Reisebericht

Hier können Sie sehen, was unsere Reisenden auf ihrer Reise erlebt haben.

05 Okt. 2011 • Frankfurt

Sonnenuntergang im Flugzeug
Im Flugzeug

XXL- Abenteuer Peru, Bolivien und Chile

Heute ist es soweit, jeder hat seine Koffer gepackt, um sich in das Abenteuer Südamerika zu stürzen. Von den Heimatflughäfen in Europa ging es über Madrid nach Lima - 12 Stunden!!! Wir freuen uns schon alle riesig auf unserer Südamerikaabenteuer.

06 Okt. 2011 • Frankfurt

Herzlich Willkommen
Auf den Plaza San Martin

erster Tag

Nach dem langen Flug, den alle gut überstanden haben, hat uns Dominik vom Flughafen abgeholt. Nach einem netten Frühstück im Hotel, machten wir eine Stadtrundfahrt durch Lima. Wir haben uns u.a. den Park der Liebe, den Präsidentenpalast mit Wachablösung und das Kloster San Franzisko mit den Katakomben angesehen. Dort sind früher, mangels eigenen Friedhof in Lima, ca. 70000 Menschen begraben worden. Einige Knochen davon kann man heute ansehen. Lima ist sehr turbulent und es ist ein großes Verkehrschaos. Es gibt unzählige Taxis. Eigentlich liegt Lima neun Monate von April bis Dezember im Dunst. Wir hatten Glück und mittags kam die Sonne raus. Unser erstes peruanisches Mittagessen fanden alle ganz lecker. Abends sind wir allesamt früh tot ins Bett gefallen.

07 Okt. 2011 • Huacachina - Lima

Und ab gehts
Das ist ein Leben

Die Küste in den Süden

Sehr früh ging es auf zu den Islas Ballestas. Wir fahren die Panamericana entlang. Außerhalb von Lima lernten wir die Weite und Kargheit des Landes kennen. Da es hier praktisch nie regnet, gibt es kaum Wasser. Da nichts wächst, sieht es aus wie auf dem Mond, und doch faszinierend. Lustig ist die Hupe im Bus, da es eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 90 Km/h für Busse gibt. Fährt der Bus schneller hupt und leuchtet diese. Das tat sie öfters! Von Paracas aus fuhren wir mit einem Schnellboot raus. Gleich zu Beginn begrüßten uns einige Delphine. Auf den Inseln konnten wir Pinguine, Seelöwen, Pelikane, Komodore und andere Tier bestaunen. Diese Vielfalt war beeindruckend. Zum Mittagessen hatten wir viel Spaß, weil sich die Verteilung der Gerichte schwierig gestaltete. Zum Schluss hatte jeder etwas, wenn auch nicht das, was er bestellt hatte. Anschließend fuhren wir zur Oase Huacachina. Hier sind 10 von uns mit dem Buggy durch die Wüste gerast und haben sich im Sandboarden versucht. Spät waren wir im Hotel und wiedermal gings müde in die Betten.

08 Okt. 2011 • Nazca - Lima

Bei Toby in der Töpferwerkstatt
Flugplatz von Nasca

Über den Wolken

Heute sind wir so früh aufgestanden, dass wir den Hahn im Hühnerhof wecken konnten. Dieser hat einen so großen Schock bekommen, dass die "Scrambled Eggs" für das Frühstück in den nächsten 2 Monaten ausfallen werden. Ohne große Umschweife haben wir uns in Nazca zum Flughafen aufgemacht, wo auch schon einige Japaner rum lümmelten. Auf Grund der frühen Tageszeit hatte das Flughafenpersonal alle Mühe unsere verschlafene Gruppe und die Japaner aus einander zu halten. Nach einer professionellen Ganzkörperkontrolle (inkl. Check der Jeansnieten) durften wir in die Cessnas einsteigen und die weltberühmten Nazca-Linien bestaunen. Was ich an den Nazca am meisten schätze ist, wie viele Objekte sie auf den Boden zeichneten. Ich sag´s euch ehrlich, noch zwei Objekte mehr und mein Nutellabrot hätte den Weg nicht über den normalen Verdauungskanal gefunden. Die anschließende Töpferführung war sehr interessant, unterhaltsam und sehr lustig. Das Maria Reiche Museum war der nächste Ort den wir ansteuerten. Sie hatte 50 Jahre die Nazca-Linien vermessen - falls euch das inspiriert, könnt ihr das auch machen. Ich habe Dominik (unseren Reiseleiter) gefragt und er hat mir bestätigt, dass man diese auch auf Google Maps sieht. Also Google Maps öffnen den Maßtab aus der Pultschublade holen und los geht´s. Letzte Station vor der Rückreise nach Lima war eine Bodega. Hier hat uns ein sehr fröhlicher Guide in aller Länge, Breite und Tiefe erzählt wie der typische Pisco hergestellt wird. Der große Knaller war am Schluss. Alle Varianten zu degustieren (probieren), wobei unser Guide selbst auch keine Degustation ausließ. Bald darauf mussten wir nach Lima aufbrechen und wir wissen nicht wie viele fröhliche und fröhlichere Degustationen unser Guide noch durchführen durfte…. ;)

09 Okt. 2011 • Puerto Maldonado - Lima

Eine Stabheuschrecke
Der verzweifelte Versuch die Steigung zu überwinde

Ab in den Dschungel

Heute geht es mit dem Flieger von Lima in den peruanischen Dschungel. Nach einem aufregenden Zwischenstopp in Cuzco, wo wir wegen Winden eine halbe Stunde kreisen mussten, landeten wir nachmittags im tropischen Puerto Maldonado, einem kleinen Flughafen im westlichen Amazonasgebiet. Wilma beim Landeanflug auf PEM "Ich kann das GRÜN schon riechen". Unser örtlicher Reiseleiter Arno empfing uns bei 35 °C und ca. 80% Luftfeuchtigkeit. Das Dschungelabenteuer lässt nicht lange auf sich warten, denn es fängt recht bald an zu regnen und die Straßen verwandeln sich in lehmige Rutschbahnen. Unser Bus überquerte die schmale Holzbrücke und schaffte die darauf folgende Steigung leider nicht, wir rutschten rückwärts mit dem Bus wieder in Richtung Brücke und sind dankbar als der Busfahrer diese rückwärts sicher trifft und uns aussteigen lässt. Im Regen beobachten wir nun noch ein paar mutige Versuche unseres Busfahrers die steile Straße zu bewältigen. Es klappte leider nicht. So laufen wir zu Ersatzbussen durch den roten Schlamm! Mit Verspätung kommen wir dann endlich in unserer Dschungellodge an, wo es kein elektrisches Licht und nur kaltes Wasser gibt, was aber bei den Temperaturen aber nicht störte. Bei einer spannenden Nachtwanderung entdeckten wir noch das Dschungelleben und sehen Wanderpalmen, Spinnen, wie die Vogelspinne, Heuschrecken, Schmetterlinge und die größten Ameisen der Welt. Es ist fantastisch am nächtlichen Dschungel teil zu haben, die tropische Geräuschkulisse begleitete uns bis in den Schlaf.

10 Okt. 2011 • Puerto Maldonado

Die Zähne des Piranha
Wir im Urwald

Auf den Spuren von Tarzan

Unser Dschungel-Guide Arno unternimmt heute viele Exkursionen in den Urwald mit uns. Schon vor dem Frühstück geht es mit dem Boot und zu Fuß zum See Tres Chimbadas. Mit einem Floß ging es ganz leise auf den See hinaus. Hier konnten wir viele uns fremde Vogelarten beobachten. Arno hatte für uns Stöcke mit Schnüren und Hacken mitgebracht. Es ging ans Piranhafischen. Sie wurden mit etwas Fleisch geködert. Anglerglück: 4 Fische, Anglerpech: zu klein für die Küche. Alle Fischleben wurden gerettet - jedoch war bei allen der Spaßfaktor groß. Nach dem Frühstück erlebten wir einen kleinen Einblick in das Leben der einheimischen Bevölkerung am Fluss im Dschungel. Zurückgekehrt erwartete uns ein Mittagessen mit einheimischen Gerichten. Lecker, lecker! Am Nachmittag starteten wir erneut in den Dschungel und hörten viel wissenswertes über Bäume, Pflanzen und Tiere. Nach dem Ausruhen machten wir uns sobald es dunkel wurde mit dem Boot auf, um Kaimane im Fluss und am Ufer zu entdecken. Einige konnten wir ausfindig machen. Nach unserer Rückkehr rundete das gemeinsame Abendessen den perfekten Tag ab. (Nicht ganz so perfekt für alle; es war schwül-heißes Klima). In diesen Tagen haben wir eine wunderbare für uns neue Welt kennengelernt.

11 Okt. 2011 • Cuzco - Puerto Maldonado

Aras beim Salzlecken
Das war unser Zimmer

Zurück in die Zivilisation

Auch heute morgen starteten wir in der Dunkelheit um 5.15 Uhr. Wir fuhren mit dem Boot. Unser Ziel ist die Salzlecke, wo wir Papageien beobachten konnten. Wir waren noch nicht lange unterwegs, als der Motor des Bootes ausfiel. Der Kapitän schaute nicht sehr lustig. Diebe hatten in der Nacht den Sprit abgezapft. Er paddelte uns an das Ufer und lief los um neuen Sprit zu besorgen, damit wir unser Ziel noch erreichten. Gerade noch rechtzeitig waren wir bei einem Unterstand, um zu sehen wie viele Papageien sich an diesen Ort am frühen Morgen versammelten. Hier gibt es Tonerde mit Mineralstoffen, die die Papageien benötigen um nach dem Fressen von Früchten und Samen einer Vergiftung vorzubeugen. Zurück in unserer Lodge wurde die letzte Mahlzeit vorbereitet. Nach dem Frühstück hieß es Abschied nehmen. Auf der Flussfahrt zum Bus stoppte das Boot. Diese Mal war nicht der Sprit ausgegangen. Am Ufer waren viele bunte Aras zu sehen. Wunderschön. Nun ging es endgültig zum Flughafen Puerto Maldonado. Hier mussten wir uns dann auch von unserem Dschungel-Guide Arno verabschieden. Er hat uns das Leben im Dschungel auf kurzweilige und anschauliche Weise näher gebracht. Und das alles mit einer unvorstellbaren Geräuschkulisse der Tiere. Ganz lieben Dank Arno! Mit einiger Verspätung brachte uns der Flieger nach Cuzco. Die Zivilisation hat uns wieder. Im Hotel angekommen hatten einige mit Schwindel und leichten Kopfschmerzen zu kämpfen. Nach einer Pause zum Ausruhen machten wir uns auf den Weg zum Abendessen. Drei Personen hatten schon Meerschweinchen vorbestellt. Während des Essens kamen Peruaner mit ihren Musikinstrumenten und hatten uns einige Musikstücke vorgespielt und gesungen. Wirklich sehr gut. Und die CD´s haben ihre Abnehmer gefunden. Nach einem Bummel durch die Stadt über die sehr belebten Straßen und Plätze gingen wir zurück in unser Hotel. Die meisten waren müde vom Reisen aus dem Dschungel nach Cuzco auf eine Höhe von 3430m und von den vielen bunten Eindrücken der Stadt. Ein spannender Tag ging zu Ende.

12 Okt. 2011 • Cuzco - Cusco

Wir in Sacsayhuaman
Der zwölf eckige Stein

Am Bauchnabel der Welt

Nach den letzten Tagen war es heute Morgen fast wie ausschlafen. 8.30 Uhr trafen wir uns in der Lobby - nach dem Frühstück. Unser Guide für die nächsten drei Tage ist auch schon im Hotel. Er heißt Marcial. Zunächst wurden die bevorstehenden Aktivitäten besprochen. Um 10 Uhr konnte es dann los gehen. Wir fuhren hinauf zu den Ruinen von Saqsayhuaman. Zu Inkazeiten ein Tempel "Haus der Sonne" genannt. Die Anlage liegt ungefähr 3 km vom Stadtkern entfernt. Es ist unfassbar wie ein Bauwerk in diesen Ausmaßen (der größte Stein wiegt 100 Tonnen) zu damaligen Zeiten entstehen konnte. Ein bestimmter Platz wird dort auch heute noch für das Fest zur Sonnenwende in Anspruch genommen. Weiter geht es noch zu anderen Inkastätten, wie Qénqo, Pukapukara und Tambomachay. Inzwischen sind wir auf 3800m hoch. Bei der dünnen Luft sind nicht alle fit. Marcial nimmt darauf Rücksicht. Vamos viventura. Allerdings hat er auf fast alle unsere Fragen Antworten und Erklärungen und auch Erzählungen. Schon heißt es wieder: Vamos viventura. Zum Abschluss der Besichtigung zeigte uns Marcial noch einen hochgelegenen Platz, von wo aus wir einen Super-Blick über die Stadt hatten. Das alte Cusco, genannt Qosqo, zeigte die Umrisse eines Pumas. Bei allen Sehenswürdigkeiten sah man nicht nur viele Touristen, sondern auch enorm viele Peruaner, überwiegend Frauen die versuchten ihre Waren an die Leute zu verkaufen. Decken, Mützen, Schals, Pullover, Keramik, Panflöten, CD´s und vieles mehr; was auch immer das Touristenherz begehrt. Auch kann man sich mit Frauen und Lamas fotografieren lassen. Das sind Beweisfotos für die Zuhause gebliebenen. Ich war wirklich dort! Wunderschön anzusehen ist die Farbenvielfalt der Waren und der Kleidung. Das ist schon ein Foto wert. Nach so viel interessanter Kultur fährt der Bus uns zurück in die Stadt. Es ist inzwischen 13 Uhr. Der Nachmittag steht uns zur freien Verfügung. Museen könne besucht werden und einige Kirchen sind sehenswert. Auch ist hier gute Gelegenheit zum Schoppen. Da Cusco schon sehr touristisch geprägt ist, gibt es nichts, was es nicht gibt. Auch kaputte Rucksäcke können problemlos ersetzt werden. So sind heute Nachmittag bestimmt alle auf ihre "Kosten" gekommen. Um 19 Uhr trafen wir uns erneut an der Kathedrale um gemeinsam zu essen. Dominik hatte einen Tisch in einem kleinen Lokal gebucht. Leider ging es auch heute Abend nicht allen gut. Wir waren nicht komplett und nicht alle mochten essen. Hoffentlich sind morgen alle wieder fit.

13 Okt. 2011 • Cuzco - Aguas Calientes

Am Sonnentor
Der Plaza de Armas in Aguas Calientes

Auf den Inkawegen nach Machu Picchu

Frühes Aufstehen kann uns mittlerweile nicht mehr schrecken, um 5:30 waren wir schon wach und kamen dem Wecker zuvor. Noch schnell die bereits vorbereiteten Tagesrucksäcke fertig gepackt und ab zu einem kurzen Frühstück bevor wir um 06:40 mit dem Bus zum Bahnhof nach Poroy aufbrachen. Als Verpflegung für die Reise lagen für alle Lunchpakete bereit, welches sich im Laufe des Tages noch als sehr hilfreich erweisen sollte. Von Poroy ging es dann über 92 km mit dem Zug Richtung Machu Picchu. Mit der schaukelnden Schmalspurbahn fuhren wir zu Beginn durch flaches Gebiet vorbei an Dörfern, Feldern und freundlichen Peruaner die uns winkten. Nach einer Weile wuchsen die Hügel auf beiden Seiten zu stattlichen Bergen und wir fuhren immer tiefer in das Tal in Richtung unseres Ziels. Dank Glasdächer konnten wir auch die manchmal über uns hängenden Felsen bewundern. Wir wussten bis dato auch nicht, dass ein Zug zickzack fahren kann um schnell an Höhe zu verlieren. Nach 3 Stunden Fahrt bei Kilometer 104 trennte sich ein Teil der Gruppe, um den restlichen Weg nach Machu Picchu zu Fuß auf dem Inka Trail zurückzulegen. Der Ausstieg scheint keinen eigenen Bahnhof wert, neben dem Gleisbett am Kilometer 104 Schild trafen wir auf unseren Guide Marcial und seine Kollegin Alicia, um uns auf den Weg zu machen. Unsere übrigen Weggefährten fuhren durch bis Kilometer 110, Endstation Machupicchu Town, um dort ein wenig spazieren zu gehen und später die Füße lieber hochzulegen anstatt sie zu überstrapazieren.

Der Einstieg zum Inkatrail auf ca. 2200m führt über eine Hängebrücke über den Urubamba direkt zur Registrierungsstelle. Wir begannen unseren Aufstieg bei strahlendem oder besser gesagt stechendem Sonnenschein. Alicia bildete zusammen mit dem Sauerstoffgerät für Notfälle die Nachhut, um sicherzustellen, dass niemand verloren geht. Egal ob Flachlandtiroler oder Alpensepp, wir hatten alle mit der dünnen Luft, dem Anstieg und der feuchten Hitze zu kämpfen. Nach ca. 3,5h hatten wir den ersten und schwierigsten Teil, den Aufstieg geschafft und befanden uns an der ersten Inkaruine Wiñay Wayna auf 2700m. Doch bis wir unser wohlverdientes Mittagessen einnehmen konnten, galt es am Ende noch mal ca. 130 steile Treppenstufen - Sabine und Marcial waren sich bei der genauen Anzahl nicht ganz einig - zu erklimmen. Über der Ruine plünderten wir dann erschöpft unsere Lunchpakete und ruhten uns aus, wir bekamen kurz Besuch von ein paar Lamas, die sich aber sehr schnell enttäuscht wieder zurückzogen, da wir uns erstmal selber versorgen wollten. Angeblich sollte es ab da an nur noch flach im schattigen Dschungel voran gehen. In der Tat war es meist schön kühl und schattig, aber die Inkas hatten einen Faible für Treppen, so dass der Abschnitt den Namen „Dschungel der 1001 Treppen“ verdient hätte, welche auch jetzt noch immer zu auf und ab führten. Wir staunten jedoch über die doch so andere Vegetation des Andendschungels verglichen mit dem Dschungel, in dem wir uns nur wenige Tage zuvor befanden. Keine Baumriesen dafür aber viel Moos und andere Pflanzen, wie Bromelien und viele verschiedene Orchideen, welche schön anzusehen sind und sich gerne sowohl auf Stein als auch Baum ansiedeln.

Wir trafen auch wieder auf die enttäuschten Lamas die sich Verstärkung geholt hatten und uns wohl aus Protest den Weg versperrten. Doch dank der energischen Überredungskünste von Marcial und Alicia ließen sie uns zu guter Letzt alle schadlos passieren, wenn auch nur widerwillig. Die letzten Treppen führten uns hoch zum Sonnentor Inti Punku, das wir durchschritten, als die Sonne bereits sehr tief stand, und gab uns endlich den Blick auf die weltberühmte und größte erhaltene Inkaruine am Machu Picchu frei. Ab diesem Moment und während des gesamten Abstiegs bis zur Inkastadt standen die Kameras auf Dauerfeuer, um diesen beeindruckenden Anblick festzuhalten. Aus ½ Stunde Abstieg wurde 1 Stunde. Zufrieden, dankbar und völlig im Eimer erreichen wir schließlich die Busstation am Fuße der Inkastadt und sind froh als wir sitzen und in Richtung Aguas Calientes fahren. Hier hatten wir 14 km Fußmarsch und stolze 1080 Höhenmeter hinter uns - danke an Lutz für die präzise Information aus seinem seinen GPS gestützen Höhenmesser. Von der „Busstation“ aus liefen wir dann zu unserem Hotel, schon wieder jede Menge Treppen, da das Hotel „Puma’s Inn“ etwas höher gelegen war.

Wir schmissen nur unsere Sachen aufs Bett und machten uns auf den Weg zu den heißen Wassern, den aguas calientes. Unterwegs liehen wir uns Handtücher und betraten dann die „Badeanstalt“, die nichts für empfindliche Nasen ist, da die Wasser einen sehr eigenen Duft haben. Aber das warme Wasser und das kühle Bier in der Hand ließen uns wieder etwas aufleben. Zum Abendessen trafen wir uns alle wieder im Hotel und gingen dann gemeinsam los, um den Tag bei Pasta ausklingen zu lassen. Wie wir auch schon vorher feststellten, können wir uns auf die Ausgehtipps unseres Reiseleiters Dominik verlassen. Später fielen wir dann satt und erschöpft ins Bett.

14 Okt. 2011 • Aguas Calientes - Machu Picchu

Wir vor Machu Picchu
Wir vor Machu Picchu (am Morgen)

Die verlorene Stadt der Inka

6:00 Uhr Frühstück, 6:30 geht’s auf zur Busstation, diesmal mit der ganzen Gruppe. Anstellen in der „cola“ – der Warteschlange. Es regnet leider aber wir hoffen irgendwie, dass das Wetter noch besser wird. Heute sind wir froh, dass Marcial uns gestern ermahnt hat – „viventura, Fotos machen, wer weiss, wie das Wetter morgen wird!“ Nach 30 Minuten Busfahrt sind wir am Einstieg zu Machu Picchu, nachdem wir den Pass vorgezeigt haben, gibt’s Einlass ins Inkareich. Unser Guide macht uns darauf aufmerksam, dass wir uns beim Verlassen noch einen Stempel für unseren Reisepass abholen können. Dicke Wolken bedecken die Inkaruine. Hier waren die Spanier, die Conquistadores, damals nicht – es ist alles noch komplett erhalten und musste von dem Entdecker Hirham Bingham nur vom Dschungel befreit werden. Vorher wussten jedoch 2 Bauern aus der Region bereits von der Existenz der Stadt, deren ursprünglicher Name nicht bekannt ist. Sie wurde daher nach dem Berg Machu Picchu = alter Berg benannt auf welchem die Stadt mit ca. 300 Häusern und Tempeln errichtet wurde. Der Berg, welcher auf den Hintergrund Fotos von Machu Picchu immer zu sehen ist, ist jedoch nicht der Machu Picchu selbst, sondern der Wayna Picchu = junger Berg. Um auf diesen Berg steigen zu dürfen, muss man die Tour im Vorfeld 3-6 Monate vor Ankunft buchen und auch bezahlen. Wir beginnen unsere Besichtigung mit den Terrassenfeldern, welche sich außerhalb der eigentlichen Stadtmauer befinden. Ganz langsam beginnen sich die Wolken zu lichten und die Sonne kämpft sich hervor. Die strohbedeckten Dächer der Stadt sind nachgestellt, sonst entspricht alles dem Original aus dem 13.-15. Jh. nach Christus. Wir sehen die noch funktionierende Wasserleitung, den Tempel der drei Fenster, den Sonnentempel, den Tempel des Kondors, einen Zeremonialstein, welche genauso aussieht, wie der dahinter liegende Berg, welcher leider im Nebel liegt. Es folgen eine Art Tempelpyramide und das Wachhaus. Gruppenphoto mit Blick auf Machu Picchu und Verabschiedung von Marcial. Wir haben Zeit die Inkabrücke zu besichtigen. Das ist nichts für Leute mit Höhenangst. Ein schmaler Weg führt an einem Steilhang in schwindelerregender Höhe hin zur Brücke, welche mittels Steinen und Holzbrettern an einer senkrechten Wand angebracht wurde. Zurück stehen wir mal wieder an der Bushaltestelle an – die benötigte Zeit dort sollte man keinesfalls unterschätzen. Ein kombiniertes Mittag und Abendessen um 15:00 Uhr bevor es wieder mit dem Zug zurück nach Poroy geht. Klimaanlage und „beruhigende Musik“ in Discolautstärke und ein Reiseleiter, welcher seine Hosenbeine verzweifelt suchte, begleiten uns zurück nach Cusco. Die Gestaltung des Abends können wir Euch dann morgen erzählen.

15 Okt. 2011 • Cuzco - Cusco

Catedrale de Cusco!!!
Auf dem Markt San Pedro

Ein freier Tag für alle

Der erste freie Tag für alle. Fünf von dreizehn Leuten verbrachten davon den halben Tag beim Arzt im Krankenhaus. Salmonellen und Parasiten – super. Jetzt wissen wir, was mehr als die Hälfte unserer Gruppe lahm gelegt hat. Medikamente für 80 Soles pro Person. Dann werden wir Cusco ansehen. Hier ist alles aus der Prä-Inka-Zeit und Inka-Zeit ausgestellt, was bei Ausgrabungen gefunden wurde. Einige sind im Anschluss durch die kleinen Gassen Cuscos gestreift. Nach einem Coca-Tee bekamen wir, Steffie & Alex, von Wilma und Dieter den Tipp, die lokale Markthalle zu besichtigen. Dort angekommen, staunten wir – riesige Stände mit Obst, Gemüse, Safttheken, Blumen, Garküchen, Bekleidung oder Fleisch. Hier haben wir dann jedoch schnell Reisaus genommen. Der Anblick von Schweine - / Kuhköpfen und Eselschnauzen war schon nicht so lecker, aber der Geruch hat uns dann komplett den Magen umgedreht. Die gesunde Fraktion ging dann um 19 Uhr zum Abendessen zum Mexikaner. Dann war wieder packen angesagt. Am nächsten Tag verlassen wir Cusco in Richtung Yanque im Colcatal.

16 Okt. 2011 • Cuzco - Yanque

Rumicloca, kurz nach Cusco
Thermalbad "La Calera"

Eine lange Fahrt

Heute hatten wir eine der längsten Busfahrten unserer Reise, die uns in den Colca Canyon führte. Kleinere Pausen wie Bäckerbesuch und Käsekauf auf einem Markt unterwegs lockern etwas auf. An einer "Raststätte" unterwegs wurde der Käse genossen und hier konnten wir auch endlich lebendige Meerschweinchen sehen. Alpacas und ein Vecuna lockten die Fotografen. Weiter ging die Fahrt über Schotterpiste durch die endlose Weite der Hochanden Landschaft. Die Straßen waren teilweise sehr unübersichtlich. Selbst unser Fahrer musste einmal einen Einheimischen nach der richtigen Abzweigung befragen. Am höchsten Punkt mit ca. 4800 m gab es nochmals ein ausgiebiges Picknick mit Alpaca beobachten. Den Rest der Fahrt wurden die Fotoapparate gequält und Elektrolyte genascht. Der fitte Teil der Gruppe beendete den Tag mit einem erholsamen Bad in den heißen Quellen von la Calera.

17 Okt. 2011 • Arequipa - Yanque

Auf 4910m
Die Kirche in Maca

Der Flug des Kondors

Der Tag beginnt mit 0° Celsius und strahlend blauem Himmel. Beste Voraussetzungen um am Kreuz des Kondors diese großen eleganten Vögel beim Flug im Colca-Canyon zu beobachten. Beim Fotografieren gibt es kein Halten und die Linsen glühen, nachdem wir uns die besten Plätze an der Mauerkante erkämpft hatten. Der Colca-Canyon ist der tiefste Canyon der Welt. Mit 3600 m ist er tiefer als der Grand-Canyon. Auf der Rückfahrt genießen wir noch an einigen Miradores (Aussichtspunkten) die unglaublich schönen Aussichten in den Canyon und ins Tal.

Ein Teil der Gruppe fährt am Mittag zu den heißen Quellen von La Calera um die warme Sonne zu genießen und den Staub abzuspülen. Der andere Teil schaut sich den Ort und den Markt der Einheimischen an. Nach dem superleckeren Mittagsbuffet mit konstant lauter Harfenmusik direkt hinter unserem Tisch, fahren wir weiter Richtung Arequipa.

Am höchsten Punkt, dem Patapampa Pass mit 4910m, geben sich einige von uns ein kleines Sprintduell über 50 m Distanz als kleines Höhentraining. Einige scheinen ja noch Reserven zu haben. Außerdem hat man von hier oben eine herrliche Aussicht auf die umliegenden Vulkanberge von denen einige über 6000 m hoch sind. Am Ende des Tages erwartet uns das wahrscheinlich schönste Hotel unserer Reise „Posada del Castillo“. Eifrig wurden alle Zimmer bestaunt.

18 Okt. 2011 • Arequipa

Die Kathedrale von Arequipa
Im Kloster Santa Catalina

Die weiße Stadt erwartet uns

Heute Morgen konnten wir ausschlafen und die schönen Gartenterrassen des Hotels genießen. Gegen 10 Uhr werden wir von Rebecca, der Praktikantin des Viventura Büros in Arequipa abgeholt um eine Schule im Armenviertel der Stadt zu besuchen, die als Sozialprojekt von ViSozial unterstützt wird. Wir wurden von freudigen Kindern herzlich mit dem Kinderlied „Alle meine Entchen“ empfangen und durften in viele Schulzimmer schauen. Danach besuchten wir mit Rebecca einen einheimischen Lebensmittelmarkt mit integriertem Hexenmarkt. Hier wurde uns verschiedenes Ritualzubehör, z.B. luftgetrocknete Lamaföten in verschiedenen Größen erklärt.

Anschließend wurden wir ins Viventura Büro zum Mittagessen eingeladen. Am Nachmittag besuchten wir das Santa Catalina Kloster in der Innenstadt. Wer wollte konnte sich noch in der Alpaca-Fabrik die Herstellung der Wolle ansehen oder in der Innenstadt ein wenig bummeln gehen.

19 Okt. 2011 • Arequipa - Capachica

Einer der Sandstrände

Reif für die (Halb)Insel

8.30 Uhr starteten wir mit dem Bus zum Titicacasee. Außerhalb von Arequipa konnte man gut sehen, wie neue Dörfer entstehen. Die Leute besetzen ein Stück Land, bauen eine Steinmauer und später ein Haus drauf und nach ein paar Jahren gehört das Land ihnen. Wir fuhren durch ein Vicuna-Schutzgebiet, wo wir durch einige von ihnen sehen konnten.

Stundenlang konnten wir die tolle Landschaft mit mehren tiefblauen Lagunen genießen. Auf einer konnten wir Flamingos beobachten. Nachdem wir für unsere Gastfamilien noch Nudeln, Reis, Öl und Obst als Gastgeschenk eingekauft hatten, waren wir mittags schon am Titicacasee. Nun hieß es aussteigen, auf zwei Minibusse. Wir, unsere Rucksäcke und Einkaufstüten fuhren leicht gequetscht auf die Halbinsel Capachica zum Dörfchen Corita. Hier hatte unsere Gastfamilie schon ein leckeres Mittagessen für uns vorbereitet.

Am Nachmittag sind wir durch das Dörfchen spaziert und auf den Berg Q´Eskapa gelaufen. Unser örtlicher Guide zeigte uns noch einige Pflanzen und erklärte uns wie die Leute hier auch heute noch daraus Waschmittel und Medizin herstellen. Am Ende hatten wir 4100m erklommen und genossen den tollen Ausblick und einen schönen Sonnenuntergang. Nach dem Abendessen fielen alle glücklich und zufrieden in ihre Betten.

20 Okt. 2011 • La Paz - Capachica

7 Zwerge - Capachica ist nicht genug
Eine der Uros-Inseln

Sieben Zwerge. How How How!

Nach einer ruhigen und nicht ganz so kalten Nacht wie erwartet, wachten wir durch das Bellen unseres Hofhundes Namens „Dobermann“ auf. Anstelle einer Dusche, erwartete uns ein Eimer warmes Wasser und eine gut riechende, selbst gemachte Blumenkette. Diese sollte wohl, unseren leicht riechenden Geruch überdecken. Frisch behangen brachte uns unsere Gastmutter „Pastora“ zum Haupthaus, wo wir lecker frühstückten.

Danach wurden wir umgestylt. Die Bäuerinnen kleideten uns mit traditionellen Trachten der Titicacasee Region ein. Wir waren ein quietschbunter Haufen, der zu einigen Späßen aufgelegt war. Vor allem die Männer gingen in der Rolle als die „7 Zwerge“ total auf. Oberzwerg Dominik organisierte noch die passenden Accessoires. Nach einem witzigen Fotoshooting verabschiedeten wir uns von der herzlichen Bauergemeinde. Eine der Bäuerinnen drückte jedem wohl riechende Kräuter in die Hand, da unsere Blumenkette wohl doch nicht als Duschersatz reichte.

Wir machten uns nun mit einem Boot auf den Weg zu einer schwimmenden Schilfinsel. Die Inselbewohner freuten sich über die mitgebrachten Früchte und erzählten uns von ihrem Leben auf der kleinen Insel. Nach dem kleinen Zwischenstopp, tuckerten wir weiter Richtung Puno. Auf dem Festland angekommen, stiegen wir, noch leicht berieselt vom Benzinduft des Bootes, in einen Bus Richtung Grenze.

Dort angekommen, staunten wir nicht schlecht über den Grenzübergang. Dominik hat uns zwar vorgewarnt, aber so chaotisch hat sich diese Grenze wohl niemand vorgestellt. Wir konnten uns nun gut ein Bild über die Organisation von Bolivien machen. Als alle ihren Stempel im Pass hatten, gings in einem anderen Bus weiter nach La Paz. Dank fortgeschrittener Stunde, hatten wir keine Probleme die Mautstelle zu passieren, da der Beamte wohl mehr mit seiner Müdigkeit zu kämpfen hatte, als sich um die Gepäckkontrolle der Touristen zu kümmern. Roberto, unser Tagesguide, meinte, dies sei normal wenn Engel reisen. Trotz Rush Hours kamen wir einigermaßen schnell voran und konnten, von el Alto aus, den traumhaften Ausblick über das nächtliche La Paz genießen.

21 Okt. 2011 • La Paz - Quito

Kurze Pause für die Radgruppe
La Paz bei Nacht

La Paz mal etwas näher.

Einige von uns unternehmen die spektakuläre Mountainbike-Downhill-Tour auf der gefährlichsten Straße der Welt. Es ging hoch auf 4700m, wo wir erstmal ordentlich eingekleidet wurden: Sturzhelm, Ellenbogen- und Knieschützer, Regenjacke, Leuchttrikot und eine dicke Schutzhose. So ausgestattet ging es auf Fully Mountainbikes erstmal eine asphaltierte Strecke von 32km bergab und die restliche 31km auf der typisch engen Schotterstraße, die zum Glück kaum noch befahren ist. Die Tour führte uns an steile Abhänge, unter Wasserfälle und durch Flüsse bis auf 1200m hinab. So haben wir 3500 Höhenmeter in 3,5 Stunden bezwungen.

Eine andere Gruppe machte die "La Paz ungeschminkt Tour" und erkundete unter anderem zu Fuß die höchstgelegene Metropole der Welt. Zuerst gings mit einem Sammeltaxi bergauf nach El Alto. Dies ist der "Vorort" von La Paz mit beinahe gleich vielen Einwohnern wie sie die Metropole selbst hat. Von da aus hatte man einen herrlichen Ausblick über ganz La Paz und das atemberaubende Bergpanorama.

Danach gings zu Fuß und mit einem einheimischen Bus zurück Richtung La Paz. Dort angekommen stürzten wir uns ins lebhafte lautstarke Getümmel. Am Ende der Stadttour besuchten wir den Hexenmarkt. Es wurde uns erklärt, wie einige der mystischen Rituale durchgeführt werden. Auf dem Markt gab es auch einige skurrile Dinge, wie getrocknete Lamaföten zu sehen. Der Rest der Reisegruppe erkundete La Paz auf eigene Faust. Nach dem Schreck am Abend über die horrend hohen Wäschepreise (neue Kleider Kaufen wäre vermutlich günstiger gewesen), wurde dieser mit preiswerten Pisco und Wein runter gespült.

22 Okt. 2011 • Sucre - La Paz

Auf nach Sucre!
die Plaza Recoleta

Auf in die eigentliche Haupstadt von Bolivien

In La Paz starten wir früh zum höchstgelegenen Flughafen der Welt mit der längsten Startbahn, denn heute fliegen wir mit AeroSur nach Sucre, der eigentlichen Hauptstadt von Bolivien. Allerdings beinahe nicht vollständig, denn Roland und Cornelia betreten erst 5 Minuten vor Start den Flieger und werden mit einem lauten „Hurra“ der Gruppe begrüßt. Die alte Boeing 727-200 bringt uns in 45 Minuten nach Sucre.

Nach einem kurzen Stopp im schönen Kolping Hotel, starten wir auch schon zu unserer Citytour. Nach dem Rundgang in der Casa de Libertad am Plaza 25 de Mayo essen wir bei Joyride zu Mittag. Hier spüren wir anhand der langen Bedienungszeit, dass wir ruhig auch mal einen Gang zurück schalten können und nicht alles immer so schnell gehen muss wie in Deutschland…

Später wird der Stadtrundgang über den Park Bolivar bis zum einheimischen Markt fortgesetzt. Der Rest des Nachmittags steht zur freien Verfügung und wir genießen die Aussicht von Kolping Hotel auf die weiße Stadt.

23 Okt. 2011 • Sucre - Potosi

Im Münzpräghaus
das Wahrzeichen der Stadt

Die Stadt des Silbers wartet…

Die Nacht im schönen Kolping Hotel war leider viel zu kurz, alle haben gut geschlafen und so geht es recht früh mit dem Überlandbus nach Potosi. Potosi ist nur 3 Stunden Busfahrt von Sucre entfernt und war einst die reichste Stadt der Welt. Auf dem Weg machen wir einige Fotostopps an einer "Disneyartigen" Brücke und auf einer Schlucht mit ausgetrocknetem Flussbett.

Potosi´s enge Gassen erlauben unserem Überlandbus kein Durchkommen, aber ein kleinerer Bus steht schon bereit. Einige hätten allerdings lieber in der örtlichen Brauerei übernachtet. Im Casa Nacional de la Moneda - dem Münzpräghaus - überschüttet uns die nette lokale Reiseleiterin Pilar wieder mit all ihrem Wissen. In der Tat ist es wirklich interessant wie hier, dank des reichen Schatzes des Silberbergs, im 16. Jahrhundert die erste Silbermünze geprägt wurde.

24 Okt. 2011 • Potosi

der Cero Rico ( reiche Berg)
Na dann mal Los!

Warten, warten und warten…

Heute Morgen geht es zu den Minenarbeitern vom Cero Rico. Zumindest war das der Plan, allerdings sollen uns die Streiks einen Strich durch die Rechnung machen. Somit ist Potosi völlig abgeriegelt und nicht nur der Minenbesuch sondern auch die Weiterreise nach Uyuni stehen auf der Kippe. Doch wir haben Glück und fahren erstmal zur Mine. Auf dem Weg packen wir uns Schutzkleidung ein und kaufen noch Cocablätter, Getränke, Dynamit und Zigaretten für die Arbeiter. Wir müssen mit unseren viel zu großen Gummistiefeln vorbei an der Blockade des Eingangs, hoch hinauf über Geröll und Müll. Oben am Mineneingang auf 4170m angekommen, steigen wir in den Silberberg: „ Watch your Head!“. Es ist eng, stickig, nass und staubig. Der Teufel des Berges begrüßt uns, wir opfern Cocablätter, puren Alkohol, eine brennende Zigarette für gute Fördererträge und Überleben der Bergleute und für uns selbst!

Der 16jährige Adrian – ein Minenjunge zeigt uns wie er Dynamitlöcher schlägt. Nach einer Stunde sind wir froh wieder saubere Luft atmen zu können… Zurück im Hotel wartet Dominik mit schlechten Nachrichten auf uns – der Streik hat sich ausgeweitet – wir sitzen in Potosi fest! 17.30 Uhr soll es eine Entscheidung geben. Die Hotellobby vom Colonial wird unser neues zu Hause: schlafen, lesen, Kartenspielen…

18.30 Uhr wissen wir immer noch nicht wie es weiter geht. Wir warten tapfer und hoffen endlich nach Uyuni aufbrechen zu können! 19.00, 20.00 Uhr … das Warten nagt an unseren Nerven! Die Nachrichten im Fernsehen verheißen nichts Gutes, Potosi ist vollständig in alle Richtungen abgeriegelt, die Blockade weitet sich sogar aus. 21 Uhr hat das neunstündige Warten ein Ende, wir können in unsere Zimmer im Colonial – wir sitzen auf unbestimmte Zeit in Potosi fest – wissen nicht wann und wie es weiter geht!

25 Okt. 2011 • Sucre - Uyuni

Da geths nach Sucre
Die Disneybrücke

Und wieder zurück…

Frühmorgens um 6.20 Uhr klopfte es an unserer Türe. Wir wurden über die Abfahrt um 6.50 informiert. Der erste Gedanken war: Juhu, wir kommen doch noch aus dem Streikenden Minenstädtchen Potosí raus. In der Hotellobby, die wir vom Vortag bestens kannten, wurden wir über das weitere Vorgehen informiert. Der “Fluchtplan” lautete: Mit einem Bus bis zu den Straßensperren, welche wohl für kurze Zeit und nur Richtung Sucre offen seien und danach zu Fuß weiter. Dass hieß: Uyuni, unser eigentliches Ziel fällt ins Wasser!

Gesagt, getan. Wir eilten zum Bus und man spürte, dass Alle einfach nur noch aus Potosí raus wollten. Auf der Straße Richtung Sucre verließen wir die Stadt. Es war ein reges Treiben auf den Gassen. Bald darauf erreichten wir die ersten Straßensperren. Nun hieß es, sein ganzes Gepäck schnappen und los ging die morgendliche Wanderung auf über 4000 m.ü.M. Nach einem etwa 4 km aufregendem und etwas furchteinflössenden Marsch durch mehrere Straßensperren, wurden wir mit drei Kleinbussen nach Sucre gefahren.

Auf dem Weg in die Hauptstadt, erhielten wir die erste gute Nachricht des Tages. Viventura hatte uns einen Charterflug Richtung Uyuni organisiert. Juhui…, dass Abenteuer Salzsee und Atecamawüste findet nun doch mit uns statt. Erleichtert und erschöpft gingen wir Mittagessen. Danach erholten wir uns auf der Sonnenterrasse des Hotel Kolping. Wir wunderten uns zwar ein bisschen über den dunstigen Himmel, doch der konnte unsere gute Laune nicht trüben….Bis Dominik auftauchte und uns die nicht so tolle Nachricht überbrachte, dass es in der Nähe von Sucre Waldbrände (nicht auch das noch!!) gäbe und deshalb unser Flugzeug nicht starten kann.

Nun war unsere Laune am tiefst Punkt angekommen. Den Schock spülten wir erstmals mit einer Flasche Syngani runter. Kaum war diese leer, klingelte das Telefon von Dominik. Am anderen Ende der Leitung: Viventura. Wir versuchten leise zu sein und etwas zu verstehen. Er lachte!!!! Das konnte nur etwas Gutes heißen und wir begannen zu jubeln. Die Streiks wurden aufgehoben und uns hinderte nun nichts mehr am Durkommen durch Potosí (!) in Richtung Uyuni. So fand ein nervenaufreibender Tag doch noch sein gutes Ende.

26 Okt. 2011 • San Juan - Chuvica

Ja! Ja! die Koordination
image - 59c25251-7310-4663-b2d6-a00fcd847fc7

An Potosi führt kein Weg vorbei!

Wir sind total Happy! Wir fahren doch noch nach Uyuni. Allerdings müssen wir wieder nach Potosi, wo wohl keiner von uns je wieder hin wollte - PotoNO! Die Strecke von Potosi nach Uyuni wird zu einer abenteuerlichen Fahrt über Schotterpisten, die eher einer riesigen Baustelle gleichen. Doch die Strapazen lohnen sich, als wir plötzlich hinter einem Berg den weißen Salzsee sehen, ist die Freude groß.

Mit den Jeeps geht es dann weiter über den großen Salzsee. Der Sonnenuntergang beim Picknick auf der Insel Incahuasi ist eines der Highlights der gesamten Reise. Es ist schon dunkel als wir in unsere Salzherberge kommen und sich der Sternenhimmel vor uns ausbreitet.

27 Okt. 2011 • San Pedro De Atacama - Atacama Desert

Wie im Orient
Der versteinerte Baum

Natur pur!

Heute fahren wir durch die unglaublich schöne Landschaft von Südbolivien bis zur Atacama Wüste. Dafür brechen wir wieder sehr früh auf und fahren mit den Jeeps am Salzsee entlang in Richtung Süden. Die beeindruckende Vulkanlandschaft bietet viele Möglichkeiten für Fotostopps: Rauch speiende Vulkane, Lagunen mit rosa Flamingos und wieder wechselnde Farben der Felsformationen. Vor allem die Laguna Colorada bietet eine tolle Kulisse für das Mittagessen am See mit Blick auf Vulkane, Flamingos und Wüste.

Von der Höhe von 4910m und dem Schwefel der Geysire leicht benebelt, wollte Wilma unbedingt die Temperatur des brodelnden Vulkans testen. Der Wanderschuh war erstmal hinüber, aber zum Glück konnte sie anschließend die badenden Gäste des Thermalbad mit Vulkanschlamm beglücken.

Nach 12 Stunden Panorama-Jeeptour erreichen wir die chilenische Grenze, wo man uns ordentlich auf Obst, Gemüse und Souvenirs durchsuchte. Inzwischen kann man vor lauter Staub kaum noch die Gepäckstücke auseinander halten. Am Abend kommen wir in dem nur noch 2400 m hohen San Pedro de Atacama an.

28 Okt. 2011 • San Pedro De Atacama - Santiago de Chile

Tschüss!

Tschüss!

Heute heißt es Abschied nehmen. Dominik wird uns nicht weiter nach Santiago begleiten. Unser Flieger bringt uns um 9.30 Uhr von Calama nach Santigo. In Santiago machen wir noch eine Citytour und morgen geht es für den Großteil der Gruppe zurück nach Deutschland und der Schweiz, nur Daniela, Michaela und Thomas bleiben noch in Chile.