Unsere Reiseteilnehmer mit ihrem Tourguide starten ihr Abenteuer am 11.03.2009. In diesem Reisetagebuch schildern sie ihre Erfahrungen die sie während ihrer viExplorer Reise durch Chile gemacht haben. Möchten Sie Ihre eigenen Erfahrungen machen? Lernen Sie unsere Auswahl an Rundreisen kennen!

Reisebericht | Tour vom 11.03. - 02.04.2009

Reiseleiter dieser Tour: Kathrin
"Wenn Engel reisen... Diesen Spruch von Euch habe ich mir für die Startseite des Tagebuchs aufgespart, denn: Unser Wetter hat uns auch recht spät im Jahr nicht im Stich gelassen. Weder bei der eindrucksvollen Bootsfahrt auf dem Carrera-See, noch bei der zuerst noch vagen Tour zu den Tatio-Geysire, wegen der starken Regenfälle nur 2 Tage zuvor, noch bei Marcela und während unserer Wanderung zu den Fossilien, und auch nicht bei der fantastischen Fahrt an der Abbruchkante des Greygletschers. Ich hoffe Ihr denkt oft und viel an Chile zurück, viel, viel Glück und viel Spaß beim Sortieren der unzähligen Fotos;-)."
1
11.03.2009
Mittwoch | Punta Arenas
Am letzten Abend unserer Reise läßt sich viel einfacher ein Motto für die kommenden 3 Wochen finden, als gaaanz zu Beginn.

Geografische Extreme, eine der trockensten Wüsten der Welt gefolgt von bunter Boheme-Kultur in Valparaíso, abgerundet durch unglaublich gutes Wetter in Nordpatagonien und einen Querschnitt durch Südpatagonien warten auf Euch!

Tiefblaues Gletschereis kontrastiert die Terracotta-Töne der Atacama, vielfach vor azurblauem Himmel, und in der Regel mit viel guter Laune: Das sind die Ingredienzen dieser schon beinahe-Herbst Reise durch Chile.

Rundreise Südamerika
Rundreise Südamerika
- Flugtag
2
12.03.2009
Donnerstag | Santiago
Da seid ihr nun!!! 11 an der Zahl, wie auch die verplanteste Reiseleiterin auf dem Weg nach Santiago vom Flughafen irgendwann zu Ihrem Leidwesen feststellen muss, es fehlte jemand!!! Herzlich willkommen!!

Alles hat sich geklärt- wir hatten trotzdem einen intensiven, heißen, verschwitzten ersten Tag auf eurer Chile-Entdeckungstour!!

Über den Dächern Santiagos ließ es sich am freiesten atmen, fandet ihr, oben auf dem San Cristobal-Berg... gute 30°C Temperaturunterschied zwischen Deutschland und Chile machen den Ankunftstag auch ein bisschen anstrengend.

Neben allerhand musikalischer Darbietungen, mehr oder weniger Euer Geschmack?- gab es vor allen Dingen einen Blick auf die Metropole Santiago, eine Millionenstadt in dem immer noch dünn besiedelten Land Chile. Präsidentenpalast, ein typisches Café, die Kathedrale, San-hattan um nur einige unserer Fixpunkte zu nennen.

Das gemeinsame Abendessen im Bohémeviertel Bellavista hat die Stimmung dank Besuch des chilenischen viventurabüros gründlich aufgelockert, jetzt wissen wir schon mal, wer lieber Weiß, oder Rot, oder Pisco oder/und trinkt- das sind wichtige essentials....;-) Morgen früh geht es dann in die Atacama-Wüste!

Spruch des Tages:
Beeeeeeeeesame, besaaameee muchooooooo! Ihr wisst was gemeint ist?? Ungeachtet dessen ob man nun Verfechter oder Gegner dieses Stück kosmopolitischen Liedguts ist, es war zweifellos der Song für heute und hat uns auf Schritt und Tritt verfolgt.
Rundreise Südamerika
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- 2 h
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13.03.2009
Freitag | Santiago-Calama-Chuquicamata-San Pedro de Atacama
Nach kurzer Nacht nehmen wir sehr früh morgens den Flieger nach Calama, der Minenstadt in Nordchile. Dort angekommen mussten wir noch ein wenig auf unseren Fahrer warten.

Diese Zeit haben wir prima mit Kaffee, heißer Schokolade oder Tee überbrückt. 1h Stunde später waren wir dann schon auf dem Wege in den größten Kupfertagebau der Welt, die Mine Chuquicamata... Auch hier üben wir uns einen Moment in Gedult, aber werden dafür auch mit einer Sprengung um 13h belohnt, die eher selten auf der Tagesordnung stehen und interessante Einblicke in die Logistik der Mine geben.

Unsere Logistik sieht nach diesem Programmpunkt erstmal eine Stärkung vor, und die nehmen wir in einem typisch chilenischen Lokal ein, wo auch die Arbeiter des Gemüsegroßmarkts zu Mittag essen. Hier kann man Leckereien wie Ensalada Chilena (Tomate, Zwiebel, Koriander) oder Cazuela (Eintopf mit Kartoffel, Kürbis und Fleisch) probieren.

Nach kurzem Stop-over in unserem Hotel sind wir wieder unterwegs, diesmal in der Salzkordillere und im Tal des Mondes. Ein wahnsinns-Sonnenuntergang heißt uns in der Atacama-Wüste willkommen, dazu ein eiskalter Pisco Sour...noch besser!

Spruch des Tages:
Warten macht schön!
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- 2 h
- 3 h
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14.03.2009
Samstag | San Pedro de Atacama
Heute morgen hatten wir Gelegenheit ein wenig das tolle Ambiente unseres Hotels beim Frühstück auf der Terasse zu genießen, wir saßen dort im Schatten alter Johannesbäume und genossen das erste Tageslicht der Wüste.

Kurz drauf brachen wir zur Exkursion an die Hochlandlagunen Miscanti und Meñiques auf. Den ganzen Tag über bot sich uns pure Kontraste: Die Weite und die Schroffheit der Salzwüste mit den Flamingos kontrastiert perfekt die üppige Vegetation des Altiplano mit seinen türkisgrünen Lagunen und goldgelben Steppengräsern. Das alles natürlich vor intensiv blauem Himmel, zum Nachmittag hin garniert mit Schäfchenwolken.

Nach idyllischem Picknick an der Meñiques-Lagune und der Feststellung dass chilenischer Rotwein über 4000m noch besser schmeckt als ohnehin, besuchten wir noch die beiden Dörfer Socaire und Toconao.

Toconao beeindruckt durch seine Fruchtgärten mitten in der Wüste, die durch Süßwasser beinahe jede Art von Obst und Gemüse, sogar Weintrauben und Quitten produzieren können. Feigen und Trauben konnten wir dann noch bei Señora Luisa kosten, bevor es zurück nach San Pedro de Atacama ging, wo alle den Abend gemütlich ausklingen ließen...natürlich, wie könnte es anders sein bei einem Pisco Sour!

Spruch des Tages:
Gibt es da auch Alkohol? alternativ: Da gibt es doch sicher auch Pisco Sour??!!
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- 5 h
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15.03.2009
Sonntag | San Pedro de Atacama
--- Baden und kaltes Wasser zum Trinken!

Zwar konnten wir wegen der Zeitverschiebung hier in Chile 1h mehr schlafen, aber 4.30 Uhr ist und bleibt früh am Morgen!!;-) Aber es lohnt sich, und davon sind auch nach einigen Strapazen alle überzeugt.

Das Altiplano empfängt uns mit Schneetupfen und weißen Gipfeln, ein seltener Anblick in diesem Teil der Hochanden, durch das trockene Klima und die seltenen Niederschläge. Herrliche Kontraste für unsere Foto-Freunde-viel-Fotografierer....;-) Außerdem ist windstill, so dass wir schön die Fumarolen der Geysire sehen können. Salze, Algen, Bakterien und Mineralien zaubern ein faszinierendes Farbspiel auf die Sedimentterassen der Geysire und die Vielfalt der geothermalen Aktivität ist außergewöhnlich.

In Machuca konnten wir Lama und Empanadas mit Käse probieren, bevor wir unsere Tour in den herrlich gelegenen Thermen von Puritama mit einem entspannenden Bad beenden. Puritama, bedeutet die warmen Wasser, und so räkeln wir uns in 33° warmen Wasser in einer mit Schilf und Kakteen bewachsenen Schlucht auf 3000m Höhe.

Spruch des Tages:
Noch 3h bis zum nächsten Klo!
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- 5 h
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16.03.2009
Montag | San Pedro d.A.-Calama-Santiago-Valparaíso
6.15 Abfahrt von San Pedro de Atacama nach Calama. Ist das jetzt früh oder ausschlafen? Frühstück aus der Tüte, im Bus und in den Varianten: mit Getränk, ohne Brot, oder mit Müsliriegel. Wer Glück hatte, bekam alles;-).

Restlicher Schlaf auf dem Flug nach Santiago und im Bus, nur unterbochen von Gepäckausgabe und Mittagessen. Nach diesem leckeren chilenischem Imbiss fuhren wir weiter nach Viña del Mar. Es wurde von Kilometer zu Kilometer grüner und kühler ein willkommener Kontrast zu den Farben und der Hitze der Wüste. Nach kurzer Stadtrundfahrt und erstem Blick auf den Pazifik ging es weiter nach Valparaíso. Vor unserem Stadtrundgang bezogen wir unser historisches Hostal mit 3 Eingängen und vielen Zimmern auf mehreren Ebenen- und dann kam Vicky, der temperamentvolle lokale Guide mit Feuer und Spaß und viel, viel Liebe zu ihrer Stadt brachte sie uns diese nahe.

Während des Rundgangs mutierten wir zu japanischen Touristen und schossen ca. 50.000 Fotos- und es stand immer einer im Weg;-) Ein liebenswertes Chaos aus bunten Häuser, Grafitties und Fahrstühlen wird uns in Erinnerung bleiben. Die Stimmung fand ihren Höhenpunkt in der Hafenkneipe La Playa bei einer bereits liebgewordenen Gewohnheit- Pisco Sour!!! Mittlerweile ist es erklärtes Neben-Ziel unserer Reise den besten Pisco Sour Chiles zu küren.... defintiv to be continued. Unser Abend klang bei Wein, Bier, Knoblauch und lokalen Spezialitäten im Café Vinilo fröhlich aus. (Tourteilnehmerinnen Julia, Gaby, Anja und Isabell)

Spruch des Tages:
Holadrioo- Oder: Wer zu spät kommt muss bezahlen;-)
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- 2 h
- 3 h
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17.03.2009
Dienstag | Valparaíso-Viña del Mar-Isla Negra-Santiago
Heute morgen kommen wir in den Genuss eines echt-klasse Frühstücks... wir sitzen in einer Art Bar und lassen uns mit Kaffee (sogar mit Crema), Früchten, frischem Brot selbstgemachte Marmeladen und gekochten Eiern verwöhnen. Derart gestärkt sind wir alle gut drauf und fahren los Richtung Isla Negra.

Dort angekommen bekommen wir eine Führung durch das Haus des Literaturnobelpreisträgers Pablo Neruda, das direkt am Pazifik gelegen ist, total genial!! Auch im Inneren sind wir beinahe einhellig der Meinung, wir könnten eigentlich direkt einziehen...

Im Anschluss fahren wir nur wenige Kilometer weiter an einen Strand, wo strategisch günstig ein Restaurant gelegen ist, mit allem Im Angebot, was es Gutes aus dem Meer gibt. Einige probieren Empanadas, andere versuchen Fischsuppe oder Eintopf.

Danach geht es weiter ins Landesinnere in Richtung Isla de Maipo auf ein Weingut, wo uns ein gewöhnungsbedürftiger chilenischer Entertainer nebst brasilianischer Peer-Group durch die Gärten und die Keller führte. Nach einer Verkostung schwingen wir uns wieder in den Bus und fahren zurück nach Santiago.

Der Abend wurde noch lustig, da Hotel und andere edle Spender die Gruppe mit Gutscheinen für Pisco Sour versorgten.

Spruch des Tages:
Gibts noch mehr Pisco-Gutscheine??? Die Gruppe lässt sich von unterschiedlichen Wirten auf insgesamt 30 Piscos einladen, mit List und Geschick....
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- 2 h
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18.03.2009
Mittwoch | Santiago-Unterwegs
Nach einem entspannten Vormittag zur freien Verfügung und Einkaufstouren oder auch einfach mal Ausspannen treffen wir uns um 12.30 um alle zusammen in das Andental Cajon del Maipo zu fahren. Schon allein die lange Fahrt dorthin verdeutlicht die Ausmaße Santiagos noch einmal, wir fahren und fahren, immer ist der Verkehr dicht und leider war die Sicht auf die Andenkordillere gar nicht gut, Smog versperrt uns die Sicht auf die hohen, schneebedeckten Gipfel.

Im Cajon herrschen angenehme Temperaturen, es weht ein leichter Wind, es ist grün und überall arbeiten Menschen auf dem Feldern, uns kommen einige Reiter entgegen und an jeder Ecke werden Honig oder Marmeladen zum Verkauf angeboten.

Wir setzen unsere Tour weiter fort und besuchen das Sozialprojekt in Puente Alto, ein offenes Haus für Kinder von 4-16 Jahren. Luis, der Psychologe des Projekts gibt uns eine Einführung und berichtet über die Geschichte des Hauses. Danach schauen wir uns einen Workshop der Kinder zu Theater und Zirkus an, und sind vor allem beeindruckt vom Umgang der Kinder unter einander, alle haben Spaß keiner wird ausgegrenzt.

Am Abend besuchen wir gemeinsam ein Restaurant und probieren Pisco Sour mit Ingwer eine sehr erfrischende Variante des in unserer Gruppe allseits beliebten Getränks. Spät in der Nacht besteigen wir den Nachtbus nach Pucon.

Spruch des Tages:
Zieh mal Dein Gesicht aus! Nach Aufforderung aus Deutschland stellen wir Meike jetzt immer in den Bildvordergrung ohne Brille und Mütze, damit man sie gut sieht!
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- Fahrtag
- 2 h
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19.03.2009
Donnerstag | Pucón
Die Busfahrt in der fahrenden vollklimatisierten Tiefkühltruhe mit Panoramafenstern entpuppte sich als Schwitzkasten. Nach Gabys persönlicher Skala war die Fahrt nicht nur heiß sondern schweineheiß. Gegen 10h kamen wir in Pucón an und wurde von dem Naturburschen German abgeholt.

Nach einem ausgiebiegen Frühstück mit echtem Saft (ohne 3kg Zucker), echtem Kaffee und frischem Obst fuhren wir zum Vulan Villarica um die Vulkanhöhlen zu besichtigen. Germans Bruder Fernando gab uns eine Einführung in die Vulkankunde und führte uns danach in die Höhlen unterhalb des Villarica. (Gaby: Er hatte Augen wie Falk.)

Nach kurzer Erfrischungspause fuhr ein Teil der Gruppe zum Rafting. Dazu mussten wir uns umziehen.... Erkenntnis: Ein zu großer Neoprenanzug fördert Speckfalten zu Tage, die man vorher nicht hatte ;-). Die straff angepasste Schwimmweste teilte diese dann wieder und eine etwas verzerrte Idealfigur war wieder hergestellt.

Smooth ging es ins Wasser, und durch die erste Stromschnelle Kategorie 1.Danach kenterte Boot Nr. 2 in der berühmt-berüchtigten Teufelsschlucht auf Kommando, aufgrund einer permanenten Links-Rechts-Schwäche der Besatzung blieb Boot 1 dieses Debakel erspart. Nach einem irren Ritt über den Fluss stiegen wir vor Stromschnell Kategorie 6 aus und sprangen nach Quer-Wald ein 4-5m tief in den "reißenden Fluss". Auch das Nebenziel unserer Reise verloren wir nie aus den Augen, denn am Ende unserer Reise erwartete uns ein Pisco Sour. Am Ziel angekommen vertauschten wir den Neoprenanzug mit trockenen Klamotten, was K. aus H. zu unserem Spruch des Tages inspirierte:

Spruch des Tages:
Ihr braucht keinen BH Denn in der Eile des Aufbruchs war der im Hostal liegen geblieben und nicht nur bei einer sondern bei 4ren....
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- 1 h
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20.03.2009
Freitag | Pucón
Heute splittet sich unsere Gruppe, einige besteigen den Villarica-Vulkan, andere machen eine Tour durch die schöne Umgebung Pucóns. Die Bergsteiger kommen weiter unten zu Wort:

Nach einem späten Frühstück (8.30!!) brechen wir gegen 9.30h mit Mario unserem Fahrer Richtung Currarehue auf. Auf Höhe von Palguín nehmen wir eine Schotterstraße in den dichten Mischwald hinein. Dies ist eine völlig andere Welt als im Tal, wo eher Weiden, Kühe und der Fluss das Bild dominieren. Ab und an kommt uns sogar ein Ochsengefährt entgegen und man fühlt sich in eine andere Zeit hinein versetzt.

Mitten im Wald unternehmen wir 2 kleine Spaziergänge zu den Wasserfällen El Leon und La China. Obwohl um diese Jahrezeit der Wasserstand am niedrigsten ist, ist die Menge beachtlich die zwischen 70 und 90m hinabstürzt. Nach einem Besuch des Museums "Traditionen der Mapuche" in Currarehue essen wir in einem kleinen Lokal zu Mittag, wo uns Spezialitäten serviert werden: Mit Pilzen gefüllte Empanadas, Merquén (das geröstete, scharfe Gewürz der Mapuche) und Piñones, die Früchte der Auraukarie probieren wir hier. Am Nachmittag sind wir wieder zurück in Pucón. Die "Bezwinger" des Villarica: (2 Männer! 5 Frauen und amerikanische Freunde aus unserem Hostal (chicas) nach einem kurzen Frühstück stimmen wir uns gemeinsam auf die Herausforderung des folgenden Events ein... der Aufstieg auf den Villarica. excellent eingewiesen durch unsere Guides nehmen wir den Lift südamerikanerischer Prägung in Angriff. (jeder deutsche tüv würde die Augen verdrehen...) Aber das war es wert. Danach Einweisung in den Weg und die hohe Schule des alpinen Wanderns, gehts los... über Geröllstrecken und eine atemberauende ( und zeitraubende) Gletscherstrecke erreichen wir den letzten Checkpoint vor dem Gipfel. Problemlos und mit grosser Freude auf das sind alle kurz vor dem Gipfel.... und dann der Krater!!! was für ein Anblick, was für ein Gefühl,... unbeschreiblich und auf jeden Fall eine Empfehlung für alle folgenden Gruppen. das muss man erleben und fühlen. Und dabei hat wirklich auch alles gepasst: die Gruppe, das Wetter, die Guides und der Vulkan hat auch mitgespielt. Ein kurzer Blick nach Argentinien und in auf den Lanìn und dann auf dem Hosenboden ins Tal. Heldenhaft wurden die Mädels ins Tal geschoben und bei einem gemeinsamen Asado am Abend haben wir einen für jeden einmaligen Tag beschlossen.

Am Abend lassen wir uns alle zusammen ein Asado, also Fleisch vom Grill mit Salaten und Beilagen, und natürlich chilenischen Wein schmecken.

Spruch des Tages:
Julia: ich muss zunehmen, sonst rutsch ich nicht; Klaus und FrankG: wir ham` sie rauf und wieder runter gebracht: Alle: Geil!!!!
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21.03.2009
Samstag | Pucon
Nach einem typischen chilenischem Asado, Fleisch vom Grill mit Salaten, Kartoffeln & Pebre schläft es sich entweder wie ein Stein oder wegen übervollem Bauch gar nicht gut. Übereinstimmend fanden wir, alles war lecker, aber Choripan (Brot und geräucherte Wurst) allein hätte manchem auch schon gereicht. Die Mengen an Fleisch waren überwältigend, da müssen wir wohl noch etwas üben um zum chilenischen Durchschnitt aufholen zu können...? Was den Konsum von Pisco Sour angeht halten wir eigentlich alle ganz gut mit.

Wir sind ja nun eine viActive-Gruppe und daher schon von Natur aus allen Aktivitäten gegenüber aufgeschlossen;-) (Pisco Sour oder Wein trinken vor allem...?)Heute geht es daher für 6 von uns schon mal Probehalber aufs Pferd bevor in Nordpatagonien dann der Wanderausritt auf dem Programm steht. Alejandra holt uns gegen 9h vom Hostal ab, und schon bald fahren wir über Schotterpisten am Fluss Trancura entlang durch die ländliche Umgebung von Pucon. Die Farben sind um diese Jahreszeit faszinierend und changieren zwischen tiefgrün, langsam in rot-gelb tendierend und Brauntöne, alles vor tiefblauem Himmel mit Schäfchenwolken. Auf dem Rancho warten schon unsere Pferde, aufgesattelt auf uns und nach einer kurzen Stippvisite auf dem Plumpsklo (ein bisschen nervös macht die Aussicht sich an 400kg auf 4 Beinen auszuliefern, eben doch) und einer kurzen Einführung von Mathias sitzen wir bereits alle auf und los gehts...! Alles klappt prima und so wagen wir schon bald die ersten Trabschritte und bald auch einen Galopp. Die lockere Stimmung reißt jeden Anfänger aus seiner Nervosität und alle genießen diese Erfahrung, wenn auch mit schmerzenden Po oder Ziepen in den Beinen. Nach einem Picknick kehren am Ufer des Trancura-Flußes zurück und lassen uns zurück im Hostal ein improvisiertes Mittagessen im Garten schmecken.

Abends fahren wir gegen 7 los zu den Thermen Los Pozones, die etwa in 30km Entfernung von Pucon liegen. Die etwas müde Stimmung und das eine oder andere Zipperlein durch unsere vielfältigen Aktivitäten zu Land (Vulkanbesteigung), zu Wasser (Rafting) und in der Luft (naja, zumindest 1,50 über der Erde auf dem Pferd) lockert ein Pisco und ein Picknick an den 40°C heißen Thermen schnell auf. Gegen 11h erreichen wir unser Hostal und fallen entspannt ins Bett.

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22.03.2009
Sonntag | Pucon-Valdivia-Puerto Varas
Eigentlich wollten wir schon um 8:00 unterwegs sein... Chilenische Hostals funktionieren anders... Könnten wir das Frühstück vielleicht eine 1/2, dann schließlich eine ganze Stunde nach hinten verschieben...? Okay, eine Stunde mehr Schlaf hat noch nie geschadet, schon gar nicht im Urlaub.

Wir erreichen Valdivia kurz vor 12h und fahren direkt weiter zum Fort Ñiebla in der Corralbucht, wo der Calle-Calle-Fluss in den Pazifik mündet. Eine tolle Gegend: Soviel Wasser, man verliert leicht die Übersicht welchem Fluss man gerade entlangfährt, wir befinden uns ja schließlich auch in der Region der Flüsse! Nach sehr ausführlichen Erläuterungen des Guides im Fort wieviele Kanonen in welcher Stellung wie weit schießen konnten;-) fährt uns unser Fahrer Nelson zurück nach Valdivia, wo wir nun auf`s Boot steigen und die Insel Teja umfahren, dabei sehen wor Kormorane und Schwarzhalsschwäne und geniessen die Sonne und die leichte Brise. Wir kommen in die Gebiete die beim grossen See-und Erdbeben von 1960 überflutet wurden und können die Ausmasse dieser Katastrophe ein wenig nachvollziehen.

Nach einem Mittagessen mit Lachs, Pullmay (Kartoffeln, Muschlen, Huhn, Bühe und Schweinefleisch) setzen wir unser Sonntagsprogramm mit einem kleinen Bummel durch Valdivia, Eisessen und Schokolade einkaufen in der berühmten Chocolaterie Entre Lagos fort. So darf auch eine eiskalte "chela" (Glas Bier" in der traditionsreichen Brauerei Kunstmann nicht fehlen... Manch einen irritiert die Euphorie für deutsche Kultur und Traditionen (erschöpfen sich allerdings in Masskrug, Bierfest und Volkstümlichkeit) ein bisschen...

Rundreise Südamerika
Rundreise Südamerika
- 6 h
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23.03.2009
Montag | Puerto Varas-Balmaceda-Villa Cerro Castillo
Aufwachen im Zimmer um 8.00 Uhr mit blankem Entsetzen – Nebel! Die Optimisten schmieren sich dennoch Sonnencreme ins Gesicht – und sollten Recht behalten. Kaum 10 Minuten unterwegs, scheint die Sonne uns wieder ins Gesicht. Der Lago Llanquihue vor uns, der Vulkan Osorno im Hintergrund – genau das richtige für die Fotofreaks unter uns. Die Landschaft und einige der Häuser erinnern uns stark an die Heimat – kein Wunder denn die Region ist seit 1848 das Auswander-Eldorado für Deutsche.

Am Fuße des perfekt geformten Vulkans (analog zum Villarrica) besuchten wir die Stromschnellen von Petrohue – Mitten im Grünen – und den Lago Todos los Santos; alles wunderbare Fotomotive!

Nach einem kurzen Flug über rauchende Vulkane ließen wir die Region hinter uns zurück und kamen in der „Weltstadt“ Balmaceda an und wollten uns für die nächsten 5 Tagen mit dem Notwendigsten (Bier, ....., Wasser) ausrüsten. Doch weit gefehlt! Mit Empfehlung des Busfahrers hielten wir am ersten Supermarkt an. Unter Aufbietung unserer Kräfte erreichten wir es, dass der Ladenbesitzer mit zerzausten Haaren und verstörtem Blick die Türe öffnete. Eine 12-köpfige Touristenschar scannte innerhalb von 10 Sekunden das Warensortiment und stellte fest: Hier jibbet nix! Nächster Supermarkt: Alles vorhanden – leider zu... Dritter Supermarkt: Endlich! Kati ging hinten rein und kam vorne wieder raus – und schon war der Laden offen. Bedürfnisse befriedigt und dann ging es durch eine wunderschöne Landschaft zu einem malerischen Aussichtpunkt („Ohhh ahhhh!“)

Endlich bei Mary angekommen: Gemütlichkeit, Herzlichkeit und Gastfreundlichkeit auf engstem Raum. Den Abend läuteten wir gemeinsam mit einem knusprigen patagonischen Asado-Lämmlein und diversen Weinflaschen ein und ließen ihn bei Mary mit diversen Bieren auf dem Sofa vor dem Kamin und mit sabberndem Kuschelkater ausklingen (damit waren die 5 Tage Vorräte schon am ersten Abend aufgebraucht...).

Spruch des Tages:
Lasst uns doch noch gemeinsam um die Häuser ziehen. (Hinweis: Es gibt nur gefühlte zwei Häuser im gesamten Tal...)
Rundreise Südamerika
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- 2 h
- 1 h
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24.03.2009
Dienstag | Cerro Castillo-Puerto Rio Tranquilo
Nach morgendlichem kurzem Stau vor den Duschen, und typischem patagonischem Frühstück bei Mary (Sopaipillas, Alfajores, Marmeladen und Brot vom Holzofen) machen wir uns zum Wanderausritt mit Don Felidor und Loreto auf. Optimistisch gestimmt packten wir auch heute die Sonnencreme aus... aber auch Reiseleiter haben einmal recht: Auf Sonnenschein folgte Bewölkung und dann sanfter Regen, was aber unserer Stimmung keinen Abbruch tat. Durch patagonischen Ñirre-Wald, der Gletscher lieferte die donnernde Geräuschkulisse, ließen wir uns beeindruckt durch die Landschaft von unseren Vierbeinern tragen.

Leider ist diese Idylle durch den geplanten Bau von Staudämmen und Überlandstarkstromleitungen stark gefährdet, was auch die Einwohner in ihrem Lebensraum und den lokalen Tourismus bedroht.

In straffem Galopp steuerten wir auf die Felsmalereien Paredon de las Manos zu. Dort angekommen führte uns der bezopfte Alexis aus Santiago an die Felswand und erklärte uns anschaulich die Bedeutung und den Ursprung der Handabdrücke und deren Bedrohung durch Umwelteinflüße (UV-Licht und Erosion) sowie Vandalismus. Was auffällt: Für einige mögen diese Zeitzeichen unbedeutend oder unspektakulär sein, dennoch sollte man den kulturgeschichtlichen Wert für die Bewohner und die Identität ihrer Bewohner wertschätzen.

Mittlerweile hat uns das patagonische Klima endgültig eingeholt und unsere Weiterfahrt entlang des Río Murta und an den See General Carrera verläuft im Regen und Nebel. Total magisch!!!

In Puerto Río Tranquilo bullert schon der Holzofen, auch hier passiert die obligatorische Invasion in den nächsten Supermarkt zum Auffüllen der (alkoholischen;-)) Bevorratung. Gemütlich lassen wir den Abend ausklingen. nach einem köstlichen Abendessen.

Spruch des Tages:
Patagonien: Diese Stille...
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25.03.2009
Mittwoch | Puerto Rio Tranquilo-Bahia Catalina
Nach unserer gestrigen Nebelfahrt am Ufer des Carrera-Sees hat es über Nacht aufgeklart- und die Sonne scheint, der Himmel ist blau, und alle Farben leuchten um die Wette. Perfekte Bedingungen für unsere etwa 2h-Bootsfahrt zu den Marmorhöhlen. Ausgestattet mit Regenhose, Poncho und Schwimmweste besteigen wir zwei Boote (Nusschalen) und nehmen langsam Fahrt auf. Alle Wettergötter Patagoniens sind mit uns, wir haben ausgezeichnete Fernsicht, das Wasser ist unglaublich türkisblau und der Wind ist nur eine kleine Brise. Auf dem Wasser in einem relativ kleinem Boot kommt einem ersteinmal zu Bewusstsein, wie immens groß der Carrera-See ist, auch unter Berücksichtigung dessen, dass man eigentlich nie die gesamte Ost-West-Achse sehen kann, immer nur in die nächste oder übernächste Bucht hinein.

Wind- und Wassererosion haben in den komprimierten Kalk (Marmor) Höhlen und labyrinthartige Gänge hinein geschliffen, in die unser Kapitän uns teilweise hineinnavigiert. Die Formationen des Marmors erinnern an Deckengewölbe oder die Architektur gotischer Kathedralen. Durch Verbindung von Wassers, Himmels und des sich langsam herbstlich verfärbenden Laubs der patagonischen Wälder entsteht eine einzigartige Kollage aus Farben und Formen.

Ein Highlight ist sicherlich die sogenannte Kathedrale, ein Inselchen aus Marmor das man mit den Booten durchfahren kann. Von hier treten wir die Rückfahrt an, mittlerweile hat der Wind aufgefrischt- gleichermaßen zu Freude und zum Leid mancher Tourteilnehmer. Vom Ufer aus glaubt man gar nicht, wie heftig die Wellen auf dem See ausfallen können. Wir werden hin und her und auf und ab geworfen, akustisch untermalt mit huuu und haaa und ohhhh. Total genial. Herwig stiftete den Sekt mit dem wir unseren 1. Seegang begossen, nachdem wir wieder terra firme unter den Füßen hatten.

Von Puerto Rio Tranquilo fuhren wir nach kurzer Stärkung weiter nach Bahia Catalina, wo wir drei traumhaft gelegene Cabañas bezogen, allesamt mit Holzofen ausgestattet, rustikal und gemütlich. Nach einem wunderschön angerichteten und von Panchita liebevoll zubereitetem Abendessen genießen wir alle die Gemütlichkeit am wohlig warmen Holzofen.

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26.03.2009
Donnerstag | Puerto Guadal
Irgendwie scheint man Höhe und Zeit in Chile (oder vielleicht auch nur in Patagonien?) anders zu messen als in Europa?? Jedenfalls weicht jede Höhenangabe oder Zeitangabe untereinander stark ab. Mal sind es 600 Höhenmeter die wir bei unserer Wanderung zu überwinden haben, mal nur 200 und 400 würde uns der Bus fahren, mal dauert die Wanderung 1,5h mal 3h. Selber machen macht klug und wie so oft lagen unsere Ergebnisse auf der Mitte, 2h Aufstieg und 1,5h Abstieg, ca. 500 Höhenmeter bis zum Erreichen des Felsplateau.

Langer Zahlen kurzer Sinn;-) die Wanderung war anstrengend aber traumhaft was die Gegend und die Aussicht anbelangte. Zuerst fuhren wir etwa 40 min bis zum Beginn des Weges und ließen den See unter uns im Tal zurück. Etwa auf 800 Höhenmeter begannen wir unseren Aufstieg, wir durchquerten Wälder und Wiesen, die als Sommerweiden dienen. Der Wald war dicht und still, die Bäume teilweise in grüne Fäden eingesponnen, einen Pilz der auch als Indianderbart bezeichnet wird. Etwas weiter oberhalb beginnt der Lenga-Wald, eine Buchenart die sich im Herbst leuchtend rot verfärbt und vorrangig an der Baumgrenze zu finden ist. Das Hochplateau erreichen wir über eine Hochweide und da wir exzellentes Wetter haben, können wir sogar den San Valentin-Gletscher sehen, der mir 4000m einer der höchsten des nördlichen Inlandeises ist.

Auch diesen Abend beschließen wir am offenen Kamin bei einem 4-Gänge-Menü.

Rundreise Südamerika
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- 7 h
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27.03.2009
Freitag | Puerto Guadal-Coyhaique
Schon nachts setzt ein intensiver Regen ein, der uns die 230km bis Coyhaique auch nicht mehr verlassen sollte. Gemütlich wenn es so auf die Dächer prasselt. Auf der Schotterstraße Carretera Austral war es dann allerdings nicht mehr so malerisch... denn die verwandelt sich schnellstens in eine Piste aus Schlaglöchern, Pfützen und spritzenden Kies. So rumpeln wir etwa 40km/h schnell oder langsam gen Norden... mit Stop bei Mary in Villa Cerro Castillo, wo wir uns ein ländliches Mittagessen (Estofado= Eintopf aus Fleisch, Kartoffeln und Möhren) frischen Salat und Bratäpfel zum Nachtisch schmecken lassen.

Die Atmosphäre bei Mary ist einfach klasse, total gemütlich an Holzofen oder offenen Kamin, inklusiv sabbernden Schmusekater ließ es sich gut aushalten und aufwärmen. Wir stellen fest, die Lenga-Bäume haben sich in nur drei Tagen intensiv rot gefärbt und die Stimmung über dem Castillo-Massiv wirkt bei Nebel und Wolken sehr herbstlich. Die verbleibenden 95km nach Coyhaique vergehen auf asphaltierter Straße wie im Fluge und wir erreichen, immer noch im strömenden Regen die Provinzhauptstadt gegen 16.30.

Am Abend bummeln wir ins Zentrum und besuchen die Koordinationsstelle der Staudammgegner, "Patagonia sin represa", wo uns der Deutsch-Chilene Peter eine kleine, etwas konfuse Einführung in die Thematik gibt. Zwei herrenlose schwarze Hunde beleben diesen kleinen Vortrag nachhaltig.

Wir setzen den Abend bei der nicht sehr empfehlenswerten Mischung von Irish Coffee und Pisco Sour (immer noch zumindest rudimentär ein Nebenziel der Reise) im Café Ricer fort, und räkeln uns noch einwenig vor dem Holzofen im Hotel.

Spruch des Tages:
Patagonia—sin represa!! Keine Staudämme in Patagonien!
Rundreise Südamerika
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- 1 h
- 3 h
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28.03.2009
Samstag | Coyhaique-Punta Arenas-Puerto Natales
Regen........! Nach einem individuellem aber gleichermaßen „faul“ verbrachtem Morgen in Coyhaique bei Kaffee oder Kakao und Kuchen, Shoppen und Briefmarken kaufen, Postkarten schreiben setzen wir mittags unsere Reise fort und fahren 55km von Coyhaique nach Balmaceda zum Flughafen.

So ein Unterschied zwischen der patagonischen Steppe und den Bergen: Die Weite der Steppe gegen die grüne Wilde der Berge mit ihrem Wasserreichtum. Bevor wir an Bord gehen bläst uns ein kräftiger Wind beinahe von der Fahrtreppe am Flughafen... und dann sind wir schon in der Luft Richtung Punta Arenas. Ein kurzer Blick bei sonst durchgehender Bewölkung erhaschen wir noch aufs patagonische Inlandeis und landen bei frischen 9°C in der südlichsten Stadt des chilenischen Festlandes, Punta Arenas an der Magellanstraße. Von dort aus nehmen wir den Linienbus nach Puerto Natales, am Fjord der Letzten Hoffnung.

Schon in der Dunkelheit beziehen wir unser Hostal, treffen letzte Vorbereitungen für unsere 2-Tagestour in den Nationalpark Torres del Paine. Wir beschließen den Tag individuell entweder mit einer echt chilenischen Pizza oder in einem gemütlichen, kleinen Restaurant an der Plaza mit vegetarischer Karte und lokalem Bier und freuen uns auf ein weiteres Highlight, nämlich die Torres del Paine.

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29.03.2009
Sonntag | Puerto Natales-Refugio Grey
Wir brechen gegen 8:00 mit Kurs auf den Nationalpark Torres del Paine auf, die Rucksäcke mit Patagonien-tauglicher Kleidung sind gepackt! Was bedeutet patagonien-tauglich? Nun: windabweisend, wasserfest, atmungsaktiv, leicht... alle diese Outdoorschlüsselqualitäten kommen hier endlich mal zum Einsatz. Wir fahren bei strahlendem Sonnenschein auf eine graue Wolkenmasse zu...huh, wollen wir da wirklich hin??

Aber: 4 Kondore geben sich am Sarmiento-See ein Stelldichein, Guanakos sehen wir zu Hauf und sogar ein kurzer Blick auf die Torres ist uns gegönnt, zwar halbversteckt in den Wolken, aber immerhin! Am Anleger Pudeto wartet schon der Katamaran und bei heißem Tee, Kakao und Kaffee setzen wir über den türkisen Pehoé-See Lodge Paine Grande.

Dort angekommen beginnen wir eine 4-stündige Wanderung zum Grey-Gletscher am gleichnamigen See. Der Grey-Gletscher gehört zum südlichen Inlandeis, das eines der großen Trinkwasserreservoirs der Erde ist. Schon bald haben wir erste Ausblicke auf tiefblaue Eisschollen, die den See hinuntertreiben und uns einen kleinen Eindruck vom Gletscher vermitteln, der immer noch 2h Fußweg entfernt liegt. Der Weg schlängelt sich durch Wälder und Täler, und wir bekommen die gesamte Bandbreite patagonischen Wetters „mitten ins Gesicht“. Eisige Windböen, Hagel, Schnee, Sonnenschein und das alles in kurzer Aufeinanderfolge. Die bewirtschaftete Hütte Refugio Grey liegt direkt am Ufer des Grey-Sees an einer kleinen Bucht. Um diese Jahreszeit ist der dazugehörige Zeltplatz eher spärlich besucht, wen wunderts bei diesen Temperaturen und Windstärken?

Spruch des Tages:
Mein Gott ist der BLAU? Gemeint war der Grey-Gletscher!
Rundreise Südamerika
Rundreise Südamerika
- 3 h
- 1 h
- 4 h
20
30.03.2009
Montag | Grey-Gletscher - Puerto Natales
Leider kam unser Modul Ice-Trekking auf dem Grey-Gletscher nicht zustande, doch hatten wir so die Gelegenheit noch einmal 3-4h zu wandern und einen Aussichtspunkt direkt über dem Grey-Gletscher zu erreichen. Der Weg führt durch dichte Wälder, stetig bergan, doch die Mühe lohnt sich, denn der Aussichtspunkt über dem Gletscher bietet noch einmal eine ganz andere Perspektive. Logisch, am Aussichtspunkt kippt dann das Wetter... dichtes Schneetreiben umgibt uns, und die gefühlte Sicht schrumpft auf 20m. Doch auch das dauert nicht lange an und im Anschluss klart das Wetter auf, so dass wir unsere Bootstour an der Abruchkante des Grey-Gletschers sogar im Sonnenschein erleben. Mit dem Schiff an den Gletscher heran zu fahren stellt die Größenverhältnisse wieder her, ein Eindruck der vorher durch große Entfernung zum Gletscher, oder durch Aufsicht zuvor verzerrt wurde. Jetzt werden die Höhe der Eisformationen und deren bizarre Formen deutlich und sind beinahe zum Greifen nahe. Uns wurde entweder ein Whisky oder ein Pisco-Sour auf Gletschereis serviert, so wurde ein einzigartiges Erlebnis und tolle Eindrücke abgerundet.

Auf der anderen Seite angelangt erwartet uns Manuel schon mit einer Dose kalten Austral-Biers und mit dem Spruch: Die Hörner (Cuernos) habt ihr ja bei dem Wetter nicht sehen können, aber hier sind sie auch noch mal abgebildet....! Am Lago del Toro und Lago Porteño entlang fahren wir zurück nach Puerto Natales, wo uns die Freuden der „Zivilisation“, namentlich heiße Dusche und vorgeheizte Zimmer erwarten.

Bei einem Patagonienaufenthalt darf ja eine Kostprobe der Königskrabbe nicht fehlen, die es in den Varianten Chupe (mit Sahne, Ei und Parmesankäse), al natural (mit Salat, Avocado und Mayonese), a la Parmesana (mit Weißwein und Parmesankäse) zu probieren gab.

Spruch des Tages:
Ein Aussichtspunkt in Patagonien ist und bleibt ein Aussichtspunkt, auch bei schlechtem Wetter, es hängt nur von der Geduld der Fotografen ab, den Schauer abzuwarten. sagte Manuel, unser Fahrer in Puerto Natales
Rundreise Südamerika
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- 2 h
- 1 h
21
31.03.2009
Dienstag | Puerto Natales-Punta Arenas
In geschrumpfter Form, denn Margit verließ uns Richtung Perito Moreno-Gletscher, schwingen wir uns nochmal in den Linienbus nach Punta Arenas und legen 250km in 3h durch die chilenische Pampa zurück. Angekommen in Punta Arenas gehts nahtlos auf zur individuellen Stadtbesichtigung, im Anschluss daran treffen sich 8 Teilnehmer + Kathy zur Bootstour auf die Isla Magdalena, eine Insel in der Magellanstraße ca. 30km vom Festland entfernt.

Unser Boot ist ein 450 PS-Zodiac, mit Platz für 18 Personen, was uns freut, denn so sind wir beinahe unter uns und große Menschenaufläufe sind daher nicht zu erwarten... Was glücklicherweise für die Pinguine nicht gilt, DENN:

Man höre und staune, die Kolonie ist nämlich eigens für den Besuch der viventura-Aktiv-Gruppe umgekehrt und seit einigen Tagen wieder auf der Insel Magdalena und im umliegenden Pinguinreservoir?! Manche nennen es Glück, andere: Wenn Engel reisen...;-) Nach altbewährtem Prinzip waren wir ja von schlechtem Wetter und wenig Pinguinen ausgegangen, doch wie eigentlich fast immer trat das Gegenteil ein, und es waren etwa 15.000 Pinguine auf der Insel, plus Kormorane, Seelöwen und Möwen, und dazu reichlich Wind und Sonne!

Durchgefroren und durchgeschüttelt beenden wir unsere Tour und drehen vereint in schöner Gruppentradition das heiße Wasser der Duschen auf...... uff, war das kalt!

Zwei Tourteilnehmer unternahmen die Pinguintour auf terra firme, nämlich zum Otway-Fjord und berichteten von 30 Pinguinen, Magellangänsen und ebenfalls kaltem Wind.

Am Abend ließen wir in gemütlichem Ambiente mit sehr gutem Essen noch einmal die Highlights der letzten 3 Wochen Revue passieren. Morgen bleibt uns noch der Besuch des Friedhofs von Punta Arenas sowie der Flug nach Santiago.

Spruch des Tages:
Das wird richtig einsam ohne Dich im Zimmer sagt Julia zu Isabel beim Abschiedessen in Punta Arenas.
Rundreise Südamerika
Rundreise Südamerika
- 3 h
- 3 h
22
01.04.2009
Mittwoch | Punta Arenas-Santiago
Viel ist ja nicht mehr von unserem 3-wöchigen Programm übergeblieben... Doch LAN verlängert unseren Aufenthalt um eine Stunde in Punta Arenas und so spazieren wir noch völlig entspannt über den Zentralfriedhof, für den die Zeit ansonsten nur noch für eien Stippvisite gelangt hätte. An zwei zentralen Punkten stehen sich der Friedhof der Braun-Familie und das Grab des unbekannten Indianers fast paradigmatisch gegenüber, und bilden zwei Pole in der Geschichte der südlichsten Stadt Chiles. Wir haben noch Zeit für einen kurzen Stopp beim Ovejero, das Denkmal für den Schäfer, und dann sind wir schon am Flughafen. Danach heißt es Abschiednehmen, liebe Tourteilnehmer, behaltet Chile in guter Erinnerung!
Rundreise Südamerika
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