Hier können Sie sehen, was unsere Reisenden auf ihrer Reise erlebt haben.
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Flug nach Buenos Aires (oder auch nicht?)
Endlich geht es los, heute beginnt unser 24-tägiges Abenteuer in Patagonien und wir fliegen alle von verschiedenen Flughäfen in Deutschland und der Schweiz über Madrid nach Buenos Aires. Wirklich alle? Leider nein, nur Jürg, Angela, Uwe und Kerstin schaffen es wirklich am selben Tag noch nach Buenos Aires, wo sie von ihrem Reiseleiter Miguel am Flughafen abgeholt werden und bei einem Bierchen in einem idyllischen Gastgarten gegenüber des Hotels begrüsst werden.
Die Maschine von Frankfurt hingegen verpasst leider den Anschluss in Madrid :-( Deswegen werden ganze Sieben von uns erst am nächsten Morgen in der argentinischen Hauptstadt ankommen.
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Stadtbesichtigung Buenos Aires
Der Tag beginnt für uns schon angekommene Schäfchen zunächst ohne Miguel, weil er sich auf den Weg zum Flughafen macht, um den Rest der Gruppe zu empfangen. Aber er lässt uns in guten Händen, nämlich in denen von Kai, der uns auf unserer Stadtbesichtigung in die Großstadt Buenos Aires einführt.
Zunächst geht es zu Obelisken, einem der Wahrzeichen von Buenos Aires, der sich mitten auf der breitesten Straße der Welt, der Avendia 9 de Julio befindet. Dann geht es weiter zur Plaza de Mayo, wo Kai uns die spannende Geschichte Argentiniens erzählt, wir die Casa Rosada fotografieren und wir das Grab von San Martin, dem wohl berühmtesten Freiheitskämpfer Argentiniens besuchen. Nach einem kurzen Abstecher in das Hafengebiet "Puerto Madero" landen wir dann im idyllischen Stadtteil San Telmo.
Beim superleckeren Mittagessen im typisch argentinischem Steakhouse "Desnivel" stößt schließlich der Rest der Gruppe zu uns - endlich hat Miguel alle seine Schäfchen versammelt. Mit dabei sind auch Renzo, seines Zeichens der Leiter des Partnerbüros von Buenos Aires, und Anna die für alle Reservierungen zuständig ist.
War der Morgen noch schön und warm, so werden wir nach dem Mittagessen von Regen begrüßt. Der guten Stimmung tut das aber keinen Abbruch. Wir spazieren über die Plaza Dorrego in San Telmo, wo uns Kai die interessante Geschichte dieses Stadtteils und auch des Tangos erzählt. Weiter geht es dann nach Boca, wo wir ein erstes Gruppenphoto am Caminito machen und die bunten Häuser bewundern. Am späten Nachmittag machen wir uns dann in einem öffentlichen Bus zurück ins Stadtzentrum und steigen beim Obelisken aus, wo Kai auch unseren "Neulingen" noch einmal die Geschichte des Obelisken erzählt.
Zurück im Hotel gibt es noch ein interessantes Briefing mit Miguel und seinem kleinen Assistenten Kevin, wobei wir auch unser Maskottchen kennenlernen - eine Kuh, die wir passend zum Tage "Schäfchen" taufen und in unsere Runde aufnehmen. Ein paar von uns schaffen es noch, mit Miguel und Kevin ein Happen zu dinieren, viele von uns werden aber bald schon vom Jetlag und den schweren Augen übermannt und fallen schon bald müde aber glücklich ins Bett…
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Kanufahrt im Tigre Delta und Tangoshow
"Das Wetter wird morgen wechselhaft werden, mit einigen Schauern" - hatte uns Miguel am Vortag noch erklärt. Wir werden aber heute Morgen von einem strahlend-blauen Himmel und Sonnenschein begrüßt und das sollte sich den ganzen Tag auch nicht mehr ändern. Tja, wir nehmen es Miguel sicher nicht übel, dass seine Vorhersage nicht eingetroffen ist ;-) Perfektes Wetter also für unseren Kajak-Trip im Delta des Paraná-Flusses, der bei Tigre in den Rio Plata mündet. Nach einer etwa einstündigen Busfahrt, bei der wir auch das Stadion von River Plate, das sogenannte Monumental passieren, erreichen wir das Hafenviertel Tigre im Norden von Buenos Aires und werden dort von unseren lokalen Guides Lucas und Jose freundlich empfangen.
Eine kurze Einweisung in die Welt der Bootskategorie Kanadier, und schon sitzen wir und paddeln durch das tolle Netzwerk an Wasserwegen und Kanälen. Lucas erzählt uns viel über die Geschichte, Flora und Fauna des Deltas und auch darüber, dass hier im Delta auch Menschen permanent wohnen. Vor 50 Jahren waren es sogar noch an die 30.000 Menschen, heutzutage sind es nur noch ca. 5.000.
Nachdem wir zwei Stunden durch das Delta gepaddelt sind, dürfen wir uns beim Refugio der Firma Selk'nam bei Kaffee, Tee, Mate und Kuchen stärken. Lucas baut alle seine Boote selber und erklärt uns den interessanten Prozess, wie er seine Kanadier zusammenbaut, ehe wir an unser Ziel im Delta weiterpaddeln. Dort angekommen, stärken wir uns bei einem leckeren Mittagessen und schwimmen an einen kleinen Strand, ehe es mit einem Linienschiff, der Interisleña zurück nach Tigre und nach einer kurzen Kaffeepause nach Buenos Aires geht.
Einige von uns lassen sich am Plaza de Mayo rauswerfen, um noch ein paar Fotos der Casa Rosada zu machen. Zu unserer Überraschung findet dort gerade eine Demonstration für Homosexuelle statt, eine Art "Mardy Gras" auf Argentinisch! Ein sehr ereignisreicher Tag, aber ein Highlight sollte noch folgen. Schon nach Einbruch der Dunkelheit wandern wir vorbei am Obelisken, noch einmal zur Plaza de Mayo, um dieses Mal die intensiv rosarot beleuchete Casa Rosada abermals abzulichten. Anschließend lassen wir den Abend bei einer sensationellen Tango-Show mitsamt dreigängiem Menü und von viventura gesponserten Wein ausklingen.
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Willkommen in Patagonien :-)
Heute früh kann ausgeschlafen, in Ruhe gefrühstückt und anschließend noch einmal Buenos Aires auf eigenen Routen erkundet werden. Damit erlaufen sich einige die gestern noch nicht aufgenommenen Fotomotive (Congreso, Torre de los Ingleses, Teatro de Colón); andere den Trödelmarkt San Telmo. Die dort angebotenen Antiquitäten (Kronleuchter, Bilder und Taschen passen jedoch nicht ins Reisegepäck). Mittags geht es dann zum Inlands-Flughafen: vorerst Abschied von Buenos Aires und Abflug in das argentinische Seengebiet. Da der Flughafen Bariloche gerade renoviert wird, kann dieser gerade nicht direkt angeflogen werden, was uns eine Landung in Neuquén bescherte. Von dort geht es ganze 430 Kilometer mit dem Flieger-Ersatzverkehr durch die Pampa und an einer der wichtigsten Dinosaurierfundstätten der Welt vorbei nach Bariloche. Leider kann der Bus nicht halten - wir waren nicht die einzigen "Fluggäste" - und der Argentinosaurus mit seinen 40 Metern Länge muss auf unsere Bewunderung verzichten.
Die Landschaft ist sehr trocken und karg, nur in Flussnähe wird Obst angebaut. Während unserer Fahrt ging die Sonne malerisch unter, nachts trafen wir am Busbahnhof in Bariloche ein, wo wir von unserem lokalen Guide Federico empfangen werden, und stiegen in unseren Bustransfer ins Hotel um. Unser TC Miguel nimmt uns noch auf einen Absacker in eine Bar mit, wo wir lokales Bier kosten. Doch ein Bierchen reicht heute Abend nach der langen Anreise! Jetzt sind wir auf das Wetter morgen gespannt.
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Nahuel Huapi Nationalpark
Unser Tag im Nahuel Huapi Nationalpark startet mit Picknickeinkauf im Supermercado und beim exzellenten Bäcker. Mit Federico und Carlos geht es zunächst im Bus ins Gebirge. Carlos fährt uns sicher und entspannt über holprige patagonische Wege. Federico überzeugt durch enzyklopädisches Wissen Geologie, Geografie, Geschichte, Politik. Wir verweigern jeglichen Test, können aber Nothofagus antarctica: Antarktische Scheinbuche, auch Antarktische Südbuche und Pfennigbuche genannt und Alerce (fitzroya cupressoides) sehr gut erkennen. Wetter wechselhaft, wie von Miguel vorausgesagt. Schon bald wissen wir nicht mehr, wohin wir gucken sollen. Allerdings schaut Steffi nicht nur, sondern lässt sich nicht davon abhalten, ihre Füße im gletscherkalten Wasser zu erfrischen.
Nach wunderschönen Aussichten wandern wir endlich zum tosenden Wasserfall Los Cesares und picknicken dort. Eine Picknickration fehlt, kann aber ersetzt werden. Wir sehen Flechten, Moose, Bambus, trocken und grün, Parasiten und solche, die es noch werden wollen. Eine gelbe patagonische Margarite ist auch dabei und gelber Ginster, allerdings fehlt noch die von Federico angekündigten roten Dschungelblumen. Dafür blüht ein kleiner Apfelbaum als Fremdling in Patagonien. Weiter geht es mit dem Bus zum schwarzen Gletscher, dem Ventisquero Negro, der von weitem nicht wie ein richtiger Gletscher aussieht. Lavaasche und Steingeröll hatten die herabstürzenden Gletscherschneemassen vom 3478 Meter hohen Mount Tronador schwarz gefärbt. In der grünlich-milchigen Lagune ragten vereinzelte schokoladenfarbige Eisstücke heraus.
Nach unzähligen Fotos und satt gesehenen Augen fahren wir leider zurück. Auf einmal kreuzt ein Riesenspecht mit roter Haube und schwarz-weißem Gefieder unseren Weg. Wir stürzen bei strömenden Regen in den Wald, um unsere Fotosafari fortzusetzen. Eine Eule beobachtet uns interessiert, während die Spechtfrau reisaus nimmt.
Letzter Aussichtspunkt: Sonne, Regen, Wind lassen die Landschaft immer anders aussehen - faszinierend. Mate gehört mittlerweile zu unserem Leben, wir wissen noch nicht, wie es ohne weitergehen soll. Zum Abendessen gibt es leckeres Hirschfleisch mit Wein aus Neuquén - und das auf Kosten viventuras. Glücklich und mit vollen Bäuchen lassen wir uns in das Bett fallen und freuen uns schon auf unseren zweiten vollen Tag in Bariloche!
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Abenteuer in und rund um Bariloche
Heute beginnt der Tag für einige ein wenig anders. Christina und Uwe, sonst nicht als Frühaufsteher bekannt, sind zum eigenen Erstaunen die ersten beim Frühstück- und eine glatte Stunde zu früh dran. Aber die beiden Schäfchen nehmen es gelassen und nutzen die gewonnene Zeit zu einem Spaziergang an Bariloches Waterfront. Das Bergpanorama an diesem wunderbaren, sonnigen Morgen ist einfach überwältigend.
Dann geht es auch für alle anderen los. Heute steht der Circuito Chico - eine der schönsten Exkursionen um Bariloche - auf dem Tagesprogramm. Es geht immer am Ufer des Lago Nuel Huapi entlang, und Federico hat uns nebenbei viel Interessantes zur Entwicklung des Tourismus in dieser Region zu berichten. Ein absolutes Highlight ist die Seilbahnfahrt auf den Cerro Campanario. Von hier aus haben wir kurz einen herrlichen Rundblick über die Seenlandschaft. Aber schnell ziehen Wolken auf. Patagonien zeigt uns sein wechselhaftes Gesicht. Es wird kalt und vor allem nass.
Wir setzen jetzt lieber schnell unsere Fahrt zum Hafen Puerto Pañuelo fort, wo das berühmte Hotel Llao-Llao steht. Wahrlich eine Traum-Destination, die wir in respektvollem Abstand bewundern. So schnell die Wolken kamen, sind sie auch wieder verschwunden. Gerade rechtzeitig, um unsere kurze "Urwaldwanderung" zu starten und von Frederico - in mittlerweile gewohnt perfekter Marnier - die vielfältigen Wechselwirkungen des empfindlichen Ökosystems erläutert zu bekommen.
Nun ist es aber Zeit, endlich in die versprochene urige Cerveceria einzukehren. Leckeres Essen und noch viel leckeres selbst gebrautes Bier! Genau die richtige Vorbereitung auf die weiteren sportlichen Aktivitäten. Nun ja, Steffi und Kerstin ziehen ein Powershopping in Bariloche vor! Wir anderen fahren zum Lago Gutierrez. Die einen satteln die Pferde für einen Ausritt, die anderen stechen mit den Kajaks in See. Wir alle können nur immer wieder diese fantastische Naturkulisse bewundern.
Zum Schluss frischt der Wind auf, der See wird rauer und die Kanuten tanzen mehr oder weniger elegant auf den Wellen zum Ufer. Erschöpft können wir uns hier bei Mate, Kaffee und Kuchen aufwärmen. Leider müssen wir uns nun von Federico verabschieden, der uns in den vergangenen Tagen dieses Kleinod mit viel Herzblut wirklich näher gebracht hat.
Den Abend lassen wir in einer der grandiosen Eisdielen des Ortes ausklingen. Die Auswahl ist riesig, die Portionen auch. Wir sind schon auf den chilenischen Teil Patagoniens gespannt, zu dem wir morgen aufbrechen werden.
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Bienvenidos a Chile!!
Früher, als einigen von uns lieb, brechen wir heute in Richtung Chile auf. Von Bariloche aus fahren wir über die Route 231 Richtung Grenze durch Villa La Angostura und haben die Auswirkungen des Vulkanausbruchs (Puyehue) vom 4. Juni diesen Jahres gesehen. Unser Busfahrer Carlos berichtet uns einiges von seinen persönlichen Erfahrungen in dieser Zeit. Sand und Asche lagen bis zu 30 cm hoch und im zusammen gefegten Zustand sieht es noch sehr schlimm aus. Bei klarem Wetter - so wird uns berichtet - ließ sich wochenlang nicht mehr frei atmen.
Die Busfahrt wird zum zweiten Frühstück genutzt, um die Lebensmittel zu retten, die nicht mit über die Grenze genommen werden dürfen. So abwechslungsreich wie die Landschaft ist auch das Wetter - von Sonnenschein bis Schneefall ist alles dabei. Nachdem wir die argentinische Grenze passiert haben, fahren wir ca. 45 km durch Niemandsland und erreichen schließlich den chilenischen Grenzübergang. Unsere "Schmugglerware" wird auch von den vierbeinigen Zollbeamten nicht erschnüffelt. Entgegen unserer Erwartung muss niemand von uns sein überdimensionales Gepäck öffnen.
Am Ende unserer langen Busfahrt erreichen wir unser heutiges Ziel - Puerto Varas in der Bucht des Llanquihue-Sees. Nach dem Genuss von Kuchen - Kaffee - Bier und Hamburgesas erkunden wir den Ort zu Fuß und hoffen den Vulkan Osorno zu sehen, der sich aber nicht zeigte. Beim gemeinsamen Abendessen werden die Aktivitäten für den nächsten Tag besprochen.
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Alles dreht sich um den Osorno
Das Tagesziel für heute ist klar - wir wollen alle den majestätischen Vulkan Osorno sehen, von dem uns sowohl Miguel als auch Carlos schon einiges erzählt haben. Einige von uns kriechen deswegen schon zu Sonnenaufgang aus dem Bett, aber leider noch vergebens, der Vulkan zeigt sich immer noch von seinem Wolkenschleier bedeckt.
Auch der Rest der Gruppe muss heute schon früh aus den Federn, weil wir uns schon um 8 Uhr in Richtung Vicente Perez Rosales aufmachen. Bei einer zweistündigen Wanderung am Fuße des immer noch bedeckten Osornos wandern wir mit unserer Guide Jass, die Miguel kurzfristig organisiert hat, durch einen sehr interessanten Wald, kommen aber auch immer wieder bei ehemaligen Lavaströmen des letzten Ausbruchs des Osornos (1834) vorbei.
Und plötzlich ist es soweit - der Osorno steht in seiner vollen Pracht vor uns. Wir machen hunderte von Photos in allen Varianten und aus allen Blickwinkeln - sogar für Miguel ist es das erste Mal, dass er ihn in seiner vollen Pracht sieht. Wir haben also wirklich Glück heute - auch mit dem Wetter, strahlender Sonnenschein!
Wie es sich für einen anständigen Vulkan gehört, zieht der Osorno nach wenigen Minuten wieder zu, aber glücklich und mit einem breiten Lächeln setzen wir unsere Wanderung fort. Gegen späten Vormittag gelangen wir zu den Saltos de Petrohue, wo wir eine weitere kleine Wanderung einlegen und schlussendlich die Wasserfälle bzw. Stromschnellen bewundern. Ein Lavastrom des Osornos hatte 1834 hier einen Fluss aufgestaut, das Wasser sich aber im Laufe der Jahre wieder langsam durch das Lavagestein durchgearbeitet, was uns nun ein atemberaubendes Naturschauspiel bietet.
Auf dem Weg zurück nach Puerto Varas schauen wir dann auch noch bei der Laguna Verde vorbei, eine malerische Lagune mit grünem Wasser. Ein toller Vormittagsausflug geht damit zu Ende.
Der Nachmittag ist dann frei, was einige von uns dazu nützen, eine zusätzliche Exkursion in das kleine Dörfchen Frutillar zu machen. Auf dem Weg dorthin erfahren wir von der deutschen Einwanderungswelle im 19. Jahrhundert. Frutillar ist so etwas wie eine kleine Musik-Hauptstadt Chiles und es wurde dort vor kurzem eines der schönsten Theater Südamerikas eröffnet. Wir haben Glück und dürfen trotz gerade stattfindenden Musk-Wochen einen kurzen Blick ins Innere des mitten im Llanquihue-See gebauten Gebäude werfen. Frutillar ist aber auch bekannt für seine Kuchen, und den lassen wir uns natürlich auch nicht entgehen.
Mit vollen Bäuchen geht es zurück nach Puerto Varas, wo Miguel uns auf unser nächstes Abenteuer Navimag mit einer Powerpoint Präsentation vorbereitet und wir den Abend bei Lachs, Wein und lokalem Bier ausklingen lassen.
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Navimag Tag 1 - Strahlender Sonnenschein :-)
Nach zwei ruhigen Nächten in Puerto Varas packen wir erneut unsere Sachen, um den maritimen Teil unserer Reise anzutreten. Der Wetterbericht verspricht Sonnenschein, doch gegen 9 Uhr hatte sich die Sonne noch nicht gegen den Nebel durchsetzen können. Statt auf der zur Autobahn ausgebauten Panamerica bringt unser Fahrer Vincente uns auf einer Nebenstraße nach Puerto Montt.
Auf dem Weg liegt der kleine Ort Alerce, dessen Häuser mit Holz aus dem Baum mit dem gleichen Namen erbaut worden sind. Wie so oft auf der Reise sind die Gegensätze zwischen arm und reich für Mitteleuropäische Augen ungewohnt und stechen deshalb besonders hervor; ebenfalls fallen die gelben Sträucher auf, die von den Einwanderern mitgebracht worden sind und nun den Straßenrand säumen.
Puerto Montt ist mit seinem 150.000 Einwohnern erheblich kleiner als Rom und konnte deswegen nur auf nur vier Hügeln errichtet werden. Inzwischen hat sich die Sonne auch gegen den Nebel durchgesetzt, sodass wir von einem Aussichtspunkt aus einen guten Überblick über die Stadt und den Hafen haben, wo bereits die Navimag auf uns wartet. Auf dem Weg zum Hafen legen wir noch einen kurzen Zwischenstopp ein, um ein Denkmal zu besichtigen, das an die deutschen Einwanderer in die Region erinnert.
Am Check-in zur Navimag finden wir uns in Mitten einer stark europäisch geprägten Gruppe von Passagieren wieder, zu denen auch eine weitere Viventura-Gruppe gehört. Weil die meisten Reisenden über 40 sind, fällt eine Gruppe Austauschschüler sofort auf. Nach dem Check-in haben wir noch eine gute Stunde Zeit, im Hafenviertel Angelmo zu schlendern. Immer wenn die Navimag einmal pro Woche ablegt, erwacht das Treiben an den vielen Souvenirläden. Hauptartikel sind Textilien und Holzprodukte, aber Postkarten sind nicht zu finden.
Mit etwas Verspätung werden wir dann von Navimag in Spanisch, Englisch und Deutsch begruesst. Interessanterweise ist der Touristenbetreuer als Kind deutscher Einwanderer aufgewachsen und spricht daher ein fast akzentfreies Deutsch. Mit 200 Passagieren ist die Navimag mit ihren 260 Plätzen gut belegt, aber sie platzt noch nicht aus allen Nähten. Die Kabinen der Holzklasse befinden sich auf dem Gang; die Mehrkosten für eine Außenkabine sind gut investiert, zu Mal sie auch einen Hauch mehr Stauraum für das Gepäck bieten.
Da die Unterkünfte nicht zum Verweilen einladen, fanden sich alle Mitfahrer auf dem Sonnendeck wieder. An Deck bereitet das Wetter Patagoniens ein Wechselbad aus kühlem Wind und heißem Sonnenschein. Von Deck kann man den Abschluss des Beladens beobachten. Die Navimag ist nämlich keine reine Touristenfähre, sondern transportiert auch viele LKWs, die behutsam im Rumpf verstaut und festgezurrt werden. Darum verzögert sich die Abfahrt, aber kurz nach 15 Uhr kündigt schwarzer Rauch aus der Hauptmaschine an, dass die Abfahrt kurz bevorsteht. Ein Viertelstude später heißt es dann "Leinen los" und wir tuckern aus eigener Kraft aus dem Hafen.
Noch einmal bietet sich ein majestätisches Bild über Puerto Montt mit dem Osorno im Hintergrund, der dieses Mal von keiner Wolke verhüllt ist. Nach dem Sicherheitsbriefing haben wir Zeit das Boot zu erkunden. Die Navimag bietet genügend Platz, dass man sich nicht gegenseitig auf die Fuesse tritt, aber man verliert sich auch nicht. Auf dem Deck bietet sich die Gelegenheit mit anderen Reisenden ins Gespräch zu kommen oder den Blick in die Ferne schweifen zu lassen, wo eine Landschaft nicht unähnlich der norwegischen Fjorde vorbeizieht. Der aufmerksame Beobachter kann viele verschiedene Vogelarten entdecken und mit etwas Glück auch die Fontäne von Walen sichten.
Nach einem leckerem Lachs zum Abendessen, lassen wir den Abend bei einem Dokumentarfilm über Patagonien mit Bier und gutem chilenischem Rotwein ausklingen. Zwischen Wolkenlücken eines aufziehenden Tiefdruckgebietes kann man zum Abschluss des Tages einen Blick auf das Kreuz des Südens erhaschen.
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Navimag Tag 2 - Regen, Nebel, Wind
Anders als am Vortag beginnt und endet der Tag mit Nebel und Nieselregen. Trotzdem halten wir uns alle viel Zeit an Deck auf, weil der Kapitän angekündigt hat, dass die Wahrscheinlichkeit Wale zu sehen heute sehr groß wäre. Gestern waren von anderen Touristen Orcas gesehen worden!
Am Vormittag gibt es einen interessanten Vortrag über die Fauna Patagoniens. So lernen wir über viele verschiedene Vogelarten, Wale, Delfine, aber auch über eingeschleppte Tiere wie der Biber oder der Fuchs.
Hühnchen zu Mittag. Am Nachmittag rüsten sich einige gegen Seekrankheit und sie tun gut daran - wie sich herausstellen wird. Andere vertrauen darauf, dass ihnen der Seegang nichts anhaben kann. Am späten Nachmittag erreichen wir das offene Meer - und es beginnt zu schaukeln, konsequent zwölf Stunden lang.
Einige von uns passieren die Anna Pink Bucht und den Golfo de Penas, beide im offenen Meer gelegen, mit sehr blassem Gesicht - andere von uns wiederum haben die größte Freude mit den Wellen und versuchen sich im Wettbewerb, wer denn die beste Bugwelle fotografieren kann.
Mitten in der Nacht erreichen wir endlich wieder die Fjorde - nahe bei Arch Guayaneco. Nun erst fallen einige in den wohlverdienten Schlaf.
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Navimag Tag 3
Wie am Samstag begrüßt uns auch der Sonntag, der dritte Tag unseres Navimag-Abenteuers, mit Regen und starkem Wind. Heute steht viel auf dem Programm, denn langweilig wird es auf der Navimag nie!! Zuerst passieren wir das rostige Schiffswrack der "Capitan Leonidas", ein griechisches Schiff, das vor einiger Zeit unglücklicherweise auf den bis knapp unter die Wasseroberfläche reichenden "Kleinen Cotopaxi" aufgelaufen und gesunken war. Dann geht es weiter durch den "englischen Kanal", eine Engstelle im Fjord, die aus Sicherheitsgründen nur bei Tageslicht durchfahren werden darf.
Gegen Mittag nehmen wir bei wechselhaftem Wetter die Gelegenheit wahr, an Land zu gehen. Ausgestattet mit Schwimmwesten, begleitet vom Bordarzt und einigen Männern der Crew erreichen wir mit Holzbooten Puerto Eden. Ein Fischerdorf von etwa 150 Einwohnern, die alle in einfachsten Blechhütten leben. Die meisten Bewohner haben den Ort bereits verlassen, weil die Lachsindustrie im Norden ihnen die Lebensgrundlage genommen hat. Die Navimag hält jeden Sonntag und jeden Mittwoch dort an. Dann können die Bewohner, die in gelb-orange gekleideten Fremden beobachten, wie sie artig einer hinter dem anderen den Ort auf den glitschigen Holzwegen erkunden. Zu sehen sind vom Wind gepeitschte Nadelbäume, kleinwüchsige Sträucher und Bodendecker. Außerdem Sumpfgebiete, in denen der Sonnentau blüht und von Kaulquappen besiedelte Tümpel. Am Wegesrand bieten uns die Bewohner neben Postkarten ihr Kunsthandwerk an. Nach einer Stunde ist der Ort durchwandert und die Boote bringen uns zurück zur Navimag. Froh, Boden unter den Füßen gespürt zu haben, geht es gleich zum Mittagessen.
Am Nachmittag stimmt Miguel uns auf den W-Trail ein. Anschließend gibt es eine informative Präsentation, diesmal über die Gletscher und Vulkane von Patagonien. Der Guide der anderen Gruppe von viventura, Roberto, lädt unsere Gruppe dann zum Tangokurs ein - Jan, Dietmar, Steffi und Miguel machen mit der anderen Gruppe und sechs Austauschschülern mit, der Rest hält das Ganze per Videokamera fest. Wir haben auch viele Zaungäste dabei - wohl auch, weil die Tangoklasse im Lautsprecher fälschlicherweise als "Tango-Show" durchgesagt worden war!
Man mag es kaum glauben, aber das ist immer noch nicht alles!! Der nächste Höhepunkt lässt nicht lange auf sich warten - am späten Nachmittag passieren wir den Pius XI, einer der größten Gletscher der Welt. Schneeregen und starker Wind lassen uns kalt, wir sind trotzdem alle an Deck und versuchen, den enormen Gletscher mit unseren Kameras einzufangen.
Wieder zurück im warmen Speisesaal, versuchen nach dem Abendessen einige von uns ihr Glück im Bingo. Unser TC-Assistent Kevin schafft es einmal sogar ins Finale, verliert aber dann im Stechen. Das tut unserer guten Stimmung aber lange noch nicht Abbruch, Miguel stellt fünf Flaschen Wein auf den Tisch, die wir tatsächlich alle trinken und somit gut aufgewärmt zur Navimag-Party in die Bar marschieren, wo wir bis spät in die Nacht zu den verschiedensten Latino-Klängen, vor allem aber Reggaeton, tanzen.
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Navimag Tag 4 - Ankunft in Puerto Natales
Das letzte Frühstück auf der Navimag überbrückt den draussen in den letzten Kanälen/Fjorden vor Puerto Natales niedergehenden Regen, anschließend gibt es noch die Vorträge des Navimag-Guides zum Wachsen und Schwinden der Gletscher in Südamerika und zum bevorstehenden W-Trail im Nationalpark Torres del Paine.
Der Einfluss des Sonne-Erde-Abstandes und der Erdachsneigung auf die Gletscherbildung wird ebenso erklärt wie die Wirkungen aktiver Vulkane. Wir verstehen außerdem besser, warum das Gletscherblau soooo blau ist, der Druck im Eis verdrängt fast ganz den Sauerstoff und die resultierende Brechung/Reflexion bevorzugt das unsere Augen erreichende Blau.
Mit dem nächsten Vortrag werden wir auf den W-Trail eingestimmt: mit seinen Möglichkeiten der Anreise, den schönsten Abschnitten, möglicherweise anzutreffenden Tieren und zu erwartendem Wetter (Sonne/bewölkt/Regen/Sturm und warm/mäßig/kalt). Dann bringt ein Besatzungsmitglied die Kunde, dass Kondore gesichtet wurden, was alle veranlasst, trotz Nieselregens das Deck aufzusuchen. Draußen wird der Himmel zunehmend heller, auf den letzten Kilometern (Puerto Natales ist schon zu sehen) kommt sogar die Sonne hervor.
Das Von-Deck-Gehen gibt auch einen ersten Vorgeschmack, was für ein Wind in Patagonien wehen kann, an Land erwartet uns schon ein Kleinbus für die Fahrt ins Hotel und anschließend zum Entgegennehmen der Leihausrüstung bei Nancy für den morgigen W-Trail.
Jetzt bleibt noch Zeit, das Städtchen zu erkunden und etwas Proviant zu kaufen und ein gemütliches Café zu finden, und das alles bei sonnigem Wetter! Das Regional-Museum muss sich allerdings bis zu unserer Rückkehr von der Wanderung gedulden, uns seine Exponate über die Ureinwohner zeigen zu können.
Abends fand Miguel für uns alle noch ein gutes Restaurant, in dem Juerg dem zufällig anwesenden Brauereibesitzer des dort ausgeschenkten lokalen Bieres Cervesa Natales bescheinigen konnte, dass dieses das beste bisher getrunkene Bier Südamerikas ist.
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W-Trail Tag 1: Paine Grande - Los Cuernos
Heute stehen wir schon sehr früh auf, um sobald wie möglich in den Torres del Paine Nationalpark zu gelangen - einer der absoluten Höhepunkte unserer Reise. Deshalb verlassen wir schon um 7 Uhr das Hotel in Puerto Natales und machen uns auf die 2 Stunden lange Fahrt zum Lago Pehoe, wo schon unser Katamaran auf uns wartet.
Unser TC Miguel hatte diesen Katamaran kurzfristig mit Robert, dem Guide der anderen viventura Gruppe, gechartert, weil die erste offizielle Fähre erst gegen Mittag gefahren wäre und wir somit den halben Tag verloren hätten. So aber kommen wir schon gegen 10 Uhr zu unserem Startpunkt für den W-Trail, dem Campamiento Paine Grande.
Mit typischem Torres del Paine-Wetter geht es auf den ersten Streckenabschnitt: abwechselnd Regen, Sonne, extrem starke Windboen, die uns fast umwerfen und Hochnebel, der sich langsam aber sicher auflöst.
Im Campamiento Italiano angekommen, hat sich gegen Mittag aber die Sonne endgültig durchgesetzt - deswegen beschließen viele von uns, unser Gepäck im Camp liegen zu lassen und in das französische Tal hoch zuwandern. Der Weg hier, der wahrlich über Stock und Stein führt, ist nicht immer einfach zu finden und die Gruppe, die vorgelaufen ist, kommt tatsächlich einmal kurz vom Weg ab, wird aber von Miguel gleich wieder auf die richtige Route zurückgeführt.
Inzwischen ist keine Wolke mehr am Himmel zu sehen, strahlend blauer Sonnenschein! Die mächtigen Cuernos del Paine thronen so richtig über dem Valle Frances, während auf der anderen Seite des Tals drei mächtige Lawinen vom Paine Grande herunter donnern - ein atemberaubendes Naturschauspiel.
Am späten Nachmittag kehren wir ins Camp zurück und machen uns auf den letzten Teil-Abschnitt des heutigen Tages: dem türkis-farbenen Lago Nordenskjöld entlang in das Campamiento Los Cuernos. Miguel hatte uns gewarnt, dass dieses Teilstück mitunter das stürmischste des gesamten W-Trails werden könnte - was zum Teil auch stimmt, aber es auch absolut windstille Augenblicke gibt, die wir dazu nutzen, am Seeufer ein kleines Päuschen einzulegen.
Nach einem langen, aber traumhaft schönen neunstündigen Wandertag kommen wir erschöpft aber glücklich in unserem Camp an. Fast alle von uns hatten Berghütten bestellt und dürfen nun in den Luxus dieser Unterkunft, Abendessen und schlafen, nur Uwe, Dieter und Miguel schlafen in Zelten draussen.
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W-Trail Tag 2: Los Cuernos - Camp Chileno
Auch heute müssen wir früh aus den Federn (Miguel hatte uns in die erste Frühstücks-Schicht gebucht!) und um 8 Uhr morgens stehen wir schon alle mit Sack und Pack startbereit vor unserer Hütte. Noch ein kurzes Briefing mit Tipps, Tricks und dem Hinweis einer neuen Abkürzung, die nicht in den Karten eingezeichnet ist, und schon machen wir uns jeder in seinem eigenen Tempo auf den Weg zu unserem heutigen Tagesziel, dem Campamiento Chileno.
Auch heute haben wir mit dem Wetter wieder sehr viel Glück - strahlend blauer Himmel, Sonnenschein und absolute Windstille. Mit kurzen T-Shirts wandern wir die atemberaubende Passage zwischen dem Lago Nordensköld und den Cuernos entlang und halten immer wieder an traumhaften Aussichtspunkten an, von denen wir eine Sicht über die Seen- und Berglandschaft des Nationalparks genießen. Da wir heute schon frueh gestartet sind, kommen wir auch schon am fruehen Nachtmittag an unserem Tagesziel an - die einen frueher, die anderen spaeter, und ganz hinten als Schlusslicht Miguel, der unserem leider gesundheitlich etwas angeschlagenen Dieter sicher ins Camp bringt. Obwohl wir schon 6-7 Stunden an Wanderung in den Beinen haben, wandern die meisten von uns auf Empfehlung von Miguel heute schon zum Mirador de las Torres hoch, wo sich uns ein atemberaubender Anblick bietet: die drei Torres del Paine in einer wolkenlosen Berglandschaft - sogar Miguel, der uns zu den Torres regelrecht nachgerannt ist, meint, er haette sie noch nie vorher ganz gesehen und das wir ein Riesenglueck haetten! Viele Fotos werden geschossen, aus allen Winkeln und Posen und allen moeglichen Models davor, inklusive Kevin und Schaefchen - manche von uns bleiben sogar bis zu zwei Stunden beim Aussichtspunkt, ehe wir uns wieder auf den Abstieg begeben und uns das wohlverdiente Abendessen in der Huette bzw. auf dem Zeltplatz schmecken lassen. Bis zu 12 Stunden sind wir heute auf den Wanderwegen des Nationalparks unterwegs gewesen - aber bei so einem traumhaften Wetter verbringt man am besten so viel Zeit wie moeglich auf den Trails, und genau das haben wir gemacht. Nach dem Abendessen werden bei vielen von uns die Augenlider schon bald sehr schwer, sodass wir uns schon frueh ins Bett begeben. Was fuer ein Tag!!
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W-Trail Tag 3 - Los Manantiales
Als wären wir die letzten beiden Tag nicht zu früh gewesen, machen sich heute morgen die unverwüstlichen Abenteurer Uwe, Juerg und Miguel schon um vier Uhr auf dem Weg, um noch einmal zum Mirador Las Torres hochzuwandern und die Torres bei Sonnenaufgang bestaunen und fotografieren zu können.
Mit Stirnlampen gewappnet und flotten Schrittes erreichen sie 75 Minuten später den Aussichtspunkt, wo zwar die Torres immer noch völlig offen dastehen, die Sonne sich aber im Osten hinter Wolken versteckt, einfach nicht aufgehen will und den Dreien nicht ganz zu dem Farbspektakel verhilft, dass sie sich vielleicht erhofft haben. Die Lichtbedingungen sind aber trotzdem toll und es werden abermals viele Fotos geknipst.
Pünktlich zum Frühstück um 8 Uhr sind die drei dann wieder zurück, wo sie auf den Rest der Gruppe treffen, der sich ausschlafen durfte - denn heute steht nur mehr das Rauswandern aus dem Nationalpark auf dem Programm. Gegen 10 Uhr zeigt sich auch die Sonne wieder von ihrer besten Seite und wir alle wandern langsam aber gemütlich um Ende des W-Trails, wo wir dann zu Mittag von unserem Transport auch wieder abgeholt werden.
Noch geht es aber nicht zurück nach Puerto Natales, denn es wartet der nächste Leckerbissen auf uns - und das im wahrsten Sinne des Wortes: in der Estancia Los Manatiales werden wir mit einem Lamm-Grill derartig verwöhnt, dass wir uns alle die Bäuche fast bis zum Platzen vollschlagen - es ist einfach zu lecker!!
Danach zeigt uns der Besitzer der Estancia, Cristian, seine Rodeokünste auf seinem Pferd Chiquinita, führt uns vor wie er mit seinen Hunden Schafherden kontrollieren kann und wir dürfen sogar noch einer Schafschur beiwohnen. Von der anschließenden Busfahrt zurück nach Puerto Natales kriegen wir dann nicht mehr so viel mit…
Der Abend in Puerto Natales wird frei gestaltet, ein paar von uns gehen noch auf ein wohlverdientes Bierchen, andere begeben sich schon bald ins Land der Träume.
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Fahrtag zurück nach Argentinien
Nachdem wir in den letzten Tagen den W-Trail geschafft haben - oder er uns - geht es heute recht früh mit einem öffentlichen Bus von Puerto Natales nach El Calafate. Kurz nach Abfahrt ist wieder Grenzschlange angesagt - Argentinien hat uns wieder! Die Busfahrt erlaubt dem ein oder anderen notwendigen Schlaf nachzuholen. Trotzdem entgeht uns nicht die Weite und Einsamkeit der argentinischen Steppe. Heute fehlt uns Carlos aus Bariloche, der uns immer wieder vor Kopfverletzungen im Bus gewarnt hat.
Am frühen Nachmittag erreichen wir unser Hotel in El Calafate, wo wir nur schnell die Zimmer beziehen und dann die Stadt erkunden. Viele von uns begeistert der Besuch im "Centro de Interpretation Historica" - ein sehr guter Tipp von Miguel! Dieses Museum wurde aus einer Privatinitiative heraus gegründet und setzt sich kritisch mit der Geschichte der Stadt auseinander. Beginnend von der Eiszeit über die Ureinwohner der Region bis zu der Besiedlung von Einwanderern zeigt die Ausstellung einen lebendigen Ausschnitt. Zum Abschluss steigert ein Film über die Entwicklung des Perito Moreno Gletschers die Vorfreude auf den morgigen Tag.
Der Tag wird mit argentinischem Grillfleisch, Bier und Wein beendet.
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Perito Moreno Gletscher
Wie immer die ersten beim Frühstück. Der Gletscher Dr. Moreno ruft und wir nähern uns erst einmal vorsichtig per Boot, gleich nach der ersten Ecke sehen wir die 60 Meter hohe Wand aufragen. Dann Kathedralentürme, Skulpturen mit Nasen, Händen, unglaublich blauen Gletscherspalten. Alleine sind wir nicht auf unserem Bötchen, mit Einsatz von Ellenbogen sind die ersten 1000 Fotos allerdings schnell gemacht und werden demnächst an geeigneter Stelle zur Verfügung gestellt. Der Sunblocker wird aufgetragen, denn die strahlende Sonne ist nicht ohne, wie wir aus Erfahrung wissen. Die ersten Nasen pellen bereits.
Weiter fährt uns Leonardo zum 180 Meter hoch gelegenen Lookout, wo wir uns den 5 Kilometer breiten, 30 Kilometer lang tiefen (bis zum Berg) Perito Moreno, der von dem über 1000 Meter hohen Berg kontinuierlich gefüllt wird, nähern. Unglaublich, wie kurz drei Stunden sein können. Gut, dass der Kondor ein Auge auf uns wirft. Donnergehall, wenn sich einige der Skulpturen verabschieden. Wir müssen ebenfalls gehen, aber nicht bevor wir von den Calafates gegessen haben, so dass wir sicher sein können, dass wir bald wieder kommen.
Durch die unglaublich weite, ins Sonnenlicht getauchte argentinische Steppe erreichen wir El Chaltén, nicht ohne vorher bei dem letzten Aufenthaltsort von Butch Cassidy vorbeigeschaut haben. Abends Bier und Wein, der Bankraub wird zunächst aufgeschoben.
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Wanderung zur Laguna de Los Tres
Nach einem Frühstück im landesüblichen Umfang, versammeln wir uns um acht zu unserer letzten großen Wanderung auf dieser Reise. Punkt acht sind auch alle Teilnehmer, unser Fahrer und unser Guide für diese Tour versammelt. Das einzige was noch fehlt, sind die Lunchpakete, die wir noch am Vorabend geordert hatten. Trotz des größten Bemühens unseres Tourkoordinators bleiben die Sandwiches mit den Riesenschnitzeln verschollen. Stattdessen machen wir einen Halt bei einer Bäckerei und die Leute ohne Lunchpaket haben so die Möglichkeit, sich noch einmal mit Proviant einzudecken. In Südamerika muss man eben flexibel sein und schnell improvisieren können.
Danach bringt uns unser Transport zur Hosteria "El Pilar", von der wir das Tal des Rio Blanco hochwandern. Unterwegs erläuterte uns unser Führer, der lokale nicht der aus Österreich, die Pflanzenwelt. Der Wald mutete mit seinem dichten Bewuchs und umgefallen Bäumen wie ein verwunschener Wald aus einem Märchen an. Als netter Nebeneffekt schützte er uns vor dem inzwischen eingesetztem leichten Schneefall. Auf halber Strecke zum Camp Poincenot lichtet sich der Wald und man kann einen Blick auf den Gletscher Piedras Blancas und seine Lagune werfen.
Am Camp Poincenot trennt sich unsere Gruppe. Ein Teil unter Leitung von Luis, unserem lokale Guide, macht sich auf den Weg zur Laguna des los Tres. Der Aufstieg von knapp 400 Höhenmetern erfordert eine gute Kondition und Trittsicherheit. Von der Lagune hat man bei schönem Wetter eine wunderbare Aussicht auf den Gipfel des Fitz Roy. Heute verhüllt aber eine dichte Wolkendecke die Berggipfel. Der Weg zurück nach El Chaltén führt vorbei an einer Lagune mit den vielversprechenden Namen "Capri". Die Ähnlichkeiten mit der italienischen Insel sind rein zufällig und nicht beabsichtigt. Das Wasser ist eiskalt und während einer Rast fallen kleine Schneeflocken auf den Boden, wo sie aber sofort schmelzen.
Der weitere Weg führt wieder durch die bekannte Bewaldung. Kurz vor El Chaltén reißt die Wolkendecke auf und von Aussichtspunkten hat man einen grandiosen Ausblick auf das weite Tal des "Rio des las Vueltas". In der anderen Richtung zeichnet sich die braune Steppe und die blauen Wasser der Lago Viedma ab. Ein kräftiges Abendessen beendet diesen Tag, der zugleich auch unseren Abschied von Patagonien darstellt.
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Traumpanorama in Chalten & Ende der Welt
Als wir heute morgen aufwachen und aus dem Fenster schauen, können wir unseren Augen kaum trauen - wir haben absolut blauen Himmel, keine Wolke ist zu sehen und sowohl Fitz Roy als auch der sehr selten zu sehende Cerro Torre begrüßen uns inmitten eines absolut sensationellen Bergpanoramas! Da klicken schon vor unserer Abfahrt hunderte Male unsere Kameras, sagenhaft!!
Und ja, richtig gelesen - Abfahrt, leider müssen wir das Bergsteigerparadies El Chalten heute schon wieder verlassen. Wir müssen nach El Calafate zurück, um gegen Mittag unseren Flieger nach Ushuaia zu nehmen. Auf dem Weg nach El Calafate halten wir aber immer wieder an, um noch einmal Fotos vom atemberaubenden Bergpanorama zu machen.
Unser Busfahrer Leonardo erzählt uns so ganz nebenbei, dass unser Guide vom Vortag Luis einer der wenigen Bergsteiger sei, der in den letzten Jahren den Fitz Roy erklommen hat. Luis hatte kein Wort davon am Vortag erwähnt, umso mehr fällt uns heute die Kinnlade runter, als wir das hören. Wir hatten gar nicht gewusst, mit welchem Kaliber wir da unterwegs waren am Vortag! Jetzt können wir auch die Geschichten, die er uns über die Huber-Buam erzählt hat, viel besser einordnen…
Auf dem Flug nach Ushuaia haben wir leider nicht viel gesehen und deswegen auch den von Miguel angekündigten spektakulären Anflug an den Flughafen nicht wirklich nachvollziehen können. Die südlichste Stadt der Welt begrüßt uns mit Schneefall und Temperaturen nur knapp über dem Gefrierpunkt.
Der erste Eindruck ist aber trotzdem toll - die Stadt liegt zwischen Beagle-Kanal und der dahinter liegenden Andenkette, die in Feuerland interessanterweise von Westen nach Osten läuft (und nicht von Norden nach Süden wie im Rest von Südamerika).
Wir beziehen schnell unser Hotel im Stadtzentrum Ushuaias, bevor wir dann sofort auf eine dreistündige Fahrt im Beagle-Kanal aufbrechen. Wir sehen u.a. Robben, Kormorane - aber auch den "Leuchtturm am Ende der Welt" - unser TC Miguel meint aber, dass für ihn Ushuaia der "Beginn der Welt sei" - ein echter Optimist!
Bei einem Briefing in einem Schoko-Café und anschließendem Abendessen in einem der vielen Meeresfrüchte-Restaurants in Ushuaia lassen wir den Abend ausklingen und freuen uns schon auf unser Abenteuer des nächsten Tages!!
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Feuerland
Heute erwartete uns wieder ein aufregender Tag. Nachdem wir mal etwas länger schlafen konnten, ging es in den Nationalpark Tierra del Fuego, Feuerland! Zuerst holten wir uns den ersehnten Stempel vom südlichsten Postamt der Welt. Ein Riesenstempel, der eine ganze Seite in unserem Reisepass schmückt, und auf den wir ganz Stolz sind.
Weiter ging es direkt am Beagle-Kanal entlang durch schroffe Wälder und einzigartige Landschaften. Wieder mit viel Glück, denn wir hatten ruhiges Wetter und konnten bei der Wanderung ein wenig relaxen. Sogar Kaffee hatte unsere Guide dabei. Wir waren richtig gut drauf und schließlich kamen wir zu unserem Picknick. Wir genossen unser Essen und natürlich den Wein.
Gut gestärkt sollte es jetzt zum Paddeln gehen. Wir sahen schon lustig aus, als wir den Überhosen und Gummistiefeln steckten. In drei Schlauchboten fuhren wir von See zu See. Uns machte das richtig Spaß. Bei herrlichem Sonnenschein waren wir dann angekommen, am Ende der Panamerikana in Argentinien und dem "Ende der Welt", unserem Ziel. Nun einmal hier zu stehen, traumhaft.
Der Tag war aber lange noch nicht zu Ende. Es sollte heute noch zu den Bibern gehen. Die Biber, die vor einiger Zeit nach Südamerika geholt wurden, wollten wir ganz nahe in freier Natur erleben. Und wir hatten Glück. In einer atemberaubenden Kulisse tauchten sie dann auf. Erst schwimmend, begegneten wir einen noch in fast greifbarer Nähe. Genial.
Gleich in der Nähe ließen wir in einer Hütte am Kaminfeuer bei einem leckeren Abendessen die Eindrücke Revue passieren und den wundervollen Tag ausklingen.
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Tschuess Patagonien, tschuess Feuerland
Heute müssen wir uns leider von Feuerland verabschieden. Schade, gerne wären wir noch länger in der südlichsten Stadt der Welt, Ushuaia, geblieben - traumhaft zwischen Beagle-Kanal und der Andenkette gelegen, hat der spezielle fast skandinavisch anmutende Charme uns in den Bann gezogen…
Schäfchen verspeist noch schnell ihr letztes Llao Llao, dann müssen wir schon zum Flughafen, wo wir püntklich um 09.15 Uhr zuerst nach El Calafate fliegen. Dort gibt es leider ein kleines Problem mit der Elektronik im Flughafen und wir stehen doch fast 2 Stunden lang auf der Rollbahn, ehe es doch noch nach Buenos Aires weitergeht.
Um vier Uhr nachmittags sind wir wieder in Buenos Aires zurück - gravierender hätte der Kulturschock am lokalen Flughafen nicht sein können! Eben noch in der Idylle Patagoniens und Feuerlands, begrüßt uns Aeroparque Jorge Newberry mit Hitze, Lärm, Smog und Chaos. In unserem etwas zu kleinen Bus, der auf dem Weg zum Flughafen im Stau stecken geblieben war und uns etwas verspätet abholt, geht es dann endlich zurück zum Hotel Milan, in dem wir auch die ersten Nächte unseres Abenteuers verbrachten. Miguel nutzt die Zeit im Bus und bereitet uns in seinem alltaeglichen Briefing auf den naechsten Tag vor. Morgen steht noch eine Fahrradtour durch Palermo und Recoleta auf dem Programm, wir sind schon gespannt! Der Rest des Tages (bzw. was davon noch uebrig ist) ist dann frei und wir lassen ihn individuell ausklingen.
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Fahrrad-Tour in Palermo und Recoleta
An unserem letzten vollen Tag in Buenos Aires lernen wir noch eine andere Facette der argentinischen Hauptstadt kennen - dieses Mal geht es mit Fahrrädern durch die noblen Vororte des Nordens, nämlich Recoleta und Palermo.
Nachdem wir uns durch das Verkehrschaos des Stadtzentrums durchgekämpft haben, landen wir endlich in der grünen Oase Recoletas, wo wir an der juristischen Fakultät der Universidad de Buenos Aires und an "la flor" (die Blume) vorbeikommen, die sich als einziges mechanisches Monument früher mal der Sonne nachgedreht und in der Nacht sogar seine Blüten geschlossen hat - seit 2008 ist sie aber leider kaputt und seither nicht mehr repariert worden…
Weiter geht es durch das Botschaftsviertel, die breiten Alleen von Palermo und um einen kleinen See, der von vielen Joggern, Inline-Skatern, Radfahrern, Spaziergängern und Hunde-Sittern frequentiert wird. Wir machen beim Rosengarten kurz halt und wandern durch die idyllische Anlage.
Nächster Programmpunkt ist der Friedhof in Recoleta, wo fast alle Persönlichkeiten der argentinischen Geschichte ihre letzte Ruhe finden. Miguel führt uns durch das Grabstein-Labyrinth zum Grab von Evita - als plötzlich und ganz überraschend Federico, unser lokaler Guide aus Bariloche der gerade mit einer anderen Reisegruppe unterwegs ist, vor uns steht. Die Freude ist groß, wir umarmen uns und plaudern ein bisschen, ehe wir wieder weiter müssen, denn draussen vor dem Friedhof warten schon Mate und Alfajores auf uns.
Auch unsere Fahrradtour geht zu Ende, wir fahren über den englischen Turm und dem neuen Hafengebiet Puerto Madero nach San Telmo. Die Fahrradtour war toll, aber vielen von uns merkt man schon die Strapazen im Gesicht an - nicht unbedingt wegen der Fahrradtour, sondern wegen der Hitze und des Verkehrs in Buenos Aires. Wir sind das wohl nach der Idylle in Patagonien gar nicht mehr gewöhnt.
Der Nachmittag steht uns dann zur freien Verfügung. Ein paar von uns gehen noch Souvenirs kaufen, andere statten dem Teatro Colon einen Besuch ab. Unseren letzten Abend lassen wir im Steak-Restaurant "Desnivel" ausklingen - richtig gelesen, genau im selben Restaurant, in dem wir auch unser erstes und bislang bestes Steak gegessen hatten. Auf Wunsch der Gruppe hatte Miguel es noch einmal für uns reserviert.
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Heimflug nach Europa
Heute ist es leider soweit, sieben von uns müssen schon ihre Heimreise antreten. Mit etwas Wehmut aber vielen tollen Erinnerungen im Gepäck fahren wir am Vormittag zum Flughafen - die Hoffnung, dass der Flug vielleicht verschoben wurde, geht leider nicht auf. Unsere Maschine hebt pünktlich um 14.20 Uhr ab und wir verlassen den lieb gewonnenen argentinischen Boden und fliegen nach Europa zurück.
Nur Helga und Ludgera hängen noch ein paar Tage bei den Iguazu-Fällen an, Juerg und Angi haben leider weniger Glück und können nicht zu ihrem Modul auf die Valdes-Halbinsel fliegen - die Vulkanasche machte leider einen Strich durch die Rechnung. Stattdessen werden sie die Zeit in den besinnlichen Parks von Buenos Aires beim Radfahren und Spazierengehen genießen.