Reisebericht

Hier können Sie sehen, was unsere Reisenden auf ihrer Reise erlebt haben.

16 Feb. 2012 • Frankfurt - Quito

Quito
Quito

Beinahedramen

Hola! Wir sind doch tatsächlich in Quito angekommen. Und das nach folgenden drei Beinahedramen:

1. (gehört im Radio, 5h30, Airporthotel Frankfurt) "Streik am Frankfurter Flughafen…" Och nee, dann wäre das aber eher eine kurze Reise… Doch kein Problem, der Streik sollte erst am Nachmittag beginnen! Also auf nach Madrid! 2. (Durchsage am Gate in Madrid, ca. 13h00) "We'd like to ask all passengers who could take a later flight…" Och nee, der Flieger ist überbucht! Aber wir müssen doch… Kein Problem, mit Bordkarte klappt das, also auf nach Guayaquil! 3. (Pilot, über Quito kreisend, gegen 1h00) "Due to bad weather condition we might have to return to Guayanquil…" Och nee… aber dann zum Glück: doch!

Total übermüdet, nach gefühlten siebenhundert Stunden Flug, wurden wir dann doch noch von unserem Reiseleiter Eddy vor dem Flughafen in Empfang genommen. Um 2h15 dann noch ein schneller Tee im Hotel und ab ins Bett…

Buenas noches!

17 Feb. 2012 • Quito

Gruppenbild in San Agustìn
Ines und Michael auf 3035m

Wie spät ist es denn jetzt wirklich?

Hola! Gestern Nacht hatten wir uns noch auf den Start um 8:30 Uhr geeinigt, ein hehres Ziel nach den Strapazen der Anreise. Aber Dank des Biorhythmuswirrwarrs kein Problem, so früh schon wieder auf den Beinen zu sein. Mit unserem "Multibus" ging es los zum viventura-Büro, wo uns ein herrliches Frühstück erwartete. Schön draussen im Garten sitzend, zwischen Zitronenbäumen (und -gras), Hibiskusblüten und Sonnenstrahlen erzählte uns Tom noch ein paar mehr Details zu unserer Reise und dem visozial-Projekt vor Ort.

Ja, richtig gelesen: Sonnenstrahlen. Der Sonnentanz am Vorabend hatte sich gelohnt! Deshalb fuhren wir dann auch als erstes zum Aussichtspunkt EL PANECILLO (zu Deutsch: das Brötchen!?) oberhalb Quitos, denn wir wollten die Gunst der Stunde nutzen - wann hat man schon mal eine solche Sicht über diese nicht enden wollende Stadt?

Weiter dann zu einem Bummel durch die Altstadt, oder besser durch die Straßenzüge, durch die man sich halbwegs sicher bewegen kann. Eddy macht schon jetzt seinem Beruf als Reiseleiter alle Ehre. Wir haben schon nach ein paar Stunden (und Kirchen) wahnsinnig viel über Land, Leute, Historie, Flora und Fauna von ihm erfahren, dass wir gespannt sind, wie es weiter gehen wird!

Abends waren wir dann noch schnell hier im Viertel MARISCAL etwas essen und langsam ruft das Bett…

P.S.: Mom - alles Liebe zum Geburtstag!

Buenas noches!

18 Feb. 2012 • Otavalo - Quito

Otavalo-Markt
Otavalo-Markt

Reise zum Mittelpunkt der Erde (fast)

Hola! Wir sind's wieder… Kurzer Nachtrag zu gestern: Natürlich sind wir nicht mit einem Multibus unterwegs, sondern mit einem "Volksbus"! Welch ein faux-pas…

Um es kurz zu machen: Es regnet. Da fällt das Aufstehen schwer, das Frühstücken auch, der Glaube an den Sonnengott, den man mit vorabendlichen Tänzen hat beschwichtigen wollen, droht, verloren zu gehen - aber kaum ist der letzte Kaffee getrunken, das letzte Omelette verspeist, hört es so plötzlich wie pünktlich auf zu regnen. Wir Glückspilze.

Mit dem Bus ging es zunächst zum Supermercado, wo wir uns mit Wasservorräten und Snacks eindeckten. Dann weiter zum Markt von Otavalo (2.500m). Auf dem Weg dahin erfuhren wir von Eddy viel über die Rosenindustrie Ecuadors, die Vorlieben der Russen für 2-Meter-Stängel, während es die Amis eher klein und dick bevorzugen. Die Deutschen wollen eher den Durchschnitt. Gut zu wissen.

In Otavalo angekommen, wurde zuerst klar, dass der Hinweis, sich in Äquatornahe mit Sonnencreme und Kopfbedeckung vor der enormen Kraft der Sonne zu schützen, durchaus berechtigt war. Von Regen eben keine Spur. Auf dem Markt bot sich dann ein buntes Bild aus Schals, Mützen, Decken, Traumfängern, Schmuck, lokalem Kunsthandwerk, Lederwaren aller Art, aber auch Lebensmitteln wie Getreide, Fleisch und einem unglaublichen Angebot an Obst und Gemüse… Speisen wurden auch vor Ort zubereitet und angeboten, ob das dem frisch angereisten, mitteleuropäischem Magen aber bekommen würde, wollten wir besser (noch) nicht ausprobieren.

Nach rund zwei Stunden auf dem Markt machten sich dennoch unsere Mägen bemerkbar und Eddy führte uns zu einem Imbiss ein paar Straßen weiter. Danach hieß es, frei nach Jules Verne, auf zur Mitte der Welt.

Gut, in Europa hätte man wahrscheinlich ein vier Kilometer hohes hochglanzpoliertes Edelstahlgebilde aufgestellt - hier genügt eine orangefarbene, etwas hoch geratene Litfaßsäule… Irgendwie hatten wir "die Mitte der Welt" etwas pathetischer erwartet, auf der anderen Seite aber war die Einfachheit aber auch sehr sympathisch. Am Boden des (geschätzt) zwölf Meter hohen Rohres war ein Spiegel installiert, den exakt zweimal im Jahr, nämlich an Sommer- wie Wintersonnenwende, die dann direkt senkrecht darüber stehende Sonne anstrahlt, ohne jeglichen Schatten zu werfen. Schade nur, dass weder einer dieser Termine war, noch dass überhaupt die Sonne geschienen hätte, denn wir hatten ein zwanzig-minütiges Regenfenster erwischt…

Danach fuhren wir wieder zurück nach Quito, die Sonne lugte wieder hervor, wir konnten noch einen Blick auf den zukünftigen Flugplatz Quitos werfen, der in einem halben Jahr eröffnet werden soll. Doof nur, dass die Zufahrtsstraße wohl etwas länger brauchen wird - diese sieht noch etwas "roh" aus.

Allen geht´s gut - bis morgen (vielleicht).

Buenas noches!

19 Feb. 2012 • Nanegal - Quito

Wanderung in Bergnebelwald
Auf 1300m Bergnebelwald

Kindheitsträume werden wahr!

Nach einem ausgiebigen Frühstück haben wir unsere Sachen zusammengepackt und Quito zusammen mit tausenden Quiteños im Stau in Richtung Bergnebelwald verlassen. Unterwegs haben wir uns noch die Pululahua-Caldera angeschaut, ein riesiger, von Menschen bewohnter Krater, der noch immer als aktiv gilt.

Auf abenteuerlichen Straßen ging es dann unserer Unterkunft aus Bambus entgegen. Nachdem wir uns beim Mittagessen im Fischzerteilen üben durften, setzte pünktlich zu unserem Nebelwaldspaziergang auch der Regen ein. Als wir endlich alle unsere Regenmontur inklusive Gummistiefel an hatten, ging es los! Wir fühlten uns wie Kinder, als wir durch den Matsch, den Schlamm und die diversen Bäche stapfen durften. Nebenbei erklärten uns Eddy und Carlos die Fauna und Flora des Waldes. So sahen wir unter anderem eine (giftige) Bananenspinne, Colibris und sogar einen total süßen Cusumbo. Wir wissen zwar bis heute nicht, was das genau ist, aber es war echt herzig. Nach dem leckeren Abendessen haben wir den Abend auf der Dachveranda ausklingen lassen.

20 Feb. 2012 • Nanegal - PN Cotopaxi

Auf 3600m Hacienda El Porvenir
Bergnebelwald

Hilfe, die Pferde sind los!

Heute hieß es früh aufstehen, damit wir rechtzeitig im Dämmerlicht zur Vogelbeobachtung losmarschieren konnten. Wir sahen verschiedene Tukane, Colibris und weitere einheimische Vögel. Auf jeden Fall verstehen wir jetzt was vom Vögeln :-) (Zitat Robert). Auf dem Weg zum Cotopaxi haben wir in Quito einen Einkaufsstopp eingelegt, da wir zwei Tage lang kein Mittagessen inbegriffen hatten. Da haben einige eingekauft, als gäbe es für den Rest des Urlaubes kein Essen mehr (und keinen Alkohol). Auf holprigen Straßen machen wir uns dann auf in die Höhe zur Hacienda Porvenir (3600 Meter über Meer). Vor der Hacienda warteten bereits unsere Pferde wie begossene Pudel auf uns. Einige hegten schon die Hoffnung, dass der Reitausflug ins Wasser fällt, aber es half alles nichts :-).

Bekleidet mit Poncho und sexy Lamafell-Cowboy-Hose ging es mehr oder weniger hoch zu Ross durch die faszinierende Landschaft. Bald wurde klar: alle Pferde hatten standardmäßig Autopilot eingeschaltet und nur einer wusste, wie man diesen ausschaltete: Michael. Der hatte dann Probleme mit der Steuerung….Auf wackeligen Beinen ging es dann zum wohlverdienten Abendessen, bei dem sich herausstellte: Ausritt und harter Sessel passen einfach nicht zusammen. Recht früh ging es dann zum Koma-Schlafen in unsere hellhörigen Schlafkabinen.

21 Feb. 2012 • PN Cotopaxi

Auf 4810m
Auf 5000m

Manuel, der Busfahrergott!

Trotz flauem Gefühl im Magen, einem riesen Respekt und den ersten Opfern der Höhenkrankheit geht es in aller Früh ab zum Berg. Unser einziges Ziel: "Überleben". Langsam schrauben wir uns mit dem Bus auf 4500 Meter Höhe im Cotopaxi-National-Park. Immer wieder haben wir Angst, dass unser Bus in einem Schlammloch stecken bleibt oder umkippt. Aber Manuel, unser Busfahrer, meistert einfach alles! Kurz vor dem Parkplatz sahen wir noch einen Andenwolf. Doch der Fotostopp rächte sich: Wir mussten zu Fuß bis zum Parkplatz laufen.

Und dann wurde es richtig Ernst: Zu Fuß quälten wir uns bis zur Schutzhütte auf 4810 Meter hoch. Der Aufstieg war im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend. Doch wir schafften es alle! Vier Übermotivierte knackten sogar noch die 5000er Grenze. Nach einer heißen Suppe war der Abstieg dann ein Klacks.

Zurück in der Hacienda verwöhnte uns Eddy mit "selbstgemachten" Empanadas und einem Picknick. Danach konnten wir uns in der Hacienda ausruhen und die Lamas im Blumenbeet genießen.

22 Feb. 2012 • Quilotoa - PN Cotopaxi

Robert und Cuy
Auf 3500m

Auf in die Antarktis!

Wie schon in den Tagen zuvor regnet es immer nur, wenn wir im Bus sitzen, so auch heute auf der vierstündigen Fahrt nach Quilotoa (weil wir immer schön unsere Teller leer essen).

In Quilotoa besuchen wir eines der viSozial-Projekte: Die Schule "Julio Cabascango". Die Kinder der ersten und zweiten Klasse empfangen uns mit ecuadorianischen Kinderliedern. Dafür lassen wir dann auch ein paar Zuckerl springen. Aber das Highlight war natürlich das sofort ausgedruckte Gruppenfoto von uns und den Kindern. Das sorgte sogar auf dem Schulhof noch für Aufregung. Danke Annelie!

Nachdem wir das charmante Eishotel bezogen hatten, wollten komischerweise alle sofort zur Wanderung aufbrechen. Nach der Bohnensuppe ging es mit Düsenantrieb zur Lagune Quilotoa. Auf dem Calderarand erwartete uns ein atemberaubender Anblick des türkisfarbenen Kratersees. Nach gefühlten 5000 Fotos ging es auf steilen Wegen bergab. Das war einfach eine wunderschöne Wanderung, wenn da nur nicht der Gedanke an den steilen Rückweg gewesen wäre…..Ein paar von uns benötigten daher ein Muli als Aufstiegshilfe. Diese wurden durch eine Einheimische bestellt, indem sie sich hinstellte und 365 Meter nach oben zum Kraterrand schrie, was erstaunlicherweise sogar funktionierte.

Zum Abendessen gab es Cuy (Meerschweinchen), was fast alle tapfer probiert haben. Die Küchencrew freute sich über die Reste. Aufgrund der Kälte gingen wir früh zu Bett.

23 Feb. 2012 • Quilotoa - Baños

Gruppenbild in Quilotoa
Katja auf 4000m

Endlich wieder Sauerstoff!

Morgens wollte niemand aus den Federn, da die Betten so herrlich warm und die Zimmer so kalt waren. Aber kurz vor sieben Uhr mussten wir dann trotzdem raus. Nach dem Frühstück ging es nochmals zum Caldera-Rand. Die geplante Kraterumrundung verkürzten wir auf 1 1/2 Stunden. Dabei konnten wir viele einheimische Pflanzen bestaunen und natürlich auch ablichten.

Bereits um 10 Uhr starteten wir dann Richtung Baños. Eddy, unser wandelndes Lexikon, versorgte uns wie gewohnt mit vielen Informationen rund um Land und Leute, Fauna und Flora, Geologie und Geographie etc. Wir bezweifeln, dass es etwas über Ecuador gibt, das Eddy nicht weiß.

In Baños angekommen, hatten wir genügend Zeit, um das Zentrum der von aktiven Vulkanen umgebenen Stadt zu erkunden. Zum ersten Mal auf dieser Tour waren wir in T-Shirt und Sandalen unterwegs. Ab jetzt gehören Mütze, Schal und Handschuhe ganz unten in den Koffer…..

Die meisten besuchten abends noch die Thermalquellen, und nach halbstündiger Suche fanden wir dann auch noch ein Lokal zum Abendessen. Es ist nicht gut, wenn man zu viel Auswahl hat.

24 Feb. 2012 • Puyo - Baños

Gruppenbild in Pailón del Diablo
Michael am LKW-Motor der Gondel

Königsetappe

Der ORF unterbricht sein Programm für eine Sondersendung, denn heute steht die Königsetappe der Tour de Ecuador auf dem Programm. 15 + 1 mutige Radfahrer, 65 km Rennstrecke, steile Abfahrten, atem(be)raubende Anstiege. Ja um Gottes Willen - bereits nach 2 km endet das Unternehmen "Gold for Austria". Und schon geht es weiter, kurze Zwischenstopps inbegriffen (Schluchtüberquerung im Schweizer Korb, Wasserfall, Hängebrücke, leckere Forellen…). Mehr und mehr lichtet sich das Feld.

viventura sorgt für eine willkommene Abkühlung der erhitzten Fahrer in Form eines massiven Regengusses. Am Ende sind es 4 glorreiche Helden - Marathon-Peer, Schatzilein und unsere Sachsen Joachim und Frank (böse Zungen behaupten die beiden haben sich mit Rum-Cola gedopt), die den demoralisierten Fahrrad-Guide weit hinter sich lassen und ins Ziel fliegen. Als Belohnung für die Quälerei winken nun Whirlpool, leckere Drinks und sensationelle Steaks.

Am Ende ist doch Österreich der moralische Sieger, denn eine Landsfrau fotografiert als einzige einen Felsenhahn.

25 Feb. 2012 • Puyo - Chiang Mai

Die ganze Gruppe im Zoo
Morgentliches Weckkommando an unserem Fenster

Neuland Huasquila

Der neue Tag beginnt in Puyo. Wir werden von den Rufen der Aras geweckt. Jeder kann aufstehen wann er möchte und zum Frühstück gehen, Hauptsache alle sind um 9 Uhr fertig zur Abfahrt. Um 9.15h starten wir Richtung Regenwald.

Anstatt mehrerer Stunden Schotterpiste Richtung Yachana Lodge beginnt ausnahmsweise unser Alternativ-Programm nach Huasquila. Das bedeutet, selbst unser Reiseleiter Eddy betritt Neuland. Wir machen einen Toiletten- und einen Supermarktstopp in Tena. Dann suchen wir die neue Regenwald-Lodge. Nach zwei-/dreimal fragen, einer kleinen Schleife um die Dorfbaustelle und einen unvermittelten Zwischenstopp wegen der zugeparkten Zufahrt, erreichen wir gegen 12h die Huasquila Amazon Lodge.

Dort werden wir von der Eigentümerin Cecilia (von uns heimlich “Generalisima” getauft) mit einer Runde Pinacolada begrüßt. Wir freuen uns sehr, drei Nächte an diesem schönen Ort bleiben zu können. Alle beziehen ihre gemütlichen Cabanas = Palmenblatt gedeckte Hütten.

Um 13.30h erwartet uns ein fürstliches Begrüßungsessen. Es gibt zwei mit Käse gefüllte Empanadas, eine Karottencremesuppe, ein dickes Steak in Soße mit Palmherzen/Bohnen/Erdbeersalat und Kartoffeln. Als Nachspeise Panacotta. Um 15.30h holen uns drei Pickups ab und fahren uns ins nahegelegene Dorf Cotundo. Wir besuchen den El Arca Zoo der uns als Auffangstation angekündigt war und durch den uns Rosa führt.

Wir sehen viele verschiedene einheimische Tiere, wie Ozelot, Nandu, Nasenbären, Totenkopfäffchen, Klammeraffen, Tapire, Aras und andere Papageien, Tukane, Galapagos Schildkröten, einen Kaiman, einen Aligator, eine Boa mit freilaufenden Hühnerküken als Mittagessen, Dschungelputen, jede Menge Blattschneideameisen und auch einen Adler.

Allerdings wird unser deutscher/österreichischer/schweizerischer Anspruch an artgerechte Haltung leider nicht erfüllt. Aras und Totenkopfäffchen sowie ein Nasenbär leben hier frei, alle anderen sehen wir in kleinen Gehegen. Wichtig ist auch, dass es hier Cosumbos = Olingos gibt, von dieser Art haben wir ja auch ein Tier schon im Bergnebelwald in freier Wildbahn gesehen. Es gibt auch andere Tiere, bei denen wir uns fragen was die hier zu suchen haben. Insbesondere die polnischen Hühner haben es uns angetan.

Um 17.30h beendet die gelangweilte Führerin Rosa die Zootour. Leider sind keine Pickups da, um uns zurück zu fahren. Wir warten einige Zeit, dann kommt ein Fahrzeug. Was wohl bedeutet, dass der Rest zu Fuß gehen muss. Nachdem reichhaltigen Mittagessen und mit Blick auf das kommende Dinner, ist das eine willkommene Abwechselung. Auf halber Strecke begegnen wir dann aber doch der Generalisima, die ein weiteres Auto organisiert hat.

Auch das Dinner begeistert (fast) alle und der Rest des Abends steht zur freien Verfügung.

26 Feb. 2012

Dschungelkönig (Stefan) in spe
Die Sieger der Dschungelprüfung

Neues aus dem Dschungelcamp

Liebe Daheimgebliebenen, - was gibt es Neues aus dem Dschungelcamp?

Nach einem üppigen Frühstück erteilt uns die Generalisima (hier steht sogar Eddy stramm) die Freigabe und so stapfen wir - mit Gummistiefeln bewaffnet - unter fachkundiger Leitung von José in den Dschungel.

Als leckere Zwischenmahlzeit genehmigen wir uns noch lebende Zitronen-Ameisen. Selbst durch einen tropischen Regenschauer und eine Giftschlange - die zu ihrem eigenen Verderben unseren Weg kreuzt - lassen wir uns nicht abhalten… Schatzilein versucht mit allerlei lustigen Verkleidungen zu punkten und auch Anneli aus A. macht ihr Fahrraddebakel mit vollem Körpereinsatz und Kriegsbemalung wett. Nur der als groß angekündigte Wasserfall erweist sich als Rinnsal.

Nachmittags steht dann die heiß ersehnte Dschungelprüfung an. Uns so begeben sich elf todesmutige Kandidaten in die Jumandyhöhlen. Die Ankündigung es könnte etwas feucht werden, erweist sich als untertrieben, denn das Wasser reicht bis zur Nasenspitze und darüber hinaus. Wie ein Lambadatänzer zwängt sich HOMBRE GRANDE durch die Felsspalten.

Nach 90-minütiger Wanderung endet unser Abenteuer im “grottigen” Freibad. Mit Rücksicht auf einen anonymen Weightwatcher verschweigen wir das heutige Essen.

Wer wird Dschungelkönig? - Ruft jetzt an!!

27 Feb. 2012

Uli in Dschungel
Anelie, Katja und Ines in Dschungel

TRRRRRRRRIIIIIIIIILLLLLLLERRRR!!!!!

Das war der Halbzeitpfiff, die erste Hälfte des Spiels ist vorbei und wir starten mit einer kurzen Zusammenfassung der letzten Highlights: Das Spielfeld in Huasquila war kurzzeitig um ein paar Hektar erweitert worden und erstreckte sich nun von der Lodge über den Sekundär- bis hin zum Primärregenwald. Der Schiedsrichter des Spiels, Luis, führte die 15 Feldspieler auf den sattgrünen Rasen. Aufgrund der höheren Spielerzahl wurde kurzfristig vereinbart, dass die Spieldauer auf bis zu sechs Stunden verlängert würde. Gut, das könnte die Athleten an ihre Grenzen bringen, vom Heimvorteil des gegnerischen Teams ganz zu schweigen. Die Aufstellung. Im Sturm: die Saxonia All Stars (Achim, Anne, Frank & Ulli) Das Mittelfeld: die Alpenliga (Jan, Stephi, Stefan, Annelie & Melanie) In der Abwehr: Der Melting Pot (Robert, Steffi, Peer, Katja, Ines & Michael) Im Tor: Eddy Es geht los, Anpfiff des Spiels Deutschweizereich gegen den Dschungel! Die ersten Minuten plätschert das Spiel so vor sich hin, der Rasen gleicht einer Mischung aus Schotterpiste und angesumpftem Acker. Doch schon startet Team Dschungel den ersten Angriff. Über den linken Flügel attackieren die Einheimischen mittels ihrer berüchtigten Lehmtaktik, die die Gummistiefel der deutschweizereichischen Spieler in Bedrängnis zu bringen scheint. Foulspiel wird reklamiert doch der Unparteiische Luis lässt weiterspielen. Es geht weiter hinein, tiefer in die Hälfte vom Team Dschungel und nach und nach wird das Spielsystem Deutschweizereichs erkennbar: langsam und Schritt für Schritt tasten sie sich vor, jeder Pass scheint überlegt, und ist doch einmal ein Fehlpass (sprich: -tritt) dabei, so sind die eigenen Teamkollegen stets prompt zur Stelle. Der Rasen gleicht mittlerweile einem matschigen Mix aus Wurzelgeflecht und semimodrigem Laub eines Herbstes, den es hier doch niemals gab. Das Spiel plätschert nicht mehr, es tost förmlich, so wie sich Team Deutschweizereich mittlerweile ins Zeug legt! Blutgrätschen glitschige Felsen hinab, liegend Nachttreten trotz lehmigem Bodens - was auch immer sich der Gegner einfallen lässt, wird durch souveränes Konterspiel zunichte gemacht. Gäbe es ein Publikum, es stünde längst auf den Sitzen und würde lautstark “unfaires Spiel” skandieren, doch Schiri Luis zeigt sich völlig unbeeindruckt. Statt dessen nutzt er jede kurze Spielunterbrechung, um am Boden liegende Spieler in die Kunst der spontanen Selbstheilung mittels Rasen (sprich: Spielfeldfauna) einzuweisen. Der Rasen verdient seinen Namen endgültig nicht mehr. Längst spielen die Teams in einem Gewirr aus wurzeligen, von Lianen umwobenen Pfaden, morschvermosten Leitern und von Algenschlick überzogenen Felsen. Jedes Mittel scheint Team Dschungel Recht zu sein, um ja nicht gegen die Deutschweizereicher (na gut, einmal: - Innen) in Rückstand zu geraten. Doch dann, etwa in der 172sten Spielminute fällt endlich das hochverdiente Tor! Eine Gemeinschaftsproduktion aller drei Mannschaftsteile führt zum erlösenden Treffer und der Torjubel kennt keine Grenzen: Es werden Trikots ausgezogen (und nicht nur die…) und das Team nimmt spontan ein Bad in einer kleine Lagune, mitten im gegnerischen Strafraum. Die Spieler schwimmen sogar bis hinter die Torlinie, wo ein etwa zehn Meter hoher Wasserfall für Erfrischung von oben sorgt. Dann aber - zur Überraschung aller - sorgt ausgerechnet der Schiedsrichter für eine weitere Unterbrechung und verteilt Sandwiches an die Teams. Nach dem Wiederanpfiff spürt man das wieder erstarkte Selbstvertrauen von Team Deutschweizereich.War noch zu Spielbeginn hier und da die eine oder andere Unsicherheit zu spüren, werden nun die Attacken des Gegners viel souveräner abgewehrt. Und obwohl der Rasen… ach, es auf den Rasen zu schieben, das wäre doch zu einfach! Nein, schlussendlich reicht es einfach nicht für Team Dschungel. Zwar bäumt sich hier und da noch einmal ein Spieler auf (auffällig hier: ein bunter Käfer, der ätzende Säure verspritzen kann), doch Team Deutschweizereich spielt es ganz souverän herunter und bringt das Ding nach Hause. Ein klarer Sieg, ein Klassenunterschied beinahe. Am Rasen lag es jedenfalls nicht.

28 Feb. 2012 • Guamote

Abschiedsbild von Huasquila
Peer in Huasquila

Adios, La Reina….

Hola! Heute steht ein Fahrtag auf dem Programm. Eigentlich perfekt, nach dem gestrigen Abenteuer im bzw. gegen den Dschungel. Die gestrige UNO-Runde steckte schon um 22 Uhr die Karten weg, offenbar war jeder reif für´s Bett und eine Runde Regeneration. Geschlafen wie ein Baby, dann ein letztes Frühstück auf der Lodge von La Generalissima, oder La Reina, die Königin, wie die Chefin der Lodge bei ihren Angestellten hieß. Unter der Hand natürlich, wie uns Kurt, ein Biologe aus Montana, der sich vor Ort an einem Wiederaufforstprogramm beteiligt, konspirativ versicherte. La Reina schien ihren Laden fest im Griff zu haben und ein straffes Regiment zu führen. Sie war wohl in den Endzügen ihrer Fünfziger, mit einer Ilona-Christen-Chefsekretärinnen-Brille ausgestattet, die ihr leicht eulenhafte Züge verlieh und über deren oberen Rand sie stets hinwegsah, schon allein wegen ihrer gefühlten Körpergröße von etwa einmeterundsiebenundzwanzig, Zu uns Gästen war sie natürlich immer extrem freundlich und zuvorkommend, ihren Untergebenen gegenüber veränderte sich aber nicht nur die Sprache, sondern auch deutlich der Tonfall (militärisch) wie auch Ihre Mimik - von der Eule zum Kauz.. Aber dann heißt es Adios Huasquila Lodge und wir machen uns auf den Weg über Banos nach Guamote. Bei strahlendem Sonnenschein - erwähnten wir bereits, was wir für ein sagenhaftes Glück mit dem Wetter haben? - erreichen wir nach rund zwei Stunden eine Balsaholzfabrik. Fabrik mag etwas hochgegriffen sein, handelt es sich um ein zweigeschossiges Gebäude. Im Untergeschoss die Produktion, in der eine Handvoll Arbeiter mit beeindruckendem Geschick die unterschiedlichsten Figuren aus dem leichten, weichen Holz schnitzen, diese dann schleifen und bunt bemalen, im Obergeschoss dann der Verkauf. Kurze Lieferwege. Was sonst alles in diesem Laden angeboten wird, kann nicht verraten werden - womöglich platzt sonst die ein oder andere Souvenirüberraschung!? Nächster Zwischenstopp dann am Café Vieja, der Forellenbraterei, an der wir schon bei unserer Mountainbiketour vor ein paar Tagen gestoppt hatten. Frischer geht´s nicht, sollten sie sich über die Tür schreiben, den die Lieferwege hier sind noch kürzer als gerade im Balsageschäft: Die Fische zappeln im Bassin, circa anderthalb Meter entfernt vom Grill, auf dem sie dann aufs Köstlichste zubereitet werden. Also kurz den Fisch gegessen, dann ab zurück in Manuelitos Volksbus. Die folgende Etappe dauert gerade Mal zwanzig Minuten und schon sind wir wieder im guten alten Banos. Danke Eddy, für den grandiosen Tipp mit dem kleinen Café - richtiger Espresso, richtiger Milchschaum, ein Traum… Außerdem werden die Wasser- und Süßigkeitenvorräte wieder aufgestockt, bevor wir uns dann auf den Weg nach Guamote machen. Dieser führt uns über eine Schotterpiste durch erkaltete Lavaströme und Felder mit kleinwagengroßen Felsbrocken, die die Ausbrüche des Vulkans Mamatuirgendwas in den Jahren 1999 und 2006 hinterlassen haben. Ziemlich riskanter Ort scheinbar, bei einem Intervall von gerade Mal sieben Jahren. Parallel zur Straßenbelagsqualität verschlechtert sich auch das Wetter. Egal, wir sitzen eh im Bus, da darf es auch ruhig mal ein bisschen regnen. Gegen 18:30 Uhr kommen wir schließlich in Guamote an, uriges Dörfchen, noch urigeres Hostel. Mal wieder wuchten wir Tonnen an Rucksäcken hoch in unsere Zimmer (bzw. Zwölfbettlager), bevor es in wenigen Minuten - denn dies ist ein Echtzeitbericht - noch etwas zu Essen gibt. Wohl Suppe, dann Huhn, wie eigentlich immer… Deshalb heute: Buen provecho anstatt Buenos noches!

29 Feb. 2012 • Guamote - Cuenca

Gruppenbild in La Nariz del Diablo
Ingapirca 3100m

What a difference a day makes…

Hola! Heute war ein dermaßen volles Programm, dass es endgültig den Rahmen dieses Online-Tourtagebuchs sprengen würde, auf alle Einzelheiten einzugehen. Deshalb fassen wir uns kurz und arbeiten den Tag chronologisch in Stichpunkten ab:

4h30: Piep / Rrrrrring / Tüdelüt - der Wecker klingelt viel zu früh, hilft aber nix. Aufstehen, alles aus-, um- und wieder einpacken.

5h30: Frühstück in der Intisana Lodge in Guamote; danach Abschied von Eva, der Belgierin mit den vier Meter langen Dreadlocks und Duchessa, ihrem (geimpften!) Hund.

6h30: Bus einladen; dann Abfahrt Richtung Alausi / Hauptbahnhof

8h00: Abfahrt mit der Schmalspurbahn Richtung Teufelsnase; wir senken den Altersdurchschnitt der Mitreisenden um etwa zwei Jahre auf 68. Wer rechts sitzt, hat Glück, weil: Aussicht.

8h45: Ankunft an der Teufelsnase; der Berg könnte auch Bibabutzemann heißen, aber etwas Diabolisches klingt halt dramatischer. Vorort dann eine Stunde Aufenthalt mit Sandwiches, deren Belag den an deutschen Autobahnraststätten erhältlichen nahezu reichhaltig erscheinen lässt. (je etwa 1 Quadratzentimeter Käse und Schinken auf Toast. Lecker….)

9h45: Rückfahrt nach Alausi; Ha! Plätze tauschen - wer rechts saß sitzt nun links.

11h00 Wieder im Bus; Abfahrt Richtung Incapirka.

12h45: Mittagessen in der Ranch Rio Grande; Suppe bzw. halbes Hähnchen; eher Truckeratmosphäre.

13h30: Ankunft an den Inkaruinen; es regnet. Ja, es regnet. Eigentlich zum ersten Mal. Wasserfest eingepackt wandern dennoch los und natürlich hört es auf, der Himmel reißt auf und wir stehen vor dem Sonnentempel, der seinem Namen nun doch alle Ehre macht.

15h00: Abfahrt Richtung Cuenca. Stimmung und Wetter gut.

18h00: Ankunft in Cuenca. Die Lodge Posada del Angel sieht nett aus. Wir bestellen schon mal beim angeschlossenen Italiener mit dem passenden Namen “Mangiare bene” und gehen noch einmal um den Block zu einer Art Dämmerungs-Mini-City-Tour.

19h30: Abendessen; danach diverse Aktivitäten (Emails, Alkohol, …)

Buenos Noches!

01 März 2012 • Cuenca - Guayaquil

Melanie und Annelie in N.P.Cajas auf 3900m
Annelie & Johahim in N.P.Cajas

Dieser Weg wird kein leichter sein….

Hola! So, heute stand eine weitere lange Fahrt auf dem Programm: Aus dem hübschen Cuenca ins berüchtigte Guayaquil. Nach einer gemütlichen Nacht und einem gemeinsamen Frühstück machten wir uns aber zuerst auf den Weg zu unserem Stadtbummel - diesmal bei Tageslicht. Wer die Kathedrale nicht gesehen hätte, sei nicht in Cuenca gewesen, so Eddy. Also war das unser erstes Ziel. Doch kurz danach, obwohl wir alle gern noch ein paar Stunden durch diese Stadt geschlendert wären, mussten wir wieder zurück in unseren Bus mit dem Zwischenziel Cajas Nationalpark.

Diesen erreichten wir nach gut einer Stunde und machten einen im Vergleich zu vergangenen Touren eher gemütlichen Spaziergang mit einem lokalen Guide, der uns einiges über die dortige Fauna erzählte. Die Landschaft dort in knapp 4.000m Höhe erinnerte den einen an Norwegen, den anderen an Schott- oder Irland - schön fanden wir es alle, und wenn es nur wegen des (wen wundert´s?) schönen Wetters gewesen war.

Mit dem Bus ging es weiter in Richtung Guayaquil. Von viertausend runter auf fünf (!) Meter über Null. Die ersten zwei Stunden der Fahrt war nicht allzu viel von der sich laut Eddy & Humboldt wechselnden Vegetation zu sehen, denn Manuelito hatte ungefähr zwölf Zentimeter Sichtweite, so dick war der Nebel. Irgendwann aber riss es auf, wir waren deutlich tiefer und in einer Schwüle wie in einem Dampfbad. Nur feuchter und wärmer.

Der Weg führte uns durch Kakao-, Bananen- und Mangoplantagen und auch hier war zu sehen, dass es eigentlich in Equador permanent zu regnen scheint. Nur eben nicht, wenn wir da sind. In Guayaquil angekommen, luden wir erst im Hotel ab, fuhren dann zu einem Aussichtspunkt, von dem aus man die gigantischen Ausmaße der Stadt überblicken konnte. Aus Sicherheitsgründen / -sorgen fuhren wir direkt wieder zurück ins Hotel. Wie berechtigt diese waren, kann keiner sagen - es herauszufinden, wäre aber auch keine sinnvolle Alternative. Schnell noch Pizza be- und diese Zeilen ins Netz gestellt und nun:

Buenos Noches!

02 März 2012 • Puerto Ayora - Guayaquil

Steffi in Las Primicias-Ranch
Peer im Schildkrötenpanzer

Endlich Galapagos!

Nach einer deutlich wärmeren Nacht trotz Aircondition begann auch dieser ereignisreiche Tag um 8 Uhr mit Eiern (gebraten, gerührt und häufig abgelehnt). Nach Beladen des Busses verabschiedeten wir mit einer kleinen Ansprache von Manuelito, der uns dann nochmals zuverlässig zum Flughafen fuhr. Danach begann der Stress für Eddy. Nachdem alle sämtliche bürokratischen und sicherheitstechnischen Hürden genommen haben, konnte sich sein Puls für die nächsten zwei Stunden normalisieren. Der Flug nach Baltra auf Galapagos verlief ruhig und ohne Zwischenfälle. Einzig Michael wagte sich, den Platz zu tauschen, was von der strengen Stewardess gerügt wurde. Beim Verlassen des Flugzeuges ergoss sich ein Schauer über uns. Dieses Mal war es kein Regen, sondern der eigene Schweiß. Von nun an hatte dieser freien Lauf……. Eddys Puls erhöhte sich nun maximal, als Stefan bei der Gepäckausgabe hängen blieb. Sein separat eingechecktes Taschenmesser hatte den Weg nach Galapagos nicht gefunden. Inzwischen machten wir Bekanntschaft mit unserem lokalen Guide Mathias. Endlich komplett, quetschten wir uns zur Ikarus-Gruppe in den Shuttle-Bus “C A N A L”, der uns zur Fähre nach Santa Cruz brachte. Mit dem Gepäck auf dem Dach setzten wir über und begrüßten dabei die erste Robbe auf einer Boje. Danach hieß es Stapeln: Sowohl das Gepäck als auch uns in einen doch etwas zu kleinen Bus. Das Zusammengehörigkeitsgefühl wurde weiter gefördert, da wir nun aneinander klebten. Im Schnelldurchlauf sahen wir dann die Zwillinge (Schweizer Käse im Boden), endemische und eingeführte Pflanzen und Tiere, niedliche Riesenschildkröten , einen Lava-Tube, kurzzeitig unser Hotel, die Charles-Darwin-Station sowie endlich die berühmten roten Krabben und Meeresechsen. Damit waren wir nun wirklich auf Galapagos angekommen. Nach einer für ca. 3 Minuten erfrischenden Dusche machten wir uns auf ins Nachtleben von Puerto Ayora. Im besten Restaurant am Platze hatte viventura für uns ein total leckeres Drei-Gänge-Menü bestellt. Ein Teil der Gruppe ließ den Abend bei weihnachtlicher Stimmung mit einem Adventskranz, Kerzenschein und Roberts Andenken-Weihnachtskrippe ausklingen.

03 März 2012 • Puerto Ayora

In Richtung Tortuga Bay
Schnorcheln rundum Floreana

Der Urlaub beginnt!

Nach einer doch sehr schweißtreibenden Nacht werden wir relativ früh von unserem Naturwecker (Seelöwen) wachgebellt. Bevor sich heute unsere Gruppe aufteilt, nehmen wir alle ein mehr oder weniger reichhaltiges Frühstück zu uns (schon wieder Rühr- oder Spiegelei, nach diesem Urlaub wird unser Cholesterin-Wert in unbekannten Höhen schweben).

Für diejenigen, die kein Zusatzmodul gebucht haben, geht es ab in den Nationalpark zur Tortuga-Bay. Schon morgens um 10 Uhr ist es um die dreißig Grad und die Sonne scheint unbarmherzig vom Himmel. Wenn man bedenkt, dass wir vor Abflug zu Hause noch ca. 15 Grad Minus hatten, so kommen wir doch auf einen Temperaturunterschied von an die 50 Grad. Kann das gesund sein? Mein Körper kommt auf jeden Fall an seine Grenzen.

Doch zurück zum Nationalpark: Auf einem Weg, der wie eine kleinere Version der chinesischen Mauer aussieht, schlendern wir durch eine üppig grüne Vegetation, mal mit mehr, mal mit weniger Schatten. Schon hier sehen wir zahlreiche Vögel und kleine Lava-Echsen. Nach ca. 45 Minuten (und gefühlten 2 Stunden) erreichen wir den wunderschönen Strand von Tortuga-Bay. Das türkisblaue Wasser, das Grün der Pflanzen und die schwarzen Lava-Felsen sehen einfach bezaubernd aus. Auf dem weißen Sandstrand sehen wir immer wieder Meerechsen und Wasservögel. Am Ende des Strandes gibt es eine kleine Lagune mit Bäumen. Dort schlagen wir unser Lager auf und stürzen uns zum ersten Mal in die Fluten (das Wasser fühlt sich fast an wie in der Badewanne). Das ist Urlaub! Wir genießen die Zeit, beobachten Pelikane, die sich ins Wasser stürzen, gehen Schnorcheln (zu sehen gibt es viele Fische, Seeigel, schwimmende Meerechsen und sogar zwei Stachelrochen). Nach ca. 3 Stunden und den ersten Sonnenbränden lassen wir uns von einem Fischerboot zurück in den Hafen fahren. Danach haben wir uns ein hervorragenden Eis verdient. Mmmhhhh!

Ausflug Floreana - Wanderung ins Hochland der Insel, Schildkröten, Lunch, Vogelbeobachtung und Schnorcheln mit Seelöwen und Meeresschildkröten

Fünf von uns wurden um 7:40h zum fakultativen Ausflug zur Insel Floreana abgeholt. Per Pickup wurden wir zum Hafen gebracht und auf ein Schnellboot geleitet. Es standen ca. weitere 30 Personen da und wir fragten uns schon, wie die alle auf ein Boot passen sollen. Schlussendlich wurden wir aber auf zwei Boote verteilt und so waren wir nur zu neunt. Die schnelle Fahrt (ca. 40 km/h) dauerte 90 Min für ca. 55km. Im Häfchen von Floreana angekommen setzten wir mit unserer Nationalparkführerin Maritze im Shuttleboot zur Insel über.

Mit einem Pickup ging es ins Hochland. Wir wanderten durch die Schildkrötenanlage auf der noch 17 Tiere leben und sahen auch fast alle von ihnen. Danach ging es zur Süßwasserquelle und zu den Piratenhöhlen in denen schon die Familie Wittmer gelebt hat als sie 1932 auf die Insel kamen. Auf der Rückfahrt ins Dorf fing es stark an zu Regen und wir wurden ziemlich nass. Dort wartete ein Mittagessen (Hühnchen oder Fisch) auf uns. Es schüttete und im Regen war selbst der kurze Weg zum Anleger mehr als nass. Wohl dem der einen Poncho oder Regenschirm dabei hatte. Zur Vogelbeobachtung fuhren wir entlang der Insel und die Wolken rissen auf. Wir sind eben doch die Glücksgruppe! Wir sahen Masken- und Blaufußtölpel, Fregattvögel und Pinguine!! Auch viele Seelöwen lagen immer wieder am Füße der Insel.

Dann ging es zum ersten Schnorchelstopp zum kleinen Eiland Champion. Kaum im Wasser wurden wir von einer Gruppe Seelöwen begrüßt, die uns genau so neugierig beobachteten wie wir sie. Wir hatten sehr viel Spaß und sahen auch eine Menge kleiner Fische. Einige erspähten sogar einen Weißspitzen Riffhai. Danach brachte uns Kapitän Alex zur kleinen Felseninsel Enderby und trotz Strömung durften wir ins Wasser. Mehrere Meeresschildkröten und mindestens fünf Galapagoshaie kreuzten unseren Weg. Gegen 15.30h wurden wir dann auf Deck mit einem Erfrischungsdrink und ein paar Keksen begrüßt und zurück gefahren.

Um 17 Uhr zurück am Hotel trafen wir dann wieder zusammen. Nach dem Duschen ging es wieder weiter. Da gestern das Abendessen so lecker war, machten wir uns nochmals auf ins Restaurant “Il Giardino”. Auch dieses Mal wurden wir nicht enttäuscht. Die Sonne forderte jedoch ihren Tribut, und so gingen wir relativ früh zu Bett.

04 März 2012 • Puerto Ayora - Puerto Villamil

700 PS fahren uns nach Isabela
Flamingos beobachten

Speed!

Nach einer hitzigen Nacht gab es zum Frühstück keinen Saft. Stromausfall! Die Eier konnten allerdings (leider) auf dem Gasherd trotzdem gebraten werden. Bei einem freien Vormittag freuten sich die Mädels auf eine Shoppingtour, die meisten Läden hatten aber geschlossen. Sonntag + Stromausfall ist keine gute Kombi. Und auch der Eismann hatte zu! Der Rest konnte sich zwischen Tortuga Bay, Charles-Darwin-Station und Strand entscheiden.

Um 14h marschierten wir zum Hafen, um nach einer groben Gepäckkontrolle unser Schnellboot zu erwischen. Das Boot machte mit 700 PS seinem Namen alle Ehre und schoss in knapp zwei Stunden zur Insel Isabela. Vom Hafen liefen wir völlig durch geschwitzt zum Hotel und wurden auf zwei Unterkünfte aufgeteilt. Vor dem Abendessen machten wir eine kurze Dorf- und Strandbegehung. Wir sahen leider keine Flamingos, dafür aber jede Menge Meeresechsen die am Strand brüten. Zurück im Hotel bekamen wir Spinatsuppe mit Popcorn und Thunfisch zum Abendessen. Da tagsüber die Sonne vom Himmel brannte, befürchteten wir schlimmes für die Wanderung am nächsten Tag und krochen in die Saunabetten.

05 März 2012 • Puerto Villamil

Die Gruppe vor der Caldera des Vulkans Sierra Negr
Flamingo

Sierra Negra

Für Elf von uns stand heute die Besteigung des Sierra Negra auf dem Programm. Vier wählten den Relax-Tag. Jimmy der Busfahrer beförderte uns in einer Schrottkiste im halsbrecherischen Tempo über riesige Schlaglöcher zum Ausgangspunkt auf 600 Meter. Javier unser lokaler Guide musste uns leider enttäuschen als wir die bereitstehenden Pferde sahen. Wir mussten laufen! Jan hatte das richtige Wetter bestellt, war aber sicherheitshalber nicht mitgekommen. Es war bewölkt und wir mussten nicht direkt auf den Lavagrill! Der Sierra Negra ist der größte aktive Vulkan der Insel und mit seiner 11 km messenden Caldera die Zweitgrößte der Welt. Der Blick auf die noch rauchenden Lavafelder des Kraterbodens beeindruckte uns. Schatzi lag derweil mit Anneli aus A. und Jan + Stephi in der Hängematte. Der Nachmittag war zur freien Verfügung. Beim Besuch der Schildkröten-Aufzuchtsstation wurde erstmals die sächsische Viererbande gesprengt. Hier beobachteten wir Schildkröten bei Gladiatorenkämpfe und Wettrennen. Und es gibt sie doch - die legendären Flamingos! Auf Galapagos leben insgesamt ca. 800, davon haben wir 7 gesehen.

06 März 2012 • Puerto Villamil

Meeresschildkröte beim Schnorchelausflug
Auch bei Eddy ist alles i.O.

Schnorchel-Abenteuer

Liebe Ulke, liebe Arte (AdR: Namen von der Redaktion geändert), von der Dauerregenpechgruppe vor uns. Wir liegen gerade faul in unseren Hängematten und kurieren unsere Sonnenbrände. Gestern hat es endlich wieder einmal geregnet - leider nur wenige Tropfen. Also zwängten wir uns wie Presswürste in die Neoprenanzüge und begaben uns auf die Schnorcheltour. Wir schwammen mit einem Rudel Riesenmeeresschildkröten um die Wette, übten mit den Lobos (Seelöwen) Kunststückchen, beobachteten Teufelsrochen beim Liebesspiel mit Meeresschildkröten, schlossen uns Fischschwärmen an, wichen giftigen Seeschlangen und stacheligen Seeigeln aus. Anschließend besuchten wir die Brutstätten der Iguanas, die sich auch am liebsten wie wir in Sonnenmilch gebadet hätten. Nur die Haie ließen sich nicht blicken - hattet Ihr bei Eurem Regentrip diesbezüglich mehr Glück? Den Abend ließen wir gemütlich bei Fisch und Caipirinha ausklingen. So jetzt müssen wir leider Schluss machen, denn die Sonne sticht erneut erbarmungslos herunter. Liebe Grueße Die Sonnenscheinglücksgruppe

07 März 2012 • Puerto Villamil - Puerto Baquerizo

Propellermaschine für den Flug nach San Cristobal
Abends am Pool

Inselhopsen

Für heute steht der Transfer zwischen Isabela und San Cristobal auf dem Programm. Nach dem Frühstück entflieht ein Teil der Gruppe dem morgendlichen Baulärm und quartiert sich in der Nachbar-Lodge in die gemütlichen Hängematten zum Tagebuchschreiben. Da zu diesem Zeitpunkt in Deutschland noch Arbeitszeit ist, werden die Berichte sofort von Stefanie online gestellt - vielen Dank dafür!

Da nur 9 Passagiere pro Flugzeug Platz haben, müssen wir mit zwei Inselhopsern fliegen. Die erste Gruppe startet gegen 11:30 Uhr und die zweite irgendwann um 14:00 Uhr. Da unser Gepäck jedoch viel zu schwer ist (Schatzis Tasche war die schwerste!!!), müssen bei der ersten Tour vier Taschen zurückgelassen werden. Die Propellermaschine hebt mit lautem Getöse vom Flugplatz ab und wir winken Eddy und den vier Taschen zum Abschied zu. Mit ungefähr 200 km/h in 1200 Metern Höhe hopsen wir rüber nach San Cristobal. Mit einem Pickup für 2 Dollar geht es weiter zum Hotel, wo wir sofort in den Pool springen - herrlich! Nach der Erfrischung laufen wir in praller Sonne zur Uferpromenade und begegnen ganz vielen Seelöwen, die einen Großteil der Promenade in Beschlag genommen haben (Bänke, Spielplätze und Wasserrutschen). Hier an der Promenade kann man auch prima Schoppen und wir kaufen noch einige Urlaubsmitbringsel für die Daheimgebliebenen.

Nach einem der besten Abendessen der gesamten Reise, geht es mit der Gruppe zurück zum Pool, wo wir den Stromausfall bei Vollmond und Kerzenschein genießen.

08 März 2012 • Puerto Baquerizo

Meerechse beim Schnorcheln
Lobster-Abschiedsessen

Schnorcheln und Abschiedsessen

Langsam aber sicher geht unsere Reise dem Ende entgegen. Heute ist unser letzter wirklicher Ferientag, der zum Glück nochmals einiges zu bieten hat. Nach einem sehr leckeren Frühstück machen wir uns auf den Weg an die Promenade, wo wir in einem kleinen Tauchgeschäft unsere Schnorchel-Ausrüstung in Empfang nehmen. Danach quetschen wir uns alle auf ein kleines Boot. Wie sollen wir uns da zum Schnorcheln umziehen, ist da die Frage. Aber keine Angst, die Nussschale bringt uns nur zu unserem Katamaran. Nach einer kurzen Fahrt erreichen wir dann auch schon die Insel Lobos (Seelöweninsel). Hier können wir ein erstes Mal schnorcheln. Wir sehen wieder die verschiedensten Fische, Wasserschildkröten, Meerechsen und Vögel. Eine Meerechse können wir sogar beim Fressen unter Wasser beobachten. Vereinzelt schwimmen auch Seelöwen um uns herum. Sie scheinen jedoch nicht zum Spielen aufgelegt zu sein, schade. Nach etwa 45 Minuten werden wir wieder von unserem Katamaran eingesammelt und weiter geht die Fahrt zur Insel Leon Dormido. Dies sind eigentlich zwei riesige Felsen im Meer. Dazwischen hat es einen kleinen Kanal. Wir umrunden die beiden Felsen mit dem Katamaran. Der Seegang ist hier etwas ausgeprägter, und Meli wird mal wieder weiß wie Kalk. Die meisten zwängen sich hier noch einmal in ihren Shorty, um eine weitere Runde zu schnorcheln. Im Kanal zwischen den beiden Felsen kann man nämlich oft verschiedene Haiarten beobachten. Leider haben wir dieses Mal aber nicht ganz so viel Glück, aber allein das Schnorcheln zwischen den Felswänden ist ein Abenteuer. Danach begeben wir uns wieder in ruhigere Gewässer und ankern in einer kleinen Bucht, wo wir etwas essen. Hier genießen wir die Sonne und das wirklich warme Wasser. Ein paar gehen schwimmen, andere versuchen nochmals beim Schnorcheln ihr Glück. Mitte Nachmittag erreichen wir unseren Bootsplatz in Puerto Baquerizo und wir steigen wieder auf die Nussschale um. Im Hafen bringt Schatzi das Boot noch fast zum kentern, weil er es soooo schnell verlassen will! Bis viertel vor Acht haben wir dann freie Zeit. Wir nutzen sie zum Baden im Pool, zum Shoppen oder einfach zum Rumhängen. Danach treffen wir uns an der Promenade zu unserem Abschiedsessen. Kann das wirklich sein? Sind die 3 Wochen wirklich schon vorbei? Wir können es nicht glauben, irgendwie ist die Stimmung gedrückt und nicht ganz so locker wie gewohnt. Viventura offeriert uns zum Schluss ein absolut leckeres Langusten-Essen und Eddy macht seine letzte abendliche Ansprache. Am Pool im Hotel lassen wir dann den Abend bei einem letzten Drink ausklingen.

09 März 2012 • Puerto Baquerizo

Brillenbären
Galapagos

Die nicht enden wollende Heimreise!

Heute gilt es ernst: Ist das Gepäck wirklich nicht schwerer als 20 Kilo? Nach dem Frühstück gibt es daher ein Gerangel um Katjas Kofferwage. Sie könnte heute so einige Dollars damit verdienen. Doch vorher erscheinen wir noch alle als Brillenbären zum Frühstück. Was gibt das für ein Gelächter! Dabei entsteht unser letztes Gruppenfoto.

Um halb Zehn nehmen wir das Pickup-Taxi zum kleinen Flughafen von Puerto Baquerizo. Das Einchecken erfolgt problemlos, die Schlange ist erstaunlich klein. Daher können wir uns dann noch zwei Stunden am Flughafen um die Ohren schlagen. Die letzten Souveniers werden gekauft, Adressen ausgetauscht und Eis gegessen.

Der Flug nach Guayaquil ist ruhig und vergeht schnell. Wir nehmen unser Gepäck auf dem nationalen Teil des Flughafens entgegen und checken es auf dem internationalen Teil gleich wieder ein. Eddy checkt währenddessen sein Gepäck für den Flug nach Quito ein. Viel Zeit bleibt ihm nicht mehr, daher heißt es jetzt in der Warteschlange Abschied nehmen und weg ist er!

Bis wir weg sind, dürfen wir noch gefühlte 100 Mal die Pässe und die Bordkarten vorweisen. Die Kontrollen sind noch extremer als in Europa! Unser Langstreckenflug nach Madrid ist nur halb voll, und daher sind wir mit den Plätzen flexibel. Wir können uns ohne Probleme besuchen und ein Schwätzchen halten. Ist doch bei 10 Stunden ganz praktisch! Unsere Mediziner werden noch zu einem "Notfall" gerufen und erhalten als Dankeschön von der LAN-Crew zwei Flaschen Rotwein. Diese werden jedoch am Flughafen von Madrid gleich wieder konfisziert. Robert alias Hombre Grande schreibt jetzt einen Beschwerdebrief an König Juan Carlos!

In Madrid haben wir dann nochmals ein paar Stunden zusammen, bevor wir Adieu sagen müssen und wir in verschiedene Richtungen weiter fliegen (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, München, Wien, Zürich).

Wir waren wirklich Glückspilze auf unserer Reise. Obwohl Ecuador zur Zeit mit Überschwemmungen und zu viel Regen zu kämpfen hat, wurden unsere Ausflüge nie durch zu schlechtes Wetter beeinträchtigt. Unsere Gruppe hat richtig gut harmoniert und Eddy ist ein hervorragender Reiseleiter. Das alles ist schwer zu toppen. Darum gehen wir in unseren Augen als Glücks-Gruppe in die viventura-Geschichte ein!