Reisebericht

Hier können Sie sehen, was unsere Reisenden auf ihrer Reise erlebt haben.

29 Sep. 2011 • Frankfurt - Madrid

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im Flugzeug

Das Abenteuer Peru beginnt

Heute nahm die Gruppe den Flug von Madrid nach Lima, für unsere Reise durch Peru in Angriff. Unser Abenteuer Südamerika kann beginnen!

30 Sep. 2011 • Frankfurt - Lima

**Ankunft in Lima**  
  
Früh
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Ankunft in Lima

Früh morgens landete unsere Gruppe in Lima, wo wir von Karol unserer Reiseleiterin abgeholt wurden. Weiter ging es in den Stadtteil Miraflores zu unserem Hotel, wo ein gutes Frühstück auf uns wartete. Gegen 9 Uhr startete unsere Stadtrundfahrt durch Lima. Ursula, unsere lokale Führerin, führte uns zuerst zum "Parque del Amor", anschließend ins Zentrum zum Plaza Mayor. Es folgte das Kloster San Francisco, wo wir die beeindruckenden Katakomben auf uns wirken ließen. Als nächstes Highlight wartet die peruanische Küche auf uns. Im Stadtteil Barranco fuhren wir in das Restaurant Rustica und verwöhnten unsere Gaumen. Erster Eindruck der peruanische Küche - LECKER! Langsam schwanden unsere Kräfte und wir begaben uns in die Betten, denn morgen heißt es früh aufstehen.

01 Okt. 2011 • Nazca - Lima

**Moche-Kultur**  
  
Noch im
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Moche-Kultur

Noch im Dunkeln haben wir heute das Hotel verlassen und uns auf den Weg Richtung Flughafen gemacht. Wir flogen von Lima nach Chiclayo. Der Flug dauerte ca. 65 Minuten. Nach der Landung fuhren wir in unser Hotel, dort erwartete uns eine kurze Entspannungspause mit Frühstück. Nun konnte es los gehen - auf zur Anlage Huaca Rajada. Es handelt sich um eine Lehmziegel-Pyramide, wo zur Zeit die Ausgrabungsarbeiten besichtigt werden können. Inzwischen meldete sich auch schon wieder der Hunger und in Lambayeques angekommen, ließen wir uns das sehr leckere Mittagessen schmecken. Keine Müdigkeit vorschützen, heißt das Motto und weiter ging es ins Tumbas Reales Museum. Ein schönes, großes Museum, in dem die Lambayeques Kultur und die Herrn von Sipan ausgestellt sind. Unsere lokale Führerin erklärte uns alles darüber. Puhh, jetzt hatten wir frei und jeder nutze die Zeit ausgiebig zur Erholung.

02 Okt. 2011 • Trujillo - Chiclayo

**Moche und Chimu Kultur**
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Moche und Chimu Kultur

Heute sind wir Richtung Trujillo aufgebrochen, die Hauptstadt der Region La Libertad. Nach ca. 3,5 Stunden erreichten wir Huaca El Brujo, einen archäologischen Komplex. Als dort eine Herrscherin gefunden wurde ist der Komplex noch berühmter geworden. Nach diesen beeindruckenden Bildern ging es weiter auf der Panamericana in Richtung Süden. In Huanchaco, einem Örtchen direkt am Pazifik Strand aßen wir frischen Fisch in einem schönes Restaurant. Nach dem Mittagessen sind wir mit der Begleitung von Martha, unsere lokale Führerin, nach Chan Chan gefahren, die größte Lehmziegelstadt der Welt mit eindrucksvollen Figuren und einer einzigartigen Struktur. Von hier aus machten wir uns auf in unser Hotel in Trujillo. Wir bezogen unsere Zimmer und einige nutzten die Zeit für einen kleinen Spaziergang. Andere blieben im Hotel und machten sich einen gemütlichen Abend.

03 Okt. 2011 • Trujillo - Lima

**Mondpyramide und Kolonialsta
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Mondpyramide und Kolonialstadt

Heute haben wir hier in Trujillo den Mondtempel besucht, genauer gesagt alte Ruinen der Moche Kultur. Dieser riesengroße Komplex hat uns sehr beeindruckt, mit Wandmalereien und interessanter Architektur. Erstaunlich ist, dass die bunten Originalmauern trotz der vielen Jahre noch so gut in Farben und Formen erhalten sind. Die Moche Kultur hat sich hier von 100 n. Chr. bis 700 n. Chr. entwickelt. Nach dem Besuch der Mondpyramide, fahren wir zurück in die Stadt, wo wir den Kolonialteil Trujillos besuchen. Man kann ein paar koloniale Häuser ansehen, die heute zu Banken oder zu privaten Vereinen gehören. Natürlich besuchen wir auch den Hauptplatz und schließlich wird es Zeit, dass wir uns von Martha verabschieden. Gegen drei Uhr nachmittags sind wir im Hotel und haben frei, um uns noch ein bisschen auszuruhen.

04 Okt. 2011 • Huaraz - Trujillo

**Vamos a la montana**  
  
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Vamos a la montana

Heute sind wir um 7:30 losgefahren und haben uns auf den langen Weg von Trujillo nach Huaraz gemacht. Es galt viele Kilometer und fast 4000 Höhenmeter zu bewältigen. Zunächst sind wir auf der Panamericana gen Süden gefahren. Auf dieser exzellent ausgebauten Straße sind wir 4 – 5 Stunden unterwegs gewesen, unterbrochen nur für Foto- und … Toiletten-Pausen. Sehr interessante Lebenserfahrungen mit peruanischen Tankstellen-Toiletten gemacht und festgestellt, dass “Servicio higienico” teilweise unterschiedliche Anteile an Hygiene beinhaltet. Gegen 12:00 mittags haben wir die heute auf dem Programm stehenden Ruinen von Sechin bei Casma erreicht. Dort haben wir mit einem lokalen Guide zunächst das kleine örtliche Museum besichtigt. Leider waren die interessanten Exponate aufgrund eines Mangels an Finanzmitteln nicht so vorteilhaft präsentiert, wie es hätte sein können. Der Guide hat das aber durch Engagement wieder wettgemacht, stets von Karol simultan-gedolmetscht. Im Anschluss haben wir die Ruinen selbst besichtigt. Diese bestechen vor allem durch außerordentlich plastische Darstellungen abgetrennter Gliedmassen und entfernter Innereien. Alle dargestellten abgetrennten Köpfe hatten keine Augen, die man dann aber auf einer extra-Stelle an der Vorderseite des Tempels fein säuberlich aufgereiht betrachten konnte. Diese beeindruckenden Reliefs sollen der Abschreckung von Feinden gedient haben und bedecken die gesamte Wand des Tempels. Man kann noch erahnen, dass sie wirksam gewesen sein werden. Innerhalb der Gruppe wurde diese Deutung allerdings verschiedentlich bezweifelt und es wurden verschieden medizinische Deutungsversuche unternommen die von einer Organbank bis zu einem chirurgischen Trainingszentrum reichten. Die Sechin-Kultur datiert von etwa 1700 vor Christus und gehört damit zu den ältesten Anden-Kulturen. Außer diesen steinernen Zeugnissen haben sie uns nicht viel hinterlassen. Allerdings ist Sechin noch längst nicht vollständig erforscht. Leider stehen dazu aktuell keine Geldmittel zur Verfügung. Nach der Besichtigung haben wir dann vor Ort gemütlich im Schatten gepicknickt. Dort konnten wir Portrait-Aufnahmen eines Original-peruanischen Nackthundes anfertigen… Dieser ist allerdings nicht vollständig nackt, sondern besitzt auf dem Kopf einen attraktiven Irokesen-Schnitt in blond. Bei Casma haben wir dann die Panamericana verlassen und uns auf den Weg in die Anden gemacht. Die befürchtete Schotter-Piste stellte sich erfreulicherweise als inzwischen gut ausgebaute Teerstraße heraus und bot zudem reichlich phantastische Panorama-Ansichten der Anden. Da wir ja eine außerordentlich Fotographie-liebende Gruppe sind gab es reichlich Fotopausen. Auf einer davon wurden wir von der Polizei aufgegriffen und Karol und unsere Fahrer mussten länger diskutieren um eine saftige Strafe zu verhindern. An dieser Stelle war nämlich das Halten verboten… Auf dem höchsten Punkt dieser Strecke, einem fast 4000 Meter hohen Pass hatten wir einen atemberaubenden Ausblick auf die Cordillera Blanca und haben (natürlich) viele Aufnahmen gemacht. Gegen 17:30 haben wir dann das Hotel in Monterrey bei Huaraz erreicht. Noch einige Einkäufe (Wasser!) erledigten wir im Kiosk um die Ecke. Abends haben wir dann im hoteleigenen Restaurant ausgezeichnet gegessen bei Kaminfeuer. Sehr stilvoll. Im Rahmen des Tischgespräches began Peter spontan das Weihnachtsgedicht mit dem Försterhaus von Loriot zu zitieren. Das Kaminfeuer muss ihn inspiriert haben… Glücklicherweise konnten wir ihm sowohl einen Schaukelstuhl als auch eine Decke für die Knie zur Verfügung stellen.

05 Okt. 2011 • Huaraz

**Auge in Auge mit dem Berg**
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Auge in Auge mit dem Berg

Wir begannen den heutigen Tag mit einem “Höhen-Doping” in Form von reichlich Cocatee. Unser Führer an diesem Tag war Maritza. Auf einem Bauernmarkt in Carhuaz kauften wir Vorräte für den Tag ein. Dort herrschte ein buntes Treiben und wir hatten reichlich Gelegenheit Fotos von echten “Anden-Charakteren” zu machen. Marcus erleichterte uns diese Tätigkeit enorm, indem er die Einheimischen durch seine Größe derartig in Erstaunen versetzte, dass sie unsere Aktivitäten nicht mehr bemerkten. Weiter ging es von dann etwa 2500m nach oben, in den Huascaran-Nationalpark. Die Strecke dorthin verdient den Namen Schotterpiste tatsächlich und wir fürchteten teilweise sowohl um unsere Gesundheit als auch um die des Busses. Da wir Glück mit dem Wetter hatten, war der Ausblick beeindruckend und wir hatten sowohl den Huascaran selbst mit seinen fast 6800m, als auch den außerordentlich fotogenen Huandoy glasklar vor den Augen bzw. der Linse… Unter mehrfachen Fotostopps erreichten wir schließlich die Zwillingslagunen von Llanganucco, Chinancocha und Orococha. Diese Gletscherseen liegen auf etwa 3800 Höhenmetern. Einen höhergelegenen Aussichtspunkt konnte der Bus aufgrund der Qualität der Straße nicht mehr erreichen, und nur ein virtuoses Wendemanöver in einer Kurve bewahrte uns davor, zu Fuß zurücklaufen zu müssen… Bei Chinancocha legten wir zunächst eine Vesper ein und verzehrten die zuvor gekauften Lebensmittel. Nach dem frugalen Mahl begann eine kleine Wanderung von Chinancocha abwärts. Da einigen die Höhe doch deutlich zu schaffen machte war es eine leicht reduzierte Truppe, die sich schließlich auf den Weg machte. Die Wanderung dauerte etwa 1,5 Stunden und bot erneut großartige Ausblicke auf die Cordillera Blanca. Zusätzlich konnte man die Flora der Andenregion aus der Nähe betrachten. Die Wanderung war so angelegt, dass selbst der untrainierteste Teilnehmer sie körperlich trotz der Höhe noch bewältigen konnte.

Einen letzten Tagesstopp legten wir in Yungay ein und besichtigten den Friedhof dieser Stadt, die 1970 nach einem schweren Erdbeben von einer Schlammlawine fast vollständig zerstört wurde. Lediglich der Friedhofshügel mit seiner Christusstatue und vier einsame Palmen auf der Plaza Mayor blieben erhalten. Um 18:00 fuhren wir zurück nach Huaraz. Auf dem Weg wurde bereits deutlich, dass die leichte Mittagsmahlzeit nicht langfristig sättigend gewesen war und es wurden Stimmen laut, die lautstark nach Nahrung verlangten. Erleichtert erreichten wir das Restaurant in Huaraz, wo mit der Fütterung begonnen werden konnte. Dabei konnten wir nebenher einen peruanischen Laternen-Umzug mit Blasmusik beobachten. Noch einige Einkäufe in einem nahegelegenen Supermarkt. Auf dem Weg dorthin mussten wir feststellen, dass niedliche Hundewelpen von Straßenhändlern verkauft werden. Das fanden einige doch etwas befremdlich. Den Rückweg ins Hotel bewältigten wir mit Taxis und fügten so zu den Erfahrungen des Tages noch die eine peruanische Taxifahrt hinzu, die einem unschuldigen Hund fast das Leben gekostet hätte.

06 Okt. 2011 • Huaraz

**Nägel mit Köpfen**  
  
Der
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Nägel mit Köpfen

Der heutige Tag begann mit einem Ständchen für unser Geburtstagskind Barbara. Dann fuhren wir um 7:45 los (nach dem obligaten Cocatee in hohen Dosen) und machten uns mit Maritza auf den Weg nach Chavin de Huantar. Einen ersten Halt legten wir in Recuay ein, um die alte Architektur zu bewundern, die dort noch zu sehen ist. Recuay wurde als einzige Stadt der Region bei dem Erdbeben 1970 fast nicht zerstört. Zufällig konnten wir auch die Kirche des Ortes betreten, die sonst nicht der Öffentlichkeit zugänglich ist. Die Straße nach Chavin war qualitativ wenig besser als die nach Huascaran, aber immerhin meistens asphaltiert. Eben nur mit Löchern… Erneut hat nur der Ausblick auf die umliegenden Gipfel uns über das Geschüttel hinwegtrösten können. Insbesondere der … (Quechua für “rote Erde”) hatte es uns angetan und wurde (natürlich) mehrfach fotografisch festgehalten. Einen nächsten Halt machten wir am See Querococha und genossen die tolle Aussicht bei fast 4000 Höhenmetern. Zusätzlich kurbelten wir die peruanische Wirtschaft an, indem wir eine fünfköpfige Familie (Mutter mit 4 Kindern) dafür bezahlten, sie mit ihren Tieren fotografieren zu können. Sie warteten dort bereits auf Touristen, bewaffnet mit einem Lama und vier Lämmern. Nachdem wir dieses Lokalkolorit ausreichend gewürdigt hatten, ging es weiter den Berg hoch bis zum höchsten Punkt des Tages, dem Kahuish-Tunnel mit präzise 4516 Höhenmetern. Nach dem Tunnel wand sich der Holperweg in Serpentinen wieder hinunter bis Chavin mit seinen 3100 Höhenmetern.

In Chavin angekommen besichtigten wir zunächst das vor Ort gelegene kleine Museum. Hier sind etwa 20 der erhaltenen berühmten “Nagelköpfe” der Chavin-Kultur ausgestellt, sowie viele andere Fundstücke. Nach dem Museum ging es erst mal Mittagmachen im Ort Chavin. So gestärkt begaben wir uns dann in die Tempelanlage selbst, ließen uns von Maritza alles über die Chavin erzählen und bewunderten die ausgezeichnete Steinmetzarbeit. Die Chavin-Kultur datiert bis 1200 vor Christus zurück und ist damit eine der ältesten Anden-Hochkulturen. Zu ihrer Blütezeit dominierten die Chavin zudem einen Großteil der umliegenden Region. Die Tempelanlage war wahrscheinlich niemals von Menschen bewohnt, sondern diente lediglich zeremoniellen Zwecken. Nur die Priester selbst lebten tatsächlich dort. Unter der Erde befinden sich ausgedehnte Galerien, in denen die Götter verehrt und die Rituale vorbereitet wurden. Auch ein ausgeklügeltes Drainagesystem ist vorhanden. Leider sind die Galerien nicht so für die durchschnittliche Körpergröße eines Mitteleuropäers geeignet, so dass wir uns alle ducken mussten. Wir bewunderten den einzigen noch an seiner eigentlichen Stelle an der Rückwand des Tempels befindlichen “Nagelkopf” und hatten danach Gelegenheit, Lamas in “freier Wildbahn” zu beobachten. Nach dem Erwerb von Souvenirs ging es dann zurück auf die Straße nach Huaraz. Inzwischen war es reichlich spät geworden, so dass es kurz nach Überqueren des Passes schon dunkel wurde. Mit einer fahrerischen Höchstleistung gelang es unseren beiden Fahrern trotzdem, uns heil und lebendig die halsbrecherischen Serpentinen hinunter und nach Monterrey zurückzubringen. Dort angekommen ließen wir uns alle reichlich erschöpft erneut am Esstisch nieder, um im Hotel den letzten Abend in Huaraz bei einem guten Essen und einem gemütlichen Kaminfeuer zu genießen. Krönender Abschluß war der Genuss des Geburtstagskuchens.

07 Okt. 2011 • Huaraz - Lima

Die Panamericana Strasse hängt an die Westliche Ko
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Es geht bergab

Wieder ist ein ereignisreicher Tag unserer Reise vorüber… Der heutige Tag begann um 8:00, als wir nach einem letzten Frühstück (diesmal ohne Cocatee) das schöne Hotel in Huaraz hinter uns ließen und uns nach Westen wandten. Zunächst ging es in Serpentinen bergab und schöne Ausblicke eröffneten sich uns. Kurzer Stopp in einem kleinen Örtchen zum Einkaufen, Pacay-Früchte probiert und ein Kätzchen bewundert (Ja, wir sind nicht nur eine photographierfreudige, sondern auch eine tierliebe Gruppe). Bei Paramonga erreichten wir dann die Panamericana und bogen dort nach Süden ab Richtung Lima. Der erste Anblick des Pazifik wurde mit großem Beifall und gezückten Kameras gefeiert. Der Bus lehnte sich nach rechts unter unserem gesammten Gewicht… Mittagspause in einem Restaurant in Huacho an der Küste. Peter, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, einen Reiseführer für Knoblauchfreunde herauszugeben, ließ es sich nicht nehmen, im Rahmen seiner Recherche auch in diesem Restaurant den “setze endemischen Fisch ein”- a la plancha al ajo zu probieren.

Weiter ging es dann die Panamericana hinunter nach Lima. Als wir die Stadtgrenze erreichten zeichnete sich bereits ab, dass der Weg zum Hotel sich langwierig gestalten würde… Aufgrund eines Länderspiels Peru gegen Paraguay in Lima war das Stadtzentrum entsprechend verstopft. Es dauerte so etwa zwei Stunden, die Stadt zu durchqueren. Während des Im-Stau-Stehens konnten wir verschiedentlich Motorradfahrer mit Todeswunsch beobachten, die sich durch die hupenden Autoschlangen aus PKWs, Bussen und antiken LKWs schlängelten. Gegen 20:30 erreichten wir dann aber doch unser Hotel und trafen uns noch einmal für einen kleinen Happen im Hotelrestaurant. An den von außen hereindringenden Schreien konnte man den aktuellen Stand des Fussballspiels ungefähr abschätzen… Nachdem das Spiel mit 2:0 für Peru gut ausgegangen war, beendeten wir den Abend mit einem Pisco-Sour an der Hotelbar.

08 Okt. 2011 • Paracas - Lima

**Vamos a la playa!**  
  
Der
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Vamos a la playa!

Der heutige Tag begann ganz entspannt in Lima. Nach einem gemütlichen Frühstück, Einkäufen und Geldabhebe-Aktionen verließen wir unser Hotel. Mit Taxis fuhren wir nach Surco, um das Museo del Oro, das Goldmuseum, zu besuchen. Es handelt sich um eine private Sammlung präkolumbianischer Kunst. Die Sammlung ist außerordentlich interessant, leider sind die Stücke nicht optimal präsentiert. Alles ist sehr durcheinander und mehr nach Aussehen als nach Kultur oder Epoche sortiert. Es ist schade, dass diese Stücke, die eigentlich Weltkulturerbe sein sollten, sich im Besitz eines Privatmannes befinden. Zumindest sind die Exponate der Öffentlichkeit zugänglich, wenn auch für einen vergleichsweise hohen Preis. Zusätzlich befindet sich im Erdgeschoss des Gebäudes eine ausführliche Sammlung von Waffen und Uniformen. Hier ist fast alles zu finden, womit Menschen einander umbringen können… Nach dem Besuch des Museums hatten wir noch 1,5 Stunden Zeit, uns in Lima umzusehen und eine Kleinigkeit zu essen. Diese Gelegenheit nutzten große Teile der Reisegruppe, um ganz stilvoll und urperuanisch bei McDonalds eine ausgewogene Mahlzeit zu sich zu nehmen. Um 14:00 Uhr ging es weiter nach Paracas. Unterwegs machten wir Halt an einer “Eisdiele”, um Eis mit Lucuma-Geschmack zu probieren. Schmeckt lecker, wie eine Mischung aus Pfirsich und Mango. Noch ein Stopp an einer kleinen Bodega zur Weinprobe und zum Einkauf…Nach diversen Photostopps und Dokumentation des obligatorischen Sonnenunterganges erreichten wir in der Dämmerung unser Hotel in Paracas. Es gab noch ein gutes Abendessen im Hotelrestaurant und einen kleinen Strandspaziergang im Dunkeln, um den Tag abzurunden.

09 Okt. 2011 • Paracas

**Zurück zur Natur**  
  
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Zurück zur Natur

Der heutige Tag war insgesamt vielleicht einer der ereignisreichsten der bisherigen Reise. Wir verließen um 7:45 Uhr unser Hotel in Paracas und begaben uns zum kleinen Hafen der Stadt. Von dort ging es mit dem Schnellboten hinaus zu den Ballestas-Inseln. Unterwegs gab es einen kurzen Halt bei “El Candelabro”, einer eigentümlichen Bodenzeichnung, die sich schon lange auf einem Hang an der Küste befinden soll (Nazca-Training). Erstmalig erwähnt wurde sie wohl im 19. Jahrhundert. Nach gut einer halben Stunde erreichten wir die Inseln und wurden langsam herum geschifft, um möglichst viele tolle Fotos "erjagen" zu können. Die Inseln sind Naturschutzgebiet, so dass der reichlich vorhandene Guano nur alle 6-10 Jahre “abgebaut” werden darf. Auf den Inseln finden sich unzählige Vögel unterschiedlichster Arten (Pelikane, Kormorane, Tölpel, Austernfischer und ordinäre Möwen und sicher viele mehr). Zudem kann man auf den Felsen Seelöwen beim Sonnenbad beobachten und Humboldt Pinguine sehen. Es war ein beeindruckendes Schauspiel. Bei der Führung lernten wir auch, dass Hai auf spanisch “Tiburon” heißt (El Tiburon blanco…). Nachdem wir voll der verschiedenen Eindrücke den Hafen wieder erreicht hatten, genossen wir eine halbe Stunde Freizeit, um alles sacken zu lassen und Souvenirs einzukaufen. So ausgeruht ging es weiter ins Paracas-Naturreservat. Paracas ist das Quechua-Wort für Sandsturm. Wir konnten schon auf dem Weg eine menschenleere Wüstenlandschaft bewundern und machten mehrere Fotopausen an wunderschönen Küstenabschnitten. Zum Mittagessen ließen wir uns in Lagunilla nieder, einem winzigen Örtchen an der Küste, um bei Tante Fela (La Tia Fela) frischen Fisch zu verzehren. Das Essen war ausgezeichnet und die Aussicht super… Nach dem Essen gab es eine Stunde Pause, um Fotos zu machen, Muscheln zu sammeln und die Seeluft zu genießen. Gut gelaunt ging es weiter nach Ica, in die Oase Huacachina. Dort checkten wir im Hotel ein, einem sehr schönen Gebäude im Kolonialstil. Die Oase ist ganz klassisch: ein See umgeben von einem Grünstreifen, den Sanddünen und der Wüste. Sehr malerisch. Die Adrenalin-Junkies unter uns trafen sich um 16:30 Uhr an der Rezeption, um das viModul “Buggy-Tour in der Wüste” in Anspruch zu nehmen. Es waren letztendlich sieben von uns und Karol, die sich auf den Weg machten. In schneller Fahrt ging es hinaus in die Wüste, die Dünen rauf und runter. Der Wind peitschte uns ins Gesicht, der Sand rieb die Wangen rot, der Magen hüpfte auf und nieder, kurz: es war wunderbar! Mehrfach Fotostopps und Pausen zum Sandboarden. Auf dem Bauch auf dem Board liegend, ging es kreischend die Dünen runter, bis die Hosen voller Sand waren…Einen letzten Stopp gab es auf einer hohen Düne mit wunderbarem Blick und dem Genuss des Sonnenunterganges. Da saßen wir ganz friedlich in der Weite und Einsamkeit, im glücklichen Bewusstsein, quasi die einzigen Menschen auf der Welt zu sein. Rüde gestört wurde unsere Meditation durch eine Gruppe Amerikaner, deren Buggy uns fast überfuhr und die herab sprangen mit den Worten: “Is this where you watch the sunset?” und sich direkt in unserer Sichtlinie platzierten. Trotz dieser kleinen Ruhestörung war es traumhaft schön und der Sonnenuntergang pflichtschuldigst, besonders schön kitschig. Völlig entspannt und komplett voller Sand erreichten wir das Hotel, wo wir alle ausführliche Entsandungsmaßnahmen ergriffen und uns zu einem guten Abendessen im Hotelrestaurant trafen. Anschließend noch ein kleiner Spaziergang um den beleuchteten See in der doch empfindlich kalten Wüstenluft und ab ging´s ins Bettchen. Letztendlich hat dieser Tag auch die hart gesottenen Trümmerfanatiker überzeugt, dass nicht nur Ruinen glücklich machen.

10 Okt. 2011 • Nazca - Juliaca

**Im Fluge**  
  
Heute morgen
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Im Fluge

Heute morgen ging es gemächlich los, um 8:30 Uhr machten wir uns in Huacachina auf den Weg. Nach kurzer Zeit schon legten wir einen ersten Halt in einer Pisco-Brennerei ein. Dort verkosteten wir die verschiedenen Pisco-Sorten und trainierten peruanische Trinksprüche. Bestens gelaunt und feuchtfröhlich ging es dann weiter in Richtung Nazca-Linien. Nach mehrfachen Foto-Stopps erreichten wir das Maria-Reiche-Museum. Diese Mathematikerin aus Dresden hat von ihrem 29. Lebensjahr bis zu ihrem Tod (mit weit über 90) 1998 ihre Zeit damit verbracht, die Nazca-Linien zu vermessen und zu katalogisieren. Zwar hat sich ihre Theorie von einem gigantischen Sternenkalender so nicht bestätigt, dennoch hat sie wesentlich dazu beigetragen, die Geoglyphen bekannt zu machen und zu erhalten. Letztendlich ist die aktuelle Theorie, die der rituellen Wege. Wenn man nicht Erich von Däniken glauben will, der von Außerirdischen spricht. Im Museum ist neben verschiedenen Fundstücken aus der Region auch Maria Reiches Original-Hütte zu bewundern. Als nächstes ging es weiter zum Aussichtsturm, wo wir zwei der kleineren Scharrbilder betrachten konnten, die "Hände" und den "Baum". Nachdem alle den Turm erklettert hatten, war es nur noch ein kurzer Weg bis zum kleinen Flughafen. Mit Cessnas ging es kreuz und quer über die Linien, immer im Tiefflug und mit wechselnden Drehungen um möglichst gute Fotoperspektiven zu ermöglichen. Die Gruppe wurde für die Flüge in drei Vierergruppen gesplittet. Um eine möglichst sichere Gewichtsverteilung zu erhalten, gab es vorher eine öffentliche Wiegeaktion. Das führte bei einigen doch zu schmerzhaften Erfahrungen… Zitat: "Ich nehme dann alleine den Lasttransport". Der Flug selbst war aufgrund der Wärme und des schwankenden Flugzeuges für einige von uns außerordentlich übelkeiterregend, ermöglichte aber gute Ausblicke auf die berühmtesten der Bilder, z.B. den "Affen" und den "Kolibri". Nachdem alle heil heruntergekommen waren (Zitat: "Oben geblieben ist noch keiner!"), ging es weiter nach Nazca selbst zum Essen und dann ins Hotel. Ein großartiger, weitläufiger Kolonialbau mit angeschlossener Hacienda. Zum Abschluss des Abends nahmen wir noch einen Drink in der Hotelbar zu uns. Nach Umschieben der Möbel war es in dem sonst relativ sterilen Raum dann doch gemütlich.

11 Okt. 2011 • Nazca - Arequipa

**Die lange Fahrt**  
  
Nach
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Die lange Fahrt

Nach einer bis auf Tierstimmen ruhigen Nacht ging es heute bereits um 7:00 Uhr los. Das war auch notwendig, denn eine lange Strecke lag vor uns. Nach ca. einer Stunde machten wir bereits den ersten Halt an der Necropolis de Chauchilla. Im örtlichen kleinen Museum sind einige gut erhaltene Mumien und Keramikfunde ausgestellt. Es ist insgesamt ernüchternd, in welchem Zustand sich die Gräber befinden. Für weitere Forschung oder Konservierungsarbeiten ist kein Geld da. Der Friedhof datiert wahrscheinlich von 600 bis 1200 nach Christi Geburt aus der Kultur der Chincha und Huari und liegt damit zwischen Nazca und Inka. Da die Huaqueros, die Grabräuber, hier ganze Arbeit geleistet haben, hat man bislang kein vollständiges Grab gefunden. Das ganze Gräberfeld ist übersät mit Kuhlen und Mulden und menschlichen Überresten sowie Baumwolle von zerstörten Mumien und Keramikscherben. Von Oberschenkelknochen und Schlüsselbeinen über Haare und mumifizierte Finger ist hier alles zu finden. Nach dieser interessanten Erfahrung ging es weiter auf der Panamericana nach Süden. Bereits bis dahin hatten wir einige exotische Erfahrungen mit peruanischen Tankstellen- und Raststätten-Toiletten gemacht. Zusätzlich zeichnete sich langsam ein Problem mit der Toilette unseres Busses ab. Ein eindeutiges Aroma durchdrang die Luft und zwang uns zunehmend, die Fenster offen zu lassen. Zitat Peter: "Ich glaube, jetzt haben sie die Toilette an die Klimaanlage angeschlossen." Trotz dieser Widrigkeiten erreichten wir um die Mittagszeit frohen Mutes Puerto Inka. In diesem kleinen Ort an der Pazifikküste erwartete uns ein gutes Buffet und die Möglichkeit, im Pazifik zu baden oder eine nahe gelegene kleine Ruinenanlage zu erforschen, die uns einen ersten Vorgeschmack auf die Inka-Kultur gab. Nachdem immerhin zwei tapfere Recken sich dem Pazifik gestellt hatten und wir alle gesättigt waren, ging es gestärkt weiter. Da wir die Bustoilette nicht mehr verwenden wollten, sollten und konnten, hielten wir regelmäßig und hatten noch mehr Gelegenheit, Erfahrungen mit Tankstellen-Toiletten zu sammeln. Mit Pausen benötigten wir von Puerto Inka bis Arequipa weitere sieben Stunden. Die landschaftlich schöne Strecke führte zunächst entlang der Steilküste bis Camana, dem größten Hafen in Südperu, dann weiter entlang der Panamericana nun im Mondschein in die Berge nach Arequipa. Anders als sonst blickte nicht der Mann, sondern ein Hase im Mond auf uns herab. Rechtschaffen müde und erschöpft kamen wir gegen 21:00 Uhr an. Nach dem Einchecken in das gemütliche Hotel ging es noch zur Pizzeria um die Ecke, um eine Kleinigkeit zu essen und ein Bier zu trinken. Die mussten extra Bier nachkaufen, als die Alemanen einfielen…

12 Okt. 2011 • Arequipa - Lima

**Auf den Spuren der Alpakas..
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Auf den Spuren der Alpakas…

Der heutige Tag begann gemütlich. Nach einem schönen Frühstück im Hotel ging es um 10:00 Uhr mit Rebecca, einer viventura-Praktikantin zunächst zu einem Sozialprojekt. Wir besuchten eine Kinderkrippe in einem der ärmeren Stadtteile Arequipas. Die Kinder waren außerordentlich freundlich und zutraulich und mit unseren wenigen Worten Spanisch, Händen und Füßen konnten wir uns ganz gut verständigen. Als nächstes machten wir uns auf den Weg zum Mercado San Camilo. Auf diesem traditionellen Markt kann man vom getrockneten Lama-Fötus über Froschskelette und Schweineköpfe bis zur Digitalkamera alles kaufen. Es war eine interessante Erfahrung, das Treiben zu beobachten. Nach dem Markt ging es weiter ins viventura-Büro von Arequipa. Dort hieß man uns freundlich willkommen und servierte uns ein leckeres Essen mit musikalischer Untermalung. Zusätzlich gab es ein viventura-T-Shirt zum Mitnehmen. Es war schön, mal die Gesichter der Leute zu sehen, die unsere Reise organisiert haben. Gesättigt machten wir uns nach dem Mittagessen mit unserem lokalen Führer Edwin auf den Weg in die Innenstadt von Arequipa. Arequipa trägt den Titel "die weiße Stadt" unter anderem wegen des Tuffsteins, aus dem die Gebäude im Zentrum gebaut sind, aber auch, weil es ursprünglich eine Stadt nur für die Spanier, die Weißen, war. Es ist von allen Städten, die wir bisher gesehen haben, sicher eine der Schönsten und besticht durch eine Mischung aus Barock und einheimischer Symbolik, dem Mestizen-Barock. Die schönen Gebäude kommen vor der Kulisse der drei Vulkane Chachani, Misti und Pichu Pichu noch mehr zur Geltung. Nach der Stadtführung folgte noch eine Führung durch das Kloster Santa Catalina, welches fast eine Stadt in der Stadt ist. Aktuell leben dort noch 20 Nonnen. Es war interessant, zu sehen, wie die Nonnen damals gelebt haben. Sicher eine echte Alternative in jener Zeit…Nach der Klosterführung trafen wir uns wieder mit Karol und zogen nach einer Einweisung dann auf eigene Faust durch die Stadt. Einige statteten "Juanita" einen Besuch ab, einige tranken Bier ("Una cerveza grande, por favor!") andere wandten sich den zahlreichen Geschäften zu, die Alpaka-Artikel und Schmuck anboten. Wieder trafen wir uns alle um 19:00 Uhr vor der Kathedrale und gingen von dort ins Zig Zag, um Alpaka-Fleisch zu probieren. Das ausgezeichnete Fleisch wurde auf einem heißen Lava-Stein serviert und zischte und spritzte beim Essen ganz ordentlich, so dass ein Lätzchen aus Papier gleich mitgeliefert wurde. Nach dem Essen mit Taxis ins Hotel und dann ins Bett.

13 Okt. 2011 • Arequipa - Cabanaconde

**In die Schlucht**  
  
Heute
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In die Schlucht

Heute begann der Tag wieder gemässigt, um 8:30 verliessen wir unser schönes Hotel in Arequipa und machten uns auf den Weg in den Canon de Colca. Zunächst aber besuchten wir in Arequipa eine Alpaka Manufaktur. Edwin, der uns auch heute wieder begleitete, erläuterte uns die Unterschiede der Wolle zwischen “normalen” Lamas, Alpakas und Vicunas und die verschiedenen Schritte der Wolleaufarbeitung . Anschließend konnten wir uns im “Fabrikverkauf” umsehen, wo sich einige mit qualitativ hochwertigen Produkten aus Alpaka-Wolle versorgten.

Den nächsten Halt legten wir ebenfalls noch in Arequipa ein und kauften in einem kleinen Geschäft reichlich Coca-Artikel. Dort war alles erhältlich von den Cocablättern über Coca Limonade bis hin zu Kau- und Lutschbonbons, sogar Lollis gab es… Alle deckten sich mit “Höhen-Doping” ein, denn heute standen uns noch einige Höhenmeter bevor. Zunächst begaben wir uns auf eine gut ausgebaute Straße Richtung Altiplano, in die Pampa de Canahuas. Große Teile der Region sind als Naturschutzgebiet gekennzeichnet, vor allem, um die dort beheimateten Vicunas zu schützen, eine nicht domestizierte, selten gewordene Lama Art und das peruanische Wappentier. Auf der wunderschönen Strecke hatten wir reichlich Gelegenheit, am Straßenrand Vicunas, Alpakas und “normale” Lamas zu beobachten. Unter zahlreichen Photostopps, die sowohl unsere Photographierfreude, als auch unsere Tierliebe ansprachen (“Guck mal, das Kleine da!”) ging es so Stück für Stück weiter nach oben. Von den etwa 2300m Höhe, auf der Arequipa gelegen ist bis zum höchsten Punkt unserer Reise.

Bevor wir diesen Pass erreichten, legten wir einen weiteren Stopp in Canahuas ein, um Coca-Tee zu trinken und uns so noch besser auf die Höhe vorzubereiten. Danach ging es in komfortablen Serpentinen nach oben auf maximal 4910 m Höhe. Wir haben (natürlich!) Photos, um das zu beweisen … Erfreulicherweise kamen alle verhältnismässig gut mit der Höhe zurecht, so dass wir den großartigen Ausblick geniessen und (Oh, Wunder!) zahlreiche Fotos machen konnten. Nach Ankauf einiger Souvenirs machten wir uns wieder auf den Weg nach unten ins etwa 3600m hoch gelegene Chivay. Dabei nahmen wir drei der Souvenir-Verkäuferinen als Passagiere mit, damit diese nicht mit all ihrer Ware den langen Weg zu Fuss gehen mussten. In diesem Zusammenhang konnte Jürgen die sprichwörtliche Anpassungsfähigkeit der Schwaben unter Beweis stellen, indem er seine ersten Quechuaworte (eins, zwei drei…) übte. Außerdem ist er sowieso auf dem besten Wege, ein echter Vorzeigeperuaner zu werden, er besitzt schon zahlreiche Alpaka Artikel und eine traditionelle Mütze mit Ohrwärmer, Troddeln und Lamamotiven. Nur die Panflöte fehlt noch, und er könnte sich in jeder deutschen Fussgängerzone mühelos etwas dazuverdienen… Wir finden, dieser Einsatz verdient ein Reisetagebuch-Bienchen!

In Chivay gab es ein ausgezeichnetes Mittagessenbuffet und dann einen halbstündigen Verdauungsspaziergang vor Besuch der Thermalquellen von Calera. Da die Quellen sehr voll waren, zahlreiche Reisebusse bereits vor der Tür standen und zudem einige hygienische Bedenken kamen, waren es am Ende drei Tapfere (Ute, Ulla und Utho) die tatsächlich baden gingen. Wir anderen vertrieben uns die Zeit mit Spazierengehen, Fotographieren und Besuch des Mini-Museums vor Ort. Nach dem Baden ging es dann weiter in die Colcaschlucht. Zunächst auf einer Teerstraße, dann auf einer Schotterpiste konnten wir die atemberaubende Landschaft dieses zweittiefsten Canyons Perus in der Dämmerung bewundern. Im Bereich der Colcaschlucht treffen zwei tektonische Platten aufeinander und veranlassen daher eine ständige Verschiebung der Geographie. Unterwegs kam es noch zu einer interessanten Begegnung mit einer herrenlosen Kuhherde, die auf der Straße residierte und eigentlich kaum Verständnis dafür hatte, dass wir da nun vorbeiwollten… Nach zähen Verhandlungen (schusch, schusch, schusch…) ließ man uns murrend passieren. Nach guten zwei Stunden erreichten wir unser Hotel in Cabanaconde, dass malerisch in den Hang gebaut ist. Bei einem gemütlichen Ofenfeuer, an dem auch die Pizzen zubereitet wurden, nahmen wir noch einen kleinen Snack zu uns.

14 Okt. 2011 • Colca-Schlucht - Puno

**El Condor pasa**  
  
Heute
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El Condor pasa

Heute fuhren wir um 7:30 nach einem guten Mate de Coca frohen Mutes los, um den Kondor beim Aufsteigen zu beobachten. Bereits nach 20 min Fahrt erreichten wir das Cruz del Condor, einen Aussichtspunkt an der Colcaschlucht, wo man die besten Chancen hat. Diese Information stellte sich als gut gehütetes Geheimnis heraus, sodass wir das Erlebnis mit wenigen hundert Touristen gemeinsam geniessen durften. Dank unseres persönlichen Wettergottes Peter, der wieder einmal alle seine magischen Fähigkeiten für uns eingesetzt hat, war die Sicht phantastisch und der Himmel strahlend blau. Schon nach kurzem Warten sah man unten in der Schlucht die ersten Vögel kreisen. Da die Kondore die größten flugfähigen Vögel der Welt sind und bis zu 12 kg schwer werden können, benötigen sie die Thermik, um sich langsam in die Höhe zu schrauben. In majestätischen Schleifen sahen wir sie höher und höher steigen. Insgesamt waren uns etwa fünf Kondore vergönnt, davon ein ausgewachsenes Tier mit weißer Halskrause und weißen Flügelspiegeln. Es war beeindruckend zu beobachten, wie sie über unseren Köpfe kreisten. Ein Jungtier war sogar so freundlich, sich direkt vor uns zu einem kleinen Pläuschchen auf einem Felsvorsprung niederzulassen. Dadurch konnten wir exzellente Portraitaufnahmen machen. Peter macht jetzt offensichtlich auch in Kondor… Nach der ornithologischen Session ging es dann auf einen kleinen Spaziergang entlang der Colcaschlucht. Es boten sich großartige Ausblicke auf die Schlucht und die Anbauterrassen, welche 2000 Jahre alt sind und aus der Prä-Inkazeit stammen. Zusätzlich beehrte uns verschiedentlich ein Kondor mit einem vorbeigleitenden Besuch. Nach dem Canon de Cotahuasi ist der Canon de Colca die tiefste Schlucht Perus. Vom Gipfel der ihn flankierenden Berge aus gerechnet soll er stellenweise bis zu 3200m tief sein. Der Blick vom Wanderweg aus war wunderbar und es gab zusätzlich für die Botaniker unter uns reichlich Kaktusblüten und Andenlupinen zu sehen. In gutem Zustand und bester Laune ging es dann im Bus weiter Richtung Chivay. Unterwegs machten wir Halt in Maca, um die dortige Kirche aus der Kolonialzeit zu besichtigen. Nach weiteren schönen Serpentinen durch die Schlucht erreichten wir Chivay, wo wir uns von Edwin verabschiedeten. Dort tätigten wir Einkaeufe für die uns bevorstehende längere Fahrt bis Puno (Oh nein, nicht schon wieder Platanos und Brötchen…). Nach dem erneuten Überqueren des 4910 m hohen Passes (diesmal ohne Photos) machten wir wieder einen Stopp in Canahuas, um einen “Trimate” zu trinken, Tee mit Coca-Blättern, Muna (peruanischer Minze) und Chachacoma (peruanischer Oregano). Schmeckt toll und wir bilden uns ein, dass er super gegen die Höhenkrankheit hilft. Schließlich haben wir den Pass alle heil ueberstanden… Dann folgten noch ca. 300 km durch den Altiplano nach Puno. Unterwegs durchquerten wir Juliaca. Obwohl Puno die Hauptstadt der Region ist, ist Juliaca größer und besticht durch Schmuggel, gefälschte Markenprodukte und offensichtlich eine gewaltbereite Bevölkerung. Letzteres mussten wir allerdings nicht am eigenen Leibe erfahren. Man berichtete uns aber, dass bei einem Streik auch der Flughafen oft nicht ungeschoren bleibt und Selbstjustiz nichts Ungewöhnliches ist. Derart vorurteilsbelastet sahen wir uns im Straßenbild mit Schotter und kaputten Betonplatten selbst auf den Hauptstraßen bestätigt. Nach mehreren Photostopps (Halt!!! Da sind Flamingos!) und Pipi-Pausen erreichten wir gegen 18:00 in der Abenddämmerung Puno und begaben uns ohne über “Los” zu gehen sofort zum Essen…

15 Okt. 2011 • Capachica - Puno

**Fahrt übern See …**  
  
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Fahrt übern See …

Nach einer durchwachsenen Nacht machten wir uns heute um 8:30 auf den Weg, nachdem wir uns beim Frühstück von unseren beiden “Daheimbleibern” Peter und Barbara verabschiedet hatten. Über deren Abenteuer werde ich gesondert berichten. Es waren also “Diez Alemanes”, die mit einem neuen Bus zum Hafen von Puno fuhren und dort das Boot “Tucan” bestiegen. Mit unserem lokalen Führer Manuel und unserem Kapitän Julio ging es unter Motorkraft raus auf den Titacacasee. Da Peter uns zu diesem Zeitpunkt nicht begleitete, sondern egoistisch noch am Frühstückstisch saß, war der Himmel naturgemäß etwas bedeckt. Wir verließen die Bucht von Puno, bewegten uns aber immer in einer Art “Seebusen”, der von der Halbinsel Capachica vom Rest des Sees getrennt ist. Der Titacacasee ist mit etwa 3800m der höchstgelegene schiffbare See der Welt und insgesamt über 8000 Quadratkilometer groß und maximal 281m tief. Diese Größe konnten wir natürlich durch den ständigen Blick auf ein Ufer vor uns nicht ermessen. In gemütlichem Tempo ging es zwei Stunden über den See, bis wir eine der schwimmenden Inseln der Uros erreichten. Diese “Seemenschen” leben schon seit Hunderten von Jahren auf Inseln aus Schilf, die im Titicacasee schwimmen. Normalerweise sind die Inseln mehr oder weniger an einer Stelle verankert, bei Hochwasser aber können sie auch frei auf dem See treiben. Die ursprünglichen Bräuche dieses Volkes sind in den letzten Jahren ein bisschen der Touristenflut zum Opfer gefallen, und viele Uros widmen sich jetzt ausschließlich dem Tourismus. Die Gruppe, die wir besuchten, war aufgrund der Abgelegenheit ihrer Insel etwas ursprünglicher, aber auch hier wurden natürlich reichlich Souvenirs angeboten. Manuel erzählte uns einiges über das Volk der Uros und die Mutigen unter uns probierten, wie frisches Schilfgras schmeckt. Nach etwa einer halben Stunde und dem pflichtschuldigen Ankauf einiger Souvenirs ging es wieder raus auf den See und weiter Richtung Capachica.

Bevor wir Capachica erreichten musste noch eine Schnellreparatur am Motor vorgenommen werden, die Julio mit einer solchen Routine durchführte, dass der nagende Verdacht aufkam, er habe das schon häufiger machen müssen… Unter wieder einwandfrei laufendem Motor liefen wir dann gegen 13:00 den kleinen Hafen von Santa Maria an. Dort erwartete uns bereits Luciano, der Anführer der kleinen Dorfgemeinschaft und begrüßte uns freundlich. Dann führte er uns hinauf zu seinem Haus. Es handelte sich um einen Fußmarsch von etwa 15 min. und ging zum Teil bergauf. Trotz reduzierten Gepäcks japsten wir aufgrund der Höhe bei Ankunft im Haus doch alle … Wir wurden aber sofort mit einem Muna- und Cocatee begrüsst und erholten uns bei einem guten Mittagessen. Es gab Trucha a la plancha sin ajo, Gottseidank war Peter nicht dabei. Nach dem Essen erwarteten uns schon unsere “Gasteltern”, um uns zu unseren Nachtquartieren zu begleiten. Diese lagen unterschiedlich weit vom Haupthaus entfernt, und auch die zu überwindenden Höhenmeter variierten. Die Unterbringung war einfach aber einwandfrei sauber, eine Toilette in irgendeiner Form war jeweils vorhanden, Strom meistens, fließendes Wasser nicht. Um 15:00 trafen sich dann “Siete Alemanes” wieder am Haupthaus, um sich mit Manuel und Karol auf eine kleine Wanderung zu begeben. Diese dauerte etwa zwei Stunden und führte malerisch an Äckern und Hütten vorbei mit sich immer wieder öffnenden schönen Ausblicken auf den Lago Titicaca. Wir begegneten zahlreichen Bauern auf dem Nachhauseweg, Eseln, Schafen und Kühen, auch Schweinen (Guck mal, die Kleinen) sowie einem abgerichteten “Wachtruthahn”. Am Schluss gab es noch einmal 98 Stufen zum letzten Aussichstpunkt zu bewältigen, denen sich dann nur noch vier Tapfere stellten. Diese wurden allerdings mit einem tollen Blick über den See belohnt, den sie nach Luft schnappend genießen konnten. Nach Rückkehr von der Wanderung setzten sich alle vors Haus um hingerissen einen besonders farbenfrohen Sonnenuntergang zu beobachten, um den uns Caspar David Friedrich sabbernd beneidet hätte. Als es langsam frisch wurde, gab es zum Aufwärmen heißen Tee, so dass wir Musse hatten, den Sonnenuntergang voll auszukosten.

Als es dann fast dunkel war, erschienen unsere Gastgeber mit Bergen von Kleidung und zogen uns traditionelle Gewänder an. Niemand konnte sich diesem Prozess entziehen und nach zahlreichen Photos setzten wir uns so stilvoll ausstaffiert zum Essen nieder. Nach dem Abendessen gab es noch ein Lagerfeuer mit traditioneller Musik und Tanz. Es gab zusätzlich einen von “Lichtsmog” fast unbeeinträchtigten grandiosen Sternenhimmel zu betrachten mit fremden Sternbildern, die Raum für eigene Interpretation liessen (Kondor, Blütenkelch etc…). Man konnte sogar die Milchstrasse sehen… Danach ging es dann mit Taschenlampen im Dunkeln zu den Nachtquartieren und ein weiterer, ereignisreicher Tag ging zuende.

Diesweil in Puno: Peter und Barbara fuhren gegen 9:00 los mit einer internationalen Reisegruppe auf den See und erreichten bald eine der schwimmenden Inseln. Dort gab es traditionelle Kleidung zum Anprobieren, folkloristische Musik und reichlich Souvenirs zu kaufen. Es gab zusätzlich eine halbstündige Bootstour mit dem Mercedes unter den Totora-Katamaranen und zwei Gondolieren. Unterwegs gab es Flamingos und Ibise live zu beobachten. Gegen 14:00 erreichten die beiden Puno wieder und verbrachten den Rest des Tages relaxt in der Stadt mit Power-Shopping, Essen gehen und Cerveza grande.

16 Okt. 2011 • Capachica

**Auf geht's ins Inkaland**
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Auf geht's ins Inkaland

Heute begann der Tag sehr früh… Um 4:45 Uhr klingelte das Handy und weckte uns brutal aus dem Tiefschlaf. Nach einer ruhigen Nacht mit wunderschönem Mondschein packten wir nach einer Katzenwäsche mit Mineralwasser unsere Siebensachen und machten uns auf den Weg bergauf zur Haupthütte. Unsere liebe Gastgeberin Marie Sol führte uns dankenswerter Weise den etwas unübersichtlichen Weg hinauf. Nur leicht keuchend kamen wir (Jürgen, Ute, Mechthild und ich = die Reisser-WG) schon zehn Minuten vor (!) sechs oben an und warteten geduldig, bis die anderen Schlafmützen soweit waren…;-) Nach einem guten Frühstück verabschiedeten wir uns von unseren Gastgebern und bestiegen wieder die “Tucan”.

Ohne Panne ging es gemütlich zurück über den See. Gegen 9:00 erreichten wir Puno, wo uns bereits unser Bus mit unseren beiden Abtrünnigen erwartete. Nach kurzen Einkäufen und Pipi-Pause ging es dann los in Richtung Cusco. Zunächst noch einmal durch Puno, dann durchquerten wir erneut die Schmugglerstadt Juliaca und erreichten die Weite der Hochebene Altiplano. In einer Höhe von etwa 3800 – 4000m genossen wir die Aussicht.

Eine erste Pause machten wir in dem kleinen Örtchen Pukara. Dieser Ort ist bekannt für die Herstellung der Tonstiere, die sich auf jedem Dach finden als Beschützer der Bewohner. Etwa zwei Stunden später überquerten wir den 4335m hohen Pass “La Raya” (die Grenze), der die Grenze zwischen der Puno-Region und der Cusco-Region bildet. Nach einem kurzen Photostopp bewegten wir uns dann ins Inka-Land.

Nach etwa 45 min erreichten wir ein schönes Touristenrestaurant, in dem wir unser Mittagsmahl einnahmen. Mühevoll gelang es uns, uns am Buffet gegen Horden von Franzosen und Amerikaner durchzusetzen und uns gesättigt vom Tisch zu erheben. Nur wenige Minuten später hielten wir in Raq’chi, unserer ersten richtigen Inka-Ruine…Bevor wir die Stätte selbst besichtigten, wurden wir aber Zeugen eines Rituals im Dorf Raq’chi, das zu Ehren einer Madonna durchgeführt wurde. Wir konnten rituelle Kämpfe aber auch Tänze der Dorfjugend beobachten. Die archäologische Stätte wurde zum Teil als Tempel für Huiracocha, den Schöpfergott der Inka, dessen Symbol die Sonne ist, errichtet. Es handelt sich bei dem Tempel um eines der wenigen Inkagebäude, für das eine Mischung aus Steinen und Lehmziegeln verwendet wurde und in dieser Kombination erhalten ist. Neben der religiösen Bedeutung der Stätte, war sie aber auch ein Zwischenlager für Abgaben der lokalen Bevölkerung. Es konnten mehr als 90 Speichergebäude identifiziert werden.

Nach Besichtigung von Raq’chi ging es weiter. In rasanter Fahrt und unter ständigem Hupen zur "Warnung" der Dorfbevölkerung düsten wir durch die folgenden Ortschaften ;-). Nach ca. zwei Stunden erreichten wir dann schließlich gegen 18:15 Cuzco. Mit einer pfützenreichen Schlammstrasse präsentierte sich die Andenmetropole zunächst nicht von ihrer besten Seite… Nach dem Einchecken ins Hotel trafen sich einige noch zu einem Abendbrot in der Stadt. In der Nähe des schön erleuchteten Hauptplatzes nahmen wir in einem gemütlichen Bistro mit nur wenigen Kakerlaken in der Toilette einen leichten Snack zu uns.

17 Okt. 2011 • Cuzco

**Der Nabel der Welt**  
  
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Der Nabel der Welt

Heute ging es nach einer außerordentlich ruhigen Nacht um 8:30 Uhr los zu den Inka-Stätten in der Umgebung von Cusco (Q’osqo = Nabel der Welt). Es begleitete uns Marcial als lokaler Guide. Während der Fahrt lernten wir an zahlreichen Polizeisperren von ihm, dass es keine Korruption in Peru gibt, nur flexible Staatsdiener.

Erste Station war Saqsayhuaman, ein riesiger Komplex aus übereinandergestaffelten Inkamauern oberhalb von Cusco. Obwohl die Stätte meist als Festung bezeichnet wird, handelt es sich wahrscheinlich eher um eine Tempelanlage zu Ehren von Inti/Huiracocha. Die zickzackförmigen Mauern bilden die Zähne des Pumas, dessen Leib Cusco ist. Der Puma war in der Inkamythologie die Verkörperung von Kaypacha, dem Reich der Menschen, sowie der Kondor von Hananpacha, dem Reich der Götter und die Schlange von Ujupacha, der Unterwelt. Es ist beeindruckend, die exakte Bearbeitung dieser riesigen Monolithen zu sehen. Selbst jetzt sind die Mauern noch ca. 4m hoch, ursprünglich sollen sie etwa doppelt so hoch gewesen sein. Oberhalb der Mauern wurden jüngst die Reste eines Observatoriums freigelegt. Von oben hat man einen phantastischen Blick über die Stadt Cusco. Als nächstes machten wir Halt bei Pukapukara, einem kleinen Tambo oder Tampu also einer der Inka “Raststätten”. Direkt daneben befindet sich Tambomachay, ein Tempel des Wassergottes. Die dortige Quelle versiegt auch bei grösster Trockenheit nicht und fließt durchgehend seit den Zeiten der Inka. Man sagt, wer von dem Wasser trinkt, der bleibt jung und gesund.

Letzter Halt bevor wir uns Cusco selbst zuwendeten war Q’enqo. Es handelt sich um einen natürlichen Felsen, der nur zum Teil bearbeitet wurde. Durch einen Tunnel erreicht man einen unterirdischen Opferaltar. Oben auf dem Felsen, den man leider nicht mehr betreten darf, befindet sich eine gravierte Schlangenlinie, die in einen Tunnel mündet. Dort hineingegossenes Wasser, Blut oder Chicha tritt unten im Tunnel wieder zu Tage. Der vor dem Felsen befindliche Kultfelsen in Form eines Pumas wurde von den Spaniern zum Teil zerstört.

Nach Q’enqo begaben wir uns ins Zentrum von Cusco selbst. In der ehemaligen Hauptstadt von Tawantinsuyo, dem Reich der vier Regionen, stößt man noch immer an allen Ecken auf Spuren der Inkabaumeister. Die meisten Fundamente der kolonialen Bauten der Innenstadt stammen noch von den Inka. Pflichtschuldig bewunderten wir den “zwölfeckigen Stein” und wendeten uns dann Qoricancha zu, dem Sonnentempel, wörtlich auf Quechua “Goldener Platz”. Dieser Tempel war die wichtigste Kultstätte des Inkareiches, selbst die Wände sollen mit Gold verkleidet gewesen sein. Als die Spanier 1533 Cusco erreichten, raubten sie alle goldenen Kunstgegenstände des Tempels und schmolzen sie ein. Im Anschluss schleiften sie den Tempel bis auf die Grundmauern und errichteten auf den Fundamenten die Klosterkirche Santo Domingo. 1950 wurde im Rahmen eines schweren Erdbebens die Kirche fast vollständig zerstört, sodass die Reste des Inkatempels freigelegt wurden. Er hatte bei dem Erdbeben keinen Schaden genommen. Tja, Inkagebäude sind eben “Zona segura in caso de sismo”…

Nach Besichtigung des Tempels gab es Zeit um Cusco weiter kennenzulernen. Einige nahmen zunächst einen leichten Lunch zu sich. Im Anschluss stand z.B. die Besichtigung der Kathedrale oder der Jesuitenkirche an. Alternativ konnte das Museo de Inca besucht werden. Im Anschluss blieb aber noch reichlich Zeit für den Einkauf von Souvenirs jeglicher Art (Alpaka-Produkte, Silberschmuck, Taschen oder moderne Kunst… ).

Um 19:00 Uhr trafen wir uns wieder mit Karol und es ging in ein Restaurant, wo wir Gelegenheit hatten, “Cuy” - Meerschweinchen - zu probieren. Es wurde uns im Ganzen gegrillt mit einer makabren Mütze aus Tomate präsentiert und dann mit dem Hackebeil geviertelt zum Probieren (“Das arme Schwein…”). Hmmm, das ist sicher Geschmackssache…

18 Okt. 2011 • Cuzco - Aguas Calientes

**Das heilige Tal**  
  
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Das heilige Tal

Heute machten wir uns um 8:00 Uhr auf den Weg ins Valle sagrado, ins heilige Tal der Inkas. Immer am Rio Urubamba entlang ging es zunächst nach Pisaq. In diesem noch verhältnismäßig ursprünglichen Andendorf gibt es allsonntäglich einen berühmten Bauernmarkt. Zunächst besichtigten wir aber die Inkaruinen. Diese sind relativ gut erhalten und von wunderschönen Pflanzterassen umgeben. Wir machten hier eine kleine Wanderung von etwa zwei Stunden durch die Ruinen. Wettergott Peter (“Don Pedro”) sorgte auch ohne Tempel für Sonnenschein. Über steile Treppen und sogar durch einen kleinen Tunnel ging es durch die ausgedehnte Ruine. Es boten sich schöne Ausblicke auf die umliegenden Täler. Man konnte deutlich die unterschiedliche Qualität der Architektur zwischen Tempel und normalen Speichergebäuden sehen.

Nach der Wanderung besuchten wir den Markt von Pisaq. Unter der Woche werden hier mit Masse Souvenirs unterschiedlichster Qualität angeboten. Nach einem kleinen Snack in Form von Empanadas gingen wir auf Einkaufstour. Die meisten von uns wurden in irgendeiner Form fündig…

Gegen 13:30 ging es weiter ins Urubamba-Tal. Nach ca. einer Stunde Fahrt durch die fruchtbaren Hänge, die oft bis in die Berggipfel terrassiert sind, erreichten wir Ollantaytambo. Diese Inkastätte ist nach dem Inka General Ollanta benannt, der zur Zeit von Inka Pachacutec Yupanqi ein erfolgreicher Heerführer war. Berühmt ist das halb natürliche, halb bearbeitete Gesicht im Felsen über der Stadt, das für die Bewohner noch heute einen Schutzpatron darstellt, einen Apu, einen Berggott. Die eigentlichen Tempel und Wohngebäude erreicht man durch das Erklimmen der Pflanzterrassen, die relativ steil sind. Belohnt wird man allerdings mit einem tollen Blick auf das Tal und die weitgehend noch koloniale Stadt. Wieder kann man hier die “heilige Architektur” mit absolut präzise und mörtellos verfugten Steinen bewundern. Die riesigen Quader wurden von einem Steinbruch auf der anderen Flussseite herüber gebracht und aneinander gefügt. Auf einem ist das “Kreuz des Südens” graviert. Peter und Mechthild hatten zusätzlich die Gelegenheit einer mystisch-esoterischen Zeremonie moderner Sonnenanbeter beizuwohnen… Faszinierend!

Nach der Besichtigung mussten wir uns dann auch sputen, denn um 16:36 fuhr unser Zug nach Aguas calientes. Die geplante Fahrdauer von 1,5h verlängerte sich dich unplanmäßige Stopps auf freier Strecke auf insgesamt über zwei Stunden. Zudem waren die Sitze relative eng, so dass einige von uns sich doch arg “falten” mussten. Etwas ermattet erreichten wir dann Aguas calientes und machten uns nach dem Einchecken sofort auf den Weg zum Essen. Im wirklich ausgezeichneten Restaurant “Indio Feliz” gab es ein leckeres Abendessen. Danach war es dann auch Zeit fürs Bett, denn am nächsten Morgen mussten wir früh raus…

19 Okt. 2011 • Aguas Calientes - Machu Picchu

**Der alte Berg**  
  
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Der alte Berg

Heute machten wir uns in unserem schönen Hotel in Aguas calientes schon früh auf den Weg nach Macho Picchu. Um 6:30 trafen wir uns wieder mit Marcial in der Hotelhalle und begaben uns gemeinsam zur Bushaltestelle. Es war außerordentlich nebelig und malerisch. Quasi ein "dampfender Dschungel"… Mit dem Bus ging es die letzten 400 Höhenmeter hoch auf den "alten Berg". Dort angekommen begannen wir eine ausgedehnte Besichtigung der Anlage. Gerade durch den Nebel eröffneten sich stets neue Ausblicke auf die mystische Inka-Stadt. Teilweise hatten wir Gelegenheit, den "Postkarten-Blick" mit dem Huayna Picchu, dem "jungen Berg", im Hintergrund zu photographieren.

Während der Besichtigung wurde es stetig wärmer, aber nur teilweise wirklich trocken. Kurze Regenphasen wechselten sich mit Nieselphasen ab. Dank der Wärme entwickelte sich unter den vorsorglich erworbenen Regenponchos aus Plastik ein interessantes Mikroklima. Erfreulicherweise waren morgens um 7:00 wirklich noch verhaeltnismäßig wenige Touristen unterwegs. Dadurch konnten wir noch relativ in Ruhe durch die Stätte streifen. Da Peter heute seinen siebten Tag, den Ruhetag, eingelegt hatte, verstärkte sich der Regen im Laufe der Zeit und es entwickelte sich ein immer ausgeprägteres Regenwaldklima. Nach drei Stunden waren wir alle ziemlich erschöpft, zudem begann Machu Picchu sich zunehmend mit Tagestouristen zu füllen. Da die Sicht immer schlechter wurde, entschieden wir uns alle gegen einen Aufstieg zum Sonnentor, zumal die Zeit auch knapp geworden wäre.

Wir machten uns auf den Weg nach unten nach Aguas calientes,um z.B. noch eine Kleinigkeit zu essen. Um 14:00 stiegen wir erneut in die "Inka Rail" nach Ollantaytambo, wo wir ca. 2,5 h später in den Bus nach Cusco umstiegen. Nach diversen Photostopps ("Guck mal, ist der Himmel schön… Können wir da anhalten?") erreichten wir ca. 18:30 Cusco. Nach einer Stunde Erholung trafen wir uns erneut zum Abschiedsessen. Unser Abgeordneter, der Wettergott, erhob sich am Ende des Mahls, um eine Dankesrede zu halten. Brav bedankte er sich in unserem Auftrag bei Karol für die exzellente Betreuung besonders auch für das Nahebringen der peruanischen Kultur. Ganz aus seinem persönlichen Erfahrungsschatz gab er an, die Museen seien erfreulich "übersichtlich" gestaltet gewesen. Gemeint war natürlich die Geschwindigkeit der Besichtigungen…

Insgesamt hatten wir eine tolle Reise mit zahlreichen Höhepunkten. So vielen, dass es schwer fällt, einen einzelnen herauszugreifen. Das Programm war super, Karol jeder Situation gewachsen, die Hotels gut. Jederzeit wieder!

20 Okt. 2011 • Cuzco - Frankfurt

**Adiós Peru... es geht nach H
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Adiós Peru… es geht nach Hause

Heute geht unsere schöne Reise leider zu Ende. Aber nicht alle von uns verlassen das Land direkt; Marcus bleibt noch einen Tag in Lima. Der Rest der Gruppe verlässt noch heute Peru.

Vormittags hatten wir noch Zeit ein bisschen in der Stadt umher zu laufen, vielleicht noch die letzten Souvenirs zu kaufen und Fotos machen.

Um 13:30 Uhr sind wir schon am Flughafen, wo wir uns herzlich voneinander verabschieden… adiósss!