Hier können Sie sehen, was unsere Reisenden auf ihrer Reise erlebt haben.
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Ein langer Flug und frische Säfte
Die guten Winde trugen unsere Gruppe schnell von Madrid nach Kolumbien. Nicole und Miguel vom viventura-Partnerbüro in Bogota mussten nur kurz warten, bis die ganze Truppe aus der Ankunftshalle stand. Zum Dank dafür gab es erstmal ein Begrüßungsfoto vor der Statue der Göttin der Winde.
Vom Hotel aus ging es in ein typisches und sehr gemütliches Restaurant. Wir lernten aber im Gespräch mit der Köchin und zweier Angestellten, dass es kein typisches kolumbianisches Gericht gibt. Genauso vielfältig wie die Landschaften, Klimazonen und Kulturen seien auch die Gerichte. Na, da können wir uns auf eine kulinarische Tour freuen, denn wir stellen fest, dass wir alle gerne neue Sachen probieren und die gebotenen Speisen haben uns an diesem Abend sehr geschmeckt.
Vor allem der frische Lulo-Saft ist unser Favorit. Zum Abschluss bringt uns Lucy, die Wirtin noch eine für den Südwesten Kolumbiens typische Süßspeise. Hmm, klebrig und lecker.
In Vorfreude auf die nächsten Leckerein gehen wir heute alle zeitig in´s Bett, nicht ohne vorher uns über die Musik aus und den vielen Menschen in den Kneipen der Altstadt gefreut zu haben.
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Ausblicke, Einblicke und tiefe Blicke
Heute morgen setzten wir gleich beim Frühstück unseren Vorsatz um, möglichst alles was die hiesige Küche anbietet aus zu probieren. So bestellten wir statt Kaffee, Kakao, denn im Restaurant gestern erklärte man uns, dass Bogota ja keine Kaffee-Gegend ist. Kakao ist in dieser Stadt das traditionelle Frühstücksgetränk und die Menschen tauchen in die heiße Schokolade auch noch Käse in Stücke hinein. So eine Art "Fondue a la Bogotana" eben. Fremd, aber wir fanden alle gefallen daran und werden in der Nicht-Kaffee-Zone öfters so frühstücken. :) Auch die Rühreier mit Tomaten und Zwiebel haben es uns angetan. "Huevos Pericos" heißen sie hier, wir merken sie uns als "Huevo Perückos".
Zu uns gesellt sich auch Mateo, den Miguel als Reiseleiter ausbildet. So ziehen wir zum Monserrate los und geniessen von dort den Überblick über die bewaldete Ostseite und die Stadt auf der Westseite des Berges. Wirklich beeindruckend, auch wenn wir nicht alles sehen können, da der nördliche Teil der Stadt sich unseren Blicken entzieht. Und natürlich gibt es dort oben einiges zu probieren, vom Maiskolben über frittierte Kartoffeln oder Guave mit Käse, nichts ist unserem Forscherdrang sicher.
Wieder in der Stadt geht es in das Viertel la Calendaria, welches uns nicht nur durch seine koloniale Architektur begeistert, sondern durch die vielen schönen Kneipen und dem bohemen Flair seiner Straßen. Natürlich wird auch hier was probiert. Chicha, das Bier der Muiscas wird gekostet, aber außer Sören und Miguel trinken wir alle nur einen kleinen Schluck. Mateo führt einen Tanz des Entsetzens aus über den bitteren Geschmack!
Am Nachmittag fahren wir in den Süden der Stadt zu dem Sozialprojekt in Ciudad Bolivar. Wir haben die Möglichkeit mit Kindern und alten Menschen zu reden und ihre Schicksale und nicht zu erschütternde Lebensfreude bewegen uns sehr.
Am Abend geht es weiter zum Norden raus und wir lernen ein nicht typisches Restaurant kennen. Eigentlich ist es ein Steak-Haus, aber die Einrichtung und das Tanzen zwischen den Tischen ist eben doch kolumbianisch: ausgelassen und froh.
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Die Sonnentage beginnen
Als Startzeit für unsere heutigen Unternehmungen wurde 8.30 Uhr ausgemacht. Unsere erste Aufgabe: "Die Ciclovía" - Bogotas Sonn- und Feiertagsveranstaltung, für die insgesamt 121 km Straßennetz für einen halben Tag für Autos gesperrt sind damit sich die Einwohner der Stadt auf Fahrrädern, Skates, Inlinern, zu Fuß, mit Kinderwagen, mit Hund und wie auch immer auf den Straßen sportlich betätigen.
Auf uns warteten auf dem Plaza Bolivar unsere Räder, wir nahmen sie in Empfang und waren mit den Bogotanern unterwegs. Unserer Begleiter waren von unserer Kondition so beeindruckt, dass sie uns die Teilnahme an einem Aerobic-Kurs vorschlugen. Nach einer Stärkung mit "Salpicón", einem super schmeckenden Saft, reihten wir uns ein und legten los. Auch hier waren wir nicht lange unbemerkt und wurden als deutsche Delegation begrüsst. Der Trainer forderte alles von den Teilnehmer aber wir hielten mit den Bogotaner locker mit. Dies viel auch unseren Begleitern auf und sie befanden, dass wir mit den Rädern noch eine extra Runde machen könnten, aber sicher y con mucho gusto!
Nach einem Bummel über den Künstlermarkt im Stadtteil Usaquen fuhren wir nach Villa de Leyva. Während des Abendessens fragte Klaus und Petra nach kolumbianischen Weinen. Aus dieser Frage entwickelte sich ein weiterer Höhepunkt des folgenden Tages.
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Der kotzende Hund
Nach einem wunderbar leckeren Frühstück mit Arepita de Chocolo sind wir Cowboys bis zu den Pozos Azules geritten (gelitten)! Unser ständiger Verfolger, Mateo der Hund (nicht zu verwechseln mit Mateo unserem Guide:-)) war der einzige der in dem blauen Seen badete. Danach ritten wir zum paleontologischen Museum, wo wir gegen 2500 Pesos Eintritt den riesigen Cronosaurius betrachten konnten - Mateo musste nichts zahlen - aber er bekam auch keine Dinosaurierknochen zum knabbern!
Bei der anschließenden Busfahrt zur "kleinen Hölle" (Sternwarte der Muisca Indianer) zahlte Mateo wieder kein Ticket - und zusätzlich verunreinigte er den Bus - Busfahren ist wohl nichts für kolumbianische Hunde :-)
Nach dem anstrengenden Ritt bekamen wir ein leckeres Essen und sprangen in den nahegelegenen a…kalten Fluss! Wir sind richtige Cowboys (arrieros somos )!!!!
Wir beschliessen diesen Abenteuertag mit frischer Forelle und Yuca im Magen! Yammi!
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Engelsschritt und Muisca-Priester
Heute wanderten wir über einen schmalen Berggrat, den Paso de Angel, der an seiner schmalsten Stelle so breit ist, dass man wie von einem Pferderücken beide Beine links und rechts baumeln lassen konnte; nur dass es ca. 50 m runter ging.
Zurück kletterten wir entlang eines kleinen Flüsschens durch wilden Dschungel. Gegen Ende konnten wir uns wieder an einem kleinen natürlichen Pool erfrischen, das war gut, denn bei der Luftfeuchtigkeit waren wir total durchgeschwitzt. Danach ging es in einem Affenzahn über Gebirgsstrassen mit Zwischenstopp in Raquira zum Power-Shopping, immer in der Abgaswolke eines vor uns fahrenden Lkw, denn wir wollten noch das sagenhafte Goldmuseum in Bogota besuchen.
Und wirklich, es hat sich gelohnt. Die Schätze aus der Laguna Guatavita, in die die Muiscas (Indianervolk der Gebiete zwischen Villa de Leyva und San Agustin) ihren Göttern geopfert haben sind wunderschön und hervorragend präsentiert.
Beim Abendessen mit typischem Ajiaco (Suppe) hatten wir dann Gelegenheit, Sigifredo einen ortsansässigen Schamanen kennenzulernen. Er beantwortete geduldig alle unsere Fragen und führte uns in den Mambeo ein – aber das müssen wir dann mal ausführlich zu Hause erzählen.
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San Agustin
In aller Frühe ging es heute zum Flughafen: Neiva war das erste Ziel unseres heutigen Tages. Bernhards erster Flug mit einer Propellermaschine verlief reibungslos. Ein paar „Schlaglöcher“ kurz vor der Landung, stimmten uns schon auf den morgigen Ausritt ein und auf den Regen in Neiva. Alles kein Problem, die Airline hatte Regenschirme für den Gang über das Rollfeld für uns bereit und die Temperaturen in Neiva sind ohnehin hoch.
Luis, unser Fahrer kam auch gleich danach und so fuhren wir planmäßig zu unserer zweiten Etappe und Tagesziel los: San Agustin. Das Wetter wurde immer besser so dass wir die Landschaft entlang des Magdalenas bewundern konnten. Vorbei an Reisfeldern, Mango-Bäumen, „Hasen-Kühen“ (Nicole Deutsch für Zebu-Rinder), Kaffeeplantagen erreichten wir nach zwei Stunden Gigante. Außer einem riesigen, alten Ceiba-Baum, der mit seinem Ästen dem ganzen Platz Schatten spendet, fanden wir auch noch eine Saftbar. Hier gab es für nur 1000 Pesos (30 Cent) einen halben Liter frisch gepressten Saft.
Es ging weiter bis zum nächsten Halt. Eine Polizei-Kontrolle: unser Blick galt ihrem Schuhwerk, da Miguel uns erzählt hatte, dass Guerilleros an ihren Gummi-Stiefeln erkannt werden können. Lederstiefel! Der Kommandant sah unsere fragenden Blicke und lachte: Wir sind keine Guerilleros. Ein gemeinsames Bild und einen small talk später waren wir ohne größere Kontrolle wieder auf der Strecke.
San Agustin erwartete uns mit einer leckeren Lasagne. Nach einem Rezept unseres Gastgebers Rene war dies genau die richtige Stärkung für unseren Ausflug zum archeologischen Park. Hier erfuhren wir über die vielen Rätseln, die die verschwundene Kultur San Agustins der Nachwelt stellt.
Nach einem typischen Asado (Gegrilltes) ließen wir den Abend mit der einen oder anderen Flaschen in den Hängematten ausklingen.
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Zu Besuch in der Schweiz
Schweizer Frühstück in Kaffee-Landschaft, so genial kann der Tag nur bei Rene beginnen. Gut gestärkt begeben sich die Cowboys wieder auf ihre Rösser. „Arrieros somos!“ Der leichte Regen hatte nachgelassen und die hochziehenden Wolken gaben den Blick frei auf eine üppige Vegetation: Kaffee-Pflanzen, Bananenstauden, Zuckerrohr und Bambushaine, der Boden hier ernährt die Menschen. Hin und wieder stand auch eine Koka-Pflanze, von denen sich eine Familie drei anpflanzen darf.
Nach dem Einstieg in Villa de Leyva klappte es auch mit dem Reiten viel besser. Wir legten einige Strecken im Galopp zurück und freuten uns über das Bergauf und –ab. Besonders die Chaquira-Schlucht und der Blick von hier über den Magdalena-Durchbruch beeindruckte uns. Auf einem kleinen Plateau rauchten wir dann gemeinsam eine Zigarre, die Sigifredo Ines mitgegeben hatte. Sie soll unsere Gemeinschaft stärken und unsere Reise segnen.
Nach diesem anstrengenden Ritt und mit der Kraft unserer Ahnen, stärkten wir uns mit „Asado Huilense“ (eingelegtem, gegrilltem Scheinefleisch)! Yammi! Das hatten wir auch bitter nötig, denn danach ging es auf dem Rio Magdalena Raften! Nicht alle blieben dabei trocken, aber kein Problem – Es brachte riesen Spass durch die reißenden Stromschnellen zu fahren. Ziemlich kaputt von einem aktiv Tag, schliefen wir im Bus auf dem Weg nach Gigante fast ein. Auch die „Willkommens-Agua Panela“ verschliefen wir fast alle, denn wir fielen sofort in unsere Betten.
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Es regnet
Nachdem wir gestern alle innerhalb von Sekunden eingeschlafen waren, fällt das Aufstehen heute schwer, besonders weil es die ganze Nacht geregnet und immer noch nicht aufgehört hat. Aber eine „Caldo“ (eine Art Kraftbrühe, die man in Kolumbien oft zum Frühstück ißt) stärkt uns für die erste Aufgabe des Tages.
Da ein Spaziergang in der Umgebung buchstäblich „ins Wasser fällt“ gehen wir am hauseigenen Teich unser Abendessen fischen. Manuel zeigt uns wie man das Netz hällt und wirft. Sören „fliegt“ beim ersten Versuch fast hinter dem Netz her, denn es ist wie ein Armband ans Handgelenk gebunden. Miguel scheint das Fischen im Blut zu liegen. Er fängt bestimmt 6 oder 7 Fische (Die dümmsten Fischer fischen die dicksten Karpfen:-)). Miguel sei Dank – unser Abendessen ist gerettet!
Aber es ist noch nicht komplett – Wir machen einen Streifzug über das Gelände der Finca und ernten Yuca (eine Wurzel), Zwiebeln und Koriander.
Wir fühlen uns in der Familie sehr wohl, brechen dann am Nachmittag aber auf in die Tatacoa Wüste. Da es soviel geregnet hat steigen wir kurz vor der Wüste in einen Jeep um. Die Wüstenlandschaft ist genial schön. Rotes Gestein bzw. Erde und Kakteen und auch andere grüne Pflanzen sind durch den Regen zum Vorschein gekommen. Leider geht schon bald die Sonne unter, aber die Landschaft im Halbdunkeln ist sehr romantisch und so genießen wir ein paar Minuten die Stille der Wüste. Wir haben Glück und die Wolken vom Tag haben sich fast komplett verzogen, so dass wir einen sternenreichen Himmel sehen. Ein Astronome erklärt uns fasziniert Lauschenden die einzelnen Sternenbilder. Durch das aufgebaute Teleskop konnten wir den Saturn mit seinen Ringen betrachten. Danach gibt es unseren selbstgefangenen Fisch und die frisch geerntete Yuca. Und so endet ein Tag einmal wieder mit einem leckeren Essen!
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Kaffeefahrt
Letzte Nacht haben wir in einem Hotel in der Nähe von Neiva übernachtet. Das Besondere: Es hatte einen Pool!!!! Und so hüpfen einige von uns noch vor dem Frühstück ins erfrischende Nass.
Luis, unser Fahrer verspätet sich etwas und so geniessen wir noch die Sonne und den Pool, bevor wir unsere lange Busfahrt in die Kaffeezone antreten. Durch wunderschöne Landschaften geht es über „La Linea“ Richtung Armenia.
La Linea ist eine serpentinenartige Passstraße, die sich auf einer kurzen Wegstrecke bis über 3300 m über Meeresspiegel schlängelt. Sie ist durch die „Kinder der La Linea“ bekannt geworden. Sie hängen sich mit ihren selbstgebauten Seifenkisten an LKW´s und lassen sich die Straße hochziehen. Sie regeln an unübersichtlichen Stellen den Verkehr und erhalten dafür von den Fahrern ein kleines Trinkgeld.
Natürlich darf der mittlerweile übliche „Jugo-Stopp“ nicht fehlen. Eine Erdbeermilch und Lulo-Saft sind jetzt genau das Richtige. Wie hoch wir mittlerweile sind erkennen wir an der Flora auf der Strecke, beispielsweise wächst ab 2000 m kein Kaffee mehr.
In Armenia erhalten wir Verstärkung: Urs, ein kolumbianischer Schweizer wird uns in den nächsten Tagen bis Medellin als Guide begleiten. Nach einigen Std. (ca. 8 Std. Fahrt) ist Miguel uns ein Bier schuldig, weil er sich in der zeit etwas verschätzt hat. Aber als wir die Finca sehen, in der wir die nächsten3 Nächte verbringen, nehmen wir diese Forderung schnell zurück! Ist das schön hier! …. und ein Pool! Jippi!
Aber erst einmal – wie sollte es auch anders sein – gibt es Essen! Das Bier trinken wir dann aber doch noch gemeinsam und gehen danach vom relaxen auf der Finca träumen.
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Ostern in Kolumbien
Unser Ostersonntag beginnt mit einem leckeren Frühstück mit frischem Obst und Müsli – und einem Überraschungsei vom Osterhasen Miguel!
Danach ging es los zum Wandern in den Nebelwald bei Salento. Obwohl es in Strömen regnete, lernten wir viel interessantes über die dort heimische Flora und Fauna. So leben dort einige Pumas, die den dort ebenfalls grasenden Kühen schwer zusetzen. Erst vor einigen Tagen war eine Kuh den Pumas zum Opfer gefallen. Im Mittelpunkt standen jedoch die bis zu 80 m hohen Wachspalmen. Wir lernten, dass diese Palmen zuerst nur als eine Art Strauch austreiben, bis sie nach ca. 20 Jahren anfangen einen Stamm zu bilden. Danach wachsen sie pro Jahr 3 Ringe. Auf diese Weise kann das Alter der Palme leicht bestimmt werden. Neu war für uns ebenfalls, dass es männliche und weibliche Palmen gibt, die sich gegenseitig bestäuben müssen, damit ein neuer Trieb entstehen kann. Highlight war schließlich die „Doppelpalme“, bei der sich der Stamm geteilt und zwei hochgewachsene Stämme ausgebildet hat. Aufgrund des starken Regens kehrten wir nach ca. 3 Stunden auf unserem Weg um, und erklammen schließlich zuletzt noch eine Anhöhe um einen sagenhaft Rundblick über das gesamte Tal zu genießen.
Anschließend fuhren wir nach Salento, wo an diesem Ostersonntag ein grosser Markt stattfand und viele kolumbianische Touristen durch die Gassen flanierten. Nachdem wir uns zunächst 2 Stunde lang ebenfalls über den Markt und die Gassen hatten treiben lassen, besuchten wir eine kleine Werkstatt, in der Schmuck hergestellt wird. Hier durften wir selber Hand anlegen und uns aus einem grossen Vorrat an Samenkörnen jeglicher Form und Farbe, selber Ketten oder Schlüsselanhänger anfertigen.
Nachdem wir unsere Kunstwerke vollbracht hatten, besuchten wir noch eine landestypische „Männerbar“. Dies ist eine im „rustikalen“ Stil gehaltene Kneipe, in der fast ausschließlich Männer Pool oder Domino spielen und sich natürlich nebenher das ein oder andere Bier genehmigen. Als Hintergrundmusik wurden ausschließlich Ranchera – Songs gespielt, in denen rührselig eine unglückliche Liebesbeziehung beklagt wurde. Dies – so erklärte uns Miguel – liegt daran, dass sich in einer solchen Kneipe viele frustierte Junggesellen und Ehemänner einfinden, die für einige Zeit Ihrem Zuhause entfliehen wollen.
Besonders erwähnenswert sei in diesem Zusammenhang noch die räumliche Gestaltung des WC für die genannten Frustrierten. Man stelle sich einen deutschen Besenschrank vor, der durch einen Vorhang Einlass gewährt, wie man ihn aus den Duschen mancher drittklassiger Hotels kennt. Ein Schritt nach vorne erlaubt die Eröffnung der angestrebten Erleichterung, an der neben dem Hauptbeteiligten auch alle weiteren Besucher des Etablissements teilhaben dürfen. In diesem Sinne…
Unsere Bekanntschaft mit dem Aguardiente, sowie die Runde Rum die uns Urs zu seinem Einstand spendierte, ließ uns gut gelaunt zurück zu unserer Finca fahren, wo wir von einem leckeren Hühnchen erwartet wurden.
Den Abend ließen wir bei Bier und Rum ausklingen und liessen uns von Urs viel Interessantes über Leben und Alltag in Kolumbien erzählen.
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Erholung mit Flugeinlage
Heute geht es gemütlich los. Wir geniesen einen Tag mit wenig Fahrten und frühstücken erst einmal ausgiebig auf der Veranda der Finca. Der Blick auf die Berge, Täler und Vegetation, den vor unserer Nase wachsenden Zitrusfrüchten, Kaffeeplanzen und Vielzahl an Helikonien stimmt uns schon auf unsere Wanderung durch die Finca ein. Mit Freddy, dem Verwalter starten wir los, lernen seinen 73 Jahre alten Vater kennen, der noch fleißig die Kaffeesträucher von den reifen Bohnen befreit. Um den Bauch trägt er ein altes Radio, seinem Unterhalter während der langen Arbeit.
Wir lernen den Weg der Kaffeebohne vom Strauch bis in die Tasse kennen, probieren einen Tinto und freuen uns über die Vielzahl an bunten Vögel die hier herumschwirren.
Nachdem wir die letzte Ernte erfolgreich geröstet haben, gehen wir zum Flußbett hinab und tanken an den frischen Wassern des Baches wieder Energie auf. Eine kurze Pause am Pool der Finca entspannt uns vollkommen, jetzt geht es ja zum Canopy.
Wir schweben an einem Draht gespannt über die Plantagen, eine andere Art diese schöne Bergwelt kennen zu lernen. Vollgepumpt mit Adrenalin heißt es dann für Sören, Thomas, Gundolf, Ines und Urs den Hängebrücken-Kurs verschiedenster Schwierigkeitsgrade zu bewältigen. Mit viel Einsatz und akrobatischen Einlagen gelingt ihnen dies.
Am "Lagerfeuer" in der Finca geben wir dann die Abenteuer des heutigen Tages zum besten und stärken uns mit gegrilltem nach soviel körperlichen Einsatz.
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Der Pazifik rückt näher!
Wir verlassen unsere Finca, um uns auf den Weg nach Medellín zu machen. Eine lange Fahrt steht uns bevor. Nicole begleitet uns bis Manizales, wo wir sie in einen Bus nach Bogota setzen.
In Manizales besichtigen wir den Hauptplatz und die Kirche, beide muten sehr europäisch an, der gotische Stil der Kirche erinnert an so manchen Dom in Deutschland. Es ist kurz vor Mittag und die Strassen daher sehr belebt. Wir nehmen noch eine kurze Stärkung für den restlichen Weg und weiter geht es durch die Kaffee-Zone.
Unterwegs lernen wir über die Kultur der Menschen hier. Sie werden "Paisas" genannt, was soviel wie Landsleute bedeutet. Urs und Miguel erzählen uns, dass die Leute sich hier traditionel mit "Hola Paisano" also "Hallo Landsmann" grüßen… Sie sind sehr tüchtig und gute Geschäftsleute. Ihre Freundlichkeit ist sprichwörtlich, wann immer wir nach den Weg fragen antworten sie hilfsbereit und mit einem Lächeln.
Wir fahren am Cauca-Fluß entlang, der die Zentral- von der Westkordillere trennt. Es ist heiß und die Vegetation abwechslungsreich: Bananen-Stauden, Kaffee-Pflanzungen, Helikonien und andere bunte Blumen.
Nach einem steilen Anstieg von 300m auf 2000m fahren wir über den letzten Pass nach Medellín. Unser Fahrer hat Probleme den schlecht ausgeschilderte Weg zu finden und so hilft uns ein Taxifahrer zum Hotel.
Besser klappt es mit der S-Bahn, die hier "Metro" genannt wird. An ihr angeschlossen ist eine Seilbahn, in deren Gondeln bis zu acht Personen sitzend Platz finden. Das besondere ist, dass sie die sozialen Problemgebiete an den Westhängen im Norden der Stadt, den berüchtigten "Comunas", an das Verkehrsnetz der Stadt anbindet. Berüchtigt weil aus diesen Vierteln Pablo Escobar einst seine Armeen jugendlicher Auftragsmörder rekrutierte.
Wir sind beeindruckt, wie positiv sich diese Anbindung auswirkt, steigen an der Endhaltestelle aus, laufen durch die Strassen und genießen die dörfliche Atmosphäre und Feierabend-Stimmung.
Zurück im Zentrum besuchen wir den Platz der Botero-Skulpturen und gehen von hier in ein typisches "Paisa"-Restaurant. André und Philipp vom viventura-Büro in Medellin schließen sich uns an. Nach dem typsichen „Paisa-Essen“ (Schlachterplatte mit Bohnen und Reis ;) ) suchten wir noch kurz ein Internet-Cafe und danach eine nette kleine Bar auf.
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Im Paradies!
Am Morgen ging es zum Flughafen, den wir auch nach ein paar Mal nachfragen fanden.
Für Ines hatte der Flug erwartungsgemäß Verspätung und so ging es eine Stunde später nach Nuqui los. Schlechtes Wetter in Nuqui wurde uns von der Fluggesellschaft angekündigt aber wir landeten bei strahlendem Sonnenschein.
Pozo und Fidel von El Cantil erwarteten uns schon und so saßen wir auch bald im Boot zu unserem Paradies. Nach einer guten Stunde kamen wir hier an. Zur Begrüßung gab es einen Obstsalat und ein paar erklärende Worte. Wir alle merkten uns: "Glockenläuten = Essen fassen". So waren wir auch pünktlich zum Mittagessen: Köstlicher, frischer Fisch!
Danach waren unsere Hängematten dran. Eine Runde Hängematten-Test bevor wir uns mit Pozo auf dem Weg zu nahe gelegenen Wasserfällen machten. Ein kleiner Vorgeschmack auf die nächsten Tage: Einsame Strände und wilder Urwald.
Nach einem wiederum köstlichen Fisch, diesmal in Maracuja-Soße, ließen wir den Abend mit Rästel- und Kartenspielen ausklingen.
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Wer braucht im Paradies schon ewiges Leben?
Da es am frühen Morgen zu regnen begann, konnten wir unsere für den Vormittag geplante Wanderung nicht antreten. So mußten die Hängematten mal wieder her halten. Die Luftfeuchtigkeit war so hoch, dass Miguels Laptop seinen Dienst versagte.
Als es aufklärte machten wir uns auf den Weg zu den Thermalbädern. Dabei zeigte sich, dass wir doch nicht einsam in der Gegend waren, denn wir begegneten einer Gruppe kolumbianischer Urlauber, die das gleiche Ziel hatten wie wir.
Dennoch beeindruckte uns die Weite der Strände, die Nähe des Urwalds. In "Termales" angekommen versuchten wir der Gruppe vor uns Zeit zu geben und hofften so, die Thermalbäder für uns zu haben. Aber wie Kolumbianer so sind: wenn sie sich wohlfüllen, entwickeln sie Ausdauer. Also liefen wir, Miguels Verheißungen auf ewiges Leben folgend, noch flußaufwärts bis zu einer Höhle, in der Fledermäuse den Tag verschliefen. "Ohne Biß, kein ewiges Leben", so Miguel. Aber was wollen wir auch ewig Leben?
Vielleicht um noch länger auf das Verlassen der Thermalquelle durch die Gruppe vor uns zu warten, aber wenn Kolumbianer es sich erst einmal gemütlich gemacht haben, helfen auch keine zehn ewige Leben. Also sprangen wir zu ihnen in das Becken, rieben uns die verjüngende Paste in das Gesicht und tatsächlich: irgendwie wirkte so mancher von uns danach etwas jünger ;).
Auf dem Rückweg durch das Dorf begegneten wir vielen Kindern, die sich bald aufgeregt um unsere Fotokameras gruppierten.
Nach einem späten Mittagessen ging es wieder in die Hängematten, Bücher lesen, den Grillen und Zickaden lauschen und was sonst so zum Seele baumeln lassen dazu gehört. Ines probierte sich im Surfen und konnte auch auf dem Bauch liegend die eine oder andere Welle "abreiten".
Abends: sehr viel lecker Fisch, Karten und Domino spielen. Und danach bei Meeresrauschen und Zickaden-Zirpen einschlafen.
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Pfeilgift und Robinson-Feeling
Freitag der dreizehnte zu den Pfeilgiftfröschen – kann das gut gehen? Zumindest regnet es nicht. Mit Stützstöcken und je einer Flasche Wasser ausgestattet machen wir uns auf den Weg zu diesen kleinen Giftbomben.
Es geht steil bergauf und wieder bergab. Der Weg ist teils rutschig, wir ahnen was passieren kann, wenn es regnet. Aber es regnet ja nicht. Die Luftfeuchtigkeit ist trotzdem so hoch, dass wir nach ein paar Metern schon klatsch-naß geschwitzt sind.
Pozo erklärt uns einige Bäume und Pflanzen, die entweder als Nutzholz oder für medizinsiche Zwecke genutzt werden. Irgendwann hören wir zwischen den lärmenden Papageien auch die ersten Regentropfen heraus. Aber die dichte Baumdecke verhindert, dass wir und der Boden nass werden.
Nach ca. 3 Kilometern auf und ab sehen wir im Unterholz auch die ersten Frösche. Leuchtend rot-schwarz und scheu hüpfen sie vor unseren Kameras davon. In der Hoffnung noch mehr von ihnen zu sehen, steigen wir die letzten paar steilen Meter zum Gipfel hoch. Hier sehen wir vor allem große Spinnen und auch ein paar Frösche. Noch enstcheidender aber: es beginnt durch zu regnen. Wir werden nass und mit uns unser Rückweg … Unsere Vorahnung wie schmierig der Boden werden kann, bestätigen sich.
Trotzdem legen wir den Rückweg rasch zurück und sind tropfnass aber und um eine Urwalderfahrung reicher zum Mittagessen wieder in unserer Lodge.
Am Abend suchen wir nach Holz für unser Lagerfeuer und obwohl nicht alles was wir finden richtig trocken ist, brennt unser Feuer bald in den nächtlichen Himmel. Wir kommen uns wie kleine Robinsons vor.
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Aus dem Urwald in die Disco
Es geht zurück in die Zivilisation. Wir umarmen unsere Gastgeber von "El Cantil" noch einmal herzlichst zum Abschied und dann geht es zum Flugahfen nach Nuqui.
Hier erfahren wir erst einmal, dass der Flug wegen Wetter verspätet ist. Zunächst für zwei Stunden, dann werden aber doch drei Stunden daraus. Was hätten wir doch lieber diese Stunden in unserer Lodge verbracht. So laufen wir die paar Strassen auf und ab, legen uns in die Sonne oder quatschen mit den Einheimischen. Es trifft sich gut, dass heute eine Schulung der Tourismus-Schule in Nuqui ist. Es geht um Rezepte aus der einheimsichen Küche. Noch besser trifft es sich, dass Martha, unsere Fee aus "El Cantil" ebenfalls im Kurs ist. Als sie hört, dass unser Flieger verspätet ist, organisiert sie noch einige Speisen für uns. Lecker, ein kleiner zweiter Abschied von "El Cantil".
Wir landen erst um 4 uhr nachmittags in Medellin und können noch vor dem Dunkelwerden das Grab Escobars besichtigen. Carlos, unser Gastgeber in Medellin erzählt uns über Escobar und warum er so mächtig wurde. Er macht uns aber auch bewußt, dass es in Medellin noch mehr gibt, als Pablo Escobar. So sind wir bei dem anschließenden Besuch der Anlagen um das Fußball-Stadion tiefst beeindruckt über die gut angelegten Sportmöglichkeiten und wie sehr die Menschen sie nutzen.
Nach dem Abendessen treffen wir noch André und Isabelle von viventura und gehen mit ihnen in das Mangos. Hier erleben wir, wie ausgelassen und gesittet die Leute in Medellin feiern. Es gibt viel zu sehen und bis 6 Uhr morgens die Möglichkeit das Tanzbein zu schwingen. Wir gehen aber angesichts unseres frühen Fluges nach Santa Marta kurz vor drei in das Hotel zurück.
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Rum und mehr!
Der internationale Flughafen von Medellin liegt ca. 50 Minuten von der Stadt entfernt und gute 700 m höher. Die Fahrt dorthin war entsprechend abwechslungsreich. Wir konnten bergauf so manchen guten Blick auf die Stadt geniessen. Da auch in Medellin Sonntags Strassen für die Radfahrer, Skater, Jogger und andere Sportler gesperrt sind, waren trotz der frühen Zeit schon viele Menschen unterwegs.
In Santa Marta wartete schon unsere „Chiva“ auf uns. Mit Musikband! Die Kapelle bestand aus vier Mann, die auf ihren Trommeln, Saxophon, Pauke Becken und ihren Stimmen laut unsere Fahrt durch die Stadt musikalisch untermalten. Passanten grüßten uns winkend oder schwangen ein Paar Takte mit und riefen uns ihr „Hallo“ zu. Um Trockenheit zu vermeiden kauften wir schnell eine Flasche Rum und so wurde es wirklich eine feucht-fröhliche Tour durch Santa Marta. Wir besichtigen die Kathedrale und das koloniale Viertel, den Hafen und das Denkmal für den „Pibe“ Valderama, wobei unsere Führer nicht versäumten zu erinnern, dass er der „geistige“ Vorbereiter des 1:1 gegen Deutschland bei der WM 90 war. So viel Geschichte, Rum und Rhytmus weckten unsere Mägen und so suchten wir nach der Tour ein Restaurant auf.
Sören, Bernhard, Martina und Thomas blieben in Hotel-Nähe, während Ines, Gundolf und Miguel sich auf den Weg zum Fischerdorf Taganga machten.
Am späten Nachmittag trafen wir uns noch in der Stadt, tranken viel frische Säfte und schauten am Hafen der untergehenden Sonne und dem badenden Einwohnern Santa Martas zu.
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Indianertag
Heute geht es zum Parque Tayrona, dem Nationalpark bei Santa Marta. Wir steigen im Ort Calabazo aus, von wo wir unsere Wanderung nach Pueblito beginnen. Pueblito ist eine ehemalige Stadt der Kogui-Indianer, die sie auf der Flucht vor den Spaniern in den Bergen um Santa Marta bauten. Hier lebten einst bis zu 5000 Menschen, heute sind nur einige wenige Indianer dort, die auf ihren Wanderungen durch die Sierra von Santa Marta sich hier ein paar Tage aufhalten und ihre Rituale zelebrieren, denn Pueblito ist ein heiliger Ort für sie.
Für uns waren es aber erst einmal fast zwei einhalb Stunden Wanderung. Es ging bis auf 300 m Höhe durch den Urwald. Wir begegneten u.a. einer giftigen Schlangenart, Coral, zum Glück schon tot, riesigen Heuschrecken und einer drei-köpfigen Indianerfamilie. Unser Guide erklärte uns über verschiedene Baum- und Pflanzenarten auf, über deren medizinische Bedeutung oder Nutzung als Nahrungsmittel. In Pueblito trafen wir nur auf einen Indianer, genossen aber die Ruhe dieses Ortes bevor wir uns dann wieder bergab zum Strand machten.
Unser Ziel, der Strand Cabo San Juan, entschädigte für die anstrengende Wanderung. Blaues Meer, weißer Strand, Palmen … unser Bild von der Karibik erfüllte sich. Da wir keinen Ball dabei hatten, warfen wir uns statt dessen eine Kokosnuss im Meer zu. Funktionierte mindestens genau so gut.
Vor Einbruch der Dunkelheit machten wir uns dann auf dem Weg zu unserem Nachtquartier. Dabei wanderten wir an drei weiteren schönen Buchten vorbei, streckenweise auch durch den Urwald bis wir zu unserer Bucht Arrecifes gelangten.
Unsere erste Nacht in Hängematten stand uns bevor. Wir hingen sie alle noch etwas höher, in der Absicht gerader darin zu liegen.
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Schlammige Angelegenheit
Die Hängematten höher zu hängen war vielleicht doch keine so gute Idee, denn wir wurden von Moskitos am frühen morgen geplagt. Es fühlte sich an, als wären wir, trotz Moskito-Netz hundertfach zerstochen worden. Einzig Gundolf, der seine Hängematte nicht höher gehängt hatte, blieb verschont. Komischerweise sahen wir nicht wie die befürchteten Mais-Kolben aus und entdeckten kaum Stiche an uns.
Mit dem öffentlichen Bus fahren wir von Santa Marta nach Barranquilla. Die Reise ist bequem und wir können etwas Schlaf nachholen oder dem Drama einer Telenovela über die Bus-Fernseher folgen.
In Baranquilla steigen wir in unserem Pirvatbus nach Cartagena ein, halten aber erst am Vulkan Totumo. Erste Skepsis ob wir wirklich in diese graue Brühe sollen werden von Gundolf, der als erster einsteigt, bei Seite gefegt. Bald tönt unser Lachen und Quieken über den Vulkan. Wir sehen aus wie Aliens und haben anfangs motorische Koordinationsschwierigkeiten auf 2200 Metern Schlamm. Ines genießt ihr Bier und wir anderen die entspannenden Massagen der Vulkan-Mitarbeiter. Hin und wieder wird alles durch ein heftiges „Blupp“ unterbrochen und eine Schlammblase steigt aus den Tiefen des Vulkans. Logisch, dass die Witze über die Folgen des Bohnenkonsums nicht ausbleiben dürfen.
In der nahe gelgenene Lagune waschen uns energische Frauen den Schlamm auch aus den Ohren. Entspannt und halbwegs weiß sitzen wir nun im Bus und fahren die letzte halbe Stunde bis Cartagena. Nach dem Duschen werden wir uns die Stadt kurz anschauen und zu Abendessen.
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City Erkundungstour
Der gestrige Abend endete auf der Stadtmauer, genauer gesagt im Café del Mar, wo wir zu sphärischen Klängen und dem einen oder anderen Drink den kühlenden Abend-Wind genossen. Wir ergatterten uns eine Liegewiese und fühlten uns besser als sich je ein Pirat in der Karibik gefühlt haben kann. Der Rum wurde auch nicht alle und so hielten wir uns bis Mitternacht auf unserer Wiese. Wir brachen auch nur auf, weil wir wussten, dass wir heute den Sonnenuntergang von dort aus betrachten werden.
Am Vormittag stand die Besichtigung dieser schönen Stadt an, deren Balkone, enge Straßen und malerische Winkeln so viele Geschichte bergen. Von Sklavenmärkten und selig gesprochenen Sklavenschützern, Gold und Piraten, Tyrannei, Hochmut und Leidenschaft erzählen sie und schaut man in die Gesichter der Menschen, erkennt man die bunte Menschenvielfalt Kolumbiens.
Der Inquisitions-Palast war der geschichtliche Höhepunkt der Stadt-Tour, bevor wir vor den Massen älterer Touristen eines Kreuzfahrt-Schiffes flohen. Gerade heute legte so ein riesiges Schiff an und so waren Teile der Stadt fest in der Hand einzelner Gruppen auf Landgang. Wir zogen uns in ruhigere Gebiete zurück, die ebenso malerisch und schön sind, aber aus unverständlichen Gründen nicht auf dem Weg der Touren lagen. Gut für uns, so konnten wir entspannt im Park oder typischen Restaurants essen und Ines legte sich sogar zur Siesta in den Park, ganz als ob sie dies schon immer so gemacht hätte.
Zum Sonnenuntergang waren wir dann wieder auf unserer Liegewiese im Café del Mar. Leider war der Himmel etwas bewölkt, so dass die Sonne hinter Wolken unterging. Trotzdem färbte sich der Himmel sehr schön und wir genossen die beginnende Feierabendstimmung bevor es zum Abendessen ging.
"Wenn man in Cartagena keine Meeresfrüchte-Suppe gegessen hat, dann war man nicht in Cartagena", mit diesen Worten erklärte uns Miguel die Auswahl des heutigen Abendessens. Unsere Skepsis wisch nach der ersten Probe: "Einfach köstlich". Für uns alle gehört diese Suppe zu den kulinarischen Highlights der Tour und wir können sie nur weiter empfehlen: "Cazuela de Mariscos".
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Raus auf die Insel
Um neun ging es per Motorboot zur Insel Baru, ca. 50 Minuten von Cartagena gelegen.
Da wir, entgegen den üblichen Touren, nur zu dem weißen Strand von Baru und nicht die Rundfahrt um die Inseln machen wollten, organisierte Miguel ein Boot, das nur für uns fuhr.
So hatten wir die Insel zunächst für uns. Was leider auch bedeutete, dass wir die einzigen Touristen waren, denen die dortigen Verkäufer ihre Ware anbieten konnten. Sie stürzten sich regelrecht auf uns und ließen sich von unseren "Nos" nicht beeindrucken.
Nach einer Weile beruhigten sie sich, setzten sich in Sichtweite von uns und wir kamen endlich dazu, den weißen Strand und das Postkarten blau des Meeres zu genießen. Karibik pur!
Nach dem Mittagessen ließen sich einige von uns dann noch massieren, während die anderen Sonne und Meer genossen.
So entspannt kehrten wir wieder nach Cartagena zurück um an der Plaza San Pedro unseren letzten Abend mit einem Essen zu feiern. Miguel wurde von der Gruppe mit Sandalen und einem Rucksack überrascht, auf dass er nun perfekt ausgestattet auf weitere Reisen gehen kann.
Bernhard machte sich nach dem Essen auf den Weg in eine Salsa-Theke, während Martina, Thomas, Ines, Gundolf und Miguel noch einen kleinen Rundgang Richtung Cafe del Mar unternahmen. Einzig Sören, von einer beginnenden Erkältung geplagt, kehrte in das Hotel zurück.
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Der Abschied
Der Tag unserer Abreise beginnt mit Besorgungen. Während Ines und Miguel Ines Gastfamilie für ihre nächsten drei Wochen Spanischkurs in Cartagena aufsuchen, geht der Rest der Gruppe in die Stadt um die letzten Einkäufe zu machen. Kuh-Felle stehen hoch auf der Wunschliste.
Wir treffen uns am Mittag im Hotel, verabschieden uns von Martha, unserer netten Gastgeberin und von Ines, die ja noch in Cartagena bleibt und fahren zum Flughafen.
Der Flug ist verspätet, so dass wir auch knapp vor dem Flug nach Madrid in Bogota ankommen und keine Zeit zum verabschieden bekommen. Ein Bus steht schon bereit um die Passagiere nach Europa zum internationalen Terminal zu fahren, während Miguel alleine zurück bleiben muss. Eine kurze Umarmung muss als Abschied für drei sehr schöne, erlebnisreiche Woche genügen. Von Nicole, die am Iberia Check-In auf uns wartet, können wir uns leider nicht mehr verabschieden.