Reisebericht

Hier können Sie sehen, was unsere Reisenden auf ihrer Reise erlebt haben.

23 Feb. 2010 • Santiago de Chile

Die Gruppe vor der Moneda
In einem Cafe con Piernas

Ankunft in der Hauptstadt Chiles

Um 10 Uhr war es soweit und der Flieger landete nach einem langen Transatlantikflug in Santiago. Mit unserem Fahrer Mario fuhren wir zum Hotel. Gegen Mittag brachen wir zu einer Stadtbesichtigung auf. Unsere erste Station war die Moneda, der heutige Präsidentenpalast.

Von dort aus liefen wir zur Plaza de Armas, besichtigten die Kathedrale, das Hauptpostamt und schlenderten schließlich weiter zum schönen Zentralmarkt. Hier konnte man schon mal ins Auge fassen, was in den nächsten Wochen für den ein oder anderen auf dem Speiseplan stehen dürfte: Frischer Fisch aus dem Pazifik und Meeresfrüchte. Nach einem stärkenden Ceviche als Mittagsimbiss hatten wir Lust auf einen Café nach Art Santiago de Chile. Wo bekommt man den? In einem "Café con Piernas", einem Café mit Bein;-) Der Café war stark und heiß und belebte die müden Lebensgeister. Danach besuchten wir den Lucia-Hügel, von wo aus wir einen ersten Eindruck von der Größe Santiagos bekamen.

Nach einer Siesta fuhren wir zum Willkommensessen. Das Restaurant lag sehr schön am Fuß des Cristobal-Hügel, und wir konnten draußen sitzen… Mit einem Pisco Sour stießen wir auf unsere Chile-Reise an.

24 Feb. 2010 • Santiago de Chile

Auf der Großen Düne im Mondtal
Das ist nur ein Reifen der riesigen LKW in der Kup

In der Wüste

Heute mussten wir schon früh los, um den Flieger in die Atacama-Wüste zu nehmen. In Calama angekommen, fuhren wir zur Mine Chuquicamata, einem der größten Kupfertagebaugebiete der Welt.

Dort erfuhren wir mehr über den Herstellungsprozess. Wir besichtigten die verlassene Stadt (die Minenarbeiter siedelten 2007/08 um zur Stadt Calama) und fuhren dann zu einem Aussichtspunkt, von dem aus wir die gigantischen Ausmaße des Tagebaus abschätzen konnten. 5km lang, 3km breit und 1km tief ist der Krater. Nach einer kleinen Stärkung mit Empanadas fuhren wir weiter nach San Pedro de Atacama, unserem heutigen Tagesziel. Das Oasendorf liegt zwischen Salzkordillere und Salzsee und ist vollständig aus Adobe (Lehmziegel) erbaut.

Am Nachmittag unternahmen wir einen Spaziergang durch die Dünen- und Felslandschaft des Todestals und erklammen danach die Düne im Mondtal. Da es bewölkt war, erlebten wir einen fantastischen Sonnenuntergang, den wir mit einem Glas Pisco Sour abrundeten. Unser erster Tag in der Atacama-Wüste näherte sich seinem Ende…

25 Feb. 2010 • San Pedro De Atacama

Sonnenuntergang im Salar
traditioneller Webstuhl in Toconao

Entspannung, Bummeln und Salzsee erkunden

Heute schliefen wir aus!! Nachdem der Transatlantikflug immer noch Nachwirkungen zeigte, und der gestrige Tag vollgespickt mit Programm war, ließen wir es heute ruhig angehen.

Ob Café trinken, ins Museum gehen, die Kirche besuchen, oder einfach bei einem Fruchtsaft am Pool entspannen-- jeder genoss diese freie Zeit auf seine Weise. Am Nachmittag trafen wir uns wieder und starteten gemeinsam in Richtung Salar de Atacama. Über den Anden braute sich ein Unwetter zusammen. Schwarze Wolken breiteten sich langsam auch in unsere Richtung aus. Ein echtes Erlebnis, denn es gibt hier Regionen in der Atacama Wüste in denen es manchmal jahrelang nicht regnet. Wir besuchten das Dorf Toconao, in dem eine eigenartige Stimmung herrschte, denn mittlerweile öffnete der Himmel seine Schleusen… Wie setzten unsere Tour in den Salar fort… Auf dem Weg faszinierte das Wolkenspiel, im Westen blauer und über dem Salar grau-schwarzer Himmel. Wir beobachteten eine Menge Flamingos, die hier am Salar ihre Jungtiere aufziehen. Wir schlossen den Abend mit einem Picknick und einem Glas Wein bei einem atemberaubenden Sonnenuntergang ab.

26 Feb. 2010 • San Pedro De Atacama - Atacama Desert

Panorama auf 4000m
Fauna in den Anden

Bolivianischer Winter vs. strahlender Sonnenschein

Heute brachen wir um 5 Uhr morgens zu den Tatio-Geysiren auf. Da es gestern geregnet hat, wussten wir nicht so genau, was uns erwartete, denn es kann sein, dass die Niederschläge die Wege unpassierbar machen. Doch wir hatten Glück und erreichten das geothermale Feld am Tatio ohne Schwierigkeiten.

Hier erwartete uns ein einzigartiges Bild. Das gesamte Hoch-Tal war von einer Wolke bedeckt, die langsam über den Hang waberte und alles in ein diffuses Licht tauchte. Den Geysiren tat die Wetterlage keinen Abbruch und überall rauschte und blubberte es… Nach dem Sonnenaufgang änderte sich das Wetter sehr schnell, die Wolken lösten sich Stück für Stück auf und wir konnten endlich die Landschaft um uns herum erkennen: schneebedeckte Fünftausender, tiefblauer Himmel und eine Menge Vicunas stritten sich um den Platz auf unseren Fotos. Auf der Rückfahrt erreichten wir die Thermen von Puritama etwa gegen Mittag. Wir genossen das etwa 30°C warme Wasser und die einmalige Atmosphäre des Canyons. Für unser leibliches Wohl sorgte ein Mittagessen.

Den Nachmittag über erholten wir uns von den Strapazen der langen Fahrt und erledigten letzte Souvenirkäufe.

27 Feb. 2010 • San Pedro De Atacama

San Pedro de Atacama

Es geht uns gut

Nach den heftigen Erdbeben vor der Küste Chiles gab es auch in Santiago Schäden. Der Gruppe um Kathrin, die sich zu diesem Zeitpunkt in Calama aufhielt geht es aber gut.

Wir konnten mit der Reiseleiterin Kathrin sprechen und es sind alle wohl auf. Ob die Gruppe heute wie geplant nach Santiago fliegen kann ist noch nicht bekannt. Zur Zeit ist der Flughafen Santiago wegen Stromausfall gesperrt. Wir informieren euch weiter. Ein Update: Unsere Gruppe ist mittlerweile wieder in San Pedro de Atacama, wo wir wahrscheinlich bis Morgen bleiben werden. Das Erdbeben hat diese Region verschont, bis auf ein leichtes Ruckeln um 3:45 Uhr war hier nichts zu spüren. Auch von unserer Seite: Es geht uns gut und wir halten euch auf dem Laufenden.

28 Feb. 2010 • Valparaíso

Die Festung von Quitor in San Pedro
Bad in der Laguna Cejar

Wir entdecken den Salar neu!!

Uns geht es weiterhin gut und wir können froh sein, im Norden Chiles "fest" zu stecken, denn hier läuft eigentlich fast alles wie gewohnt. Wir haben uns entschlossen, die Zeit, die wir hier verbringen so gut wie möglich zu nutzen und unternahmen heute eine Wanderung zu der Festung von Quitor. Dazu brachen wir früh auf, um der heißesten Zeit mittags zu entgehen. Wir erklommen die Festung und genossen einen spektakulären Blick auf das Altiplano, die Vulkane und den Salzsee. Die Ruinen von Quitor vermittelten eine guten Eindruck über die Invasion der Spanier in dieser Gegend, denn kein Stein steht mehr auf dem Anderen.

Am Nachmittag fuhren wir in die Salzwüste und zwar zuerst zu den Ojos del Salar, den Augen des Salars: Hierbei handelte es sich um 2 Wasserlöcher die kreisrund wie aus dem Nichts in der kargen Landschaft auftauchten. Danach ging es weiter zur Lagune Tebinquiche, die beinahe komplett verlandet ist. Eine weiße ebene Fläche tat sich vor unseren Augen auf. Es war möglich das Salz zu betreten, es vibrierte leicht unter unseren Füßen und immer wieder trat Wasser aus, aber es hielt!! Ein Bad und den Sonnenuntergang erlebten wir an der Lagune Cejar.

01 März 2010 • Laguna Verde - Santiago de Chile

Ihr seht, wir sind wohlauf!!!
Faszinierende Landschaft in den Hochanden

Lagunen im Andenhochland

Auch heute ging es uns allen gut und wir unternahmen weiterhin Aktivitäten… Heute fuhren wir zum Beispiel morgens zu den Hochlandlagunen in der Nähe von Socaire.

Um 9 Uhr holte uns Ricardo am Hotel ab und wir machten uns in südlicher Richtung auf den Weg ins Hochland. Unser Weg führte uns zuerst beinahe 100km über eine gut ausgebaute Straße am Dorf Toconao vorbei zur Siedung Socaire, die bereits auf 3200m Höhe liegt. Von dort aus folgten wir 30km lang einer Schotterstraße, die sich langsam aber sicher auf 4000m hoch schlängelte. Mittlerweile haben wir ja schon Übung in großen Höhen und wissen, dass vor allem die Worte "langsam und allmählich" der Schlüssel sind, die Höhe ohne Probleme zu meistern. Hinter einer Kuppe lagen sie dann vor uns, die Lagunen Miscanti und Meniques, strahlend blau und türkis zu Füßen der gleichnamigen Vulkane.

Nach einigen Spaziergängen machten wir uns auf den Rückweg zum Dorf Socaire, wo wir typsich zu Mittag aßen. Es gab Quinoa, Cazuela de Ave (Hühnersuppe) und Omelettes mit Möhren. Sehr lecker!! Wenn das Wetter es erlaubt, gehen wir heute Nacht zu einer Sternenbeobachtung in die Wüste.

02 März 2010 • San Pedro De Atacama - Santiago de Chile

Aufbruch von San Pedro de Atacama
Wohlbehalten in Santiago

Aufbruch aus dem Norden

Heute sind wir gegen 13 Uhr aufgebrochen, um unseren neuangesetzten Flug von Calama nach Santiago zu nehmen. Am 27.02. wurden nämlich alle Flüge bis auf weiteres ausgesetzt. Gestern zeichnete sich dann ab, dass der Flugverkehr in eingeschränktem Maße wieder aufgenommen werden würde.

Wir sind unter den Glücklichen, die die erste Maschine nach Santiago nehmen konnten. Wie und wann es von dort weitergeht, war noch nicht ganz klar, aber wir halten euch auf dem Laufenden.

San Pedro haben wir in den letzten Tagen ziemlich gut kennen gelernt und auch die faszinierende Atacama Wüste von ihren unterschiedlichen Seiten er"fahren". Es hätte uns soviel schlechter treffen können, und trotz der großen Katastrophe nahmen wir schöne Erinnerungen an Nordchile mit.

Abends kamen wir gut in Santiago de Chile an und uns erwarteten ausgezeichnete Neuigkeiten: Schon morgen Abend werden wir im Bus nach Puerto Varas sitzen und unsere Reise fortsetzen. Den Tag morgen werden wir mit einem 4x4 Ausflug in die Anden verbringen und so ein bisschen nachholen, von dem, was einige Tage zuvor auf unserem Tourablauf stand.

03 März 2010 • Pucón

Andenjeeptour, Foto von Silvio
Eindrucksvolle Anden!!

Hoch hinaus in die Anden und weiter in den Süden

Nachdem wir gestern mit der ersten Maschine von Calama Santiago erreichten, war die Gruppe heute mit dem Jeep in den Anden unterwegs.

Bei herrlichem Wetter starteten alle 8 mit Francisco in Richtung Cajon del Maipo. Sie haben bestimmt einen tollen Tag mit viel Natur gehabt. Die Straßenverhältnisse in dieser Gegend sind gut, also keine Sorgen um unsere 8 Nord-Südler machen! Um 20:30 Uhr werden wir mit einem Bus in den Süden fahre, genauer gesagt nach Puerto Varas und an unseren Tourablauf andocken.

Wir halten euch alle auf dem Laufenden!!

04 März 2010 • Puerto Varas - Pucón

Stromschnellen Petrohue
auch der Osorno lässt sich mal blicken

Zurück auf unserer Reiseroute

Gestern Abend um 8.30 Uhr sind wir in unseren Shuttle gestiegen, das uns auf die reguläre Umlaufbahn unserer Chileentdeckungsreise zurückbefördern sollte. Nein, mal im Ernst, von diesem Bus kann sich so mancher anderer Linienbus eine Scheibe abschneiden..;-) Und die Fluggesellschaften sowieso! Fehlte echt nur noch das Livree beim "Kellner", angenehmer kann man 1000km nicht "erfahren".

Außerdem wurden wir unserem Ruf wieder gerecht, vom Glück besonders bevorzugt zu werden… statt Stau rauschten wir innerhalb von 13,5h an unser Ziel. Und: Natürlich waren unsere Zimmer schon bezugsfertig! Wir bummelten einmal durch Puerto Varas, schauten uns die Kirche an und staunten über die 87.000ha Llanquihue-See. Danach ließen wir uns eine leckere Cazuela in unserem urigen, geschichtsträchtigen Hotel schmecken und ließen uns von Don Alfredo viel über die deutschen Siedler und ihre Schule erzählen.

Um 3 Uhr brachten wir zu einem Ausflug an die Stromschnellen Petrohue auf. Die türkisblauen Wassermassen jagen, sprühen und zischen durch enge Lavakanäle, die der Osorno-Vulkan hier erschaffen hat. Und das Beste, die Sonne blinzelte auch noch durch den bewölkten Himmel und bescherte uns einen Blick auf den 2700m hohen Solitär.

05 März 2010 • Puerto Varas - Coyhaique

Wanderung bei Coyhaique
Herrliches Wetter in Nordpatagonien

In und rund um Coyhaique

Schon mal kurz vorab: wir sind gut in Coyhaique angekommen und haben uns auf Erkundungstour begeben…

Das Städtchen Coyhaique ist der infrastrukturelle Knotenpunkt der Region, einer Region, wo pro km² weniger als ein Einwohner lebt. Im Winter kann der Schnee hier monatelang liegen bleiben und die Temperaturen tief in die Minusgrade sacken. Doch im Moment hat sich der Wettergott zu Sonne und Sommer entschieden und so bummelten wir im T-Shirt durch die Stadt.

Am Nachmittag fuhren wir in einen der zahlreichen Nationalparks und bewunderten die schroffen Felsformationen. Eine immer schlechter werdende Schotterpiste hörte irgendwann ganz auf, von hier gingen wir dann zu Fuß weiter. Nach einem Aufstieg befanden wir uns in der nativen Flora: Südbuchen, Lupinen, Margeriten, Fuchsien. Unsere Wanderung war ein bisschen länger und anstrengender geworden als gedacht, denn der Weg war zugewachsen, und 2,5 chilenische Kilometer sind doch wohl eher mindestens 4km und einen Menge Höhenmeter. Dennoch war es die Landschaft absolut wert. Völlig unberührt und es duftete nach Kräutern.

Am Abend gingen wir ins Casino der Feuerwehr und waren begeistert vom guten Essen, das dort serviert wird.

06 März 2010 • Coyhaique

Grün in allen Schattierungen
Sonnenuntergang über dem Carrera-See

Auf ins Abenteuer

Heute morgen begann unser Reise auf der Carretera Austral, der Schotterpiste, die Richtung Süden führt.

Dies war ein entlegener, aber wunderschöner Abschnitt unserer Tour, der uns in eine einzigartige Landschaft führte, nahezu unberührt… Die Zeit scheint stehengeblieben zu sein in diesem Teil von Chile. Deswegen werden wir uns auch erst Montag wieder unser Tourtagebuch aktualisieren können, wenn wir nachmittags Coyhaique erreichen.

Unser Weg führte uns an diesem Morgen aber zuerst zu Peter Hartmann, einem der Koordinatoren der Bewegung gegen die geplanten 5 Staudämme in Patagonien zur Erzeugung von Strom. Peter hielt interessante Infos über Biodiversität und die Interessen der Großkonzerne bereit. Danach fuhren wir über eine geteerte Straße nach Villa Cerro Castillo, das zu Füßen des Castillo-Massivs liegt. Dort wartete Loreto schon mit einem leckeren Lamm-Asado auf uns. Bei strahlendem Sonnenschein machten wir uns wieder auf den Weg, diesmal allerdings auf der Schotterpiste. Durch Wälder entlang an grün leuchtenden Flüssen holperten wir in Richtung Carrera-See. Als er dann endlich auftauchte war man erstmal sprachlos, denn die türkisblaugrüne Farbe war kaum zu fassen. Am Abend erreichten wir unsere gemütliche Lodge die über den Carrera-See blickt.

07 März 2010 • Puerto Guadal

Carrera-See bei Puerto Guadal
Wasserfall des Baker-Fluss

Ausflug zu Baker und Nef

Heute stand entspannen auf dem Programm. Nach einem gemütlichen Frühstück konnte man entweder in den komfortablen Blockhütten ausspannen, oder über das Gelände spazieren, zum Strand laufen oder sich sonnen.

Am Morgen regnete es noch, aber schon am Mittag lockerte sich die Bewölkung wieder auf und schon bald war der Himmel wieder klar und stritt sich mit dem Carrera-See um das schönste Blau. Am Nachmittag unternahmen wir einen Ausflug nach Puerto Guadal. Das Dorf liegt malerisch am Carrera-See und genießt ein Mikroklima. In dieser sehr entlegenen Gegend leben etwa 1000 Menschen.

Danach fuhren wir weiter zur "confluencia" (Zusammenfluss) der Flüsse Nef und Baker. Der Baker ist der schnellste und stärkste Fluss Chiles, hier fließen 1500m³/sek. An dieser Stelle soll ein Staudamm entstehen, unglaublich angesichts der puren Schönheit dieser Gegend. Den Abend verbrachten wir gemütlich am Kaminfeuer oder vor den Holzöfen unserer Blockhütten.

08 März 2010 • General Carrera Lake - Coyhaique

Sonnenaufgang über unserer Lodge
Marmorhöhlen bei Pto. Rio Tranquilo

Gerädert und nicht gerudert;-)

Wir melden uns zurück von der Carretera Austral! Gut ist es uns ergangen, sehr gut, herrliches Wetter, traumhafte Landschaften, gemütliche Lodge, einzigartige Bootstour in noch einzigartigere Marmorhöhlen, also lauter Superlative.

Das ging schon morgens los mit einem Sonnenaufgang aus dem Bilderbuch. Nach dem Frühstück fuhren wir nach Pto. Rio Tranquilo, um dort eine Bootstour zu den berühmten Marmorhöhlen zu unternehmen. Der Wind war frisch, der Himmel blau und unser Kapitän hat alles Zeit der Welt für uns. Er steuerte viele der Höhlen an, drehte Runde um Runde, damit wir alles auch von jeder Seite bestaunen konnten.

Nachdem wir wieder festen Boden unter den Füßen hatten, brachen wir auf und fuhren mehr als 100km zurück nach Villa Cerro Castillo, wo wir uns bei Mary zum Mittagessen angemeldet hatten. Es gab Cazuela, frisches Brot und Salat. So gestärkt war die letzte Etappe von 90km bis Coyhaique beinahe ein Katzensprung.

Am Abend stießen wir auf den Weltfrauentag an und ließen uns von der guten Küche unseres Hotel verwöhnen.

09 März 2010 • Puerto Natales - Coyhaique

Beim Abendessen in Puerto Natales
Königskrabbe-eine Delikatesse!

Am Fjord der letzten Hoffnung

Heute morgen hatten wir noch Zeit ein bisschen die Läden der Stadt auf Mitbringsel zu durchsuchen, oder in Ruhe zu frühstücken, oder am Fluss spazieren zu gehen, oder, oder, oder….

Am Mittag fuhren wir dann Richtung Balmaceda, wo wir noch in einem Museum für Regionalgeschichte ein bisschen etwas über das patagonische Getränk Mate und über die späte Siedlungsgeschichte der Gegend erfuhren. Mate ist ein Kräutersud, der traditionellerweise in einer Kalabasse (z.B. ein ausgehöhlter Kürbis) gereicht wird und von Hand zu Hand geht.

Wir wissen nun, dass wir mit süßer Mate einen Mann bezirzen, oder sogar um seine Hand anhalten können, oder mit einem bereits so oft aufgegossenem Getränk dem jeglicher Geschmack fehlt, jemandem zu verstehen geben können, dass wir keinen Wert auf seine Anwesenheit legen. Knigge auf patagonisch! In Punta Arenas wurden wir von unserem Transfer eingesammelt und fuhren 240km in nördlicher Richtung. Auf dem Weg wurden die Bäume auf ihre fotogene Schiefheit hin untersucht…

Um hier kein schiefes Bild entstehen zu lassen: Später haben wir dann noch die Königskrabbe gekostet, und für lecker befunden.

10 März 2010 • Nationalpark Torres del Paine - Puerto Natales

Die 3 von der Schiffsbrücke
Grey-Gletscher

Auf zu den Torres!

Heute starteten wir zu unserem nächsten Highlight, dem Torres del Paine-Nationalpark. Nach einem tüchtigen Sturm zeigte sich heute morgen kaum eine Wolke am Himmel. Patagonien von seiner schönsten und sanftesten Seite.

Entlang blauer, in der Sonne leuchtender Seen ging es über Schotterpisten in den Nationalpark. Wir fanden sogar noch einige patagonische Feuerblumen, die nur für uns so spät im Sommer noch blühen;-). Da das Wetter heute so außerordentlich schön war, entschlossen wir uns, unsere Schifffahrt an der Abbruchkante auf den heutigen Nachmittag vorzuverlegen und gingen um 15 Uhr an Bord der GreyII. Der Wind hatte aufgefrischt und trieb das Wasser in Böen über die Oberfläche des Sees uns direkt ins Gesicht. Eins ist in Patagonien nämlich so gut wie gewiss, der Wind!

Nach 20km erreichten wir den Greygletscher. Schon von Ferne sahen wir ihn in der Sonne aufleuchten. Nun begann ein absoluter Höhepunkt unserer Reise: Die langsame Fahrt an der Abbruchkante entlang. Betty hatte auch heute für uns ein gutes Wort bei Petrus eingelegt… Die Sonne brachte den Gletscher erst richtig zur Geltung.

11 März 2010 • Nationalpark Torres del Paine - Puerto Natales

Pehoe-See
Die Cuernos

Wind, Wind, Wind

Heute ließen wir es langsam angehen. Wir konnten ausschlafen, in Ruhe frühstücken und sogar noch zum Serrano-Fluss spazieren, wo Caiquen und Queltehue-Vögel für uns Modell stehen.

Danach waren wir auf Fotosafari unterwegs: Das Massiv von links, das Massiv von rechts, mit Sonne, mit Wolken, vor dem Petrohue-See und am Nordenskjöld-See… und immer war es besonders und wunderschön. Leider wurde unser geplanter Spaziergang vereitelt, denn der Wind blies so stark, dass man sich kaum auf den Beinen halten konnte. 120-130km/h war er mit Sicherheit schnell.

An der Laguna Amarga sahen wir die Torres völlig klar. Das war schon besonders, denn das kommt nicht so häufig vor. Damit war aber noch nicht genug, denn es flog noch ein Schwarm Kondore (mind. 30 Stück) über uns hinweg. Im Spätsommer werden die Jungtiere flügge und die Tiere veranstalten wahre Flugschulen.

Am Nachmittag erreichten wir wieder Puerto Natales und ließen den Abend bei einem leckeren Abendessen mit fangfrischem Fisch sowie zum Probieren einem Schluck chilenischen Champus ausklingen. Dekadent, dekadent;-))

12 März 2010 • Puerto Natales - Punta Arenas

Abschied feiern von Patagonien
Hautnah: Pinguine am Otway-Fjord

52° südlicher Breite

Heute fuhren wir nach Punta Arenas an der Magellanstraße. Punta Arenas ist die Regionalhauptstadt und hat über 120.000 Einwohner. Daher steht sie in dem Ruf die südlichste Metropole zu sein.

Ob Metropole oder nicht, wir sind am südlichsten Punkt unserer Reise angekommen und das Wetter ließ und dies das erste Mal mit Wind, Kälte und Regen so richtig spüren. Doch das hielt uns nicht davon ab, den berühmten Friedhof zu besuchen. Zwischen den Gräbern der Menendez-Braun-Familie (die Schafsbarone Patagoniens) und dem Denkmal für den letzten Ona ließ sich gut ein kleiner Abriss der Regionalgeschichte verfolgen. Danach fuhren wir weiter Richtung Otway-Fjord… Den ganzen Weg prasselte der Regen gegen die Scheiben des Fahrzeugs, aber als wir am Reservat der Magellanpinguine ankamen, kam die Sonne aus den dichten Wolken. Schon von weitem konnten wir die jungen Pinguine tschilpen hören. Sie saßen draußen vor ihren Erdhöhlen und ließen sich die Sonne auf das Federkleid scheinen. Wir sahen etwa 300 Tiere aus nur wenigen Zentimeter Entfernung. Viele befanden sich in der Mauser und wechselten ihr mausbraunes Federkleid mit dem schwarz-weißen Frack, für den sie bekannt sind.

Abends besuchten wir ein uriges und sehr gemütliches Lokal und verabschiedeten uns dort von Patagonien.

13 März 2010 • Punta Arenas - Santiago de Chile

Was hat die Stunde geschlagen?
Besuch in Valparaíso

Boheme am Pazifik

Heute nahmen wir gaaanz früh den Flieger von Punta Arenas nach Santiago und statteten dann der Hafenstadt Valparaiso einen Besuch ab. Valparaiso konnten wir aufgrund des Erdbebens vom 27.02. nicht besuchen, da wir heute aber schon sehr früh in Santiago landeten, war es möglich, diesen Teil des Programms nachzuholen.

Nach einer kleinen Stärkung in Curacavi fuhren wir nach Vina del Mar. Dort nahmen wir uns die Zeit und spazierten eine Weile am Strand entlang. Nach dem Besuch am Moai, einer Statue von der Osterinsel fuhren wir noch zum Wahrzeichen der Stadt, der Blumenuhr. Gegen 13 Uhr erreichten wir Valparaiso, wo wir in einem schönen Lokal bereits unser Abschiedsessen einnahmen. Hier konnte man chilenische Spezialitäten rund um Berg und Meer probieren, oder einen Pisco Sour mit Aji, das ist Chili-Schote, schlürfen. Unser Lokalguide Gabriel stieß zu uns und nach dem Mittagessen machten wir uns auf zu unserem Stadtspaziergang.

Wir erkundeten den Hafen, dem zum Weltkulturerbe erklärten Teil der Stadt und fuhren mit den berühmten Aufzügen. Abends kehrten wir noch für eine heiße Schokolade in ein uriges Café ein und kamen in den Genuss eines chilen.-schwed.- Duos, das uns mit selbstgeschriebenen Stücken unterhielt. Todmüde erreichten wir Santiago spät am Abend.

14 März 2010 • Frankfurt - Santiago

Der Abschied naht...;-)
Cerro San Cristobal

Kunsthandwerksmarkt und Zirkuszelt am Flughafen

Nachdem wir gestern um 22 Uhr von einem tollen Tagestrip nach Valparaiso todmüde, aber auch voller schöner Eindrücke wieder in Santiago angekommen sind, starteten wir heute erst gegen Mittag.

Auf dem Programm stand der Cristobal-Hügel und ein Besuch auf dem verträumten Kunsthanderwerkermarkt Los Dominicos, wo noch letzte Andenken und Souvenirs eingekauft werden konnten. Gegen Nachmittag war dann der Moment des Abschieds gekommen. Silvio und Andrea düsten Richtung Strand nach Zapallar, gute Weiterreise! Malou und Josée relaxten noch einen Tag in Santiago.

Betty, Ulrike, Helmut und Armand sitzen jetzt im Flieger Richtung Europa. Auf Wiedersehen euch allen!!