ganztägige Mountainbike-Fahrt vor sich.

Die anderen frühstückten gemütlich, denn das Programm war auf den Nachmittag gelegt worden: Stadtführung in La Paz.

Einige schauten sich am Vormittag den sogenannten Hexenmarkt an, wo allerlei Schaman-Zubehör verkauft wird. Ausserdem bekommt man hier alle nur erdenklichen Dinge, von Unterwäsche und Küchengeräten bis zu Lampen und Heilkräutern.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen in der Innenstadt begann die Stadtführung. Mario, unser Guide, sorgte für drei besonders interessante Stunden Rundfahrt, in denen wir das aus Sedimenten geformte Mondtal ausserhalb der Stadt, die reichen Viertel im unteren Teil von La Paz, den Hauptplatz Murillo mit der Kathedrale und dem Regierungspalast und das kleine Goldmuseum sahen.

Die Gruppe staunte nicht wenig über die krassen Unterschiede zwischen den neueren und älteren, den hohen und tiefen, den reichen und armen Gegenden der Stadt. Man stelle sich vor, dass zwischen dem Rande des Talkessels von La Paz, wo das arme "El Alto" liegt, und der niedrigen Talregion ein Unterschied von bis zu 800 Höhenmetern und 10 Grad Celsius besteht, vom Durchschnittseinkommen ganz zu schweigen!

Anschliessend blieb uns die Rückkehr der Radfahrer und das Abendessen im Hotel.

19 Mai 2004 • Chifron - Tiwanaku

Monolith in Tiwanaku
Die Königskordilliere

Weg von der Großstadt aufs Land

Um 7.30 verliessen wir unser Hotel in La Paz und machten uns wieder auf den Weg zur peruanischen Grenze. Leider gab es einen Streik, sodaß öffentliche Verkehrsmittel die Schnellstrassen versperrten und wir uns mühsam unseren steilen und kurvigen Weg heraus aus der Stadt bahnen mussten.

Endlich wieder auf der Landstrasse, fuhren wir an die 90 Minuten bis zur archäologischen Stätte und dem Ort Tiwanaku. Dort gibt es Tempelreste und dort gefundene Monolithe zu betrachten, die von dieser bedeutenden Vorinka-Kultur stammen.

Nach diesem Besuch ging es weiter bis zur Grenze, etwa 40 Minuten. Auf der peruanischen Seite erwartete uns der Lokal-Guide für die Titicaca-Gegend. Wir wechselten den Bus und fuhren noch etwa zwei Stunden bis Puno, wo wir zu Mittag aßen.

Bis zu unserem ländlichen Tagesziel Chifrón waren es dann noch weitere 90 Minuten, viele davon auf der Schotterpiste.

Immer mehr Tiere wie Esel, Stiere und Schafe waren zu sehen, Frauen in bunten Trachten bewegten sich zu Fuss fort, und schon bald lag das Treiben der Großstadt hinter uns. Vor Einbruch der Dunkelheit, bei einem wunderschönen Sonnenuntergang, kamen wir bei der Bauernfamilie an, die uns in den nächsten Tagen herzlich bewirten sollte. Esel trugen unser Gepäck bis zu den Lehmhütten herauf, in denen wir gemeinsam essen und dann auch übernachten würden.

20 Mai 2004 • Capachica

Unser Gepäckträger
Abendliche Stimmung in Chifrón

Idyllischer Tag am See

Es durfte ausgeschlafen werden. Um 9 Uhr, nach dem Frühstück in der Hütte, startete eine Tour zu den Uro-Inseln, den berühmten "schwimmenden Inseln".

Wir fuhren an die 20 Minuten mit dem Bus und stiegen dann um in ein Motorboot. Bei klarem Himmel näherten wir uns langsam der ersten Stelle, an der wir anhalten und aussteigen würden.

Die Bewohner dieser sehr kleinen Inseln bereiteten sich schleunigst auf uns vor und packten ihre selbtgefertigten Waren aus.

Der Lokalführer erklärte uns den Ursprung und die Geschichte der schon seit 9000 Jahren bestehenden Uros und ihrer Bevölkerung und zeigte uns die Technik des Inselbaus aus Totora-Schilf. Auch sahen wir den einheimischen Fisch "carachi". Noch eine Insel wurde besucht bevor es wieder ans Festland ging.

Noch vor dem Mittagessen waren wir wieder in Chifrón. Der Nachmittag stand grösstenteils zur freien Verfügung. Da wir einige kleine Geschenke dabei hatten, liess der Gastgeber einige Kinder aus dem Ort rufen. Nur wenige kamen, und sie waren wirklich sehr schüchtern. Trotzdem wurde das Mitgebrachte dann verteilt.

Einige stiegen auf einen nahen Gipfel, um den Sonnenuntergang über dem Titicaca zu betrachten. Auf dem Weg gab es viele Heilkräuter und wilde Hasen zu sehen. Als es so langsam dunkel und auch kälter wurde, stiegen wir wieder hinab. Bald gab es Abendessen für uns.

21 Mai 2004 • Cuzco

Peru-Rail
Ein Tal bei Cusco

Zugfahrt nach Cusco

Um 7 Uhr saßen wir schon im Bus und fuhren von Chifrón ab. Der ein oder andere hatte sich auf dem Bauernhof etwas verkühlt, aber doch wirkten alle entspannt und zufrieden.

In der Stadt Juliaca stiegen wir in den Zug nach Cusco ein. Bis zu unserer Ankunft dort erwartete uns allerdings noch eine etwa neunstündige Fahrt. Das ständige Wackeln, Hupen und Qualmen des Zuges machte uns zeitweise zu schaffen, aber das exzellente Mittagsmenü ließ uns schließlich alle Unannehmlichkeiten vergessen.

Das karge Hochland von Puno mit dem La Raya-Pass verwandelte sich nach und nach in ein freundliches Tal mit weitaus mehr Vegetation. Wir verließen die Höhenlagen über 4000 Metern und steuerten das 3300 Meter hoch gelegene Cusco an.

Endlich, gegen 18 Uhr, konnten wir aussteigen, uns wieder die Beine vertreten und die feierliche Stimmung der alten Hauptstadt Perus wahrnehmen. Da es ein Laternenfest gab, waren viele Straßen und der Hauptplatz gesperrt. Dennoch erreichten wir bald unser zentral gelegenes Hotel und ließen uns noch ein Abendessen schmecken. Sogar das Lokalgericht "gebackenes Meerschwein" kam auf den Tisch, löste allerdings nicht die erwartete Begeisterung aus…

22 Mai 2004 • Cuzco - Machu Picchu

Erste Aussicht der Wanderung
Kleine Verschnaufpause

Beginn des Inka-Trails

Der Zug in Richtung Machu Picchu verliess Cusco schon kurz nach 6 Uhr. Also hiess es wieder früh aufstehen. Nach 104 Kilometern Fahrt, der Grossteil der Zugstrecke, würden wir den Zug verlassen und unsere Wanderung beginnen. Unser Tagesziel waren die Ruinen und das Camp von Wiñay Wayna.

An die vier Stunden dauerte die Fahrt, und da war besonders der erste Teil abenteuerlich, denn der Zug fährt im Zickzack aus der Stadt heraus, abwechselnd vorwärts und rückwärts.

Endlich stiegen wir aus. Um uns herum hatte sich die Landschaft verändert: Tropischer Bergwald umgab uns, und als erstes mussten wir eine Hängebrücke passieren. Bevor es dann richtig losging, kam noch ein Kontrollpunkt.

Insgesamt liefen wir an die drei Stunden, mit seltenen Pausen. Oft ging es Stufen bergauf, dann dicht am Abgrund vorbei. Wir hatten einen schönen Blick auf das Tal unter uns.

An den Ruinen von Wiñay Wayna angekommen, erklärte unsere Lokalführerin lebhaft einiges über diese archäologische Stätte auf dem Inkaweg nach Machu Picchu.

Unheimlich steile Treppen führten uns weg von dort, und nach wenigen Minuten waren wir im Nachtlager angekommen.

Es gab dort ein Mittagessen für uns. Einige brachen danach zu einer zusätzlichen Wanderung nach Inka Pata auf, die anderen machten es sich schon mal in den Stockbetten (nichts für Höhenängstige!) bequem. Später sassen wir zusammen, assen und gingen zeitig schlafen.

23 Mai 2004 • Aguas Calientes - Machu Picchu

Die Gruppe oberhalb der Zitadelle
Blick vom Sonnentor

Der Besuch der Inka-Zitadelle

Es war noch dunkel, als wir zusammen mit anderen Reisegruppen den letzten Abschnitt der Wanderung nach Machu Picchu begannen.

Mit Taschenlampen ausgerüstet, liefen wir zügig auf dem schmalen Pfad, umgeben von tropischer Vegetation. Nach und nach wurde es hell; bald würden wir das Sonnentor erreichen, und den Sonnenaufgang über der Zitadelle erleben.

Tatsächlich hatten wir nach dem letzten Aufstieg zum Inti Punku einen fantastischen Ausblick auf ganz Machu Picchu. Die Sonnenstrahlen erleuchteten die Ruinen in der Entfernung. Da aber auch einige Wolken das Schauspiel unterbrechen wollten, beschlossen wir, den Abstieg zu starten.

Beim nächsten Aussichtspunkt, mit frontalem Blick auf die schon viel näher gelegene Zitadelle, trafen wir auf unsere zwei Teilnehmer, die nicht an der Wanderung teilgenommen hatten und uns schon dort erwarteten: Volker und Claudia H.

Gemeinsam gingen wir weiter hinunter zu den Ruinen und begannen der Führung von Vanessa Aufmerksamkeit zu schenken. Sie zeigte uns alle wichtigen Räume, Tempel und Viertel der Zitadelle, bei strahlendem Sonnenschein.

Nach der Führung bestiegen Volker, Robert und Monika den Huayna Picchu, während die anderen sich auf dem Gras der Ruinenterrassen erstmal ausruhen konnten.

Am frühen Nachmittag fuhren wir alle mit einem Bus die Serpentinenstrecke in den Ort Aguas Calientes hinunter. Die Strasse bietet einen Blick auf die gigantische Schlucht unterhalb von Machu Picchu.

Nach dem Mittagessen nahmen wir den Zug nach Cusco. Am Abend kamen wir völlig erschöpft dort an und gingen in unser Hotel.

24 Mai 2004 • Cuzco - Cusco

Das Kloster Santo Domingo
Der Hauptplatz mit der Jesuitenkirche

Ein spannender Tag

Heute früh am Flughafen müsste die Gruppe sich trennen und andere Flüge nehmen Richtung Cuzco. Als wir endlich alle zusammen waren, begann unsere Stadtrundfahrt mit Giancarlo, unserem lokalen Guide. Zuerst besichtigen wir die Festung von Sachsahuaman, und erfahren viel über die mächtige Inka Kultur und der spanischen Eroberungen, danach besuchen wir den Hof von Coricancha, ein altes zeremonielles Zentrum beim Kloster Santo Domingo, und den 12-eckigen Stein. Aber wir waren so hungrig das sich Angelica und Jürgen "Cuy" bzw. Meerschweinchen bestellten.

25 Mai 2004 • Frankfurt

**Landung im Dschungel**
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Landung im Dschungel

Am Vormittag nahmen wir das Flugzeug nach Puerto Maldonado, dem wichtigsten Ort des Landes Madre de Dios und der berühmten Tambopata-Region. Uns erwartete eine Gegend von ausgesprochenem Artenreichtum, in dem wir unsere Reise mit drei Tagen Ökotourismus ausklingen ließen.

Schon bei der Landung im Urwald war klar, dass wir nicht den strahlendsten Sonnenschein vorfinden würden. Eher tauchten wir in eine dicke Wolkenschicht ein. Gerade am vorigen Tag hatte ein "friaje" begonnen: Kalte Luftmassen ziehen aus den südlichen Anden über den Wald, und statt der üblichen über 30 Grad Temperatur, muss man sich warm einpacken!

Und tatsächlich froren wir bei Nieselregen, als wir mit einem schmalen Motorboot über den Tambopata-Fluss zu unserer Lodge/Herberge fuhren. Drei Stunden saßen wir eng beieinander, und der Fluss wirkte bedrohlich, mit uns entgegenkommenden Baumstämmen, Strudeln und einem mächtigen Wasserstand.

Als wir endlich am einfachen Bootssteg ankamen, der über einen Waldweg zur Lodge führt, waren alle nicht sehr guter Dinge. Zum Glück erwartete uns köstliche Verpflegung und eine aussergewöhnliche Umgebung, in der die erste Nacht (bei Waldgeräuschen und dem lauten Treiben der Bambusratte) schon eine ganz besondere Atmosphäre schafften.

26 Mai 2004 • Rovaniemi

**Piraña-Fang und Nachtwanderu
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Piraña-Fang und Nachtwanderung

Das Wetter wollte nicht besser werden. Unsere Moskitonetze hatten eher als Kälteschutz gedient. Aber alles war gut, denn schließlich stand die große Suche nach Pirañas auf dem unentbehrlichen Programm :).

Wir fuhren ein ganz kurzes Stückchen (wirklich wahr!) mit dem Boot, um dann eine Wanderung zum See "Tres Chimbadas" anzutreten. Alle waren dabei, und der Weg war wirklich gesittet an diesem Tag. Bei unserer Ankunft sprang der Steuermann Jorge gelassen über auf einen Katamaran, mit dem wir den See rudernd abfahren sollten.

Es regnete, war kalt, doch das Glück war mit uns. Als wir anhielten, um Pirañas zu angeln, hatte Robert schon bald einen am Haken. Nach einer gründlichen Begutachtung lösten wir sie vom Haken und ließen sie wieder ins Wasser. Doch die Ambition hatte alle gepackt: Claudia H. machte sich ans Werk und…angelte eine Sardine. Ja, die wurde auch wieder freigelassen, begleitet von Jörgs Gelächter über den grossen Fang.

Volker, oh ja, der wollte auch einen Fisch, und er bekam sogar einen Piraña. Die sollte auf den Teller, nicht zurück ins Wasser, und so steckte Jorge sie für ihn in den Rucksack-zack!

Wir sahen dann auch die scheuen Otter des Sees, aus einiger Entfernung. Sie fischten auch gerade. Der Regen hatte aufgehört, und wir machten uns auf den Rückweg.

Am Abend war ausser Piraña-Essen auch eine Nachtwanderung angesagt. Nur Gisela, Dietrich und Kristina nahmen die Machete und wagten sich hinaus. Niemand ausser ihnen wird wohl je erfahren, was sie in dieser Nacht sahen und erlebten.

27 Mai 2004 • Rovaniemi

**Unser " El Dorado "**  
  
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Unser " El Dorado "

An diesem Tag musste es früher losgehen, denn die Wanderung zum Cocococha-See war lang und beschwerlich. Máximo mußte mit einer Machete vorgehen und so unseren Rückweg zur Lodge sicherstellen.

Kurz war hingegen die Bootsfahrt, wie Volker trotz aller Skepsis gestehen mußte. Der Fußweg dauerte über eine Stunde. An einigen Stellen galt es, Baumstämme zu überqueren: Ein wahrer Balanceakt. Auch sahen wir einheimische Bäume und Pflanzen, unter ihnen die berühmte "uña de gato" oder Katzenkralle. Alle waren erschöpft, als wir das Ufer des Sees erreichten. Von einem Baumstamm aus konnte man alles besser überblicken, auch wenn die Gefahr bestand, den Kaimanen bei einem Sturz ins Wasser Gesellschaft zu leisten.

Auch dort beobachteten wir einige Otter. Bald machten wir uns auf den Rückweg, um in der Lodge mit den Zurückgebliebenen Mittag zu essen.

Der Abend bot noch eine Kaimanbeobachtung. Wir fuhren im Dunkeln das Flußufer ab und hielten Ausschau nach den leuchtenden Augen der Kaimane. Ein weißes Exemplar wurde sogar gefangen und zum Streicheln ins Boot gereicht. Wir hatten auch das Glück, eine sehr zahme capivara zu sehen, ein riesiges Nagetier der Region.

Zuletzt stand unser letztes gemeinsames Abendessen an. Es gab Typisches aus der Gegend: In Bambus gekochten Fisch, Kochbananen, die manjokähnliche Yuca. Getanzt wurde leider nicht mehr, denn es mußte am Morgen früh losgehen, was die Begeisterung der Gruppe beeinträchtigte.

28 Mai 2004 • Lima - Rovaniemi

**Aller Abschied fällt schwer*
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Aller Abschied fällt schwer

Bei Tagesanbruch waren wir schon auf dem vollbeladenen Boot und verließen die Inotawa-Lodge. Dort waren wir schon richtig heimisch geworden, jetzt, wo sogar "Pepe" der Affe aufgrund des besseren Wetters zurückgekehrt war und uns erheiterte.

Vor 9 Uhr waren wir wieder am Hafen von Pto.Maldonando. Von dort aus wurden wir zum Flughafen gebracht, wo rein planmäßig unser Flug nach Lima schon bald starten sollte. Aber dem sollte nicht so sein: Zweimal wurde er um drei Stunden verspätet angekündigt. Die Verzweiflung wollte sich breit machen, denn es mußte ja am gleichen Tag weiter nach Deutschland gehen!

Stattdessen saßen wir am Dschungelflughafen und warteten. Gegen 14 Uhr ließen wir ein Mittagessen kommen und hofften auf den Endspurt. Statt um 15.30 Uhr ging es tatsächlich erst fast um 17 Uhr los nach Lima. Nach einem erbitterten Kampf schaffte es die Gruppe ins überbesetzte Flugzeug hinein. Kristina musste leider zurückbleiben und konnte sich nicht in Lima verabschieden. Zum Glück ist dann noch alles gutgegangen. Wie sollte es auch sonst gewesen sein?