Hier können Sie sehen, was unsere Reisenden auf ihrer Reise erlebt haben.
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Richtung Abenteuer
Die Gruppe sitzt gespannt im Flieger und wartet auf ihr anstehendes Abenteuer. Ich wünsche euch einen gute Flug und freu mich euch bald in Santiag in Empfang nehmen zu dürfen.
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Willkommen in Chile!!!!!
Nur eine Stunde verspätet kam der Flug an, in dem 11 neugierige "Jugendliche", ohne sich kennengelernt zu haben, ihren Vorstellungen von einem unbekannten Land nachgingen.
Vom Flughafen fuhren wir ins Hostel "Happy House", das noch happier wurde, als die neue Gäste ankamen. Das Haus ist eines der alten schönen Häuser vom Barrio Brasil, ein sehr stilvoller klassischer Stadtteil, der aber von den regelmässigen Erdbeben ein bisschen zerstört wurde. (Unser Haus ist aber renoviert worden).
Bevor der Hunger kritisch wurde, wurden wir zum Hauptmarkt gebracht, wo exotische Meeresfrüchte und Fischgerichte uns erwarteten. Mit "la guatita llena y el corazón contento" (auf spanisch "mit vollem Bäuchlein und glücklichem Herzen") gingen wir zu Fuß durch das Zentrum Santiagos: Plaza de Armas (Hauptplatz), Paseo Ahumada (Fußgängerzone), Casa la Moneda (Präsidentenpalast), wo wir einen Blick werfen durften ins Stadtleben der Santiaguinos.
Nochmals mit unserem viventuramobil fuhren wir hoch auf den Cerro San Cristobal, oder Cerro Tupahue, wie er ursprünglich von den Mapuches, den Einheimischen genannt wurde. Das ist ein Berg in der Mitte der Stadt, von wo aus man einen rundum Ausblick auf die riesige Metropole geniessen kann.
Abends sind wir alle zusammen Essen gegangen, um uns von unserem Tag zu verabschieden und unsere kommende tolle Reise zu begrüssen.
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Richtung Sand und Wind
Nach einer doch recht kurzen Nacht brechen wir um 5.30 Uhr zum Flughafen in Santiago auf. Unser Flieger bringt uns nach Calama, wo wir die riesige Kupfermine besuchen.
Die Mine verschlingt ein ganzes Dorf. Riesige Laster fahren wie in Entenparade hintereinander aus den Tiefen der Mine heraus. 4 bis 5 Mio. US-Dollar kostet die deutsche Wertarbeit von Liebherr, die die Gesteinsbrocken abtransportiert. Jeder von uns bekommt einen leuchtend roten Helm, damit auch ja keiner unbemerkt in der Grube verschwinden kann.
Dann dürfen wir aussteigen und selbst unter die Kupfergräber gehen. Was in den Koffer passt und nicht abseits des Besuchergeländes liegt, darf mitgenommen werden (Nein, es passt nichts in den Koffer…)
Nach der Minentour gehts weiter zur hässlichsten Stadt Chiles. 170 Tausend Minenarbeiter und Angehörige fristen hier ein staubiges Dasein. Auf dem Markt von Calama trinken wir einen leckeren Mangosaft und erstehen etwas Obst und ein paar ursprüngliche Knabbereien.
Von der hässlichsten Stadt Chiles geht's nach einer Mittagsstärkung dann weiter zur schönsten Wüste der Welt. In die Atacama-Wüste. Wir sehen bizarre Felsformationen, schaffen es unbeschadet und ohne Verluste durch das Tal des Todes und knipsen natürlich was das Zeug hält.
Ein kleiner Schritt für uns Tour-Teilnehmer, aber ein grosser Schritt für die Menschheit
Im Mondtal erobern wir den Sand barfuss. In einem ruhigen Moment lauschen wir der Stille der Wüste und hören das Knacksen der Salzgesteine. In dieser Stille wird jeder auf sich selbst zurückgeworfen… das schreit nach einer Selbsthilfegruppe? Haben wir uns auch gedacht und noch vor Ort eine gegründet. Langsam setzt die Abenddämmerung ein und wir beeilen uns, einen der schönen Plätze zu ergattern, von dem aus man das Schauspiel eines wunderbaren Sonnenuntergangs beobachten kann.
Jeder Tag hat einmal ein Ende und unserer endete in einem lauschigen Restaurant in San Pedro de Atacama, in dem Ort, in dem wir zuvor auch unsere Zimmer bezogen hatten. Die Hartgesottenen genehmigten sich noch einen Schlummertrunk in einer Bar. Aber selbst die waren doch froh, als sie mit vielen neuen und wunderschönen Eindrücken in ihre Kissen sanken. Denn der heutige Tag war nicht der letzte mit unmenschlicher Weck-Zeit…
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Die Wüste von Flamingos gefärbt
Heute sollte uns ein eindrucksvoller Tag bevorstehen! Beeindruckend war auch die Zeit, zu der es los ging: Um 06:15 Uhr wurden wir von Santos, unserem Fahrer, am Hostel abgeholt. Es ging quer durch die Wüste: Ziel war als Erstes der Salar de Atacama, der größte Salzsee Chiles. Wir hofften, um diese Uhrzeit die ersten Besucher zu sein, allerdings hatten es bereits zwei Gruppen vor uns geschafft.
Leise gingen wir an den See heran, um die große Gruppe der Flamingos nicht auf zu scheuchen. Ein wirklich tolles Erlebnis, kurz nach Sonnenaufgang an dem See zu sein! Nur ein bisschen kalt war es :-) Nach kurzer Zeit hatten die Flamingos genug von den Besuchern und flogen in eine ruhigere Ecke. Wir spazierten noch ein bisschen durch die Salzwüste zurück zum Parkplatz, wo Diana und Santos uns ein leckeres Frühstück vorbereitet hatten. Einige probierten hier ihren ersten Coca-Tee - schließlich sollte es anschließend in höhere Lagen von über 4.000 m gehen.
Gut gestärkt ging es nun weiter, hoch hinauf an die Lagunen mit tollen Bergen und Vulkanen im Hintergrund, wo wir bei unserer kleinen Wanderung die ersten Lamas und Füchse entdecken konnten! Bei dem tollen Motiv hat jeder von uns einigen Platz seiner Kamera-Speicherkarte in Anspruch genommen :-)
Auf dem Rückweg nach San Pedro bekamen wir in einem kleinen Dorf ein leckeres einheimisches Mittagessen. In San Pedro angekommen hatten wir ein bisschen Zeit uns auszuruhen, zu bummeln oder Postkarten zu schreiben.
Den Abend liessen wir alle zusammen in einem gemütlichen Restaurant ausklingen und gönnten uns noch ein paar chilenische Bier und Pisco Sour oder auch Coca-Tee :-). Kaputt von den vielen Eindrücken und voller Erwartung für den nächsten Tag hieß es dann relativ früh: schlafen gehen!
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Schlaflos in den Nebel
180 beats per Minute und eine Partygeile Nachbarschaft sorgten für eine kurze Nacht. Trotz alledem ging es frohgelaunt zu den Geysiren. Pünktlich um 05.00 Uhr ging es los. Alle waren angezogen als würden wir einen Ausflug nach Sibirien zum Schneeschaufeln machen. Den Outdoorfirmen sei gedankt, dass alle warm angezogen waren.
Nach ca. 1 Stunde Fahrt über asphaltierte Strassen, wurden die meisten aus dem Schlaf gerissen. Dann ging es auf die richtige Piste. Gut durchmassiert erreichten wir gegen 07.00 Uhr die Geysire. Wir waren aber nicht die Ersten und Einzigen! Wie beim Winterschlussverkauf stürzten sich die Menschenmassen auf die verschiedensten Geysire.
Dass wir nach den meisten Gruppen kamen, hatte den Charme, dass wir auch Fotos "ohne Menschen" machen konnten. Wie bestellt ließ ein Geysir nach dem anderen Damf ab. Eine halbe Stunde lang wurde ein jeder Geysir von oben oder von allen Seiten fotografiert (vor allem von mir :-) )
Danach gab es ein schönes Frühstück dicht neben einem Geysir. Auch das obligatorische Gruppenfoto wurde gemacht. Ein paar Meter weiter war der größte Geysir. Dort wurde durch unseren "junggebliebenen Ältesten" (Stephan) und unseren Sportaktiven Jüngsten (Vera) das Thema "Gruppenbespassung" hochgehalten. Handstand und ein Rad wurden unter schwierigsten Bedingungen (> 4000 NN.) auf höchstem Niveau gezeigt. Alle waren begeistert. Hier sollen dann die letzten Bilder gemacht werden. Aber das war nicht so einfach. Köpfe waren auf einmal verschwunden, Personen tauchten plötzlich aus dem grauen Nebeldampf auf, usw.
Dann ging es weiter zu den Thermalquellen. Aber leider zeigte die Höhe die ersten Begleiterscheinungen. Die Ersten klagten über Kopfschmerzen und Übelkeit. Jeder Meter ins Tal sorgte für Besserung. In der Thermalquelle angekommen, sprangen wir alle in das 33,5 Grad warme Wasser.
Es gab die verschiedensten Becken. Da wir aber unsere Gruppenzusammengehörigkeit zeigen wollten, gingen wir alle in das gleiche Becken. Aufgestellt im Kreis wie in einer Selbsthilfegruppe, sassen wir im Wasser. Von aussen betrachtet sah es wahrscheinlich aus wie eine Rentnergymnastikgruppe. Aber wir genossen die Entspannung.
Danach gab es lecker Salat und Rotwein. Wir fuhren dann zurück nach San Pedro de Atacama und liessen den Tag mit einem Stadtbummel ausklingen.
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Weg von der Wüste fliegen wir ans Meer!!!
Heute durften wir zum ersten mal ausschlafen! Abfahrt um 07:00 Uhr, welch eine Wohltat nach den letzten Tagen! Nach einer letzten Busfahrt durch die Atacama und einem ereignislosen Flug von Calama nach Santiago, traf unseren Busfahrer Lito am Flughafen von Santiago die volle Härte des Gesetzes, denn um unsere Koffer schneller einladen zu können, parkte er auf einem Behindertenparkplatz, was einem Carabinero nicht verborgen blieb. Was folgte waren ein paar Diskussionen und der obligatorische Strafzettel.
Nach den Schotterpisten der Atacama war die "Autopista" von Santiago nach Valparaiso, die uns durch Avocadoplantagen und Weingüter führte, richtig angenehm. Nach einer kurzen Rast erreichten wir schließlich Valparaiso, die schönste und bekannteste Hafenstadt Chiles!
Nach dem Check-In in unserem Hostel im ehemaligen Deutschen Viertel erkundeten wir zusammen mit Diana und Gabriel, unserem lokalen Guide, das Hafenviertel, welches ein UNESCO Weltkulturerbe ist. Vorbei ging es an pittoresken und bunten Häusern, an denen der Zahn der Zeit schon genagt hatte, die aber trotzdem noch ihren besonderen Charme haben. Eine Hafenrundfahrt durfte natürlich auch nicht fehlen, und zu unserer Überraschung sahen wir ein paar Seehunde, welche sich ein bisschen sonnten.
Ein besonders großes Exemplar war aber mit unserer Anwesenheit nicht einverstanden und tat dies auch lautstark kund.
Den Abend liessen wir dann noch in einem schönen Künstlerlokal im ehemaligen Deutschen Viertel ausklingen.
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Meer, Wein und Käse
Nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns auf in Richtung Pazifik, wo wir die Möglichkeit hatten, ein kurzes Erfrischungbad (im wahrsten Sinne des Wortes) zu nehmen. Bei einer Außentemperatur von ca. 18 Grad und einer Wassertemperatur von ca. 16 Grad, hielt sich die Begeisterung allerdings in Grenzen.
Aber nachdem Diana verkündet hatte, dass sie reinspringt, wenn jemand aus der Gruppe mitgeht, haben sich drei Männer überreden lassen und sind heldenhaft ins kalte Wasser gesprungen. (Was Diana dann gar nicht mehr so toll fand, da sie gehofft hatte, dass ihr das kalte Bad erspart bleibt!)
Weiter ging es nach Isla Negra um das Haus des Nobelpreisträgers Pablo Nedura zu besichtigen. Beim Blick aus seinem Schlafzimmer aufs Meer, hat uns alle der Neid gepackt, dieser Blick ist einfach Wahnsinn.
Bevor es zurück nach Santiago ging, haben wir ein Weingut besichtigt und durften natürlich auch ein paar edle Tropfen verkosten. Dort auf den Geschmack gekommen, haben wir gleich ein paar Flaschen gekauft, die wir dann bei einem gemütlichen Abendessen in unserem Hostal mit viel Käse und anderen Leckereien getrunken haben.
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Zwei Programme (Sozialprojekt und Anden-Tour)
Programm I:
Nachdem wir an diesem Morgen endlich mal ausgeschlafen und einige von uns die Shopping Malls erkundet hatten, stand das von viventura unterstützte Kinder- und Jugendzentrum auf dem Programm. Wir hatten uns zuhause schon einiges an Spielzeug, Stiften und Gummibären eingepackt und beim Shoppen noch zwei Fußbälle erstanden und trafen uns um 14.00 Uhr vor dem Teatro de la Universidad de Chile mit Diana und Tim. Tim ist Student der Sozialwissenschaften an der Universität Hamburg und macht gerade sein Praxis-Semester bei visozial. Mit dem Bus ging es vom Stadtzentrum aus in den Stadtteil Puente Alto. Während der 1-stündigen Fahrt vorbei an riesigen Shopping Centren, Pick-ups und teilweise prunkvollen Häusern berichtete Tim, dass er vormittags im viventura-Büro arbeitet und dann normalerweise mit öffentlichen Verkehrsmitteln 1,5h zum Jugendzentrum unterwegs ist. Das Projekt kümmert sich um die Kinder aus dem ärmsten Viertel Santiagos und es fällt einem schwer angesichts der vielen Shopping Malls, der großen Autos, und den vergleichsweise robusten Häusern zu glauben, dass die Armut so groß ist wie Tim es beschreibt.
Wir kamen in Puento Alto an und die Hütten wirkten schon weniger stabil und prachtvoll. Trotzdem, das Stadtviertel ist relativ grün und sauber. Tim erklärte uns, dass die Hütten an der Strasse nach hinten raus meistens noch um illegale Gebäude erweitert sind, um den 3 Generationen einer Familie Unterkunft zu bieten. Somit kommen auf 12 qm teilweise 7 oder mehr Personen. Platz zum Spielen bleibt dort nicht und auch keine große Möglichkeit häuslicher Gewalt zu entgehen.
Das Zentrum bietet Platz für 80 Kinder, die aber selten alle gleichzeitig da sind. Zum Glück, denn man kann sich kaum vorstellen, wie die Räumlichkeiten 80 Kinder unterbringen sollen. Als wir um 15.30 Uhr ankamen, waren knapp 10 Kinder da. Die Kinder kommen normalerweise um diese Zeit aus der Schule direkt ins Zentrum. Einige Mädchen begrüßten uns freundlich mit einem Küsschen auf die Wange, die Jungs waren zurückhaltender und alberten etwas rum. Wir besichtigten das Zentrum, das aus einem Aufenthaltsraum, einer Küche, einem Betreuerzimmer, einem Büro und dem kleinen Innenhof besteht.
Der Innenhof wird zum Spielen genutzt. Ein Kicker stand zunächst im Mittelpunkt des Geschehens. Unsere Geschenke wurden im Büro des Direktors verstaut. Sie sollen nach und nach verteilt werden, um bei den Kindern den Eindruck zu vermeiden, dass Besucher immer Geschenke bringen. Schade, hatten Daniel und ich doch darauf spekuliert, die neuen Bälle beim Fußball gleich ausprobieren zu können. Naja, so mussten wir uns am Kicker beweisen. Schnell hatten die Jungs ihr 2er Team zusammen gestellt, das gegen Daniel und mich antreten durfte. Am Anfang sah es aufgrund schneller Ballverluste im Sturm und mangelhaftem Abwehrverhalten auf des Gegners Platz auch gar nicht gut für Team Germany aus, aber nachdem wir uns an das ungeliebte "Kurbeln" gewöhnt hatten, konnten wir das Match mit typisch deutschen Tugenden - Kämpfen, kämpfen, kämpfen - kurz vor Schluss doch noch rum reißen.
Das Rückspiel fand dann unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, da mittlerweile der Zauberer/Akrobat Emilio angekommen war, der einmal in der Woche kommt, um mit den Kindern Zaubertricks und Akrobatik einzustudieren. Hierfür wurde der überdachte Innenhof der benachbarten Schule genutzt. Demnach war der Innenhof des Zentrums relativ schnell leer gefegt. Wir schlossen uns den Kindern an und versuchten etwas unbeholfen mit Bällen, Ringen und Kegeln zu jonglieren. Die Kids waren uns da weit voraus. Vera konnte dadurch glänzen, dass sie mit Emilio einige akrobatische Übungen machte, die sogar bei einigen Kids Staunen hervorrief, ob dies allerdings bewunderndes oder fassungslos-mitleidiges Staunen war, bleibt fraglich. Zumindest wir waren von Vera's akrobatischen Fähigkeiten tief beeindruckt - auch wenn zwei Mädchen aus dem Zentrum die gleichen Figuren kurz danach relativ mühelos und spielerischer nachturnten.
Kurz vor Schluss konnte ich dann doch noch etwas mit ein paar Jungs kicken. Der Ball war zwar klein und wir haben so ziemlich alles umgerissen was im Weg stand, aber wir hatten Spaß. Am Ende des Tages blieb die Erkenntnis, dass es relativ wenig braucht, um die Kids glücklich zu machen. Ein kleiner Raum, ein Ball, ein Zauberer und viel Aufmerksamkeit. Doch dies Wenige hat schon gereicht, um in strahlende Kinderaugen zu schauen und was für uns wenig ist, ist für die Kinder aus Puento Alto schon eine Verbesserung zu ihrem täglichen Alltag.
Programm II
Nachdem wir am Abend vorher noch die Weinprobe vom Nachmittag im Happy Hostel fortgesetzt haben, war die Nacht etwas kurz: ein Teil unserer Gruppe wurde um 7 Uhr zur Andenjeeptour von Frederico und seinem Kumpel abgeholt. Schon die Fahrt raus aus Santigo hat uns darauf eingestimmt, dass es abenteuerlich wird, denn wir sind mit den Jeeps sportlich durch den Großstadtdschungel gedüst, wobei unsere beiden Guides am Steuer in ständigem Funkkontakt standen – das gab gleich zum Einstieg das echte MacGyver Gefühl ;-)
Wir sind direkt ins Cajón del Maipo (Maipo-Tal) gefahren (mit einem kleinem Stopp an einem Wildwasserfluss und einer ersten cerveza vor neun), dass relativ versteckt auf knapp 3000 liegt. Landschaftlich bietet sich hier ein beeindruckender Blick auf die Anden: viele Gletscher, Vulkane, ein ständiger Wechsel je höher man fährt – wir haben viele Stopps gemacht und unzählige Fotos geschossen. Vorbei ging es auch an einer Geister-Militär-Basis, die während des Krieges mit den Argentiniern gebaut wurde, einem Stausee, der vor den Bergen ein unfassbares Panorama geboten hat (wieder “eine Million Fotos” – die alle als Desktop-Motiv taugen würden), tollen Hochebenen und letztendlich über die Baumgrenze hinaus. Pferdeherden standen wie gemalt auf den freien Flächen, Kühe haben uns den Weg versperrt, Füchse haben sich für Bilder in Pose gesetzt und wir haben viele Kondore über uns kreisen sehen. Leider hat sich an diesem tag kein Puma rausgetraut – die es hier sonst zu sehen gibt.
Während einer kleinen Wanderung über die Ebene haben wir noch mal die ganz besondere Atmosphäre genossen und viele Eindrücke mitgenommen. Leider sind wir auch an einem Pferdegerippe vorbeigekommen – als anschauliches Beispiel für die Andengesetze.
Bevor es auf den Rückweg ging, haben wir eine sehr ausgiebige Pause an warmen Naturthermen mit einem spektakulären Wasserfall gemacht und dort etwas gepicknickt. Ich habe mich zwar nich in das Wasser getraut, aber die Stimmung an diesem Ort sehr genossen.
Auf dem Rückweg haben wir häufig an vielen weiteren Naturschauspielen gehalten und sind dann aus dem Tal heraus in ein tolles Aktiv-Camp mit Restaurant gefahren, wo wir ausserordentlich gut unter Bäumen direkt am Fluss gegessen haben: 0,5 liter frischer Erdbeersaft plus tolle Salate, taboule und gutem Fleisch.
Bevor es wieder nach Santiago rein ging, gab es einen kleinen Zwischenstopp an einer alten restaurierten Lok aus der Jahrhundertwende, die ursprünglich aus Deutschland kam.
Zurück am Happy Hostel waren wir nach einem langen, eindrucksvollen Tag gegen 6 Uhr. Dort haben wir schnell geduscht. Anschliessend waren wir in einem tollen Fischrestaurant essen, in dem wir uns aufgrund der Einrichtung wie auf einem schiff fühlten. Zum Abschluss des Tages sind wir gegen halb zwölf in den tatsächlich super-bequemen Schlafbus nach Pucon gestiegen – kein Flachs, ich habe tatsächlich fast durchgeschlafen – vielleicht auch, weil es so viele Eindrücke zu verarbeiten gab…
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Im Wald- und Seen-Gebiet
Nach einer langen Fahrt im einigermassen gemütlichen Schlafbus sind wir gegen 10 Uhr in Pucon angekommen. Schon ein erster Blick auf den wunderschönen Vulkan Villarrica war der perfekte Start in den Tag. Wir haben unser Gepäck schnell in einem kleinen Bus verstaut und sind zum nahe gelegenen "Hostal donde German" gelaufen, wo auch schon ein seeeeehhhr gutes Frühstück auf uns wartete. Der Kuchen war besonders lecker ;-). Während des Früstücks erfuhren wir von German, welche Aktivitäten für uns in Pucon zur Auswahl standen. Für die Vulkanbesteigung am nächsten Tag haben wir uns gleich alle angemeldet.
Auf dem Plan für heute stand die Besichtigung einer der seltenen Vulkanhöhlen. Einige von uns hatten sich für einen Reitausflug entschieden. Bevor es jedoch richtig losging mussten wir noch einen kurzen Stopp am Busbahnhof einlegen, um eine in unserem Nachtbus verloren gegangene Kamera zu suchen. Wer die wohl vergessen hat… ;-) Aber Glück gehabt, der Bus war noch da und die Kamera auch. Wäre auch schade um die vielen schönen Fotos gewesen.
Bei unseren Besuch in den Vulkanhöhlen haben wir einiges über Vulkanismus erfahren und auch über die Historie der Ausbrüche des Villarrica. Zugleich erfuhren wir, dass die Einwohner derzeit auf einen neuen Ausbruch warteten… Die Vulkanhöhlen selbst waren sehr kalt und sehr dunkel. Als wir kurz das Licht ausschalteten, konnten wir nicht mal unsere eigene Hand vor Augen sehen. Nach der Höhlenbesichtigung stand für drei unserer harten Kerle noch Rafting auf dem Programm. Der Rest der Truppe konnte sich erholen und schon mal für das Abendessen einkaufen.
Nachdem sich die ganze Gruppe nach den verschiedenen Aktivitäten wieder im Hostal eingefunden hatte, haben wir zusammen gegrillt und den Abend bei einem gemeinsamen Abendessen ausklingen lassen. Einen neuen Freund haben wir auch alle gefunden: einen kleinen schwarzen Hund, der sehr liebebedürftig war.
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Und da wollen wir wirklich hoch?
Das dachte ich mir, als wir am Fuss des Vulkans Villarica losstiefelten. Unsere vier Guides hatten uns um 7 Uhr abgeholt und mit der Ausrüstung ausgestattet - naja, in dem neongelben Anzug konnten wir wenigstens nicht verloren gehen :-). Wir waren uns zu Beginn nicht ganz sicher, ob wir den vier Spassvögeln wirklich unsere Sicherheit anvertrauen können, einer hatte sehr viel Ähnlichkeit mit Tingeltangel-Bob von den Simpsons!
Am Vulkan angekommen, ging es nach wenigen Metern in Schnee über. Unser junggebliebener Ältester und ein paar andere wollten einen Zahn zulegen, so dass wir uns in zwei Gruppen aufteilten. Ich blieb lieber mal bei der langsamen - man weiss ja nie :-) Bei der nächsten Pause hiess es: Helm an und Eispickel raus! Oh je, jetzt gings los! Für mein ängstliches Grundgemüt war der weitere Aufstieg im Schnee schon eine kleine Herausforderung. Als es hiess, wir würden den Rückweg runterrutschen und ich die steilen, gefrorenen Eisrillen bergab sah, dachte ich mir nur: klar, ihr spinnt! Aber mehr dazu später…
Erst einmal hiess es: weiterstiefeln! Unsere Guides waren echt super, so albern sie auf der Hinfahrt waren, so hilfsbereit waren sie auf dem Berg. An schwierigen Stellen haben sie uns super geholfen und waren immer für ein Spässchen zu haben! Nach fünf Stunden (die schnelle Gruppe schaffte es in 4 1/2) hatten wir endlich unser Ziel erreicht: den Kraterrand des Vulkans! Stolz wie Oscar war erst mal ein Gruppenfoto angesagt. Ich machte mir allerdings schon Gedanken, wie ich den steilen Berg heil wieder herunterkommen sollte.
Kaum daran gedacht, fingen unsere Guides schon an, uns die "Rutsch-Windeln" umzuschnallen. Dann gings los: ab in die Schneerille und runter den Berg! Der Eispickel wird dabei als Bremse genutzt. Naja, bei meinem Glück haue ich mir den eher ins Bein als damit zu bremsen… Unser Guide sah glaube ich die kleine Panik in meinen Augen und sagte: "Just relax, it`s fun!" Also gut, Augen zu und durch! Und das war ein Spass! Wie die kleinen Kinder freuten wir uns über jede weitere Rutsch-Rille und kamen nach kurzer Zeit leider schon unten im Tal wieder an. Unser junggebliebener Ältester vergass zwischendurch mal wieder einen Teil seiner Ausrüstung - den Eispickel! Wie gut, dass der Rest der Gruppe nach dem Vergessen seiner Jacke und Kamera schon ganz besonders auf ihn und seine Ausrüstung achtet :-)
Zurück im Hostel sonnten wir uns im Garten und kuschelten ein bisschen mit dem Haushund - von mir nur liebevoll "kleine Ratte" genannt! Ach, ging es uns gut! Abends konnten wir unsere müden Muskeln in einer 40 Grad warmen Quelle entspannen, wo Diana uns ein leckeres schwimmmendes Dinner inkl. Pisco Sour servierte. Das war ein toller Abschluss eines tollen Tages - ich sag nur: total CRAZY!
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Ein bisschen Ruhe….
Nach den Strapazen der gestrigen Vulkanbesteigung haben wir heute das "Dolce Vita" Chiles kennengelernt.
Der Tag beginnt mit einem Frühstück, das von Marmelade, Wurst und Käse über Rührei und Obstsalat bis zu selbstgebackenen Brötchen, Joghurt und Grapefruitsaft alles bietet, was das Herz begehrt. Nur am Kaffee müssen sie noch arbeiten, die Chilenen. Nach dem Frühstück werden Karten geschrieben, manche fallen kurzzeitig ins Sonnenkoma und andere in den Shoppingrausch. Als das ein oder andere Lippi-Shirt gekauft ist und eine Reiselustige sich für ein echt chilenisches Kunstwerk und gegen ein Drittel ihrer mitgebrachten Kleidung entschieden hat, gehts weiter zu dem, was wir heute am besten können: essen.
In einem etwas abgelegenen Restaurant lernen wir die sehr leckere (!) typisch chilenische Küche kennen. Neben ganzen Kartoffeln und halben Maiskolben finden wir auch ein Viertel Rind in unseren Schüsseln. Geplättet vom Geschmackserlebnis der Cazuela halten wir am Strand des Villarica-Sees ein Mittagsschläfchen. Um dem Namen unserer Reise (ViActive Young) auch heute wenigstens ein bisschen Ehre zu erweisen, werden wir Abends dann doch noch aktiv. Wir tragen Wein, Gemüse und Nudeln vom Supermercado zum Hostal und kochen gemeinsam.
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Langsam in Richtung des nächsten Zieles: Patagonia
Früh sind wir vom Vulkan Villarica weg gefahren, die Tage waren sehr schön und hatten wir auch die Gelegengheit gehabt uns ein bisschen von der Wüste zu erholen. Bei freundlichem Wetter fuhren wir von der Araucanía-Region Richtung Fluss-Region, wo wir auch in der Stadt Valdivia am Meer angekommen sind. Mann sieht den deutschen kolonialen Einfluss in dem Baustil, aber auch weil hier der Hauptort der Bierproduktion Chiles ist.
Weiter ging es zu einer 4 Stunden langen Fahrt. Nach einer laaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaange Wartezeit haben wir ein seeeeeeeeeeeeeeeeeeeeehr langsames aber "liebevoll gemachtes Essen" bekommen, es war aber so spät, dass man nicht mehr wusste ob das Abendessen oder Frühstück war… jetzt haben wir noch einige Minuten zum schlafen, bevor unser nächster Flug in das unbekannte Patagonia geht.
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Auf nach Patagonien
Nach einem kurzen Flug sollte unser Abenteuer Patagonien beginnen. Aber leider hat uns die LAN zunächst einen Strich durch die Rechnung gemacht und uns drei Stunden am Flughafen Puerto Montt festgehalten, bevor wir mit ordentlicher Verspätung nach Balmaceda starten konnten. Dort ging es dann gleich weiter, da das einzige Gepäckband just beim Koffer unseres "Kükens" den Geist aufgegeben hat und wir ewig auf unser Gepäck warten mussten.
Endlich waren wir startklar und konnten durch Nordpatagonien bis nach Cerro Castillo fahren, wo wir schon atemberaubede Blicke auf die Landschaft werfen konnten. Nach einer kurzen Erholung machten wir uns zu Fuss auf den Weg, um ein typisches Asado Patagonico zu geniessen. Das ist ein Lamm, dass am Stück vor einem offenen Feuer gebraten wird. Sehr lecker, auch für die, die eigentlich kein Lamm essen.
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Hoch zu Ross
In der Früh ging es nun zu einem Pferdehof, denn wir wollten (mussten ;-)) die Patagonische Bergwelt hoch zu Ross erleben. Nach einer kurzen Einweisung ging es dann auch schon los. Vorbei an windschiefen Bäumen und Sträuchern ging unser Ritt durch die atemberaubende Bergkulisse. So manches Pferd wollte zwar nicht so wie sein Reiter, wie z.B. grasen, baden oder auf dem Boden wälzen, aber zu guter Letzt erreichten wir ziemlich verstaubt das Ziel des Ritts: Die Felsmalereien von Manos de Cerro Castillo.
Vor 10.000 Jahren hatten sich dort unsere Vorfahren mit Handabdrücken auf den dortigen Felsen verewigt. Die rote Farbe besteht aus Guanacoblut und hat die Jahrtausende fast unbeschadet überstanden. Warum diese Bilder an der Wand sind kann natürlich niemand mehr sagen: Rituale oder Beschäftigungstherapie, wer weiss das schon? Zum Glück durften wir vom Pferderücken wieder auf den Bussitz wechseln, denn es ging nun auf der Carretera Austral, einer Schotterpiste durch die Bergwelt Patagoniens, weiter Richtung des Lago General Carrera, dem zweitgrössten See Südamerikas.
Leider hatte mittlerweile Regen eingesetzt und auch die tiefhängenden Wolken liessen die schneebedeckten Berge nur erahnen. Nach einer holprigen Fahrt erreichten wir schliesslich Bahia Catalina, das Tagesziel, wo wir unsere gemütlichen Hütten bezogen. Nach einem leckeren Abendessen veranstalteten wir noch einen Männer- und Damenabend, um das mitgebrachte Escudo und den leckern Wein zu verkosten.
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Blauer Himmel, blaues Wasser
Nachdem wir am Tag zuvor bei strömendem Regen und frierend in Bahia Catalina angekommen waren und aufgrund der individuellen Ofen-Betreuungs-Situation auch nicht jedem in dieser Nacht warm geworden ist, kam nach einem grossartigen Frühstück direkt am Kamin plötzlich die Sonne mit ganzer Kraft heraus.
Schnell haben wir unsere Sachen gepackt und uns auf eine Wanderung zu einem Fossilienstrand vorbereitet. Kurz bevor es losging ist uns nochmal richtig warm geworden, denn wir haben der leeren Batterie unseres Busses Starthilfe gegeben und den steilen Hang zur Hauptstrasse durch gemeinsame Gewichtsverlagerung der Gruppen in die hinteren Reihen und durch den jahreszeitgemässen Einsatz von Schneeketten bewältigt.
Insgesamt haben wir an diesem Tag viel gelacht und hatten sehr viel Spass: das Wetter wurde im Laufe des Tages immer besser und wärmer, die Wanderung in der Bergen am Rande des General Carrera war wunderschön und abwechselungsreich und wir haben viele spannende Hinweise auf die Urzeit unter den Fossilien entdeckt, die wir in einer Vielzahl auf der Wanderung entdeckt haben. Das Highlight war aber dann unsere ausgedehnte Pause an einem perfekten Wasserfall auf den von der Sonne erwärmten Felsen, mit Schokolade, Keksen und wasserfallgekühltem Bier. Hier wurden wir zu vielen Fotos motiviert.
Auf der Rückfahrt zum Bahia Catalina habe wir ein paar Fotostopps am unglaublich türkisfarbenen Lago General Carrera mit seiner Bergkette im Hintergrund gemacht. Ausserdem haben wir einen Abstieg an der Steilküste gewagt, um einen einmaligen Blick auf die Marmorhöhlen zu bekommen. Unsere Füsse sind zwar nass geworden, aber aufgrund der tollen Eindrücke haben wir das erst hinterher gemerkt.
Hütte eins haben wir an diesem Abend auserkoren, um die Restbestände an Bier, Wein, Chips und Schokolade zu bewältigen - ich würde sagen, auch hier konnten wir einen Erfolg verzeichen. Die zweite Nacht in Bahia Catalina war dann auch gleich viel wärmer.
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Patagonien ist soooo schööööööööönnnn!!!!!!
Eine Bootsfahrt, die ist lustig, eine Bootsfahrt, die ist schön *pfeif* Südlich von Puerto Tranquilo werden wir am Ufer des Lago Carrera von der äußerst seltenen Nordpatagonischen Wildpumakatze empfangen - ein Zeichen? Wir wagen uns verteilt auf zwei Boote trotzdem auf den See hinaus, um die Capillas de Mármol (die Marmorhöhlen), die das Wasser über die Zeit hinweg ausgespült hat, zu besichtigen. Das Pärchenboot, das ja auch in seiner Entwicklung einen Schritt voraus ist :-p, fährt vorweg und der Singleluxusliner mit Sonnendeck schippert hinterher.
In einer der Höhlen steigen unsere Männer aus und verschwinden. Wir überlegen schon, unser Boot zum Witwenboot umzudeklarieren, doch das Aufflackern des Fotoblitzes zeigt, dass wir nun doch noch nicht in den Genuss einer hübschen Lebensversicherungsprämie kommen.
Auf ein Zeichen folgt in der Regel ein Zweites, so auch hier: mitten auf dem Lago Carrera trifft uns das Blitzeis, in Form eines leichten Hagelschlags. Trotz aller Mutmaßungen, ob das daran liegt, dass der an Land gebliebene Busfahrer die Katze gefressen hat oder ob es daran liegt, dass er sie nicht gefressen hat, obwohl er es hätte tun sollen, kommen wir zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis. Zeichen sind halt eben, was sie sind: mystisch. Vermutlich handelte es sich ganz einfach um einen kurzen Gruß aus der eisigen Heimat.
Nach unserer Bootstour beweisen wir wieder Sitzfleisch und fahren die lange Strecke über die Carretera Austral nach Coyhaique. Hallo Zivilisation - du hast uns wieder. Endlich unter Menschen nutzen wir dies gleich aus und gehen in eine nach einer Zeichentrickfigur Walt Disneys benannte Bar: Pepe le Pub. Der Name ist Programm. Pepe, das Stinktier, das sich unsterblich in eine Katze verliebt und diese mit französischen Liebesschwüren zu betören versucht, hinterlässt auch bei uns seine (Qualm-)Spuren.
Im Pepe le Pub werden wir erstmal herausgefordert. Nachdem mehrere Runden Cucaracha-Wettschlürfen nicht eindeutig entschieden werden können, schwenken wir auf eine Disziplin um, die uns Deutschen besser liegt. Aber auch das Bier-Wetttrinken können wir nicht klar für uns entscheiden. Also muss ein neuer Contest her, der Tanzcontest. Spätestens hier wird auch dem immer fröstelnden Küken warm, so dass es die Angora-Hüllen fallen lässt. Des Sieges willen wirft selbst unser Gruppenfossil seine Prinzipien über Bord und lässt seine chilenische Tanzpartnerin führen. Und die führt gleich zum Sieg.
Etwas angeschickert verlassen wir die Bar und fallen in unsere Betten. Gut, dass wir morgen ausschlafen können.
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Fliegen, warten, weiter fliegen….
Morgens hatten wir Ausschlafprogramm. Gegen 11:40 fuhren wir wieder durch die armbesiedelte Region Nordpatagoniens Richtung Flughafen, wo wir den Flug nach Puerto Montt genommen haben, um dort umzusteigen und weiter nach Südpatagonien, Punta Arenas, zu fliegen. Wir sind den ganzen Tag unterwegs gewesen. Zwichen den Flügen sind wir in die Stadt Puerto Montt gegangen, um dort die Spezialität der Region zu kosten: "Curanto en Olla" ein Muscheln-Hühnchen-Schweinchen-Fisch-Eintopf mit Milcao und Chapalele (Kartoffeln und brotartiger gekochter Teig).
Wir sind auch über den Handwerksmarkt gelaufen, wo die ganze Holzschnittkunst der Region ausgestellt ist. Ein Teil der Gruppe musste aus Solidaritätsgründen am Flughafen bleiben, um eine von uns zu begleiten, die sich nicht so hundert Prozent fit fühlte. Die Gruppe hat sich gegen 8:00 wieder versammelt und ist zusammen weitergeflogen. Um Mitternacht kamen wir in unserer Unterkunft an und sind direkt ins Bett gefallen.
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Gedanken des Gruppen-Oldies
Logbucheintrag 18) 04.12./ 21.30
Ich habe die Truppe ins Bett geschickt. Kurz vor dem Kampf sollen sie sich noch einmal ausruhen. Ich mache mir als Gruppenoldie ernsthafte Sorgen um den Zustand der Gruppe. Mein Zivi hat sich geweigert mich im Rollstuhl den Berg rauf zu schieben, also muss ich wohl laufen. Das Küken wurde durch einen Virenangriff schwer in Mitleidenschaft gezogen. Zur Not müssen wir sie zurücklassen und dem Feind opfern. Der Zwerg sollte dem Wind wenig Angriffsfläche bieten, ist aber im Wald und am Berg schwer gefährdet, seinem Urinstinkt nachzugeben und bei der ersten Gelegenheit einen Stollen zu graben. Wir müssen also sicherstellen, dass weder Axt noch Schaufel unseren Weg kreuzen.
Fast-beer und seine Regierung hatten am Vulkan etwas geschwächelt, dafür hat Fast-beer beim Trinkwettbewerb gepunktet. Den Ernst und seine Apothekerin kann ich schwer einschätzen. Die Prinzessin hat am Vulkan Stehvermögen gezeigt und der Hofnarr und seine holde Maid sollten fit sein, kommen sie doch aus einer bergigen Heimat.
Trotzdem, der Feind trohnt scheinbar unbezwingbar vor uns und der Foto-Graf hat schlechtes bzw. wechselhaftes Wetter vorausgesagt. Bisher hatte der Graf uns immer gutes Wetter beschert, aber diesmal scheint der Berg mächtiger als der Wettergott.
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Die (Schlamm-)schlacht am Torres del Paine
Logbucheintrag 19) 05.12./ 5.45
Kurz nach dem Morgengrauen hatten wir den Angriff auf den Berg geplant. Wir haben auf den Überraschungseffekt gehofft und starteten noch bevor der Feind Wind, Hagel, Schnee und Regen mobilisieren konnte. Demzufolge wurde unsere 3- stündige Fahrt von Puerto Natales zum Fuße des Torres del Paine von leichter Bewölkung und Sonnenschein begleitet. Ab und an wurden wir durch wunderschöne Bildermotive wie Nandus, Stinktiere und Guanaco-Herden aufgehalten. Der Graf, der Hofnarr und der Tourgeist schossen ein paar Bilder. Der Kutscher kannte zum Glück den Weg und so erreichten wir pünktlich unsere Fähre.
Logbucheintrag 19-5.12./ 9.30 Mit der Fähre setzten wir von Guarderia Pudeto nach Guarderia Lago Pehoe über, von wo der Aufstieg beginnen sollte. Noch war der Berg nicht richtig wach. Leichter Nieselregen und fast warmer Wind begleiteten den Beginn unserer Wanderung. Einzig ein paar Foto-Motive lenkten den Tourgeist und den Grafen immer wieder vom rechten Weg ab, aber wir konnten sie zum Glück immer knapp den Klauen der Grashalme, Blätter und Blüten entreißen und so eine vorzeitige Dezimierung verhindern.
Das Küken, Fast-beer und seine Regierung waren mit dem 3-Lagen-Beinkleid (Lange Unterhose, Hose und Regenhose) gegen Wind und Wetter gerüstet. Was sich jedoch in Anbetracht der warmen Witterung als echtes Eigentor erwies.
Der Ernst und die Apothekerin erklärten sich bereit mit mir die Vorhut zu bilden und das Gelände zu erkunden. Der Hofnarr hatte für diesen Tag den "kleinen Inder" aufgelegt und sorgte damit für gute Stimmung in der Gruppe. Zum Glück bekam er von seiner holden Maid immer wieder die richtige Orientierung, um den Anschluss nicht zu verlieren.
Nach 1/3 der Strecke sammelten wir uns zur ersten längeren Rast, nachdem wir vorher schon einige Foto- und Trinkpausen gemacht hatten. Bis dahin ein gemütlicher Aufstieg. Das sollte sich ändern. Die Vorhut war inzwischen zurück. Der Berg war erwacht und schickte uns erstmals richtig heftigen Wind. Nachdem uns auch das nicht aufhalten konnte, begann der Regen, der uns kräftig ins Gesicht peitschte und gemeinsam mit dem Wind ein schwer zu besiegender Feind wurde. Der Weg war matschig und teilweise überschwemmt. Der Tourgeist hatte wieder die Führung übernommen und auch das Küken zeigte keine Schwäche. Der Berg stellte uns noch einen reißenden Fluss in den Weg. Aufgrund seiner kurzen Beine hatte der Zwerg hier einige Schwierigkeiten, doch der Graf erwies sich als wahrer Gentleman und half auch ihr dieses Hindernis zu überwinden. Damit war der Berg geschlagen. Die letzte halbe Stunde schickte er zwar noch etwas halbherzig Wind und Regen, aber wir schritten siegesgewiss unserem Ziel dem Refugio Grey entgegen, wo uns eine warme Hütte und ein kühles Bier erwartete.
Logbucheintrag 19-5.12./ 16.00 Die Truppe ist noch komplett. Wahnsinn, sogar das Küken und die Maid haben es geschafft. Kaum hatten wir die Hütte erreicht, ließ der Regen nach und hörte später ganz auf. Die Sonne ermutigte einige noch das Gelände zu erkunden und näher an den Gletscher heran zu klettern. Ein wunderschöner Anblick!
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Und endlich die erwartete warme Dusche….
Zwei Frühaufsteher waren schon unterwegs, alle anderen krochen ab 8 Uhr langsam aus den Schlafsäcken. Nach dem Frühstück machte sich auch der Rest der Truppe auf, die Umgebung zu erkunden und noch näher an den Gletscher ranzukommen. Unser Tourgeist übernahm währenddessen den Job als „Feuerteufel“ und sorgte dafür, dass die Hütte warm blieb. Je näher wir auf unserer Wanderung an den Gletscher kamen, desto schön wurde dieser - weiß und blau und einfach fantastisch!
Zurück in der Hütte gab es für uns noch eine Lunchbox mit einem Riesensandwich, bevor unser Boot ablegte. Auf dem Wasser war es sehr windig, was zu einem kurzzeitigen Verlust einer Mütze führte, die jedoch schnell wieder aus dem kalten Wasser gezogen werden konnte. Auf dem Boot nutzten wir gleich das „Sonnendeck“ und genossen die frische Brise – na gut, wir hatten teilweise zu kämpfen, dass wir nicht vom Deck gefegt werden. Das Boot wagte sich ganz nah an den Gletscher heran und dort wurde uns erst richtig bewusst, wie groß dieser ist. Mit dem Pisco Sour (auf Gletschereis) in der Hand genossen wir die Aussicht, die Sonne und schossen viele, viele Fotos. Unser Wettergott hat mal wieder hervorragende Arbeit geleistet!!!
In unserem Hotel angekommen, freuten wir uns alle auf eine heiße Dusche, die dann leider nicht bei allen heiß war… Mit einem leckeren Abendessen im „El Living“ und einer gemütlichen Runde mit gutem, chilenischen Wein im Hotel ließen wir den Nikolaus-Abend ausklingen.
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Abschied von Patagonien und Punta Arenas
In Patagonien benötigt man keinen Wecker. Bereits um 5.20 steht die Sonne in Punta Arenas am Himmel. Ob sie vor oder hinter den Wolken steht, entscheidet unser persönlicher „Wettergott Daniel“, der immer weiß, was für uns am besten ist.
Damit soll an dieser Stelle das Thema Wetter beerdigt werden, denn an diesem Tag haben wir uns auf der „Calle sin salida“ nahe dem Jenseits bewegt. Der letze Friedhof vor der Antarktis ist ein aufregender Ort. Zwischen rundgeschorenen Bäumen stehen aufwendig geschmückte Familiengräber, in denen wohlhabende Immigranten beerdigt wurden. Ein ungewöhnlich interessanter und stimmungsvoller Ort für einen Spaziergang in der Sonne.
Anschließend ging es weiter Richtung Hafen. Dort schickten wir die drei Seeleute der Gruppe zur Pinguinjagd auf die Insel. Auf dem Weg zur Pinguinkolonie auf der „Isla Magdalena“ gab es nur einen wichtigen Sicherheitshinweis: „If you are offended sexualy by a pinguin, please run as fast as you can!“ Zum Glück sind die meisten Pinguine aber ziemlich prüde. Bis auf einen…d er krallte sich die Hosenbeine unseres härtesten Soldaten. Ob er sich vor diesen Übergriffen retten kann? Nein. Unter vollem Körpereinsatz war es ihm wichtiger, mit Hilfe seiner Kamera die Reproduktion der Pinguine zu dokumentieren.
Die restliche Gruppe fuhr weiter zum Strand, um selbst Pinguine bei ihrer Alltagsgestaltung zu beobachten. Skandal am Strand: der Zwerg ist gar kein Zwerg – sondern eine Klabauterfrau.
Für alle floss an diesem Abend viel Alkohol und alle waren endlich mal ehrlich zueinander ;-) Und wieder mal war der Pisco Sour sehr lecker. Wir werden versuchen, diese Tradition nach Deutschland rüberzuretten – das Rezept haben wir ja schon, jetzt fehlen nur noch der Pisco und die Gelegenheiten – Prost! Und bis bald – bis zum nächsten Mal in Chile!
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Logbucheintrag 23-8.12./ 18.00
Der Tourgeist ist von Bord gegangen, die Truppe hat eine unerklärbare Nachdenklichkeit befallen: Soll es so enden? Der Kutscher kennt den Weg und bringt uns zu dem Schiff, aus dessen Bauch wir zum Anbeginn der Reise gekrochen sind und das uns nun wieder in eine ferne Welt befördert. Weg von Geysiren, Mondlandschaften, Thermalquellen, Vulkanen, Seen, Flüssen, Pinguinen und Gletschern hin zu unseren Freunden, Familien, Arbeit und Alltag. Doch die Erinnerung bleibt an eine schöne Zeit und eine tolle Truppe. Niemals geht man so ganz…
Liebe Diana, Bleibe so wie du bist. Du bist ein wundervoller Mensch und ich schätze mich glücklich, dich getroffen zu haben. Du bist jederzeit bei mir in Wien willkommen. Ganz liebe Grüße auch an Christopher
PS: Die Truppe ist gut am Flughafen angekommen