Reisetagebuch viComfort Galapagos Kreuzfahrt - 27.04.2010
Reisebericht | Tour vom 27.04. - 17.05.2010
Trotz Verspätung sind am Ende alle Teilnehmer in Quito angekommen. Das Essen im viventura Partnerbüro musste leider ausfallen, doch zumindest konnten wir alle die schöne Altstadt von Quito kennenlernen. Gegen 13 Uhr ging es weiter zum Spaziergang durch die Altstadt von Quito (2850 m). Vorbei am schönen Alameda Park, dem Teatro Sucre schlenderten wir durch Gassen mit schönen Häusern im Kolonialstil, Restaurants und Kirchen. Schließlich gelangten wir an Plätze, wie den "Plaza de la Independencia", wo wir die Kathedrale "El Sagrario" und das Präsidenten-Palais besuchten. Als letztes ging es noch zur Iglesia de la Compañia de Jesus, San Francisco und Panecillo.
In 2850 m Höhe ist die Luft schon generell dünner :-), da wir uns fast am Äquator befinden. Nach einer kleinen Besprechung endete der erste Tag in Südamerika.
Spruch des Tages:Spruch des Tages: Im Museum hat uns der indianische Picasso sehr beeindruckt.
Nachmittags ging es auf eine Wanderung durch den Nebelwald (Märchenwald): Heliconien, Bromelien, Baumfarne, Moose, Anturien, Inkaohrringe, Bomareas, Orchideen, Salbei, Achira, Lianen, Tibouginen etc.
Gummistiefel und Regenponchos leisteten uns bei strömendem Regen gute Dienste. Trotzdem wurden wir nicht vom Fotografieren abgehalten.
Spruch des Tages:Spruch des Tages: Ein Kolibri trinkt pro Tag das 4-fache seines Körpergewichts.
Bald danach ging es zurück Richtung Quito und dann weiter über Guayabamba nach Cayambe.
In dem 1919 erbauten Herrenhaus wartete ein typisch ecuadorianisches Essen auf uns. An der ursprünglichen Einrichtung wurde nie etwas geändert und der Parterrbereich war mit üppigen (mindestens 120 Rosen pro Vase) Rosenbouquets in den unterschiedlichsten Farben geschmückt. Die Hausherrin Maria Gloria de Vallejo (Enkelin des Erbauers) war eine hervorragende und charmante Gastgeberin.
Zum Anwesen gehört auch eine Kapelle, die vor 300 Jahren von den Jesuiten gegründet wurde. Die familieneigene Firma Rosadex produziert auf 20 ha. pro Jahr 10 Mio. Rosen (70 verschiedene Sorten), die nach Europa, Russland und in die USA exportiert werden. Eindrucksvoll waren die unzähligen versandfertig gebundenen Muttertagsträuße.
Gegen Abend erreichten wir die Hacienda Cusin, die für die nächsten vier Tage unser Quartier sein wird. Die wunderschöne Gartenanlage und die geschmackvolle Einrichtung im Kolonialstil übertraf bei weitem unsere Erwartungen. Spruch des Tages:
Spruch des Tages: Ecuador produce las mejores rosas del mundo. (Maria Gloria Vallejo)
Für das leibliche wohl war auch gesorgt: mit zahlreichen Marktständen, sowie unzähligen Garküchen mit lokalen Gerichten. Mindestens genauso interessant war das Beobachten der bunten Trachten der verschiedenen Kommunen: Frauen, die ihre kleinen Kinder wie Mumien auf dem Rücken gebunden trugen, fast alle Männer mit langen Zopf, sowie der traditionell weißen Hose mit blauem Poncho und Hut. Mädchen und Frauen der Otavaleños tragen kunstvoll bestickte Blusen, lange Schwarze Röcke und üppigen goldenen Halsschmuck.
Am Nachmittag stand der Besuch des Condor-Parks oberhalb des San Pablo Sees auf dem Programm. Dort erwarteten uns verschiedene Greifvögel, darunter der leider sehr selten gewordene Anden-Kondor (das Wappentier Ecuadors).
In der Lodge Polylepis (3550m) angekommen statteten wir uns mit Gummistiefeln und Regenponchos aus , um den Aussichtspunkt auf 3830m Höhe zu erklimmen. Der Wanderpfad war gesäumt von Tausenden von Mönchskutten und einer Vielzahl von blühenden Pflanzen.
Der durch Regen völlig aufgeweichte Weg zwang uns zu langsamem und vorsichtigem Gehen unter Einsatz beider Hände. Der zweite Teil unserer Wanderung führte uns in strömendem Regen in den verwunschenen märchenhaften Polylepiswald, ein einzigartiges Biosphärenreservat, das es nur noch an diesem einem Ort in Ecuador gibt. Ein einmalig schöner Fleckchen Erde!
Spruch des Tages:Spruch des Tages: Der Matsch unter unseren Füßen ist wie flüssige Schokolade aus Ecuador. Dieser Berg hier hat mehr Mönche als die gesamte katholische Kirche.
Von dort aus hatte man einen wunderschönen Blick sowohl auf die Lagune (den See) mit den beiden Inseln als auch auf die ausgedehnte Ebene Richtung Otavalo. Mittags besuchten wir eine weitere Hacienda (1790), in der schon Simon Bolivar des öfteren zu Gast gewesen war.
Anschließend hatten wir die Gelegenheit diversen lokalen Kunsthandwerkern bei der Arbeit über die Schulter zu schauen. Angefangen beim Strick-Weltmeister (Mützen, Pullover) über den Web-Künstler (Schals, Ponchos, Wandteppiche) bis hin zur Hutmacherin, die die verschiedenen traditionellen Modelle der Landesprovinzen herstellt. Spruch des Tages:
Spruch des Tages: Eddy ist ein wandelndes botanisches, zoologisches und historisches Lexikon !!
Von dort aus ging es weiter zum nahegelegenen Äquatordenkmal, dem "Mittelpunkt der Erde", basierend auf der neuesten und genauesten Satellitenmessung (ca. 10 cm Ungenauigkeit).
Nach dem Mittagessen in der ältesten Hacienda Ecuadors (1580, Guachalá) begann die Fahrt durch die Realkette der Anden mit Überquerung eines 4100 m hoch gelegenen Passes - Rekordhöhe für uns alle! Am frühen Abend erreichten wir unser Ziel - das Thermalbad Papallacta (3500 m). Spruch des Tages:
Spruch des Tages: Ich möchte Reiseführer in Ecuador sein, denn dann könnte ich immer wieder mal in der wunderschönen Hacienda Cusin verweilen (Hanno).
Die Weiterfahrt führte entlang der Straße der Vulkane nach Lasso zur Hacienda Cienega (1642), in der schon 1802 Alexander von Humboldt, während seines Forschungsaufenthaltes über den Cotopaxi, gewohnt hat.
Spruch des Tages:Spruch des Tages: Das ist kein Regen - das ist flüssiger Sonnenschein, der uns täglich begleitet (Eddy).
Wir hatten das Glück, dass sich die Wolken kurzzeitig verzogen und den Blick auf den Gipfel des Cotopaxi freigaben. Im See befanden sich einige Grasinseln, auf denen Enten und Andenmöwen brüteten. Als krönenden Abschluss zeigte sich noch direkt über uns schwebend ein Andenkondor. Dann ging die Fahrt weiter Richtung Riobamba. Unterwegs konnten wir den Chimborazo (6310 m, hoechster Berg Ecuadors) in seiner vollen, imposanten Groesse bewundern (leider im Gegenlicht).
Spruch des Tages:Spruch des Tages: Endlich Sonne!!!
Das Abenteuer Schienenbus bis zur Station Palmira stand an. Für uns alle war es ein Erlebnis, denn auf Schienen kamen wir den Menschen so viel näher und konnten Dinge erleben, die man auf der Straße so nicht entdeckt hätte. Vorbei an vielen kleinen Dörfern, tauchten wir dann in Guamote in die Pansaleos-Kultur ab. Neben einem Getränk auf Milch- und Maisbasis sowie Morotcho, einem Milchreis, aber auf Maisbasis, kamen wir schnell ins Gespräch mit den Menschen.
Nach diesen aufregenden Stunden und mit vielen Eindrücken ging es für uns Richtung Cuenca weiter. Auf dem Weg ließen wir uns aber Ingapirga nicht entgehen, die größte Inkastätte in Ecuador.
Eddy konnte uns Spannendes dazu berichten, gepaart mit einem schönen Ausblick rundete es unseren Tag ab. Abends sind wir dann in Cuenca, einer wunderschönen Stadt im Kolonialstil angekommen.
Einen schönen Ausklang fand dieser Tag in einem rustikalen Restaurant. Müde sind wir dann in die Betten gefallen. Morgen werden wir Cuenca entdecken.
Auf einer Küstenwanderung kamen wir vor lauten Schauen kaum voran. Die dortigen Pflanzen erstaunten uns mit ihrer an die extrem trockenen Verhältnisse perfekt angepassten Überlebensstrategie und verblüfften sogar mit Früchten, wie Tomaten und Physalis. Große Gruppen von Meeresleguanen sonnten sich auf den Steinen am Meer. Was für ein Anblick, zumal nur wenige Meter weiter, mehrere Seelöwenmamas ihre Jungen säugten.
Danach ging es sogleich für uns unter die Wasserlinie. Eine neue Welt tat sich auf, bunte Papagaienfische, Schwärme von Doktorfischen und sogar ein Pinguin begab sich auf Unterwasserjagd. Über Wasser begleiteten uns Pelikane, halbflügge Pinguine und algenfressende Meeresleguane.
Mittags wechselten wir den Ankerplatz und nahmen unser Mittagessen vor Bartolome ein. Hier wartete eine Wanderung über 370 Stufen auf den 114 m hohen Vulkankegel auf uns.
Ein beeindruckender Tag mit vielen neuen Eindrücken - sprachlos!
Spruch des Tages:Spruch des Tages: Wir sind einfach "spruchlos", die Höhepunkte reissen nicht ab.
In einer riesigen Kraterlagune frühstückten wir bevor die erste Tour startete. Bei diesem Ausflug machten wir die erste Bekanntschaft mit den Rotfuß- und Maskentölpeln. Vorbei an roten Mangrovenbäumen gefüllt mit diversen Nistplätzen kamen wir hautnah an brütenden Vögeln vorbei. Viele Tiere hatten sich dafür entschieden direkt am Weg zu nisten und fühlten sich scheinbar keineswegs gestört durch die menschlichen Besucher.
Was für ein intensives Erlebnis für uns, da die Tiere sich in keinster Weise gestört fühlten.
Heute ging es für uns auch wieder zum Schnorcheln. Direkt am einer Steilklippe, die unter Wasser noch weitere 200m nach unten führte, sprangen wir unter Aufsicht und späterer Beteiligung von Seebären und -löwen ins kühle Nass. Hier sahen wir dann unter anderem Napoleon-, Büffelkopf-Papageien-, Halfter- und Galapagos-Kaiserfische.
Nach einem frühen Abendbrot machten wir uns auf den Weg Richtung Isla Santiago. Begleitet wurden wir auf dieser Fahrt durch die gespenstischen nachtaktiven Gabelschwanzmöwen.
Es sollte sich aber lohnen, dass wir so zeitig aufgestanden sind. Zum einen hatten wir die Möglichkeit auf Santiago rechtzeitig die großen Meeresleguane zu beobachten, bevor sie sich schon auf machten Richtung Meer.
Hier hatten wir mehr als einmal die Möglichkeit wirklich viele gelungene Aufnahmen riesiger Ansammlungen dieser kleinen schwarzen Drachen zu machen. Dies sollte heute nicht genug sein. Es überschlugen sich die Ereignisse.
Wir sahen so beispielsweise einen Austernfischer, der sorgfältig mehrere Seeigel an Land brachte, sie sorgfältig öffnete und dann genüsslich ausschlürfte. Sofort kam dann ein großer Galapagos-Bussard auf uns zu, der vor unseren Augen einen kleinen Vogel rupfte. Nun musste es schnell gehen, denn es kam ein Seelöwe zu uns, der einen großen Thunfisch im Maul hatte. Gleich im Schlepptau brachte er vier Weissspitzenriffhaie, die ihm angelockt durch das Blut des Fisches bis zu den Felsen folgten.
Hier folgte dann ein Hauen und Stechen um die größten Stücke. Es gewann der Seelöwe haushoch.
Insgesamt ein sehr erlebnisreicher Tag! Spruch des Tages:
Spruch des Tages: Maja: Wahnsinns fette Beute!
Am Ende haben wir Lonesome George, der berühmtesten Schildkröte des Planeten, der hier seine Heimat gefunden hat, einen Besuch abgestattet.
Am Nachmittag ging es auf in die Berge, eine Besichtigung der Gemelos, 2 große Einsturztrichter, in mitten üppiger und vielfältiger Vegetation stand an.
Auf dem Rückweg erkundeten wir einen 10 m hohen Lavatunnel um dann im Anschluss im Piratennest Puerto Ayora ein gemütliches Kaffeepäuschen zu genießen. Spruch des Tages:
Spruch des Tages: Gabi: Hey, auf meinem neu erstandenen T-Shirt steht "Galpagos"!
Wahre Nomaden der Lüfte, die nur an Land kommen zum Balzen, zum Nisten und zur Aufzucht der Jungen. Danach gingen wir weiter an der Steilküste entlang zum "Blowhole". Gegen die heftige Brandung kämpften sich rot-schwarze Meerechsen auf die bis zu 50m hohen Steilklippen zurück, nachdem sie zuvor frische Algen vom Meerboden abgegrast hatten.
Nach einem kurzen Schnorchelausflug verbrachten wir den Nachmittag am traumhaft weißen Sandstrand des 1.2 km langen Playa Gardner. Dort stolperten wir förmlich über Hunderte sich sonnende Seelöwen verschiedenen Alters, die von uns keinerlei Notiz nahmen. Spruch des Tages:
Spruch des Tages: Ein Gewimmel wie in einer Schlangengrube (Meerechsen)
Auf dem Weg zu dem Kanal zwischen Santa Cruz und Baltra erspähten wir langgestreckten Rücken von zwei Walen. Spruch des Tages:
Das Wasserbalett der Seeloewen
Erst am Vormittag ging es für uns weiter mit dem Rückflug auf das Festland. In Guayaquil angekommen, machten wir uns auf den Weg in unser Tageshotel. Bei Dusche und Pool konnten wir uns für den weiteren Tagesverlauf frisch machen. Danach vertraten wir an der Uferpromenade Malecon 2000 die Beine, um anschließend den Blick auf die Stadt vom Hügel Santa Ana aus zu genießen. Beim Abschiedsabendessen wurde bald jedem von uns klar, dass wir uns schon auf der Zielgeraden Richtung Heimat befanden. Am Abend ging es zum Flughafen. Spruch des Tages:
Spruch des Tages:Ade Ecuador, bienvenidos Suiza y Alemania.
07.02.12Franz
Mein persönlicher Höhepunkt war Südamerika, denn jeder Ort war schön für sich. Die Unterkünfte waren in Ordnung und die Betreuung durch unseren Reiseleiter fabelhaft....
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Stefanie