Reisebericht

Hier können Sie sehen, was unsere Reisenden auf ihrer Reise erlebt haben.

02 Mai 2009 • Frankfurt - Lima

Ankunft
Am Flughafen von Lima

Bye Europa !

Heute startet unsere Südamerikareise, die uns nach Peru, Bolivien und Chile führen wird. Am Rhein-Main-Airport werden kräftig Vermutungen angestellt, wer denn wohl zur Reisegruppe dazugehört. Des Rätsels Lösung kam dann pünktlich nach langem Flug in Lima beim viventura-Empfang durch Omar.

03 Mai 2009 • Pisco - Lima

Unser erstes Gruppenfoto
Die Kellnerinnen tanzen für uns

Nebel, Nebel, Nebel

Nach dem landestypischen Früstück im Hotel "Buenavista", in dem wir gerne noch länger verweilt hätten, brachen wir mit unserem "Local Guide" Ursula zur Stadtrundfahrt durch Lima auf. Die kulturellen Infos waren sehr interessant.

Besonders beeindruckend für uns war der Besuch des Franziskanerklosters "San Francisco" und seiner Katakomben. Mittags haben wir uns gemeinsam beim berühmten "Rustica"-Buffet gestärkt.

Anschließend fuhren wir weiter nach Pisco. Die Spuren des letztjährigen Erdbebens sind noch deutlich spürbar.

04 Mai 2009 • Lima

Andrea und Alexandra machen Einkäufe
Seelöwen auf den Paracasinseln

Abwechslungsreicher Tag

Der Wecker klingelt: 6:00 Uhr! Oh Gott, und das im Urlaub! Aber wir wollen ja die ersten am Hafen sein. Nach einem kurzen Frühstück geht es dann auch schon los mit dem Bus in Richtung Paracas. Mit Schwimmwesten ausgerüstet, flitzen wir in Schnellbooten die zerklüftete Wüste entlang, vorbei am Candelabro (natürlich mit Fotopause) in Richtung kleiner Galapagos Inseln. Seehunde begleiten unser Boot.

Unsere Nasen verraten uns, dass wir nach 40-minütiger Fahrt am Ziel angekommen sind. Nach dem unsere Geruchsnerven abgestorben sind, können wir auch die wunderschöne Tierwelt genießen: Kormorane, Pinguine und brüllende Seehunde mit ihren Jungen.

Nach einer holprigen Fahrt über meterhohe Wellen :), einer gebrochenen Bank (Stefan und Ellen werden daraufhin auf Diät gesetzt) und mit Tränen in den Augen (vor lauter Lachen) kommen wir gut gelaunt am Festland an.

Eine kurze Shopping - Pause und schon geht es weiter nach Ica zu einer alten Pisco Brennerei. Die Führung ist sehr interessant, doch alle warten sehnsüchtig auf die Schnapsprobe.

Mit ein Paar Piscos mehr in Blut und roten Bäckchen geht es wieder in den Bus, der uns zur Oase Huacachina bringt.

Dort teilt sich die Gruppe: die einen relaxen an der Oase, die anderen machen sich wagemutig auf eigene Faust zu einer Dünenbesteigung auf und die Abenteuerlustigen nehmen an einer halsbrecherischen Achterbahnfahrt teil. Die Buggy-Mitfahrer können ihr Talent beim Sandboarding unter Beweis stellen. Ob wir stehend oder liegend die Dünen herunterrutschen, der Sand schafft es kiloweise bis in unsere Duschen im schnuckeligen Hotel.

Nach ein paar Gläsern Chicha und leckerem Grillfleisch fallen wir alle todmüde von den schönen Eindrücken ins Bett.

05 Mai 2009 • Arequipa - Pisco

Heinz und Claas genießen den pazifischen Ozean
Das Büffet in Puerto Inca war wirklich schmackhaft

kurvenreicher Weg

Heute hieß es noch früher aufstehen. Um 5:30 Uhr klingelte der Wecker. Schnell packten wir wieder unsere Rucksäcke bzw. Koffer um pünktlich um 6 Uhr beim Frühstück zu sein. Um 6:30 Uhr ging es dann auch schon los zum Flughafen um von dort die berühmten, aber immer noch geheimnisvollen Nazca-Linien zu überfliegen. Da unsere Fluglinie leider nur drei Maschinen hatte, mussten wir uns in 3er und 4er Gruppen aufteilen und konnten nur nacheinander fliegen. So kam es, dass die letzte Gruppe erst um 10 Uhr (also nach 3 Stunden Wartezeit) Starterlaubnis bekam. Der Flug in diesen kleinen Propellerflugzeugen war erstaunlich aber auch abenteuerlich. Insgesamt war es wirklich sehr interessant und man konnte die Nazca-Linien sehr gut erkennen.

Gegen 11 Uhr ging es entlang am Pazifik weiter nach Puerto Inka, wo wir ein leckeres Meeresfrüchte-Büffet bekamen. Zur Verdauung stürzten sich dann zwei von uns (Heinz und Claas) in die Wellen, andere steckten ihre Füße in den Sand und genossen die Sonne und die frische Meeresluft.

Diese Pause war auch notwendig, denn daraufhin hatten wir eine 7-stündige Busfahrt auf der äußerst kurvenreichen Panamericana vor uns.

Um ca. 22:30 Uhr kamen wir in Arequipa an. Müde fielen alle in ihre Betten.

06 Mai 2009 • Nazca

Treffen mit der viventura Mannschaft
Besuch des Santa Katharina Klosters

Colca-Tal

Die Reise beginnt mit der Fahrt durch Arequipas junge Dörfer, wie die Slums in Peru genannt werden. Eigentlich wirkt die Stadt viel größer, da sich die 1 Mio. Einwohner auf einstöckige Bauten und Hütten verteilen. Unser Guide erklärt uns die 3 Vulkane die die Stadt umgeben. Am eindruckvollsten (wen wundert’s?) ist die Frau mit 5 Höckern, die immer schneebedeckt ist und auch noch AKTIV!!! Letzter Ausbruch war vor 500 Jahren, in der Inka Zeit (eher untypisch für unser Geschlecht ;)). Daneben der Mann "Misti", kegelförmig, ohne Schnee und inaktiv. Den dritten unterschlagen wir, denn dazu fällt uns nix mehr ein.

Weiter geht es durch ein unwirtliches Tal ohne Vegetation neben der gut ausgebauten Fujimori Strasse läuft eine Gleisstrecke, die früher die einzige/ beste Verbindung ins Colca-Tal war. Heute werden nur noch Güter transportiert.

Auf 4000 m machen wir unsere erste Pause. Frauen in traditioneller Kleidung bieten Alpaka Pullis und Schals an, unser Guide spendiert uns unseren ersten Coca-Tee und gegen den leichten Druck der Höhe hinter unseren Schläfen kauen wir unser erstes Coca-Paket (man nehme 5 Blätter, falte sie zu einem Paket und kaue 10 Min darauf herum. Das Suchtpotential hält sich bei dem sich entfaltenden Aroma sicher in Grenzen).

Unser nächstes Ziel heißt Chivay (ca. 3800 m), im Colca-Tal nach 170 km Fahrt. Auf unserem Weg dorthin sehen wir viele Lama/Alpakaa/Vicuña-Herden, gemischt mit Ziegen, Schafen und Eseln. Die Alpakas erkennt man am kuscheligen Hals und die Lamas an ihrem Stummelschwanz, den sie stolz aufrecht tragen. Die Vicuñas sind graziler und haben ein recht dünnes, kurzes, hellbraunes Fell.

Je weiter wir steigen, desto grüner wird die Landschaft, die weiten Ebenen sind bedeckt mit Pampa Gras-- so grün und buschig!!

Wir sehen moosartige Gewächse, die flächig über Steine wuchern und eine Pflanze, die zwischen den Händen zerrieben ein Aroma entfalten, das angeblich gegen Schwindel bei Höhenkrankheit wirkt. Wo Quellen oder Flüsse das Land durchschneiden, bilden sich grüne, bemooste Flächen, kleine Tümpel, in denen Flamingos und Wildenten trinken. Die Höhe macht sich bereits deutlich bemerkbar, wir bewegen uns ganz langsam und doch ist man schnell außer Atem, das Herz schlägt schnell. Am höchsten Punkt auf 4900m steigen wir aus, bewundern das Panorama, das immer wieder den Blick auf ca. 6000 m hohe, schneebedeckte Berge freigibt, unglaubliche Gipfel umgeben von unglaublichen Weiten. Außerdem macht uns die Natur eine weitere Freude, in 2km Entfernung tanzt ein kleiner Tornado.

In Chivay besuchen wir den Markt, auf dem Frauen in wunderschönen, traditionellen Trachten allerhand Waren anbieten. Kräuter (Coca), Früchte, Taschen und Fleisch. Dort begegnet uns das erste Meerschweinchen in zubereitbarer Form. Auf dem Rückweg werden wir hier in der Markthalle eine leckere gefüllte Paprika mit Kartoffelgratin verspeisen. Wir machen einen kleinen Spaziergang, besuchen einen Friedhof und springen schließlich in das Thermalbecken Chivays mit 38°C und dezentem Schwefelgeruch bei herrlichem Bergpanorama.

Die Fujimori Strasse verlassen wir und auf ziemlich anstrengenden Schotterpisten erreichen wir nach 56 km in der Dunkelheit unser Ziel, das auf dem bisherigen Hotelranking ziemlich weit unten rangiert. Mit unserem Guide machen wir einen Spaziergang durch Cobanaconde (3300 m). Es gibt keine Straßen, viele Esel, die genau wie die Menschen schwer beladen sind mit Mais und Kartoffeln aus den umliegenden Feldern. Die Hauptplaza ist belebt, alle Generationen finden sich hier zusammen. Wir sehen das Kreuz des Südens und trinken einen Emoliente, einen Trunk gegen die Kälte (ohne Alkohol, gemischt aus verschiedenen Säften, dabei wird der Magen bedacht und auch die Fruchtbarkeit--sehr lecker!).

Ein Absacker - Pisco Sour durfte jedoch nicht fehlen, bei guter Musik (auch Live von einem Tal Bewohner) und Holzofenfeuer ein Genuss. (3 Teile Pisco auf je 1 Teil Limonensaft, Zuckersirup und natürlich das obligate Eiweiß). Der Wirt versicherte uns sofort, dass die Eiswürfel "safe" seien! (Und das Ei???).

07 Mai 2009 • Arequipa

Andrea und Alexandra kaufen immer noch weiter...
Unser choenes Hotel in Arequipa
Unser schönes Hotel in Arequipa

Der Flug des Kondors

Am nächsten Morgen, Abfahrt 7:30, ging es uns allen gut.

Wir fahren zum Cruz del Condor und als wir ankommen sind, erwarten uns bereits drei der beeindruckenden Tiere auf einem Felsvorsprung. Guide-Daten zum Condor: Körperlänge bis zu 1,1 m, Flügelspannweite bis zu 3 m, Männer 12 kg, Frauen 10 kg, Geschlechtsreife mit 5 Jahren, Brutzeit 2 Monate, erster Flugversuch mit 6 Monaten, bleiben im Familienverbund bis 2 Jahren, werden bis zu 60 Jahre alt. Sie sind schwarz, bis auf einen weißen Kragen am Hals, zählen zur Familie der Geier, sind somit Aasfresser, können 2 Wochen ohne Futter überleben, können bis zu 5 kg Fleisch fressen, davon 2 kg im Kropf verstauen!!!

Wie auf Kommando kommen 2 der majestätischen Tiere um die Ecke geflogen und alle erheben sich wie zu einer Kür und lassen sich treiben vom Wind. Nach diesem Schauspiel machen wir einen 40-minütigen Spaziergang, auf dem wir Lupinen, Andennelken und die Pantoffelblume sehen; Kolibrinester und immer wieder faszinierende Ausblicke in die Colca-Schlucht. Tief unten rauscht der Fluss, an den Steilhängen hangeln sich Terrassen mit verschiedenen Getreidesorten. Das Bestellen dieser Flächen stellen wir uns unendlich beschwerlich vor, in Handarbeit und mit Eseln.

Unser Weg zurück hält die fast gleichen Eindrücke bereit, wir genießen sie noch einmal und um 16:00 Uhr sind wir zurück in Arequipa, zurück von einem unglaublichen Ausflug mit faszinierenden Landschaften.

08 Mai 2009 • Arequipa

Spaziergang durch das beeindruckende Sachsayhuaman
Claas stolz auf sein Meerschweinchen

Treffen mit der Inkakultur

Weder ein Gockel noch ein Esel haben uns heute morgen geweckt. Es war 4 Uhr als uns die Nokia-Töne aus den Träumen rissen. Die netten Gastgeber haben uns auch zu früher Stunde ein Frühstück aufgestellt. Merci. Dann ging es zum Flughafen und mit einem kurzen Zwischenstopp nach Cusco. Der Anflug zwischen den Bergen war atemberaubend. In der Nähe vom Stadtzentrum liegt unsere Unterkunft. Auch hier treffen wir die klassische Ortsmitte mit einem grünen Park und einer Kirche. Der lokale Führer bringt uns mit viel Herzblut die Inkaarchitektur näher. Im übrigen heißt die Stadt Kosko und nicht Cusco - das gefällt uns Schweizern.

Falls ihr noch etwas lernen wollt: bei den Inkas war der Kondor das Symbol für die obere Welt, der Puma für die mittlere und die Schlange für die Unterwelt.

Die Mauern der Inkas wurden mit einer Genauigkeit angefertigt als konnte es von den Eidgenossen sein. Nur das Steuergeheimnis kannten die Inkas noch nicht.

Am späteren Nachmittag haben wir Zeit für einen guten Kaffee.

Am Abend gibt es einen weiteren Blick zum Kreuz des Südens - ein Symbol, das über Jahrhunderte die Menschen begeistert. Zur Erinnerung an Claas und seine Kollegen: Macchu Picchu darf nicht im Rucksack mitgenommen werden.

09 Mai 2009 • Cuzco

Inkaterrassen
Empanadas aus Pisac

Ausflug in das Urubambatal

An unserem "Freien Tag in Cusco" konnten wir alle nicht darauf verzichten einen gemeinsamen Ausflug ins heilige Urubambatal der Inkas zu unternehmen. Ein gemütlicher Spaziergang durch die kleinen aus Lehmziegeln gebauten Dörfer während der Maisernte hat dafür gut entschädigt.

Schließlich ging es gemeinsam mit dem Bus entlang des Rio Urubamba weiter bis nach Ollantaytambo, benannt nach einem damaligen Inka-Herrscher und das letzte Inkadorf vor Machu Picchu. Die dortigen Ruinen haben Adrian und ich dann getarnt als Ehepaar Reimann (wegen nicht mitgebrachter Tickets) besichtigt, da die beiden lieber einen Spaziergang durch das malerische Dörfchen machten, ebenfalls auf den Fundamenten der Inkas errichtet und im kolonialen Stil der Spanier erbaut.

Obwohl wir viel zu früh wieder aufbrechen mussten, erreichten wir Cusco nach Dunkelheit.

10 Mai 2009 • Cuzco - Machu Picchu

Heinrich und Hedwig auf dem Putucusi
Vor dem Aufstieg

Eintägiger Inka-Trail und Putucusi-Besteigung

Der Tag begann früh mit einer Busfahrt zur Bahnstation von Poroy. Nach ca. 3 Stunden Fahrt mit dem Zug stiegen wir auf freier Strecke bei Bahnkilometer 104 auf einer Höhe von ca. 2.100 Metern aus.

Nach der üblichen Kontrolle von Ticket und Pass starteten wir an einer alten Inka-Ruine.

Der Trail folgt einem alten Inka-Pfad bergauf. Begleitet wurden wir vom Wind aus der Amazonas-Tiefebene, Düften verschiedener Blumen, Vogelstimmen und dem Rauschen des heiligen Flusses der Inka, des WILLKAMAYU.

In die Vogelstimmen mischt sich nach etwa drei Stunden fernes Donnergrollen, doch wir bleiben von einem Unwetter weitgehend verschont. Nach einem Wasserfall erreichten wir die Ruinen von WIÑAY WAYNA. Nach insgesamt etwa 5 Stunden Gehzeit haben wir das Sonnentor PUERTA DEL SOL in einer Höhe von ca. 2.700 Metern erreicht. Wir sind überwältigt vom Blick auf Machu Picchu und genießen die Ruhe dort oben.

Vom Sonnentor geht es abwärts in die Stadt, welche die Tagestouristen schon verlassen haben. Wir teilen den grandiosen Blick nur mit einigen Lamas. Extra für uns ziehen Wolkenschleier auf, welche die Ruinenstadt verbergen, sich aber nach kurzer Zeit auflösen. Ein grandioses Schauspiel!

MARCIAL, unser lokaler Guide, der schon über 20 Jahre seinen Job macht, liebt sein Land und sein Volk, die Quechua, sehr. Man merkt es an seinen Ausführungen!

Den Tag lassen wir in den heißen Quellen von Aquas Calientes und mit einem prima Abendessen im INDIO FELIZ ausklingen.

Zur Auswahl steht an diesem Tag auch noch die Besteigung des 2590 m hohen Putucusi, den Heinrich und ich besteigen wollen.

In Aguas Clientes wartet Gilbert, unser Guide. Er mustert mich kritisch und murmelt etwas von leichter Kleidung, Moskitos und bald aufkommendem Regen/Gewitter. Also kaufe ich mir noch schnell ein Regencape für 2 Soles (=50 C) und wir gehen los. Den mitgebrachten Wanderstock soll ich auch nicht mitnehmen, was ich bedauere, schließlich habe ich den gerade erst bei xxx gekauft!

Also los! Ein Stückchen entlang der Bahngleise und dann einen schmalen Pfad direkt hinein in den Urwald. Schon nach ein paar Metern schwant mir, was uns erwartet. Treppenstufen aus sehr unterschiedlich hohen, natürlich unbehauenen Granitsteinen, teilweise am Rand bemoost und etwas feucht von dem subtropischen Klima, sind von uns zu erklettern. Wir tauchen unvermittelt ein in eine Welt mit wuchernder Vegetation.

"Erklettern" ist ernst gemeint, denn der Pfad oder neudeutsch Trail hat es in sich. Die Abstände zwischen den Stufen lassen vermuten, dass hier von den Erbauern bewusst auch mal eine Stufe ausgelassen wurde, um Feinde zu ärgern.

Der Trail windet sich schlangengleich - übrigens ist die Schlange ein Symbol für die Unterwelt in der Mythologie der Inkas - und Heinrich und ich benutzen auch mal alle Viere, um die nächste Stufe zu erklimmen.

Ich bin gespannt auf die Leitern, von denen einige ja wohl fast senkrecht stehen sollen laut einschlägiger Literatur. Davor habe ich einen Riesenrespekt und bin skeptisch, ob ich wirklich auf so eine Leiter klettern will. Immerhin hat ein vierstöckiger Berliner Altbau bis zur Traufe nur 22 m!

Die erste ist harmlos, gerade mal ein paar Meter, sehr großer Neigungswinkel, kein Problem.

Aber dann die 60 m-Herausforderung, aber auch diese steht nicht 100% senkrecht. Gilbert macht das ultimative Foto vor dem Aufstieg. Die Sprossen bestehen aus ca. 5-10 cm dicken Rundhölzern mit ca. 30 cm Abstand voneinander und zwischendurch fehlt auch mal eine! Wir steigen unserm Guide hinterher, schauen nicht nach unten und ziehen uns bei fehlenden Sprossen an dem an der Seite verlaufenden Stahlseil hoch. Geschafft!

Dann im Wechsel Steinstufen und noch mehrere Leitern mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Je höher wir kommen, desto lichter wird der Urwald und gibt uns die überwältigende Sicht frei auf das Urubamba-Tal.

Die letzten 20 Minuten fordern noch einmal unsere ganze Energie, denn die Beine fangen an, etwas "schlapp" zu werden. Wie kann man nur so solche Stufen bauen?

Unser Guide treibt , wir treiben uns auch selbst, da die dunklen Wolken über den Berggipfeln immer bedrohlicher aussehen. Es donnert! Ein Gewitter in den Bergen? Nicht so mein Fall.

Endlich der Gipfel und wir schauen begeistert auf den Machu Picchu hinunter. Leider nur ein kurzes Genießen, weil das Wetter nicht mitspielen will.

Abstieg! Ein Tipp: Es empfiehlt sich für evtl. Nachsteiger, die Leitern rückwärts hinunter zu klettern und nur mit wirklich gutem Schuhprofil diese Tour zu machen.

Unterwegs sehen wir Salamander, einen Kolibri zum Greifen nah, aber keine der Giftschlangen, von denen Gilbert gesprochen hat und Moskitos sind uns auch nicht begegnet!

Nach einer Stunde kommen wir ausgepowert, verschwitzt und glücklich unten am Fluss wieder an, der Aufstieg hat 20 Minuten länger gedauert.

Fazit:: Die Besteigung des Putucusi ist ein ganz eigenes Erlebnis mit hohem Glückshormon-Potential!

Spruch des Tages: Wir haben kaum gesprochen!

11 Mai 2009 • Aguas Calientes - Machu Picchu

Marcial erzählt uns über Machu Picchu
Wunderbar!

Höhepunkt

Heute ist der Tag, wo wir einen der Höhepunkte unserer Reise erleben.

Morgens früh fahren wir mit dem Bus von Aguas Calientes bis Machu Picchu hinauf. Dann stehen wir endlich vor einem der ausgewählten Weltkulturerben. Eine wunderschöne Landschaft bildet den Hintergrund der Ruinen. Unser Local Guide führt uns, erzählend, durch die Straßen und dann haben wir freie Zeit zu unserer Verfügung. Wir besuchen die Inkabrücke und machen unendlich viele Fotos.

Am Nachmittag kommen wir in Aguas Calientes an und später fahren wir mit dem Zug nach Cusco zurück. Morgen steht uns eine lange Reise nach Capachica bevor und das ist Grund genug, nach einen eindrucksvollen Tag, früh ins Bett zu gehen.

12 Mai 2009 • Cuzco

Hedwig erkundet Cusco
Der Bau einer Kirche auf dem Inkapalast

Freier Tag

Heute kann die Gruppe noch von den Erinnerungen an Cusco zehren. Denn wir haben einen freien Tag. Ganz früh sind Heinz und Heinrich in die Stadt gegangen. Die anderen schlafen sich aus und gehen später einkaufen.

Alexandra besucht die Kathedrale und die Jesuitenkirche und Edwig das Inkamuseum. Am Nachmittag lernen wir die peruanischen Tänze im Kulturtheater Cuscos kennen.

Im Hotel wird später über den Tag und die gemachten Einkäufe erzählt.

13 Mai 2009 • Santorini - Cuzco

Zuckerwatteeinkauf in Urcus
Heinz und Stefan unterhalten sich in einer Straße

Am Titicacasee

8 Stunde und 500km Busfahrt sind selbst mit traditioneller peruanischer Musik im Ohr nicht gerade ein Tag, den wir herbeisehnen würden. Aber es kommt anders. Omar erzählt uns mal wieder sehr interessante landeskundliche Informationen, diesmal über die Ureinwohner auf der Halbinsel Capachica und deren typische Lebensweise. Bei den Pausen haben wir ein letztes Mal Gelegenheit, Alpaca-Kleidung einzukaufen und probieren beim nächsten Stopp im Dorf Oropeza das beste Brot des Landes, riesengross, rund und nach Zimt schmeckend. Im Dorf Urus kaufen wir unsere Obstgeschenke für die Kinder von Santa Maria ein und spontan 30 rosa Plastiktüten mit Zuckerwatte und bei unserem Mittagessen auf der Strecke darf der berühmte Cocatee nicht fehlen. Ein Grossteil der Fahrt wird bestimmt durch den Anblick auf Maisfelder, die es bereits länger als 500 Jahre gibt. Kleine Seen,die fast bis an den Strassenrand reichen, im Hintergrund die ständige Begleitung durch die baumlose grünlich/braune Bergkette, Ton in Ton mit dem Weideland, auf dem Hochlandrinder, Schafe und vereinzelt auch Lamas grasen. Nebenbei überqueren wir den 4.300 hohen Pass. Nach 8 Stunden im Luxusbus umsteigen in einen Minibus, da nur der die kommende schmale Schotterpiste zum Dorf befahren kann. Uns bleibt nichts anderes übrig, als neben den Bussen im offenen Gelände, unter den staunenden Augen von ein paar Einheimischen, unser Überlebensgepäck für 2 Tage und Nächte zusammenzustellen: z.B. Schlafsack, Sonnenschutzmittel und Kopfbedeckung. Wie die Heringe sitzen wir 10 im Kleinbus zwischen unserem Gepäck, den Geschenkbeuteln für die Kinder von Santa Maria und den 30 rosaaufgeblasenen Tüten mit Zuckerwatte. Für Peruaner wäre das Auto noch lange nicht voll, sondern erst dann, wenn ein Zustand wie in einem vollbesetzten U-Bahn Waggon erreicht ist. Links und rechts immer wieder Schafe, Kühe und kleine schwarze Schweine gehen zum Stall. An zwei Eselleittieren sind an langen Seilen Schafe festgebunden.Wir sind fasziniert von der Kulisse. Thomas unser Betreuer vor Ort begrüsst uns im Gemeinschaftsraum und wir bekommen Tee und danach ein leckeres Abendessen serviert. Alle Bewohner, die wir sehen, tragen die wunderschönen Trachten der Quechua. Schliesslich werden wir ja paarweise von der Gastfamilien abgeholt. Unsere Zimmer sind Lehmhütten, innen bis zur Hälfte mit Schilfpflanzen ausgekleidet, die drei Fenster haben ebenfalls Schilff, der Boden besteht aus dicken Bretten. Aber kalt ist es doch, so dass wir schliesslich mit Skiunterwäsche und Handschuhen einschlafen. Ziemlich früh ist alles still im Dorf, wenn man von einem schreienden Esel absieht. -Wohltuend-.

14 Mai 2009 • Capachica

Das letzte Foto nach der Modenschau
Kinder aus Capachica

Tag zum interkulterellen Austausch

Heute ist ein besonderer Tag, denn wir sind auf Quechuagebiet und wir sind gut von den Leuten untergebracht. Heute steht auf dem Programm eine Wanderung hinauf auf den Berg. Dort angekommen sehen wir schon die Königskordillere auf bolivianischem Gebiet. Unterwegs zeigen uns Edith und die kleine Ruth Pflanzen und ihre Eigenschaften und Anwendungen.

Nach unseren Mittagsessen verteilen wir den Dorfkindern unser hierher gebrachtes Obst, Zuckerwasser und Joghurts.

Als Überraschung für uns haben die Bewohner Capachicas eine Modenschau vorbereitet, wo wir die Models selbst waren. Nach den vielen Fotos gehen wir vereinzelt durch das Dorf und am Strand spazieren.

Am Abend sitzen wir in unserem gemeinsamen Essensraum und essen das geschmackvolle Essen von Tomas und seiner Familie.

15 Mai 2009 • La Paz - Capachica

Ein Uro-Bewohner fährt mit seinem Haus zu einem Fe
Wir besuchen Tiahuanacu

Bolivien

Abfahrt um 5:45 Uhr mit der Barke über den Titicacasee nach Puno. Die Gastfamilien verabschieden uns ganz herzlich. Nach etwa 20 Minuten erreichen wir eine der kleinen schwimmenden Schilfinseln der Uros. Sie zeigen uns wie sie leben und ihren Alltag mit Fischfang und Schiffsbaum verbringen. Wir fahren auf eine andere kleine Insel mit einem der Schilfboote.

Um 8:45 Uhr kommen wir in Puno an. Die Sonne scheint nun wieder und wir frieren nicht mehr. Puno ist keine sehr schöne Stadt, aber auf dem Weg nach Bolivien müssen wir alle diese Städte durchqueren. Wir packen dort unser Gepäck und machen noch ein paar Einkäufe und Toilettenstopps.

Gegen 9 Uhr verlassen wir Puno und fahren entlang des Sees Richtung Grenze. Vom Bus aus können wir die Menschen bei der Feldarbeit und beim Fischen beobachten.

Unser Picknick machen wir auf einem Rastplatz mit Blick auf den See, der uns glänzend begrüßt. Nun ist es nicht mehr weit bis nach Bolivien. Kurz vor der Grenze stellen wir die Uhren um- von 11:30 auf 12:30 Uhr. An der Grenze geht es nun sehr hektisch zu. Unsere Koffer müssen wir auf Lastenfahrräder packen und rüberfahren. Die Grenze ist ein riesiger Markt, auf dem sich unzählig viele Menschen tummeln. Gegen 14 Uhr können wir unsere Reise nach La Paz beginnen. Auch hier sehen wir die Menschen wieder bei der Feldarbeit und anderen Tätigkeiten.

Am Nachmittag erreichen wir die Ausgrabungsstätten von Tiahuanacu und können sehen, dass auch schon Kulturen vor den Inkas intelligent und fleißig waren.

Am Abend erreichen wir La Paz und bekommen einen kleinen Vorgeschmack von dieser riesigen Stadt: laut -hektisch- bunt. Alle sind müde und froh im Hotel zu sein. Am Abend macht jeder was er will.

16 Mai 2009 • La Paz

Das haben wir uns heute wirklich verdient!
Nagelkopf aus Tiahuanacu

Aufregende Zusatzmodule

Am heutigen Tag teilte sich die Gruppe. Einige bevorzugten die Mountainbiketour auf der gefährlichsten Straße der Welt. Alle waren begeistert von der 64 km langen Downhillstrecke, die durch die verschiedensten Vegetationsebenen führte. Die Organisation und das Material waren super.

Andere erkundeten mit Carlos die Städte El Alto und La Paz zu Fuß. Sie lernten das chaotische und aufregende Treiben der verschiedenen Stadtviertel und des Stadtzentrums hautnah kennen und waren am Abend ebenso beeindruckt und müde wie die Radfahrer.

Der dritte Teil der Gruppe bevorzugte die Trekkingtour zum 5300 m hohen Pico Austria. Pünktlich um sechs holte uns Tomás vom viventura-Team, des Büro in La Paz, im Hotel ab und wir fuhren ca. 2 Stunden bis zum Fuß der Königskordillere. Imposante, schneebedeckte Gipfel ließen die Vorfreude ansteigen.

Um 9.00 Uhr schnallten wir dann die Rucksäcke auf und es ging gleich mit zügigem Tempo voran. Das Ziel ständig vor Augen, erreichten wir gegen 12:30 Uhr den ersten Punkt auf 5100 m Höhe. Die meisten erstürmten dann auch noch den Gipfel des Pico Austria und genossen das Panaroma mit Blick auf den Titicacasee bis El Alto.

Beim Anstieg bis zum Berg wurde uns erst richtig bewusst wie lange der Trekking eigentlich gedauert hatte - wir waren schon etwas Stolz auf unsere Leistung.

Erschöpft aber glücklich erreichten wir dann gegen 19 Uhr das Hotel und ließen den Tag gemütlich ausklingen.

17 Mai 2009 • Sucre - La Paz

Norbert grüßt im Flugzeug
Das schöne Sucre

Hauptstadt Boliviens

Heute morgen nutzte die Gruppe die freie Zeit in La Paz, um mit unserem Local Guide Carlos, die wichtigsten kulturellen Spots der Stadt zu erkunden. Wir sahen das Parlamentsgebäude, den Hauptplatz, enge Gassen mit vielen alten Kolonialstilhäusern und waren immer wieder beeindruckt von der Quirligkeit dieser Stadt.

Am Nachmittag starten wir nach Sucre. Die Startbahn des Fluges reichte gerade zum Abheben des Flugzeuges . Bei der Landung in Sucre war die Landebahn beängstigend abschüssig und kurz - aber alles ging gut. In Sucre angekommen, erkunden wir sogleich die Innenstadt bei einer Stadtbegehung.

Sucre - auch die weiße Stadt genannt - beeindruckte uns durch Lage und Beschaulichkeit.

In Anschluss bezogen wir unser Hostal, das allen sehr gut gefiel.

Gegen 15 Uhr trafen wir uns zu einem leckeren Abendessen im Restaurant der Unterkunft mit tollem Nachtblick auf Sucre. Ellen wurde anlässlich ihres Geburtstagsjubiläums von viventura (Omar) mit einer Geburtstagstorte überrascht. Es wurde ein schöner und geselliger Abend.

18 Mai 2009 • Sucre - Potosi

Als Bergarbeiter in der Silbermine
Norbert und Wilfredo im Teufelsreich !

WaghalsigerAbstieg!

Wow! Endlich mal ausschlafen! Es wurden zwar Exkursionen zum größten Dinosaurierspurenfeld der Welt und zum Textilmuseum von Sucre angeboten, aber keiner hat diese wahrgenommen. Warum denn auch? Einige genossen ein ausgiebiges langes Frühstück auf der sonnigen Hotelterrasse mit einem atemberaubenden Blick über die weiße Stadt.

Die alleinreisenden Frauen wurden von unserem "Offizier und Gentleman" Heinz mit leckeren hausgemachten Pralinen verwöhnt. Leider ging es um 11 mit dem Bus schon wieder weiter: wir mussten das warme Sucre verlassen und fuhren in die 4.100 m hochgelegene Bergbaustadt Potosi, wo wir wieder unsere warmen Pullis aus dem Rucksack holen durften. Nach einem kurzem Stopp in unserem 4 Sterne "Luxus" Hostal (pfuigackel!) stürzten wir uns auch schon in unser nächstes Abenteuer; ein Minenbesuch!

Mit unserem lokalen Guide Wilfredo ging es los in Richtung Bergbaumarkt, wo wir Cocablätter und Erfrischungsgetränke für die Minenarbeiter kauften. Jedoch erwies sich die Fahrt dort hin als nicht einfach. Unser vollgepackter Minibus schaffte es nicht eine 20 Grad Steigung zu überwinden, so dass die Hälfte von uns aussteigen und das Stück zu Fuß gehen mussten.

Mit Bergbauhose, -jacke und Gummistiefel sowie Schutzhelmen mit Stirnlampen kamen wir an der Mine an. Hier wird seit der Kolonialzeit Silber, Zink, und Erz abgebaut. Der Berg, der schon insgesamt 700 km lange Tunnel wie ein Schweizer Käse durchlöchert ist, soll in ca. 10 Jahren in sich zusammenstürzen. Und da sollen wir rein? Am Tunneleingang begrüßen uns schon 3 Coca-kauende Bergarbeiter, von denen wir mehr über ihre Arbeit und ihre Leben in den Minen erfahren Stirnlampen an, Köpfe eingezogen und los geht’s!

Nach einem kurzen Stopp bei einer Teufelsstatue, wo wir, wie auch die Bergarbeiter Cocablätter, Alkohol und Zigaretten opfern, um die Erlaubnis für das Betreten der Mine zu erhalten, geht es noch tiefer in die Mine rein. Nach 250 m im Tunnel wagen sich einige von uns über einen waghalsigen Abstieg noch weiter nach unten (25m). Dort konnte man dem Minenarbeiter Don Gregorio bei seiner Arbeit zusehen. Bei ihm ließen wir dann auch einen Teil unserer Mitbringsel. Den anderen Teil bekamen die Kinder, die am Tunnelausgang schon auf uns warteten. Zum Schluss des Abenteuers ließen wir es dann noch mal so richtig krachen. Unser Guide Willi zeigte uns etwas höher am Berg eine Sprengung mit Original- Dynamit. Da kam eine ganz schöne Staubwelle auf uns zu.

Abends luden wir unseren Guide dann noch zu unserem Abendessen ein, wo er uns noch so einiges Interessantes über die Minenarbeiter erzählte. Da weiß man dann doch seinen eigenen Arbeitsplatz wieder sehr zu schätzen!

19 Mai 2009 • Potosi - Uyuni

Adios Potosi!
Wunderschöne Landschaft !

Von der Silberstadt in die Salzwüste

Nach dem Frühstück im gut beheizten Hostal auf 4100 m haben wir uns bei einem Bummel durch die Bergarbeiter-Stadt für unseren Reisetag eingedeckt. Auf den ca. 210 km, die wir in 6h bewältigten, sehen wir interessante wüstenähnliche Landschaften auf einer staubigen, unkomfortablen Schotterpiste. Wir picknicken an einem kleinen klaren Bach in herrlicher Landschaft. In der Dunkelheit erreichten wir unseren Zielort am Rande der Salzwüste. In unserem Quartier gibt es eine gemütliche und sehr leckere Pizzeria.

20 Mai 2009 • San Juan - Uyuni

Wir und die Welt in der Uyuni Salzwüste!
Der Machoteil unserer Gruppe posiert in reinem Bon

Atemberaubende Landschaft !

Der Tag beginnt gemütlich mit einem Frühstück um 8:30 Uhr. Dabei gibt es ein superfeines Brot, zum ersten Mal ein Dunkles. Omar führt uns danach zur Polizei. Nicht weil Geldnoten abgelehnt werden, sondern weil wir einen Stempel für die Abreise brauchen. Bis mittags schlendern wir durch die Strassen und trinken Kaffee.

Schließlich fahren drei coole Jeeps vor und unser Gepäck wird aufs Dach aufgeladen.

Beim Eisenbahnfriedhof gib es den ersten Stopp und skurrile Fotos. In einem kleinen Dorf wird uns gezeigt , wie früher Salz gewonnen und aufbereitet wurde.

Danach fahren wir in die atemberaubende Salzwüste. Es ist ein ausgetrockneter See von 10000 km² - also etwa 1/4 der Fläche der Schweiz.

Die Salzschicht ist 3 bis 6 Meter tief. Beim Salzhotel werden mindestens so viele Fotos wie auf Machu Picchu gemacht und plötzlich tragen die Männer die Frauen auf Händen.

Edgar gibt wieder Gas und wir fahren mit 90 Km/h über das Salz.

Auf der Isla Incahuasi bestaunen wir die Kakteen und belasten die Speicherkarte der Kamera. Einige Kakteen sind über 1000 Jahre alt - die könnten uns vieles erzählen.

Plötzlich nimmt Omar eine Flasche hervor. Der Inhalt ist durchsichtig und stammt von Trauben, Singani Casa Real. Heinz verteilt die Runden 2-15.

Wie heißt es doch schön: The more you drink the more you see. Leicht angeheitert nehmen wir das letzte Teilstück unter die Räder. Vor dem Ortseingang halten wir kurz an. Der Sonnenuntergang mit feuerrot leuchtenden Wolken und den Bergen könnte es auf das Deckblatt vom Photoalbum schaffen.

In San Juan übertrifft die Unterkunft unsere Erwartungen. Alles ist einfach eingerichtet, aber die Matratzen sind gut und es gibt Licht.

21 Mai 2009 • Chuvica - Salar de Uyuni

Inmitten der Salzwueste eine Kakteen-Oase
4 in den Thermalquellen
+1
Flamingos haben wir auch gesehen

Omar hatte Recht!

Schon lange hat Omar von der faszinierenden Landschaft geschwärmt, die uns heute erwarten würde. Ob er wohl Recht behält?

Wir waren ja am Vorabend spät im Ort San Juan am Rand der Salzwüste ankommen. Durch Berichte über strenge Einreisekontrollen der Chilenen hinsichtlich Lebensmitteln hatten wir unsere Alkoholvorräte vorsorglich aufgebraucht. Bei dem lustigen Abend kam die Hoffnung auf einen der seltenen blauen Singani (: bolivianischer Traubenschnaps; schmeckt von Glas zu Glas leckerer) Flamingo zu sehen.

Nach einer kurzen Nacht werden um 7 Uhr früh unsere 3 Geländewagen beladen und los ging es. Die etwa 10-stündige Fahrt führte über unbefestigte Sand- und Schotterpisten und eine Strecke auch über Geröllfelder. Hier war die volle Konzentration der Fahrer gefordert.

Wir hielten an mehreren Lagunen mit verschieden farbenem Wasser, einem aktiven und rauchenden Vulkan und Felsen, die durch Winderosion und faszinierenden Gebilden, wie z.B. dem "Arbol de Piedra", geformt wurden. Im Sol de la mañana bewunderten wir Löcher in der Erde, aus denen heisser Dampf und blubbernder kochender Schlamm stieg. Einigen von uns gefiel der Schwefelduft in der Luft offenbar so gut, dass wir gar nicht mehr weg wollten. Kurz darauf hielten wir noch an einer Thermalquelle am Rand einer Lagune. Alle genossen die sagenhafte Aussicht auf die schneebedeckten Berge am Horizont.

Vier von uns (Eva, Claas, Reinhard und Heinz) wagten sich trotz der niederen Lufttemperatur ins herrlich warme Wasser und entspannten dort.

Wir haben Dutzende Vikuñas (Kleinkamele) und in den Lagunen hunderte Flamingos (in der Mehrzahl) Anden Flamingos, aber auch rosa Flamingos) aus nächster Nähe gesehen.

Der "Singani Flamingo" liess sich leider nicht blicken.

Mittags servierte uns unsere mitreisende Köchin leckeres Brathähnchen.

Abends gegen 17 Uhr war die "off -Road-Safari" an der bolivianisch- chilenischen Grenze nach einer Strecke von über 300 km beendet.

Resümee: Omar hatte Recht!

Nach der an der Grenze üblichen Kofferkontrolle sind wir in San Pedro und zwar in unserem Hotel und in der Dunkelheit, denn die Lichter von San Pedro sind ausgelöscht worden, d.h. kein Internet und daher kein Tagebuch. Das zeigt uns den schon von Omar beschriebenen Energiemangel von Chile. Schließlich sitzen wir im Restaurant für unser Abendessen.

22 Mai 2009 • San Pedro De Atacama - Santiago de Chile

Heinz, Claas, Eva, Andrea, Helen und Stefan verabs
Stefan, Helen, Hedwig, Eva und Claas beim Abstieg

Abschied

Heute haben wir vormittags frei und nutzen die Möglichkeit das Dorf von San Pedro kennen zu lernen. Einige von uns bleiben später im Garten, um ein Buch zu lesen. Am Nachmittag fahren wir ab, um die Atacama-Wüste zu erkunden. Als erstes besuchen wir den Aussichtspunkt, später das Todestal, wo wir eine Wanderung machen können. Heinz, Claas, Alexandra und Eva amüsieren sich besonders gut beim Hinein- und Hinabsteigen der Sanddünen. Als Abschied der Wüste kriechen wir in die Salzhöhle hinein, Hedwig freut sich als Berg und Felsenkletterin besonders.

Schon im Flughafen machen wir die letzten Fotos mit Omar und nehmen Abschied von ihm. Unser nächstes und letztes Ziel ist Santiago…
Spät am Abend kommen wir in Santiago an.

23 Mai 2009 • Santiago - San Pedro De Atacama

Der Markt von Santiago de Chile
Santiago

Hallo Stadt

Um 5.15 Uhr fuhren wir Richtung Calama wo wir den Flug nach Santiago nahmen. Schade das Alejandro nicht mitkommen konnte.

Vor uns lag nun noch die chilenische Metropole Santiago. Am Flughafen holte man uns ab und brachte uns in unser Hotel. Während der Fahrt dorthin erfuhren wir schon einiges über die Stadt und ihre Bewohner.

Nachdem wir die die Koffer im Hotel gelassen hatten, starteten wir zu unserer Citytour. Zu Fuß durchquerten wir das Zentrum, vom Präsidentenpalast, über den Plaza de Armas, bis hin zum Mercado Central, wo wir die Köstlichkeiten des Meeres bestaunten und bei einem Mittagessen auch probierten. Zum Abschluss ging es auf den Cerro San Cristobal, den Aussichtsberg von Santiago. Genau wie die Jungfrau, die auf seiner Spitze thront, blickten wir über die Stadt und fühlten uns ein bisschen klein beim Anblick der riesigen Anden. Ein wenig Abschiedsstimmung kam auf und beim ein oder der anderen vielleicht auch der Gedanke auf ein Wiedersehen in Südamerika.

24 Mai 2009 • Frankfurt - Santiago

Blick auf Santiago
Palacio de la Moneda in Santiago

Abschied von Südamerika

Der Vormittag stand zur freien Verfügung. Bevor Adrian uns zum Flughafen brachte, nutzten wir die Zeit um durch die Strassen von Bellavista zu bummeln und noch letzte Souvenirs zu besorgen. Dann hieß es Abschied nehmen von Südamerika.