Reisebericht

Hier können Sie sehen, was unsere Reisenden auf ihrer Reise erlebt haben.

30 Dez. 2008 • Frankfurt - Lima

Kathedrale in Lima
Lima bei Nacht

Die Ankunft in Peru

Heute sind wir von Deutschland, Österreich und der Schweiz nach Südamerika geflogen. Die Reise war sehr lang, aber wir sind gut in Lima angekommen. Barbara ist schon heute Morgen in Lima angekommen.

Auf dem Flughafen haben wir Karol getroffen, auch eine Reiseleiterin von viventura. Sie hat uns abgeholt, da der Flug von Sonia Verspätung hatte. Einige haben noch das Nachtleben von Lima genossen.

31 Dez. 2008 • Lima

Neues Jahr 2009!!! Feliz Año Nuevo!!
Unser erstes Gruppenfoto

Gelbe Unterhosen zur Jahreswende

Nach der Nacht in unserem kleinen, sehr feinen Stadthotel "Buenavista" in Lima machten wir uns auf den Weg in das Zentrum von Lima. Allerdings im Hinterkopf immer noch die Sorge, dass wir nicht rechtzeitig die gelben Unterhosen finden würden, die wir uns gegenseitig zur Feier des peruanischen Neujahrsfestes schenken wollten (muss man sich gegenseitig schenken, damit sie Glück bringen, so will es hier der Brauch).

Aber erst einmal konzentrierten wir uns auf die Sehenswürdigkeiten der Stadt: Ein paar sehr schöne Parks, das Franziskaner-Kloster mit den Katakomben, Rathaus, Kirchen und überall Weihnachtsmänner und Krippenfiguren (Maria mit Hut und Josef mit traditioneller Mütze), dann noch das Einkaufszentrum mit GELBEN UNTERHOSEN. Der Tag war gerettet. Diese Geschichte begleitet uns ja bereits seit dem Chat vor der Reise. Jeder fand ein passendes Modell und schnell waren die Partner ausgesucht, damit wir sie uns auch wirklich schenken konnten.

Von den Ereignissen des Tages bereits erschöpft ;-) wurden wir nun Zeugen der peruanischen Mittagspause. Im Restaurant RUSTICA bekamen wir ein herrliches Mittagsbuffett peruanischer Speisen und auch die zögerlichen unter uns wurden von Sonia bestens angeleitet, so dass alle satt und zufrieden waren.

Danach traten wir nun den langen Weg entlang der Küste in den Süden an. Stunden und ein paar Fotostops später (zeltende Peruaner am Meer, Surfer und Badende bei 14 Grad Wassertemperatur, ein Sonnenuntergang) gelangten wir im Dunkeln an die Oase und wir fragten uns wie es wohl im Hellen aussehen mochte.

Jetzt hieß es schnell für die Silvesterparty richten und zur Einstimmung in die Hotelbar; nach einem ersten Pisco Sour wurde der UnterhosenCheck fotographisch festgehalten und wir machten uns auf, die peruanische Nacht zu erkunden. Mit Hut, Brille, Kette, Ratsche und (Tinnitus)Tröte ausgestattet, tanzten wir erstmal eine Weile allein (zur Belustigung der Peruaner) und genossen die Atmosphäre, die Kracher wurden schon mal ausgiebig getestet und der Pisco Sour erfreute sich weiterer Beliebtheit.

Mitternacht: Unter Jubelgeschrei, Umarmungen und besten Wünschen begrüßten wir das neue Jahr, verdrückten 12 Trauben (Glück für jeden Monat) und feierten noch eine Weile bevor sich nach einem peruanischen Essen die ersten auf den Weg zurück ins Hotel machten.

01 Jan. 2009 • Nazca - Arequipa

Wir lachen sogar noch nach dem Rundflug.
Alle sagen Piscooo!!!!

Feliz Año Nuevo

Morgens Zehn Uhr in Peru - Pisco das Früstückchen; nein, ganz so schlimm war es nicht. Nach einer kurzen Nacht, einige sahen noch seeehr müde aus, genossen wir ein ausgiebiges Frühstück und den Blick auf die Oase. Der Blick auf die Dünen um uns herum verschlug uns ein bisschen den Atem und machte Lust auf das geplante Sandboarden am nächsten Tag.

Danach fuhren wir in Richtung einer Pisco Brennerei, bei der wir tatsächlich nach einer Führung ein paar Sorten Pisco verkosten durften. Allerdings fand der Alkoholgenuss so früh am Tag und nach der berauschenden Nacht noch nicht so Recht Anklang. So fuhren wir weiter zum Maria Reiche Museum, bei dem nachgestellt wurde, wie die Mathematikerin aus Dresden die Nazca-Linien kartographisierte. Nach einem kurzen Einblick in ihr Leben machten wir uns auf zum Aussichtsturm, um auch einen ersten Blick auf die Linien zu werfen. Dieser Turm war allerdings nicht jedermann Sache und der ein oder andere wirkte etwas verkrampft in der luftigen Höhe. Wie sollte es erst im Flieger werden??

Zur Überraschung aller hielten sich die Turmgeschädigten ganz schön wacker, dafür gelang es anderen nur noch sich gegenseitig stützend das Terminal zu erreichen. Der Cessna-Pilot machte seine Sache wohl etwas zu gut… Die Linien aus der Luft waren jedenfalls ein absolutes Highlight und wir sind gespannt, welche Besonderheiten die Reise noch für uns parat hält.

Danach lernten wir im Antonini Museum unseren Freund Orlando kennen, der in sympathischster Art uns durchs Museum lotste und in die Geheimnisse der Kultur um Nazca einweihte. Für den Wasserkauf machten wir noch einen kleinen Rundgang auf dem Markt und gewannen einen Eindruck vom nicht so touristisch-gestalteten Leben in Peru.

Den Abend wollten wir mit einem Grillen am Pool ausklingen lassen, aber zuvor nutzten doch die meisten die Gelegenheit zum Abkühlen. Nach der kurzen Nacht zuvor und einem ereignisreichen Tag (mittlerweile ging es allen wieder gut) verlief sich die Runde am Abend recht bald, denn am nächsten Tag war die Abfahrt schon für 7.30 geplant.

02 Jan. 2009 • Nazca - Puerto Inka

Buggy tour!!
San Fernando!!

Der Anatomiekurs in der Wüste

Heute ging es mal wieder früh los. Um 7.30 Uhr standen ein geschlossener Jeep und ein Riesenbuggy vor der Tür und holten uns für den Tagestrip ab. Wir sollten erst gegen 16.30 Uhr wieder auf Jose und unseren Reisebus treffen.

Wir fuhren in rasantem Tempo los und es dauerte vielleicht drei Minuten bis die erste Verlustmeldung kam: Ein Basecap ziert nun wohl eher einen Peruaner… Weiter ging es zu einem recht imposanten "Wasserloch". Die Nazca-Kultur hatte ein Aquäduktsystem über weite Teile ihres Reiches angelegt, so dass die Menschen auch während der trockenen Monate Zugang zu Wasser hatten. Die Entnahmestellen waren spiralartig in die Tiefe gezogene Steinreihen auf den man entlang gehen konnte.

Weiter ging es zu einem schattigen Pausenplätzchen, wo wir unseren Morgenkaffee loswerden durften (die Mädels natürlich in Gruppen) und wir uns noch mal entspannen durften, bevor es in die Wüste ging. Der Reifendruck wurde angepasst und ab ging’s…

Der nächste Halt war nun schon in gleißender Sonne an einem alten Cementerio (Friedhof). Gut, dass vor uns schon Grabräuber da waren, sonst wäre unser Verhalten sicherlich sehr befremdlich gewesen. Aber so konnten wir in allerlei Knochen rumstöbern und nutzten die Kenntnisse in der Gruppe um die verschiedensten Knochen und Körperteile zuzuordnen. Unterschiede zwischen jung und alt, Männlein und Weiblein wurden besprochen und der ein oder andere fühlte sich wie bei CSI. Todesursache und-zeit blieben aber bis zum Ende ungeklärt ;-)

Als Stefan dann eine ganze Mumie aus dem Sand buddeln wollte, ging es Sonia dann doch ein bisschen weit. Nachdem er die ersten Stricke und Stofffetzen in den Händen hielt, bat Sonia um Weiterfahrt. Jetzt verließen wir die letzten Steine und es folgte Sand, Sand, unablässig Sand… Die erste Gruppe erkundete mit dem Buggy die Dünen und die ersten Schreie ertönten, als unser Fahrer die steilen Abhänge meisterte. Auf der höchsten Düne ausgesetzt (Sonia hatte für die Orga hervorragende Netzqualität) holte er die zweite Gruppe, die der ersten in nichts nachstand, die Schreie waren weit zu hören. Das Parkmanöver rang uns weiteren Respekt ab und danach ging es zum Sandboarden…

Wer gedacht hat, dass es Snowboarden im Sand gleicht… weit gefehlt. Stefan, Cosima und Axel waren mehr oder weniger erfolgreich und so verlegten wir uns schnell auf die Technik der Einheimischen: Längs mit dem Bauch aufs Board gelegt, Unterschenkel in die Höhe, bloß nicht bremsen und ab geht die Fahrt. WOW. So ging es noch auf zwei weiteren Dünen bevor dann die Fahrt Richtung Meer aufnahmen. Lange holprige Zeit später wurde dann "reihenweise" die Sicht aufs Meer bestätigt und wir kamen an die Bahia San Fernando, wo wir ein Picknick genossen und uns jetzt der Anatomie der Meerestiere widmeten. Seelöwen auf jedem Felsen, ein Baño naturale und ein paar wagemutige Badende…

Weiter ging’s zur Beobachtungsstation, dort gab es dann auch richtige Toiletten, und weiter Richtung eines Aussichtspunktes, an dem uns der Geruch erstmal die Luft nahm. Aber nachdem die menschliche Nase erstaunlich schnell adaptiert, konnten wir dann auch den herrlichen Ausblick auf die Seelöwen, die Pelikane, ein paar verirrte Pinguine und das Felsentor genießen.

Nun ging es zum Treffpunkt mit dem Bus, ein extremer Lachanfall (Barbara: Ich seh das Meer… bin ich die erste??) zwang sogar unseren Fahrer zu einem kurzen Stopp, aber dann verlief die Fahrt gemäßigt. Die Fahrer hatten sich ein großzügiges Trinkgeld verdient und so verlief der Abschied entsprechend herzlich.

Die Fahrt bis Puerto Inka verlief dann unspektakulär, wobei wir uns den letzten Sand in den Zähnen mit einem leckeren, gekühlten Cusqueña runterspülten. An unserem Strandhotel konnten wir ein Buffet genießen, das nach unserem ereignisreichen Tag schnell dezimiert war. Ein paar Bier und Pisco Sour später fanden alle ihre Schlafstätten und freuten sich auf den nächsten Tag…

03 Jan. 2009 • Corire - Puerto Inka

Leckere Flussshrimps
Kleine Kinder auf dem Spielplatz

Leckeres Essen!!

Heute war ein guter Tag zum Erholen. Wir haben in einem Hotel am Strand geschlafen und haben heute Vormittag Zeit, den Strand zu genießen. Nach dem Frühstück sind wir zu alten Inkaruinen gegangen. Es gab hier einen alten Inkahafen. Wir haben die Speicherräume gefunden. Leider haben die Archäologen diese Räume leer vorgefunden.

Das Meer war heute sehr unruhig, daher haben wir nicht gebadet. Wir haben nur die Füße reingestreckt, aber das Wasser im Pazifik ist mit 17 Grad sehr kalt. Brrrr! Nach einem guten Essen sind wir weiter gefahren nach Corire. Die Panamericana führt hier direkt an der Küste entlang, wir hatten eine tolle Aussicht. Nach mehreren Fotostopps kamen wir abends in Corire an. Hier gab es ein tolles Flussshrimps-Buffet. Flusskrebse in allen Variationen, auch mit viel Knoblauch! Nach einem guten Anis-Verdauungsschnaps sind wir müde ins Bett gefallen.

04 Jan. 2009 • Corire - Cabanaconde

Beim Cocatee trinken
Denise tanzt wie auf den Petroglyphen!

Kalte und luftige Höhen

Unsere Nacht in der alten Hazienda hatte ein besonderes Flair und einige konnte in der Nacht anstatt Schäfchen, Sterne zählen, so dass wir ausgeruht in den Tag starteten. Sonia hatte für den Grossteil der Gruppe eine Raftingtour organisiert, alternativ konnten die Dinosaurierabdrücke und die Petroglyphen von Toro Muerto besichtig werden.

Das Raften war vielleicht etwas unspektakulär, reichte aber dafür, dass jemand über Board ging und unser Guide ein paar Mal "anschieben" musste, weil wir im flachen Gewässer auf Grund liefen. In den ruhigeren Abschnitten hatten wir so die Gelegenheit, Fischer und Kinder zu beobachten, die Natur und den Ausblick zu genießen. Ein paar Reiher begleiteten unsere Fahrt und nach einer Brücke wurden wir bereits zum Ausstieg erwartet. Nachdem wir alle klatschnass waren, hofften wir auf einen Stopp an der Raftingstation, um uns umzuziehen. Wir machten große Augen, als der Fahrer uns am Markplatz in der Stadt raus ließ, unser Geld in Empfang nahm und verschwand…

In unseren nassen Klamotten auf dem Marktplatz die Sonne genießend, machten wir das Beste daraus und belustigten die Einheimischen mit Umziehversuchen und Sachen zum Trocknen auf den Parkbänken verteilen. Martin fand schnell Anschluss bei den Einheimischen und zog die Aufmerksamkeit des "Dorfdeppen" auf sich, der sich nur noch schwerlich von ihm trennen ließ.

Schließlich waren wir begeistert über Joses Ankunft mit dem Bus und wir fuhren schnell zur Hazienda, um das Gepäck aufzunehmen und uns umzuziehen. Eine schnelle Dusche war zwar nicht vorgesehen, trotzdem dufteten einige verdächtig frisch nach unserem Kurzaufenthalt ;-) Als alle vollzählig waren, ging es in die Höhe und auf dem Weg konnten wir Vicuñas und Alpacas beobachteten und fotografieren. Hier merkte man bereits den Temperaturunterschied. Weiter auf einem Pass angekommen genossen wir unseren ersten Cocatee, obwohl der Genuss für einige im Hintergrund stand, da sie mit Luftnot und Schwindel kämpften.

Die Strassen (?) wurden auch immer holpriger und so kämpften wir uns Stunde um Stunde voran, bis wir endlich und etwas durchgefroren im Hotel in Cabanconde ankamen. Nicht mehr alle fanden sich zu einem späten Essen im Speisesaal ein. Letztlich waren wir froh, als wir in die Betten kriechen konnten, eine sogar mit Skiunterwäsche und Handschuhen…

05 Jan. 2009 • Arequipa - Cabanaconde

bergab im Colcatal
Relaxen in den heißen Quellen

Kondor, Fahrradfahren und Thermalquellen

Nach einer ruhigen Nacht über 3400 Meter hoch sind wir auf der Tour zum Cruz del Condor gefahren. Hier kann man meistens Kondore in der freien Natur sehen. Wir haben mehr als eine Stunde gewartet, aber leider ließ sich kein Kondor blicken. Jetzt zur Paarungszeit haben sie wohl andere Termine ;-)

Also begannen wir mit den Vorbereitungen für unsere Mountainbike-Tour und voilà: ein Kondor erhob sich in die Lüfte. So haben wir wenigstens einen gesehen. Jetzt konnten wir endlich ein wenig Action machen und bergab das Colca Tal genießen. Die Tour war toll, aber aufgrund der Höhe ein wenig anstrengend. Die Landschaft war ein Traum, alles war aufgrund der Regenzeit grün, die vielen Terrassenfelder mit der großen Schlucht in der Mitte. Wir haben an verschiedenen Aussichtspunkten gehalten und beim Tunnel beendeten wir die Fahrradtour und fuhren mit dem Bus weiter bis Arequipa.

06 Jan. 2009 • Arequipa

Mittagspause im viventura Büro
Kloster in Arequipa

Die weiße Stadt

Heute sind wir auf Entdeckungsreise in Arequipa gegangen. Arequipa, die "Stadt des ewigen Frühlings", liegt 75 Kilometer von der Küste entfernt in einem fruchtbaren Tal.

Seit langem konnten wir heute ausschlafen, denn unser erster Programmpunkt fand erst um 10:00 Uhr morgens statt. Am Vormittag konnten wir zwei der Projekte kennen lernen, die von der Organisation viSozial e.V. (von viventura unterstützt) realisiert worden sind. Wir besuchten zwei Kindergärten, die in einem der ärmeren Viertel der Stadt lagen. Die Kinder empfingen uns mit offenen Armen und sogar mit einem Lied. Sofort wurden wir in Beschlag genommen. Aus unseren vier Peters wurden auf einmal vier Onkels - eine ganz neue Seite also ;-). Man kann übrigens hervorragend Spanisch lernen, denn die Kinder können einem so Einiges beibringen. Der Abschied fiel uns allen schwer…

Weiter ging es zum Mercado San Camilo, dem ältesten und größten Markt in Arequipa. Er befindet sich in einer wunderschönen alten Markthalle und an den zahllosen farbenfrohen Ständen geht es lebhaft zu. Das Angebot ist riesig: Fisch, Fleisch, Obst, Gemüse, Gewürze, Hüte, … Besonders beeindruckt hat uns der Jugo de Ranas, ein Saft, der aus Fröschen gemacht wird. Man trinkt ihn, um bei guter Gesundheit und Potenz zu bleiben.

Zum Mittagessen waren wir bei viventura eingeladen und hatten Gelegenheit, verschiedene Mitarbeiter kennen zu lernen, die mit unserer Tour befasst sind - eine nette Geste. Wir haben ein typisches Gericht kennen gelernt, dass man hier am 6. Januar isst: Puchero, eine Suppe mit Kohlrouladen, Yucca, Möhren und Rindfleisch - dank Carmencitas Kochkünsten sehr lecker!

Nachmittags stand die Stadtbesichtigung von Arequipa auf dem Programm. Wir starteten mit dem kolonialen Kloster Santa Catalina. Hinter hohen Mauern verbirgt sich eine 20.000 qm große "Stadt in der Stadt", in der über drei Jahrhunderte hinweg bis 1970 150 Nonnen mit ihren 400 Dienstmädchen lebten. Eine wahrlich beeindruckende Sehenswürdigkeit. Mit Viviana von viventura haben wir anschließend noch den Plaza Prinicpal mit der mächtigen Kathedrale besichtigt sowie die Iglesia La Compania der Jesus. Letztere weist in ihren Verzierungen Elemente der indigenen Bevölkerung auf: einer der Engel trägt zum Beispiel Federschmuck.

Nach der Führung waren wir noch ein wenig Einkaufen, bevor es zurück ins Hotel ging. Wir haben dann den Abend bei Pizza und Bier ausklingen lassen.

07 Jan. 2009 • Cuzco - Arequipa

Saqsayhuaman oder "sexy woman?"
Im Sonnentempel

Der Inkastadt Cuzco

Nach einem netten Frühstück um 4:30Uhr morgens sind wir zum Flughafen gefahren und dann weiter mit dem Flugzeug nach Cuzco. Der Flug war angenehm, wir konnten die schönen Berge von oben sehen. Im Hotel angekommen, hat uns Williams, ein sympathischer Reiseleiter, abgeholt und die Citytour konnte beginnen.

Zuerst gings zur Saqsayhuaman- Festung oder wie William sagt: Sexy woman! Eigentlich war dies gar keine Festung, sondern ein großer Speicher. Nach der guten Erklärung sind wir Richtung Quenko (das Labyrinth) gegangen, dann nach Tambomachay und am Ende besuchten wir den schönen Sonnentempel. Leider wurde in der Kolonialzeit viel davon zerstört aber trotzdem waren der Tempel und seine Geschichte sehr interessant.

Den 12- eckigen Stein haben wir auch nicht verpasst und dann hatten wir Freizeit!!!

08 Jan. 2009 • Cuzco - Cusco

Cuzco von Oben
Cuzco City

Die Dreifaltigkeit

Heute haben sich unsere Teilnehmer in drei Gruppen aufgeteilt. Gruppe 1 - Die Inkatrail-Gruppe. Für Daniela, Sandra, Cosima und Stefan"Peter" ging es heute früh am Morgen, um 6:15 los. Sie wurden vom Bus abgeholt. Die anderen haben auf den Hügeln nach Rauchzeichen Ausschau gehalten jedoch keine entdeckt.

Gruppe 2 - Das Heilige Tal: Barbara, Denise und Ulrike erforschten heute das Heilige Tal. Auf den Spuren der Inkas. Es gab viele interessante Heiligtümer, Terrassen (für Gemüse, Blumen), Badestätten und Brunnen zu sehen.

Gruppe 3 - Faulenzer (sollte ja auch mal Urlaub sein, dachten sich die 3 anderen Peter's): Die Drei tummelten sich am Marktplatz in Cusco herum und feilschten mit den Straßenverkäufern wie "die Wilden". Sie hatten sehr viel Spaß und ein Peter lachte sich fast tot. Er erzählte einen Witz und verschluckte sich selbst beim Lachen an seiner Cola und fiel ohnmächtig vornüber über die Parkbank. Witz, Cola und 3.600 m sind halt einfach zuviel auf einmal. Ein Peter setzte den Rettungsgriff ein und holte Peter wieder zurück. Keine Angst - alles wieder in bester Ordnung!

09 Jan. 2009 • Cuzco - Cusco

Beim Abendessen
Cuzco bei Nacht

Die Ruhe vor dem Sturm

Heute Morgen wieder vereint die Faulenzer-Gruppe und Heiliges Tal-Gruppe. Wir haben es ruhig angehen lassen: ein gemütliches Frühstück mit der morgendlichen Abfrage des Gesundheitszustandes. Es sind keine größeren Ausfälle zu vermerken. Dann Sinnieren darüber, wie es wohl unserer Inkatrail-Gruppe geht. Wir hoffen natürlich sehr, dass sie alle Herausforderungen meistern und freuen uns schon darauf sie wiederzusehen.

Anschließend sind wir in die Stadt gezogen und auf Einkaufstour gegangen. Hier ein Auszug der Ausbeute: Ponchos, Fingerpuppen, verzierte Kürbisse, Ketten, peruanische Mützen, Trikots, T-Shirts, Pulli gegen Kälte und Salzstangen.

Natürlich durfte ein Besuch bei Bembos nicht fehlen. Bembos ist die peruanische Variante von McDonalds (Zitat Peter: "Schmeckt wie McDonalds, heißt nur anders!") - allerdings ohne Fahr-Durch… Den Abend haben wir dann in einem typischen peruanischen Restaurant ausklingen lassen und uns dabei mental auf die anstehende Machu Picchu Tour eingestellt.

10 Jan. 2009 • Cuzco - Aguas Calientes

Der Start des Inkatrails!!
Inka Trail 4 Tage

Machu Picchu in Sicht

Ein Traum wird wahr: nun hat sich auch der Rest der Gruppe aufgemacht einen Teil des Inkatrails zu laufen und kennen zu lernen.

Frühmorgens verließen wir Cuzco mit dem Zug von Perurail und sind entlang des Heiligen Tales Richtung Machu Picchu gefahren - eine recht schaukelige Angelegenheit. Die verlorene Stadt der Inkas kann nämlich nur zu Fuß oder mit dem Zug erreicht werden. Bei Kilometer 104 stiegen wir aus, überquerten den Urubamba Fluss, unser Guide Carlos erledigte die Formalitäten - ohne monatelange Voranmeldung und entsprechende Authentifizierung ist keine Teilnahme möglich - und endlich ging es los. Zunächst circa 2,5 Stunden steil bergauf bis nach Winay Wayna (2.650m; bedeutet für immer jung), den Ruinen einer kleinen Inkasiedlung am terrassierten Berghang mit grandioser Aussicht ins Tal. Dort haben wir ein Picknick gemacht und weitere Einblicke in das Leben der Inkas erhalten.

Gestärkt ging es durch den Nebelwald weiter bis zum berühmten Sonnentor (Intipunku). Bis dahin mussten wir noch ziemlich steile Stufen überwinden. Waren wir vorher noch einsame Bergsteiger, so befanden wir uns jetzt auf der "Inkatrail-Autobahn", da der Ansturm groß war. Dennoch war es ein erhebender Moment durch das Tor zu treten und den ersten Blick auf Machu Picchu werfen zu können, der einfach fantastisch ist.

Beim Abstieg kamen wir mit der Inkastadt in Tuchfühlung, mussten sie aber zunächst links liegen lassen. Ein Bus brachte uns nach Aguas Calientes zu unserem Hostal. Ein sehr touristischer Ort, der fast ausschließlich vom Machu Picchu Tourismus lebt. Dementsprechend sind auch Preise und Qualität der Restaurants (Massenabfertigung). Zur Entspannung nahmen die meisten noch ein kurzes Bad in den heißen Thermalquellen in Aguas Calientes. Den Abend ließen wir ausklingen in einer Pizzeria und mit einem ominösen Getränk, dessen Herkunft und Wirkung bisher nicht identifiziert werden konnte.

Bemerkenswert: kurz nach Beginn unserer doch immerhin sechs Stunden dauernden Wanderung, gab es einen ersten Verlust zu melden: fast zeitgleich lösten sich beide Sohlen von Ulrikes Wanderschuhen. Wer hinter ihr lief, bekam den Eindruck sie würde mit Flip Flops laufen. Jedenfalls ließ sie sich überhaupt nicht davon beeinflussen und schoss den Berg hinauf. Hut ab! Nicht umsonst spricht man den Österreichern besondere Bergfertigkeiten zu…

11 Jan. 2009 • Cuzco - Aguas Calientes

Machu Picchu!!!!
We survived the Incatrail 4 days!!!

Die Stadt der Inkas

Der Tag hat heute sehr früh am Morgen angefangen. Um 6 Uhr sind wir Richtung Bushaltestelle und dann weiter 30 Minuten zum Eingang von Machu Picchu. Hier haben wir einen schönen Stempel von Machu Picchu in unseren Reisepass bekommen, dann durften wir rein und auf unseren Surviver warten. Nachdem wir gute Fotos der Stätte gemacht hatten, warteten wir circa eine halbe Stunde, bis unsere vier Surviver mit dem guten Williams kamen. Sie haben eine schöne Überraschung von uns bekommen, womit sie sehr glücklich waren.

Dann erzählte uns Williams etwas über Machu Picchu und darüber wie der Amerikaner Hiram Bingham die Stadt entdeckte. Einige Minuten später trafen Unmengen an Touristen in Machu Picchu ein. Wir gingen weiter, um uns den Rest der Ruinen anzuschauen und zu hören was William noch spannendes zu erzählen hatte. Die Führung durch die alte Stadt war sehr interessant. Leider konnten wir nicht allzu lange bleiben, da uns unsere Müdigkeit wieder runtertrieb.

Nach einem guten, warmen Essen begann es dann auch zu regnen und wir fuhren mit dem Zug nach Ollantaytambo, wo wir uns andere Ruinen im Heiligen Tal anschauten. Von dort aus nahmen wir den Bus nach Cuzco. Als wir ankamen gingen wir in ein Restaurant, um gut zu essen und mit einem von viventura ausgegebenen Pisco Sour anzustoßen.

Der Rest des Abends stand zur freien Verfügung und ein paar von uns nutzten dies aus, um in die Disco zu gehen.

NACHTRAG INKATRAIL: Am Donnerstag machten sich Sandra, Daniela, Cosima und Stefan auf den 42 km langen Inkatrail. 4 Tage sollten sie im Schweiße ihrs Angesichts diese bei Einheimischen oft Pilgerreise genannte Strecke zurücklegen und sich am Ende auf den langersehnten Anblick vom Sonnentor auf die Inkastätte am Machupicchu freuen. Nach dem Briefing wurde so langsam klar, dass die Strecke dem ein oder anderen einiges abverlangen würde und so wurde der Aufbruch mit gemischten Gefühlen erlebt. Axel, Uwe und Sonia verabschiedeten die Wanderer und dann ging es erstmal mit dem Bus los bis Km 82. Zwischendurch gab es noch ein Frühstück für Williams (unseren Guide) und Cocatee für den Rest. Später hieß es dann Gepäck schultern und nach einem Initiationsritual mit Cocablättern durften wir loswandern.

Während wir noch einen Stein suchen mussten, der uns den Weg über begleiten sollte, erklärte uns Wiliams die Route des ersten Tages mit Mittagessen und Abendessenstation sowie der Streckenbeschreibung. Schnell war klar, dass wir zur Motivation immer mal wieder die Ansage:"Hälfte geschafft, Hälfte der Hälfte oder auch Hälfte der Hälfte der Hälfte…" brauchten. (in den nächsten Tagen wurde das das Wichtigste überhaupt :-)) Das Mittagessen verschlug uns den Atem, die Kochmannschaft war vorraus geeilt, hatte den besten Lagerplatz ergattert und als wir ankamen, warteten bereits alle darauf uns zu bedienen. Ein komisches Gefühl…. Nach dieser Stärkung brachen wir wieder auf und kamen dann später gegen 17.30 Uhr am Nachtlager an. Die Zelte standen schon, unsere Seesäcke waren bereit und warmes Wasser in kleinen Schüsseln diente der Katzenwäsche. Das Abendessen verdrückt kuschelten wir uns dann zügig in die Schlafsäcke und waren gespannt auf den nächsten Tag.

Mit Blick auf den zu erklimmenden Bergpass (4200m) erwachte das Leben in unserem kleinen Camp und nach dem Frühstück ging es wieder weiter. Wir hatten ständig das Ziel vor Augen, auch wenn die Strecke schier nicht enden wollte. Nach Mittagsrast und Cocatee-Stärkung Rucksack geschultert und wieder los… Die Steigungen wurden immer mühsamer und schnell wurde klar, dass die Schweizer Bergziege und die Münchner Waderln am besten mit der Strecke klarkommen sollten. Sandra ließ sich aus Sympathie zu Cosima und aufgrund ihrer Fotoleidenschaft ein wenig zurückfallen, aber kurz vor dem Bergpass fanden alle zusammen und so konnte wir unseren ersten Meilenstein gemeinsam begehen. Weitere Rituale folgten, unter anderem auch ein finnischer Umtrunk, bevor wir uns an den nicht minder anstrengenden Abstieg machten, der uns zu unserem nächsten Nachtlager führen sollte. Immer wieder überholten uns Träger in atemberaubendem Tempo, um rechtzeitig vor uns das Lager bereiten zu können. Wenn man überlegt wie wir manchmal kämpften und sie uns mit dem dreifachen des Gewichtes und "Inkaschläppchen" (die Reifensandalen) förmlich überrannten, WAHNSINN!

In der Nacht zum dritten Tag regnete es eine Menge, was sich in noch grösserer Höhe als Schnnee niederschlug. Der Anblick war traumhaft und weil die Füße sowieso weh taten, wollte keiner so recht los. Aber Williams trieb unerlässlich an und so machten wir uns auf zum nächsten Bergpass (4000m) und den hammerharten Abstieg über 1100 Höhenmeter am Stück. Cosima bekam einen extra Träger aus Sicherheitsgründen mit ans Ende gestellt (der ist den Trail bestimmt noch niiiieee so langsam gelaufen) und am Ende des Tages hätten wir uns sehr über die versprochene warme Dusche gefreut, wenn der Strom am letzten Lager nicht so knapp gewesen wäre. Daniela und Sandra wagten das Unvermeidliche und duschten eiskalt!!! Stefan und Cosima begnügten sich ein Mal mehr mit Schüsselchen. Das letzte Abendessen wurde zu einem besonderen Erlebnis: die Kochmannschaft tischte auf, dass sich der Tisch bog. Alles was übrig war, wurde gekocht und zubereitet und wir wussten gar nicht wohin damit, einfach köstlich.

Nachdem sich Stefan, Sandra und Cosima bereits in ihren Schlafsäcken moralisch auf den letzten Tag vorbereiteten, erkundeten Daniela und Williams noch eine Ruine im Mondschein. Leider sollte wir den nächsten Morgen bereits um 4.00Uhr im Regen beginnen müssen und irgendwie wirkte alles völlig hektisch. Die Träger mussten bis zu einer bestimmten Uhrzeit im Ort am Bahnhof sein, um den Rückweg antreten zu können und so mussten auch wir auf die Tube drücken. Schließlich war aber alles verpackt und wir standen rechtzeitig zur Toröffnung am Lagerausgang und versuchten uns auszumalen, was uns am Sonnentor erwarten sollte. Der Weg bis dahin war noch einmal recht beschwerlich und manche Treppenstufen schier unüberwindbar. Letztlich kam auch Sandra mit Cosima im Schlepptau noch rechtzeitig am Sonnentor an, bevor die Wolkendecke aufriss und der Nebel ein paar Sonnenstrahlen auf den magischen Ort Machupicchu durchließ. Fast am Ende der inneren und äußeren Reise angelangt, durften auch ein paar Tränchen kullern und wir machten uns auf zum Treffpunkt mit den anderen. Wir unterbrachen den Abstieg jetzt nur noch um unser Ritual zu beenden: der Stein sollte noch seiner Bestimmung zukommen (er sollte einen Herzenswunsch unsererseits am Machupicchu verwahren) und auch ein Dank in Richtung Mutter Erde, Sonne und Mond musste noch dargebracht werden. Von unseren lieben Mitreisenden wurden wir mit T-Shirts und herzlichen Umarmungen wie verlorene Kinder begrüßt und wir waren uns einig, dass der echte "Liebesbeweis" in der Umarmung lag, wir hätten uns selbst nicht mehr riechen wollen.

Nach dem noch lange währenden Rückweg nach Cuzco wurden alle Erlebnisse ausgetauscht und nach einer wohlverdienten warmen Dusche, ging es gemeinsam zum Abendessen. In Cuzco liegen ein stinkender nasser Otter und Biber erschlagen unter der Dusche und Sandra und Cosima waren froh, das Kapitel "fehlende warme Duschen" endlich abschließen zu können.

Fazit: Der Inka-Trail ist spannend, anstrengend und wer es zulässt auch eine Reise ins Innere. Mit wenig Kondition muss man mehr als ein Mal den inneren Schweinehund überwinden und auch mal bereit sein den Körper zu quälen. Mit der richtigen Ausstattung und einer guten Kondition lassen sich zwischendurch deutlich besser die Aussicht und die Eindrücke genießen. Insgesamt ist der Inkatrail aber auf jeden Fall ein Highlight und auch für den ungeübten Bergwanderer machbar… natürlich mit der richtigen Einstellung.

12 Jan. 2009 • Cuzco - Santa Maria

Begrüßung bei den Familien
Fahrt durch die Hochebene

Eine lange Busfahrt

Heute brachen wir nach einem frühen Frühstück schon wieder auf. Der ein oder andere noch gekennzeichnet vom Inka-Trail mehr oder weniger humpelnd, schleppten wir die Koffer Richtung Bus. Der erste Schreck… ein langer Fahrttag und ein sooo kleiner Bus…nein, der "Grosse" konnte nur nicht vor dem Hotel wenden, also fuhren wir erstmal zum Treffpunkt. Wir sanken erleichtert in die Kissen und fragten uns kurz mit welchen Mitteln wir wohl im Bus weiter kommunizieren sollten (Spiegel, Fahnen oder Muschelhörner??), denn er war seeehr groß ;-)

Die wunderschöne Landschaft war leider etwas durchs Wetter getrübt, aber so verpassten wir nichts, als dem ein oder anderen von der Anstrengung der letzten Tage die Augen zufielen oder die Reisetagebücher dringend aktualisiert werden wollten. Einige Kilometer später wurden wir von Sonia mal wieder auf historische Highlights hingewiesen, bis wir auf den höchsten Punkt unserer Busfahrt kamen und auf dem La Raya Pass noch die Shoppinglust befriedigten. Es kamen sogar ein paar Sonnenstrahlen für uns heraus und wir hatten nun mehrere Bären und ein Lama im Gepäck. Wunderschöne Wolkenformationen und weite Ebenen, ein erster Blick auf die Berge ließen alle Schmerzen vergessen und wir freuten uns nun auf die Familien, die wir kennen lernen sollten und waren sehr gespannt auf unsere Unterkünfte für die nächsten zwei Nächte.

Bevor wir die Schotterpisten Richtung Capachica in Angriff nahmen, hieß es noch mal Buswechsel und wir stiegen in ein geländegängigeres Modell um. Wir waren schwer beeindruckt von der Landschaft und von den freilaufenden Tieren und mehr als einmal hörte man "och, wie süß" und "Foto!!" Schließlich bekamen wir einen ersten Eindruck von der Sportbegeisterung der Einheimischen, als wir kurz vor Santa Maria auf dem Dorfplatz das Volleyballspiel unterbrachen, um nach dem Weg zu fragen.

Nun kamen wir nach Santa Maria, einem lang gestrecktem Dorf an der Strasse. Am Haus von Don Thomas, dem Kommunenvorsteher, hielten wir an und wurden von den Familien begrüßt, die uns für die nächsten zwei Nächte beherbergen wollten. Ein aufregender Moment, wir wurden mit wunderbaren Blumenketten empfangen und alle waren so ausgesprochen offen und höflich, auch wenn wir uns leider so schnell die Namen gar nicht merken konnten. Nach einem kurzen Tee, waren wir schnell aufgeteilt und die Familien übernahmen die Führung zu den Wohnsitzen. Die Kinder waren die schnellsten in der "Eingemeindung" nahmen unsere Hände und ruckzuck war man Teil der Dorfgemeinschaft. So sollte es bleiben, da die Mahlzeiten gemeinsam im Gesellschaftsraum bei Don Thomas eingenommen wurden, während die Familien liebevoll draußen (manchmal war es bitterkalt) warteten. Jede Einladung unsererseits wurde abgewiesen, was uns natürlich traurig stimmte, aber der herzliche Umgang blieb.

So endete der erste Abend recht bald und die "Auswärtigen" machten sich auf den Heimweg, während eine kleine Gruppe den Aufenthalt bei Don Thomas genoss. Überall waren liebevoll die Zimmer gerichtet und wir sanken müde und erschöpft in die Betten.

13 Jan. 2009 • Capachica

Unsere Einheimischen
Fußball auf 3800m Höhe

Die Dorfmeisterschaft

Für unsere Verhältnisse durften wir heute einmal etwas länger ausschlafen… Frühstück um 8.30 ;-) die Nacht wurde aber recht unterschiedlich empfunden. Obwohl sich alle über die Ruhe freuten, beklagten doch einige Schlaflosigkeit. Ob wegen der Höhe, des Gewitters, des fehlenden Pisco, des Esels oder sonst eines Grundes wegen blieb ungeklärt…

Nachdem wir beim Frühstück zwar die imposante Aussicht über einen Teil des Titicacasee genießen konnten, wurde der Eindruck durch tief hängende Wolken getrübt. Das sollte zum Glück nicht lange so bleiben. Axels Sonnenbestellung und Danielas Sonnengottanbetung zeigten Wirkung und nachdem der Tagesplan ein paar Mal schon revidiert wurde, rissen die Wolken auf und die Sonne entfaltete ihre "Höhenwirkung". Dem Spaziergang auf den Hausberg stand nun nichts mehr im Wege. Die Gruppe machte sich mit zwei Dorfbewohnern auf den Weg. Sandra und Cosima erkundeten in der Zwischenzeit weiter die tierischen Bewohner des Dorfes und stellten fest, dass die offene Art sich nicht aufs liebe Vieh übertrug, die doch eher zurückhaltend öfter mal ihr Hinterteil in die Kamera streckten.

Auf dem Weg zum Berg wurde den anderen demonstriert, dass sich hier auch die Männer an der Handarbeit beteiligten. Die berühmte Andenspindel ist so ziemlich überall dabei und so nutzten die beiden Herren des Dorfes die Gelegenheit, während der Wanderung ihrer Tätigkeit weiter nachzugehen und uns den nötigen Respekt abzuringen. Unterbrochen lediglich durch die Lehrstunde wie man hier Naturshampoo herstellt, gelangte die Gruppe auf den Aussichtspunkt, von dem man einen herrlichen Rundumblick hatte. Die Verweilzeit wurde mit Fotos und einfach mal sich auf dem ein oder anderen großen Stein breit machen genutzt, bevor man sich wieder an den Abstieg machte, um bei Don Thomas einzukehren und die Erlebnisse auszutauschen.

Das Mittagessen genossen wir ebenfalls, bevor wir danach einen weiteren Einblick in die handarbeitliche Kunstfertigkeit erlangen durften. Wunderbaren Teppichwebereien, kunstvollen Knüpfarbeiten und Stricken der berühmten Perumützen widmeten sich die Frauen und Mädchen, während die Männer weiter die Wolle sponnen. Don Thomas wurde seiner Standes gerecht und verteilte nach geraumer Zeit Coca-Blätter zur Steigerung des Durchhaltevermögens, bevor dann auf einmal heftiges Getuschel und aufgeregte Betriebsamkeit auf der Dorfbewohnerseite entstand.

Wir wurden als Andenbewohner verkleidet!! Die traditionellen Gewänder wurden kunstvoll angelegt, die Hüte und Mützen aufgesetzt und dann fanden wir uns unter heftigem Lachen und Gekicher allesamt zum Gruppenfoto ein. Ein herrlicher Anblick! Sonia musste mit allen Fotoapparaten die Szene festhalten und das allein war auch ein Foto wert. Sie sah aus als hätte sie eine Gruppe Japaner überfallen!

Nun kam aber das Highlight für uns. Die Kinderschar des Dorfes wurde zusammengetrommelt und wir weihten den noch schnell besorgten Fußball ein. Zuerst auf der Strasse und später auf einem "Platz", dessen Mitte ein riesiger Stein zierte. Die Frauen und Mädchen spielten Volleyball und so vergingen die Stunden bis zum Abendessen schnell. Die Terrassen und Abhänge wurden reichlich erkundet und Sandra und Barbara zeigten enorme Ausdauer beim Ball holen. Wie sie da über Steine und Mauern sprangen, um dann keuchend den Berg wieder hinauf zu hechten. Beeindruckend! Beim Fußball profilierten sich Ulrike und Daniela als Torfrauen, wobei Ulrikes Truppe die Oberhand gewann und als Sieger aus dem Match hervorging. Alle Seiten zeigten aber höchsten Einsatz und wir alle waren froh, dass ich niemand ernsthaft verletzte, auch wenn Uwes Rücken da irgendwie anderer Meinung war.

Das Abendessen wurde nach diesem sportlichen Tag entsprechend verschlungen und die Runde danach zeitig aufgelöst. Schließlich hieß es für den nächsten Tag wieder Frühstück um 5.00h in der Früh, damit wir rechtzeitig das Boot erwischen sollten….

14 Jan. 2009 • La Paz - Capachica

Bei den Tiahuanaco Ruinen
Und schmeckt das?

Eine Bootfahrt, die ist lustig…

Uiuiui, heute ging es wieder früh los. Gähnend saßen wir im Gemeinschaftssaal und konnten trotzdem der Wolken wegen (wieder mal) den Sonnenaufgang nicht sehen. Aber nachdem unser Boot ja schon um 6.00h ablegen sollte, mussten wir uns so zeitig schon treffen. Das Frühstück war wie immer lecker und der Abschied fiel nach den zwei so wunderbaren Tagen sichtlich schwer, zu herzlich war die Aufnahme in der Dorfgemeinschaft gewesen.

Don Thomas begleitete uns zur Marina, äh Anlegestelle, vorbei am "Volleyball"- und "Fußballplatz" (da kamen wieder Erinnerungen hoch). Das Boot, das uns über den Titicacasee nach Puno bringen sollte, hatte genügend Platz für alle, so dass man sich entscheiden konnte, ob man der kalten Luft draußen trotzen oder doch lieber etwas wärmer im Inneren verbringen wollte. Wie hielten uns mit Liedern eine Weile warm, die Sangesqualitäten hatten wir nun schon mehrfach mit unterschiedlichem Erfolg getestet. Schließlich wurde aber doch mit Mützen und Handschuhen nachgesteuert bis wir schließlich an einer Uro-Insel hielten. Dieses Völkchen hat sich das Wachstum der Tortora-Schilfpflanze zunutze gemacht und gestaltet seinen Lebensraum damit. Die Wurzelballen werden im See schwimmend zusammengefasst und mit Schilf bedeckt, darauf Hütten gebaut, Boote mit dem gleichen Material gestaltet, sie werden auch zum Essen genommen (unseren Geschmack hat es nicht so ganz getroffen) und so gestaltet sich das Familienleben auf den schwimmenden Inseln (ca. 7-8 Familien leben auf einer Insel). Uns war es ganz schön kalt und der Souvenirkauf wurde nicht zu einem lang gedehnten Einkauf… Schnell wieder aufs Boot und weiter in Richtung Puno.

In Puno angekommen erwartete uns schon ein kleiner Bus mit unserem Gepäck und wir machten uns auf in Richtung Grenze. Das frühe Aufstehen forderte nun langsam seinen Zoll, so dass Axel einen schönen Film über unseren "Schlafwagen" machen konnte, dem nur noch Ulrike und er selbst trotzte, während Sonia gerade noch rechtzeitig wieder die Augen auf bekam.

Nach einem kurzen Halt an der Küste mit einem herrlichen Ausblick auf den See (die Sonne war auch wieder herausgekommen) und einem Picknick fuhren wir weiter bis Desaguadero direkt an der Grenze. Wir mussten uns aus bürokratischen Gründen kurz von Sonia trennen, aber sie ließ uns in den Händen von Carlos, bei dem wir und unser Gepäck bestens aufgehoben waren. Erst die Formalitäten auf peruanischer Seit für die Ausreise, dann Geldwechsel, ein kurzer Fußmarsch über die Grenzbrücke und dann die Einreiseformalitäten auf bolivianischer Seite. Ein neuer Bus, auch Sonia war wieder an Bord und ab ging die Fahrt.

Unser nächster Halt waren die Ruinen von Tiahuanaco. Die Blütezeit der Tiwanaku-Kultur lag deutlich vor der der Inka-Kultur und so gewannen die Symbole und Formen eine neue Bedeutung, die Inka haben "geklaut"!! Jedenfalls war es schon beeindruckend, was für schöne Tonkrüge hergestellt und welche Steinformationen bearbeitet wurden für diese Tempelanlage. Leider wurde viel zu spät die Bedeutung der Anlage erkannt und auch fehlten lange finanzielle Mittel für die adäquate archäologische Erschließung. Mittlerweile sind einige Teile rekonstruiert und die Monolithen sind gewaltig in Form, Größe und Ausgestaltung.

Der nächste Halt ließ uns unter Carlos' Anleitung die Schönheit und die Gipfel der Königskordilleren erkennen und die Fotoapparate klickten wieder wild umher. Sandra leider immer noch akkulos musste die Ansicht in ihrem Herzen verwahren… Diese Formation begleitete uns nun bis El Alto, dem bekannten Vorort von La Paz. Das Arbeiterviertel bereitet einen nicht im Geringsten auf den Anblick der "Kesselstadt" vor. Bereits kurz vor dem Mirador gelang uns ein erster Blick und den meisten blieb dann doch der Mund offen stehen… die Stadt schmiegt sich über diesen gesamten Kessel an den ansteigenden Höhen an und reicht entlang des Tals über 600 Meter in die Tiefe. Atemberaubend. Die Hochhäuser kennzeichneten das Stadtzentrum und dank eines auffällig grün gestrichenen Hotels konnten wir mit Carlos Hilfe auch die Lokalisation unseres Hotels ausfindig machen.

Nur der Stadtverkehr hielt uns noch von der Ankunft am Hotel ab, aber unser aufgeweckter Reiseleiter verkürzte uns die Zeit ungemein. Am Hotel angekommen, wurde die Zeit knapp, alle wollten duschen und das Briefing von der Mountainbike-Tour stand doch noch an… mit frischen Duft ließen wir uns nun einweihen, was die Radfahrer am Freitag erwarten sollte. Der Welcome-Pisco-Sour kam da gerade recht, wenn er geschmacklich auch nicht viel mit den bisherigen zu tun hatte. Danach entschwanden wir mit Sonia in ein FastFood-Restaurant: Pollo Copacabana. Ein Tweetie-Verschnitt ziert das Logo, die Menü-Auswahl gestaltete sich ähnlich aller anderen Ketten auch und so saßen wir bald alle mampfend zwischen den Einheimischen.

Die Erfahrungen mit dem ersten bolivianischen Bier waren derart unterschiedlich, dass man sich nur wundern konnte, dass auch Denise, Sandra und Cosima den Weg wieder heil ins Hotel fanden (die ausgesuchte Bar war doch eher ein "niederer Anmachschuppen", die Musik aber klasse und das Bier billig).

15 Jan. 2009 • La Paz

Salteñas - nicht einfach zu essen, aber lecker!
La Paz

Stadttour !!

Carlos - unser Reiseleiter - hat uns um 9:00Uhr mit dem Bus abgeholt und uns ins Mondtal gefahren. Auf dem Weg dorthin erzählte er uns viel Interessantes über La Paz und wir merkten sofort, dass es tödlich wäre in La Paz Fahrrad zu fahren!!!

Vom Mondtal aus hat man einen super schönen Ausblick. Von einem Aussichtspunkt aus machten wir Fotos und fuhren dann ins Zentrum, wo wir auf dem Hauptplatz unseren nächsten Stopp einlegten, um uns den Regierungspalast und die Kathedrale anzuschauen. Danach stärkten wir uns mit Salteñas, "Maultaschen". Salteñas sind eine Art Empanada, jedoch um einiges saftiger und deshalb ziemlich schwer zu essen.

Zum Schluss gingen wir noch auf den Hexenmarkt, wo verschiedene Kräuter und Amulette verkauft werden, an die viele Bolivianer auch heute noch glauben. Den Nachmittag hatten wir zur freien Verfügung!!!

16 Jan. 2009 • Santiago - La Paz

Evo Morales
Eine neues Adventure: Death Road!

Die gefährlichste Straße der Welt

Heute stand für den Großteil der Gruppe ein absolutes Highlight an. Eine Downhill-Mountainbike-Tour auf der gefährlichsten Straße der Welt. Der alte Transportweg wird mittlerweile fast ausschließlich für diese Touristenattraktion genutzt, weil man sich entschlossen hatte, eine neuere Straße entlang des gegenüberliegenden Berges zu bauen. Bis 2005 kamen hier viele, viele Menschen ums Leben.

Um 7.30 Uhr ging es mit einem Van los in Richtung der höchsten Stelle und nach Instruktion, Ankleide und Fahrradtest ging es hinab. Kaum etwas zu sehen und dann noch bei einem gewissen Tempo die Spur zu halten, verlangte Sandra, Daniela, Barbara, Ulrike, Stefan, Uwe und Axel einiges ab, während Cosima sich das ganze aus dem Van anschaute und für die Fotos zuständig war.

Denise und Martin bestiegen unterdessen den 5.300m hohen Gipfel in der Umgebung und konnten nochmal am eigenen Leib verspüren, wie die Höhenluft Einfluss auf die allgemeine Leistungsfähigkeit nimmt. Selbst ein paar hundert Meter zu gehen, wurde dort schon zur Tortur, aber wie so oft entschädigt der Ausblick für vieles. Ein letzter Blick auf den Titicacasee, ein toller Blick auf La Paz….

Unterdessen musste sich die Gruppe der Mountainbiker von ihrem Support Vehicle trennen, da ein Erdrutsch eine Weiterfahrt mit dem Auto unmöglich machte. Das Wetter wurde allerdings zunehmend besser und so konnte die Gruppe den weiteren Weg mit deutlich besserer Sicht in Angriff nehmen. br>
Cosimas Intensiv-Spanischkurs mit dem Fahrer des Van wurde auf der neuen Umgehungsstraße fortgesetzt und nach einiger Zeit traf man sich an einem der vielen Kontrollpunkte wieder. Nachdem die Räder wieder verstaut waren, wurde die Fahrt zu einem nahegelegenen Hotel aufgenommen und dort konnte sich die Mannschaft duschen und im Hotelpool abkühlen.

Eine kleine interne "Arschbomben-Meisterschaft" wurde ausgetragen, der Sieger will aber unerkannt bleiben :-) Nach einem ausgiebigen Essen und einer Mahlzeit für die Mücken (Ulrike und Cosima waren wieder mal die Leidtragenden) wurde die Rückfahrt angetreten. > Die war dann auch noch ganz schön abenteuerlich…der Van spuckte und sprotzte, saufte ein paar mal ab, ließ sich kaum noch starten und jeder gute Radfahrer hätte den Van trotz der Höhe im Anstieg überholt. Ein platter Reifen wurde in La Paz dann noch mit der Fahrradpumpe wieder aufgepumpt und so kamen die Radler dann doch wohlbehalten im Hotel an. Die Zeit dazwischen wurde mit einem Charakterrate-Spiel verkürzt und so waren Ulrike mit Biene Maja, Sandra mit Pippi Langstrumpf , Stefan als Mr. Spock und Axel als Niki Lauda bestens beschäftigt…

Den Abend ließen wir diesmal im "Traffic" ausklingen, einem Mischmasch aus Restaurant und Disco. Da die Einheimischen doch deutlich später die Gegend unsicher machen, waren wir eigentlich unter uns. Die Cocktails waren wieder richtig lecker und so machten wir uns relativ spät nach einem ereignisreichen Tag auf den Rückweg zum Hotel, um am nächsten Tag die Weiterreise nach Sucre in Angriff zu nehmen.

17 Jan. 2009 • Sucre - La Paz

Am höchsten Flughafen der Welt
Sucre

Weiße Kolonialpracht Sucre

Ausschlafen! Ein Bus holte uns gegen 10:30 Uhr ab und brachte uns zum Internationalen Flughafen nach La Paz. Mit etwas Verspätung konnten wir unseren Flieger besteigen, der uns nach Sucre bringen sollte: eine Boeing 727-200. Sicherlich ein Modell mit Seltenheitswert: Einstieg war hinten. Erscheinungsbild von Maschine und Personal im sympathischen 70er Jahre Stil. Die Start- und Landebahn wurden bei Abflug und Landung jeweils voll ausgenutzt. Wer Interesse daran hatte, wie ein Flugzeug gesteuert wird, kam voll auf seine Kosten. Jede einzelne Navigation war deutlich zu hören und zu spüren.

Nach kurzem Flug in Sucre wohlbehalten angekommen, bestiegen wir das nächste Verkehrsmittel: einen Kleinbus, dessen Kopfstützen mit edelstem weißen Lack überzogen war. Die Innenwindschutzscheibe zierte eine bunte Blumengirlande, untermalt wurde das Ganze von asiatischen Klängen.

Nachdem wir im sehr schön gelegenen Kolping Hotel, übrigens mit toller Aussicht auf die Stadt, eingecheckt hatten, ging auch schon unsere Besichtigungstour los.

Unser Guide Mariella erzählte uns in der Casa Libertad Interessantes aus der Geschichte der Stadt Sucre und von Bolivien. Namensgeber der Stadt ist General Jose de Sucre, neben Simon de Bolivar (Namensgeber für Bolivien), einer der zentralen Figuren im Unabhängigkeitskrieg gegen Spanien. Am 6. August 1825 wurde hier im Haus der Freiheit die Unabhaengigkeit Boliviens erklaert und die Unabhängigkeitsurkunde unterzeichnet. Die 1538 gegründete Stadt Sucre liegt auf 2.790 Metern Höhe, zählt heute ca. 280.000 Einwohner und hat eine ausgesprochen entspannte Atmosphäre sowie ein andalusisch anmutendes Flair. Die sehr gepflegte Stadt gilt als die schönste Boliviens und ist die konstitutionelle Hauptstadt Boliviens, auch wenn der Regierungssitz in La Paz ist.

Der restliche Nachmittag stand zur freien Verfügung, den einige von uns zu einem Nickerchen nutzten. Gemeinsames Abendessen gab es in einer Pizzaria. Hier ließen wir auch den Abend mit interessant schmeckenden Cocktails ausklingen.

18 Jan. 2009 • Sucre - Potosi

Stadtführung in Potosi
Potosi

Die höchste Stadt unserer Reise

Noch einmal mussten wir sehr früh losfahren. Die Fahrt dauerte etwas mehr als 3 Stunden. Die Landschaft war spektakulär, leider hat sie niemand gesehen, da alle schliefen;)

In Potosi angekommen ging es erstmal ab ins Hotel, wo wir auch unseren Reiseleiter Willfredo trafen. Wir mussten uns beeilen, damit wir noch rechtzeitig ins Münzhaus kommen. Aber wir hatten Glück und haben es noch rechtzeitig zur Führung geschafft, welche sehr interessant war…

19 Jan. 2009 • Potosi - Uyuni

Auf dem Weg nach Uyuni
Cerro Rico

Die Fahrt in die Salzwüste

Heute war ein langer, aber schöner Tag. Zunächst fuhren wir zu einer Mine und übergaben den dortigen Arbeitern unsere zuvor eingekauften Cocablätter, Zigaretten sowie Dynamit. In der Mine mussten wir Schutzkleidung tragen. Die Arbeit dort ist sehr hart und die Minenarbeiter haben sogar ihren eigenen Gott, welchen sie Tio nennen, was übersetzt Onkel heißt.

Nach diesem Minenabenteuer sind wir weiter nach Uyuni gefahren. Auf dem Weg dorthin hatten wir kurz noch eine kleine Autopanne aber letzendlich ist alles gut gegangen. Mittags hat uns Sonia auf ein paar leckere Salteñas eingeladen.

Nach ca 6 Stunden Fahrt sind wir endlich in Uyuni angekommen und haben eine Pizzaparty für Stefan gemacht. Der hatte in Bolivien, aufgrund der Zeitverschiebung, nämlich schon Geburtstag. Es war ein schönes Tag!

20 Jan. 2009 • Chuvica - Uyuni

Ein Bananen Split!
Feliz cumpleaños Stefan!!

Ein Kaff im Niemandsland

Nach der Pizzaparty vom Vortag wurden wir heute zu einer moderaten Zeit mit Jeeps am Hotel abgeholt. Auf wundersame Art und Weise hatten sich zwei Gruppen gebildet und so konnte nachdem das Gepäck seinen Platz auf den Dächern der Jeeps gefunden hatte gestartet werden.

Als erstes ging es zum Eisenbahnfriedhof. Nachdem keiner sich so richtig vorstellen konnte, was sich dahinter verbirgt, waren wir doch erstaunt als wir die fast 150 Jahre alten verrosteten Ungetümer entdeckten. Tatsächlich sind dort alte Lokomotiven und Eisenbahnwagen "begraben". Nachdem man in Bolivien den Zugang zum Meer verloren hatte, hat man die Eisenbahnen dort einfach abgestellt und scheinbar vergessen. Sprüche wie "so ist das Leben" und "hier braucht es einen wirklich guten Mechaniker" waren natürlich beliebte Fotomotive.

Noch einmal passierten wir Uyuni bevor wir dann Richtung Salzfabrik aufbrachen. Wir sollten lernen, wie das Salz aus der Wüste transportiert wurde und dann weiterverarbeitet wurde. Das Brennholz für den Trocknungsvorgang wird aus 30 Kilometer Entfernung herangeholt während das Salz quasi vor der Tür liegt. "Kinderarbeit" ist hier kein Fremdwort, die ganze Familie muss halt mithelfen.

So informiert ging es weiter und wir bekamen einen ersten Eindruck vom Salzsee als wir ein Stückchen weiterfuhren. Natürlich wurden erste Fotos geschossen, auch wenn Sonia um Geduld bat, der "große" Fotostopp sollte erst nach dem Mittagessen stattfinden. Vorher stand aber noch ein Besuch bei einem Salzhotel an. Das hat uns alle ein bisschen enttäuscht. Die Salzblöcke sind über die Zeit deutlich verwittert und nicht mehr so schön weiß und die touristische Vermarktung hat dem Hotel viel Flair geraubt. Unserer Fotolaune hat das wenig Abbruch getan und wir konzentrierten uns auf die Fahnen vor dem Hotel.

Weiter ging’s zur Insel Incahuasi unserer Mittagsstation. Wir wurden ein wenig auf den Arm genommen, weil die Insel von einer Seite anfuhr, von der sie sehr einsam wirkte und wir freuten uns auf Ruhe… um die letzte Biegung der Insel und uns holte die Realität ein. Es war DIE Anlaufstation für alle Touristen zur Mittagsrast. Unsere Köchin hatte gute Arbeit geleistet und wir konnten uns für einen Rundgang auf der Insel stärken, während die Sonne erbarmungslos vom Himmel brannte. Wir waren die einzigen ohne Sonnenschirme und so konnten die Sonnenhüte wieder eingesetzt werden.

Nun sollten wir endlich zu den beliebten Fotos kommen. Sonia hatte den Plan fürs Gruppenfoto schon verkündet: Wir sollten uns alle "auf" eine Banane setzen. Und nachdem hier der Startschuss gefallen war, waren der Phantasie und Kreativität keine Grenzen mehr gesetzt. So entstand auch das Bild von Axel und Sandra, die wir gemeinsam auf ein Lama setzen wollten.

Einige knipsten und posierten bis zur Erschöpfung und der Rotwein tat sein Übriges… wir zogen also weiter und fuhren nahezu endlos in der Salzwüste herum, bevor wir wieder Sand und Schotter unter den Reifen hatten. Der Weg führte uns zur unserer Unterkunft. Es war wirklich ein Kaff… in einer Lehmeinfriedung standen ein Dutzend Häuser und das Haus, in dem unser Schlafsaal (Mädchen und Buben getrennt) untergebracht war. Mürrische Mienen entstanden, weil uns (auch Sonia) Getränke zum Verkauf versprochen war und wir nun mit trockenen Kehlen da saßen. Sonia sammelte Geld und den Fahrer ein und kaufte das nächstgelegene Dorf leer: 18 Liter Bier und zwei Flaschen Wein, das könnte ein langer und intensiver Abend werden… wurde es auch ;-) Stefans Geburtstag sollte schließlich ausgiebig gefeiert werden.

Die Nacht wurde dann doch recht kurz. Axel stellte immer wieder die Sangeskünste der Anwesenden in Frage und der Bierkonsum sollte da auch nur wenig helfen. Es wurde lauter aber nicht besser. Cosima und Barbara fanden zwar den Weg in die Betten, aber auch dort war an Schlaf nicht zu denken… es wurde eher ein Musikratespiel. Allerdings blieben die Sänger die Antwort manchmal mehr als schuldig, die Melodien waren einfach nicht zu erkennen.

Als um 3.30h schließlich das Wecken angesagt war, musste nur die Reiseleiterin geweckt werden, alle anderen waren ja noch wach… dementsprechend ruhig war es auf der ersten Etappe des neuen Tages auch wenn der ein oder andere Pipi-Stopp mehr eingelegt werden musste.

21 Jan. 2009 • Chuvica

Die schöne Cañapa Lagune
Da fehlt ein bisschen Farbe?...

Schleuserbande -Insider-

Heute um 4 Uhr morgens begann die Fahrt auf einer Schotterpiste. Viele von uns sind diese Nacht gar nicht erst ins Bett gegangen und haben so ihren Schlaf erst im Jeep nachgeholt, so dass wir gar nicht merkten, wie "lustig" die Straße war. Aber als wir den Sonnenaufgang am Horizont über der Wüste sahen und bei einer Lagune mit Flamingos unser Frühstück zu uns nahmen, fühlten wir uns wieder fit genug für den Rest des Tages.

Auf der Weiterfahrt sahen wir neben Flamingos noch ein paar weitere Lagunen, witzige Steinformationen, sprühende Geysire und badeten in heißen Thermalquellen. Bei der Laguna verde überlebten wir Windstärke 10, kamen dann zum Grenzübergang von Chile, wo wir unser Fahrzeug wechselten und vorbei an Andenfüchsen und Gepäckkontrollen auf einer angenehm geteerten Straße endlich in San Pedro de Atacama ankamen.

Nach einer gut tuenden Dusche ging es auf zum Abschiedsessen. Leider machen in San Pedro alle Läden um 12 Uhr zu, was nach der kurzen Nacht aber nicht wirklich schlimm für uns war.

22 Jan. 2009 • San Pedro De Atacama - Atacama Desert

Das letzte Gruppenfoto
Wo ist meine Gruppe!!

Wüste(n)höhlen sind für große Menschen nichts

Nachdem wir uns gut erholt hatten, genossen wir heute unseren freien Vormittag und gingen auf Souvenirjagd. Danach gab es Mittagessen und um 14:30 Uhr fuhren wir zum Tal des Todes sowie zum Mondtal, wo wir schöne Bilder machen konnten. Leider hatten wir den Sonnenuntergang gerade verpasst.

Danach fuhren wir nach Calama zum Flughafen, wo wir uns von Sonia verabschieden mussten und uns von einem Teil der Gruppe trennten ;-( 3 von uns warteten auf einen späteren Flug. Wo sind die Spätflieger???

23 Jan. 2009 • Santiago - San Pedro De Atacama

San Cristobal in Santiago
Keine Koffer da!

Cafe mit Bein - oder wie war das noch??

Die drei Spätflieger Ulrike, Denise und Axel landeten nicht nur sehr spät sondern auch im "falschen Hotel", dass zum Glück die gewünschte Zimmeranzahl frei hatte. Deswegen fiel der Irrtum erst am nächsten Tag auf als man sich nicht wie gewohnt zum Frühstück traf. ;-) Adrian unser lokaler Guide holte dann erst die drei ab und dann den Rest der Gruppe, um die gemeinsame Citytour zu starten. Wir erkundeten das Zentrum von Santiago zufuß vom Präsidentenpalast bis zum Mercado Central, wo wir die Fischspezialitäten des Landes probierten. Natürlich durfte bei unserem Santiagobesuch auch ein Kaffee (mit Bein) nicht fehlen. Am Nachmittag fuhren wir den Stadtberg mit Aussicht auf die Stadt mit der Gondelbahn hinauf und mit einer alten Standseilbahn wieder hinunter. Danach gönnten wir uns ein Schläfchen oder ein Bierchen, bevor wir unseren persönlichen Abschied in einem netten Restaurant namens "La Boheme" begingen.

24 Jan. 2009 • Santiago - Santiago de Chile

Präsidentenpalast in Santiago
Handwerksmarkt Los Dominicos

Ein trauriger Tag

Heute hatten wir unser letztes gemeinsames Frühstück, schossen das letzte gemeinsame Foto bevor es zum Flughafen ging. Wir verabschiedeten uns von Stefan, der noch eine Woche länger in Chile bleibt, von Ulrike, die noch auf die Osterinsel fliegt und von Barbara, die ein wenig später Richtung Heimat fliegt. …Und natürlich nicht zu vergessen von Südamerika!