Hier können Sie sehen, was unsere Reisenden auf ihrer Reise erlebt haben.
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Auf dem Weg nach Chile
Alle Reiseteilnehmer sitzen im Flugzeug auf dem Weg in ihr Abenteuer; Chile!!
Das ca. 4.000 km lange Land am Süd-West Zipfel des Südamerikanischen Kontinents erwartet uns. Eine 3-wöchige Reise von der nördlichen Wüste bis zum südlichen Patagonien. Eine Vielfalt an Flora, Fauna, Klima und Kultur. Adrián, unser Reiseleiter, wartet auch schon in Chile auf uns.
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Citytour
Wir sind Morgens in Santiago gelandet. Adrian erwartete uns am Flughafen, um uns dann zum Hotel zu bringen.
Nachdem wir uns etwas erfrischt hatten, ging es los ins Zentrum von Santiago. Wir besichtigten den Regierungspalast, die Hauptfußgängerzone, die Kathedrale und sogar ein "Cafe con Piernas".
Zum Mittagessen sind wir zum Markt von Santiago gegangen, wo wir die Vielfalt an Fisch und Meeresfrüchten dieses Landes sehen und kosten konnten.
Der Nachmittag auf dem San Christobal-Berg war eine wunderbare Gelegenheit die Dimensionen der Metropole (fast 6 Millionen Einwohner) wahrzunehmen.
Am Abend hatte uns das Büro eine schöne Überraschung. Ein sehr leckeres Willkommens-Essen in einem Restaurant des Boheme-Viertel Bellavista.
Morgen geht es zeitig mit dem Flieger in die Wüste im Norden, deshalb gehen wir jetzt schnell ins Bett um Morgen fit fürs Programm zu sein.
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In die Wüste
Die Nacht war kurz, Verdammt kurz. Um vier Uhr morgens klopfte es an der Türe. Schnell alles wieder in den Rucksack verstaut, kleines verschlafenes Frühstück (Kommunikation um diese Uhrzeit noch eher langsam). Und schon sitzen wir im Bus Richtung Flughafen und ein wenig später auch schon im Flieger. Anden rechts, Salzseen links, doch dies kann mich nicht davon abhalten doch zumindest eine Stunde Schlaf nachzuholen.
Gelandet wird in Calama. Flughafen müssen nicht groß sein, man kommt trotzdem runter und auch das Gepäck ist da.
Als erstes stürmen wir die Mall. Dummerweise machen die erst um 11:00 Uhr auf (Merke: wir waren wirklich früh aufgestanden). Also suchen wir noch einen lokalen Supermarkt auf, um uns mit Wasser einzudecken. Wenn wir schon mal da sind, greifen wir auch bei den Keksen zu. Schließlich ist Kekse kaufen wenn man nicht weiss was man kriegt auch viel spannender.
Durch die Wüste geht es zur Mine Chuquicamata. Da wir noch ein wenig Zeit haben, machen wir einen Zwischenstopp auf dem Friedhof. Riesig. Und absolut still. Doch nun zur Mine: Gigantisch! Ein tiefes Loch, richtig große Bagger. Beeindruckend. Leider gibt es keine Gelegenheit sich neben einem der Kipplaster fotografieren zu lassen, aber auch die vorbeifahrenden Monster machen was her.
Ein Besuch auf dem Markt von Calama bringt uns den einheimischen Früchten näher. Seltsame Namen, interessante Geschmäcker. Anschließend Mittagessen (Fleisch…)
Durch die Wüste geht es nach San Pedro. Mit Zwischenstopps an einer Gedenkstätte (Caravana de la muerte). Die weiteren Stopps sind bedingt durch Guanacos, "Ohhhhhh, guck mal", interessante Felsen und Sand.
Einchecken im Hostel. Lauter kleine Häuschen, knuffige Zimmer. Nach kurzer Pause geht es mit unserem Bus Richtung "Valle de luna". Bei einer alten Salzmine wird vorsichtig getestet wie Steinsalz so schmeckt. Danach gibt es ein Gruppenfoto vor dem Amphitheater und schließlich in Richtung einer Düne. Hier treffen sich alle Touristen im Umkreis von mindestens 20km um auf den Sonnenuntergang zu warten. Wir suchen uns ein ruhiges Eckchen und warten. Worauf? Das Adrian den Pisco auspackt ;) Wenig später gibt es dann auch den Sonnenuntergang. Kein langatmiges Farbenspiel. Kurze Ankündigung, dann werden die Berge gegenüber rot und dann ist sie weg.
Auch wir sind weg. Richtung San Pedro, was essen und dann schlafen.
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Ab in die Höhe!
Nach einer erholsamen Nacht erwache ich in der Oase San Pedro. Vogelzwitschern und ein dunkelblauer, transparenter Himmel liegen über unserem Backpacker-Hotel. Jedes Zimmer ist eine kleine, geschmackvoll gestaltete, terracottafarbene Steinhütte. Zwischen den Hütten finden sich sattgrüne Bäume und eingesprenkelte Blumenbeete, die mich fast vergessen lassen, dass ich mich inmitten der trockensten Wüste der Erde befinde.
Ein Frühstück auf der Terrasse im Schatten eines Mimosenbaumes tut sein Übriges, um Urlaubsgefühl aufkommen zu lassen und Vorfreude auf diesen Tag zu wecken (nachdem die Fülle der Eindrücke der letzten Tage durch erheblichen Schlafmangel bisweilen den Charakter eines Wachtraumes hatte). Schnell noch eine Tasse Koka-Tee, um der Höhenkrankheit vorzubeugen.
Um 9h verlassen wir San Pedro d.A. zunächst in Richtung der Laguna Chaxa. Ein weiter Himmel spannt sich über die braungelbe Ebene voller Steine und Grasbüschel, durch die die Strasse schnurgerade verläuft. Auf der linken Seite türmt sich am Rand der Ebene die Front eines Tsunami aus Lavagestein, erstarrter Fluss aus mehreren Schichten, der durch hohe Vulkane überragt wird. Vereinzelt windet sich eine Strasse die Flanken der Lavawoge hinauf in Richtung argentinischer Grenze.
Der Hausvulkan von San Pedro ist der Licancábur mit einer Höhe von 5900m über dem Meeresspiegel. Er ist zur Zeit Nichtraucher; unter den Vulkanen währe er die Claudia Schiffer - ein Topmodell - unten breit und rund und nach oben zu einem stumpfen Schlot zulaufend in perfekter Kegelform. Während der Fahrt zur Lagune reiht sich gleich der nächste Vulkan an, wild und zerklüftet dieser, über dem stets eine kleine, weiße Dampfwolke zu sehen ist. Ein Kettenraucher, der fast jährlich ausbricht.
Nach einer Weile wird die Strasse zur Waschbrettpiste, so dass die Wasservorräte aus der Gepäckablage unseres Kleinbusses zu hüpfen drohen. Neben dem Rat zu hohem Wasserkonsum hat uns Adrian eingehend auf das richtige Verhalten in größer Höhe vorbereitet und uns mit Tee versorgt.
Bevor es aber ins Gebirge geht erreichen wir in dem den Kordilleren vorgelagerten Salzbecken die Laguna Chaxa, unser erstes Tagesziel in 65km Entfernung von San Pedro. So weit das Auge reicht scharfkantige Brocken aus Gestein und Salz, die in der Sonne weiss auf der Netzhaut brennen. Flamingos schreiten ruhig durch dazwischenliegende, spiegelnde Wasserflächen - hier und da fliegen einige auf und bis zur nächsten Wasserfläche. Eidechsen sonnen sich auf Salzgeröll. Von Adrian lerne ich, dass Flamingos nicht Flamingos sind - alleine hier sind drei verschiedene Arten zu sehen. Die Flamingos auf den Wasserflächen sind ein Bild, das in der hellen Hitze an eine Fata Morgana erinnert.
Wir fahren weiter, nun bergan die Lavawoge hinauf, begegnen im Bus sitzend einem verdächtig zutraulichen Andenfuchs, bis wir - gefühlt beinahe in der Stratosphäre angelangt - in 4350m Höhe über dem Meeresspiegel die Süsswasser Lagunen Miscanti und Miñique erreichen. Mein Kopf drückt nun leicht, obwohl ich Wasser saufe wie ein Ochse. Und das Gleichgewicht ist manchmal etwas fragil. Atemberaubend ist jedoch der Anblick der blauen Wasserflächen im Schoss der Bergrücken. Der Wind kämmt leuchtend gelbe Grasbüschel unter einem Himmel, dessen Tiefblau die Bergsilhouetten scharf abbildet und ohne jeglichen Dunst bis an den Horizont reicht.
Die Kugel des Halbmondes geht am Taghimmel über den Bergrücken auf. Die Luft ist kühl und fast beißend trocken, aber so klar, dass es manches Mitglied unserer kleinen Reisegruppe in Verzückung versetzt - oder ist es in dieser Höhe eine Form der Taucherkrankheit? Am Wegesrand stehe einige Vicuñas, eine Lamarasse. Oder sind Lamas bemalte Esel, denen der Kopf eines Kamels aufgeschraubt wurde??? Zu wenig Sauerstoff?
Wir fahren wieder bergab, machen auf halber Höhe gegen 14:30 Mittagsrast in dem winzigen Bergdorf Socaire, besichtigen danach die noch mit Stroh gedeckte Kirche im Kolonialstil. Auf dem Rückweg nach San Pedro stoppen wir in der kleinen Oase Toconao (ca. 500 Einwohner) und schauen kurz in die Dorfkirche San Luca, deren bunte Heiligenfiguren einer entrückten Puppenstube entsprungen zu sein scheinen; zumindest aus meinem vielleicht kühl erscheinenden Blickwinkel, einer mit kritischen Fragen angehäuften agnostischen Geisteshaltung.
Wir machen einen kurzen Halt am Friedhof und ich werfe einen Blick auf die für Allerseelen mit Blumen und Dekoration in leuchtenden Farben geschmückten Gräber. Die Hingabe, mit der mit persönlichen Gegenständen und Schmuck die Verbindung und offensichtliche Zuneigung zu den Verstorbenen ausgedrückt wird, lässt mir deutsche Friedhöfe dagegen eher grau und freudlos als Ruhestätte erscheinen.
Gegen 17h kehren wir nach San Pedro zurück, können den freien Nachmittag genießen und uns ausruhen für den nächsten Tag.
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Geysire und Termalbad!
Im Visier hatten wir die Geysire von Tatio NP. -Abfahrt um 5 Uhr früh - und natürlich das übliche Jammern; eiskalt und sternenklar. Von Adrian noch rasch ein Mate de Coca gegen die Höhenkrankheit, schließlich sollen wir nochmals auf ca. 4.300 m hinauf.
Erst dösten noch alle - dann merkten wir die (wohltuende) Massage der Rumpelpiste. Beinahe offroad über Stein und Sandpisten und plötzlich sahen wir das weite Rund mit ca. 40 Dampfsäulen, grad wie in einer Grosswäscherei. Wir erkundeten kleine und große Dampflöcher und Geysire - welch ein Genuss für die Mädels, Gesichtsdampfbad als Teil zwei des Wellness. Dann kam es noch besser - unser Fahrer Dionisio hatte auf einer Steinbrüstung den Tisch für das Frühstück gedeckt - heißer Kaffee!! etc. Neben den Dampf- und Wasserfontänen war der Boden noch gefroren.
Nach dem opulenten Frühstück ging es zurück - inzwischen waren auch die Hochlandenten auf der zugefrorenen Lagune aufgewacht - bis zu einem von 300 Seelen bewohnten Indigena Pueblo namens Machuca. Von der Anhöhe der Blick nach unten: Bis zu 15 Busse und Autos waren bereits zur Besichtigung da. Jemand nannte das "Menschenzoo"
So drastisch muss man das nicht sehen, denn es ist eine Einnahmenquelle für das Pueblo; und da gab es ja etwas Besonderes: ein dicker Koch briet auf einem Griller Lamaspiesschen und die waren köstlich ("lecker"). Allein Gila war bei den lebendigen Lamas und Alpakas und konnte nur mit Mühe vom Kauf eines kleinen Lamas abgehalten werden. Noch zu erwähnen: Wir sahen eine Menge Vikunas, nur das von Adrian versprochene Viscacha ließ sich nicht blicken.
Unser nächstes Ziel an diesem Tag: Die Thermen von Puritama - und unser Badevergnügen. In einem Canyon stürzt Wasser in 5 verschieden große Becken, die in Stufen nach unten verlaufen. Wir nahmen eines in Beschlag und plantschten im 30 Grad warmen Wasser und freuten uns wie die Kinder - eine ausgelassene Gruppe trotz des eher höheren Durchschnittsalters. Die nächste Überraschung: Adrian und Dionisio hatten ein Picknick vom Berg herunter getragen und auf weiss gedecktem Tisch tafelten wir wieder einmal mit Pisco sour - Salud: Arriba -abajo - al centro - adentro-. Aber dann war wieder Schluss mit lustig - zurück nach San Pedro de Atacama.
Leider fehlte heute Martin, der will die Nacht zum Tag machen und geht auf Sternebeobachtung. Eigentlich will er eine neue Galaxie finden, aber wir geben ihm unsere Wünsche für die Sternschnuppen mit.
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Wüste - Berge - Strand
Um 7:15 starten wir vom Hotel aus Richtung Calama, Flughafen. Es geht etwa 1,5 Stunden durch die Wüste, und dessen faszinierenden Strukturen aus Sand, Bergen und Farben.
Wir saßen alle auf der linken Seite des Flugzeugs und hatten viele Festerplätze, so konnten wir unseren letzten Blick auf die trockenste Wüste der Welt werfen, und auch die riesige Gebirgskette der Anden auf unserem Flug nach Santiago verfolgen. Sogar den Aconcagua, 6.962 Meter über dem Meeresspiegel, und höchster Berg außerhalb des Himalaja, bekamen wir zu sehen.
In Santiago erwartete uns Jaime, unser Fahrer, den wir ja schon an unserem ersten Tag in Santiago kennenlernten. Jaime fuhr uns nach Valparaíso, wichtigster Hafen Chiles und seit 2002 Welt-Kulturerbe. Auf dem Weg brachten uns Adrian und Jaime noch in ein Restaurant wo wir "Pastel de Choclo" probierten.
In Valparaíso angekommen, ruhten wir ein wenig in unseren Zimmern bevor Gabriel uns zur Citytour abholte. Er erzählte uns sehr viel über diese Hafenstadt, die früher sehr wichtig gewesen ist, da es der Haupthafen des Südlichen Atlantik war und vor dem Panamakanal für jedes Schiff, das von Europa nach West-Amerika wollte, Pflicht war.
Nach der Citytour sind wir noch in ein kleines künstlerisches Restaurant gegangen um etwas zu trinken und zu essen.
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Strand, Poesie und Muschelsammlung
Von Valparaíso aus fuhren wir auf einer schönen Landstraße Richtung Süden durch verschiedene Badeorte bis wir bei Punta Tralca einen Stopp machten.
Adrian bewegte sich durch und über die Felsen am Strand um uns Tiere zu zeigen. Er brachte uns zwei Seesonnen und einige große Muscheln von "Locos", die sich besonders als Aschenbecher eignen. Nach dem wir alle mit Muschel-Aschenbechern versorgt waren und auch genug Fotos von Krabben und Seesonnen gemacht hatten, bewegten wir uns noch ein wenig am Strand um dann weiter zu fahren nach Isla Negra, wo sich das Haus des Literaturnobelpreisträgers Pablo Neruda befindet.
Das Haus von Neruda liegt direkt am Strand. Der Schriftsteller und Dichter hat sich hier im Laufe seines Lebens ein richtig gemütliches Haus gebaut, in dem er immer wieder mehr hinzubauen musste da er auf seinen Reisen immer etwas mitbrachte, aber auch sehr viele Geschenke von seinen Freunden bekam, die Platz im Haus brauchten. Das Haus ist somit langsam zu einem Museum gewandelt, das nun von der Stiftung Pablo Neruda betrieben wird.
Auf dem Weg nach Santiago hielten wir noch bei einem Weingut an, was sogar zufälligerweise ganz nahe von Adrians Familie lag. Hier ist nämlich Adrians Chilenischer Ursprung zu Hause. Also erzählte er auch ein wenig über seine Familie, seine vielen Cousinen und wie seine Familie lebt.
Am späten Nachmittag kamen wir dann in Santiago an und hatten den Abend frei für eigene Gestaltung.
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Sozialprojekt und Jeep-Tour
Heute sind einige aus der Gruppe sehr früh zur Anden-Jeep-Tour gestartet. Dieser Teil der Gruppe fuhr in das nahe gelegene Maipo-Canyon. In 4x4 Fahrzeugen wurden dort auf off-Routen die Anden abgefahren. Im Gebirge der Anden wurde auch gegessen und Kanu gefahren. Ein richtig spannender und abenteuerlustiger Tag.
Währenddessen erkundschaften am Vormittag die Anderen nochmal die Innenstadt Santiago um sich dann um 14 Uhr auf den Weg nach Puente Alto zu machen, zum Sozialprojekt das von visozial hier unterstützt wird.
Fast 60 Kinder besuchen hier eine Tagesstätte neben einer Schule. Dort gehen nach der Schule im Durchschnitt täglich 30 Kinder und Jugendlichen von 4 bis 18 Jahren hin. Im "Centro Abierto Los Pinos" werden diese Kinder, die aus sehr schweren sozialen Verhältnissen kommen, von einem Psychologen und 2 Erzieherinnen betreut. Auch zwei Freiwillige aus Deutschland und Österreich helfen hier mit!
Das Sozialprojekt bietet den Kindern täglich ein kleines Abendbrot an. Hinzu gibt es mehrere Workshops oder AG`s die sie hier betreiben können. Heute war Zirkus und Tanzen angesagt.
Am Abend haben wir uns dann alle im Hotel wieder gefunden und die heutigen Erlebnisse ausgetauscht. Jaime fuhr uns dann noch um 23 Uhr zum Bus-Bahnhof, denn wir fahren heute Nacht noch in Richtung Süden nach Pucon.
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Vulkan und Rafting, Abenteuer pur!
Eine kleine Bodenwelle holt mich morgens aus dem Schlaf. Trotz bequemer Liegesessel ist an weiterschlafen nicht zu denken. Als dann der Stewart anfängt die Vorhänge aufzuziehen hilft es nichts, aufwachen ist angesagt.
Ein paar Dörfer später erreichen wir Pucon. German (der kein Deutsch spricht) begrüßt uns. Das Gepäck darf mit dem Bus fahren und wir laufen zu Germans Haus. Hier erwartet uns die Haushälterin mit Frühstück. Frische Brötchen, Obstsalat, Käsekuchen und richtigem Kaffee. *hmmm*
Nachdem wir uns gestärkt haben, geht es mit dem Bus auf den Villarica. Über die Aschepiste bis zu einer Vulkanhöhle. Wir machen als erstes einen kleinen Spaziergang durch den Wald. Spalten und kleine Schluchten, geschichtetes Sediment, erstarrte Lava und andere Gesteine bilden im nebeligen Wetter eine spannende Kulisse. Nebenbei bekommen wir Bäume und sonstige Pflanzen erklärt (ein Vulkan auf dem Bambus wächst, aber sonst kann ich mir wie üblich nicht viel merken).
Germans Bruder übernimmt den vulkanischen Teil des Ausfluges. Nach einer kurzen Abhandlung über Kontinentalplatten, Lavaströme und Gefahrenzonen geht es unter die Erde. Ausgerüstet mit Helmen stapfen wir in die kalte Höhle hinein. Ein langgestreckter Tunnel, in dem das Gestein die unterschiedlichsten Formen annimmt. Von fließend rund bis zu spitz und zackig. Durch die Schokoladen-Höhle und hohe Hallen geht es in den Stein. Ganz am Ende erwartet uns ein großer Puma, der sich aber zum Glück friedlich auf dem Gruppenbild zu uns gesellt. Dank dem Zusatzmodul "Taschenlampe verlieren" darf ich sogar ein zweites mal bis zum Puma zurück laufen.
Am Haus gibt es einen kurzen Zwischenstopp um die Badesachen zu holen. Und das bei geschlossener Wolkendecke, kräftigem Wind und ein paar Regentropfen. Aber die harten (bzw. noch nicht verschnupften) wollen es ja wissen. Rafting steht auf dem Programm.
Am Ausgangspunkt fangen wir mit einer Gymnastikübung an, bis alle in ihren Neoprenanzügen stecken, die richtige Seite aussen ist und der Reisverschluss da wo er hingehört. Sodann die Trockenübung an Land mit allen Kommandos und die Sicherheitseinweisung falls man doch ins Wasser fallen sollte.
Los geht es mit dem Schlauchboot auf den Trancura. Ein Paparazzi- und ein Rettungskajak begleiten uns, da kann nichts schief gehen. Todesmutig durch die erste Stromschnelle und schon sind wir alle nass. Ein paar Wellen später fragt unser Guide ob wir in der nächsten Welle freiwillig ins Wasser springen wollen. Klar, warum nicht, nass bin ich schon. Mit großem Geronimo-Schrei geht es über Bord. Zur Strafe schlucke ich dann auch erstmal Wasser, aber wer die Klappe zu weit aufreißt… Zehn Sekunden später sind dann auch die Unfreiwilligen im Wasser, wenn das mal nicht Absicht war.
Im grossen Chaos dreht unser Guide das Boot wieder richtig und wir rappeln uns nach und nach alle wieder ins Boot hinein. Da trotz Suche ein Paddel abhanden gekommen ist, haben wir nun Susi unsere Bootskönigin in der Mitte die chauffiert wird.
Am Ziel pellen wir uns aus den Anzügen, kaufen dem Paparazzi seine Bilder-CD ab und lassen uns zu German und den warmen Duschen fahren.
Hier erwartet uns der Rest der Gruppe, die schon fleißig beim Kochen sind. Salat, Bratkartoffeln und ein riesiger Rostbraten sind in Arbeit. Leider dauert es noch ein wenig. Ich merke wie die Müdigkeit in mir aufsteigt und wenig später ist klar, dass für mich morgen ein Ruhetag auf dem Programm steht, die Erkältung ist auch bei mir angekommen. Aber bei grauem Himmel und Nieselregen ist die Couch am Kamin vielleicht auch keine schlechte Wahl.
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Ausruhen
Das Wetter hatte es heute nicht gut mit uns gemeint. Regen, Nebel und Wind hielten uns vom Aufstieg des Villarica Vulkans ab. Der Nationalpark Huerquehue fiel somit auch ins Wasser bzw. in den Matsch.
Deswegen entschieden wir uns für einen entspannten Ruhetag. Postkarten wurden geschrieben und zur Post gebracht, Spaziergänge durch das Dorf, Erkundung des Strandes am Ufer des Villarica Sees und der Besuch der Thermalquellen wurde vorverlegt auf den Nachmittag.
Um 16 Uhr starteten wir Richtung Thermen. Mehrere kleine und größere Becken aus Steinen gebaut erwarteten uns mit Dampfwolken. Wir hatten die Termen fast für uns allein, und hatten dann eines der größeren Becken für uns.
Wir wussten zwar alle, dass Adrian uns hier in den Termen noch ein kleines Picknick zubereiten würde, er überraschte uns aber alle mit seinem schwimmenden Tisch! Mehrere Sorten Käse, Salami, Thunfisch und sogar Wein waren im Picknick dabei.
Wieder in Pucon saßen wir noch etwas Beieinander am großen Tisch der Küche, bevor wir uns zum Schlafen in die Zimmer zurück zogen.
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Mapuche Küche
Da wir weiterhin schlechtes Wetter hatten, entschlossen wir uns heute zu einem Besuch des nahegelegenen Dorfes Curarrehue. Im Dorf wohnen fast ausschließlich Mapuches, die Ureinwohner dieser Region Chiles.
Unser Lokalguide für heute ist Uber, ein junger Mapuche der aber auch Vorfahren von der Osterinsel hat und denen er sein langes gelocktes Haar zu verdanken hat. Uber führt uns erst zu zwei Wasserfällen und zeigt uns einige Bäume der Region, auch Kräuter und dessen Gebrauch in der Mapuche Kultur erklärt er uns.
In Curarrehue, das auf Mapudungun "Alter Stein" heißt, besuchen wir ein Museum der Mapuche Kultur. Hier an den Anden leben die Pehuenche, die sich traditionell hauptsächlich aus Pinien der Araukarien ernährten und deswegen ihren Namen erhielten. "Pehuen" ist der Name der Araukarien und "che" heißt Mensch in der Mapuchesprache. Eine ca. 50 jährige Mapuchefrau führt uns durchs Museum und erklärt uns ihre Traditionen und Lebensweisen.
Hinterher geht es zu einem Restaurant, das von Mapuches betrieben wird und ihre Küche anbietet. Eine Suppe aus Pinien zur Vorspeise, Sopaipillas, gebratene Pinien mit Zwiebeln, Merkén-Sauce und Kräuter-Tee, ein bisher unbekannter Geschmack den wir heute kosteten.
Am Abend machten wir es uns noch einmal in der großen Küche von German gemütlich und kochten uns Spaghetti mit 3 verschiedenen Saucen; Norddeutsche, Ostdeutsche und Österreichische. Einfach Lecker!!
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Deutscher Tag
Wir verlassen das schlechte Wetter in Pucón und begeben uns auf die Fahrt Richtung Puerto Varas weiter südlich. Doch bevor wir in Puerto Varas ankommen, stehen uns noch einige Zwischenstationen bevor.
Das erste Ziel heute ist Valdivia, Hauptstadt der deutschen, schweizer und österreichischen Einwanderung. Mehrere Wellen Einwanderer suchten seit der Hälfte des 19. Jahrhundert hier ein neues Heim. Auch heute noch sind hier viele Spuren dieser Einwanderer zu sehen. Nicht nur an den Straßennamen sondern auch an Architektur sieht man den Einfluss.
Vor dem Mittagessen machten wir noch eine Bootsfahrt und besuchten die Befestigung von "Niebla" die die Bucht von Valdivia bewachte und im Unabhängigkeitskrieg eine wichtige Rolle spielte.
Das Mittagessen war Deutsch! Im Restaurant der "lokalen" Brauerei Kunstmann, die hier in Valdivia von einem Deutschen Einwanderer gegründet wurde aßen wir Currywurst, Kassler und riesige Sandwiches. Natürlich wurde auch das Bier probiert!!! Heimsucht sollte also jetzt keiner mehr haben. :D
Nach einem kleinen Tankstellenstopp bei Osorno bekamen wir den Vulkan Osorno zu Gesicht. Adrian verschwieg uns mit einem großen Grinsen, dass wir diesen Vulkan noch von ganz nah besichtigen würden, also klebten wir uns alle an die Fensterscheibe und versuchten Fotos zu machen die natürlich alle nichts wurden, bis Adrian uns sein kleines Geheimnis mitteilte.
Unser letzter Stopp sind die "Los Saltos de Petrohue". Ein Vulkanausbruch formte hier mehrere Wasserfälle, die ein schönes Panorama bilden. Im Hintergrund dieser Kaskaden ist der Osorno Vulkan, diesmal sehr nah und nicht verwackelt, auf den Bildern zu sehen.
Am Abend kommen wir in Puerto Varas an wo wir es uns im "El Greco" gemütlich machen.
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Patagonien
Nord-Patagonien steht vor der Tür. Wir fahren mit dem Bus nach Puerto Montt, das nur 20 Minuten von Puerto Varas entfernt ist. Von dort fliegen wir nach Balmaceda.
Ein kalter starker Wind erwartet uns in Balmaceda und heißt uns in Nord-Patagonien Willkommen. Andres begrüßt uns am Ausgang, er wird unser Fahrer für die nächsten Tage auf der Carretera Austral sein. Für heute sehen wir keine Schotterpiste, die Straße ist geteert und sehr angenehm. Antje findet das sogar enttäuschend, sie war auf Schlaglöcher und Steine vorbereitet.
Schon bald sehen wir die Schönheit dieser Gegend. Weit und Breit zeigt sich eine Landschaft, in der wir nur noch Natur sehen. Wenige Häuser sind ab und zu in der Ferne zu sehen. Berge, deren Spitzen von Schnee bedeckt sind, Wälder und Flüsse ziehen sich durch die Täler und Canyons.
Am Aussichtspunkt vor Villa Cerro Castillo bewundern wir die Landschaft und freuen uns schon auf Mari die hier ganz in der Nähe auf uns wartet. Mari, eine authentische Patagonin erwartete uns mit Lachs und Püree zum Mittagessen. Hinterher zogen wir los zum Spaziergang, um die nähere Umgebung zu erforschen. Adrian versucht das Unmögliche bei diesem Spaziergang, um uns den bisher ungesehenen Andenhirsch "Huemul" zu zeigen. :D
Am Abend war ein Patagonisches Grillfest organisiert. Lammbraten, Salat und Wein. Das Lamm wird hier mit Spießen direkt am Feuer gebraten und braucht einige Stunden bis es fertig ist. Zum Glück hatten Loreto und ihr Vater schon vor unserer Ankunft angefangen mit dem Braten.
Nach dem Essen gehen wir zu Mari zurück und gehen ins Bett, aber vorher werden ihre Handgestrickten Alpaka-Wollmützen bewundert und auch gekauft.
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Morgens Regen, Mittags Sonne
Morgens steht ein Reitausflug durch die Umgebung von Villa Cerro Castillo auf dem Programm.
Der Regen, der sich aber heute früh ausbreitet verschlechtert die Sicht und die Aussichten sind nicht ganz so Spektakulär wie am Vortag. Trotzdem gehen die meisten auf ihren ersten Reitausflug. 3 Guides führen uns durch die Berglandschaft. Nachdem wir durchnässt wieder im Dorf ankommen, steigen wir vom Pferd auf den Bus um. Der hintere Teil des Busses wird zur Umkleidekabine umgeräumt und die Fahrt Richtung Puerto Guadal beginnt.
Leider begleitet uns das schlechte Wetter und die Vielfalt an Ausblicken, Bergen, Tälern und Flüssen locken uns nicht wirklich aus dem Bus. In Rio Tranquilo machen wir Halt. Neue Keksvorräte werden gekauft und auch Sandwich essen ist hier passend. Nach einigem Überlegen fällt die Entscheidung, die Bootsfahrt auf dem General Carrera-See auf Donnerstag zu schieben.
Kaum 15 Km nach Rio Tranquilo bricht die Sonne durch die Wolkendecke. Jetzt kommen die Farben des größten Sees von Chile zum Vorschein. Der Platz neben Andre in der ersten Reihe wird mehrmals neu verteilt und die Fotostopps werden immer mehr. Patagonien zeigt sich jetzt von einer seiner schönsten Seiten.
In Puerto Guadal beziehen wir erneut Zimmer und manche versuchen ihr Glück beim Fischen, leider ohne Erfolg.
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Entspannen und genießen
Ein schöner blauer Himmel mit stahlender Sonne weckt uns. Der General Carrera See erscheint in einer türkis-grünen Farbe. Bei dieser Aussicht schmeckt das Frühstück natürlich um so feiner.
Nach dem Frühstück fahren wir ins 14 Km entfernte Puerto Guadal, kaufen uns Wasser, Kekse und Bier, holen unseren Lokalguide Jano ab und begeben uns mit dem Bus zum Startpunkt unserer heutigen Wanderung. Das Ziel sind die Fossilienbestände, die hier auf den Anden gefunden wurden. Meeresreste die bei der Entstehung der Anden zurückgeblieben sind und hier versteinerten.
Die Wanderung geht durch einen Buchen-Wald, in dem wir auch Pilze sammeln. Bergauf durch den Wald und hin und wieder ein herrlicher Ausblick auf die Landschaft und die schneebedeckten Berggipfel rings herum. Mühsam wird der Berg bestiegen, nicht alle kommen oben an, Adrian bleibt mit den zurückgebliebenen etwas weiter unten zurück, doch der größere Teil der Gruppe schafft es.
Auf dem Berggipfel finden wir sehr viele Fossilien, Jano packt ein Picknick aus und wir genossen die Landschaft und den Ausblick, bevor wir den Abstieg begannen.
Zurück in Bahia Catalina gehen manche nochmals ohne Erfolg angeln während die anderen sich ausruhen und etwas in der nahen Umgebung spazieren gehen.
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Carretera Austral, Teil 2
Heute steht die Rückreise auf der Carretera Austral auf dem Programm. Wir starten um ca 9 Uhr in Bahia Catalina, die Fotostopps sind weniger, da wir ja Vorgestern diese Strecke schon gefahren sind.
In Puerto Rio Tranquilo erwartet uns diesmal gutes Wetter, nur gut das wir die Bootsfahrt zu den Marmorhöhlen auf heute verschoben haben.
Ungefähr eine halbe Stunde dauert die Fahrt zu diesen unglaublich geformten Marmorhöhlen. Die Bootsfahrer bringen uns immer wieder ganz nah an die Steine und auch in manche Höhlen hinein. Es sieht aus, als wäre es der perfekte Platz für das Versteck eines Piratenschatzes.
Türkisgrünes Wasser und dazu dieser Marmor, der vom Felsen herunter in das Wasser fällt. - Wäre das Klima hier nur 15ºC wärmer, ohh das wäre ein Paradies!
Zurück im Bus fahren wir weiter Richtung Coyhaique. Auf dem Weg machen wir eine kleine Pause, die Adrian und Andres nutzen, um sich ein paar Nalcas zu pflücken und auch zu essen. Diese Rhabarber ähnlichen Pflanzen wachsen hier überall am Straßenrand.
Abends kommen wir an und verabreden uns noch fürs Abendessen, hinterher geht es für alle ins Bett.
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Ein Fisch mit Hut im Sonnenuntergang
Wo wache ich heute morgen auf? So langsam wird das mit der Orientierung schwer. Coyhaique. Es erwartet uns ein zweifach gutes Frühstück, es ist lecker und wir haben jede Menge Zeit.
Nachdem gestern die Geschäfte zu hatten, wird ein kurzer Zwischenstopp eingelegt. Unter anderem bei der Post, wo wir den armen Beamten mit dem Wunsch nach unendlich vielen Briefmarken beschäftigten und diese dann auch noch mit großen Geldscheinen bezahlen.
Nachdem diese Formalitäten erledigt sind geht es nach Balmaceda und weiter mit dem Flieger nach Puerto Montt.
Um die Wartezeit zu verkürzen, improvisiert Adrian. Mit dem öffentlichen Bus geht es in die Innenstadt. Zu Fuß weiter zum Fischmarkt, Mittagessen. Die Gerichte sorgen für Verwunderung. Die Fischsuppe stellt sich als ein kleines Suppenschälchen und ein großer Teller mit ganzen Muscheln heraus. Nicht ganz das, was erwartet wurde, aber die Tapferen kämpfen sich durch. Der Fisch ist sehr lecker.
Anschließend stürmen wir den Kunstmarkt. Kleine Stände mit allem möglichen. Holzarbeiten, alles mögliche aus Wolle, Buddelschiff, Lederhüte. Moment, Hut! Einen habe ich jetzt.
Der nächste Flugabschnitt geht endlich in den Süden. Punta Arenas. Aus dem Fenster sieht man das Inlands-Eisfeld. Gletscher und Berge. Und dann auch noch Sonnenuntergang. Fensterplätze sind heiss begehrt, denn auch der Fitz Roy zeigt sich.
Im Hostel beziehen wir unsere knuffigen Zimmer. Wir ziehen nochmal los um uns ein Mitternachts-Sandwich zu besorgen. Als wir nach oben blicken steht das Kreuz des Südens am Himmel. Feierabend Bierchen und Gute Nacht.
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Pampa, Pampa und noch mehr Pampa
Der Vormittag steht zur freien Verfügung. Während Adrian mit den Erkälteten einen Arztbesuch macht, schaut sich der Rest in Punta Arenas um. Der Hauptplatz mit der Magellan-Statue, der Friedhof auf dem selbst die Deutsche Krankenkasse ein Grab hat und das Ufer der Magellanstraße sind die begehrtesten Ziele. Auch die ehemaligen Häuser oder Paläste der Schafzüchter Melendez, Braun, oder Noguiera sind einen Besuch wert.
Zum Mittagessen finden sich einige im Loomit´s wieder und kosten die lokalen Riesen-Sandwiches.
Mit dem Linienbus geht es dann durch die Pampa, Patagonische Steppe, nach Puerto Natales. Bis zum Horizont dehnt sich die Landschaft aus, die bewohnt ist von Schafen, Rindern und immer umzäunt von Stacheldraht. Ein Farbenspiel zwischen Gelb und Grün. Der bewölkte Himmel und der Wind der diese Region prägt geben den Kontrast zum inneren des Linienbus indem der Film "Clash of the Titans" gezeigt wird und Perseus die schöne Andromeda vor dem Kraken rettet.
In Puerto Natales begeben wir uns zu Nancy, um hinterher im Supermarkt Proviant für die morgige Wanderung zu besorgen. Anschließend gehen wir alle gemeinsam Essen.
Dann aber auch schnell ins Bett, denn morgen steht nicht nur früh aufstehen an, sondern auch die Wanderung im NP Torres del Paine. :D
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Wandertag
Nach einer erholsamen Nacht bei Nancy in Puerto Natales brechen wir um 7:00h auf zu unserer Wanderung im Nationalpark Torres del Paine.
Zwei Mitreisende werden wir heute vermissen, da eine schwere Erkältung eine längere Wanderung nicht ratsam erscheinen lässt.
Was wollen wir sehen? Tiere! Und gleich zu Beginn: Ein Faultier. Zu faul für die Welt? Ja. Im Badezimmerspiegel? Nein.
Die natürliche Selektion beschränkt das Riesenfaultier auf eine Statue am Ortseingang, geformt nach seinem historischen Vorfahren, dessen Reste in der Nähe des Ortes entdeckt wurden.
Und dann - noch auf dem Weg zum berühmten Nationalpark: Ein Stinktier, ein Vogelstrauss mit Nachwuchs, Wildgänse, Guanako-Herden, Flamingos, Rinderherden, Schafherden, weitläufige Estancias, grüne Hügel, Wolken, weites Land.
Wir erreichen den Nationalpark nach ca. 1.5h Fahrt, Wind. So viel Wind, dass das Fortkommen zu Fuss schwerfällt. Ein Wasserfall, dessen Weiss sich in einen, weiten grünen See ergießt.
Den Startpunkt unserer Wanderung erreichen wir am frühen Mittag nach einer halben Stunde Fahrt mit einem Katamaran über den See Pehoe. Wir blicken auf die Felstürme, "Cuernos", zeitweise in Wolken gehüllt. Es erwartet uns stürmisches, wolkiges, aber zu unserer Erleichterung fast trockenes Wetter.
Durch Felsen und Feuerbusch, Geröll und Hochgebirgswald laufen wir. Zwischen 3,5 und 5h dauert die Strecke, Marathon erfahrene Senioren mit stetigem Schritt lassen manchen Jüngeren außer Puste staunen. R. aus D. möchte am liebsten den wunderschönen Feuerbusch nach Deutschland exportieren.
Wir wandern, jeder nach seinem Tempo; erhaschen zwischendurch immer wieder Blicke auf den Grey-Gletscher; erreichen alle am späten Nachmittag und am frühen Abend das Refugio Grey. Eine Hütte, die eine warme Dusche, warmes Essen und Schlafsack und Bett inmitten der Wildniss bietet. Eine Erleichterung und Aufatmen nach viel Wind und anstrengendem Weg. Getränke werden mit Gletscher-Eis serviert, das, einmal abgebrochen, durch den See dümpelt bis an das dem Gletscher entgegengesetzte Ende.
Wie nehmen unser Abendessen mit Blick auf den See Grey ein, werden schon vor dem späten Sonnenuntergang müde, schlafen (größtenteils) mit der Dämmerung ein. Die, die nicht sofort einschlafen, lauschen einem Schnarchkonzert ;-).
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Gletscher und Abschied
Sobald sich der erste regt in der Hütte des Refugio Grey, werden alle wach. Verschlafene Gesichter von Wanderern und Mitreisenden, ausnahmsweise keine Dusche am Morgen, keine Rasur. Es zählt das Notwendige. Und das ist erstaunlich wenig. Frühstück ist notwendig und für eine Berghütte jenseits der Zivilisation ist es gut.
Die meisten von uns begeben sich schnell auf den Pfad, der weitere Ausblicke auf den Grey-Gletscher erlaubt. Es lassen sich von den Schultern der umgebenden Bergkette immer wieder Blicke auf das blaue Eis erhaschen. Wir sehen einen Kondor kreisen. Nicht so begeistert sind manche - ohnehin schon erkältet - davon, am Mittag vor der Berghütte geschwitzt und ausgesperrt bei starkem Wind und Temperaturen um den Gefrierpunkt auf das Ende der Reinigung warten zu müssen.
Höhepunkt des Ausblicks auf den Gletscher bietet die Bootfahrt ab dem Refugio Grey zurück. Am Ufer des Grey Sees erwartet uns ein Bus, der uns zurück nach Puerto Natales bringt, wo wir müde uns glücklich eine heiße Dusche und ein gutes Abendessen genießen.
Das Abendessen ist heute ein wenig Besonders, denn es ist der letzte Abend mit Susi und Helmut, die morgen nach El Calafate aufbrechen, um den Perito Moreno Gletscher zu besichtigen.
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Unser letzter Abend
Starker Wind weckt uns bei Nancy. Draußen herrscht ein richtiges Sturmwetter, aber ohne Wasser. Es hört sich an, als wolle der Wind das Dach vom Haus entfernen. Doch es hört sich schlimmer an als es wirklich ist.
Mit dem Linienbus fahren wir wieder zurück nach Punta Arenas. Auch in Punta Arenas ist heute starker Wind. Nachdem wir unser Gepäck im Hotel gelassen und uns etwas frisch gemacht haben brechen wir auf zur Pinguin-Kolonie am Seno Otway.
In der Bucht Seno Otway befinden sich an die 10.000 Exemplare von Magellan-Pinguinen. Sie kehren jedes Jahr zwischen September und April zur Paarung nach Seno Otway zurück.
Erstaunlich ist wie wenig scheu diese Tiere sind und wie weit weg vom Wasser sie ihre Häuser Bauen. Sie bauen sich Höhlen in der Erde, in denen sie vor Wind und Wetter geschützt sind, aber auch vor Raubvögeln oder anderen Feinden.
Nach vielem "Wie Süss!!! und Ohhh!" geht es wieder nach Punta Arenas. Die letzten Einkäufe werden erledigt, letzte Postkarten verschickt und der letzte Spaziergang durch Patagonien gemacht.
Am Abend trifft sich die Gruppe, um zum letzten mal gemeinsam Abend zu essen. Mit Pisco Sour und Carmenere wird angestoßen und der beliebteste Teller heute Nacht ist das Guanaco Fleisch. Das Jagen dieser Tiere ist zwar verboten, aber nicht so das züchten. Ihr Fleisch gilt als Cholesterin arm und schmeckte uns sehr gut!
Auf dem Rückweg wollte Igor noch sicherstellen hier in diese Region einmal wiederzukommen und küsste den Fuß des Indianers an der Magellan-Statue. Die lokale Tradition lautet das jeder, der diesen Fuß küsst hier her zurück kehrt.
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Ein letzter Sonnenschein
Auf dem Flughafen von Punta Arenas wird schnell das Wetter in Europa überprüft. - Oh nein! Schnee, kalt, alles nicht so einladend. Doch zum Glück bleibt ja die Zwischenlandung in Santiago.
Santiago erwartet uns mit 24°C und klarem Himmel und Adrian möchte uns, um die Wartezeit zu verkürzen, noch zu einem Ausflug begleiten. Also müssen wir noch einmal die Sonnencreme auspacken, unsere Fließjacken verstauen und die Sonnenbrillen aufsetzen.
Der Ausflug geht zu einem kleinen Kunstmarkt, der als eine Art Dorf gebaut ist. "Pueblito de los Dominicos" wird es genannt. Hier finden wir viele der Souvenirs, die wir auf der dreiwöchigen Reise schon gesehen haben wieder, aber auch Vieles, das wir noch nicht sahen. Es bietet sich auch die Gelegenheit unser letztes chilenisches Sandwich zu Essen. Christoph findet sogar die ihm bis jetzt unauffindbare "Quatro".
Nach 1,5 h Künstlerdorf begeben wir uns auf die Rückkehr zum Flughafen. Hier verabschieden wir uns von Adrian bevor wir unseren Heimflug über den Atlantik antreten.
Winter, wir kommen!!