Reisetagebuch viActive Ecuador Galapagos - 27.10.2009
Reisebericht | Tour vom 27.10. - 21.11.2009
"Super wie ihr alles gut durchgestanden habt. Trotz eingeschleppter Grippe wart ihr gut drauf und habt euch nicht unterkriegen lassen. Die Tage beim Trekking waren wettertechnisch wirklich ein Traum und auch sonst war die Sonne fast immer dabei, fast wie der Caipirinha. Es hat mir großen Spaß gemacht euch durch Ecuador zu begleiten. Hasta otro día!"
Danach fuhren wir zur "Mitad del Mundo"- Äquatorlinie, wo wir uns mit ein paar Besonderheiten dieses geographischen Punktes vertraut machen konnten. Mittag wurde im viventura-Büro am Stradtrand von Quito gegessen. Hier hatten wir auch die Gelegenheit, die gesamte viventura-Crew in Ecuador einmal persönlich kennnenzulernen. Gleichzeitig wurden noch ein paar Fragen geklärt, damit die Reise relativ reibungslos stattfinden konnte.
Der Nachmittag gehörte dem historischen Teil Quitos. Wir besuchten einige Kirchen und Plätze dieses Weltkulturerbes. Am Abend machten sich noch einige unserer Gruppe auf ins Vergnügungsviertel Mariscal, um die ecuadorianische Küche zu testen und um etwas von dem Flair dieser 2 Millionen Metropole mitzubekommen.
Gegen Mitternacht fielen wir erschöpft und zufrieden in unsere Betten.
Spruch des Tages:Peter: Wo kann man hier tanzen?!
Teil 2 der Reise beginnt nach kurzem Transfer wieder mit einem Abwärtsteil, dann aber kamen die angekündigten Steigungen. Dass der Bergnebelwald am Ziel in Maquipucuna dafür mehr als entschädigt, ist kaum anzweifelbar. Die self-guided Tour wurde noch am Abend erledigt. Tagsdrauf sollte es morgens "Birdwatching" geben. Die Doppelkopfrunde mit Regeldiskussion förderte das Kennenlernen: "Ich kenne das bei uns so..."
Nach zeitweilig orientierungsloser Fahrt über die staubige Schotterpiste, ausgespülte Sandwege und einem Platten Reifen erreichen wir etwas durchgeschüttelt die mitten im Wald gelegene Lodge. Nun folgt eine recht kurzweilig und hochprozentige Besichtigung einer Zuckerrohrplantage mit angeschlossener Brennerei.
Anschließend ging es dank unseres eifrigen Mundschenk Peter recht angeheitert zur Lodge zurück. Hier erfahren wir aus erster Hand von dem jahrelangen Kampf der Bauern gegen die drohende Zerstörung ihrer Bergwälder durch japanische und kanadische Bergbauunternehmen. Durch gemeinsames entschlossenes Handeln ist es ihnen bis heute gelungen, einen Kupfertagebau und damit die Zerstörung der Nebelwälder zu verhindern.
Am Anfang kamen wir alle ziemlich ins Schwitzen, weil wir am Abend zuvor eine spontane Caña-Party gefeiert hatten. Zuerst ging es steil durch verschiedene Felder nach oben, bis wir in den Nebelwald kamen. Wir durchquerten einen Bereich, in dem sich früher das Minenarbeitercamp befand. Durch Berg und Tal gelangten wir zu den beiden Wasserfällen, die Ziel unserer Wanderung waren. An der zweiten "Cascada" gab es ein Picknick und die Möglichkeit zum Baden, aber nur unser Peter konnte sich barmherzig animieren.
Nach einem zweistündigen Abstieg waren wir froh, aus unseren Gummistiefeln zu kommen und uns an der Lodge verwöhnen zu lassen.
Nach der Runde und einem Mittagessen ging es nach Otavalo, wo wir am Friedhof hielten. Es war Totentag und dementsprechen große Party angesagt. Es ging weiter über Cayambe, wo wir uns mit landestypischen Bizcochos stärkten. Bizcochos sind ein traditionelles ecuadorianisches Gebäck. Dazu tranken wir die Colada Morada, typischen Getränk des Totentages.
Anschließend ging es weiter in Richtung Cotopaxi und wir stoppten an der Lodge Chilcabamba auf über 3000m Höhe. Dort gab es noch ein leckeres Abendessen und dann machten wir es uns in den Cabañas gemütlich, wo wir unsere Nacht verbrachten.
Nach acht Stunden erreichten wir unseren ersten Lagerplatz am Fuße des Sincholagua einem 4.899m hohen, erloschenen Vulkan. Wir hatten Glück und das Wetter war den ganzen Tag schön, so dass es sich einfacher ging. Nachdem wir unsere Zelte aufgebaut hatten, wärmten wir uns mit einem Tee, während unser Koch bereits Leckeres für uns zubereitete.
Am Abend genossen wir gemeinsam das Abendessen auf über 4000 Meter Höhe. Die Zelte waren schnell mit Eis überzogen, so dass wir es uns bald in unseren Schlafsäcken gemütlich machten.
Weiter ging es durch atemberaubende Landschaften. Nach einem langen Trekkingtag bauten wir abends am Fuße des Antisana unseren Schlafplatz für diese Nacht auf. Der Sonnenuntergang tauchte den Antisana in ein warmes rot. Den Abend verbrachten wir mit wärmendem Tee und einem leckeren Abendessen welches unser persönlicher Koch gezaubert hatte.
Dann ging es los, hinauf an den Fuß des Antisana. Cotopaxi, Chimborazo, Cayambe, Altar waren die größten Berge im weiten Andenpanorama und vor uns immer der Antisana. Nach vielen Stunden hatten wir unser Ziel erreicht und es ging mit dem Bus weiter zu den Thermen "Papallacta". Hier konnten wir in heißem Wasser entspannen und uns vom Trekking vollkommen erholen. Leider waren die Massagen schon ausgebucht, so dass wir uns mit dem einen oder anderen Bier darüber hinwegtrösteten. Einige lagen noch vor dem Bettgehen lange im warmen Wasser.
Nach einer Einweisung in die Gepflogenheiten der Lodge hatten wir erst Mal frei. Zum Abendessen trafen wir uns wieder und pünktlich setzte ein tropisches Gewitter ein, das fast die ganze Nacht andauerte.
Dann ging es wieder über den Fluss zum Colegio Yachana, eine Internatoberschule, die von den Einnahmen der Lodge gefördert wird. Wir besichtigten die Installationen und die umfangreichen Länder drum herum. Nun ging es wieder zur Lodge, wo wir einen kleinen Kochkurs und Kostproben von lokalen Spezialitäten erhielten. Ganz lecker schmeckten den meisten die großen Larven der Chonta Cura, aber nur gegrillt, roh wirkten sie doch etwas befremdlich.
Nach dem Mittagessen gab es eine kleine Siesta, bevor es zum Besuch des lokalen Heilers ging. Hier erfuhren wir einigen über die Unterschiede von Heiler und Shaman. Anschließend übten wir uns im Blasrohrschießen und Speerwerfen. Zum Abendessen waren wir wieder zurück in der Lodge.
Anschließend ging es auf eine Wanderung durch den unberührten Primaerregenwald, mit seinem Pflanzendickicht und den Baumriesen. Abel, unser Guide, wusste wo die Tarantula zu Hause war und lockte sie aus ihrer Höhle. Nach dem Rundgang ging es wieder zurück zum Fluss, wobei wir unterwegs noch einen Tukan sahen.
Am Nachmittag war dann Tubing angesagt. Mit dem Kanu ging es flussaufwärts und zunächst hielten wir bei einer Familie, die gerade im Fluss beim Goldwaschen war. Wir lernten den Prozess, und dass es harte Arbeit ist. Die Ausbeute waren dann aber tatsächlich ein paar Gramm Gold.
Dann banden wir ein paar Autoschläuche zusammen und trieben gemütlich zurück zur Lodge. Da es kaum regnet in Ecuador, hatte der Fluss auch nur eine leichte Strömung. Nach dem Abendessen machten wir dann noch eine kleine Nachtwanderung und Abel entdeckte Frösche und exotische Spinnen.
Nach knapp zwei Stunden kamen wir in dem kleinen Ort Guamote an, wo wir aus dem Zug stiegen und wieder in unseren Bus wechselten. Wir hielten um die Teufelsnase von der Straße aus zu sehen und fuhren weiter nach Ingapirca. Hier lernten wir über die kurze Geschichte der Inkas in Ecuador und besichtigten die Ruinen der Inkas und der Cañarikultur.
Nach einer kleine Mittagspause ging es weiter nach Cuenca. Hier besuchten wir eine Panamahutmanufaktur und erfuhren einiges über die Wichtigkeit dieses Produktes für die Region. Ein gemeinsames Abendessen beschloss den Tag.
Zum Glück funktionierte dies gut und wir kamen nur mit wenig Verspätung auf den Inseln an. Dort erwartete uns schon unsere lokale Guia Venus und wir fuhren ins Bergland. Die Einsturztrichter "Los Gemelos" waren unser erster Stop. Dann ging es weiter durch einen großen Lavatunnel, bevor wir die Schildkröten besuchten, die hier frei im Bergland leben.
Nach einer ausgiebigen Beobachtung der sanften Riesen fuhren wir nach Puerto Ayora in die Charles Darwin Station. Hier gab es Infos zu den Arbeiten der Zuchtstation der Schildkröten. Der berühmte George war aber schon in seinem Gehege abgetaucht.
Abends ging es dann im warmen Klima gemeinsam zum Essen und nach dem einen oder anderen Bierchen endete Freitag der 13. ohne größere Unglücke.
Wir hatten Glück und es waren nicht viele Leute da, so dass wir das Schwimmen im klaren Wasser ganz in Ruhe genießen konnten. Die Sonne schien und wir hingen in Ruhe im Wasser ab.
Gegen Mittag ging es zurück in den Ort und nach einem Mittagessen mussten wir zu unserem Boot. Das Meer war spiegelglatt und die Überfahrt von daher sehr angenehm. Auf Isabela gingen wir zu unserem Hostal und anschließend einkaufen, da wir heute unseren Caipi selber machen wollten. Gardenia bekochte uns und Dirk und Jens mixten uns super leckere Caipis.
Nach dem Schnorcheln ging es zum Besuchspunkt Tintoreras, wo die Weißspitzen Riffhaie im warmen Wasser ruhten. Jede Menge Meerechsen säumten den Rundweg. Einige Seelöwen waren von weitem zu sehen und vom Boot aus sahen wir auch die Galapagospinguine und einige Blaufußtölpel.
Am frühen Nachmittag waren wir wieder an Land. Nach einer kleinen Pause gingen wir Blaufußtölpel suchen, die aber sehr scheu waren und nach kurzer Zeit wegflogen. Nach dem Rückweg über den Strand kehrten wir noch in einer Bar ein und Dirk und Jens spielten bei einer Partie Ecuavolley mit.
Nach etwas über eine Stunde verzogen sich dann langsam die Wolken und der große Krater des Sierra Negra wurde langsam sichtbar. Nun hellten sich auch die Gesichter der Wanderer deutlich auf. Je weiter wir gingen, um so sonniger wurde es, bis wir in der prallen Sonne dahin wanderten.
Wir gingen dann nicht zum Vulkan Chico hinunter sondern wanderten am Kraterrand entlang bis nah an die Stelle des letzten Ausbruchs von 2005. Hier war auch noch alles voll von schwarzem Pyroplastischem Material und kaum Vegetation vorhanden. Wir genossen die Aussicht auf die Elisabeth Bay und in den Krater.
Nach einer Mittagspause in der schwarzen Landschaft ging es wieder zurück. Auf dem Rückweg fuhren wir am stillgelegten Steinbruch vorbei, wo mittlerweile einige Flamingos leben. Am Abend bekochte uns Gardenia mit Shrimps und Langusten und es gab wieder selbsgemachte Caipis.
Als wir am Strand ankamen wurde aus dem trüben, regnerischen Wetter auf einmal ein sonniger Tag. Wir legten uns gemütlich unter einen Baum in den Schatten. Beim Baden sahen viele eine Gruppe von Rochen durchs Wasser schweben.
Gegen Mittag gingen wir zurück nach Puerto Ayora. Die letzten Souvenirs wurden gekauft, bevor wir uns zum Abschiedessen trafen. Natürlich durften die Caipis heute Abend nicht fehlen.
Spruch des Tages:Peter vorm Sonnenbad: "Nochmal richtig einbrennen".
Wir schauten uns die Landleguane, die in einem Park in der Innenstadt zuhause sind an. Sie sind die Vorfahren der Galapaguenischen Meerechsen und Landleguane.
Danach gingen wir die Treppen zum Leuchtturm rauf. Es war eine gute Sicht und so ließ sich gut die Größe der Stadt erahnen. Dann gab es noch ein kaltes Bier bei schöner Aussicht und zurück ging es dann durch das Viertel "Las Peñas" mit seinen alten Holzhäusern.
Nun gab es eine kleine Pause, um zu duschen und sich für den Flug umzuziehen. Danach ging es dann an den Malecon 2000, wo wir ganz typisch gespeist haben. Nach einem letzten Spaziergang am Fluss entlang ging es dann zum Flughafen.
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Stefanie