Reisebericht

Hier können Sie sehen, was unsere Reisenden auf ihrer Reise erlebt haben.

26 Nov. 2008 • Frankfurt - Nationalpark Torres del Paine

der erste Abschnitt unserer Reise, Nordchile ein V
Richtig viele Gegensätze und Extreme

Letzte Vorbereitungen vor morgen treffen…

Ich bin gespannt auf meine Gäste… und freue mich mit Ihnen durch Nord- und Südchile auf Entdeckungsreise zu gehen. Hier ein kleiner Vorgeschmack auf den Teil der Reise in der Atacama-Wüste…und auf Patagonien--- Norden und Süden im Kontrast!

27 Nov. 2008 • Santiago - Santiago de Chile

Spezialitäten im Mercado Central
An der Moneda, uns liegt hier die Kultur sprichwör

Adios und vorletzter Tag

Heute sassen wir schon um 6.34 h im Bus. Es ging nun auf zum Flughafen.

Erst schliefen wir noch eine Runde und der Flughafen kam näher. So löste sich Manfred von seinem Sitz (und seiner Frau) und erzählte Gabi noch ein paar sehr schöne Dinge, und mit dem sagte er Dankeschön im Namen der ganzen Gruppe. Und dann sangen alle gemeinsam ein Lied ( Gabi wir danken dir ) Ist das nicht rührend…. Und nach dem alle eingecheckt hatten kamen die letzten Umarmungen am Flughafen, und dann mussten wir ja doch in den Flieger.

Und so ging es auf nach Santiago. Und von einem kleinen Dorf landeten wir nun in einer Grossstadt, welche wir dann auch am Nachmittag besichtigten. Leider hatten wir das erste mal auf der Tour nicht besonders viel Glück mit dem Wetter uns so empfing uns Katharina, unsere lokale Reiseleiterin in Santiago mit Regenjacke und Schirm.

Nachdem wir unser Gepäck im Hotel in Santiago gelassen hatten, machten wir uns dennoch auf den Weg die Stadt zu erkunden. Wir dehnten das Mittagessen im Mercado Central mit seinen Fischspezialitäten etwas aus. Leider brachten die leer gegessenen Teller keine Besserung des Wetters und so fuhren wir zum Plaza de Armas und zum Präsidentenpalast, anstatt zu laufen.

Bevor wir es uns im hübschen Hotel gemütlich machten, deckten wir uns noch mit leckerem chilenischen Wein ein und ließen unseren letzten gemeinsamen Abend in gemütlicher Runde ausklingen.

28 Nov. 2008 • Santiago de Chile

Amphiteater im Tal des Mondes
Sprengung in Chuquicamata

Melonen, Kupfer, Salz & andere Schätze dieser Erde

Heute morgen ging es frühst los- erstmal zum Flughafen und dann hoch über den Anden am wolkenlosen Himmel 1300km nach Norden. Die Anden sind einfach jedesmal wieder wahnsinnig beeindruckend und massiv.

Am Flughafen Calama holt unser Guide Patricio uns ab und fäht uns erstmal auf einen frischen Fruchtsaft in die Markthalle. Bestens ausgestattet mit Hut, Sonnenbrille und anderen Notwendigkeiten, machen wir uns quasi unerkannt und unerkennbar auf zum größten Kupfertagebau der Welt, Chuquicamata. Vorher lassen wir uns in einer Cocinería (Restaurant für gutes und trad. chilenisches Essen) super bewirten und starten gestärkt zu unserer Minenbesichtigung

Ab "Chuqui" dann über die Kordillere de Domeyko (3200m unser Tageshoch, Flugzeug außer Konkurrenz) ins Valle de la Luna mit seinen fabelhaften Formationen aus Salz, Gips und Lehm. Die alte Salzmine, und ja es ist wirklich Salz, es besteht den Geschmackstest!, geht es weiter durch die Salzkordillere. Besonders der Salzcanyon fasziniert im Licht der tief stehenden Sonne.

Abgerundet wurde dieser total vielseitige und abweckslungsreiche Tag durch einen Sundowner hoch über der Salzkordillere. Von Industriegeschichte über Salzabbau. und -handel, zu tiefrotem Andenglühen, vielleicht glühen sie unter Piscoeinfluss gleich noch röter??:-) (Kathy, RL der Gruppe)

29 Nov. 2008 • San Pedro De Atacama

Flamingos über Salar de Atacama
Kirchturm Socaire

Durch den Salar und zu den Lagunen im Altiplano

Heute haben wir geradezu ausschlafen können, Treffpunkt war 8:30. Das ist nach unseren Frühstarten in den ersten 2 Tagen geradezu AUSSCHLAFEN. Aber, was sein, muss sein. Man wird ja schließlich reichlich dafür belohnt;-)

Auf geht´s: Am Andendorf Camar, zu Füßen des rauchenden Vulkan Lascars. Gerade werden die Lamas nach 2 Jahren noch vor dem Sommer von ihrem Fell befreit, es türmt sich in hohen Ballen in allen Farben auf. Ein Lama allerdings ließ nicht nur seinen Pelz, sondern auch sein Leben… Asi es la vida… Camar hat eine alte wasserbetriebene Steinmühle zur Herstellung von Mehl und verfügt über einen großen Fruchtgarten, der von Süßwasser gespeist wird.

Danach passieren wir das Dorf Socaire mit einer schön restaurierten alten Kirche und sehen ein bisschen beim Dachdecken mit der leuchtendgelben Paja Brava, dem Gras der Hochanden, zu.

1000 Höhenmeter weiter erreichen wir die Lagunen Miscanti und Meñiques, an deren salzweißen Ufern wir Wasservögel und Vicuñas beobachten- und uns ein superleckeres Mittagessen schmecken lassen.

Auf dem Weg abwärts, erleben wir den Salar de Atacama völlig menschenleer, aber dafür voller Flamingos. Die stolzen Vögel sind nur 2-3m entfernt und lassen sich von uns überhaupt nicht stören.

30 Nov. 2008 • San Pedro De Atacama

Magie am Tatio...
Die Farben im Altiplano

Tatio-Geysire und Termas de Puritama

Früh gehts los: Um 5h brechen wir auf zu unserer 90km Anfahrt auf die Tatio-Geysire. Der Weg führt ins Altiplano, und wir bewältigen in 2h 1800m Höhenunterschied. Am geothermalen Feld hat es frostige -8°C und wir bibbern trotz Handschuhen, Mütze und Parka ordentlich. Dafür entschädigen uns aber Fumarolen und Geysire.

Die Sonne geht wahnsinnig schnell auf und steigt über den Gipfel, taucht das geothermale Feld in goldenes Morgenlicht: Erst jetzt kann man das ganze Außmaß der vielen Farben und Formen erkennen. Nach einem stärkenden Frühstück und vor allem Kaffee, Coca-Tee und Kakao erkunden wir dann eine Schlucht etwa 8km entfernt, wo der weiße Geysir liegt. Wir beobachten eine Zeit die Vizcachas, die sich hier ganz tummeln, lauschen ihrem Pfeifen und genießen die Einsamkeit und Abgelegenheit des Anden-Hochlandes.

Danach halten wir am Hochandendorf Machuca, trinken Chachacoma-Tee und lassen uns Lama am Spieß schmecken. Nach einer holprigen Fahrt gelangen wir bei den Thermen Puritamas auf 3200m Höhe an, wo zwei Flüße, ein warmer und ein kalter, natürliche Becken formen und zum Baden und Entspannen einladen. Gut versorgt mit Weißwein und Käse, Oliven und Erdnüssen lässt es sich noch besser ausruhen.

Am Abend bildet die Sternenbeobachtung noch einen zusätzlichen Höhepunkt und schönen Abschluss unserer Tour durch Nordchile. Jetzt freuen wir uns auf den grünen Süden!! Kathy

01 Dez. 2008 • Valparaíso - San Pedro De Atacama

Hügel in der Abendstimmung
So schön kann Wellblech sein

Szenenwechsel: Von der Wüste an die Küste

oder: Eine kleine Einführung in chilenisches Verkehrsrecht…

Heute war Tag der Verkehrskontrollen und der unterschiedlichen Verkehrsmittel für unsere Gruppe. Flugzeug, Auto, Aufzüge…Aufzüge?? Ja, in der Hafenstadt Valparaiso, die sich über ein sehr hügeliges Gelände erstreckt, existieren Aufzüge, die als öffentliche Beförderungsmittel die "Unter"- und "Oberstadt" miteinander verbinden. Sie verkehren über sehr steile Trassen und strahlen den gleichen Charme aus, wie die ganze Stadt insgesamt in ihrer Buntheit und Ungezwungenheit.

Mhm, und wieso Verkehrskontrolle??? Tja: Alles klappte super, Treffpunkt mit unserem Fahrer am Flughafen, wir fahren los, und stehen nach 250m schon wieder. Ein Carabinero fordert Papiere und Unterlagen zu sehen, eigentlich ist alles da, aber es ist nicht "offiziell" genug. Nun stehen wir da;-). Der Carabinero marschiert zwischen drei oder vier Autos auf und ab, alle mit dem gleichen Problem, es fehlt das offizielle Papier… Also kehren wir bis zur Klärung der Papier-und Transportmittelfrage zurück in den Flughafenterminal und nutzen die Zeit um Postkarten zu schreiben und uns einen echten Bohnenkaffee nach all dem N(o)escafé zu gönnen.

Endlich geht es weiter, immerhin haben wir echte Einsicht in die Unbeugsamkeit chilenischer Verkehrskontrollen bekommen…:) Mittagessen bei Curacaví und…nein, nein, das kommt uns doch bekannt vor, schon wieder ein Arme schwenkender grün gekleideter, offiziell drein blickender Polizist. Wir hätten das Licht nicht an…! Wir befürchten schon das Schlimmste, als unser Gegenüber zu grinsen anfängt. Ob wir gerade im benachbarten Restaurant zu Mittag gegessen hätten, wie die Cazuela geschmeckt hätte…? Unbehelligt dürfen wir dann, noch mit der tiefenphilosophischen Erkenntnis versehen, dass Irrtümer und Versehen menschlich wären, man sich aber an die Verkehrsregeln zu halten habe, weiter fahren. UFFFF! Chiles meistgesuchte Reisetruppe???

Valparaiso beeindruckt uns alle… Die Farben, die wildwuchernde Stadt, einem Urwald ähnlich, über Treppenauf- und abgänge durchstreifen wir die verschiedenen Viertel und lauschen Vickys Anekdoten und Details über diese liebenswerte Stadt. Aus jeder Faser dringt ihr, unserem lokalen Guide, die Zuneigung zu Ihrer Wahlheimat. Kathy, aber bald kommen hier andere zu Wort!!!;-)

02 Dez. 2008 • Valparaíso - Santiago de Chile

Pazifikküste bei Isla Negra
Unsere Gruppe vor Moai in Viña del Mar

Wein und Literatur gehören bekanntlich zusammen!

Heute morgen nach einem liebevollen Frühstück machen wir uns ausgeruht auf nach Viña del Mar, der Gartenstadt. Der Kontrast zwischen Viña und Valpo ist ausgeprägt, Ordnung neben kreativem Chaos. Wir bestaunen den Moai, sozusagen ein Gruß von der Osterinsel und machen uns bald auf nach Isla Negra, an der Pazifikküste.

Dort befindet sich eines der drei Häuser Pablo Nerudas, oder Don Pablo… wie die Chilenen respektvoll sagen. Alle würden wir wohl auch gern hier wohnen, so malerisch und kreativ!

Danach probieren wir in einem direkt am Strand gelegenen Lokal Locos und Empanadas de Marisco, de Jaiba und Camarones…mhm, so schmeckt das Me(h)r. Seelöwen und Kormorane geben sich ein Stelldichein. Die Sonne scheint--- was will man mehr?!

Zum Abschluss des Tages geht es noch zur Weinprobe. Chile ist zu recht berühmt für seine edlen Tropfen, egal ob weiß, rot oder rosé. Salud!

03 Dez. 2008 • Frankfurt - Santiago de Chile

Im Sozialprojekt Los Pinos
Holzarchitektur im Cajón de Maipo

Stadt, Land, Fluss

Heute schreiben Ern(e)st(o) und Monika an dieser Stelle: Wetter: Vormittag bedeckt Nachmittag blauer Himmel mit Schleierwolken Transfer : Santiago – Maipo – Puente Alto – Santiago Hotel: Tur-Bus von Santiago nach Pucon Erlebnisse: Maipo: (Cajon de Maipo) Grünes Tal mit steilen Hängen und reissendem Fluss. Hänge sehr bewaldet. Berggipfel tragen Schneereste. Puente Alto: Besuch des Projektes „Los Pinos“ bei der Escuela de los Pinos. Der Projektleiter Luis erläutert die Freuden und Leiden in seiner Jugendbetreuung. Die Reiseteilnehmer geben gerne Ihre persönlichen Mitbringsel für eine Unterstützung. Die Projektfinanzierung ist z. Zt. sehr prekär. Nachtessen: Im Restaurant Ciudadano zusammen mit dem Santiago Viventura-Crew Matthias, Malena & Co. Matthias: Bergbau-Ing. aus Bolivien Malena: Temparament wie Valpo-Vicky.

04 Dez. 2008 • Pucón

Am Fuß des Vulkan Villarica
Mit Germán, unserem Lokalguide

Vulkane, Wasserfälle und blauer Himmel

Gegen 10 Uhr kommen wir in Pucón an und werden von Germán in Empfang genommen. Nach einem opulenten Frühstück fahren wir dann gegen 11:30 zum Fuß des Vulkans Villarica. Der schneebedeckte Kegel wird durch den leuchtend blauen See und den in allen Farbnuancen grünen Wäldern kontratstiert.

Unser Abstieg in die Vulkanhöhlen war außerirdisch schön, eine komplett andere Welt. Sedimente, Tunnel und Stalaktiten, nur durch künstliches Licht sichtbar gemacht. Denn ohne dieses Licht sieht man die eigenen Hand vor Augen nicht. Echt NICHT!

Danach geht es auf eine Tour durch die Región, mit Essensproben lokaler Spezialtäten, alle vegetarisch, total lecker!

Pucón fasziniert uns duch die Üppigkeit der Landschaft, soviel Gras und Wälder haben wir schon lange nicht mehr gesehen. Und die Wildblumen, die reißenden Flüsse… Wir sind jetzt in Südchile…!

Übrigens: Mapuchekinder werden aufrecht in ein Tragegestell gelegt, so dass sie die Welt schon die von Anbeginn beobachten können. Nicht wie die Kinder in der westlichen Welt, die auf den Rücken liegend ausruhen müssen, und am Ende dann auch noch Archäologin werden. O-Ton, German, dazu muss man wissen Kathy hat auch etwas Archäologie studiert.

Kathy, Reiseleitung

05 Dez. 2008 • Pucón

entspannen während des ritts, rast am fluss
hoch zu ross, perspektivenwechsel!

Sonne satt am Villarica-See

Der Morgen schon ist strahlend schön, blau-blauer Himmel macht sich mit dem dunkelblauen See Konkurrenz. Ein Teil der Gruppe hat sich für einen "faulen" Morgen entschieden, gemütlich Kaffeetrinken, Schaufensterbummeln, Eisessen, jeder wie er möchte.

Ernst hat sich entschlossen dem Vulkan die Stirn zu bieten und macht eine unvergessliche Tour, um die Region aus der Vogelperspektive zu entdecken. Er ist bereits um 7:00 in der Früh unterwegs, als der Rest der Gruppe noch den nächtlichen Pisco Sour verdaut.

Nachmittags bricht ein weiterer Teil der Gruppe zu einem Wanderausritt auf. Nach einer abenteuerlichen Fahrt über Schotterpisten, gelangen wir zum Rancho, wo Mathias und sein Team schon darauf warten uns mit den Vierbeinern vertraut zu machen. Danach geht es am Fluss entlang, durch die dichte Vegetation, mal genütlich, mal flott und alle kommen prima mit ihrem vierbeinigen Partner zurecht.

Nach diesem individuell gestalteten Nachmittag, trifft sich unser Grüppchen wieder, um zum nächtlichen Besuch der Thermen aufzubrechen. Unter dem klaren Sternenhimmel, am reißenden Fluss liegen 5 Becken, deren Temperatur zwischen 35 und 40°C liegen. Schonend garen…sehr wohltuend für unsere müden Knochen. Danach fallen wir alle nur noch in die Betten…

06 Dez. 2008 • Puerto Varas - Pucón

Fort Ñiebla
müde aber glücklich mit shopping und mitbringeln

on the road… on the boat…

Heute holt uns Daniel früh ab und wir machen uns durch die Seenregion auf in die Region der Flüsse und deren Hauptstadt Valdivia.

Sehr anschaulich kann man die Narben sehen, die das große Erdbeben von 1960 ins Stadtbild gerissen hat. Wir schippern ein wenig über die Flüsse und sehen sogar eine Kolonie von Schwarzhalsschwänen.

Von Valdivía geht es dann über Ñiebla weiter nach Puerto Varas, wo wir ziemlich müde und geschafft am Abend ankommen. Wir sind ja schließlich auch den ganzen Tag schon unterwegs, und der kalte Wind an der Küste macht müde. Naja, wie es immer so ist, passieren Pannen dann erst recht, wenn man sie nicht brauchen kann. Unser Hostal ist überbucht und wir werden ausgebucht, in ein kleines Häuschen. Erst fehlt dazu der Schlüssel, erste Runde um den Block, samt und sonders Gepäck usw., dann ist es der falsche Schlüssel, 2. Runde, und dann passt der Schlüssel, aber das Haus gefällt uns nicht, 3. Runde, wir fahren jetzt nicht mehr um den Block, sondern stellen uns mit einem kühlen Bier auf längere Verhandlungen ein…Dann geht aber alles doch noch ganz fix und wir werden umquartiert und trinken unser Bier zusammen in der gemeinsamen Küche der Cabaña- und danach auch noch den einen oder anderen Pisco….

07 Dez. 2008 • Puerto Varas

Stromschnellen an vulkan Osorno
inlandeis vom flugzeug

Saltos de Petrohue und unterwegs

Morgens brechen wir zu den Stromschnellen von Petrohue auf. Bei noch bedecktem Himmel und leichtem Nebel wirkt alles sehr verwunschen und weitläufig. Überall stoßen wir auf deutsche Namen und Hinweise auf die frühe deutsche Besiedlung dieser Region: Kuchen und Co lassen grüßen.

Bei den Stromschnellen angekommen, läßt uns das Wetter auf klare Sicht auf den Vulkan Osorno hoffen, denn es klart auf. Wie so oft auf unserer Reise haben wir absolutes Glück mit dem Klima, gute Connections zu Petrus scheints…

Die Stromschnellen sind sehr beeindruckend! Wieviele Kubikmeter Wasser rauschen da wohl die Minute durch??? Und wieviele Farben und Nuancen hat Wasser eigentlich???

Auch der Osorno lässt uns nicht im Stich und wir bannen ihn noch schnell ins Foto bevor wir auch schon zurück nach Puerto Varas aufbrechen.

Danach fliegen wir bei ebenso exzellentem Wetter über das Inlandeis, und bestaunen die Ausmaße. Auch Torres del Paine grüßt schon mal vom Flugzeugfenster…Die Spannung auf unser Trekking steigt!

Mit dem Linienbus geht es dann weiter von Punta Arenas nach Puerto Natales, wo wir müde und geschafft ankommen. Jetzt heißt es noch Campingequipment und Trekkingsachen aufladen und noch kurz eine Mütze Schlaf nehmen.

08 Dez. 2008 • Nationalpark Torres del Paine - Puerto Natales

Grey Gletscher
Wandern in Patagonien

Naturschönheit pur---Patagonien macht süchtig!

Nach einer kurzen Nacht krabbeln wir etwas desorientiert aus den Betten, jaaaa, es dämmert hier schon viel früher! Um 9h brechen wir in den Nationalpark Torres del Paine auf.

Die Schotterpiste führt uns am Lago Sarmiento entlang und bald bekommen wir unseren ersten Blick auf die Torres, noch aus der Ferne. Über uns gleiten Kondore am blauen Himmel-fast schon unwirklich. AAAH! Das ist das echte Patagonien-feeling.

Mit der Grey geht es über den gleichnamigen See und am Gletscher entlang, es ist windig und so ist die Überfahrt gleichermaßen aufregend wie turbulent- auch für den Magen…;-) Entlang am Grey-Gletscher, der blau leuchtet steuern wir aufs andere Ufer zu. 3 von uns haben ihre Rucksäcke gepackt und aufs Schiff verladen und …werden (vorerst) nicht zurückkehren… 2 von uns verbringen die kommenden Tage am Perito Moreno Gletscher in Argentinien.

Angekommen erkunden wir zunächst die am Gletscher gelegene Seite ein bisschen auf der Jagd nach abbrechenden Eisschollen und den entsprechenden Fotos. Aber dann ist es amtlich: Wir müssen jetzt los, auch wenn es hier soooo schön ist, sonst erfüllen wir ja nicht die Bedingungen vom Trekking und Unterwegssein.

4 Stunden lang führt uns der W.Pfad am Ufer des Grey-Sees entlang, hinauf und hinab, durch den patagonischen Wald. Nach dem durchqueren eines malerischen Tals weist uns der türkisleuchtende Pehoe-See den Weg zu unserem ersten Camp. da wir spät übergesetzt sind bleiben wir heute zunächst hier und genießen die Luft, die Farbe, die buntgemischte Trekkinggemeinschaft, alle Nationen vertreten…

09 Dez. 2008 • Nationalpark Torres del Paine

Gletscher im französischen Tal
Farbenrausch in Torres del Paine

Vom See Pehoé zum Camp Los Cuernos

Morgens sind wir überrascht wie lang und tief und gut wir geschlafen haben. Nach dem Frühstück unter strahlendblauen Himmel machen wir uns auf zum Camp Italiano - unserer nächsten Rast. Der Weg schlängelt sich am Pehoé-See entlang, überall leuchtet blühender Notro. etwa 3h sind wir unterwegs bis wir zum reißenden Río del Francés kommen, der unterhalb des Französichen Gletschers hinabbraust.

Drei Grazien räkeln sich in der Sonne, lassen die Füße im Wasser baumeln…alles auf den Felsen im Bachbett. Katharina und ich steigen dann noch ins Französische Tal auf und bekommen wirklich atemberaubende Perspektiven auf den Gletscher. Von tiefem Grollen begleitet rauschen kleinere Lawinen und Eisstücke ins Tal, wirbeln eisige Wolken auf und vermitteln uns einen tiefen Eindruck der Naturgewalten.

Im Camp Italiano angekommen schnallen wir den Rucksack wieder auf und setzen unseren Weg nach Camp Los Cuernos fort. Wir laufen durch Täler und durch ehemalige Bachbetten und später am Ufer des See Nordenskjöld. Dort wirbelt der Wind echte Wellen auf und erzeugt eine meerähnliche Brandung.

Heute lassen wir uns bekochen und genießen eine Flasche Rotwein, denn das HABEN WIR UNS VERDIENT!!!

10 Dez. 2008 • Nationalpark Torres del Paine

chillen in der Hütte Chileno
Unser Zelt in Los Cuernos

Vom Nordenskjöld nach Camp Las Torres

Um 9:30 (wir kommen einfach nicht eher aus den Federn ;-)) brechen wir auf. Ein neuer Tag, ebenso sonnig und sommerlich, noch immer keine Anzeichen vom patagonischen Wetterwechsel…

Zunächst führt unser Weg steil bergan, doch dann wird es zu richtigem Genuss-wandern. Eine erste Rast legen wir am Río de Arrieros, danach geht es weiter bis zum Inge-See. Dort sitzt es sich super gut auf dem dunklen Kies, der durch die Sonne ganz warm ist, die Füße zeitweise im kühlen Nass. Ein ganz mutiger springt sogar ganz hinein. Brrrr!

Die Rast haben wir auch nötig, denn danach geht es weiter, zeitweise steil bergan zur Hütte El Chileno. Die Sonne scheint, es regt sich kein Lüftchen… geradezu seltsam… Am Chileno angekommen sehen wir dann auch den Grund, über den Torres braut sich ganz schön was zusammen. Passt perfekt zu unserer Planung, hier zu Abend zu essen und ein paar Stunden auszuruhen, bevor wir den letzten Tagesabschnitt bis zum Camp Las Torres unternehmen. Das ist eine prima Ausgangsposition für den Sonnenaufgang an den Türmen, wozu wir uns entschlossen haben…

Zuvor steigen wir also noch die letzten 75 min zum Camp auf, das Wetter hat sich zwischenzeitlich beruhigt, und da wir etwas zeitversetzt laufen, haben wir den Wald gaaanz für uns.

11 Dez. 2008 • Nationalpark Torres del Paine - Puerto Natales

Leuchten der Torres um 5.30h
Guanacos mit Jungtieren

Sonnenaufgang an den Torres, Guanakos & Co…

3:30!!! Aufstehen ist angesagt, denn so weit südlich geht die Sonne früh auf und spät unter. Noch etwas verschlafen packen wir alles überlebensnotwenidige wie Schokoriegel und Fotoapparat ein und steigen mit unseren Stirnlampen ausgerüstet zu den Sockeln der Torres auf. Der Weg ist nicht ohne, es geht über Geröll…aber nach 40 min haben wir es gerade rechtzeitig geschafft.

Wir werden mit dem ersten Morgenrot belohnt, das sich auf den Türmen widerspiegelt. Es steigert sich zu einem dunklen Rot, und später zu Goldtönen. Es ist ein total schönes Gefühl, einen Tag auf diese Weise anbrechen zu sehen und alle Mühen absolut wert. Wir bleiben etwa bis 6:30 dort, dann bewölkt es sich etwas und macht uns auf diese Weise den Abschied leichter. Von hier los zu gehen, bedeutet für uns auch, den letzten Abschnitt anzugehen, denn heute Mittag endet unsere Wanderung leider.

Auf dem Weg im Bus nach Puerto Natales sehen wir Kondore, Guanakos und Ñandus. In gewisser Weise ist der Stop in einem Café ein ziemlicher Zivilisationsschock, denn mit uns zusammen sitzt hier noch eine 35-köpfige amerikanische Reisegruppe. Wir kommen uns etwas zerfetzt und sonnenverbrannt vor, aber schließlich waren wir auch 4 Tage unterwegs und das nicht im Reise-Bus!

12 Dez. 2008 • Puerto Natales - Punta Arenas

Zypresse steicheln auf dem städtischen Friedhof in
Pinguin-Gucken am Seno Otway

In die südlichste Großstadt der Welt

Immer noch ein bisschen wehmütig fahren wir heute morgen von Puerto Natales fort. Doch auf der anderen Seite erwartet uns heute das Highlight der Pinguinkolonie am Seno Otway, auf das die Gruppe schon lange gespannt ist.

Auch heute lässt uns Petrus nicht im Stich, strahlend blauer Himmel, die Leute in Puerto Natales stöhnen bereits morgens um 9:00 bei für uns angenehmen Temperaturen, es sei ja sooo heiß…!

Angekommen in Punta Arenas beziehen wir unsere Zimmer und bestaunen die gemütliche und warme Atmosphäre des Hostals. Nachmittags brechen wir zu einer kleinen Stadttour auf… das Magellan-Denkmal, der städtische Friedhof in seiner Eigenartigkeit…bevor es-endlich!- zu den Pinguinen geht.

Die Kolonie ist etwa 60km von Punta Arenas gelegen, und außer dem Pfeifen des Windes und dem Rauschen der Wellen ist man hier sehr weit entfernt von allem… Zunächst ist die Gruppe eher abwartend, keiner glaubt so recht daran, dass wir wirklich viiiele, oder seeehr viiiele Pinguine zu Gesicht bekommen. Umso begeisterter sind dann alle, als sie die ersten Paare nur einige Schritte vom Zaun entfernt in den Büschen entdecken.

Nach diesem Highlight beschließen wir unsere gemeinsame Reise mit einem Abschiedsessen, ja, leider sind wir schon am Ende des Programms angekommen. Morgen geht es zurück nach Santiago…

13 Dez. 2008 • Punta Arenas - Santiago de Chile

Gletscher vom Flugzeug aus
Klein aber oho, unsere Gruppe ebim Abschiedsessen

Und noch einmal: Patagonien, Seenregion…Santiago

Jetzt könnten wir eigentlich gut und gern wieder von vorn anfangen… Das spiegelt die Stimmung beim letzten gemeinsamen Frühstück wider. Wäre doch klasse jetzt noch mal in die Wüste zu fliegen…!

Fliegen werden wir, und eigentlich passieren wir im Zeitraffer auch noch mal einige wichtige Stationen unserer Reise: Wir fliegen über die Anden und man kann noch einen raschen Blick auf die Torres erhaschen, dann kommen wir über den Llanquihue-See und passieren den Osorno-Vulkan. Chiles verrückte Geografie, der Südarchipel und das Inlandeis, all das noch mal aus der Vogelsperspektive.

In Santiago angekommen ist jetzt wirklich Abschied angesagt… hoffentlich nehmt ihr nicht für immer von Chile Abschied, sondern kommt wieder?!