Hier können Sie sehen, was unsere Reisenden auf ihrer Reise erlebt haben.
%3Aformat(webp)%2Fimg%2F2048x1536%2F42912.jpg&w=1920&q=75)
%3Aformat(webp)%2Fimg%2F2048x1536%2F42913.jpg&w=1920&q=75)
Mit Kind ohne Kegel
Heute ist der große Tag: Nach 21 Jahren besucht Julio sein Heimatland wieder. Er wird von seiner Familie begleitet, für die es der erste Besuch überhaupt ist. Alle sind gespannt, wie wird sich Kolumbien von den Erzählungen Julios unterscheiden?
Als Julio vor 21 Jahren zuerst zum Studium nach Rußland ging, war die Lage in Kolumbien doch eine ganz andere. Der erste Eindruck Julios: "Alles ist noch genauso wie vorher". Das muß man auch denken, wenn man den Flughafen betritt. Er hat sich in den vergangenen 25 Jahren nicht sichtbar verändert und auch die Strasse in die Stadt ist auf dem ertsen Blick noch die gleiche.
Miguel, der auf die 6 Pinedas-Köhler wartete, wurde nach 90 minütiger Wartezeit etwas unruhig. Ob sie den Anschluss in Madrid geschafft haben? Es wurden immer weniger Passagiere und dann endlich: müde und mit nur einem Koffer erschien die Familie am Ausgang. Mit Kind aber nur einem "Kegel", denn der Rest ist wohl bei dem Übergang in Madrid hängen geblieben.
Trotzdem liessen sie sich ihre Neugierde auf Kolumbien nicht nehmen und so fuhren wir dann in das Stadtzentrum, zu dem Hotel. Unterwegs war für Julio Zeit der Erinnerung. Er erkannte vieles wieder, stellte aber auch einige Änderungen, wie Fahrradwege und geänderte Verkehrsführung fest.
Im Hotel angekommen wurde schnell Quartier bezogen und das nahegelegene Restaurant besucht. Alle waren sehr müde und so wollten sie schnell in´s Bett.
%3Aformat(webp)%2Fimg%2F2048x1536%2F42914.jpg&w=1920&q=75)
%3Aformat(webp)%2Fimg%2F2048x1536%2F42915.jpg&w=1920&q=75)
Familientag
Heute verbringen Pinedas Köhler einen Tag bei Julios Tante. Sicher spricht sich in der Familie Pineda schnell rum, dass Julio im Lande ist und er wird noch mehr Familienmitglieder wiedersehen.
Neben dem Wiedersehen mit der Familie wird die Gruppe sicher auch die ersten Eindrücke über Bogota und das Leben der Menschen in dieser Stadt sammeln.
%3Aformat(webp)%2Fimg%2F2048x1536%2F42098.jpg&w=1920&q=75)
%3Aformat(webp)%2Fimg%2F2048x1536%2F42916.jpg&w=1920&q=75)
Marathon, Ciclovia und blauer Himmel
Heute stand die Besichtigung der Stadt auf dem Vormittagsprogramm. Der Tag dafür hätte nicht schöner sein können. Strahlend blauer Himmel und schönster Sonnenschein luden förmlich zur Erkundungstour ein.
Leider war Teresa mit Ohrenschmerzen aufgewacht und blieb, nachdem wir ihr ein Mittel gegen die Schmerzen besorgt hatten, erst einmal im Hotel. So verpasste sie leider den Aufstieg zum Monserrate und die grandiose Sicht von dort oben über die Stadt. Die Luft war klar und erlaubte einen weiten Blick über die Hochebene von Bogotá. Auf den Weg zum Berg hatten wir schon alles mögliche genascht. Was gerade so am Strassenrand angeboten wurde, erfreute sich unserer Zuneigung. Maiskolben, Zuckerwatte, Mamoncillos, Mandarinen oder Käse … . Auch oben auf dem Monserrate probierten wir die einheimische fritierten Speisen, ohne dabei die Begeisterung unserer Nachbartische über ihre Speisen zu entwickeln.
Wieder unten in der Stadt besuchten wir erst Teresa und machten uns dann auf dem Weg in das Goldmuseum. Leider waren auf diesem Weg zu viele Abwechslungen, ob die schönen Portale und bunten Häuser der Altstadt "Candelaria" oder die Picaso, Gaugane und Botero eigenen Bilder und Skulpturen im Botero-Museum: die Kulturangebote waren vielseitig. So erreichten wir das Goldmuseum später als geplant und da heute, am letzten Sonntag des Monats die Museumsbesuche frei sind, wartete eine große Menschenschlange auf Einlass. Uns wurde angedeutet, dass wir kaum Chancen hatte, vor dem Schliessen des Museums anzukommen.
Also fuhren wir weiter nach Usaquen und besichtigten den Künstlerflohmarkt. Auch hier war das Wetter sehr schön und wir genossen die entspannte Atmospäre und den Tratsch mit den Künstlern sehr.
Müde und hungrig begaben wir uns nach Chia in´s Andres Carn de Res. Wirklich ein ganz anderes Restaurant.
%3Aformat(webp)%2Fimg%2F2048x1536%2F42327.jpg&w=1920&q=75)
%3Aformat(webp)%2Fimg%2F2048x1536%2F42917.jpg&w=1920&q=75)
Besuch bei den Niños de los Andes
Da wir auf einen Teil der Gepäckstücke noch warteten, gingen wir am Vormittag auf Kosten der Fluglinie in Bogota shoppen. Eine Reisestunde später wurden wir herzlichst bei den Niños de los Andes empfangen, einer Organisation die Straßenkindern ein Zuhause gibt. Die Jungs zwischen 8 und 17 stürmten gleich bei der Ankunft auf uns zu. Immerhin waren vier Mädels in ihrem Alter zu Besuch. Man zeigte uns wie die Kinder leben, und erfuhren, dass sie neben der Schulerziehung zusätzlich ausgebildet werden. Das eine oder andere ehemalige Niño de los Andes ("Andenkind") schaffte es bereits zu einer Karriere, sogar in anderen Ländern. Claudia beeindruckte die Jungs noch mit ihrem Umgang mit dem Trompo (ein Kreisel - ein beliebter Zeitvertreib sind diverse Spiele mit solchen) und hat sogleich einen geschenkt bekommen. Dann ging es weiter, die Jungs winkten uns zum Abschied noch nach, einige wohl mit einem gebrochenen Herzen :)
Dann ging es durch wunderschöne Hügellandschaften nach Villa de Leyva, auf dem Weg kauften wir noch regionaltypischen Käse ein, ein Abendessen war daher gar nicht mehr notwendig. Nach der Ankunft genossen wir noch ein erholsames Bad im Jacuzzi und dann ging es ins Bett.
%3Aformat(webp)%2Fimg%2F2048x1536%2F42325.jpg&w=1920&q=75)
%3Aformat(webp)%2Fimg%2F2048x1536%2F42326.jpg&w=1920&q=75)
Mutprobe am Paso de Angel und ein Reitausflug
Wir fuhren nach einem ausgiebigem Frühstück zum Paso de Angel, dort überquerten wir einen Bergkamm, der an einer Stelle nur 40 Zentimeter breit ist, an beiden Seiten ging es sehr steil bergab. Also besser nicht hinunter schauen und sobald der Wind nachlässt schnell drüber. Alles gut gegangen. Auf der Fahrt kamen wir dann noch in den Genuss von Zuckerrohr, ein Bauer wies uns auf einer der vielen Felder, an denen wir vorbeikamen, in seine Kultur ein.
Vor und nach dem Mittagessen blieb ein wenig Zeit das malerische Dorfzentrum von Villa de Leyva kennenzulernen, wohl einer der schönsten Plätze Kolumbiens. Nach einem kurzen Check der E-Mails aus der Heimat machten wir noch einen Reitausflug durch die wunderschöne Umgebung, einige von uns hatten ja bereits Erfahrung und unser Guide sorgte dafür, dass alle mit den Pferden gut zurecht kamen. Am Abend ging es von unserem erholsamen Landausflug zurück in die Großstadt nach Bogota.
%3Aformat(webp)%2Fimg%2F2048x1536%2F42918.jpg&w=1920&q=75)
%3Aformat(webp)%2Fimg%2F2048x1536%2F42919.jpg&w=1920&q=75)
In wniger als zwei Flugstunden in das Paradies
Heute verlassen wir die Betriebsamkeit der östlichen Andenkette und fliegen an die Pazifikküste, nach Nuqui. Früh verlassen wir unser Hotel in Bogota und nach nur etwas mehr als 30 Minuten landen wir in Medellin, wo wir in eine kleinere Maschine zu unserem Ziel fliegen werden.
Medellin ist trotz der frühen Morgenstunden schon recht warm, sie gilt als die Stadt des ewigen Frühlings. Aber dass werden wir genauer in 4 Tagen, bei unserer Rückkehr auf die Probe stellen.
Die Crew verteilt beim Einsteigen einen Muffin und einen Saft als Wegzerrung an die Passagiere neben einem paar Ohrstöpsel. Das kann ja gut werden! Unser Gepäck haben wir schon auf tragbare 10 kg reduziert, das Restgepäck bringt uns Hernan, unser Fahrer ja am Samstag im Bus mit. So steigen wir mit dem Gefühl des Abenteuers in unseren Flieger und heben ab nach Nuqui. Der Lärm der Motoren erweist sich als auch ohne Ohrstöpsel gut ausstehbar und bald vergessen wir in ganz und sind fasziniert von der abwechselnden Bergenlandschaft unter uns. Flüsse, bebautes Ackerland und Urwald wechseln sich ab, wobei der Urwald nach und nach die Oberhand gewinnt. Und dann: das Meer! Wir fliegen in Nuqui an.
Nach einer kurzen Wartezeit auf unser Gepäck führt uns Pozo, unser Führer für die nächsten Tage zum Boot und wir fahren voller Erwartungen zu der Bucht, in der unsere Lodge El Cantil liegt.
Nach einem richtigen Ritt über Wellen kommen wir in der malerisch gelegenen Bucht an. Und werden gleich vom freundlichen Personal mit einem Obstsalat Willkommen geheißen! Wir beziehen Quartier und freuen uns auf einen erholsamen Nachmittag am Strand.
%3Aformat(webp)%2Fimg%2F2048x1536%2F42521.jpg&w=1920&q=75)
%3Aformat(webp)%2Fimg%2F2048x1536%2F42522.jpg&w=1920&q=75)
Walbesichtigung und durch den Urwald
Heute haben wir uns viel vorgenommen: Wale und Frösche stehen auf dem Programm.
Unsere Nachbarn haben uns erzählt, dass sie vor zwei Tagen Wale beim Springen beobachten konnten und sie heute wieder hinaus fahren würden. Wir sind natürlich sofort dabei.
So stechen wir früh am Morgen in See. Pozo und Johnny wissen wo die Wale sich ungefähr aufhalten und wirklich, nach etwa 20 Minuten heißt es: "Wal in Sicht!". Wir sehen die Wasserfontänen ihrer Atmung, und schwenken Kurs auf sie. Alle blicken gebannt auf das Wasser aber es dauert ca. 10 Minuten, bis wir die Fontäne wieder sehen. Etwas weiter weg als wir geschätzt haben. So nehmen wir erneut Kurs und diesmal sehen wir wirklich in ca. 20 Meter Entfernung die Buckel der Wale vor uns auftauchen. Wenn man bedenkt, dass wir nur ca. 5% ihres Körpers sehen, gibt uns das schon eine ungefähre Vorstellung wie groß diese Tiere sein müssen. Sie tauchen wieder ab und wir warten mit gedrosselter Fahrt auf ihr Auftauchen. Als sie wieder zu sehen sind, erscheinen sie doch wieder einige Meter weiter als wir angenommen haben. Es scheint so, als ob sie mit uns spielen würden. Sie tauchen immer ungefähr dort auf, wo wir sie vermuten, aber wir kommen nie näher als 20 Meter, dann sehen wir ihre Schwanzflosse und: schwupps tauchen sie wieder für länger ab, um dort aufzutauchen, wo wir sie nun mal nicht erwarten. Nach einer Stunde und dem Bewusstsein, dass sie uns heute nicht mit Sprüngen beglücken werden, brechen wir die Verfolgung ab.
Im Cantil angekommen geht es in den Urwald, auf die Suche nach den bunten Giftfröschen. Wir gehen über Stock und Stein und so manches Mal sitzt einer von uns auf dem Hosenboden. Pozo erklärt uns die Pflanzen und Baumwelt und wir erfahren, welche Bäume zur Holzverarbeitung dienen. Nach ca. 2 Stunden erreichen wir den Gipfel und siehe da, hier sind auch vermehrt Frösche zu sehen. Rot-schwarz oder auch gelb-schwarz sind sie und gelten als die giftigsten Frösche überhaupt. Sie sondern über die Haut ein Nervengift aus und so halten wir auch respektvoll vor Ihnen Abstand.
Nach einer kurzen Rast geht es weiter zu den Wasserfällen des Rio Terco. Wir erreichen diese nach weiteren 60 Minuten und geniessen das erfrischende Bad im Fluss.
Am späten Nachmittag kehren wir wieder in El Cantil ein, wo wir mal wieder mit frischen Säften und einem guten, späten Mittagessen empfangen werden.
%3Aformat(webp)%2Fimg%2F2048x1536%2F42920.jpg&w=1920&q=75)
%3Aformat(webp)%2Fimg%2F2048x1536%2F42921.jpg&w=1920&q=75)
Erholen und Wanderung zu den Thermalbädern
Nach der gestrigen Wanderung ist uns heute der Sinn nach einem geruhsamen Vormittag. Nach dem Mittagessen wollen wir die Thermalbäder besuchen, da dann Ebbe ist und wir so den leichteren Weg am Strand entlang nehmen können.
Nach einem leckeren Frühstück verbringen wir den Vormittag am Strand. Das Spiel mit den Wellen ist manchmal ganz schön Kräfte raubend. Wir stellen mal wieder fest, so still wie sein Name es vorgibt, ist der Pazifische Ozean auch nicht! Gegen 10 Uhr hören wir vom Restaurant aus den Ruf: "Wal in Sicht!". Vom Strand aus können wir aber leider nicht viel erkennen, doch man erzählt uns später, das von der erhöhten Plattform des Restaurants aus, in der Ferne deutlich vier Wale beim Springen und Luftholen auszumachen waren.
Nach dem Mittagessen (wieder Fisch, aber jedesmal anders und sehr wohlschmeckend zubereitet) geht es mit Adriana zu den Thermalbädern. Pozo muss an dem Wassersystem arbeiten und kann uns diesmal nicht begleiten. Der nächtliche Sturm hat die Leitung beschädigt und so ist El Cantil seit dem späten Vormittag ohne Wasser.
Wir gehen die meiste Zeit am Strand entlang. Außer seiner Schönheit beeindruckt uns, das er wirklich menschenleer ist. Außer uns ist kilometerweit niemand zu sehen. Wir freuen uns über das Grün des nahen Urwalds, im Kontrast zu dem dunklen Sand und dem blau-grünen Meer. Unterwegs waten wir durch mehrere Bäche, die im Meer münden. Ihr Wasser ist kühl und erfrischt unsere Füße.
Im Thermalbad reiben wir unsere Gesichter dann mit einem Stein ein und hoffen auf die verjüngende Wirkung dieser Prozedur. Zumindest innerlich fühlen wir uns um Jahre jünger, nachdem wir die Wechselbäder in den warmen Thermalquellen und dem erfrischend kalten Wasser im gleich daneben fließendem Fluss genossen haben.
Auf dem Rückweg durch den Ort Thermales erklärt uns Adriana noch, dass die fast neugebauten sanitären Anlagen der Häuser eine Stiftung einer Nicht-Staatlichen-Organisation ist und dass die Leute hier ihre Gemüsebeete auf Stelzen anlegen um zu verhindern, dass Krabben und Hühner Schäden anrichten.
Ein schöner und farbenfroher Sonnenuntergang verabschiedet unseren letzten Tag in El Cantil.
%3Aformat(webp)%2Fimg%2F2048x1536%2F42922.jpg&w=1920&q=75)
%3Aformat(webp)%2Fimg%2F2048x1536%2F42923.jpg&w=1920&q=75)
Vom Paradies in die pulsierende Metropole
Nach dem Frühstück in El Cantil heißt es Abschied nehmen vom netten Personal und den herzlichen Nachbarn.
Mit dem Boot geht es zurück nach Nuqui. Heute wird der Stille Ozean seinem Namen gerecht und wir kommen auf einer fast glatten Wasseroberfläche schnell voran. So sind wir auch etwas früher in Nuqui und verkürzen uns die Wartezeit mit einem Spaziergang durch den Ort.
Claudia sucht einen Kreisel, wir fragen ein paar Jungs am Flughafen, wo wir einen solchen finden können und werden bald darauf von einigen weiteren auf unserer Suche begleitet.
Wir erfahren von ihnen, dass morgen ein Fussball-Turnier ist, eine Stadtmeisterschaft in der die einzelnen Viertel gegeneinander spielen. Die Jungs erzählen uns auch, dass sie keine Fussballschue haben und somit wohl nicht mitspielen dürfen. In unserem Interesse für ihre Bedürfnisse sehen sie eine Chance, uns zum Kauf ihrer Schuhe zu überreden. Und so begleiten uns bald 12 Jungs auf der Suche nach Claudias Kreisel.
Wir müssen die Jungs aber enttäuschen. Julio wagt einen Vorschlag: Die Jungs sollen doch Kokusnüsse pflücken und sie an die ankommenden und wartenden Touristen verkaufen. Er rechnet es ihnen vor, deutet auf die nahen Palmen und stellt Verkaufsmodelle vor. Auf ihren Einwand, die Besitzer würden das nicht erlauben, begleiten Julio, Bettina und Miguel die Jungs zu einem nahen Haus und versuchen mit dem Bewohnern zu reden. Leider ist er nicht der Besitzer des Hauses und so kommen wir heute nicht in der Angelegenheit weiter.
Sollte aber eine der nächsten viventura Gruppen von Jugendlichen am Flughafen Kokusnüsse angeboten bekommen, dann wisst ihr ja, wer die Initiative gegeben hat.
Der Flug nach Medellin verläuft planmäßig und so sind wir um halb zwei in dieser pulsierenden Metropole.
Medellin, ist an diesem Wochenende in Feierlaune. Es ist das Fest der Blumen und so sehen wir auf dem Weg in die Stadt viele Menschen, die den Umzug der Blumenkarossen begleiten. Auch wir können noch einige Minuten lang das bunte Treiben beobachten.
Am Abend treffen sich Pinedas-Köhler mit Julios Bruder, der in Medellin wohnt.
%3Aformat(webp)%2Fimg%2F2048x1536%2F42924.jpg&w=1920&q=75)
%3Aformat(webp)%2Fimg%2F2048x1536%2F42925.jpg&w=1920&q=75)
Auf den Weg in die Kaffeezone
Wir beginnen unseren heutigen Tag mit einer einstündigen Verspätung. Auf Grund des Blumenumzugs heute und des Besuches des Präsidenten Alvaro Uribe bei diesen Umzug in seiner Heimatstadt Medellin, sind sehr viele Straßen abgesperrt und so findet Hernan, unser Fahrer nur schwer den Weg zu uns.
Zu der heutigen Stadtbesichtigung gesellen sich außer Claudia, unserer Stadt-Führerin, auch Julios Bruder und dessen Frau.
Auf Grund der Straßensperren beginnen wir unsere Besichtigung außerhalb der Stadt und fahren zum Pueblito Paisa, ein Modell für den traditionellen Bau- und Lebensstil in den Dörfern der Kaffeezone.
Von hier aus haben wir eine gute Sicht über die Stadt und Claudia erklärt über die Geschichte Medellins und die Lage der wichtigsten Vierteln der Stadt.
Weiter geht es zur S-Bahn-Station. Die S-Bahn heißt hier Metro, obwohl sie über- und nicht unterirdisch verläuft. Sie wurde vor 10 Jahren in Zusammenarbeit mit einem deutschen Unternehmen gebaut und macht Medellin zur ersten und einzigsten Stadt Kolumbiens mit einer S-Bahn. Daher ist sie auch ein Stolz der Stadt. An die S-Bahn ist ein Gondelbahnsysetm angechlossen, der die am Hang liegenden Viertel an das Verkehrssystem anschließt. Diese Viertel werden von einfachen Arbeitern bewohnt oder Leuten die sich durch Kreativität aber ohne feste Arbeit ihren täglichen Lebensunterhalt erkämpfen. Wir erfahren von Claudia, dass hier Pablo Escobar seine Truppen rekrutierte und erwarten verwahrloste Häuser und Straßen ohne Menschen. Aber das Gegenteil ist der Fall. Zwar sind die Häuser sehr einfach, manchmal auch heruntergekommen, aber es gibt viele kleine Läden und die Straßen sind voll mit Menschen. Claudi erzählt uns, dass die Solidarität unter den Menschen hier sehr groß ist und sich eine eigene Subkultur entwickelt hat. Hier ist z.B. die Wiege der kolumbianischen Rapp-Szene.
Nach dem wir noch die Botero-Skulpturen im Zentrum besichtigt und einige Eindrücke auf dem Flohmarkt am Ufer gesammelt haben, verlassen wir Medellin.
Es geht gegen Süden durch eine Abwechlungsreiche Landschaft bergab und -auf, gewundene Strassen Richtung Manizales. Die vielen Kurven haben es in sich und so müssen wir kurz halt machen, damit uns die Seekrankheit nicht auf Kolumbiens Strassen erwischt.
Wir erreichen unsere Finca in Chinchina am Abend, wo uns ein Swimmingpool und bratfertiges auf dem Grill erwarten. Gestärkt und erfrischt beschließen wir morgen nicht auf den Nevado del Ruiz zu steigen und statt dessen, die Gegend zu erkunden.
%3Aformat(webp)%2Fimg%2F2048x1536%2F42926.jpg&w=1920&q=75)
%3Aformat(webp)%2Fimg%2F2048x1536%2F42927.jpg&w=1920&q=75)
In der Kaffeezone
Nach dem wir heute (fast alle) ausgeschlafen haben, beginnen wir den Tag nach dem Frühstück am Pool. Während Miguel, Julio und Bettin sich um die Wäsche kümmern und Julio noch einige Telefonate mit Deutschland führt, genießen Judith, Claudia, Teresa und Lulu das gute Wetter am Schwimmbad.
Nach dem Mittagessen wollen wir eine Tour durch die Kaffeeplantage machen und den Prozess von der Saat bis zur Tasse Kaffee kennenlernen. Danach steht Reiten auf dem Programm.
In der Kaffeefinca wird ein achtzigster Geburtstag gefeiert und wir werden eingeladen bei einem frischem Saft der Gitarrengruppe zuzuhören, die dem Geburtstagskind ein Ständchen bringen. Die Musik ist froh und melodisch und passt zu dem sanften Grün und der abwechslungsreichen Landschaft der Gegend.
Danach geht es auf die ca. einstündige Tour durch die Finca. Die Führung ist aber so interessant, dass wir sie mit unseren vielen Fragen auf das Doppelte verlängern. Wir lernen nicht nur über Kaffee, auch den Kakaobaum, die vielen Blumen und Palmen lernen wir kennen und erfahren, wann der Bambus gefällt werden sollte und welche Rolle der Mond dabei spielt. Natürlich wird der Rundgang mit einer leckeren Tasse selbstangebauten Kaffees gekrönt.
Noch vor Einbruch der Dunkelheit erreichen wir die Pferdefarm und lassen aufsatteln. Julio, Judith und Luisa unternehmen wie echte Cowboys ihren ersten Nachtritt. Und das durch die Berglandschaft der Kaffeezone!
%3Aformat(webp)%2Fimg%2F2048x1536%2F42928.jpg&w=1920&q=75)
%3Aformat(webp)%2Fimg%2F2048x1536%2F42929.jpg&w=1920&q=75)
Thermalbäder, Wachspalmen und ein Tejo-Spiel
Heute geht es weiter Richtung Süden, unsere Tagesetappe heißt Salento, ein kleines Dörfchen am Ausgang des Valle de Cocora, wo die einzigartigen Wachspalmen wachsen.
Zuerst fahren wir zu den warmen Quellen bei Santa Rosa de Cabal. Diese liegen malerisch an einem Wasserfall, der eigentlich 7 Wasserfälle in einem ist. Der Aufstieg zu den Quellen ist leicht und führt uns durch eine artenreiche Pflanzenwelt, in der fast jede Farbe der Palette vertreten ist. Vollendet wird die Farbenpracht durch die vielen bunten Schmetterlinge, die von Blüte zu Blüte tanzen. Gerne wären wir noch länger in den erholsamen Warmwasser Becken geblieben, aber wir haben noch einiges Form.
Nach kurzer Pause um die berühmten Chorizos (Bratwürste) von Santa Rosa zu probieren, fahren wir weiter nach Salento. Der Ort besitzt eine gut erhaltene Struktur, die typisch für die Kaffeezone ist. Miguel erzählt uns, dass hier viele Kunsthandwerker leben und wir nachher noch Gelegenheit haben werden, uns in ihren Läden umzuschauen. Aber zunächst müssen wir weiter in das Tal der Palmen, el Valle de Cocora.
Die Fahrt dorthin ist sehr schön, wir fahren in ein Tal, dass richtig schweizerisch anmutet, nur in grösseren Dimensionen. Unterwegs machen wir bei einer Kuhherde halt, die gerade gemolken wird. Das geht hier per Hand und Luisa will es unbedingt auch selber einmal probieren. Fachmännisch von Juan, dem Melker, angeleitet gelingt es ihr auch tatsächlich ein paar Strahlen Milch zu "ermelken". Zur Belohnung gibt es von Juan dann noch einen Becher frisch gemolkener Milch. Sie ist warm und schmeckt würzig und gut.
Im Naturpark angekommen, mieten wir uns Pferde um zu dem Berg der Nebel zu gelangen. Wir erfahren über die Palme un den Vögel die sie als Ort für ihre Nester nutzen oder von ihren Samen leben und dass sie mit der Palme unter Artenschutz stehen. Die Landschaft begeistert uns alle und so kehren wir nach fast 2 Stunden wieder sehr zufrieden zu unserem Ausgangspunkt zurück.
Wieder in Salento beziehen wir Quartier in unserem Haus, ein typisches Haus, mit Varanda, schönem Garten im Innenhof und geschmackvoller Einrichtung. Genau der richtige Ort zum Entspannen.
Aber zunächst überrascht uns Miguel mit einer Abendveranstaltung: Tejo!. Das ist ein durch und durch kolumbianischer Sport und besteht im Prinzip darin, dass man aus gut 20 m Entfernung mit einem Stein in`s Schwarze treffen muss. Dieser ist ein Kreis auf einem Sandhaufen und wenn mann sehr gut zielt, trifft man auch ein Päckchen mit Schiesspulver, dass unter Knall explodiert. Alle freuen sich dann und es gibt viele Punkte und Bier. Das mit dem Bier lassen wir, aber wir bilden mit einigen Einheimischen zwei Mannschaften und spielen bald sehr angagiert gegeneinander. Auch ohne Bier haben wir viel Spass und geniessen die Betätigung.
%3Aformat(webp)%2Fimg%2F2048x1536%2F42930.jpg&w=1920&q=75)
%3Aformat(webp)%2Fimg%2F2048x1536%2F42931.jpg&w=1920&q=75)
Ab in die Wüste …
Heute steht uns ein langer Fahrttag bevor. Wir werden von der Westseite der Zentralkordillere über das Magdalena-Tal zur Ostkordillere nach Neiva wechseln. D.h. wir werden viele Höhenmeter machen. Hernan, unser Fahrer und Miguel erzählen uns viel über diese berühmt-berüchtigte Strecke, La Linea.
Nach einem leckeren Frühstück verlassen wir unter den besten Wünschen der sympathischen Gastgeberin also das schöne und verschlafene Salento Richtung La Linea.
Allen Prophezeiungen zum Trotz, ist heute kaum Verkehr auf dieser Straße und so schlängeln wir uns recht zügig auf den Pass hoch und von dort wieder in das Magdalena-Tal hinab. Wir sind schon fast enttäuscht, dass so wenig los ist, denn so sehen wir auch keines der berühmten Kinder von La Linea in ihren Seifenkisten. Ein paar sind an den unübersichtlichstes Stellen und regeln entgegegenkommenden Verkehr. Die Fahrer werfen ihnen zum Dank ein paar Pesos zu, aber wie erwähnt, auch da gibt es heute nicht viel zu verdienen.
Wir erreichen die Sternenwarte in der Wüste "La Tatacoa" bei Neiva gegen 17 Uhr, wandern noch etwas durch die bizarre Dünenlanschaft, bewundern blühende Kakteen und rotbäuchige Vögel bevor die Nach hereinbricht.
Bald sehen wir die ersten Sterne am Himmel und es werden rasch immer mehr. Julio erklärt uns die Formationen. Leider geht gegen 19 Uhr ein schöner Vollmond auf und seine Helligkeit verdeckt den Sternenhimmel vor uns. Der Mond ist so hell, dass wir auch ohne Scheinwerferlicht den Weg aus der Wüste herausfinden können.
Müde erreichen wir dann gegen 21 Uhr unser heutiges Quartier in Rivera und nur Luisa und Teresa schaffen es noch in's Pool zu springen. Wir gehen früh in`s Bett, da wir morgen früh nach Bogota fliegen.
%3Aformat(webp)%2Fimg%2F2048x1536%2F42932.jpg&w=1920&q=75)
%3Aformat(webp)%2Fimg%2F2048x1536%2F42933.jpg&w=1920&q=75)
Von der Hitze Neivas zur Hitze Santa Martas
Wir stehen früh auf um unseren Flug in Neiva zu bekommen. Es geht heute vom südlichen Landesinneren an die Karibikküste, nach Santa Marta, mit Zwischenlandung in Bogota.
Die Wartezeit in Bogota nutzen wir um in einem nahegelegenen Einkaufszentrum zu Mittag zu essen und ein paar Sachen zu kaufen.
Dann geht es weiter nach Santa Marta. Unsere Flugroute dorthin führt uns am Magdalena-Fluss entlang bis zu dessen Einmündung in das karibische Meer, einem weit verzweigten Delta. Der Kapitän erzählt auch, dass wir über Aracataca fliegen, den Ort, den Garcia Marquez unsterblich machte. Schade, dass wir hier nicht landen können. ;)
In Santa Marta angekommen fahren wir direkt zu unserem Hotel in das Stadtzentrum. Es ist ein ehemaliges Kloster und geschmackvoll restauriert.
Gegen 20 Uhr fahren wir zu unserer Stadtbesichtigung los. Sie findet in einer "Chiva" statt, einem dieser typischen Busen mit durchgehenden Bänken und Holzaufbau. Unterwegs laden wir die fünfköpfige Musiktruppe auf so geht unsere Fahrt durch karibische Rythmen beschwingt weiter.
Da morgen Julios Geburtstag ist, lädt Miguel uns noch zu einem Restaurant am Hafen ein, der wegen seiner guten Fischspeisen bekannt ist. Wir können diesem Ruf nur ausdrücklich zustimmen
%3Aformat(webp)%2Fimg%2F2048x1536%2F42934.jpg&w=1920&q=75)
%3Aformat(webp)%2Fimg%2F2048x1536%2F42935.jpg&w=1920&q=75)
Julios Geburtstag in Tanganga
Heute beginnt der Tag mit Feiern: Julio hat Geburtstag. Zum Frühstück kommt auch seine jüngste Schwester, die in Taganga wohnt und begleitet uns beim anschneiden der Geburtstagstorte.
Da wir gestern Abend entschieden haben, der Kinder wegen in den nächsten Tagen nicht mehr so viel zu reisen, fahren wir nicht wie geplant zum Tayrona-Park, lassen Barranquilla ausfallen und bleiben statt dessen einen Tag länger in Santa Marta, bevor wir am Samstag direkt nach Cartagena fahren.
So beschließen wir den heutigen Tag in Taganga und den nahen Buchten zu verbringen, mit Strandurlaub und Tauchen.
In Taganga angekommen organisieren wir ein Boot, dass uns zu den verschiedenen Stränden fährt und abends zurückbringt.
Der letzte Strand des Tages heißt "Playa Brava", der wilde Strand. Wir erfahren vor allem bei der Rückfahrt, dass dieser Name seine Berechtigung hat. Auf Grund des starken Wellengangs kann dass Boot nicht sehr nahe an den Strand fahren und so müssen wir gegen die Wellen kämpfend unseren Weg in das Boot finden, was uns auch nur mit kräftiger Hilfe unserer zweiköpfigen Besatzung gelingt.
Den Abend verbringen wir mit Julios Schwester in Santa Marta und besuchen ein italienisches Restaurant
%3Aformat(webp)%2Fimg%2F2048x1536%2F42936.jpg&w=1920&q=75)
%3Aformat(webp)%2Fimg%2F2048x1536%2F42937.jpg&w=1920&q=75)
Let's go West - entlang der Karibikküste
Im Abänderung des ursprünglichen Plans zum Parque Tayrona zu fahren, geht es heute nach Cartagena.
Vor allem unsere jüngsten Teresa und Luisa wollen die letzte Woche möglichst an einem Ort verbringen und da bittet sich Cartagena am besten an.
Wir fahren nach dem Frühstück zum Busterminal und haben Glück, denn es fährt fast unmittelbar danach ein Bus nach Cartagena los. Der Bus ist vollklimatisiert und so können wir die fünfstündige Fahrt gut hinter uns bringen.
Die Fahrt geht entlang der karibischen Küste, die wir zu unserer rechten Seite haben. Sandstrände wechseln sich mit felsigen oder bewaldeten Abschnitten ab.
In Barranquilla fährt der Bus zum dortigen Terminal, im inneren der Stadt. Wir können uns so einen kleinen Eindruck dieser geschäftlichen Stadt machen. Miguel erklärt uns, dass Barranquilla touristisch unbedeutend ist. Es ist die Erdöl-Hauptstadt Kolumbiens und ansonsten nur wegen des Karnevals bekannt - und als Geburtsstadt Shakiras.
Gegen halb sechs sind wir dann in Cartagena und wir fahren sofort in unser schönes Hotel, im alten Stadtteil Getsemani gelegen. Hier, direkt vor den Stadtmauern Cartagenas spielten sich Teile des Leben des Florentino Arizas in "Liebe in den Zeiten der Cholera" ab.
%3Aformat(webp)%2Fimg%2F2048x1536%2F42938.jpg&w=1920&q=75)
%3Aformat(webp)%2Fimg%2F2048x1536%2F42939.jpg&w=1920&q=75)
Auf den Spuren Gabriel Garcia Marquez
Den gestrigen späten Nachmittag verbrachten wir am Badestrand Cartagenas, Bocagrande. Vor allem Luisa und Teresa konnten so ihrer Lieblingsbeschäftigung mit den Wellen zu spielen nachgehen.
Danach gingen wir noch in den ummauerten Teil der Stadt und schnupperten auf der Suche nach einem Restaurant erstmals in das Nachtleben der Karibik. Trotz der Uhrzeit, nach 21 Uhr, waren die Tische der Restaurants an den Parks voll besetzt und die Menschen schienen danach in die Discos zu gehen.
Heute Nachmittag wollen wir durch die Stadt schlendern, ihre schönen Häuser und Parks bewundern und den Sonneuntergang auf der Stadtmauer erleben.
Wir beginnen um 16 Uhr um der Mittagssonne zu entgehen. Die Stadt ist, weil Sonntag angenehm leer und so können wir ohne Eile überall stehen bleiben, die Bauten bewundern und fotografieren. Am meisten fallen die zum Teil sehr engen Gassen und die vielen schönen Balkons auf. Sie sind meistens aus Holz und über und über mit Blumen und Pflanzen behangen.
Gegen halb sechs begeben wir uns zur Stadtmauer und suchen das Cafe del Mar auf. Bei einem kühlenden Getränk und von den sphärischen Klängen der "Cafe del Mar - Musik" begleitet, schauen wir auf das Meer und das Farbspiel der untergehenden Sonne. Die kühlende Brise weht Karibikstimmung auf und wir denken uns in die Zeiten der Freibeuter und Segelschiffe zurück.
%3Aformat(webp)%2Fimg%2F2048x1536%2F42941.jpg&w=1920&q=75)
%3Aformat(webp)%2Fimg%2F2048x1536%2F42942.jpg&w=1920&q=75)
Auf den Spuren des Gold- und Sklavenwegs
Der heutige morgen steht unter dem Zeichen der "Familien-Zusammenführung". Julios Vater kommt aus Barranquilla. Die beiden haben sich seit mehr als zwanzig Jahren nicht mehr gesehen. Da er am späten Vormittag erwartet wird, verbringen wir den Morgen am Strand und im Pool. Ach und natürlich erhalten Claudia und Judith die Chance lange auszuschlafen.
Am Nachmittag machen sich dann Julio, sein Vater, Bettina und Miguel auf den Weg durch das geschichtliche Cartagena. Wir erfahren, dass die Stadt von den Spaniern auf den Ruinen der zuvor besiegten Calamari-Indianer erbaut wurde. Sie hiess anfangs San Sebastian de Calamari, wurde aber 1575 von Phillip II in Cartagena de Indias umgetauft.
Rasch erlangte Cartagena wegen seiner Lage eine strategische Bedeutung für die spanische Krone. Von hier wurden die Expeditionen in das innere des Kontinents gestartet, von hier wurde das Gold und das Silber aus Südamerika nach Spanien verschifft. Natürlich waren solche Schiffsladungen auch für Piraten interessante Ziele und so sah sich Cartagena auch bald von Freibeutern umstellt, überfallen und niedergebrannt.
Als logische Folge bauten die Spanier diese Stadt zu einer gewaltigen Festung um, worüber noch die gut erhaltene Stadtmauer und die Festungen rund um die Stadt zeugen.
Wir sind ganz gefesselt von der abwechslungsreichen Geschichte dieser Stadt, lernen, dass es hier einen bedeutenden Sklavenmarkt gab und erleben das immer noch lebendige afrikanische Erbe in den Tänzen der jugendlichen auf dem Bolivar-Platz. Mit Trommeln im Rhythmus des Mampale versetzen sie uns nach Afrika.
In den Gesichtern der Menschen sehen wir die Nachkommen der indianischen, der afrikanischen und der spanischen Kultur. Uns wird bewusst, dass Kolumbiens Vielfalt sich auch auf die Kulturen in diesem Land ausdehnt.
%3Aformat(webp)%2Fimg%2F2048x1536%2F42976.jpg&w=1920&q=75)
%3Aformat(webp)%2Fimg%2F2048x1536%2F43392.jpg&w=1920&q=75)
Islas del Rosario - Die Korallenwelt vor Cartagena
Heute wollen die Pinedas mit Julios Vater zu den Rosario-Inseln fahren.
Diese liegen ca. 45 km vor Cartagena und sind eines der kolumbianischen Natur-Reservate. Die Inseln sind aus Korallen gebildet und beheimaten eine Vielzahl an Pflanzen und Tieren.
Außerdem sind auf der nahegelegenen Insel Baru die schönsten Strände weissen Sands, eine lohnendes Ziel für unsere Wasserratten Teresa und Luisa.
%3Aformat(webp)%2Fimg%2F2048x1536%2F42977.jpg&w=1920&q=75)
%3Aformat(webp)%2Fimg%2F2048x1536%2F43280.jpg&w=1920&q=75)
Karibische Stimmung - Entspannung pur
Heute wollen wir es ganz entspannt angehen, bevor wir morgen, so zu sagen als Abschied zu den Schlammbädern am Vulkan fahren. Was aber auch sehr entspannend sein soll, aber davon morgen mehr.
Wir werden den Tag heute also am Strand verbringen und uns den Wellen und dem lässigen Treiben an den Badestränden Cartagenas widmen.
%3Aformat(webp)%2Fimg%2F2048x1536%2F42973.jpg&w=1920&q=75)
%3Aformat(webp)%2Fimg%2F2048x1536%2F43281.jpg&w=1920&q=75)
Über 2000 m Schlamm
Nach dem gestrigem Baden in der Karibik, heute mal baden im Schlamm an der Karibik.
Wir besuchen den Vulkan "Totumo", ca. eine Stunde von Cartagena in Richtung Barranquilla und Santa Marta. Er trägt den Namen "Totumo" wegen des gleichnamigen Baums, der in der Gegend wächst. Aus der hartschaligen Frucht werden vor allem Küchengegenstände und -behälter hergestellt.
Am Vulkan angekommen erinnert uns die Landschaft an Jim Knopfs Insel Lummerland mit ihrem zylinderförmigen Vulkan. Gut acht Meter hoch ragt der Vulkan über den Boden und man gelangt über eine steile Holztreppe zu seinem Krater. Dieser hat einen Druchmesser von ca. 10 m und ist bis zum Rand mit Schlamm gefüllt. In unseren Badsachen steigen wir in den Krater und sind völlig fasziniert. Wir berühren keinen Grund, der Boden ist mehr als 2000 m unter uns, so tief ist der Vulkan eigentlich. Aber man sinkt nicht, ja man kann nicht einmal richtig tauchen, denn der dichte Schlamm treibt einen gleich wieder hoch. Jede Bewegung erzeugt eine entgegenwirkende Kraft und so haben wir alle erst mal damit zu tun, unsere Motorik zu koordinieren. Nach dem Schlammbad waschen wir uns in einem nahegelegenen See. D.h. wir werden gewaschen, denn ein paar Frauen helfen uns dabei, den Schlamm aus den Badesachen und den Ohren wieder raus zu bekommen.
Zurück in Cartagena gehen Julio, Bettina und Miguel sich die Festung San Felipe anschauen, während Judith, Claudia, Teresa und Luisa sich in das Hotel fahren lassen.
Die Festung ist ein anschauliches Zeugnis der spanischen Baukunst und des Einfallsreichtums um einen Gegner in einem fremden Bau durch List und Tücke zu Fall zu bringen und zu besiegen. Dies hat in der Geschichte auch die englische Flotte um Admiral Vernon zu spüren bekommen, die beim Versuch Cartagena zu erobern von den Spaniern vernichtend geschlagen wurden. Besonders peinlich für die Engländer war es, dass sie im sicheren Glauben an den Erfolg schon Siegesmünzen hatten prägen lassen.
Unseren letzten Abend feiern wir dann mit einem zweigängigen Menü in einem gemütlichen Restaurant in der Altstadt. Anfangs bei Kerzenlicht, denn auch heute wurde Cartagena von einem Stromausfall beglückt. Aber die Leute hier nehmen es mit Ruhe und siehe da, nach ca. 50 Minuten ist der Strom wieder da. Die Kerzen lassen wir aber der Stimmung wegen weiterhin an.
%3Aformat(webp)%2Fimg%2F2048x1536%2F42994.jpg&w=1920&q=75)
%3Aformat(webp)%2Fimg%2F2048x1536%2F43282.jpg&w=1920&q=75)
Abschied nehmen
Wenn Engel reisen … . Der Himmel über Cartagena hüllt sich seit gestern in Wolken und pünktlich zu unserer Abreise regnet es so stark, dass bald viele Strassen überschwemmt sind. Entsprechend langsam ist die Fahrt zum Flughafen, aber wir haben ein gutes Zeitpolster und das Check-In gestaltet sich schnell und unkompliziert, so dass wir noch zeit für einen Kaffee haben.
Bogota ist gute 17 Grad kälter und wir merken sofort, dass wir uns an Temperaturen über 30 Grad gewöhnt haben. Also holen wir alle bei der Gepäckannahme in Bogota schnell mal einen Pullover aus den Koffern, bevor es zum Check-In für den Madrid-Flug geht. Da am Montag Feiertag ist, reisen heute viele Kolumbianer und die Flughafenhalle ist entsprechend voll. So dauert das Einchecken eine lange Weile. Während wir in der Schlange stehen taucht Julios Tante auf. Eine schöne Überraschung und so wird das Warten angenehm verkürzt.
Danach bleibt noch etwas Zeit für einen Abschiedskaffee und die letzten Einkäufe, bis wir uns voneinander verabscheiden müssen. Julio verspricht: "Ich komme bald wieder!"