Geografische Extreme, eine der trockensten Wüsten der Welt gefolgt von bunter Boheme-Kultur in Valparaíso, abgerundet durch unglaublich gutes Wetter in Nordpatagonien und einen Querschnitt durch Südpatagonien warten auf Euch!
Tiefblaues Gletschereis kontrastiert die Terracotta-Töne der Atacama, vielfach vor azurblauem Himmel, und in der Regel mit viel guter Laune: Das sind die Ingredienzen dieser schon beinahe-Herbst Reise durch Chile.
Alles hat sich geklärt- wir hatten trotzdem einen intensiven, heißen, verschwitzten ersten Tag auf eurer Chile-Entdeckungstour!!
Über den Dächern Santiagos ließ es sich am freiesten atmen, fandet ihr, oben auf dem San Cristobal-Berg... gute 30°C Temperaturunterschied zwischen Deutschland und Chile machen den Ankunftstag auch ein bisschen anstrengend.
Neben allerhand musikalischer Darbietungen, mehr oder weniger Euer Geschmack?- gab es vor allen Dingen einen Blick auf die Metropole Santiago, eine Millionenstadt in dem immer noch dünn besiedelten Land Chile. Präsidentenpalast, ein typisches Café, die Kathedrale, San-hattan um nur einige unserer Fixpunkte zu nennen.
Das gemeinsame Abendessen im Bohémeviertel Bellavista hat die Stimmung dank Besuch des chilenischen viventurabüros gründlich aufgelockert, jetzt wissen wir schon mal, wer lieber Weiß, oder Rot, oder Pisco oder/und trinkt- das sind wichtige essentials....;-) Morgen früh geht es dann in die Atacama-Wüste!
Spruch des Tages:Diese Zeit haben wir prima mit Kaffee, heißer Schokolade oder Tee überbrückt. 1h Stunde später waren wir dann schon auf dem Wege in den größten Kupfertagebau der Welt, die Mine Chuquicamata... Auch hier üben wir uns einen Moment in Gedult, aber werden dafür auch mit einer Sprengung um 13h belohnt, die eher selten auf der Tagesordnung stehen und interessante Einblicke in die Logistik der Mine geben.
Unsere Logistik sieht nach diesem Programmpunkt erstmal eine Stärkung vor, und die nehmen wir in einem typisch chilenischen Lokal ein, wo auch die Arbeiter des Gemüsegroßmarkts zu Mittag essen. Hier kann man Leckereien wie Ensalada Chilena (Tomate, Zwiebel, Koriander) oder Cazuela (Eintopf mit Kartoffel, Kürbis und Fleisch) probieren.
Nach kurzem Stop-over in unserem Hotel sind wir wieder unterwegs, diesmal in der Salzkordillere und im Tal des Mondes. Ein wahnsinns-Sonnenuntergang heißt uns in der Atacama-Wüste willkommen, dazu ein eiskalter Pisco Sour...noch besser!
Spruch des Tages:Kurz drauf brachen wir zur Exkursion an die Hochlandlagunen Miscanti und Meñiques auf. Den ganzen Tag über bot sich uns pure Kontraste: Die Weite und die Schroffheit der Salzwüste mit den Flamingos kontrastiert perfekt die üppige Vegetation des Altiplano mit seinen türkisgrünen Lagunen und goldgelben Steppengräsern. Das alles natürlich vor intensiv blauem Himmel, zum Nachmittag hin garniert mit Schäfchenwolken.
Nach idyllischem Picknick an der Meñiques-Lagune und der Feststellung dass chilenischer Rotwein über 4000m noch besser schmeckt als ohnehin, besuchten wir noch die beiden Dörfer Socaire und Toconao.
Toconao beeindruckt durch seine Fruchtgärten mitten in der Wüste, die durch Süßwasser beinahe jede Art von Obst und Gemüse, sogar Weintrauben und Quitten produzieren können. Feigen und Trauben konnten wir dann noch bei Señora Luisa kosten, bevor es zurück nach San Pedro de Atacama ging, wo alle den Abend gemütlich ausklingen ließen...natürlich, wie könnte es anders sein bei einem Pisco Sour!
Spruch des Tages:Zwar konnten wir wegen der Zeitverschiebung hier in Chile 1h mehr schlafen, aber 4.30 Uhr ist und bleibt früh am Morgen!!;-) Aber es lohnt sich, und davon sind auch nach einigen Strapazen alle überzeugt.
Das Altiplano empfängt uns mit Schneetupfen und weißen Gipfeln, ein seltener Anblick in diesem Teil der Hochanden, durch das trockene Klima und die seltenen Niederschläge. Herrliche Kontraste für unsere Foto-Freunde-viel-Fotografierer....;-) Außerdem ist windstill, so dass wir schön die Fumarolen der Geysire sehen können. Salze, Algen, Bakterien und Mineralien zaubern ein faszinierendes Farbspiel auf die Sedimentterassen der Geysire und die Vielfalt der geothermalen Aktivität ist außergewöhnlich.
In Machuca konnten wir Lama und Empanadas mit Käse probieren, bevor wir unsere Tour in den herrlich gelegenen Thermen von Puritama mit einem entspannenden Bad beenden. Puritama, bedeutet die warmen Wasser, und so räkeln wir uns in 33° warmen Wasser in einer mit Schilf und Kakteen bewachsenen Schlucht auf 3000m Höhe.
Spruch des Tages:Restlicher Schlaf auf dem Flug nach Santiago und im Bus, nur unterbochen von Gepäckausgabe und Mittagessen. Nach diesem leckeren chilenischem Imbiss fuhren wir weiter nach Viña del Mar. Es wurde von Kilometer zu Kilometer grüner und kühler ein willkommener Kontrast zu den Farben und der Hitze der Wüste. Nach kurzer Stadtrundfahrt und erstem Blick auf den Pazifik ging es weiter nach Valparaíso. Vor unserem Stadtrundgang bezogen wir unser historisches Hostal mit 3 Eingängen und vielen Zimmern auf mehreren Ebenen- und dann kam Vicky, der temperamentvolle lokale Guide mit Feuer und Spaß und viel, viel Liebe zu ihrer Stadt brachte sie uns diese nahe.
Während des Rundgangs mutierten wir zu japanischen Touristen und schossen ca. 50.000 Fotos- und es stand immer einer im Weg;-) Ein liebenswertes Chaos aus bunten Häuser, Grafitties und Fahrstühlen wird uns in Erinnerung bleiben. Die Stimmung fand ihren Höhenpunkt in der Hafenkneipe La Playa bei einer bereits liebgewordenen Gewohnheit- Pisco Sour!!! Mittlerweile ist es erklärtes Neben-Ziel unserer Reise den besten Pisco Sour Chiles zu küren.... defintiv to be continued. Unser Abend klang bei Wein, Bier, Knoblauch und lokalen Spezialitäten im Café Vinilo fröhlich aus. (Tourteilnehmerinnen Julia, Gaby, Anja und Isabell)
Spruch des Tages:Dort angekommen bekommen wir eine Führung durch das Haus des Literaturnobelpreisträgers Pablo Neruda, das direkt am Pazifik gelegen ist, total genial!! Auch im Inneren sind wir beinahe einhellig der Meinung, wir könnten eigentlich direkt einziehen...
Im Anschluss fahren wir nur wenige Kilometer weiter an einen Strand, wo strategisch günstig ein Restaurant gelegen ist, mit allem Im Angebot, was es Gutes aus dem Meer gibt. Einige probieren Empanadas, andere versuchen Fischsuppe oder Eintopf.
Danach geht es weiter ins Landesinnere in Richtung Isla de Maipo auf ein Weingut, wo uns ein gewöhnungsbedürftiger chilenischer Entertainer nebst brasilianischer Peer-Group durch die Gärten und die Keller führte. Nach einer Verkostung schwingen wir uns wieder in den Bus und fahren zurück nach Santiago.
Der Abend wurde noch lustig, da Hotel und andere edle Spender die Gruppe mit Gutscheinen für Pisco Sour versorgten.
Spruch des Tages:Im Cajon herrschen angenehme Temperaturen, es weht ein leichter Wind, es ist grün und überall arbeiten Menschen auf dem Feldern, uns kommen einige Reiter entgegen und an jeder Ecke werden Honig oder Marmeladen zum Verkauf angeboten.
Wir setzen unsere Tour weiter fort und besuchen das Sozialprojekt in Puente Alto, ein offenes Haus für Kinder von 4-16 Jahren. Luis, der Psychologe des Projekts gibt uns eine Einführung und berichtet über die Geschichte des Hauses. Danach schauen wir uns einen Workshop der Kinder zu Theater und Zirkus an, und sind vor allem beeindruckt vom Umgang der Kinder unter einander, alle haben Spaß keiner wird ausgegrenzt.
Am Abend besuchen wir gemeinsam ein Restaurant und probieren Pisco Sour mit Ingwer eine sehr erfrischende Variante des in unserer Gruppe allseits beliebten Getränks. Spät in der Nacht besteigen wir den Nachtbus nach Pucon.
Spruch des Tages:Nach einem ausgiebiegen Frühstück mit echtem Saft (ohne 3kg Zucker), echtem Kaffee und frischem Obst fuhren wir zum Vulan Villarica um die Vulkanhöhlen zu besichtigen. Germans Bruder Fernando gab uns eine Einführung in die Vulkankunde und führte uns danach in die Höhlen unterhalb des Villarica. (Gaby: Er hatte Augen wie Falk.)
Nach kurzer Erfrischungspause fuhr ein Teil der Gruppe zum Rafting. Dazu mussten wir uns umziehen.... Erkenntnis: Ein zu großer Neoprenanzug fördert Speckfalten zu Tage, die man vorher nicht hatte ;-). Die straff angepasste Schwimmweste teilte diese dann wieder und eine etwas verzerrte Idealfigur war wieder hergestellt.
Smooth ging es ins Wasser, und durch die erste Stromschnelle Kategorie 1.Danach kenterte Boot Nr. 2 in der berühmt-berüchtigten Teufelsschlucht auf Kommando, aufgrund einer permanenten Links-Rechts-Schwäche der Besatzung blieb Boot 1 dieses Debakel erspart. Nach einem irren Ritt über den Fluss stiegen wir vor Stromschnell Kategorie 6 aus und sprangen nach Quer-Wald ein 4-5m tief in den "reißenden Fluss". Auch das Nebenziel unserer Reise verloren wir nie aus den Augen, denn am Ende unserer Reise erwartete uns ein Pisco Sour. Am Ziel angekommen vertauschten wir den Neoprenanzug mit trockenen Klamotten, was K. aus H. zu unserem Spruch des Tages inspirierte:
Spruch des Tages:Nach einem späten Frühstück (8.30!!) brechen wir gegen 9.30h mit Mario unserem Fahrer Richtung Currarehue auf. Auf Höhe von Palguín nehmen wir eine Schotterstraße in den dichten Mischwald hinein. Dies ist eine völlig andere Welt als im Tal, wo eher Weiden, Kühe und der Fluss das Bild dominieren. Ab und an kommt uns sogar ein Ochsengefährt entgegen und man fühlt sich in eine andere Zeit hinein versetzt.
Mitten im Wald unternehmen wir 2 kleine Spaziergänge zu den Wasserfällen El Leon und La China. Obwohl um diese Jahrezeit der Wasserstand am niedrigsten ist, ist die Menge beachtlich die zwischen 70 und 90m hinabstürzt. Nach einem Besuch des Museums "Traditionen der Mapuche" in Currarehue essen wir in einem kleinen Lokal zu Mittag, wo uns Spezialitäten serviert werden: Mit Pilzen gefüllte Empanadas, Merquén (das geröstete, scharfe Gewürz der Mapuche) und Piñones, die Früchte der Auraukarie probieren wir hier. Am Nachmittag sind wir wieder zurück in Pucón. Die "Bezwinger" des Villarica: (2 Männer! 5 Frauen und amerikanische Freunde aus unserem Hostal (chicas) nach einem kurzen Frühstück stimmen wir uns gemeinsam auf die Herausforderung des folgenden Events ein... der Aufstieg auf den Villarica. excellent eingewiesen durch unsere Guides nehmen wir den Lift südamerikanerischer Prägung in Angriff. (jeder deutsche tüv würde die Augen verdrehen...) Aber das war es wert. Danach Einweisung in den Weg und die hohe Schule des alpinen Wanderns, gehts los... über Geröllstrecken und eine atemberauende ( und zeitraubende) Gletscherstrecke erreichen wir den letzten Checkpoint vor dem Gipfel. Problemlos und mit grosser Freude auf das sind alle kurz vor dem Gipfel.... und dann der Krater!!! was für ein Anblick, was für ein Gefühl,... unbeschreiblich und auf jeden Fall eine Empfehlung für alle folgenden Gruppen. das muss man erleben und fühlen. Und dabei hat wirklich auch alles gepasst: die Gruppe, das Wetter, die Guides und der Vulkan hat auch mitgespielt. Ein kurzer Blick nach Argentinien und in auf den Lanìn und dann auf dem Hosenboden ins Tal. Heldenhaft wurden die Mädels ins Tal geschoben und bei einem gemeinsamen Asado am Abend haben wir einen für jeden einmaligen Tag beschlossen.
Am Abend lassen wir uns alle zusammen ein Asado, also Fleisch vom Grill mit Salaten und Beilagen, und natürlich chilenischen Wein schmecken.
Spruch des Tages:Wir sind ja nun eine viActive-Gruppe und daher schon von Natur aus allen Aktivitäten gegenüber aufgeschlossen;-) (Pisco Sour oder Wein trinken vor allem...?)Heute geht es daher für 6 von uns schon mal Probehalber aufs Pferd bevor in Nordpatagonien dann der Wanderausritt auf dem Programm steht. Alejandra holt uns gegen 9h vom Hostal ab, und schon bald fahren wir über Schotterpisten am Fluss Trancura entlang durch die ländliche Umgebung von Pucon. Die Farben sind um diese Jahreszeit faszinierend und changieren zwischen tiefgrün, langsam in rot-gelb tendierend und Brauntöne, alles vor tiefblauem Himmel mit Schäfchenwolken. Auf dem Rancho warten schon unsere Pferde, aufgesattelt auf uns und nach einer kurzen Stippvisite auf dem Plumpsklo (ein bisschen nervös macht die Aussicht sich an 400kg auf 4 Beinen auszuliefern, eben doch) und einer kurzen Einführung von Mathias sitzen wir bereits alle auf und los gehts...! Alles klappt prima und so wagen wir schon bald die ersten Trabschritte und bald auch einen Galopp. Die lockere Stimmung reißt jeden Anfänger aus seiner Nervosität und alle genießen diese Erfahrung, wenn auch mit schmerzenden Po oder Ziepen in den Beinen. Nach einem Picknick kehren am Ufer des Trancura-Flußes zurück und lassen uns zurück im Hostal ein improvisiertes Mittagessen im Garten schmecken.
Abends fahren wir gegen 7 los zu den Thermen Los Pozones, die etwa in 30km Entfernung von Pucon liegen. Die etwas müde Stimmung und das eine oder andere Zipperlein durch unsere vielfältigen Aktivitäten zu Land (Vulkanbesteigung), zu Wasser (Rafting) und in der Luft (naja, zumindest 1,50 über der Erde auf dem Pferd) lockert ein Pisco und ein Picknick an den 40°C heißen Thermen schnell auf. Gegen 11h erreichen wir unser Hostal und fallen entspannt ins Bett.
Wir erreichen Valdivia kurz vor 12h und fahren direkt weiter zum Fort Ñiebla in der Corralbucht, wo der Calle-Calle-Fluss in den Pazifik mündet. Eine tolle Gegend: Soviel Wasser, man verliert leicht die Übersicht welchem Fluss man gerade entlangfährt, wir befinden uns ja schließlich auch in der Region der Flüsse! Nach sehr ausführlichen Erläuterungen des Guides im Fort wieviele Kanonen in welcher Stellung wie weit schießen konnten;-) fährt uns unser Fahrer Nelson zurück nach Valdivia, wo wir nun auf`s Boot steigen und die Insel Teja umfahren, dabei sehen wor Kormorane und Schwarzhalsschwäne und geniessen die Sonne und die leichte Brise. Wir kommen in die Gebiete die beim grossen See-und Erdbeben von 1960 überflutet wurden und können die Ausmasse dieser Katastrophe ein wenig nachvollziehen.
Nach einem Mittagessen mit Lachs, Pullmay (Kartoffeln, Muschlen, Huhn, Bühe und Schweinefleisch) setzen wir unser Sonntagsprogramm mit einem kleinen Bummel durch Valdivia, Eisessen und Schokolade einkaufen in der berühmten Chocolaterie Entre Lagos fort. So darf auch eine eiskalte "chela" (Glas Bier" in der traditionsreichen Brauerei Kunstmann nicht fehlen... Manch einen irritiert die Euphorie für deutsche Kultur und Traditionen (erschöpfen sich allerdings in Masskrug, Bierfest und Volkstümlichkeit) ein bisschen...
Am Fuße des perfekt geformten Vulkans (analog zum Villarrica) besuchten wir die Stromschnellen von Petrohue – Mitten im Grünen – und den Lago Todos los Santos; alles wunderbare Fotomotive!
Nach einem kurzen Flug über rauchende Vulkane ließen wir die Region hinter uns zurück und kamen in der „Weltstadt“ Balmaceda an und wollten uns für die nächsten 5 Tagen mit dem Notwendigsten (Bier, ....., Wasser) ausrüsten. Doch weit gefehlt! Mit Empfehlung des Busfahrers hielten wir am ersten Supermarkt an. Unter Aufbietung unserer Kräfte erreichten wir es, dass der Ladenbesitzer mit zerzausten Haaren und verstörtem Blick die Türe öffnete. Eine 12-köpfige Touristenschar scannte innerhalb von 10 Sekunden das Warensortiment und stellte fest: Hier jibbet nix! Nächster Supermarkt: Alles vorhanden – leider zu... Dritter Supermarkt: Endlich! Kati ging hinten rein und kam vorne wieder raus – und schon war der Laden offen. Bedürfnisse befriedigt und dann ging es durch eine wunderschöne Landschaft zu einem malerischen Aussichtpunkt („Ohhh ahhhh!“)
Endlich bei Mary angekommen: Gemütlichkeit, Herzlichkeit und Gastfreundlichkeit auf engstem Raum. Den Abend läuteten wir gemeinsam mit einem knusprigen patagonischen Asado-Lämmlein und diversen Weinflaschen ein und ließen ihn bei Mary mit diversen Bieren auf dem Sofa vor dem Kamin und mit sabberndem Kuschelkater ausklingen (damit waren die 5 Tage Vorräte schon am ersten Abend aufgebraucht...).
Spruch des Tages:Leider ist diese Idylle durch den geplanten Bau von Staudämmen und Überlandstarkstromleitungen stark gefährdet, was auch die Einwohner in ihrem Lebensraum und den lokalen Tourismus bedroht.
In straffem Galopp steuerten wir auf die Felsmalereien Paredon de las Manos zu. Dort angekommen führte uns der bezopfte Alexis aus Santiago an die Felswand und erklärte uns anschaulich die Bedeutung und den Ursprung der Handabdrücke und deren Bedrohung durch Umwelteinflüße (UV-Licht und Erosion) sowie Vandalismus. Was auffällt: Für einige mögen diese Zeitzeichen unbedeutend oder unspektakulär sein, dennoch sollte man den kulturgeschichtlichen Wert für die Bewohner und die Identität ihrer Bewohner wertschätzen.
Mittlerweile hat uns das patagonische Klima endgültig eingeholt und unsere Weiterfahrt entlang des Río Murta und an den See General Carrera verläuft im Regen und Nebel. Total magisch!!!
In Puerto Río Tranquilo bullert schon der Holzofen, auch hier passiert die obligatorische Invasion in den nächsten Supermarkt zum Auffüllen der (alkoholischen;-)) Bevorratung. Gemütlich lassen wir den Abend ausklingen. nach einem köstlichen Abendessen.
Spruch des Tages:Wind- und Wassererosion haben in den komprimierten Kalk (Marmor) Höhlen und labyrinthartige Gänge hinein geschliffen, in die unser Kapitän uns teilweise hineinnavigiert. Die Formationen des Marmors erinnern an Deckengewölbe oder die Architektur gotischer Kathedralen. Durch Verbindung von Wassers, Himmels und des sich langsam herbstlich verfärbenden Laubs der patagonischen Wälder entsteht eine einzigartige Kollage aus Farben und Formen.
Ein Highlight ist sicherlich die sogenannte Kathedrale, ein Inselchen aus Marmor das man mit den Booten durchfahren kann. Von hier treten wir die Rückfahrt an, mittlerweile hat der Wind aufgefrischt- gleichermaßen zu Freude und zum Leid mancher Tourteilnehmer. Vom Ufer aus glaubt man gar nicht, wie heftig die Wellen auf dem See ausfallen können. Wir werden hin und her und auf und ab geworfen, akustisch untermalt mit huuu und haaa und ohhhh. Total genial. Herwig stiftete den Sekt mit dem wir unseren 1. Seegang begossen, nachdem wir wieder terra firme unter den Füßen hatten.
Von Puerto Rio Tranquilo fuhren wir nach kurzer Stärkung weiter nach Bahia Catalina, wo wir drei traumhaft gelegene Cabañas bezogen, allesamt mit Holzofen ausgestattet, rustikal und gemütlich. Nach einem wunderschön angerichteten und von Panchita liebevoll zubereitetem Abendessen genießen wir alle die Gemütlichkeit am wohlig warmen Holzofen.
Langer Zahlen kurzer Sinn;-) die Wanderung war anstrengend aber traumhaft was die Gegend und die Aussicht anbelangte. Zuerst fuhren wir etwa 40 min bis zum Beginn des Weges und ließen den See unter uns im Tal zurück. Etwa auf 800 Höhenmeter begannen wir unseren Aufstieg, wir durchquerten Wälder und Wiesen, die als Sommerweiden dienen. Der Wald war dicht und still, die Bäume teilweise in grüne Fäden eingesponnen, einen Pilz der auch als Indianderbart bezeichnet wird. Etwas weiter oberhalb beginnt der Lenga-Wald, eine Buchenart die sich im Herbst leuchtend rot verfärbt und vorrangig an der Baumgrenze zu finden ist. Das Hochplateau erreichen wir über eine Hochweide und da wir exzellentes Wetter haben, können wir sogar den San Valentin-Gletscher sehen, der mir 4000m einer der höchsten des nördlichen Inlandeises ist.
Auch diesen Abend beschließen wir am offenen Kamin bei einem 4-Gänge-Menü.
Die Atmosphäre bei Mary ist einfach klasse, total gemütlich an Holzofen oder offenen Kamin, inklusiv sabbernden Schmusekater ließ es sich gut aushalten und aufwärmen. Wir stellen fest, die Lenga-Bäume haben sich in nur drei Tagen intensiv rot gefärbt und die Stimmung über dem Castillo-Massiv wirkt bei Nebel und Wolken sehr herbstlich. Die verbleibenden 95km nach Coyhaique vergehen auf asphaltierter Straße wie im Fluge und wir erreichen, immer noch im strömenden Regen die Provinzhauptstadt gegen 16.30.
Am Abend bummeln wir ins Zentrum und besuchen die Koordinationsstelle der Staudammgegner, "Patagonia sin represa", wo uns der Deutsch-Chilene Peter eine kleine, etwas konfuse Einführung in die Thematik gibt. Zwei herrenlose schwarze Hunde beleben diesen kleinen Vortrag nachhaltig.
Wir setzen den Abend bei der nicht sehr empfehlenswerten Mischung von Irish Coffee und Pisco Sour (immer noch zumindest rudimentär ein Nebenziel der Reise) im Café Ricer fort, und räkeln uns noch einwenig vor dem Holzofen im Hotel.
Spruch des Tages:So ein Unterschied zwischen der patagonischen Steppe und den Bergen: Die Weite der Steppe gegen die grüne Wilde der Berge mit ihrem Wasserreichtum. Bevor wir an Bord gehen bläst uns ein kräftiger Wind beinahe von der Fahrtreppe am Flughafen... und dann sind wir schon in der Luft Richtung Punta Arenas. Ein kurzer Blick bei sonst durchgehender Bewölkung erhaschen wir noch aufs patagonische Inlandeis und landen bei frischen 9°C in der südlichsten Stadt des chilenischen Festlandes, Punta Arenas an der Magellanstraße. Von dort aus nehmen wir den Linienbus nach Puerto Natales, am Fjord der Letzten Hoffnung.
Schon in der Dunkelheit beziehen wir unser Hostal, treffen letzte Vorbereitungen für unsere 2-Tagestour in den Nationalpark Torres del Paine. Wir beschließen den Tag individuell entweder mit einer echt chilenischen Pizza oder in einem gemütlichen, kleinen Restaurant an der Plaza mit vegetarischer Karte und lokalem Bier und freuen uns auf ein weiteres Highlight, nämlich die Torres del Paine.
Aber: 4 Kondore geben sich am Sarmiento-See ein Stelldichein, Guanakos sehen wir zu Hauf und sogar ein kurzer Blick auf die Torres ist uns gegönnt, zwar halbversteckt in den Wolken, aber immerhin! Am Anleger Pudeto wartet schon der Katamaran und bei heißem Tee, Kakao und Kaffee setzen wir über den türkisen Pehoé-See Lodge Paine Grande.
Dort angekommen beginnen wir eine 4-stündige Wanderung zum Grey-Gletscher am gleichnamigen See. Der Grey-Gletscher gehört zum südlichen Inlandeis, das eines der großen Trinkwasserreservoirs der Erde ist. Schon bald haben wir erste Ausblicke auf tiefblaue Eisschollen, die den See hinuntertreiben und uns einen kleinen Eindruck vom Gletscher vermitteln, der immer noch 2h Fußweg entfernt liegt. Der Weg schlängelt sich durch Wälder und Täler, und wir bekommen die gesamte Bandbreite patagonischen Wetters „mitten ins Gesicht“. Eisige Windböen, Hagel, Schnee, Sonnenschein und das alles in kurzer Aufeinanderfolge. Die bewirtschaftete Hütte Refugio Grey liegt direkt am Ufer des Grey-Sees an einer kleinen Bucht. Um diese Jahreszeit ist der dazugehörige Zeltplatz eher spärlich besucht, wen wunderts bei diesen Temperaturen und Windstärken?
Spruch des Tages:Auf der anderen Seite angelangt erwartet uns Manuel schon mit einer Dose kalten Austral-Biers und mit dem Spruch: Die Hörner (Cuernos) habt ihr ja bei dem Wetter nicht sehen können, aber hier sind sie auch noch mal abgebildet....! Am Lago del Toro und Lago Porteño entlang fahren wir zurück nach Puerto Natales, wo uns die Freuden der „Zivilisation“, namentlich heiße Dusche und vorgeheizte Zimmer erwarten.
Bei einem Patagonienaufenthalt darf ja eine Kostprobe der Königskrabbe nicht fehlen, die es in den Varianten Chupe (mit Sahne, Ei und Parmesankäse), al natural (mit Salat, Avocado und Mayonese), a la Parmesana (mit Weißwein und Parmesankäse) zu probieren gab.
Spruch des Tages:Unser Boot ist ein 450 PS-Zodiac, mit Platz für 18 Personen, was uns freut, denn so sind wir beinahe unter uns und große Menschenaufläufe sind daher nicht zu erwarten... Was glücklicherweise für die Pinguine nicht gilt, DENN:
Man höre und staune, die Kolonie ist nämlich eigens für den Besuch der viventura-Aktiv-Gruppe umgekehrt und seit einigen Tagen wieder auf der Insel Magdalena und im umliegenden Pinguinreservoir?! Manche nennen es Glück, andere: Wenn Engel reisen...;-) Nach altbewährtem Prinzip waren wir ja von schlechtem Wetter und wenig Pinguinen ausgegangen, doch wie eigentlich fast immer trat das Gegenteil ein, und es waren etwa 15.000 Pinguine auf der Insel, plus Kormorane, Seelöwen und Möwen, und dazu reichlich Wind und Sonne!
Durchgefroren und durchgeschüttelt beenden wir unsere Tour und drehen vereint in schöner Gruppentradition das heiße Wasser der Duschen auf...... uff, war das kalt!
Zwei Tourteilnehmer unternahmen die Pinguintour auf terra firme, nämlich zum Otway-Fjord und berichteten von 30 Pinguinen, Magellangänsen und ebenfalls kaltem Wind.
Am Abend ließen wir in gemütlichem Ambiente mit sehr gutem Essen noch einmal die Highlights der letzten 3 Wochen Revue passieren. Morgen bleibt uns noch der Besuch des Friedhofs von Punta Arenas sowie der Flug nach Santiago.
Spruch des Tages: