Hier können Sie sehen, was unsere Reisenden auf ihrer Reise erlebt haben.
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Flugtag
Während Deutschland in Südafrika der Kampf um den Einzug ins Finale spielt, seit ihr bereit auf dem Weg in die südliche Hemisphäre. Das Finale werden wir dann zusammen in Peru erleben! Auf uns wartet ein ganz anderes Abenteuer, 3 Länder, verschiedene Landschaften und nette Leute…
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In den Katakomben des Molochs Lima
Nach dem ermüdenen Nachtflug empfängt uns unser Führer Roman auf dem Flughafen. Leider haben es nicht alle unsere Gepäcksstuecke bis nach Lima geschafft. Unser Busfahrer chauffiert uns gekonnt durch das beängstigende Verkehrsgewühl der 10-Millionen-Metropole. Wir stoßen ins Stadtzentrum vor und besichtigen das historische Zentrum um die Plaza Mayor. Kirche und König - alle Macht und Pracht der Spanier ist hier präsent. Zufällig erleben wir nicht nur eine farbenprächtige Demonstration mit, sondern auch die Wachablöse. Im Jesuitenkonvent mit den kunstvollen, farbenprächtigen Fayencen dringen wir tief in die Katakomben vor und staunen über die meterhoch mit Knochen und Schädeln zugeschütteten Kavernen. Nach einem wohlschmeckenden Mittagessen teilt sich die Gruppe. Einige flitzen mit dem Taxi zum Museo del Oro, ich nehme mit meiner Familie noch einen Sundowner ohne Sonne auf einer Terrasse im Lancomar direkt über der Küste gelegen ein und lasse den erlebnisreichen Tag Revue passieren. Dafür, dass es sich eigentlich um den Anreisetag handelte, konnten wir enorm viele Eindrücke mitnehmen. Schön auf der Reise, aber wohnen möchte ich hier nicht.
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Panamericana Sur
Um 6 Uhr ging es heute früh auf zu den Ballestas Inseln. Der Weg in Richtung Chaco Hafen in Paracas führte uns über die Panamericana Sur. Pünktlich 10.30 Uhr ging es mit dem Boot auf zu den Inseln. Wir waren besonders beeindruckt von der antaktischen Tierwelt. Guanotöpel, Seelöwen, Pelikane, Humboldpinguine und unzählige andere Vögel. Zurück von der Rundfahrt ging es direkt weiter zur Oase Huacachine. 12 von uns machten sich auf die Buggiefahrt in die Sanddünen und die ganz Mutigen unter uns haben sich noch ein Sandboard untergeschnallt und sind durch die Dünen gerauscht. Die anderen 2 entspannten derweil in der Laguna Huacachina bei einem kühlen Getränk. Nachdem wir den letzten Sand aus unseren Schuhen geschüttet haben, ging unsere Fahrt auch schon weiter in Richtung Nazca. Dort ließen wir es uns zum Abendbrot im Restaurant El Porton noch richtig gut schmecken, bevor wir dann in einen tiefen Schlaf fiehlen.
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Die Nazca Linien!!!!
Heute stand wieder ein volles Programm auf der Tagesordnung. Begonnen hat es mit dem Rundflug über die weltweit bekannten Nazca Linien. Zum Glück mußten wir nicht lange warten, der Nebel verzog sich schnell und los ging der 45 minütige Flug über Affe, Astronaut, Wal und andere Scharrbilder. Da wir noch nicht genug hatten, stoppten wir an dem Aussichtsturm, den Maria Reiche erbauen ließ, um die Hände und den Baum aus der Nähe betrachten zu können, ohne jedes Mal in ein Flugzeug steigen zu müßen. Unser nächster Stop war das Museum Maria Reiche. Das Museum zeigte uns mehr über diese bekannte Frau: Wie sie gelebt hat, ihre Forschungen und ihr Grab. Ebenfalls wartete auf uns eine Nazca Mumie. Danach ging es auch schon weiter zu einer Piscobrennerei, wo wir verschiedenste Piscosorten probierten. Unser Mittag ließen wir uns direkt vor Ort schmecken. Und da es dort einen großen Fernseher gab und uns die deutsche Mannschaft noch den 3. Platz schenkte, schmeckte es gleich doppelt so gut. 4 Stunden später erreichten wir dann wieder Lima, wo es hieß: Gepäck packen, morgen geht es auf in den Dschungel!!!
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Flug ins grüne Paradies
Heute früh fliegen wir in den Amazonas Urwald mit einem Zwischenstopp in Cuzco.
Heute und morgen gibt es natürlich keine Internetverbindung, sodass unser Tagebucheintrag bis zur Rückkehr warten muss.
Am Dienstag 13. bringen wir euch eine Zusammenfassung über unsere Dschungelabenteuer.
Bis dann!!!!!!
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Inotawa Lodge
Noch ein bisschen Geduld, der versprochene Dschungelbericht kommt morgen.
Als kleiner Vorgeschmack: heute sehr früh ging es zu einer Salzlecke. Das ist der Ort, an dem die Papageien fressen gehen. Danach ging es zu einer ökologischen Wanderung. Nachmittags fuhren wir nach Tres Chimadas, dort angelten wir Piranias und die Mutigen unter uns gingen sogar baden.
Zu guter letzt ging es auf die Suche nach Krokodilen.
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In den Dschungel, aus dem Dschungel
Leute, wir sind wieder zurück in der Zivilisation, aber es war knapp. Die stimmungsvolle, rustikale Inotawa Lodge mitten im tropischen Regenwald hat unsere Sinne gefangen, absolutes Aussteiger-Feeling, fern von jeglicher Zivilisation, ein einzigartiges Gefühl! Wäre schön, sich dort auf einen Aussteigertripp zu begeben. Exkursionen nächtens und am Tage vermittelten einen Einblick in das gefährliche und ungefährliche Dschungelleben (Vogelspinnen, Königsaras, Wasserschweine u.v.m.). Dann das Piranhafischen, wir angelten nur einen, der biss aber ganz schön fest zu in das Blatt, das wir ihm ins zähnebewehrte Maul hielten. Dann gingen einige Verwegene auch noch ins Wasser baden. Hier gibt es neben Piranhas auch Kaimane und Anakondas, erklärte unser Guide, aber manche brauchen offensichtlich ihren Kick im Leben. Bettina, unsere Jüngste wurde dann noch von einer (ungiftigen) Schlange aufgeschreckt, die sich an ihrem Bein vorbeischlängelte. Sie war nicht gefährlich, da sie bereits einen Frosch geschnappt hatte, der aus ihrem Maul herausschaute. Echt unheimlich. Bei der Bootsfahrt fing unser Guide mit blossen Händen einen Kaiman und präsentierte diesen der Gruppe. Dschungel, Dschungel, das war fantastisch und erlebnisreich!
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City Tour
Heute um 9.00 Uhr ging unsere Citytour durch Cuzco + Umgebung mit unserem Lokalguide Marcel los. Wir besuchten viele Ruinen und Festungen, um die Stadt, der 12eckige Stein und das Kloster Santo Domingo. Am Abend trafen sich dann einige von uns zum leckeren Cuyessen. Wobei nur 2 von uns dieses Nationalgericht probierten. Aber die Neueanden Cousine vom Restaurant Pachapapa kann man jeden empfehlen!
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Inkawanderung
Um 4 Uhr früh ging es heute schon los. Im Dunkeln verliessen wir mit einem Bus Cuzco und fuhren etwa 1,5 Stunden nach Ollantaytambo. Dort wechselten wir in den 'Inkatrail'-Zug mit dem wir eine gute Stunde unterwegs waren. Einerseits hätte dieser Zug wohl den Weltrekord in Sachen 'geringste Beinfreiheit' verdient, andererseits gab es dafür guten Kaffee und leckere Snacks serviert. Bei Kilometer 104 stiegen wir dann aus und machten uns auf den Weg nach Machu Pichu. Für zwei von unserer Gruppe war hier allerdings schon Endstation - ohne Pässe lassen die Peruaner niemanden auf den Inkatrail; auch Bestechungsgeld hilft da nicht weiter. Es ging ziemlich steil bergauf und mit ein paar Zwischenstopps erreichten wir schliesslich die Ausgrabungen namens wiñaywayna. Eine halbe Stunde später kamen wir zu einer kleinen Wirtschaft, wo wir mit eiskalten Getränken wieder Energie tankten. Im zweiten Teil der Wanderung wurde es dann waldiger und einige steile Passagen mussten auch noch überwunden werden. Beim Sonnentor angekommen, konnten wir dann das erste Mal den Anblick von Machu Pichu geniessen. Um die angeblich dort vorhandene Energie besser in den Körper fliessen zu lassen, zogen einige sogar Schuhe und Socken aus. Nach kurzer Zeit schien auch - unsere Fotografen waren froh - die Sonne auf's Sonnentor Respektive auf Machu Pichu. Je mehr wir uns dem imposanten Bauwerk näherten, desto mehr Lamas begegneten wir auch. Mit einem Shuttle-Bus fuhren wir nun runter ins Tal, wo Román schon auf uns wartete. Nachdem wir im Hotel unsere verdiente Dusche nahmen, gingen wir in einem Restaurant noch etwas essen. Ziemlich müde schliefen dann alle ein; im Wissen, dass es morgen wieder früh aus den Federn geht.
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Verlorene Inkastadt
Heute erlebten wir eins der grössten Highlights unserer Tour. Wir besichtigten Machu Picchu. Früh Morgens, die Stimmung leicht getrübt, da es regnete, ging es via Bus auf zur verlorenen magischen Inkastadt. Das mystische Flair wurde durch einen Wolkenteppich perfekt ergänzt. Dichte Nebelschwaden umwogten die Stadt ohne jedoch den Blick auf die eindrucksvollen Ruinen zu versperrren. Da stockte einigen von uns der Atem. Bei unserer Führung durch die Stadt erfuhren wir interessante Details über die faszinierende Welt der Inkas. Besonders der Sonnentempel, neben den herzigen Lamas natürlich, fand Anklang. Trotz strikten "Anfassverbot" verlockete es uns immer wieder die speziellen geometrischen Konturen der Inkamauern nachzufahren. Im Alleingang erkundeten wir danach die ganze Stadt inklusive spektakulärer Inkabrücke und konnten sogar dem Paarungsspiel zweier Lamas beiwohnen. Müde und voller Eindrücken ging es wieder per Bus und Inkatrail ins Hotel nach Cusco.
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Heilige Ruinen und das Fest Virgen del Carmen
Wir statten dem Heiligen Tal der Inka einen Besuch ab und staunen über die steilen Terrassenanlagen, die dieses Tal zu einem wichtigen Anbaugebiet der Inka machten. Wir werden mit dem Bus hoch hinaufgefahren und wandern über die Ausgrabungen von Pisaq talwärts. Es wäre eine genussvolle, gemütliche Wanderung mit prachtvollen Ausblicken geworden, hätte sich unser Guide nicht entschlossen, eine steile Rinne als Abkürzung zu nehmen, die unsere Gruppe hart forderte. Steil, rutschig und felsig - eine wahrlich hochandine Herausforderung, die nur mit kollektiver gegenseitiger Stützung bewältigt werden konnte. Die Belohnung folgte auf dem Fuss im Dörfchern Pisaq: Die einheimischen Indios feierten heute das Fest Virgen del Carmen (= Hl. Jungfrau Maria). Zahlreiche Tanzgruppen zelebrierten den Festtag mit farbenfrohen Umzügen und ausgelassenen Tänzen. Die Farbenpracht der kostbaren, goldglänzenden, federgeschmückten Kostümne ist betörend! Das brachte unsere Fotoapparate zum Dauerklicken. So einen hohen Festtag als Zuschauer miterleben zu dürfen, ist für uns eine besondere Freude. Abschliessend steigen wir noch den Ruinenkomplex von Ollantaytambo hoch und bestaunen wieder die gigantomanischen Steinplatten am Sonnentempel. Nach der Besichtigung eines Trepanationstisches (zum Schädelöffnen) geht es wieder zurück ins Hotel nach Cuzco.
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On the road auf dem Hochland des Altiplano
Eine lange Fahrtstrecke führt uns über die Hochebene des Altiplano mit einer durchschnittlichen Seehöhe von ca. 4.000 m. Auf dem kargen Hochland bekommen wir die harten, für uns unvorstellbaren, Lebensbedingungen der Indios mit. In der Nacht saukalt, angewiesen auf dürftige, trockene Gras-und Polsterpflanzen, fristen sie mit ihren Lama-, Rinder-, Alpaka- und Schafherden ihr kärgliches Dasein; die einfachen Adobe-Lehmziegelhäuser mit Strohdach oder "fortschrittlich" mit Wellblech mit kleinen Fensterluken inmitten eines staubigen Hofs, umgeben von einer kahlen Lehm- oder Steinmauer, sprechen eine deutliche Sprache. Wir erfreuen uns an schönen Bergkulissen und zahlreichen Tierherden. Beim Picknick treibt eine Bäurerin eine gemischte Lama-, Rinder- und Schafherde an uns vorbei. Ein kleines Lämmchen verliert den Kontakt zur Herde und blökt jämmerlich. Ich schnappe kurzerhand das Jungtier und trage es zur ebenfalls herzzerreissend blökenden Mama, diese beschnuppert das Junge vorerst misstrauisch und glücklich vereint ziehen die beiden mit der Herde ihres Weges. Mit Einbruch der Dunkelheit fahren wir eine steile Passstrasse nach unten - die gefährlichste Strecke Perus - und erreichen, begleitet vom Kreuz des Südens - wohlbehalten unser Hotel in Yanque.
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El Cóndor pasa
El Condor pasa, majestätisch segelt der Condor in den Lüften. Gibt es nach Machu Picchu noch eine Steigerung? Ja, die gibt es, wenn du am Cruz del Condor im Colca Tal stehst und auf das Auftauchen der Vögel wartest, wenn plötzlich - von ahhhs und oohhs der Touristen begleitet - vier Exemplare der riesigen Geiervögel auftauchen, wenn du plötzlich ein segelfliegerähnliches Sausen und Brausen hörst und dich vor Schreck duckst - begleitet von einem vielkehligen Aufschrei der Menge - weil so ein Riesenexemplar beängstigend knapp über deinem Kopf hinwegsegelt. Riesige grauschwarze Flügel, weit gespreizte Federn am Ende der Flügel, graue Augen, gelber Schnabel, die weisse Halskrause - ganz nah bin ich dem König der Anden, dem von den Inka hochverehrten Gott der Lüfte. Dann folgt ein Erlebnis der sportlichen Art. Wir bewältigen die landschaftlich grandiose Piste entlang des Colca Canyons mit dem Mountainbike - besser gesagt, das wäre unser Ziel gewesen, doch die schwierige Strecke warf zwei Aspiranten ab, gar viele warfen nach kurzer Strecke das Handtuch und bevorzugten unseren komfortablen Bus. Nach dieser Aufregung beglückten uns bei der Rückfahrt die imposanten Vulkane sowie die Beobachtung der seltenen, scheuen, wild lebenden Vicuñas.
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Von der Juanita zur Katalina
1995 wurde im Gletscher des Vulkans Ampatu ein weltweit beachteter Sensationsfund gemacht: Juanita, die bestens erhaltene Gletschermumie einer ca. 12 bis 14-jährigen Inkaprinzessin, die mit Coca und Chicha (Maisbier) betäubt geopfert wurde. Einige aus der Gruppe besichtigen die eindrucksvolle Mumie samt Grabbeigaben im Museum und statten sodann dem Viventura Sozialprojekt einen Besuch ab. Es geht hinauf in ein staubiges, tristes Vorortviertel. Hier unterstützt Viventura ein engagiertes Schulprojekt. Es ist berührend, wie uns die Kinder stürmisch begrüssen. Wir gehen in zwei Klassen und werden mit einem Liedchen beglückt. Nun sind wir aufgefordert, auch ein Lied zum Besten zu geben. Wir entscheiden uns für "Alle meine Entlein" und "Ein Männlein steht im Walde" und ernten viel Applaus. Die Lehrerin erklärt sodann instruktiv, was das Männlein im Wald eigentlich darstelle (einen Fliegenpilz). Nach dem schmackhaften Mittagessen im Viventura Büro starten wir zur Stadtbesichtigung. Dann besichtigen wir die Kathedrale, den arkadenumsäumten Hauptplatz und die Jesuitenkirche.
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Von den Vicuñas zum Titicacasee
Wieder erklimmen wir das Altiplano und beobachten die wild lebenden, scheuen, rehartigen Vicuñas aus nächster Nähe. Die Szenerien auf dem Altiplano ändern sich ständig, so kann auf der langen Busfahrt gar keine Langeweile aufkommen. Mal sind es Tierherden, die unsere Aufmerksamkeit erregen (Vicuñas, Lamas, Alpakas, Schafe, Esel, Rinder, Enten …), mal sind es schroffe Bergformationen aus Tuff und mächtige Vulkane, dann wieder die ärmlichen Lehmhütten, deren Bewohner oder einfach der knallblaue Himmel. Wir erreichen ein kleines Bauerndorf auf der Halbinsel Capachica am Titicacasee, unsere nächste Unterkunft. Etwas mulmig ist uns zu Mute, als wir die einfachen, strohgedeckten Lehmhütten sehen, in denen wir in den letzten Tagen die Einheimischen hausen sahen. Einige sind von der Austattung schockiert: keine Heizung (bei Minustemperaturen in der Nacht), kein Wasser, Matratzen auf gestampftem Lehm, immerhin Strom, das wars dann mit der Möblierung, dafür ein schreiender Hausesel hinter der Hütte. Wie werden wir wohl die Nacht überleben? Romantisch ist es aber allemal: Traumfernsicht über den Titicacasee, heilige Ruhe und ein klarer Sternenhimmel wie aus dem Bilderbuch.
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Über den Titicacasee zu den Schilfinseln der Uros
Ja Leute, die harte, kalte Nacht in der rustikalen Lehmhütte haben alle unbeschadet überstanden. Man sieht, es geht auch ohne Komfort. Danach machten wir uns an die Überquerung des Titicacasees mit dem Boot: tiefblauer See, strahlend blauer Himmel, eine Prise Wind um die Nase - herrlich! Unterwegs steuerten wir einer legendären Schilfinsel der Uros einen Besuch ab. Alles ist hier aus Schilf: der Boden, die Hütten und die Boote. Einige machten eine kleine Überfahrt mit einem typischen Balsaboot mit dem hoch aufragenden Bug à la Thor Heyerdahl zur Nachbarinsel. Weiter ging es mit dem Bus entlang des Titicacasees. Vorne glänzte der tiefblaue See und hinten die weissen Gletscher der Cordillera Real. Wir passierten die Grenze zu Bolivien und fuhren Richtung La Paz. Vor unserem Ziel passierten wir die Zwillingsstadt El Alto: eine "Höllenstadt" der armen Zuwanderer mit extremem Verkehrschaos. An manchen Laternenpfählen hängen Puppen, die signalisieren, dass hier Selbstjustiz geübt wird. Dann geht es bergab nach La Paz in einen Talkessel. Von einem Aussichtspunkt geniessen wir einen Prachtblick auf das blinkende Lichtermeer der Metropole, überwältigend!
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Ruinen, Trekking & Mountainbike
Heute wurde unsere Gruppe gedrittelt. Bettina wagte sich auf die Mountainbike-Tour auf der "gefährlichsten Strasse der Welt". Diese Tour startet auf 4.600 m Höhe und endet 3.000 m später im Regenwald. Andere fuhren zu den Ruinen von Tiwanaku während der Rest auf eine Bergtour ging. Das Ziel der Bergtour war der 'Pico Austria'. Mit einem Off-Roader fuhren wir - teils über Schotterpisten - von La Paz aus auf 4.600 m hinauf. Dort begann dann das Trekking. Mit einigen (Foto-)Stopps erreichten wir erst eine Lagune, später die erste Passhöhe und nach ca. 5 Stunden den Gipfel des 'Pico Austria' auf 5.400 m. Die Aussicht war atemberaubend und die Strapazen des Aufstiegs waren schnell vergessen. Vor uns lagen schneebedeckte Berge und ein imposanter Gletscher. Auf der anderen Seite des 360-Grad-Panoramas sah man in das Landesinnere von Bolivien und sogar den Titicaca-See. Die Luft in dieser Höhe war doch ziemlich dünn. Nach einem kurzen Energieriegel machten wir uns dann auch schon wieder auf den Abstieg. Der Abstieg war zwar körperlich nicht mehr so anstrengend wie der Anstieg, aber man musste sich umso mehr konzentrieren, damit man im steilen Gelände nicht den Tritt verliert. Nach den zwei steilsten Passagen offerierte uns der Guide dann ein kleines Picknick. An wilden Lamas und Transport-Eseln vorbei kamen wir ca. 8 Stunden nach dem Start wieder beim Off-Roader an. Zurück in La Paz gab's dann zuerst die verdiente Dusche bevor uns der Reiseleiter in ein kleines Lokal zum Abendessen führte. Nach guten Forellen, Lomo oder Spaghetti liefen wir zu später Stunde zurück zum Hotel für eine kurze letzte Nacht in La Paz.
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Wie heißt die Hauptstadt von Bolivien?
Wie heißt die Hauptstadt von Bolivien? La Paz! Falsch! Die nominelle Hauptstadt von Bolivien heißt Sucre.
Wir machten einen Kurzflug von La Paz nach Sucre. Dieser hatte es aber in sich! Zuerst starteten wir vom höchsten Flughafen der Welt in El Alto bei La Paz auf 4100 m. Das Flugzeug nahm einen enorm langen Anlauf und gewann dann nur sehr, sehr langsam an Höhe. Der Ausblick auf La Paz und die Anden war dafür spektakulär. Die Landung in Sucre war aber noch aufregender. Die Landepiste liegt an der Kante einer Schlucht und wurde vom Piloten haarscharf anvisiert, wo er dann eine Vollbremsung auf der kurzen Landebahn hinlegte, um nicht über das Ziel hinaus zuschießen.
Sucre ist eine hübsche, angenehme Stadt mit schönen Kolonialbauten. Wir besichtigten das größte Dinosaurierspurenfeld der Welt - total faszinierend! - besuchten auf der Citytour den Palast der Unabhängigkeit und flanierten über den quirligen Markt. Wir sahen Grillstände, Wahrsager und andere bunte Gestalten. Alles, was man sich wünscht, kann man sich hier als Glücksbringer in Miniaturform kaufen: Einrichtungsgegenstände, Häuser, Geld und Titel - vielleicht eine Alternative für jene, die den Dr. oder Mag. nicht schafften …
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Alles, was Silber ist, glänzt
Wir fahren mit dem Bus auf angenehmer, landschaftlich schöner Fahrtstrecke nach Potosi. Erstmals sehen wir viel Wald und Grün in der ansonsten kargen winterlichen Hochebene.
Diese Stadt liegt wieder auf 4000 m , im Hintergrund ragt eine rote, kahle Bergpyramide auf: der Cerro Rico de Potosi, dessen Inneres den Jackpot für die spanischen Eroberer barg: Silber, Silber, Silber! Tausende Tonnen wurden hier abgebaut und nach Spanien verschifft. Millionen von Indigenas schufteten sich hier zu Tode.
Wir machen eine interessante Citytour und beginnen mit dem Münzpräghaus, einem schönen Kolonialbau. Riesige hölzerne Zahnräder greifen hier ineinander, so wurden aus den Silberbarren die Münzen geprägt. Unsere Runde führt uns an zahlreichen attraktiven Kolonialbauten, stimmungsvollen Gässchen und zahllosen Kirchen vorbei. Der Kirchenreichtum hierzulande ist wirklich bemerkenswert!
Ich finde Potosi sehr attraktiv, weil es einerseits schön restaurierte Gebäude gibt, andererseits aber auch verfallene Viertel mit einem morbiden Flair. Leider ist heute am Sonntag auf den Straßen nicht viel los. Viele von uns nützen einige freie Stunden am Nachmittag zur Erholung.
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Cerro Rico
Nach dem Frühstück ging es auf zu dem Minenmarkt, wo wir Geschenke für die Minenarbeiter kauften: Cocablätter, Alkohol, Zigaretten und natürlich Dynamit.
Dann ging die Fahrt auch schon zur Mine Cerro Rico. Doch bevor wir die Mine richtig betraten haben wir erst "El Tio" kennengelernt, der Teufel und Eigner der Mine. Ihm haben wir eine Quechuarituel und einige Gaben geschenkt, damit ihn unser Besuch in der Mine nicht verärgert.
Als wir wieder im Tageslicht waren, haben wir auch gleich gehört, wie unser Dynamit explodiert.
Wir machten uns dann auch schon auf und fuhren in Richtung Uyuni. Der Weg war eine staubige Piste durch das Altiplano und war für uns ein wenig strapaziös war.
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Salar de Uyuni - die größte Salzwüste der Welt
Für die nächsten zwei Tage bestiegen wir Jeeps und nahmen sogar eine eigene Köchin mit, denn es ging in die lebensfeindliche Salzwüste von Uyuni. Eine brettelebene, blendend weiße Fläche breitete sich vor uns aus, begrenzt in der Ferne von einer Vulkankette, dazu der strahlend blaue Himmel - eine phantastische, surreale Stimmung boht sich uns!
Wir trafen auf hart schuftende Salzarbeiter und auf die "Augen", das sind weiche Stellen, an denen das Wasser blubbernd an die Oberfläche dringt. Auf der Insel Incahuasi sahen wir Riesenkakteen die bis zu 9 m hoch und 900 Jahre alt sind. Unsere Köchin zauberte an diesem entlegenen Fleck der Erde ein schmackhaftes Mittagessen (Lamakotelett). Dann feierten wir inmitten des endlosen Weiß den 29igsten Geburtstag mich Kuchen und Ballons von Tobias - happy birthday!
Wir spielten mit Schatteneffekten und der Perspektive unserer Kamera und schossen einige spektakuläre Fotos. Eineinhalb Stunden später ging die Sonne unter und am Himmel boht sich ein leuchtendes Farbenspiele in Blau, Rot, Orange, Gelb und Schwarz. Dann bezogen wir unser nicht gerade alltägliches Nachtquartier in einem Salzhotel, das zur Gänze aus Salzblöcken errichtet ist. Es war sehr rustikal, einzigartig und wir mussten auch auf ein wenig Komfort verzichten (kalt, nur ein Klo).
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Vulkane, bunte Lagunen und Andenflamingos
4 Uhr 30, Tagwache! Raus aus den Betten, an Waschen war gar nicht zu denken, denn es war sehr kalt! Also gab es schnell ein Cocatee zum Aufwärmen und dann ging es los.
Vor uns lag eine 14-stündige Jeeptour durch eine der eindrucksvollsten Wüstenlandschaften der Welt. Es war überwältigend! Wir passierten zahlreiche Vulkane, die Sedimente der Berge schimmerten in den buntesten Farben und ein bizarrer Pilzfelsen schaute aus wie eine Skulptur von Salvador Dalí. Die ersten beiden z. T. vereisten Lagunen sind von den seltenen Andenflamingos bevölkert. Wunderschön waren diese Tiere anzusehen mit ihrem rosa Federkleid, strahlend roten Schwanz- und Flügelspitzen und gelben Schnäbeln.
Ein weiteres Highlight war die Laguna Colorada, welche sich rostrot gefärbt aufgrund der gelösten Kupfersulfate präsentierte. Dann verging uns allerings das Lachen. Der Jeep gab mit hustendem Motor seinen Geist auf. Autopanne mitten in der Wüste? Hilfe! Unsere kompetenter Fahrer hatte das Problem zum Glück schnell gelöst (durch Wüstenstaub verstopfter Luftfilter war das Problem) und wir zogen weiter unsere Spuren durch die Wüste.
Nach der Laguna Verde passierten wir die chilenische Grenze, wo wir Fahrzeug und Fahrer wechselten. Eine Stunde später erreichten wir unser Tagesziel San Pedro de Atacama.
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Atacama - die trockenste Wüste der Erde
Wir starteten am Nachmittag zu unserer Tour durch die Wüste Atacama und machten zwei interessante Spaziergänge im Bereich des Valle de la Muerte und Valle de la Luna. Die Landschaft ist spektakulär!
Die roten Buntsandsteinhänge sind durch Wasser- und Winderosion zergliedert und zerfurcht, dazwischen türmen sich einige Sanddünen auf, von denen wir eine mühsam bestiegen.
Wir durchwanderten ein Wadi und bestaunten die bizarren Felsformationen mit Einschlüssen aus Steinsalz. Nach der Besichtigung der "Drei Marias" - unerotisch, da aus Stein - erklamen wir wieder eine Düne zum Sonnenuntergang.
Zuerst verfärbte sich der umliegende Sandstein mit seinen Runsen, dann taucht die Sonne die Andenkette in ein flammendes Orange, tiefes Rot und Rotviolett. Andenglühen statt Alpenglühen!
Nach Einbruch der Dunkelheit gingen die meisten von uns Sterne gucken. Hier ist aufgrund der Trockenheit und Klarheit der Luft das weltweit beste Gebiet für astronomische Beobachtungen. Wir blickten durchs Teleskop und waren fasziniert vom südlichen Sternenhimmel. Der Schleier der Milchstraße schwebte über unseren Häuptern. Wir sahen die Venus, den Saturn mit seinen Ringen, hell funkelnde Sternenhaufen u. v. m.
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Von der Wüstensonne in den Hauptstadtwinter
Schön langsam ging unsere Reise zu Ende und es hieß Abschied nehmen. Zuerst einmal mussten wir uns heute von unserem sympathischen, extrem um uns besorgten und bemühten Reiseleiter Roman verabschieden.
Danke Roman für alles, was du für uns getan hast, und das war bei Weitem mehr, als wir erwarten durften. Einige von uns haben es dir nicht leicht gemacht, aber du hast alle Hürden souverän gemeistert und dafür gesorgt, dass wir eine glanzvolle Reise ohne Probleme und Pannen erleben durften.
Ein kurzer Binnenflug führte uns nach Santiago de Chile, wieder sehr spektakulär, da wir tolle Ausblicke auf die Wüste Atacama und die hoch aufragende, verschneite Andenkette genießen durften. Santiago empfing uns mit naß kaltem Winterwetter.
Nachdem wir unser wohlschmeckendes Mittagessen in einem auf fangfrischem Meeresfrüchte und Fisch spezialisierten Restaurant in den Markthallen zu uns genommen hatten, machten wir eine Citytour. Doch die meisten von uns waren ein wenig abwesend und mit ihren Gedanken wohl schon mehr bei der Heimreise.
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Home Sweet Home
Heute hieß es endgültig Abschied nehmen! Abschied von Chile, Abschied von Südamerika, denn es ging ab in die Heimat.
Für mich war es die erste Reise nach Südamerika und ich bin extrem beeindruckt und begeistert. Es gab so viele - eigentlich fast jeden Tag - Highlights und prägende Erlebnisse, dass ich sie gar nicht alle aufzählen kann. Man muss sich aber schon im Klaren sein, dass man auch einige Belastungen wie frühes Aufstehen, lange Busfahrten und Komfortverzicht in manchen Übernachtungsquartieren auf sich nehmen muss.
Wer aber das Glück wie wir hat, mit unserem Roman zu reisen, der stets um unser Wohlergehen bemüht war und dafür sorgte, dass organisatorisch alles wie am Schnürchen klappte, der wird vielleicht die schönsten Wochen seines Lebens erleben. Mir ist es jedenfalls so ergangen! Es verabschiedet sich von euch euer fleißiger Tagebuchschreiber Arno aus Wien.
Südamerika, ich komme wieder!