Hier können Sie sehen, was unsere Reisenden auf ihrer Reise erlebt haben.
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Anreise aus Deutschland
Pünktlich landete der Flieger mit unseren Gästen in Bogota. Leider NUR mit unseren Gästen, denn vier der Koffer verpassten, aus Deutschland kommend wohl den Anschluss in Madrid.
Aber die Gruppe liess sich nicht entmutigen und begann ihre Erlebnisreise, nach Erledigung der Reklamationen mit einer wilden Fahrt durch das überschwemmte Bogota zum Hotel. Vorher kauften wir im Schweinsgalopp, Unterhosen, Zahnbürsten und Socken.
Unser Hotel ist ein entzückendes, renoviertes Kolonialhaus, mitten im Stadtteil La Candelaria, dem Ursprung der Stadt Bogota. Das Regierungsviertel um die Plaza Bolivar liegt hier ebenso wie der Platz um den Chorro Quevedo (der Brunnen Quevedo). Während der Platz Bolivar mit der mächtigen Kathedrale, dem herrschaftlichen Präsidentenpalais, der eleganten Bürgermeisterei und dem neu aufgebauten Justizpalast damit protzt, offizieller Gründungsort Bogotas zu sein, begnügt sich Chorro Quevedo mit seiner winzigen, weissen Kirche, den kleinen bescheidenen Häuschen und dem lockeren Künstlerambiente damit, der eigentliche Gründungsort und etwas älter zu sein.
Wichtig ist jetzt für uns: Bloß nicht einschlafen. Wir laufen zu einem kleinen Restaurant um die Ecke. Es gibt Säfte aus uns unbekannten Früchten, z.B. Lulo oder Guanabana. Wir essen Fisch mit gebratenen Bananen, die aussehen wie frittierte Schuhsohlen, nur deutlich besser schmecken.
Danach fallen wir todmüde in unsere Betten.
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Das Abenteuer Kolumbien beginnt
Es konnte losgehen. Nach einem ausgiebigen Frühstück lernten wir die Gegend nördlich von Bogota kennen. Unser erster Halt war Zipaquira, bekannt vor allem für seine Salzkathedrale.
Wir erkundeten die Riesenanlage ausführlich, keiner hätte erwartet, dass die Kathedrale so groß sein würde. Ein besonderes Highlight war das Hauptkreuz, denn wir erlebten beim genauen Betrachten des Kreuzes eine Überraschung; mehr wollen wir hier nicht verraten.
Nach einem kurzen Zwischenstopp in Zipaquira, hier spazierten wir über den Hauptplatz, machten wir zwei Zwischenstopps entlang der Straße. Beim ersten probierten wir gegrillte Maiskolben und Criolla-Kartoffeln, beim zweiten gab es frische Erdbeeren mit Sahne und Lulo-Eis.
Am Nachmittag kamen wir in Guatevita an. Der "goldene Ort" ist bekannt aus zahlreichen Western, unbekannt ist, dass es den Ort wirklich gab. In einem großen Bergsee opferte der hiesige Indianerstamm zwei mal jährlich große Mengen an Goldschmuck an den See. Interessant, wie die Spanier, Briten und Deutschen an den Schatz kommen wollten, der größte Teil dürfte mittlerweile in Museum weltweit zu sehen sein, alleine 8000 Stück im Goldmuseum in Bogota. Nach der Wanderung können wir nun auch behaupten, einen 3000er bezwungen zu haben :-)
Am Abend besuchten wir das Restaurant Andres - Carne de Res. Wie der Name schon ankündigt gibt es hier vor allem Fleisch. Dies kosteten wir ausführlich bevor wir tot in unsere Betten fielen…
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Viel Wetter heute
Es gibt etwas positives wenn man keinen Koffer hat. Man ist morgens ganz schnell fertig – einfach die Sachen von gestern wieder anziehen! Um 9 Uhr haben wir uns zu einer WebCam-Party in Miguels Haus getroffen. Das ist eine kleine Weltreise per Internet. Nacheinander surften wir nach Wiesbaden, ins Algäu, nach Cararcas, Asunción und Berlin. Als zweites Frühstück hat Miguel (eigentlich seine Haushälterin Clara) eine typisch kolumbianische Frühstückssuppe (Caldo) gekocht. Das ist eine Brühe mit Kartoffel, Rindfleisch und Koriander. Lecker!
Die anderen Büros von viventura konnten wir leider nicht mit absurfen. Für uns ging es weiter zum Sozialprojekt „ Niños de los Andes“. Und weil wir nicht mit leeren Händen kommen wollten (die Geschenke waren in den verschwundenen Koffern) hielten wir kurzer Hand an einem Großmarkt. Mit Hilfe der südafrikanischen Einkaufskarte von Manfred, schleppten wir Säcke mit Bananen, Orangen und Mehl in`s Auto. Und natürlich einen grossen Karton mit Süßigkeiten.
Das Kinderheim liegt ca. 18 km außerhalb von Bogota. 80 aktive, fröhliche Kinder hüpften bei unserer Ankunft schreiend um uns herum, zupften an den Ärmeln und schüttelten unsere Hände. Eine Erzieherin zeigte uns die verschiedenen Schlafsäle, die Schulräume und die Werkstätten: Bäckerei, Feilscherei, Schneiderei, Papier-Werkstatt, den Töpferraum und die Bibliothek. Zum Abschluss gab es noch einen heissen Zuckerrohr-Tee zum Aufwärmen und ein freundliches Winken. Das Projekt und die Arbeit der Erzieherinnen hat uns tief beeindruckt.
Am Nachmittag haben wir uns dann mit Bogota, der Geschichte und Kultur beschäftigt. Zuerst im Goldmuseum mit den glänzenden, gehämmerten und filigranen Schmuckstücken, dann einen Ausflug hinauf nach Monserrate. Oben empfing uns ein kühler Wind, ein Tonband mit Kirchenmusik und ein gigantischer Blick über die Hocheben von Bogota. Mit Häusern von 8 Millionen Menschen.
Unten in der Stadt war der Weg zum Präsidentenamt versperrt. Eine Generalprobe mit ca. 500 Polizisten, drei Musikkapellen und 50 stolz aufgestellten, nagelneuen Polizeiautos. Die Fahrzeuge werden in den nächsten Tagen unter den Augen des Präsidenten offiziell an die Polizei übergeben. Die Marschmusik hörte sich noch etwas schief an, die Nationalhymne dagegen klappte entschieden besser. Für zwei von uns endete der Tag mit einer positiven Überraschung: Zwei Koffer waren angekommen! Das Gepäck von Helga und Sylvia befindet sich weiter in Madrid, im Frachtraum eines Flugzeuges oder in irgendeiner Flughafen-Abstellkammer Bogotas.
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Entlang des Magdalena zu alten Kulturen
Bei gutem Wetter sind wir heute Morgen mit einer kleinen Propellermaschine nach Neiva gewackelt. Schon in der Ankunftshalle wanderten alle Vliesjacken, Schals und andere wärmende Textilien unverzüglich in die Koffer. Sonne und 28 Grad sorgten nach dem kühlen, manchmal regnerischen Bogota für richtiges Urlaubsgefuehl.
Die Strasse nach San Agustin ist kurvig aber gut asphaltiert und hat kaum Schlaglöcher. Nur an der Beschilderung wurde gespart . Unser Fahrer Hernan tut etwas, was ein deutscher Mann NIE machen würde: Er fragt nach dem Weg! Wir fahren durch ein dünn besiedeltes Gebiet, nur gelegentlich mal ein Dorf. Dann wieder Flüsse, bizarr geformte Felsen und Bambus-Wälder. Es geht die Berge rauf und runter. Ganz allmählich klettern wir höher und die ersten Kaffeesträucher tauchen auf.
Christian hat Hunger und fragt nach einem Imbiss. Aber außer ein paar alten empanadas, die traurig in der Vitrine eines Dorfladens vor sich hintrocknen gibt es nichts. Nur eine handvoll Kartoffelchips und die Aussicht auf ein gutes Abendessen.
Um vier Uhr sind wir am Dorfplatz in San Agustin. Unser Finca-Gastgeber wartet schon auf uns und hat auch gleich einen Führer mitgebracht. Die beiden knattern auf einem Moped vor uns her bis zum archäologischen Park. Wir sind die einzigen Besucher in dem mystischen Statuenwald. So können wir die besondere Abendstimmung geniessen und im Sonnenuntergang die teils grimmig drein blickenden Figuren und die Gräber besuchen.
Unsere Finca liegt etwas außerhalb auf einem Hügel mit wunderbaren Blick. Das leckere Abendessen kommt als eine große Portion für alle auf dem Tisch. Jeder bekommt eine Gabel in die Hand und Christian darf die Hälfte der gesamten Fleischportion alleine verputzen. Wir müssen noch etwas gestehen: Seit Tagen schleppt Manfred, unser Südafrikaner, eine große Flasche Amarula im Rucksack mit sich herum. Von dieser schweren alkoholischen Last müssen wir ihn befreien. Tapfer trinken wir sie leer.
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Zu Pferd, zu Wasser und ein aufregender Abschluss
Wieviel kann ein Mensch zum Frühstück essen?
Eine Schale Caldo, ein Teller mit frischem Obst und Yuca-Brötchen mit Marmelade sind kein Problem.
Im Garten der Finca warten die Pferde. Ausgestattet mit den typisch südamerikansichen Sätteln und viel Geduld für Anfänger die ungeschickt an den Zügeln ziehen. Die Unsicherheit verliert sich schnell. Am Schluss stehen wir gekonnt bei vollem Galopp in den Steigbügeln, die Zügel in der rechten Hand, in der linken ein inmaginäres Lasso schwingend.
Wir reiten zu „la Chaquira“: eine Felsengruppe in die geheimnisvolle Figuren geschlagen wurden. Steil unter uns tost der Rio Magdalena durch eine Schlucht und trennt damit die Zentral- und Ostkordillere. Vorbei an Obst und Gemüsefeldern geht es weiter zu kolorierten Statuen. Auf den alten Figuren sind die rot, weiss und gelben Pflanzenfarben noch gut zu erkennen.
Noch ein Tipp: Pferde lieben Zuckerrohr. Mit einer Machete das Rohr abschlagen und schälen, ist zwar mühsam aber das süss-saftige Ergebnis schmeckt Pferd und Reiter.
Nachmittags pflegt die Hälfte von uns das strapazierte Hinterteil, die anderen mögen es aufregender – River Rafting. Rein in den Neopren-Anzug, Schwimmweste und Helm drauf: Sicherheitsfaktor: Hoch - Schönheitfaktor: Gering.
Das grosse, rote Gummiboot kommt auf's Dach eines winzigen Jeeps. Damit es nicht weg fliegt setzt sich unser Rafting-Kapitän rein. Dann brettern wir in wilder Fahrt durch das Dorf runter zum Fluss. Hühner, Pferde und Dorfbewohner flüchten entsetzt von der Strasse.
Nach einem Crash-Kurs "Wie-rudere-ich-bei-unverständlich-gebrüllten-Befehlen-in-einer- fremdem-Sprache?", rein in's Boot und den Oberlauf des Rio Magdalena runter. Ueber Stromschnellen, Drehstrudeln und Felsen hinweg. Unser Rafting-Guide ist hoch professionell und sehr erfahren. Nach 10 Miunten kennen wir seine Komandos und haben gelernt, dass man nach einer überstandenen Stromschnelle mit lautem Gebrühl alle Paddel über den Kopf zusammen schlägt. 90 aufregende Minuten später landen wir an einem Felsstrand und zerren unser Schlauchboot quer durch ein Kaffee-Plantage und über eine schwankende Hängebrücke zurück zum Auto. Materiall und Mannschaft werden wieder in's und auf's Auto gequetscht und zurück nach San Agustin befördert.
Zurück im Hotel sucht Miguel seine Brieftasche mit Geldausweisen und Papieren. Im Schein von Kerzen und Taschenlampen (Stromausfall) suchen wir die dunkle Hacienda ab: NICHTS! Ein paar Telefonanrufe und hilfsbereit strömt das halbe Dorf herbei. Ein Bus voller Leute macht sich auf die Suche. Im Yeep, bei der Rafting Station, auf den Strassen – leider vergeblich. Wir verschieben die Suche auf Morgen, wenn es hell ist.
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Freudiger Beginn und ganz viele Sterne
Die Suche nach Miguels Brieftasche geht weiter. Sogar der lokale Radiosender unterbricht seine Nachrichten und gibt die Suchmeldung durch. Mit Erfolg – um neun Uhr ist die Brieftasche wieder da. Zwei Jungs haben sie gefunden.
Für unseren Fahrer wird es heute ein anstrengender Tag. Er ist ein echtes Goldstück: beschallt uns unterwegs mit lauter Salsamusik und palavert gekonnt mit den gelegentlich auftauchenden Polizei- und Militärposten.
In der Abenddämmerung erreichen wir die Tatacoa-Wüste. Meterhohe Kakteen ragen wie geheimnisvolle Skulpturen in den nächtlichen Himmel. Ein warmer Wind weht. Die Moskitos der Tatacoa-Wüste mögen kein deutsches Touristenblut. Oder das afrikanische Mückenschutz-Mittel, das Manfred großzügig über uns alle verteilt hat, verdirbt ihnen den Appetit.
Auf der Plattform einer Sternwarte erklärt uns ein Astronom Planetenkonstellationen und Sternenbilder. Er ist sehr bemüht, schleppt ein Teleskop heran, deutet mit einem Laser in der Luft herum und ist zu tiefts betrübt, dass sich gelegentlich eine Wolke vor die Sterne schiebt.
Wir werfen alle einen Blick auf die hellen Sternpunkte im Fernrohr. Vor allem aber geniessen wir die Stille der Wüste und das heftige Wetterleuchten in den hohen, weiten Gebirgen.
Es ist spät geworden. Wir haben keine Lust auf ein großes warmes Abendessen. In einem Supermarkt erfüllen wir unsere unterschiedlichen, etwas absonderlichen Essensgelüste: Schokoladenplätzchen, ein Sandwich mit Oelsardinen, eine Flasche Trinkjoghurt. Kein Wunder, dass einer von uns Magentabletten braucht.
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Ein Pass, ein Radrennen und ein spontanes Fest
Heute morgen entdecken wir, dass unser Hotel mehrere Pools, Sauna und eine Gartenanlage hat. Aber wir sind Reisende. Heute wollen wir in die Kaffeezone. In unserem Minibus haben wir uns alle häuslich eingerichtet. Miguel hat den Laptop dauernd auf dem Schoss.
Zu sehen gibt es genug. Lebhafte Dörfer mir Straßenverkäufern, die Obst und Gebäck anbieten. Dann wieder Reisfelder, Mangobäume, Palmen, Berge.
Autofahrer in Kolumbien haben ihre eigenen Regeln. Durchgezogene Linien und Überholverbote werden grundsätzlich ignoriert. Zebrastreifen dienen nur dazu, das triste Grau der Fahrbahn farblich auf zu lockern.
Mittags erreichen wir das Dörfchen Calamarca, das zu Füßen des Paso de "la Linea" liegt. Der 3500 m hohe Pass ist der wichtigste Verbindungsweg in den Südwesten des Landes. Hunderte der bunten Lkws keuchen vollbeladen die Haarnadel-Kurven rauf und runter. Bis hier her sind wir zügig durchgekommen. Schlagartig ist Schluss: eine Straßensperre. Was ist passiert? Ein Unfall oder ein Erdrutsch? Weit gefehlt: Ein Radrennen.
Kolumbianer lieben den Radsport: Es gibt im Jahr zwei große Straßenrennen. Eines davon führt gerade heute über den "La Linea" Pass. Der schnell angewachsene Stau verwandelt sich unverzüglich in ein Strassenfest. Die Auto-Radios werden aufgedreht, man findet sich plaudernd zu Gruppen zusammen, fliegende Händler sind mit kalten Getränken und Essen unterwegs. Auch wir lassen uns am Straßenrand nieder um die Radrennfahrer samt Begleitfahrzeug abzuwarten und dann lauthals an zu feuern. Sekunden nach dem der letzte Radrennfahrer vorbei gesaust ist, wird die Sperre aufgehoben. Innerhalb von Sekunden löst sich das Fest in komplettes Chaos auf. Alle springen in die Autos und wollen gleichzeitig los fahren – wir auch. Nur Miguel fehlt. Wir rollen schon los, da kommt er aus einem erhöhten Maisfeld herangestürzt. Er wollte unbedingt noch das Radrennen fotografieren.
Von nun geht es bergauf. Die Landschaft nimmt uns den Atem. Kleine Autowerkstätten und Restaurants säumen den Weg. Wir werfen den "Niños de la Linea", die den Verkehr an unübersichtlichen Stellen regeln einige Münzen zu. Wir sehen auch ein paar von ihren Seifenkisten, mit denen sie Ersatzteile zu liegen gebliebenen Lkws fahren.
Wir machen an einem Restaurant halt und begegnen einer Truppe junger Soldaten. Etwas scheu mustern wir uns gegenseitig. Es beginnt ein Gespräch über Handys, sie zeigen uns ihre Ausrüstung, Blend- und Rauchgranaten, sowie Munition. Ein Bild mit der DigiCam bricht endgültig das Eis und sie erzählen uns von ihren Alltag.
Salento, unser heutiges Tagesziel, ist ein idyllisches Dörfchen, lebendig und mit vielen kleinen Kunsthandwerksläden.
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Durch das Tal von Cocora
Unsere Hotelbesitzerin hat zwei Leidenschaften: englische Sammeltassen aus Porzellan und Kochen. Zum Frühstück ist alles selbst gemacht: Maisfladen, Muffins, Marmelade. Dazu noch eine mächtige Tortilla.
Die Wanderung danach führt uns ins Cocora-Tal. Wir sehen die für die Gegend typischen hohen, schlanken Palmen, suchen im Unterholz nach schwarzen Zedernnüssen und balancieren auf einer wippenden Holzbrücke über den Fluss. Zum Schluss darf Rainer seine lang angekündigten Melk-Kenntnisse an einer friedfertigen Kuh erfolgreich unter Beweis stellen. Damit ist der Wetteinsatz – eine Flasche Rotwein – wie die frische Milch im Eimer.
Salento ist das Ausflugsziel für die Kolumbianer aus Pereira. Heute ist Sonntag und auf dem Marktplatz sind die kleinen Essstände entsprechend gut besucht. Wir holen uns empanadas und schauen dem Treiben zu. In Ermangelung eine Karussells werden die Kinder auf Holzpferden durch die Gegend geschoben. Und auch ein Seifenblasenverkäufer macht mit seiner schillernden Ware ein gutes Geschäft. Es gefällt uns gut hier.
Eine neue Überraschung von Miguel: jetzt ist Bastelstunde. Zuerst stehen wir etwas ratlos vor den verschiedenen Hölzern, Nüssen und Steinen in der Schmuck-Werkstatt. Aber wir sind kreativer und geschickter als wir denken. Unter Anleitung einer Künstlerin entstehen Hutbänder, Armreifen, Schlüsselanhänger und Ketten. Stolz dekorieren wir uns mit den selbst angefertigten Schmuckstücken. Dann fahren wir weiter. Die nächsten zwei Nächte verbringen wir auf einer wunderschönen Kaffeefinca.
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Kaffeerösten und über die Landschaft fliegen
Mangos, Mandarinen, Guaven, Orangen und Bananen. Alles wächst hier auf der Finca. Und natürlich Kaffee. Heute haben wir Zeit. Wir streunen über die Plantage, beobachten die Kaffeepflücker bei der Arbeit und lassen uns die Weiterverarbeitung zeigen. Und wir dürfen unseren Kaffee sogar selber rösten. Die getrockneten Bohnen kommen in eine schwere Gusseiserne Trommel. Diese wird über offenem Feuer etwa 45 Minuten per Hand gedreht. Das trainiert die Oberarm Muskeln. Die ausgekühlten Bohnen werden in einem Holzschuppen gemahlen. Wir schnuppern begeistert: Es riecht wie in einer Tschibo-Filiale. In Säckchen abgefüllt tragen wir unsere selbst produzierte Beute davon.
An Nachmittag gehen wir fliegen. Canoping heisst das in Kolumbien. Als eine Art lebende Gondel saust man Drahtseile entlang. Über Schluchten, Plantagen und Flüsse hinweg. Die rechte Hand steckt in einem dicken, festen Lederhandschuh und muss gelegentlich bremsend ans Seil fassen. Das Bremsen ist besonders für unsere grossen und schweren Männer wichtig. Christian donnert beim ersten Flug fast ungebremst heran und reist unseren kolumbianischen Begleiter samt Notbremse mit. Dann haben wir´s begriffen und fliegen lauthals jauchend in grosser Höhe über die Täler.
Im Nachbarort lernen wir dann „Tejo“. Das ist ein kolumbianisches Nationalspiel und eine Kombination aus Bowling und Dart. Und ein guter Grund endlich mal wieder Bier zu trinken.
Wir werfen abgeflachte Steine in einer Lehmkiste und versuchen Säckchen mit Schwarzpulver zu treffen. Wenn es knallt wird der Schütze bejubelt und noch mehr Bier getrunken. Nach unseren ersten ungeschickten Versuchen überlegt Montoya, ob er das Auto weiter wegstellen soll, um es vor unseren Wurfgeschossen in Sicherheit zu bringen. Anfangs sind wir mehr damit beschäftigt, die Steine zu suchen als zu werfen. Rainer und Manfred sind am Ende die sichersten Schützen und schaffen es sogar zum grossen Knall mit Funkenflug.
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500 km, die nur die Hälfte sind
Die heutige Endstation ist Medellin. Alles was wir über diese Stadt wissen, stammt aus den Nachrichten, aus Magazinen wie Spiegel, Stern, Focus und ist nicht unbedingt positiv. Escobar fällt uns ein und sein Drogenkartell, Jetzt könne wir uns ein eigenes Bild machen. Medellin empfängt uns als geschäftige Stadt mit Lebensfroher Atmosphäre - fast mediterran. An der Plaza Botero wimmelt es von Menschen. Eine Bühne ist aufgebaut, Musik erklingt, Strassenclowns aber auch Bettler sind unterwegs. Mitten im Getümmel stehen die dicken auf uns etwas skurril wirkenden Skulpturen von Botero, dem weltbekannten Künstler. Für uns ein schönes Fotomotiv. Wir laufen durch die Stadt. Das Gebäude der größten Kolumbianischen Textilfabrik ist wie eine Nähnadel geformt und dient uns als markanter Orientierungspunkt. Medellin hat ein großes Ausgeheviertel. Aus vielen Restaurants und Cafes klingt Salsa-Musik. Wir werden freundlich empfangen. Selbst unsere ausgefallenen Menüwünsche, wie z.B. Fisch mit Bohnen sind kein Problem. Das Bier kommt in grossen Karaffen gut gekühlt auf den Tisch. Und der Absacker (Caipirinha) schmeckt großartig und dauert bei manchen von uns etwas länger als geplant.
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Im Gebiet der ehemaligen Drogenbarone
Miguel ist heute streng mit uns. Disco hin, Caipirinha her. Wir sollen schließlich auch etwas über die Geschichte Kolumbiens lernen. Dazu beordert er uns nach Santa Fe de Antiquia. Die alte koloniale Stadt ist vollständig erhalten, renoviert und wirkt fast Spanisch auf uns.
Es ist heiss und wir dankbar die schön gestalteten, schattigen Innenhöfe der liebevoll ausgestalteten Häuser geniessen zu können. Das Zentrum von Santa Fe ist, wie überall in Kolumbien die "Plaza". Hier sitzen alte Männer mit verwitterten Gesichtern und zerknautschten Hüten schwatzend zusammen. Marktstände verkaufen lokale Produkte: geflochtene Umhängetaschen aus Sisal, die von Häftlingen hergestellt werden und "Tamarindo"'Mus, das lecker und leicht säuerlich schmeckt und gut für die Verdauung ist. Mit Mopedtaxis knattern wir zur ältesten Hängebrücke Kolumbiens. Die 130 Jahre alte Brücke mit Holzbohlen hängt noch an den original Drahtseilen. Wir kommen uns mit unseren leichten Gefährten schon sehr mutig vor. Aber direkt hinter uns rumpelt unberührt ein vollbeladener Lkw über den Cauca-Fluss.
Um dem Verkehrsgewühl zu entgehen nehmen wir am Stadtrand von Medellin die Metro. Sie führt auf einer erhöhen Trasse durch die Stadt und beschert uns einen guten Blick. Zu einem vollständigen Bild von Medellin gehören auch die sozialen Brennpunkte der Stadt. Die Armenviertel nennen sich Comunas und liegen auf den Hügeln vor Medellin. An das Metro-System ist seit 2004 eine Seilbahn angeschlossen. Diese bindet die Elendsquartiere an das öffentliche Verkehrssystem an.
Mit ihr fahren wir mitten durch die Comunas. Einfache Backstein-Häuser mit Wellblech Dächern. Nachts gibt es kein Busverkehr oder Polizei. Arbeitslosigkeit und Lageweile schüren die Aggressivität und Gewaltbereitschaft. Aus diesen Vierteln hat Escober seine Schläger und Mörder rekrutiert. Wir fahren einen Rundkurs mit der Seilbahn und verlassen den geschützten Bereich nicht, eine Teilstrecke begleitet uns ein freundlicher Polizist. Wir sind still geworden. Es ist uns sehr wohl bewusst, dass uns mehr als die Scheibe der Gondel vor der Welt da draußen trennt.
Zum Abschluss besuchen wir Pablo Escobars Grab. Es liegt in einem nobleren Viertel von Medellin und ist schlicht gehalten. Kein Mausoleum - nur eine Einfache Grabtafel. Um ihn herum liegen Angehörige, seine Freunde und Personal. Ein Teil der Medellinos verehrt Escobar bis heute als Wohltäter . Als wir im Dunklen dort ankommen betet eine Familie einen Rosenkranz. Der Grabplatz liegt erhöht und in der Dunkelheit liegt ein Lichtermeer vor uns, dass sich die Hügel hinauf zieht.
Beim Abendessen verabschieden wir uns von unserem Fahrer Hernan - mit zwei grossen Gläsern Nutella - seinem Lieblingsfrühstück seit unserer gemeinsamen Tour.
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Vom Landesinnere an die Karibik
Heute werden wir eine lange Strecke zurück legen, die Bergwelt der Anden verlassen und an die kolumbianische Karibik, genauer nach Santa Marta fliegen.
In aller Frühe geht es zum Flughafen von Medellin, der ca. 40 km von der Stadt entfernt ist. In Bogota machen wir eine Zwischenlandung und treffen zu unserer Überraschung auf Andre, der auf den Flug nach Medellin sitzt.
In Santa Marta angekommen, empfängt uns karibisches Wetter: Heiss und hohe Luftfeuchtigkeit.
Unser Hotel liegt ca. 10 Minuten vom Flughafen entfernt. Wir nutzen den freien Nachmittag um am Strand und am Pool zu entspannen.
Wir treffen uns um 5 Uhr zur Stadttour und Miguel hat eine Überraschung für uns: Wir fahren mit einer Chiva, den urigen Leiterbussen. Mit uns die "Stereo-Anlage", eine Vallento Band, die live singt und spielt. So fahren wir zur Stadt und werden oft von Passanten begrüßt. Manchmal tanzen sie auch ein paar Takte mit. Wir sind beeindruckt von der gezeigten Lebensfreude.
Wir besichtigen das Denkmal für das Fussball-Idol "Pibe" Valderrama, Die Schule in der u.a. auch Gabriel Garcia Marquez studierte, die Hafenanlage usw.
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Urwald, Indianer, Meer und eine Sintflut
Und wieder geht es früh los. Wir haben die Wanderschuhe angezogen und die Badesachen in den Rucksack gepackt. Es geht in den Tayrona Nationalpark. Heute morgen holt uns eine andere Chiva ab. Diesmal funktioniert die Kupplung, allerdings fehlen dafür Licht, Scheibenwischer und Blinker. "Schicksal", wir kennen das schon.
Vorweg gesagt, unsere Wanderung wird traumhaft. Nach wenigen Schritten hat uns der grüne Dschungel verschluckt. Es geht steil bergauf und bergab. Diese Tatsache und 90% Luftfeuchtigkeit sorgen dafür, dass wir in wenigen Minuten tropfnass sind. Der schmale Pfad führt über Stock und Stein, durch Flüsse hindurch, den feuchten Wald entlang. Vorbei an riesigen Bäumen, die von Lianen umschlungen sind und an Tarzanfilme erinnern. Wir hören ein lautes, Furcht einflössendes Geschrei. Was ist das? Unser Guide kann fast alles erklären. Aber jetzt zuckt auch er die Schultern. Vermutlich ein Brüllaffe. Dummerweise laufen wir genau darauf zu. King Kong fällt uns ein. Im Nationalpark gibt es, Fledermäuse, Echsen, Rehe und natürlich Schlangen. Vorsichtig fragen wir nach großen Spinnen. Ja, die gibt es. Unser Guide grinst - im Gegensatz zu den Schlangen sind diese ungiftig. Aha!
Nach 2,5 Stunden erreichen wir eine Siedlung der Koggi-Indianer. Wir werden scheu begrüßt und übergeben unser Gastgeschenk, zwei Panelas (Zuckerrohrkonzentrat). Wir rasten etwas und schauen uns die Siedlung aus präkolumbianischer Zeit an. Spontan verliebt sich ein freilaufender Esel in Miguel, drückt ihm liebevoll die feuchte Schnauze in den Nacken und weicht ihm nicht mehr von der Seite.
Dann geht es bergab. In der Landschaft liegen übergroße Steine wie verstreute riesen Murmeln. Sie sind glatt geschliffen, zum Teil bemost und glitschig. Vorsichtig balancieren wir hinunter zum Strand.
An einer Bucht mit schäumendem Wellengang und Kristallweisem Strand, lassen wir uns in den Sand fallen, schauen nach oben und rutschen vorsorglich ein paar Meter weiter. Im Paradies dahingerafft von einer herabfallenden Kokosnuß - diesem Schicksal würde wir gerne entgehen. Unsere Bucht könnte die perfekte Kulisse für einen Bacardi - Werbespot sein. Wir möchten gar nicht mehr gehen. Fernes Donnergrollen schreckt uns dann doch auf. Die Berge stecken plötzlich in schwarzen Wolken - nun aber hurtig. Wir treffen auf Fischer und heuern kurzentschlossen ihren schiefen Kahn an. Eilig dampft der schmuddelige Kutter durch die heftige Brandung die Küste entlang. Wir stinken jetzt ein bisschen nach Fisch. Der Ausstieg ist etwas unorthodox: Wir hüpfen in die Wellen, tragen unsere Rucksäcke auf den Kopf und erklimmen den Strand.
Miguel wirft einen Kennerblick zum Himmel "Wir haben noch 30 Minuten". Sekunden nach diesen Worten öffnet der Himmel seine Schleusen. Ein Tropengewitter! Die nächste Palme ist nicht mehr zu sehen. Wir waten bis zu den Knien durch Bäche, wo vorher keine waren. Tropfnass erklimmen wir unsere Chiva und tuckern los. Der Fahrer ahnt den Weg, sehen kann er ihn nicht. Das gleicht sich aus, die anderen können uns auch nicht sehen, wir haben ja auch kein Licht. So gut es geht trocknen wir uns ab und rücken in der Mitte der Holzbänke zusammen um den Sturzbächen an den Scheibenlosen Fenstern zu entgehen. Die Chiva kämpft sich tapfer voran, einmal müssen wir eine umgestürzte Palme aus dem Weg zerren. Schließlich erreichen wir das Hotel, hängen unsere Sachen zum trocknen auf und stoßen mit Cerveza (kolumbianisches Bier) auf unsere tropisches Gewitter an.
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In der Karibik hoch auf dem Vulkan
Ganz Kolumbien fährt Bus - wir heute auch. Von luxuriös bis klapperig gibt es alle Varianten. Wir erwischen einen besonders bequemen Typ. Mit integriertem Fernseher. so haben wir Gelegenheit bis Baranquilla das kolumbianische Vormittagsprogramm zu sehen. Nicht ganz Flimmer frei hüpft eine Frau im Playboy-Häschen-Outfit und ein Graf Dracula durch eine Talk-Show. Bevor wir verstanden haben um was es geht, müssen wir umsteigen. Für unseren Kleinbus nach Cartagena brauchen wir noch ein offiziell gestempeltes Papier, das bestätigt, dass man uns nicht entführt.
Ca. 50 km vor unserem Ziel nehmen wir einen Schlammbad in einem Vulkan. Der Ort heißt Totumo und das alles passiert liebevoll und professionell. Als wir mit unserem Mini-Bus ankommen, läuft das kleine Dörfchen zusammen - fremde Touris gucken. Hinter einem Strauch oder Baum hüpfen wir in unsere Badesachen. Dann klettern wir eine hohe, Leiter ähnliche Holztreppe zu einem Vulkankrater hoch. Misstrauisch beäugen wir die graue, blubbernde Masse. Ein Dorfbewohner macht es vor, dann holen wir tief Luft und steigen in den warmen, cremigen Schlammbrei. Ein seltsames Gefühl. Wir dümpeln wie leere Ölfässer auf der der Oberfläche und gewöhnen uns recht schnell an den Schwefelgeruch. Mit kundigen Griffen verpassen uns die Dorfbewohner eine Massage und sorgen dafür, dass der Vulkanschlamm ausnahmslos alles bedeckt: Haare, Ohren, einfach alles. Als wir schließlich aus dem Vulkanbad steigen, fühlen wir uns wie die dicken schwarzen Skulpturen von Botero. Vorsichtig tasten wir uns die Holzleiter hinunter und werden zu einem hübsch bewachsenen Tümpel geführt. Frauen schöpfen das warme Thermalwasser über uns drüber und langsam erhalten wir unsere natürliche Hautfarbe zurück. Ein Reiher und zwei Pelikane sitzen am Teichrand und beobachten interessiert die Reinigung. Der Eintritt zu dem Vulkan ist frei, aber jeder kriegt ein Trinkgeld: der den Weg gezeigt hat, der die Schuhe getragen hat, für den Masseur, für die Schöpferin, der eine Cola geholt hat und auch für den, der die leere Cola-Flasche weggetragen hat.
Schlammbaden macht müde. Fast schlafend kommen wir in Cartagena an. Wir machen noch einen Stadtspaziergang. es ist Samstagabend und viele junge Leute sind unterwegs. Die zahlreichen Cafes und restaurants sind voll besetzt. Überall Halloween-Parties.
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Stadttour
Unser Hotel liegt mitten in der Altstadt von Cartagena. Direkt neben der Kirche in der Juan Pablo Montoya (der echte) geheiratet hat. Cartagena ist eine spannende Stadt. Den ganzen Tag laufen wir zu Fuß kreuz und quer. Wir besichtigen die trotzige uneinnehmbare Festung der Spanier, Kirchen, Plätze und … Geschäfte. Es gibt sogar ein Palazzo für die Schönheits-Königin von Kolumbien. Bedauerlicherweise findet die Wahl erst nächste Woche statt.
In einem Straßencafe essen wir Tortillas. Fliegende Händler kommen mit Händen, Rumba-Rasseln, Uhren, Schmuck und Sonnenbrillen. Wie Home-Shopping - es wird anprobiert, gehandelt und gelacht. Hinterher ist jeder zufrieden.
Nicht nur auf Ibiza, auch hier gibt es ein Café del Mar. Piña Colada und Sonnenuntergang auf der alten Stadtmauer bei szeniger Chill-Out-Musik, das machen wir morgen wieder.
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Der Zauber der Karibik-Inseln
Heute ist unser letzter gemeinsamer Tag. Und ein besonders schöner dazu. Optisch aufgehübscht mit einer grell gelben Schwimmweste, den Rucksack mit Badesachen zwischen den Füßen fliegen wir auf einem Katamaran über das ruhige Meer. Hinaus zur Insel Baru. Früher wurden hier unwillige oder kranke Sklaven ausgesetzt. Für uns ist es ein Strand wie aus dem Reisekatalog: Das Wasser ist Türkis, der feine Sandstrand weiss, es gibt Palmen und ein paar einfache Bambus-Hütten. Wir haben die Insel fast für uns allein. Hübsche Mädchen bieten liebevolle Massagen an oder flechten kunstvolle Zöpfe in die Haare. Wir essen frisch gegrillten Fisch mit Kokosreis und schauen den schnell ziehenden Wolken nach. Ein traumhafter, relaxter Abschluss einer abenteuerlichen Reise.
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Abschied und Bilanz
Heute trennen sich unsere Wege. jeder hat seine individuellen Pläne: Noch ein paar Tage Strandurlaub, Spanischkurs in einer Sprachschule oder eben die lange Heimreise nach Deutschland. Auch Miguel muss zurück in´s Büro nach Bogota. Wir umarmen uns herzlich. Alle sind gesund, es gab keine einzige bedrohliche Situation, lediglich zwei Koffer sind bis heute verschwunden. Aber reisen ohne Gepäck macht kreativ.
Was bleibt von Kolumbien in Erinnerung?
1. Zuerst die Menschen: offen, freundlich, neugierig, kommunikativ und touristisch unverdorben.
2. Lanschaften wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Jede Gegend hat ihre eigene Musik, ihre eigene Küche und ihr eigenes Wetter.
3. Was haben wir nicht alles gelernt: Wir können reiten, Schmuck selbst herstellen und kennen 20 Variationen von Bratbananen. Wir wissen wieviel Arbeit die Kaffee-Bauern haben und das Kolumbianer leidenschftlich gerne Halloween feiern (und nicht nur das)
In Kolumbien steckt der Tourismus mit der dazu gehörigen InfraStruktur noch in den Kinderschuhen. Aber mit etwas Flexibilität und Gelassenheit in punkto Unterkünfte, europäisches Essen (ja, man kann drei Wochen ohne Vollkorn-Brot leben) und Verkehr, so wie der Beachtung einiger Sicherheitsregeln hat man die Chance ein spannendes, vielfältiges und wunderschönes Land kennen zu lernen.
Unbedingt hinfahren!
Bald!