Reisebericht

Hier können Sie sehen, was unsere Reisenden auf ihrer Reise erlebt haben.

15 Sep. 2009 • Frankfurt - Lima

Lima bei Nacht
Auf nach Peru
langer Flug...

Flug nach Peru

Heute haben wir unsere Heimat verlassen.

Von verschiedenen Städten aus sind wir Richtung Madrid geflogen, aber erst mit dem Abflug von der spanischen Hauptstadt, haben wir Europa verlassen und uns damit auf den Weg nach Südamerika gemacht.

Heute heisst es nur fliegen fliegen fliegen….

16 Sep. 2009 • Lima - Moyobamba

Fluss im Dschungel
Dorf im Hochdschungel

Flug in den Nordostdschungel von Peru

Nach dem langen Flug sind wir heute früh in Lima gelandet, der Fidel, unser Reiseleiter, wartete schon auf uns. Von Lima aus müssen wir aber noch nach Tarapoto fliegen. Daher sind wir im Flughafen geblieben und nach einer kurzen Kaffepause wieder in den Flieger eingestiegen.

Wir haben den bewölkten Himmel von Lima hinter uns gelassen und sind nach ca. einer Stunde in dem heissen und feuchten Nordosten Perus angekommen, in dem kleinen Ort Tarapoto.

Aber von Tarapoto sind wir noch ca. 3 Stunden gefahren, bis Moyobamba, wo wir übernachtet haben. Die Fahrt war schön mit einer tollen Landschaft, aber die verschiedenen Flüge und die Zeitumstellung haben uns fix und fertig gemacht.

Wir haben Moyobamba schon nachmittags erreicht, die Stadt liegt in dem so gennanten Hochdschungel, obwohl es sehr hoch liegt, ist es hier feucht und heiss. Nach einer langen Dusche sind wir kurz ausgegangen, um eine Orchideefarm zu besuchen. Dort konnten wir noch andere einheimische Tiere sehen.

Danach haben wir unsere erste Erfahrung mit der peruanischen Küche gehabt. Es war gut :)

Nach dem Essen sind wir wie Steine ins Bett gefallen. Wir sind jetzt sehr gespannt auf die kommenden Tage in Peru.

17 Sep. 2009 • Moyobamba - Chachapoyas

Spielen macht Kinder gesund!!!
Kanoo Ausflug im Dschungel

Ausflug in den Dschungel

Früh müssen wir heute unser Hotel verlassen. Noch im Dunkeln haben wir ein kurzes Frühstück gemacht. Wir sind circa eine Stunde mit dem Bus gefahren und haben einen kleinen Hafen erreicht. Dort sind wir in ein Motorboot eingestiegen und dann noch eine Stunde den Fluss Mayo hinaufgefahren, bis nach Tingana, eine kleine Gemeinde im peruanischen Hochdschungel. Dort haben wir richtig Frühstück gemacht und sind anschließend mit zwei Kanus losgefahren.

Der Ausflug war wunderbar. Wir haben einige Vögel gesehen, eine sehr giftige Schlange, die Jergon, und sogar ein Faultier konnten wir beobachten. Es hat uns wirklich gefallen. Danach sind wir zurück nach Tingana gefahren und nach dem Mittagessen ging es zurück nach Moyobamba.

Wir haben die kleine Stadt verlassen und sind auf den Weg nach Chachapoyas aufgebrochen. Wir sind weiter durch den Hochdschungel gefahren. Die Landschaft war sehr schön aber die lange Fahrt machte uns langsam müde. Wir haben Chachapoyas erst Nacht erreicht und sind fix und fertig ins Bett gefallen.

18 Sep. 2009 • Kuelap - Chachapoyas

Rike beim Reiten nach Kuelap
Die Gruppe beim Haupteingang von Kuelap

Die Ruinen von Kuelap

Heute geht`s um die alte Kultur Chachapoyas. Dafür geht es nach einem gemütlichen Frühstück mit einem Großtaxi (gefahren von Michael Schumacher) Richtung Tingo. Im Hotel hatten wir vorher Andreas, unseren lokalen Guide, kennen gelernt. Er kommt eigentlich aus Baden-Württemberg, lebt aber schon seit 13 Jahren in Peru. In Tingo warten 4 Pferde auf die Reiter Martina, Marion, Rike und Andreas. Bald geht es im Zick-Zack steil den Hang hinauf, erst durch felsige Landschaft, dann durch grüne Wiese und bunte Felder. Dann der erste Blick auf Kuelap. Es ist schon eine ganz besondere Art, sich so der großen Ruine zu nähern.

Der Rest der Gruppe erwartet die Reiter bereits und so besichtigen wir bald unter Führung von Andreas die Ruinen. Das Wetter heute war sehr schön. Obwohl es normalerweise immer mal wieder regnet, hatten wir heute Sonne.

Nach der Besichtigung sind wir zurück gefahren. Wir haben die Stadt Chachapoyas um 18 Uhr erreicht und sind noch zum Essen ausgegangen. Heute müssen wir früh ins Bett, weil wir Morgen wieder früh aufstehen müssen.

19 Sep. 2009 • Jaen - Chachapoyas

Sarkophage von Karajia
Reisfelder auf den Weg nach Jaén

Sarkophage von Karajia

Heute heißt es noch früher aufstehen. Um 4:30 Uhr klingelten die Wecker und wir verabschieden uns vom freundlichen Personal des Hotels "La Casa Vieja" und fuhren im Van, wieder begleitet von unserem lokalen Guide Andreas, hinauf in die Berge, über schmale Strassen, durch kleine Dörfer. Ziel waren die Figuren von Karajia. Irgendwann kann das Auto nicht weiter. Nach einem anstrengenden Fußmarsch wurden wir aber belohnt. Zunächst haben wir einen Blick in ein kleines schönes Tal und dann auf die Kalksteinfelswand.

Weit oben, vielleicht in 15 Metern Höhe, stehen in einer Nische sechs Figuren von 2,5 m Höhe. Es sind wahrscheinlich Fürstengräber. Die Figuren beherbergen Knochenbündel. In der Nische ebenfalls zu sehen sind einige Totenschädel, wahrscheinlich von Feinden stammend. Über die Herkunft dieser Figuren aus der Chachapoyas Kultur ist noch nicht viel bekannt, es gibt viele Theorien. Sicher ist aber, dass für ein Volk, das keine Schriftsprache kannte, solche Orte eine große Bedeutung für die Stammesidentität hatten.

Wir haben diesen kurzen Besuch genossen. Unser Zeitplan war aber sehr eng. In einem kleinen Zeitfenster zwischen 12 - 12:20 Uhr mussten wir eine bestimmte Kreuzung in Pedro Ruïz passiert haben, da dann die Strasse wegen Bauarbeiten bis 18:00 Uhr gesperrt wurde. Später sahen wir die vielen Abschnitte der neuen Strasse, die bereits wieder durch Erdrutsche zerstört war. An einer anderen Baustelle nutzten wir die Gelegenheit, uns Reisfelder von Nahem zu anzusehen.

Am Nachmittag kamen wir in Jaén an, einer kleinen Stadt mit vielen Mototaxis und viel Staub. Den Rest des Tages genossen wir am Swimmingpool liegend. Nach dem Abendessen überraschte uns noch ein heftiger Regenguss.

20 Sep. 2009 • Jaen - Chiclayo

Tinajones Damm auf den Weg nach Chiclayo
Rike und unsere Fahrer (Omar und Giancarlo)

Moche Kultur

Heute verließen wir den Hochdschungel mit dem Ziel Chiclayo, die Hauptstadt der Provinz Lambayeque. Während wir uns in den ersten Tagen unserer Reise immer auf 2000 - 2800 Metern über Meer aufhielten, sind wir jetzt nur noch auf 30 Metern über Meer.

Erstes Besuchsziel waren die Tucume - Ruinen. Im Museum wurde die Moche und Lambayeque Kultur erklärt. Die Keramiken, allesamt Originale, begeisterten uns. Danach begleitete uns Marta, unsere lokale Führerin für die nächsten Tage, zu den Lehmziegelpyramiden.

Diese über 1000 Jahre alten Bauten sind durch Witterungseinflüsse stark zerstört. Manchmal braucht man viel Fantasie, um in dem Lehmberg eine Pyramide zu erkennen. Imposant sind die Huacas, wie die Peruaner die Pyramiden nennen allemal. Anders als die ägyptischen sind diese Pyramiden keine Grabdenkmäler, sondern hatten praktische Aufgaben wie Lagerraum für landwirtschaftliche Produkte, Zeremonienort, Zitadelle.

Der nächste Programmpunkt war das Sipan - Museum. Dieses Museum - es gilt als eines der schönsten Perus- ist den königlichen Grabstätten gewidmet, die vor fast 30 Jahren, entdeckt wurden. Das sensationelle daran ist, dass die Gräber intakt und gut erhalten waren. Diese Gräber mit ihrer reichen Ausstattung geben einen tiefen Einblick in die Moche - Kultur. Wir waren einige Stunden in der Ausstellung und waren uns hinterher einig, man müsste unbedingt noch einmal herkommen.

Am Nachmittag, zu einer Zeit, wo andere Kaffee und Kuchen genießen, gingen wir zum Mittagessen. Fidel hatte eine Art Buffet für uns bestellt - verschiedene typische nationale Speisen wurden serviert und so konnte jeder von jedem Gericht probieren. Alle waren von dieser Idee begeistert.

21 Sep. 2009 • Trujillo - Chiclayo

Martina verkauft frische Meeresfrüchte
Reliefs im Mondpyramide

Hexenmarkt und Mondpyramide

Im Chiclayo besuchen wir den Hexenmarkt. Verschiedene Kräuter, Pulver, Schamanengegenstände, Christliche Bilder und Utensilien, ausgestopfte Tiere und getrocknete Tierköpfe, Blumen, es war ein farbenfroher Anblicke. Dann schloss sich der normale Markt an – mit Obst, Gemüse, Fisch und Meeresfrüchten, Fleisch, Lebensmitteln und Haushaltgegenständen. Er war aber nicht minder interessant. Wir sahen Dinge, die wir oft nicht einmal vom Namen kannten. Wir hatten auf beiden Märkten viel Spaß. Die Händler begrüßten uns sehr freundlich, auch wenn wir nichts kauften. Besonders in der Fleisch- und Fischsektion ließen sich die Verkäufer gern fotografieren.

Dann mussten wir weiter. Es ging Richtung Süden nach Huanchaco in der Nähe von Trujillo. Wir fuhren durch die Wüste. In manchen Trockenzonen sahen wir trotzdem Felder mit Reis, Paprika, Spargel, Artischocken, Zuckerrohr, Mais – das Wasser für die Bewässerung ist Grundwasser. Zu Mittag haben wir in einem ausgezeichneten Fischrestaurant von Huanchaco gegessen. Danach gab es eine kleine Programmänderung. Der Besuch der Mondpyramide in der Nähe von Trujillo wurde angesagt. Die Sonnen und Mondpyramide der Moche – Kultur liegen nebeneinander. Wir waren überrascht und begeistert wie gut Mauern, Reliefs und Malereien erhalten waren.

Der Grund dafür ist, dass ausschließlich mit Lehmziegeln gebaut wurde und Zwischenräume auch mit Ziegeln ausgefüllt wurden, während in Tucume oft Reste und Abfälle in die Lücken gefüllt wurden. Wir hielten uns wieder sehr lang in den Komplex auf und löcherten unsere Führerin mit Fragen. Übrigens: ein Mitglied der Gruppe verlor seine Windjacke und bekam sie zurück. Ein ehrlicher Finder hatte sie bei der Verwaltung abgegeben.

Wir fuhren zurück nach Huanchaco und nahmen Quartier in einem kleinen Hotel direkt am Strand. Natürlich wurde der noch vor Einbruch der Dunkelheit inspiziert.

22 Sep. 2009 • Arequipa - Trujillo

**Größte Lehmziegelstadt der W
LehmziegelStadt Chan Chan

Größte Lehmziegelstadt der Welt

Nach einem gemütlichen Frühstück fahren wir ein paar Kilometer (ca. 10 Minuten) bis nach Chan Chan – die größte Stadt aus Adobe auf der Welt. Die Ausmaße sind beeindruckend. An vielen Stellen wird an der Rekonstruktion gearbeitet. Schön sind die verschiedenen Ornamente und Muster, die überwiegend mit dem Meer zu tun haben. Irgendwie verblüffend ist auch das Wasserbassin – eine Oase mitten in den braungelben Lehmziegeln mit Schilf, Seerosen und Enten. Martha, auch heute unsere Führerin, weiß viel und gibt gute Erklärungen. Anschließend fahren wir die kurze Strecke bis Trujillo, wo wir die Hauptstrasse und den zentralen Platz anschauen.

Nett ist, dass auf dem Hauptplatz eine Ausstellung der Berufschule stattfindet, wo die Schüler zeigen, was sie gelernt haben. Von Frisösen bis Elektrikern, Bäckern ist fast alles vertreten. Wir rufen fast soviel Interesse hervor wie die Aussteller. Die großen Deutschen werden heimlich mit dem Handy fotografiert.

Die Kolonialhäuser aus der Zeit um 1700 beeindrucken durch ihre Farben, die schönen Holzdecken und Türen und den Aufbau mit den Innenhöfen. Insbesondere hat auch der zentrale Platz mit den schönen alten Häusern rundum und den vielen Blumen eine besondere Atmosphäre.

Nach einem guten Mittagessen schauen wir am Strand von Huanchaco bei schönem Wetter noch den Fischern und Wellenreitern zu, bevor die Sonne in den Wolken knapp über dem Horizont untergeht.

23 Sep. 2009 • Huaraz - Trujillo

Auf eine Hängendebrücke
Wasserfall in Entenschlucht

Fahrt durch die Entenschlucht

Heute war ein Reisetag. Wir verließen Trujillo am Morgen auf der Panamericana. Später bogen wir auf eine normale geteerte Strasse. Links und rechts war nur Wüste zu sehen und dann fuhren wir an dem wahrscheinlich grössten Bewässerungprojekt von Peru vorbei.

Danach begann die angekündigte Schotterstrasse durch den Cañon del Pato. Die Strasse wurde so schmal, dass man glaubte, dass unser kleiner Bus kaum darauf passen kann. Aber es fuhren auch Linienbuse und LKWs. Oft begegneten sich die Fahrzeuge und dann war das aneinander vorbei fahren zentimeterarbeit.

Aber was für eine Leistung, durch das Gebirge diese Strasse zu bauen. Dazu gehörten auch Tunnel und Brücken. Für die Menschen dort ist es eine wichtige Verbindung zur Aussenwelt. Es gibt noch andere Wege nach Huaraz, aber diese Schlucht mit den immer neuen Ein– und Ausblicken war es wert, die Beschwerlichkeiten zu ertragen. Hut ab vor unserem Fahrer!!!.

Nachdem wir die Entenschlucht verlassen hatten, war die Strasse wieder asphaltiert.

“Mittagessen” hatten wir um 16:00 Uhr in der kleinen Stadt Caraz. Da heute, am 23. September, in Peru der “Frühlingstag” begann, erlebten wir einen Umzug von “Prinzessinnen” gefolgt von Musikanten und vielen Kindern. Nach der Stärkung ging es weiter nach Huaraz, wo wir in völliger Dunkelheit ankammen.

Im Hotel wurden wir mit einer Tasse heissem Tee empfangen. Von den Fenstern des Hotels aus hatte man einen phantastischen Blick auf die Stadt. Wir sind heute von 0 auf 3100 Metern hoch gefahren und wir merkten schon, dass hier die Luft dünner ist.

24 Sep. 2009 • Huaraz

über 4700 Metern Hoch
Llanganuco Lagunen

Llanganuco/ Llama Trecking/ Willi's Geburtstag

Zwei Mitglieder der Gruppe verabschiedeten sich heute zu ihrer Lamatrecking-Tour. Der andere Teil machte sich mit dem Bus auf nach Yungay und in den Callejon de Huaylas im Huascaran – Nationalpark.

Auf dem Markt von Yungay deckten wir uns noch mit viel Wasser ein, dann ging es in die Berge. Wieder verlangte eine Schotterpiste dem Fahrer und dem Bus viel ab.

Am Vormittag meinte das Wetter es gut mit uns und wir konnten herrliche Berge und Gletscher bewundern. Die Lagunen von Llanganuco sahen mit ihrem türkisfarbenen Wasser phantastisch aus.

Wir fuhren immer höher mit dem Bus und auf halber Strecke wussten wir nicht mehr wie sich das Wetter weiter entwickeln würde. Doch auf Wunsch unseres Geburtstagskindes; der an seinen 71. Geburtstag auf dem Portachuelo – Pass stehen wollte, fuhren wir weiter und erreichten die 4765 Meter.

Allen fünf geht es gut. Wir fuhren zurück zum Llanganuco See, aßen leckere gefüllte Kartoffeln, die die Frauen vor Ort auf einem Holzfeuer zubereiteten und wanderten 1 ½ Stunden durch einen Wald.

Unser Bus wartete an einen bestimmten Punkt und brachte uns nach Yungay, wo wir den Friedhof besuchten, der als Erinnerung an das Erdbeben und der nachfolgenden Schlammlawine des 31. Mai 1970 übrig blieb.

Der Tag endete mit einen leckeren Abendessen im Zentrum von Huaraz, überwiegend wurde in der Umgebung geräucherte Forelle vorspeist. Danach trafen wir uns noch zu einem Schwatz bei einer Flasche Rotwein im Hotel.

25 Sep. 2009 • Huaraz

**Freier Tag / Wanderung in de
Hauptplatz von Huaraz

Freier Tag / Wanderung in der Umgebung von Huaraz

Es ist FREITAG, also ein freier Tag und er stand zur individuellen Gestaltung zur Verfügung.

Nach dem Frühstück brach eine Gruppe mit einer privaten Führerin zum Besuch von Monterrey und einer Wanderung auf. Da abseits der Pfade gegangen wurde, mussten öfters Bewohner der Gegend nach dem Weg gefragt werden. So wurde zum geflügelten Wort "Der Weg führt da entlang". Nach einem Bad in den Thermalquellen kehrten die Ausflügler zufrieden zum Hotel zurück. Ein Erlebnis der besonderen war dabei die Fahrt in einem der völlig überfüllten Kollektiv-Mini-Busse.

Am Nachmittag fand sich eine neue Gruppe, um das unter Backpackern und Bergsteigern bekannte und allseits empfohlene "Cafe Andino" zu besuchen, und es war nicht übertrieben. Der Kaffee war ausgezeichnet und die Schokoladentorte war exquisit.

Nach einem Stadtbummel trafen sich alle wieder zum gemeinsamen Abendessen. Auf dem Rückweg stellten wir fest, dass es und immer leichter fällt, die lange, steile Straße zum Hotel hinauf zu gehen.

26 Sep. 2009 • Huaraz - Ollantaytambo

Mauer in Chavin
Es geht tief hinab in die Galerien

Ruinen von Chavin

Bevor wir uns auf den Weg nach Chavin machten besuchten wir kurz (leider) den Bauernmarkt von Huaraz. Wir waren sofort gefangen von dem geschäftigen Treiben an den Ständen und dem vielfältigen Angebot.

Für unser Tagesziel mussten wir die Cordillera Blanca auf 4500 Meter Höhe überqueren. Inzwischen haben wir mit dieser Höhe keine Schwierigkeit mehr. Hin und wieder baten wir den Fahrer um einen Stopp, um ein Foto von den Gletscher bedeckten Bergen in der Umgebung, alle um die 6000 Metern hoch, machen zu können. An der Straße entlang sahen wir viele Eingänge zu kleinen Steinkohleminen. Wir konnten nur erahnen, bei welchen Bedingungen dort gearbeitet wird.

In Chavin de Huantar erwarteten uns bereits unsere beiden Trecking–Abenteurer und berichteten von ihren Erlebnissen, die sie besser selbst aufschreiben. Gemeinsam machten wir den Rundgang durch die Anlage der Chavin–Kultur, die immerhin 2000 Jahre jünger war als die der Inca. Anders als bei den Bauten der Moche weiß man hier weder wo die Steinbrüche sind noch wie die Steine transportiert und mit welchen Werkzeugen sie bearbeitet wurden. In der Anlage selbst gibt es aber viele Zeugnisse über die Menschen, ihre Traditionen und ihre Kontakte zur Umwelt.

Nach dem Mittagessen, für das es fast etwas spät war, besuchten wir das Chavin–Museum, das japanische Geschäftsleute Peru geschenkt haben. Dort sind viele Fundstücke der Ausgrabungen ausgestellt. Besonders beeindruckten uns die so genannten “Nagelköpfe”, große Menschenköpfe aus Stein gemeißelt, die die “Wächter” der Tempel waren. Um diese Köpfe in der Mauer zu verankern war ihr Hinterkopf wie ein Nagel verlängert.

Diesem schloss noch der (ungeplante) Besuch in der Töpferwerkstatt eines Künstlers in Chavin an, der Keramiken nach Vorbildern der alten Kulturen anfertigt.

27 Sep. 2009 • Huaraz - Lima

Fotopause
Unsere Kokita mit den Gletschern im Hintergrund

Fahrt an die Küste

Wir haben uns wohl gefülht in Huaraz. Doch unsere Rundreise geht weiter. Noch einmal bewundern wir bei strahlendem Sonnenschein die Gipfel der Cordillera Blanca. Der höchste Punkt, den wir heute erreichten, liegt bei ca. 4200 m.ü.N. an der Conococha Lagune, der Quelle des Flusses Santa. Von dort ging es eine steile Serpentinenstraße hinab im Richtung Lima.

Bis vor wenigen Monaten war diese Straße noch in einem schlechten Zustand, aber ein großer Minenkonzern ließ sie reparieren bzw. erneuern, nicht ganz ohne Eigennutz. Hier werden die Produkte von der Mine und Geräte und Ersatzteile zur Mine transportiert.

Bereits kurz nachdem wir die Ancash-Region verlassen hatten (die Region Lima schließt sich an) änderte sich das Klima: Es wurde schwüler, zum Teil herrschte Nebel. Hier wachsen Bananen neben Äpfeln, Mais, Mangos, Avocados, Paprika und Peperoni. Letztere werden einfach auf der Erde ausgebreitet und von der Sonne getrocknet.

Über weite Strecken beherrschten dann wieder Sanddünen die Landschaft. Die Vororte von Lima sind selbständige Großstädte. Je weiter man hinein fährt, desto dicker und chaotischer ist der Verkehr - und dabei ist heute ein ruhiger Sonntag. Die Häuser sind meist nur 1-2 Stockwerke hoch und die Siedlungen klettern die Hügel hinauf.

Unser Hostal, das wir am Nachmittags erreichten, liegt im relativ ruhigen Stadtteil Miraflores. Die Gruppe beschloss noch heute das kleinere der beiden Goldmuseen hier in Miraflores zu besuchen. Es hat uns allen sehr gut gefallen. Hintergrundinformationen zu manchen Ausstellungstücken hatten wir auf unserer bisherigen Reise ja schon erhalten. Das machte diesen Besuch noch interessanter. Unser gemeinsames Abendessen am lebhaften Hauptplatz von Miraflores war ebenso schmackhaft wie unterhaltsam. Hier wurden Meerschweinchen und Alpaka probiert.

28 Sep. 2009 • Pisco - Lima

bunte Häuser am San Cristobal Berg
Martina und Willi auf der Düne

Die peruanische Hauptstadt

Mit einer lokalen Führerin versuchten wir Lima kennenzulernen. Wir fühlten uns wie die japanischen Touristen, denen wir auch begegneten, weil oft nur wenig Zeit blieb, um mal an einer Stelle länger zu verweilen.

Erstes Ziel war der so gennante “Liebespark”, eine kleine Anlage, die dem Gaudí – Park in Barcelona nach empfunden ist. Die Figuren sind mit Mosaiken und Liebesgedichten in Spanisch geschmücket.

Nächster Halt war der San Martin Platz, unterwegs erfuhren wir, dass Lima Heute rund 9 Mio. Einwohner hat, zum Vergleich 1950 waren es noch 500 000. Der San Martin Platz ist dem argentinischen Befreier Perus gewidmet. Peru erlangte viel später als andere Länder Lateinamerikas seine Unabhängigkeit und brauchte dann auch Hilfe von aussen.

Dann ging es weiter zur Plaza Mayor - Presidenten Palast, Rathaus und Kathedrale sind die wichtigsten Gebäude. Die Kathedrale sieht eigenartig aus, da bei verschiedenen Erdbeben Teile von ihr einstürtzen, wurde sie in unterschiedlichen Stilarten wieder aufgebaut.

Wir sahen sie uns auch von innen an und unsere Stadtführerin erklärte uns den Bau. Wir waren uns einig, dass sich die 10 Soles Eintrittsgeld gelohnt haben.

Nicht weit entfernt befindet sich das Franziskaner Kloster. In die Kirche kann man heute nicht hinein. Es war der Tag des Judas Tadeus, eines wichtigen Heiligen und die Menschen standen in langen Schlangen und mit grossen Blumensträussen, um ihn zu ehren.

Das Kloster, in dem noch 40 Mönche in einem abgetrennten Teil leben, beeindruckt durch die Gestaltung des Kreuzganges mit einer Kaseltendecke aus Zederholz und der Wandgestaltung, für die 45 000 Fliesen aus Europa nach Lima transportiert wurden. Sehr überrascht waren wir beim Besuch der Katakomben, dass sie bis ca. 1812 der öffentliche Friedhof von Lima waren und dann wegen Überfüllung geschlossen wurden.

Dann fuhren wir nach Barranco, dem ehemaligen Badeort der Limeños. Der Gang durch einen kleinen Park und über die so gennante Seufserbrücke war sehr schön. In Barranco gibt es ein Restaurant, in dem peruanische Speisen in Form eines Buffets angeboten werden. Wir waren begeistert und können wieder bestätigen, dass die peruanische Küche eine der besten Küchen ist.

Heute mussten wir uns von unseren 2 Fahrern verabschieden, der eine ein junger Mann immer lustig und hilfsbereit. Es war schon etwas komisch, dass vorne im Bus ein Platz frei ist. Wir verließen Lima auf der Panamericana in Richtung Süden, vorbei an Wüste mit Hühnerfarmen oder mit hohen Dünnen.

2 Mitglieder der Gruppe versuchten einmal so eine Düne hochzulaufen, nach ca. 10 Minuten brachen sie den Versuch ab. Beim einen anderen Stop probierten wir Lucuma – Eis, eine Geschmacksrichtung, die man in Deutschland nicht kennt. Es gab auch Lucuma – Manjar zu kaufen und ein Bäumchen konnten wir auch noch betrachten – das volle Lucuma – Programm in 5 Minuten.

Je näher wir der Stadt Pisco kamen, desto mehr beschädigte oder zerstörte Häuser sah man und die Strasse wurde schlechter. Zugleich wird auch überall gebaut. Dieses Gebiet war beim Erdbeben am 15. August 2007 stark betroffen und noch immer arbeitet man an der Berichtigung der Schäden. Zu unserer Beruhigung war unser Hostal unbeschädigt.

29 Sep. 2009 • Pisco - Ica

Uns geht es gut!!!
Frischen Fisch zum Mittagessen

Ballestas Inseln

Unser erster Ausflug heute ging mit dem Boot zu den Ballestas Inseln. Nach einen Zwischenstop bei dem "Candelabro", dessen Herkunft ungeklärt ist, ging es mit Vollgas zu den Inseln.

Die Ballestas Inseln selbst sind sehr schön mit den Felsen und Buchten. Die eigentliche Attraktion sind natürlich die Tiere. Wir sahen verschiedenste Vögel, und Arten von Pelikanen, Kormoranen, Möven und Pinguinen.

Begeistert waren wir auch von den Seelöwen, die etwas schlanken Weibchen und die dicken Mänchen. Eine schien zu posieren und spielte mit einem Seestern. Nach einer rasanten Rückfahrt bekamen wir noch die Delfine zu sehen, welche von den Fischern angeführt wurden.

Anschliessend fuhren wir in die Wüste, welche uns durch die verschiedensten Farben und Formen begeisterte. In einem kleinen Fischerdorf gab es ganz frischen Fisch zu Mittag. Vorher spazierten wir über die Felsen und am Strand entlang und beobachteten Vögel.

Der nächste Zwischenstop war eine Pisco Brennerei bei Ica und Fidel erklärte uns den Vorgang der Herstellung, die verschiedensten Schritte bis hin zum Destillat. Hier gab es die Verkostung eines Chemikers und einen Witzeerzähler. Nach einer Pisco - Probe ging es weiter nach Huacachina, einer Oase in der Wüste direkt bei Ica.

Martina und Marion machten die Buggy-Tour und kamen total begeistert von der Tour zurück. Detlef, Willi und ich (Rike) stiegen auf eine hohe Düne über die Lagune und genossen den Blick über die Wüste. Der Abstieg im Sonnenschein bringt uns zurück zu unserer Gruppe. In der Dunkelheit fuhren wir in das Hotel.

30 Sep. 2009 • Nazca - Ica

Sehr guter Flug!!!
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Flug über die Nazca Linien

Heute war ein ereignisreicher und aufregender Tag. Wir fuhren durch Ica, eine Stadt die sich im Wiederaufbau nach dem Erdbeben von 2007 befindet.

Weiter auf der Panamericana wechselten sich Wüste, Berge und grüne Täler ab. An einem Obststand am Strassenrand hielten wir kurz und tranken Orangensaft, der vor unseren Augen Frisch gepresst wurde – köstlich.

Dann ging es weiter zum Maria Reiche Museum. Vieles von dem, was wir heute über die Nazca Kultur und vor allem auch über die Nazca Linien wissen, ist dieser deutschen Wissenschaftlerin zu verdanken. Bis heute ist nicht ganz geklärt, welchen Ursprung die Bilder und Linien haben.

Direkt an der Panamericana steht ein Aussichtsturm. Dort konnten wir einen ersten Eindruck von den Bildern gewinnen, die sich auf dem grossen Wüstenareal befinden.

Es waren nur noch wenige Kilometer bis zum Flughafen von Nazca. Dort angekommen, stiegen wir sofort in zwei kleine Cesna – Flieger und gingen in die Luft. Alle waren begeistert und genossen den Flug bei bestem Wetter und einer herrlichen Sicht auf die Bilder. Fotos sind sicher nichts geworden, das ist aber völlig uninteressant, selbst unser Flugangsthase hatte keine Zeit an seine Flugangst zu denken und war, wie alle anderen, glücklich über dieses Erlebnis.

Die Gruppe beschloss, den für morgen vorgesehenen Besuch des Friedhofs von Chauchillas vorzuziehen.

Wir fuhren zu dem Ort ausserhalb von Nazca und besuchten geöffnete Gräber aus Lehmziegeln mit Mumien oder Teilen davon, Knochen und einigen wenigen Grabbeigaben. Überall waren die Spuren von Grabräubern zu sehen. Die Meinung in der Gruppe über diesen Programmpunkt gingen auseinander. Während einige die Ausstellung der Mumien interessant fanden, weil sie über die Nazca Kultur Anzeige gaben, empfanden andere dies als makaber und Störung der Totenruhe.

Der Tag fand sein harmonisches Ende bei einem Pisco Sour und einen schmackhaften Essen im Hotel.

01 Okt. 2009 • Nazca - Arequipa

**Fahrt nach Süden**  
  
Heut
Die Panamericana richtung Arequipa

Fahrt nach Süden

Heute steht uns ein langer Fahrtag bevor, aber mit reichlich Fotopausen und Stopps, um die tollen Dünen zu sehen. Wir fuhren stets durch die Wüste, mal direkt am Meer, mal am Steilufer, mal durch die Berge. Pampa auf den Hochflächen wechselte sich ab mit grünen Tälern und bewässerten Feldern.

Der erste grosse Stopp ist Port Inka. Hier gab es schon in der Vor-Inka-Zeit ein Handelslager, das auch lange danach noch genutzt wurde. Wir sahen noch die Reste von Lagerräumen und Zäunen für die Tiere. Danach machten wir einen kurzen Stop, um direkt neben einem Olivenwald die grünen und die dunklen Oliven zu verkosten.

Für ein Picknick am Strand war es zu kalt, dewegen aßen wir in einem kleinen Lokal die guten Sachen, die Orlando für uns gekocht hat. Nach ca. 450 Km. auf der Panamericana entlang der Wüste, verabschiedeten wir uns vom Pazifik. Wir dachten mit einem Schmunzeln nochmals an die “Sandpflüge” welche die Strasse von den “Sandwellen” freiräumen mussten. Dennoch war die Strasse teilweise nur einspurig.

Kurz nachdem wir die Wüste verließen, kamen wir in den Nebel, der so dicht war, dass man kaum das Auto vor uns sah. Omars Geduld ist zu bewundern!! Doch dann wurde es immer heller und plötzlich kamen wir in den strahlenden Sonnenschein auf der Hochfläche. Auch hier Pampa, Wüste und bewässerte Felder im Wechsel.

An einer Stelle musste Omar extra nochmal umdrehen, damit wir die grauen Dünen auf braun-gelben Sand bewundern, fotografieren und besteigen konnten. Dann durch den feinen Sand hinab und hinauf, mit Sonne, erreichten wir die Berge bei Arequipa und hatten einen schönen Eindruck von den Vulkanen, bevor wir im Dunkel die Stadt und das Hotel erreichten.

02 Okt. 2009 • Arequipa

Stille! im Santa Catalina Kloster
Arequipas Kathedrale

Die Erkundung der "Weissen Stadt"

Strahlender Sonnenschein, angenehme Wärme und mit Viviana eine nette Stadtführerin, das waren die Gewinne, mit denen sich sieben gut gelaunte Touristen auf den Weg machten Arequipa ein wenig näher kennenzulernen. Arequipa ist die 2. grösste und 2. wichtigste Stadt Perus nach Lima.

Zunächst führte uns unser Weg zur Markthalle der Stadt. Wir haben schon einige Märkte gesehen. Dieser beeindruckte uns mit seiner Fülle von verschiedensten Produkten und auch ihrer Präsentation. Das Auge ißt bekanntlich mit - Obst, Gemüse, Kartoffeln, Fleisch, Fisch, Käse, Meeresfrüchte, alles sah sehr apetitlich aus.

Dem schloss sich die "Schamanenabteilung" an, wo Dinge für Reinigungsrituale und für die Einladung guter Geister verkauft werden. Handwerker, Floristen, Stoffhändler hatten ebenso ihre Stände.

Zum Schluss gingen wir noch in die Abteilung des Kleinviehmarktes. Lebende Hühner, Kaninchen, Enten, Küken, Meerschweinchen. In einer Ecke schabte ein Mann den bereits getöteten Cuys, wie Meerschweinchen hier heissen, die letzten Fellreste ab, bevor sie im Kochtopf oder auf dem Grill landen. Das wird kaum einem Haustierbesitzer in Deutschland gefallen…

Dann ging es zur Plaza de Armas. Aus verschiedenen Richtungen kamen immer mehr Schulkinder mit selbsgebastelten Plakaten "Wir wollen Frieden", "Nein zum Terrorismus". Es ist Friedenstag. Wir schauten ein Weile zu und dann fanden wir einem Weg zum Jesuiten - Komplex. Dieser ist deshalb so interessant, nicht nur, weil er aus Tuffsteinen gebaut ist, sondern weil die Kirche in originaler Struktur erhalten ist. Sie wurde von 1595 bis 1698 erbaut! Die Ornamente des Mestizo-Barrock-Stils ist eine Mischung aus europäischen und indianischen Symbolen.

Die Kathedrale von Arequipa hat auch einige Besonderheiten zu bieten. Da sie durch Erdbeben immer wieder zerstört wurde, errichtete man sie jeweils neu auf den Grundmauern der Reste. Es ist heute ein neoklassisistischer Bau mit einem italienischen Altar aus Marmor, einer Orgel aus Belgien und einer Kanzlei aus Frankreich. Der am Fuss der Kanzel dargestellte Teufelskopf hatte zunächst Kontroversen herbei geführt, endlich entschieden sich die Arequipeños für die Kanzel.

Nicht weit entfernt von der Plaza de Armas ist das Kloster Santa Katalina. Mit einer Grösse von über 24 000 m2 kann man es als Stadt in der Stadt bezeichnen. Ab den 16. Jahrhundert traten in dieses Kloster über wiegend Töchter (die jeweils 2.) aristokratischer Familien ein. Jede Zelle verfügte über ein Zimmer für die Nonne, eins für die Dienerin und über eine eigene Küche. Das war für uns schon etwas ungewöhnlich zu erfahren.

Nach diesem Programm war die Mittagszeit erreicht und unser Bus brachte uns zum Viventura Büro. Im Garten aßen wir gemeinsam mit den Büro-Mitarbeitern ein leckeres vegetarisches Gericht. Es wurden Erlebnisse und Erfahrerungen ausgetauscht.

Der Rest des Tages konnte individuell verbracht werden. Am Abend traf man sich im Hotel, tauschte Erlebnisse aus und begutachtete Einkäufe.

03 Okt. 2009 • Arequipa - Cusco

beim Alpaka füttern
39º Termalbäder in Chivay

Fahrt in die Colca - Schlucht

Nach dem Frühstück legten wir vor der Fahrt in Richtung Colcatal noch in Arequipa einen Zwischenstop bei einer alten Fabrik, jetzt Ausstellung für Alpakawaren /Textilien, ein. Es wurden die Tiere gezeigt, die verschiedenen Wollarten und auch die Art der Bearbeitung.

Auf unserem Weg in Richtung Colcatal passierten wir auf einem Pass den höchsten Punkt der Reise (4910m). Einige von uns stiegen noch auf den naheliegenden Hügel, aber die 5000 m haben wir wohl trotzdem nicht ganz geschaft.

Nun geht es wieder hinunter nach Chivay zum Mittagessen. Auf der ganzen Fahrt von Arequipa bis Chivay sehen wir immer wieder kleine Gruppen von Vicuñas (klein, gelb-braun und mit sehr feiner Wolle), Alpacas (meist weiss, klein und rundlich) und Lamas (etwas grösser, bunte, braune Farben). Die Bergwelt bietet immer wieder atemberaubende Ausblicke.

Nach dem Mittagessen verbrachten wir eine kurze Weile in den Thermalbädern, welche ebenfalls sehr schön zwischen den Bergen liegen. Anschliessend fuhren wir mit sinkender Sonne in Richtung Cabanaconde durch bzw. entlang des Colcatals. Im Abendlicht boten sich wieder schöne Ausblicke. Die Berge leuchteten braun - orange und in dem Tal leuchteten die gelben Terrassen zu uns hinauf.

Wunderschön ging dann der Vollmond über dem Colcatal auf. Cabanaconde lud zu einem kurzen Spaziergang durch das Dorf ein, bevor wir noch gemütlich beisammen saßen und etwas tranken.

04 Okt. 2009 • Colca-Schlucht - Salar de Uyuni

Die Gruppe auf 4910 Metern Höhe
Blick im Colca Schlucht

Ausflug in die Colca Schlucht

Es war noch finster, da hörten wir schon, wie die Bauern ihr Vieh durchs Dorf zu ihren Weiden trieben. Als wir uns auf den Weg machten, schien die Sonne und in den Strassen herrschte reges treiben. Es war Sonntag und der Tag noch sehr jung. Unsere örtliche Führerin erklärte uns Geschichte und Natur der Colca - Schlucht, die mit 4160 Metern als die tiefste der Welt gilt. Eine polnische Expedition ist durch Vermessungsarbeiten vor einem halben Jahr zu diesem Ergebnis gekommen.

Immer wieder stoppten wir, um die Felsformationen oder die sorgfältig angelegten und gefplegten Terrassen-Felder in Ruhe zu betrachten. Die Terrassen sind oft schon einige hundert Jahre alt. Durch sie konnte an den Berghängen Land gewonnen werden, die Felder effektiv bewässert werden und die Steinmauern vehindern die Bodenerosion.

Der Hauptgrund für unsere Fahrt waren aber die Kondore. Am "Kreuz der Kondore" hatten sich bereits viele Menschen versammelt. Im Laufe der Zeit stieg die Zahl noch an. Alle warteten auf die Könige der Lüfte. Zu sehen waren überwiegend Jungtiere. Wir hatten unsere spezielle Begegnung mit dem Kondor aber bereits auf der Fahrt zum Aussichtspunkt, als ein erwachsenes Tier direkt über unseren Bus flog.

Auf der Suche nach Fotomotiven fand ein Mitglied der Gruppe die Frucht des Sancayo - Kaktus, von der alle probierten, etwas sauer aber schmackhaft und saftig.

Nach einem Mittagessen machten wir uns auf den Weg nach Puno. An einer Lagune begegneten wir einigen Flamingos. Unser Hotel in Puno lag ziemlich nah am Zentrum der Stadt, in das sich ein Teil der Gruppe am Abend noch einmal aufmachte. Andere gingen früh ins Bett, da ihnen die Höhe (3820) doch etwas zusetze.

BERICHT LAMA - TRECKING IN HUARAZ BEI RIKE Um 8 Uhr wurden wir im Hotel von unserem Guide Roland abgeholt. Nach ca. 45 Minuten Fahrt erreichten wir Olleros, wo uns Antonio - unser Expeditionskoch - und Eladio, der Lama-Treiber, vorgestellt wurden. Auch die Lamas (4Stück) und das Pferd wurden uns gezeigt. Antonio und Eladioverteilen das Gepäck und bepacken die Lamas.

Roland und wir marschierten los, durch das Dorf immer leicht bergauf. Bald erreichten wir den Ortsrand und trafen nur noch vereinzelnd Leute. Das fantastische Panorama vor Augen marschierten wir weiter, immer schön langsam, wegen der dünnen Luft.

Bald holten uns Antonio und Eladio mit den Tieren ein und ziehen zügig weiter. Roland bleibt immer wieder stehen und weist uns auf besondere Pflanzen hin oder erklärte die Berge oder erzählte über die Kultur der hier lebenden Menschen. So erreichten wir bald die erste Rast, wo Antonio uns - wie an jedem folgenden Tag - ein Lunchpaket überreicht. Dessen Inhalt verspeisten wir mit guten Apetit.

Und dann ging es wieter den Berg hinauf. Roland weist uns auf einen Huaca, einen heiligen Stein hin, welcher den alten Inkaweg markiert. Hier opfern wir jeder ein paar Cocabläter für eine gute Reise. Während Antonio und Eladio mit den Tieren schnell Richtung Zeltplatz vorgingen. Leider erwischt uns etwa eine halbe Stunde vor dem Zeltplatz dann doch der Regen. Ziemlich nass erreichten wir die Zelte, wo wir mit Tee und gesalzenem Popcorn empfangen wurden.

Leider schien ich das Wassr nicht zu vertragen und ich bekam Probleme mit dem Magen und Schüttelfrost, was mich schnell ins Zelt und in meinen Schlafsack trieb. Detlef brachte mir vor dem Abendessen eine Suppe und heissen Tee. Später erzählte er, dass er mit Suppe, Forelle und allerlei guten Dingen verwöhnt wurde.

Am nächsten Morgen brachen wir nach einem gemütlichen Frühstück mit Obstsalat, Brötchen und natürlich Cocatee um 8 Uhr wieder auf. Kurz hinter dem Zeltplatz holte uns ein Parkwächter zu Pferde ein und kassierte eine Gebühr für den Nationalpark. Als es steil bergauf ging, nahm ich das Angebot an, das Pferd zu reiten, da ich doch noch etwas mitgenommen von Vorabend war.

So bin ich gemeinsam mit Antonio und Eladio bald weit voraus. Wir passieren einen Coral aus Steinen, in welchen ein Bauer seine Schafe zusammen getrieben hat. An einer weiteren Steinmauer mit gemütlicher Sonne wurde ein Pause angeboten. Bald kamen auch Roland und Detlef und wir tranken heissen Tee und aßen etwas Obst. Unser Begleiter hielt einen Plausch mit einem vorbei kommenden Bauer. Bald brach Eladio wieder auf und ging alleine voran. Roland erzählte, er wollte die am Pass lebenden Lamas für uns holen, damit wir Fotos machen Können. Und so brachen wir auf Richtung Pass. Die Aussicht auf die Berge wurde immer toller.

Kurz nach Mittag erreichten wir den Pass. Ich ließ es mir nicht nehmen, die letzten paar Meter zu Fuss zu überwinden. Hier am höchsten Punkt unserer Tour - auf 4700m fand sich ein weiteres Heiligtum der Inka. Ein aus Steinen aufgeschüttetes Monument, an welchem wir wieder Cocablätter für eine gute Reise opfern und selber einige Steine hinzufügten, was Glück bringen soll.

Eladio hat die Lamas erst im falschen Seitental gesucht. Bald kam er aber mit einer Gruppe von 40 Lamas auf uns zu und plötzlich standen wir uns gegenüber. Hellbraun, dunkelbraun, schwarz, weiss, geflecht grösser und wollig oder Jungtiere. Begeistert machten wir Fotos, bevor Antonio und Eladio zwei frische Tiere fingen und das Gepäck von zwei Lamas umpackten, welche uns bis hier begleitet haben.

Wir machten uns mit Bedauern auf den Weg, nach einem letzten Blick auf die Cordillera Negra, dem nächsten Zeltplatz entgegen. Die Landschaft hinter dem Pass ist ganz anders als die davor.

Vor dem Pass grau braun, felsig und gelb braune Wiesen. Nach dem Pass grün, mit Büschen und kleinen Bäumen. Nach einem steilen Abstieg passierten wir, wieder im flachen Gelände, zwei kleine Seen. Hier ober begegnen uns Bäuerinnen mit ihren Kindern und Tieren. Die Frauen waren in ihren bunten Trachten malerisch anzuschauen.

Gegen 16 Uhr erreichten wir unseren zweiten Zeltplatz. Wieder hatten Antonio und Eladio schon alles vorbereitet. Bei einem gemütlichen Tee und Keksen unterhielten wir uns im "Kuschelzelt". Teilweise verstehen die Peruanos uns anhand von typischen Worten und Gesten, teilweise fallen Detlef ein paar spanische Worte ein. Wenn die Peruanos erzählten ging es uns ähnlich. Typische Worte haben wir verstanden, den Rest errieten wir und wenn nichts mehr ging, übersetzte Roland vom Spanischen ins Englische und umgekehrt.

Während wir uns in unserem Zelt etwas ausruhten, bereitete Antonio ein ausgezeichnetes Abendessen mit Reis, Kartoffeln, Gemüse und Hühnerfleisch vor. Mit dem Erzählen von Sagen und Geschichten aus der Region ließen wir den Abend ausklingen.

Beim Frühstück am nächsten Morgen hatten wir noch ein paar Fragen über Lamas. Wir finden es sehr nett, dass Lamas als höfliche Tiere bezeichnet werden, welche im Gegensetz zu Eseln und Pferden einen eingeschlagenen Weg verlassen, wenn ihr Führer den möchte.

Auf dieser Seite des Passes sahen wir viel mehr Bauern als auf der anderen Seite. Wir passierten immer die typischen Hütten aus Steinen und Gras. Nett, der kleine Junge, der auf der Wiese vor der Hütte seine Schulaufgaben macht. Immer wieder begegnen uns Bauern oder ganze Familien mit ihren Tieren: Schafen, Kühen, Schweinen, welche sie den Weg hinauf treiben.

Ganz allmählich veränderte sich das Bild der Hütten und Dörfer, je weiter wir ins Tal kamen. Roland erzählte, dass die Minengesellschaft für die hier lebenden Menschen und ihre Hütten Fenster mit Glas und neue Dächer aus Tonziegeln zur Verfügung stellt. Auch neue Schulen wurden von der Minengesellschaft gebaut. Immer noch sind die Dörfer nur zu Fuss oder mit Pferd oder Esel zu erreichen. Es begegnen uns Esel, welche wirklich "Packesel" sind. Aber auch die Menschen tragen enorme Lasten. Viele Menschen kommen uns mit ca. 3-4 m. langen Holzlasten entegegen, die sie mühsam den Weg hinauf tragen, mal auf der Schulter, mal quer auf den Rücken.

Nach dem letzten Dorf vor Chavin sehen wir eine grosse Baustelle, hier wird offensichtlich eine Strasse aus dem Fels hinaus gesprengt. So wird auch hier bald das Auto in den Dorfen Einzug erhalten. Wie können wir dies beurteilen? Auf der einen Seite ist den Menschen jede Verbesserung ihrer Lebenssituation zu gönnen, auf der anderen Seite wird viel der alten Kultur verloren gehen.

Fast pünktlich kamen wir kurz nach 12 Uhr in Chavin an, wo wir uns mit großem Bedauern und Dank von unseren drei Begleitern und von den Tieren verabschiedeten. Diesen Ausflug in die Natur und Kultur Perus werden wir so schnell nicht vergessen. Wir sind dem Land und den Menschen soviel näher gekommen…

05 Okt. 2009 • Capachica - Puno

Leben in der Gemeinde
Willi bei der Arbeit auf dem Feld

Leben in der Gemeinde

Mit einem anderen Bus wurden wir vom Hotel abgehohlt. Im Bus stellte sich Victor, unser lokaler Guide, vor.

Am Hafen kauften wir noch einige Kleinigkeiten für die Uros und unsere Gastfamilien. Nach Fidels Empfehlung waren dies besondere Lebensmittel, Obst und Schreibsachen für die Kinder. Dann ging es mit dem Boot, welches nur für uns fuhr, über die Bucht von Puno zu den schwimmenden Inseln der Uros, wo uns Victor über Lebensweise und Bau der Inseln aufklärte.

Wir durfen in die Hútten schauen, und ließen es uns natürlich nicht nehmen, auf dem Binsenboot eine Runde um die Inseln zu drehen. Hierbei fanden wir alles sehr lustig, dass diese Boote heute Schwimmkörper aus leeren PET-Flaschen haben, also die Uros sozusagen echtes Recycling betreiben.

Dann ging es weiter nach Capachica, wo wir von Thomas freundlich empfangen wurden und zunächst das viSozial-Projekt, eine Mischung aus Kinderbetreuung und Kindergarten, besuchten. Die Kinder waren zunächst skeptisch, dann begeistert von den Europäern. Im Gemeinschaftshaus wurden wir mit Blumenketten von unseren Gastgeberinnen empfangen. Nach einen leckeren Mittagessen zeigten unsere Gastgeberinnen uns unsere liebvoll eingerichteten Zimmer.

Nachmittags machten wir einen Rundgang auf der Halbinsel, wobei ein Teil der Gruppe sich für die Variante am Strand entlang entschiedet, während wir (Rike, Detlef und Victor) den Gipfel von 4200 m. erklimmen konnten. Victor begleitete uns und erzählte uns viel über die Kultur und über das, was wir sahen. Wir hatten einen Ausblick bis zu den Gletschern von Bolivien und spät abends konnten wir noch Frauen bei der schweren Feldarbeit beobachten, mit Geräten, deren Nutzung Thomas uns nachmittags gezeigt hatte.

Der Weg hinab führte über Wege, welche extra für die Touristen gepflastert und mit Rastplätzen versehen wurden. Vor dem Abendessen wurden wir mit der traditionellen Kleidung der Einheimischen ansgestattet und wir haben nachher unter großem Gelächter Fotos gemacht. Unsere Gastfamilien begleiteten uns zum Essen und warteten auf uns, um uns im Dunkeln an der Hand, von den Kindern geführt, wieder sicher nach Hause zu bringen.

06 Okt. 2009 • Cuzco - Capachica

Felsen Formationen auf die Hochebene
Der Pass La Raya 4338 Metern hoch

Fahrt durch die Hochebene

Heute hatte jeder seinen natürlichen Wecker, Hühner oder Esel. Die Gastgeber begleiteten ihre Gäste wieder zum Gemeinschaftsraum bei Thomas's Hütte. Nach dem leckeren Frühstück hieß es Abschied nehmen. Wir wünschten ihnen Glück, Gesundheit, eine gute Ausblidung für die Kinder und die Verwirklichung solcher geheimen Wünsche, wie dem einer Kuh.

Ein Boot brachte uns zurück nach Puno. Dort empfangen uns einige Schiffe der Küstenwache, viele Offiziere und Soldaten. Zwar grüßten sie freundlich, aber natürlich waren sie nicht wegen uns da. Es war der Vortrag des Marinetages, mit dem an eine Schlacht im Salpeterkrieg mit Chile gedacht wird.

Wir bestiegen den Bus, der mit unserem Gepäck bereits wartete, 400 Km bis Cuzco lagen vor uns. Wieder fuhren wir durch Juliaca, dem Handelsknotenpunkt der Region. Wegen einiger Wolken konnten wir die östliche und die zentral-vulkanische Cordillera, die in der Nähe von Pucara zusammen treffen, nur erahnen. Für das Mittagessen bogen wir auf einer Schotterpiste ab und fuhren in den Cañon de Tinajani. Vor den riesigen Felsmassiven, die an das Elbsandsteingebirge in rotbraun erinnerten, machten wir unser Picknick.

Auf unserer Weiterfahrt bestaunten wir die Terrassenfelder, auf denen in über 4000 m. Kartoffeln und Getreide angebaut wird. In Capachica hatten wir ja erlebt, wie mühsam der Boden ohne Maschinen bearbeitet wird. Nur auf den großen ebenen Flächen des Hochlandes sahen wir hin und wieder Traktoren.

Mit 4338m erreichten wir den höchsten Punkt - die Abra La Raya und damit den Übergang zur Region Cuzco. Die Region ist durch zwei Kontraste gekennzeichnet. Während die Mehrheit der Bewohner auf dem Land lebt, ist die Hauptstadt Cuzco eine vom Tourismus geprägte Stadt.

Kurze Zeit nach der Ankunft im Hostal, gingen wir gemeinsam in ein kleines Restaurant am Rande des Hauptplatzes, der noch voller Leben war.

07 Okt. 2009 • Cuzco - Cusco

Inka Gasse
Inkatür im Sonnentempel

Stadtbesichtigung

Zu Beginn des Tages steht gleich nach dem Frühstück des Briefing für den Inka – Trail auf dem Programm. Anschließend machen wir uns, begleitet von Mauro, unserem lokalen Führer, auf eine Tour zu den Sehenswürdigkeiten rund um Cuzco, welche natürlich ganz in Zeichen der Inkas stehen. Zunächst erzählt Mauro bei Saqsayhuaman von den tonnenschweren "geschliffenen" Steinen und davon, dass es auch heute noch kaum vorstellbar ist, wie diese Steine über 30 km transportiert wurden.

Wir gehen durch einen wirklich stock dunkeln Tunnel der Teil eines Labyrinths ist und sehen die unglaublich exakt behauenen und bearbeiteten Steine, welche als Plätze für Götter und Mumien dienten. Wirklich beeindruckend sind die zackigen Mauern des Tempels aus riesigen Steinen, Mörtel und fugenlos zusammengefügt. Auch genießen wir den Blick über Cuzco.

In Tambomachay hören wir über die Kunst der Wasserführung der Quechuas und können uns vorstellen, wie nobel die Inkas badeten. Pukapukara war eine Raststätte für die Schnellläufer, welche mit Hilfe von Coca Blättern in der Lage waren, Fisch, von die Küste über mehrere 100 Km. frisch bis nach Cuzco zu bringen. Schön auch das, "Steinmodell" des Berges bei Machu Picchu. Q'enqo war ebenfalls ein Tempel, in welchen abhängig von der Sonne Tiere und wohl auch Menschen geopfert wurden. Am Eingang steht ein als Inka verkleidete Peruaner als Fotomodell (was wir allerdings nicht nutzen). In diesem Zusammenhang erzählt Mauro beeindruckend von den Lamas in der Stadt, welche ebenfalls als Fotomodelle für die Touristen dienen. Sie bekommen den ganzen Tag nichts zu fressen und sind nur noch Haut und Knochen! Hier sollten wir Touristen uns auch mal an der Nase fassen!

In Cuzco Stadt besichtigen wir das Dominikaner Kloster, welches auf den Sonnentempel der Inkas gebaut wurde. Ein Teil der Inka Mauer ist noch erhalten geblieben. Beeindruckend, wie die Dominikaner die Inka Kultur überprägt haben. Beeindruckt haben uns auch das Replik der Steintafel der Inkas und das Bild eines namenlosen Quechua, welches die Begegnung zwischen Spaniern, Dominikanern und Inka darstellt.

Zum Schluss der Führung zeigt Muaro uns den zwölfeckigen Stein in einer Wand. Den freien Nachmittag nutzen wir noch für einen Kaffee (echter gute Kaffee) und für einen Bummel durch Cuzco. Einige von uns besichtigen die Kathedrale, andere bummeln durch die Strassen, Seitengassen und über Plätze. Wir freuen uns über die vielen Balkone, bunte Türen und ein schönes Stadtbild, welches sicher stark durch den Tourismus geprägt ist. Etwas unangenehm empfinden wir die vielen Straßenverkäufer und Angebote für Massagen.

Da die Gruppe sich Morgen trennt (einige gehen auf den 4 Tage Inka Trail) sehen wir uns abends zu einem gemütlichen vorgezogenen Abschiedsessen zusammen. Dann heißt es Koffer und Rucksäcke für den Trail zu packen.

08 Okt. 2009 • Cuzco - Machu Picchu

los zum Inka Trail
Brucke über Vilcanota Fluss

Inka Trail

Wie oft haben wir diesen Satz von unserem Reiseleiter schon gehört: "Morgen müssen wir früh aufstehen." Wir frühstückten ein letztes Mal gemeinsam mit Rieke und Detlef, die heute den grossen Inka-Trail in Angriff nehmen. Der Rest der Truppe fuhr mit dem Bus zum Bahnhof. Dort wurden nicht nur unsere Tickets, sondern auch unsere Pässe kontrolliert, bevor wir den Zug besteigen durften. Es war keine langweilige Fahrt.

Kleine Dörfer oder Städte, viele Felder, die gerade bestellt wurden oder wo schon der Mais kräftig wuchs und ganze Reihen von wunderschönen Trauerweiden säumten den Weg. Wenig später änderte sich die Landschaftsform, wir fuhren in eine Schlucht, umgeben von dicht bewachsenen Bergen. Am so genannten Kilometer 106 stiegen die vier Wanderer des heutigen Tages mit einem örtlichen Führer aus.

Fidel und eine Freundin, die heute nicht 100%ig fit war, fuhren weiter mit einem Teil des Gepäcks der Gruppe. Das war eine gute Entscheidung, denn der Weg verlangte viel von den Wanderern ab. Erst einmal waren wieder Formalitäten zu erledigen. Dann erklärte uns unser Guide die Flora und Fauna der Region. Einige Orchideenarten, einen Baumfarn und verschiedene Vogelarten, darunter Kolibris, haben wir tatsächlich gesehen. Der Weg selbst war beschwerlich, weil er meist steil bergauf und über Steinstufen führte. Trotzdem nahmen wir uns immer wieder Zeit die herrlichen Aussichten auf die Berge und ins Tal zu geniessen.

Und wir machten noch einen Abstecher zu einer sehr schönen Tempelanlage bei Wiñaywayna. Wir begegneten vielen Trägern, z.B. solchen, die Wasser nach oben schleppten, ca. 100 Flaschen je 600ml, und das im Laufschritt. Ein paar Touristenträger fragten wir, wie lange sie für die Strecke, die wir 2 Stunden gelaufen waren, benötigen. Die Antwort war: nach oben 30 Minuten, nach unten die Hälfte. Und wir stöhnten schon über unser Leichtgepäck mit 3 Liter Wasser und etwas Essen. Aber das Lunchpaket hätte ruhig etwas kleiner ausfallen können. Diese Menge konnten und wollten wir gar nicht essen. Trinken war dafür um so wichtiger.

An einigen Stellen wartete unser Guide, um uns einige Sehenswürdigkeiten zu erklären. Dann lief er uns wieder voraus, er läuft die Strecke oft und war früher Träger gewesen. Und irgendwann kam wieder eine Treppe und dahinter nur Himmel. Unser Guide blieb auch zum ersten Mal an diesem Tag hinter uns zurück. Als wir oben waren, wussten wir warum - Machu Picchu! Was für ein Anblick. Wir genossen dieses Glücksgefühl nach der grossen Anstrengung.

Aber bald hiess es wieder laufen, um 17 Uhr wird die Stadt geschlossen. Ein Bus brachte uns eine lange Serpentinenstrasse hinunter in den Ort, wo unsere Zimmer mit einer schönen Dusche auf uns warteten. Den Tag beschlossn wir mit einem Essen in einem neu eröffneten Restaurant.

09 Okt. 2009 • Cuzco - Aguas Calientes

Wayna Picchu Berg im Hintergrund
Blick auf Machu Picchu

Erkundung der Inka Stadt

Die letzte Frage am gestrigen Abend war - wer hat einen Wecker mit? Da wir ja Minimalgepäck nach Machu Picchu mitnehmen sollten, blieben Dinge wie ein Wecker in Cuzco. So wurde ein Handy zum Ersatzwecker und sein Besitzer klopfte um 4.45 Uhr an unsere Türen. Wir stärkten uns bei einem ausgezeichneten Frühstück und bestiegen danach einen Bus, der die Serpentinenstrasse wieder hinauf zur Inkastadt fuhr. Und wir waren noch nicht einmal die Ersten.

Unser lokaler Führer ging mit uns zu einem besonders schönen Platz, von dem man einen phantastischen Blick auf die gesamte Anlage hatte. Wir saßen im noch leicht feuchten Gras, den Blick auf die Häuser und Tempel, umgeben von den bekannten, markant geformten Bergen. Von Zeit zu Zeit zogen Nebelschwaden von unten hoch und brachten so etwas wie Mystik mit. So hörten wir den interessanten Erläuterungen unseres Guides zu.

Danach führte er uns über die Anlage und vermittelte uns noch Details. Wir waren beeindruckt, wie die Menschen vor Hunderten von Jahren mit einfachen Werkzeugen und viel Verstand solche Bauten errichten konnten. Nach dem ausführlichen Rundgang hatten wir noch genügend Zeit, uns das Eine oder Andere genauer anzusehen oder nur den Blick auf das grandiose Panorama zu geniessen. Wir waren genau zur richtigen Zeit gekommen.

Unaufhörlich brachten Busse neue Besucher, es entstand ein ziemliches Gedränge. Am späten Nachmittag trafen wir uns wieder alle zur Rückfahrt mit dem Zug. Wir waren sehr zufrieden mit diesem Tag, aber auch müde. Und die Fahrt durch die Dunkelheit war auch nicht so toll. Wieder im Hotel in Cuzco angekommen, nahmen wir erst einmal wieder eine erfrischende Dusche und trafen uns dann noch auf ein Glas Wein. Es war unser letzter Abend dieser langen, interessanten, wunderschönen Reise, die damit ausklang.

10 Okt. 2009 • Cuzco - Frankfurt

Letztes Gruppenfoto im Flughafen von Cuzco
Turm der Kathedrale von Cuzco

Flug nach Hause

Heute ist für einen Teil der Gruppe die Reise zu Ende gegangen. Wir haben noch einige Stunden frei in der Inkastadt Cuzco gehabt. Nach dem Sachenpacken, sind wir noch durch die Stadt gebummelt, haben sogar noch einige letzte Souvenirs eingekauft und dann mussten wir zum Flughafen fahren.

Fidel ist noch mit uns gefahren, da er von Cuzco nach Arequipa fliegt, so haben wir alle zusammen eingecheckt und sind dann durch die Kontrolle gegangen. Es war viel los in dem kleinen Flughafen, viele Touristen und auch ein Schulausflug aus Arequipa die mit Fidel geflogen ist… sehr laut…

Ein langer Flug bis Deutschland wie vor drei Wochen stand uns bevor. Unsere Wanderer sind noch immer unterwegs, sie haben noch ein extra Tag frei in Cuzco und dann werden sie auch von Cuzco nach Europa fliegen.

So tschüss tschüss Peru.