Reisetagebuch viExplorer Peru Bolivien Chile XXL - 11.11.2009
Reisebericht | Tour vom 11.11. - 06.12.2009
"Wenn Ihr die Erinnerungs-CD in Händen haltet, werdet Ihr Euch sicherlich an die schönen Tage in Südamerika zurückerinnern.
Wie war das noch gleich? Ach, ja, alles hatte in Lima begonnen, dort hatten wir auch eines der besten Mittagessen im La Rustica. Unvergesslich sicher auch die Kuh-Woche, die an allen größeren Städten der Stadt unübersehbar war. Sogar eine Kuh mit Stöckelschuhen lief uns über den Weg. Dann der Weg nach Süden, mit Ica und Nasca. Die Buggytour: Für viele von Euch sicher eines der Highlights der Reise. Jede Achterbahnfahrt wird Euch in Zukunft nur allzu langweilig erscheinen. Beim Flug über die Nasca-Linien ist der Mehrheit zum Glück nicht schlecht geworden. Manch einer, wie Elmar, war auch nicht besonders beeindruckt: "Hätte ich mir eigentlich größer vorgestellt ..." ;) Der Dschungel wird sich wohl jedem durch den nicht enden wollenden Regen eingeprägt haben. Aber als regengewohnte Mitteleuropäer konnte das auf Euch keinen großen Eindruck machen.
Unser traurigstes Erlebnis auf der Reise war sicher der Unfall von Irmgard. Wie schade, dass Rainer und Irmi die Reise abbrechen mussten! Der Rest von uns hatte Glück im Unglück, wie sich später erweisen würde. Durch einen Streik um Cusco mussten wir Arequipa anfliegen, um von dort ins Colcatal zu gelangen. Die Fahrt war nur so gespickt von Begegnungen mit Vikunjas, Lamas und Alpakas. Und am Folgetag hatten wir auf der selben Strecke eine schneebedeckte Hochebene vor uns! Auf der Halbinsel Capachica dann lernten wir die Gastfreundlichkeit der Einheimischen kennen. Tags darauf schaukelte der stabile Boden der Urosinseln unter unseren Füßen, und wenige Stunden später schaukelten wir im bolivianischen Bus Richtung La Paz. Im Passauspacken waren wir zu diesem Zeitpunkt schon die reinsten Profis!
La Paz lockte mit Freizeiterlebnissen der unterschiedlichsten Natur. Natur pur wiederum erlebten Ingrid und Elmar, die sich auf die gefährlichste Straße der Welt begeben hatten. In Sucre dann wurde es wieder etwas gemütlicher. Eine schöne kleine Stadt mit hübschen Parks, und am Abend konnte man dann in einem Restaurant, einer Bar oder einem Cafe entspannen. Potosi hingegen war die reine Arbeiterstadt, die derzeit versucht, etwas von ihrem alten Flair wieder zu gewinnen. In Uyuni schließlich tobten wir uns auf dem Salar so richtig aus, um jede Menge einzigartiger Trickfotos zu schießen. Im Salzhotel ging uns dann auf, dass es in Deutschland so viel Inti nicht mehr zu sehen geben würde. Angenehm war weiterhin, dass Adrian seinen Zimmerschlüssel hier nicht vergaß abzugeben, weil selbiger an einem großen Vorhängeschloss hing. ;)))
In Chile dann stand nach dem Besuch des Valle de la Luna unser Abschiedsessen bevor. Bei dem üppigen Mahl fiel es dann nicht mehr ganz so schwer, dem folgenden Tag zu trotzen. Ich sage ein herzliches "Chao" und "Auf Wiedersehen", denn einige von Euch wird es mit Sicherheit wieder nach Südamerika treiben... und vielleicht sieht man sich dann tatsächlich wieder!"
Danach ging es zur Innenstadt, vorbei an geschichtsträchtigen Gebäuden aus der Vorinkazeit (Lehmziegelpyramide) und der Neuzeit (Botschaften, Museen, Regierungsgebäude, etc.). Da gab es für Ursula viel zu erzählen, und für unsere Fotoapparate galt es die erste Haertepruefung zu bestehen. Am Hauptplatz der Stadt schlenderten wir zum Brunnen, betrachteten ehrfurchtsvoll die Kathedrale und den erzbischöflichen Palast bevor es dann in den San Francisco Konvent ging, und dort lehrten uns dann vor allem die Katakomben das Gruseln, nun, ja, eigentlich nicht wirklich, aber man muss die Geschichte schließlich spannend schreiben, sonst liest am Ende womöglich niemand der Daheimgebliebenen weiter. ;)))
Nach der Stadtrundfahrt hatten wir uns das Mittagessen im schönen Stadtteil Barranco wahrlich verdient. Mit vollen Bäuchen kullerten wir dort nach einem ausgiebigen Probieren der vielfältigen peruanischen Küche heraus, um uns dann bei einem kleinen Spaziergang zum Aussichtspunkt des Stadtteils magentechnisch zu entspannen. Da dieser Spaziergang jedoch noch nicht genügend Bewegung verschaffte, wanderten wir kurzentschlossen von Barranco nach Miraflores zurueck, wohlweislich das rote Kopftuch von Sabine immer vor Augen habend. Den restlichen späten Nachmittag verbrachten wir dann individuell unterschiedlich. Den Abend, nach einem kurzen Briefing, ließen wir gemütlich bei Pisco Sour und Bier ausklingen.
Der Panamericana entlang führte uns der Weg zunächst nach Paracas, um die Ballestasinseln zu besuchen, auf denen die Seehunde und Vogelwelt schon auf uns warteten. Nach unserer Ankunft stiegen wir in eines der Schnellboote ein, die uns zunächst zum Candelabro, einer riesigen Fels-Zeichnung an der Küste, brachten. Von dort aus statteten wir den Tieren einen Besuch ab. Wir kreuzten mit dem Boot zwischen den vielen kleinen Inseln hin und her, wo über unseren Köpfen Möwen, Komorane und Pelikane segelten. Im Wasser oder in einer der Felsenhöhlen wimmelte es nur so vor Seehunden und Seelöwen.
Wieder zurück an Land mussten wir uns selbstverständlich erst einmal stärken, denn Seeluft macht bekanntlich hungrig. So landete der ein oder andere peruanische Fisch in unseren Mägen. Als Nachtisch gönnten wir uns eine einheimische Schokoladenspezialität. Lecker!
Im Bus ging es dann weiter Richtung Huacachina, wo für die Mehrheit von uns schon der Buggy bereitstand, welcher mit uns über die Dünen jagen würde. In bester Achterbahnfahrtmanier stürmten wir durch die Dünenlandschaft, es konnte nicht wild genug gehen! Gleich 4x glitten wir weltmeisterlich auf unseren Sandboards die sandigen Abhänge hinunter, mit jedem Mal wurde die Abfahrt immer länger. Die letzte allerdings war von besonderer Natur, da drei von uns unmerklich ohne Wachs unter dem Brett gestartet waren. Wir wurden im wahrsten Sinne des Wortes ausgebremst, manch einer schon auf einem Drittel der Düne. :)))
Am Abend kamen wir schließlich in Nazca an, wo wir uns nach einem stärkenden Mahl müde in die Betten fielen ließen.
Gegen Mittag kamen wir in Ica an, gerade recht, um uns von viventura zum Essen einladen zu lassen. Zum ersten Mal probierten wir Chicha Morada und konnten fast nicht glauben, dass es sich bei dem süßen Saft wirklich um ein Maisgetränk handelte. Ein Rundgang in der Piscobrennerei mit anschließender Piscoverkostung schloss den gehtechnischen Pflichtteil des heutigen Tages ab. Im Bus, auf der Fahrt zurück nach Lima, dösten wir das ein oder andere Mal ein. Reisen ist nun einmal anstrengend. ;)
Bei schwüler Hitze landeten wir in Puerto Maldonado, wo unser lokaler Guide Arno schon auf uns wartete. Nachdem wir unser Hauptgepäck im örtlichen Büro zurückgelassen hatten, konnte es mit leichten Rucksäcken zum Bootssteg gehen, an dem unser Leichtboot vor Anker lag. In langsamer Fahrt näherten wir uns der ungefähr zweieinhalb Stunden entfernt gelegenen Inotawa Lodge. Unser Bootsführer brachte uns sicher über den Tambopata Fluss, an dessen Ufern uns der typische Regenwald begleitete. Teilweise lichtete sich der Regenwald und erlaubte einen Blick auf die örtlichen Farmen, welche von den Einheimischen mühsam bewirtschaftet und dem Dschungel abgerungen wurden.
Nach dem Bezug unserer geräumigen Zimmer wartete am Abend eine erste Begegnung mit dem Dschungel in Form einer einstündigen Nachtwanderung auf uns. Wir sahen unter anderem eine Vogelspinne sowie Fledermäuse und Leuchtkäfer. Dann erwartete uns ein reichhaltiges abendliches Buffet ... und das Bett. ;)
Trotzdem war es uns nicht vergönnt völlig zu faulenzen. Noch vor Mittag brachen wir zu einer Floßfahrt auf dem See Tres Chimbadas auf. Da es während des halbstündigen Fußweges zur Anlegestelle ununterbrochen regnete, stellte sich bei uns schnell die Frage ein, warum wir eigentlich Regenkleidung trugen, denn diese war ohnehin schon nach kurzer Zeit so nass wie die gesamte Umgebung. Vom Floß aus konnten wir dann die idyllische Landschaft genießen. Sogar ein paar Regenpausen waren uns vergönnt. Eine davon nutzten wir, um Pirañas zu fischen. Endlich hing einer an Rainers Angel und so konnten wir den bissigen und großzahnigen Fisch aus nächster Nähe beobachten, bevor er wieder ins Wasser geworfen wurde, um sich von dieser Begegnung der dritten Art zu erholen.
In der Lodge genossen wir ein leckeres Abendessen und hatten dann bis zum frühen Abend Zeit, unsere Seele ein wenig in der Hängematte baumeln zu lassen. Gegen halb sechs führte uns der Weg zunächst auf eine kleine Plantage. Dort musste uns Arno allerlei exotische Gewächse erklären und manch eine Frucht wurde auch gleich einem obligatorischen Geschmackstest unterzogen. Der verspielte Farmershund und eine neugierige Hauskatze begleiteten uns auf unserem Rundgang mit äußerst wohlwollenden Blicken. ;)
Die Rückfahrt in der Dunkelheit nutzen wir zur Kaimansuche. Tatsächlich sahen wir mehrere Jungtiere, und dann, wir konnten unser Glück kaum fassen, sogar einen der seltenen schwarzen Kaimane, die ungefähr fünf Meter lang werden können!
Nach dem Abendessen fielen wir schon bald in die Betten, denn für den zweiten Anlauf zur Papageienbeobachtung mussten wir ein weiteres Mal um fünf Uhr die Wecker schellen lassen.
Spruch des Tages:"Warum heißt der Regenwald eigentlich Regenwald? Weil es so viel regnet. ;) "
Nach dem Frühstück mussten wir uns leider von unserer schönen Dschungellodge verabschieden. Mit dem Boot ging es zurück nach Puerto Maldonado, wo wir die Zeit bis zum Einchecken am Flughafen nutzten, um uns noch den Markt des Ortes anzusehen.
In Cusco gönnten wir uns ein spätes Mittagessen, danach hatten wir den restlichen Tag zur freien Verfügung.
Anschließend ging es zurück in die Innenstadt, um der Korikancha, dem berühmten Sonnentempel der Inka, einen Besuch abzustatten. Dann klickten unsere Kameras in bester Touristenmanier am 12eckigen Stein, aber nicht zu lange, denn unsere Mägen meldeten sich bereits und so stürmten wir flugs eines der vielen Lokale. Nicht zu viel essen hieß die Devise, denn am Abend erwartete einige von uns ein dickes Ofenmeerschweinchen mit köstlicher Beilage!
Giancarlo, unser örtlicher Guide, führte uns den im wahrsten Sinne atemberaubenden Weg entlang. Es ging ein paar Mal ganz schön steil nach oben! Glücklich und stolz kamen wir am Abend in Machu Picchu an, das wir ganz für uns allein genießen konnten. Sogar die Kontrolleure hatten sich schon den wohlverdienten Feierabend gegönnt und nur die Lamas, die noch auf den Terassenfeldern grasten, gönnten uns einen müden Blick.
Im Ort Aguas Calientes angekommen, musste sich Irmgard gleich behandeln lassen. Offenbar hatte sie sich den Fuß verstaucht. Wir hofften, dass sie uns morgen begleiten würde. Nach einem mehr oder minder kräftigen Abendessen fielen wir schwer wie die Steine in unsere Betten und genossen einen tiefen Schlaf.
Doch irgend etwas konnte nicht stimmen: Obwohl am Intihuatana angeblich die Sonne angebunden war, hielten wir vergeblich nach der gelben Scheibe Ausschau. Diese hatte sich frecherweise hinter einer dicken Regenfront versteckt, so dass wir allesamt recht nass wurden. Aber natürlich konnte das den imposanten Eindruck der Anlage nicht schmälern.
Bis zur Abreise nach Cusco blieben uns nach der Besichtung von Machu Picchu noch genügend Stunden, die wir zu einem letzten Spaziergang durch den Ort und/oder einen Restaurantbesuch nutzten. Was wir noch nicht ahnten: Am Abend würde Sabine spezielle Neuigkeiten für uns bereithalten.
Beim Anflug über Arequipa begrüßte uns der ehrwürdige Vulkan Misti, das Wahrzeichen der Stadt. Seine Schneehaube, die ihn noch vor wenigen Jahren zierte, trägt er zwar aufgrund des Klimawandels nicht mehr, aber sein Anblick vom Flugzeug aus war nichtsdestotrotz sehr beeindruckend.
Den Abend ließen wir bei einem äußerst (!) üppigen Mahl in einem einheimischen Restaurant ausklingen. Nur die tapfersten unter uns konnten den Teller leeressen. Nach einem letzten Umtrunk im Hotel kugelten wir mit vollen Bäuchen in die Betten.
Direkt neben der Straße weideten mehrere Vikunjaherden, ab und an schaute uns ein Junggesellentier mit verwunderten Augen an. Was soll man auch von den vielen weißen Bussen halten, aus denen ein undefinierbares Klicken (Fotoapparate) zu hören ist? ;)
Darüber hinaus machten wir Bekanntschaft mit Lamas, Alpakas, Hochlandenten und -gänsen, Ibissen und Flamingos. Die Höhe schienen wir recht gut zu vertragen, lediglich auf ca. 4900 m entschlossen wir uns zu einem geringeren Schritttempo.
In Chivay gab es ein wunderbares Mittags-Buffet mit Speziallitäten aus den Anden. Viventura hatte zum Essen eingeladen und so schmeckte es nochmal so gut! Um unsere vollen Bäuche abzutrainieren, spazierten wir noch ein wenig über den kleinen Markt der Stadt.
Danach ging es ins gemütliche Hotel von Yanque, von wo aus wir dann gleich eine Ortsbegehung starteten. Der Abend klang nach dem obligatorischen "Gelage" mit einer Tanzvorführung aus. Einige von uns trafen sich auf ein Billardspiel ... und stellten nach fast 2 Stunden (für ein Spiel!) fest, dass man ein wenig aus der Übung geraten war. ;)
Spruch des Tages:Ingrid in Anbetracht der Bofedale: Schaut mal!So viele Oasen!
Am frühen Abend erreichten wir Arequipa, wo wir es uns im Hotel gemütlich machten.
Im viventura-Büro waren wir am Mittag zum Essen eingeladen. Dort gab es extra für uns ein besonderes Gericht, gezaubert aus vier verschiedenen Kartoffelarten und einem Käsesalat. Danke Carmencita!
Nach dem Mittagessen brachte uns der Bus zum Kloster Santa Catalina, wo wir in die alte Lebensweise der Nonnen eingeweiht wurden. Unter anderem sahen wir die Unterkünfte der reichen Nonnen, ihrer weniger reichen Bediensteten sowie die Küchen und Backstuben im Konvent. Danach gab es eine Stadtrundführung in Arequipa, zu der uns wiederum Diana, unsere örtliche Führerin vom Vortag erwartete. Hierbei lernten wir alles über den Mestizobarock und den noch bis heute verwendeten typischen Baustein, der der Stadt (auch) seinen Namen gegeben hat, den Sillar.
Den Abend verbrachte jeder nach seiner Manier, und nur zum Schlafen fanden sich alle wieder gemeinsam im Hotel ein.
Auf Capachica erwartete uns schon der "Ortsvorsteher", um uns zu unserem späten Mittagessen zu verhelfen, immerhin hatten wir schon mehrere Stunden nichts mehr gegessen und kamen hungrig wie die Wölfe an. Jedoch waren unsere Augen offensichtlich letztendlich doch größer als unsere Mägen, denn nur ein Bruchteil des köstlichen Essens fand den Weg zum Ziel. Da unsere Bäuche uns allzu sehr nach unten zogen, entschlossen wir uns mehrheitlich nicht ungern zu einem kurzen Spaziergang zu einem erst kürzlich errichteten Aussichtspunkt, von dem aus wir einen herrlichen Blick sowohl auf den See wie auch auf den kleinen Hauptplatz der Gemeinde hatten.
Wieder zurück am Haupthaus wurden wir auf unsere Gastfamilien verteilt, und nach einer mehr oder minder langen Ruhepause hieß es schon wieder ... Essen!
Frisch gestärkt wanderten wir zum Hafen, wo schon unser Boot auf uns wartete, das uns zunächst zu den Uroinseln bringen würde. Schon von weitem sahen wir die an einer der Inseln gehisste Fahne, die uns bedeutete:"Bitte hierhin!" Von unserem örtlichen Führer Victor ließen wir uns in die Kultur und ihre Ursprünge einweihen. Einige von uns ließen es sich nicht nehmen, noch eine kleine Inselumrundung auf einem der traditionellen Binsenboote zu unternehmen.
Der weitere Weg nach Puno führte uns bei strahlendem Sonnenschein an großen Binsenfeldern, in denen ab und zu ein Vogel oder eine Kuh (!) erschienen, vorbei. Am Hafen erwartete uns bereits ein Bus, der uns zur Grenze fahren würde. Nur durch ein Picknick und mehrere Toilettenstopps unterbrochen kamen wir nach wenigen Stunden am vorläufigen Endpunkt - zumindest für unseren Perubesuch - an.
Am Grenzübergang Desaguadero erledigten wir die Zollformalitäten, sagten Peru kurz Ade, und dann ging es schon über eine kleine Brücke zum bolivianischen Zollbüro, wo wir in einem kleinen Gewühl die hiesige Bürokratie kennenlernten.
Auf dem Weg nach La Paz begleitete uns Rafael, um uns mit Informationen rund um Land und Leute zu versorgen. Ein wunderschönes Foto von der Großstadt La Paz im Abendlicht konnten wir knipsen, bevor es dann zum Hotel in der Nähe des Hauptplatzes ging. Hier gönnten wir uns nach dem Einchecken ein gutes Abendessen im Dachrestaurant, von dem aus wir einen guten Blick über die nahegelegenen Stadtteile hatten.
Diejenigen von uns, die sich schon früh aufmachten, um die gefährlichste Straße der Welt zu befahren, erlebten einen besonderen Tag ... zumal es auch Ingrids Geburtstag war. Zu diesem hatte sie sich diese spezielle Fahrt ausgesucht und wurde nicht enttäuscht. In angemessenem Tempo ging es die Strecke hinunter, und von der sich ständig wechselnden Landschaft beeindruckt wäre es unter normalen Umständen schwierig geworden, sich auf den Weg zu konzentrieren. Da aber die mitunter recht holprige und abgründige Straße beachtet werden wollte, legte man zur Bewunderung der Landschaft einige Pausen ein, um sich unmittelbar darauf wieder dem Streckenverlauf zu widmen. Am Nachmittag kamen die beiden Mutigen in einem freundlichem Hotel mit Swimmingpool an, wo man sich die benötigte Entspannung bei einer Dusche und einer kleinen Runde im Schwimmbecken gönnte. Anschließend gab es auch noch ein kleines Abendessen zur Wiedererlangung der Kräfte.
Marlitt und Bernd waren zu einer Stadtrundfahrt aufgebrochen. Das beeindruckenste für sie war eine Straße, in der vielerlei karnevalistisches Zubehör angeboten wurde. Fast hätten sie sich noch eine der schönen Masken für Daheim gegönnt.
Der Rest hatte einen kleinen Ruhetag, an dem man sich einfach bei der Besichtigung des Hexenmarktes und anderer dem Hotel naher Sehenswürdigkeiten den Tag vertrieb. Am späten Abend trafen wir uns im Hotelrestaurant, wo Ingrid und ihrer "Geburtstagsgesellschaft" von viventura ein paar Törtchen spendiert wurden.
Ab 14:30 Uhr ging es dann zur Stadtrundführung los und wir machten Bekanntschaft mit den Sehenswürdigkeiten der gemütlichen Stadt, die, wie wir feststellten, völlig zu Recht den Titel Weltkulturerbe verliehen bekommen hatte. Wir schlenderten unter großen schattenspendenden Bäumen vorbei an munter sprudelnden Brunnen, besuchten den geschichtsträchtigen Park-Friedhof, auf dessen Besucherbänken Studenten sich in Ruhe ihrer Lektüre widmen konnten, statteten dem Stadtmarkt einen Besuch ab, um uns mit Snacks und Säften zu versorgen und legten schließlich einen Stopp am geschichtträchtigen Freiheitshaus am Hauptplatz ein, um die Persönlichkeiten bolivianischer Vergangenheit kennenzulernen.
Den Abend ließen wir bei einem guten Essen in der Stadt, in Hotelnähe oder im guten Hotelrestaurant ausklingen.
Spruch des Tages:Sabine zu Adrian: Na? Hast Du auch den Zimmerschluessel abgegeben? Adrian: Aehm ... wo ist er noch gleich ...?
Bei der Ankunft begrüßte uns gleich der Silberberg von Potosi, der die gesamte Stadt im wahrsten Sinne des Wortes überragt. Kurz nach dem Einchecken im Hotel ging es gleich weiter zur Stadtrundführung. Von dem Silberglanz vergangener Tage ist zwar nichts mehr zu sehen, aber eine Vorstellung vom einstigen Reichtum vermitteln immer noch die Häuserfasaden und der filigrane Mestizo-Barock an den Kircheneingängen. Nur von einem Mittagessen mit allzu reichlich gefüllten Wein- und Whiskey-Gläsern unterbrochen ... ;) ... führte uns der Weg noch in das Santa Teresa Museum und -Kloster, in dem wir dann endlich viele wertvolle Silberteile aus der Mitgift der ehemals hier lebenden Nonnen einer Begutachtung unterziehen konnten.
Am Abend trafen wir uns auf einen kleinen Schlaftrunk in einer zentrumsnah gelegenen Bar und fielen anschließend auf 4060 m in einen tiefen Schlaf.
Fast sechs Stunden Fahrt standen bevor, doch langweilig wurde der Blick aus dem Fenster nie. Die Landschaft mit den in allen erdenklichen Farben ... nun, ja, nicht gerade pink ... leuchtenden Bergen, den friedlich weidenden Lamas und den sich sanft schlängelnden Flüssen zog uns in ihren Bann. Auch ging die Reise schneller als gedacht voran, da eine neue Straße im Bau befindlich war. Folglich war es weniger uneben und unangenehm als befürchtet. Lediglich eine kleine Reifenpanne brachte den Zeitplan etwas in Gefahr. Aber angesichts eines aufkommenden Sandsturms auf der Hochebene gab der Fahrer sein Bestes bei der Reparatur. ;)
Am frühen Abend und eine Stunde früher als geplant kamen wir in Uyuni an. Nach einer ausgiebigen Dusche zog es uns sofort ins Restaurant, wo wir leckere Pizzas und Pastas genossen.
Spruch des Tages:Sabine: Adrian? Zimmerschluessel abgegeben? Adrian: Ähm ... einen Moment bitte ...
Die eigentliche Attraktion, unsere Fotosession auf dem Salar de Uyuni, stand uns jedoch erst noch bevor. Damit wir nicht etwa einem Schwächeanfall zum Opfer fallen würden, genossen wir im Salzhotel noch ein stärkendes Mittagessen. Danach suchten wir uns eine strahlend und makellos weiße Stelle im Salar, um dort ein Foto zu schießen, das bezeichnend für die ganze Gruppe ist: Wir als Engelchen! Überzeugt Euch selbst durch nebenstehende Aufnahme vom Wahrheitsgehalt der Aussage. ;)
Kaum hatten wir unseren Foto-Schabernack beendet, stürmten wir die Salzinsel Inkawasi, die mit Kakteen, z.T. schon beinahe 1000 Jahre alten, bedeckt ist. Dann hörten wir mit großen Ohren die traurige Geschichte der Vulkan-Frau Thunupa, auf der die legendenhafte Entstehung des Salars zurückgeht.
Am Abend trafen wir in unserer Herberge ein, gerade noch rechtzeitig, um einem aufkommenden Sandsturm zu entgehen. Trotzdem ließen es sich die ein oder anderen nicht nehmen, noch nach draußen zu stürmen, um ein Foto vom aufgehenden Mond zu machen. ;)
Der Abend klang bei einem schmackhaften Mahl und einem viventura-Wein aus.
Spruch des Tages:Sabine: Wo sind Adrian und der Zimmerschlüssel? Bettina: Diesmal hab ich den Schlüssel ... abgegeben! Adrian zwei Minuten später: Schau mal! Der Zimmerschlüssel ist schon abgegeben!
An der bolivianisch-chilenischen Grenze wartete am späten Nachmittag schon unser chilenischer Bus. Wir verabschiedeten uns herzlich von unseren bolivianischen Jeepfahrern... dann ging es auf ein anderes Staatsgebiet, und wir hatten endlich wieder Asphalt unter den Rädern!
Nachdem wir eine Dusche genossen hatten (die wahrlich bitter nötig war) und auch das erste chilenische Geld in Händen hielten, überfielen wir ein nett wirkendes Restaurant und schlemmten unser erstes chilenisches Menü.
Spruch des Tages:Ingrid in Anbetracht der baldigen Rückkehr: In Deutschland ist nix mehr mit Inti! Da gibt es nur noch Anti oder Conti!
Zunächst ließen wir uns zu einem Aussichtspunkt bringen, von dem aus wir die Salzkordillere sowie das Oasendorf San Pedro sehen konnten. Auch die Aussicht auf den Vulkan Lincancabur, der uns schon in Bolivien "über den Weg gelaufen" war, beeindruckte uns. Danach statteten wir den drei Marien, einer kleinen Gesteinsformation, einen Besuch ab. Nicht nur der gute Padre, der für den Namen der Sehenswürdigkeit verantwortlich ist, hatte Phantasie, auch wir benannten einige Gesteine, als da wären: "der Dinosaurier", "das Schweinchen" und "der Inka". Wer uns die Reise nachmacht, kann sich von der Richtigkeit unserer Beobachtungen selbst überzeugen. ;)
Schließlich ging es vor Sonnenuntergang auf den Aussichtspunkt im Valle de la Luna, von wo aus man die von der Sonne gezeichneten Farb- und Schattenspiele beobachten kann. Den Mond wollten wir auch unbedingt dort aufgehen sehen, nur ließ dieser so lange auf sich warten, dass wir irgendwann aufgaben. In San Pedro würde er uns schon ins Netz gehen!
Unmittelbar nach der Ankunft in der Oase erwartete uns ein leckeres Mahl, wenngleich mit einem faden Beigeschmack, denn immerhin war es unser Abschiedsessen mit Sabine. :( Bei mindestens drei Flaschen Wein (... wer zählt schon nach ...) und anderen beigen bis grünen Barköstlichkeiten ließen wir uns das Festmahl gut schmecken. So klang der Abend beim Rückblick auf die bisherige Reise feucht-fröhlich aus.
Während die bizarre Wüstenlandschaft an uns vorbeizog, kaute der ein oder andere an seinem Frühstücksbrötchen oder... schlief einfach. Am Flughafen checkten wir im Sauseschritt ein, stellten uns in die lange Schlange vor der Gepäckkontrolle. Hier hieß es nun endgueltig von Sabine Abschied nehmen. :( Wir drückten sie noch einmal recht herzlich und wünschten ihr das beste fuer die Zukunft.
Nach nur zweistündigem Flug erreichten wir Santiago de Chile, wo wir am Flughafen bereits vom örtlichen Guide erwartet wurden. Schließlich stand eine Stadtrundführung auf dem Programm, und wir waren alle recht neugierig, was es mit dem Leben in der Hauptstadt auf sich hat. Die Männer rissen sich zwar kurz los, als wir auf das Cafe con Piernas (Cafe mit Beinen - die Kellnerinnen tragen dort recht gewagt kurze Röcke) zusteuerten, aber ansonsten lief alles in recht geordnenten Bahnen. So sahen wir den hübschen Hauptplatz mit den typisch chilenischen Palmen, der Kathedrale und den alten Arkadengebäuden.
Zum Mittagessen ging es in den Mercado Central, wo es köstlichen Fisch zu probieren gab. Zum Besuchprogramm gehörten des weiteren der Cerro San Cristobal, von dem aus wir einen guten Blick auf die Metropole hatten.
Am Abend schwelgten wir nochmals in den Erinnerungen, die wir kürzlich gesammelt hatten. Am nächsten Morgen werden wir Chile und damit Südamerika wieder verlassen. Schade! Einige von uns werden aber vielleicht wiederkommen, denn das Südamerikafieber hat uns alle erfasst!
07.02.12Franz
Mein persönlicher Höhepunkt war Südamerika, denn jeder Ort war schön für sich. Die Unterkünfte waren in Ordnung und die Betreuung durch unseren Reiseleiter fabelhaft....
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Mirjam