Reisetagebuch viExplorer Best of Südamerika - 23.04.2010
Reisebericht | Tour vom 23.04. - 16.05.2010
"Meine liebe Gruppe, es war einfach sehr lustig mit euch unterwegs zu sein, ich hoffe ihr habt euch so wohl gefühlt mit mir wie ich mit euch. Ich werde immer in Erinnerung haben wie Ulrike, Stefan und ich, auf Neuerkundung in Aguas Calientes gingen. Oder wie Frederik ganz alleine ein Meerschweinchen schaffte, oder Roland mit seinem alltäglichen Springfotos oder Tina, unsere Tanzkünstlerin oder Cindy, unsere Golfball-Sammlerin, die diesmal nicht so erfolgreich wurde oder wieder Stefan, unser Lucky Luke mit dem nicht gerade grössten Pferd der Gruppe. Also es waren netten Erlebnisse, die bestimmt auch bei euch lange im Kopf bleiben werden. Macht es gut und kommt wieder nach Südamerika!!! euer Carlos Arturo"
Später machten wir eine Citytour. Der Olivenpark, die Kathedrale, der Hauptplatz, der Park der Verliebten sind einige der Sehenswürdigkeiten, die wir besichtigten. Anschließend genossen wir von den Leckereien der peruanischen Küche in Begleitung von afroperuanischer Live-Musik in Hintergrund, das Highlight des Tages.
Obwohl die Gruppe nach dem langen Flug müde war, gingen wir noch an die Küste, um "einen Fuß in den Pazifik zu legen". Heute gehen wir alle früh ins Bett, um fit für die nächsten Tage zu sein.
Am Nachmittag zeigte er uns die Inkaruinen. Beim ersten Fußmarsch auf mittlerweile 3.768m machte sich dann die Höhe für einige bemerkbar. Aber die Aussicht über die Stadt entschädigte uns dafür. Wegen durchhängenden Mägen mussten wir die Tour unterbrechen, dann gab es erstmal Alpaca-Steaks zur Stärkung für fast alle die es mochten.
Nach dem anschließenden Stadtrundgang machten wir uns schnell mit dem Bus auf die holprige Piste nach Ollantaytambo, um dort eine kurze Nacht zu verbringen.
Auf Km 104 stiegen dann vier Personen der Gruppe aus und machen weiter den Weg zu Fuß durch einen der Inkatrails hier im Tal. Stefan und Ulrike fuhren weiter mit Carlos bis Aguas Calientes, das Dörfchen, das sich am Fuße von Macchu Picchu befindet.
Am Nachmittag gingen die drei zu einem kleinen Park mit Wasserfall außerhalb des Dorfes. Die angeblich einstündige Wanderzeit dehnte sich auf fast 2h!...Die südamerikanische Wahrnehmung von Zeit ist eben sehr unterschiedlich ;-)
Am Abend trafen sich alle Mitglieder der Gruppe wieder, denn es gab viel zu erzählen. Roland, Cindy,Tina und Frederik hatten ebenfalls eine Superwanderung.
Als wir ankamen war die Inkatstätte im Nebel verschwunden und somit eine mystische Stimmung und genau zum richtigen Zeitpunkt hörte es auf zu regnen. Nach einer ausgiebigen Fotosession begann Giancarlo mit seiner sehr informativen Erkundungstour durch die Ruinen. Um 9.30 Uhr betiegen wir dann den gegenüberstehenden Huayna Picchu über gefühlte 1 Mio. Stufen. Oben angekommen war es die Mühe wert und wir konnten einen fantastischen Blick auf Macchu Picchu genießen.
Gegen Mittag kamen wir fix und fertig zurück nach Aguas Calientes, wo es noch ein Abschlussbier gab, bevor wir uns von Macchu Picchu verabschiedeten. Per Zug und Bus fuhren wir wieder nach Cuzco zurück, um dort am Abend mehr als ein Meerschweinchen zu essen.
Nach einem schönen Vormittag in Copacabana brachen wir per Schiff zur Isla del Sol auf. In der Bucht angekommen wurde unser Gepäck auf Esel verladen und wir wanderten über die Inkatreppen zu unserer heutigen Herrberge (Ecolodge). Diese zeichnet sich dadurch aus, dass Wärme durch Sonnenenergie erzeugt wird. Offensichtlich war die Sonne an diesem Tag nicht stark genug und wir konnten nicht warm duschen. Spruch des Tages:
Spruch des Tages: Tina, als sie erfuhr wie das Gepäck zur Ecolodge transportiert wird: "Ohh die armen Esel......"
Als Roland das Lächeln eines Lamas ganz nah mit seinem Fotoapparat einfangen wollte, zeigte dieses ihm deutlich durch anlegen der Ohren "Komm mir nicht zu nah". Doch Roland wollte scheinbar unbedingt angespuckt werden....
Trotz starken Seegangs traten wir die Wildwasserfahrt zum Festland an. In Okola angekommen wurden wir von unseren Gastfamilien herzlichst empfangen. Nach Beziehen unserer Unterkünfte zeigte uns der 17-jährige Walter sein Dorf.
Anschließend bekamen wir im Lämmofen traditionelles Essen zubereitet. Aufgrund des kalten Windes wurde ein Rotwein kurzfristig zum Glühwein erhitzt. Wir gingen heute früh ins Bett. Spruch des Tages:
Spruch des Tages: "Selbst ist die Frau" , Tina trug heute ihr Gepäck selbst.
Unterwegs besichtigten wir das Sozialprojekt, das von viventura unterstützt wird. Daniel (einer der ehemaligen Straßenjungen) zeigte uns den Tagesablauf der Jungen - von Tierhaltung über Gartenbau bis hin zur Näherei, Schreinerei und Bäckerei.
Danach fuhren wir weiter durch El Alto was sich dann als ziemlich abenteuerlich erwies. Hier konnten wir den Einfallsreichtum der Bewohner bestaunen. Es gab Straßenblockaden in sämtlichen Varianten (Autos, Gräben, Steine, Feuer, Absperrband, Baumstämme, LKW-Reifen) Wir fühlten uns wie in einem Labyrinth und nach langem hin und her fand der Fahrer doch eine Lücke um nach La Paz durchzukommen.
Endlich angekommen in La Paz machten sich 5 von uns auf zur Stadtrundfahrt. Ein Haltepunkt war die Mondlandschaft über der Stadt. Unser Roland machte sich alleine zu Fuß auf einen Rundgang.
Abends haben wir dann noch das Briefing für die morgige Mountainbike-Tour gemacht. Spruch des Tages:
Spruch des Tages: Carlos über die Bestrafung von Dieben: "Sie müssen als Strafe 100 Lehmziegel machen"
Rolands Komentar: "Warum, was soll das bringen 100 Klimmzüge?"
Alle brachen in großes Gelächter aus.
Die erste Hälfte der Strecke führte uns über Asphalt bei sonnigstem Wetter, unterwegs machten wir immer wieder Fotostopps.
Bei einem Checkpoint, wo wir eine Straßenbenutzungsgebühr entrichten mussten, stiegen wir in unseren Bus und wurden ca. 8 km weiter bis zum Startpunkt der "Carretera de la Muerte" gefahren.
Auf Schotterpiste, jedoch nur downhill bzw. flach, fuhren wir bis auf 1100 m hinunter ins Tal und wurden so richtig durchgeschüttelt. Es war eine sehr rasante, aber unglaublich schöne Fahrt und jedem gefiel es sehr gut. Die gesamte Strecke betrug 64 km und wir benötigten ca. 4 Sunden und ohne Abgrenzungen ging es auf einer Seite bis zu 600 m in die Tiefe.
Unser Guide zeigte uns diverse Stellen, an welchen Fahrzeuge, aber auch Biker in die Tiefe gestürzt waren. Die Strecke wurde vor einigen Jahren noch von LKWs befahren, aber aufgrund einer neuen Straße fahren hier nur noch selten entgegenkommende Fahrzeuge.
Abschließend fuhren wir in ein Hotel in Coroico, wo wir uns duschen konnten und ein Mittagessen bekamen, was leider nicht jedem schmeckte. Danach brachen wir wieder Richtung La Paz auf und kamen abends geschafft, aber glücklich in unserem Hotel an.
Hier trennte sich die Gruppe - Einige gingen noch was essen, Andere etwas trinken.
Um dann doch das Gefühl von "selbst bestiegen" und "nein, wir wurden nicht hochgefahren" zu erhalten, bewältigen wir die letzten 100 Höhenmeter bis auf 5400 m in atemberaubenden 30 Minuten doch selbst! Oben bewies Carlos mal wieder sein Wissen und er erklärte Roland alle Gipfel, die wir bei super Wetter im Panorama bestaunen konnten.
Am Nachmittag konnte ein Teil der Gruppe La Paz "ungeschminkt" kennenlernen. Susi zeigt uns entlegene, an Hügeln liegende, Stadtteile, in die sich normalerweise keine Touristen verirren. Höhenpunkt war dann die Fahrt mit dem Linienbus zum städtischen Markt, auf dem es von den traditionellen Kostümen (Karneval) bis zum lebenden Haus-, oder Speisetier alles zu kaufen gab.
Andere nutzten den Nachmittag zum Erholen oder um Souvenirs für die Lieben auf dem Hexenmarkt zu erstehen. Den Tag ausklingen ließen wir, je nach Interesse, in einer Bar ("Sol y Luna") oder bei einer Massage.
In Oruro angekommen besichtigten wir ein kleines Minen-Museum und dann gingen wir durch das Zentrum spazieren. Wir konnten live eine große Demonstration gegen die Regierung erleben, da die Fabrikarbeiter und Lehrer nicht mit der 5%igen Lohnerhöhung zufrieden sind.
Am Hauptplatz überraschte uns Carlos mit einer kleinen bolivianische Vorspeise, die meistens vormittags gegessen wird. Es sind Teigtaschen, die eine Füllung aus gehacktem Fleisch und verschiedenem Gemüse haben. Sehr lecker!!
Dann gingen wir noch richtig Mittagessen und anschließend zum Bahnhof. Am Nachmittag fuhren wir immer Richtung Süden, diesmal mit dem Zug bis wir endlich in Uyuni ankamen.
Bevor wir ins Bett gingen, besuchten wir eine Bar, wo der Boden und die Tische aus Salz sind. Nach einigen kräftigen Drinks gingen wir schlafen, morgen haben wir das größte Highlight Bolivien´s auf dem Programm.
Dort erkundeten wir die verrosteten Zugwracks auf eigene Faust. Weiter ging es zu dem Ort Colchani am Salar de Uyuni, wo uns die Salzgewinnung und -verarbeitung nähergebracht wurde. Man staune, es soll sogar aufgrund mangelnder WCs auch gelbes Salz geben.
Nach Einkauf der landestypischen Wollmützen ging es bei kühlen Temperaturen zur Kakteeninsel inmitten der Salzwüste. In Anwesenheit unseres Überraschungsgastes, ein Emu, nahmen wir dort unser Picknick ein. Leider wollte sich heute kein Bewohner der Flamingolagune zeigen, so dass wir uns zum Sonnenuntergang auf den Rückweg machten. Letzte Eindrücke des Tages sammelten wir bei einem Becher Coka-Likör.
Spruch des Tages:Tina zu Frederik: "Hast du der Pacha Mama auch etwas von Deinem Schnaps abgegeben? (Opfergabe im Inkakult)
Die siebenstündige Zugfahrt verging wie im Schlaf, was um diese Uhrzeit wohl auch kein Wunder ist. Kurz vor der Ankunft genossen wir noch die schöne Landschaft (rote Canyons, Schluchten und Kakteen).
Man erzählt sich, dass außer den beiden US Banditen Butch Cassidy und Sundance Kid auch ein gewisser Lucky Luke aus Bad Kissingen hier sein Unwesen treibt....
Nach dem Check-In ins Hostal besichtigten wir eigenhändig das überschaubare Stadtzentrum. Bevor es hoch zu Ross in den wilden Westen ging, verkleideten wir uns zu Cowboys / Cowgirls. Der dreistündige Ausritt wurde zu einer richtigen Gaudi und tatsächlich trafen wir Lucky Luke mit einem viel zu kleinen Pferd.
Es gab viel zu lachen, obwohl der ein oder andere Cowboy zum Ende hin ein eher schmerzverzerrtes Gesicht machte.
Am Abend erwartete uns ein traditionell gegrilltes ganzes Lamm am Spieß mit vielerlei leckeren Beilagen von hier.
Beim Anblick stellte sich die Frage, ob hier tatsächlich Lamm oder ein anderer Vierbeiner, wie Napoleon, auf dem Speiseplan stand? Es schmeckte auf jeden Fall herrvoragend!
Spruch des Tages:Ulrike beim Anblick unserer Unterkunft: "Am liebsten würde ich heute hier im Stehen schlafen!"
Auf der anderen Seite wartete schon Ricardo, unser Guide. Er ist zwar Argentinier aber von deutscher Abstammung und das merkt man sofort an seinem altdeutschen Akzent.
Mittags machten wir eine kurze Pause in Humahuaca, um uns mit leckeren Empanadas zu stärken und anschließend machten wir einen Spaziergang durch das schöne Dorf. Dann fuhren wir weiter.
Am Nachmittag erreichten wir Salta, das Hotel befand sich im Zentrun und zum Abendessen hörten wir auf den Vorschlag von Ricardo und gingen Steaks essen, dort wo die Argentinier auch essen gehen - es hat super geschmeckt!!!
Am Nachmittag wurden wir von Ricardo und seinem Mercedes-Bus, sein ganzer Stolz, zu einer Stadtrundfahrt abgeholt. Auf einem Berg machten wir Halt und genossen einen tollen Blick über Salta.
Abends gingen wir in die Peña Pachamama. Bei reichlich gegrilltem Fleisch gab es Live-Musik uns eine Gauchotruppe die dazu tanzte. Einer der Gauchos kam an unseren Tisch und suchte eine Gauchina für den nächsten Tanz und fand schließlich die Gaucho-Tina. Tina zeigte vollen Körpereinsatz beim Tanz mit dem argentinischen Cowboy.
Nach Mitternacht verließen wir das Lokal, um geschafft und satt in unsere Betten zu fallen.
Spruch des Tages:Tina über den Gaucho: "Hat der mir tief in die Augen geschaut."
Zum Abschluss traf sich die Gruppe unabgesprochen im Havanna zum Kaffee direkt beim Hotel, danach nahmen wir Abschied von Salta und traten unsere 16-stündige Fahrt nach Posadas im Nordosten von Argentinien an. Der Bus war recht bequem und der Service wie im Flugzeug.
Nach einer kurzen Erfrischung fahren wir noch ein Stündchen zu unserer Hacienda. Als wir ankommen, werden wir von einem überfreundlichen Personal empfangen, trotz der kalten Temperaturen die Warmherzlichkeit unserer Gastgebern ist sofort zu spüren. Endlich mal in der Hängematte rumhängen oder einen Tee gemütlich geniessen.
Am Nachmittag besichtigen wir eine alte von den 50ger Jahren stämmige Trocknungsanlage zur Gewinnung von Yerba-Mate, dem National-Tee der Argentinier.
Abends bekommen wir noch einen leckeren Asado (Gegrilltes), der von Ernesto zubereitet wurde und anschliessend gibt es Caipirinha in grossen Mengen, einen Vorgeschmack auf Brasilien!
Zufrieden und etwa müde gehen wir alle früh ins Bett, morgen fahren wir zu den wunderbaren Wasserfällen.
Mittags trafen wir Nelson, unseren lokalen Guide für die nächste zwei Tage, er brachte uns zu den Wasserfällen und zeigte uns heute die Wege "über den Wasserfällen", morgen werden wir dasselbe von der brasilianischen Seite sehen, also werden wir "gegenüber den Wasserfällen" sein.
Als wir die Anlage verließen, fuhren wir eine halbe Stunde zu der brasilianischen Grenze und somit verließen wir Argentinien, don´t cry for me...... ;-)
Abends gingen wir zu einem Lokal wo die Einheimischen oft essen und dort gab uns Carlos viele Tipps für den Aufenthalt in Rio de Janeiro. Morgen verabschieden wir uns von ihm.
Das Wetter am Morgen war leider sehr trüb. Zusätzlich fuhren wir noch zu einem Vogelpark, um uns einen Eindruck der verschieden Arten, welche in Brasilien leben, zu machen.
Kurz bevor wir uns zum Flughafen aufmachten, um nach Rio de Janeiro, der letzten Station unserer Reise zu fliegen, machten Tina, Frederik und Roland noch einen Rundflug über die Iguazu Wasserfälle per Hubschrauber. Cindy, Ulrike und Stefan genossen die kurze freie Zeit in der Sonne, welche sich endlich wieder zeigte.
Um 14:30 Uhr fuhr Nelson uns die kurze Strecke zum Flughafen, von wo aus wir in Erwartung nach Sonne, Strand und Caipirinha nach Rio de Janeiro flogen.
Leider hieß es nun auch Abschied von Carlos zu nehmen, welchen wir in Rio ganz arg vermissen werden. Er machte für uns alle noch einige Sprungfotos, was uns alle zum Lachen brachte. Adios Carlos und alles Gute.
Als erstes schauten wir uns das Wahrzeichen der Stadt, die Christusstatue auf dem Corcovado an. Leider ist diese aufgrund einer Restaurierung verhüllt und so konnten wir nur die Umrisse erahnen. Aber dafür hatten wir geniales Wetter, die Aussicht war einfach nur toll. Von oben kann man den Zuckerhut, die Strände Botafogo, Flamingo, Copacabana, Ipanema, Leblon und noch vieles mehr sehen.
Am Strand von Sao Conrado genossen wir Acai mit Erdbeergeschmack und verweilten kurz am Meer.
Danach machten wir uns auf den Weg zum Zuckerhut und bestaunten die Stadt aus einer anderen Blickrichtung heraus.
Ein weiteres Highlight war die Fahrt mit der nostalgischen gelben Straßenbahn, welche seit 1896 vom Zentrum Rios über die Brücke Lapa hoch nach Santa Teresa fährt.
07.02.12Franz
Mein persönlicher Höhepunkt war Südamerika, denn jeder Ort war schön für sich. Die Unterkünfte waren in Ordnung und die Betreuung durch unseren Reiseleiter fabelhaft....
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