Reisetagebuch viActive Bolivien Machu Picchu - 23.05.2009
Reisebericht | Tour vom 23.05. - 14.06.2009
"Drei Wochen sind wirklich sehr schnell vergangen, so viele Erlebnisse, so viele Landschaften und so ein tolles Team. Ich glaube, keiner von uns wird unsere Fahrt von Sucre nach Samaipata vergessen oder die Salzbar von Uyuni oder die Aussicht auf die Königskordillere bei über 5000 Meter, oder oder oder..... Es war wirklich sehr schön mit Euch acht unterwegs gewesen zu sein."
Als erstes aber fahren wir zu den Ständen, wo Kokablätter, Alkohol, Dynamit und andere Utensilien für die Bergarbeiter angeboten werden. Dynamit, ja, Dynamit auch!! Das kann man hier einfach auf der Strasse kaufen, ohne eine Sondergenehmigung.
Danach bekommen wir Helm, Wasserstiefel und Schutzkleidung für die Mine, alle sehen schon sehr witzig aus.
Nachdem wir in die Mine eingetreten sind, erzählt uns Wilfredo über das Leben der Einheimischen, auch über den Glauben an "Tio", der Herr der Berge und insbesondere über das harte Leben dieser Arbeiter. Es ist wirklich rührend aber auch sehr interessant.
Wir waren total begeistert als Wilfredo dann draußen eine Rolle Dynamit für uns zündete. Dann hieß es Abschied von ihm nehmen.
Am Nachmittag fuhren wir dann nach Sucre. Die Fahrt verlief sehr schnell und es wurde ein bisschen wärmer. Leider nur ein bisschen, denn aus Argentinien kam ein kalter Luftstrom, der das ganze Gebiet abkühlte. Abends hieß es dann auf Kneipentour gehen und so gingen DREI der Gruppe ziemlich früh am Morgen ins Bett.
Andere sind noch auf Souvenirjagd gegangen und so trifft sich fast die gesamte Gruppe, um gemeinsam Mittag zu essen und um über die eigenen Eindrücke zu erzählen.
Lenin, unser lokaler Guide in Sucre, führt uns durch die Strassen der weissen Stadt, wie Sucre auch genannt wird. Heute und morgen findet ein Autorennen statt und die halbe Stadt ist total gesperrt, aber das beeinflusst unsere City Tour kaum. Nach einem kurzem Stopp bei den Souvenirs wollten wir zu einem Textilienmuseum gehen, aber wegen des Autorennens ist dieses auch zu. Und so ging die Führung zu Ende.
Wir gehen heute alle früh ins Bett, denn einige sind noch vom letzten Abend müde, aber auch weil wir morgen die Stadt leider sehr früh verlassen werden.
Frank, unser lokaler Guide holt uns ab und bringt uns zuerst in ein Museum, wo uns alles erklärt wird, bevor wir zu den Inka-Ruinen in den Ausläufern der Anden fahren.
Die Art wie er uns alles erklärt ist einerseits witzig aber andererseits auch sehr interessant. Bei ihm wird keine Führung langweilig. Er lebt seit etwa neun Jahren in Bolivien und hat sich sehr an die bolivianische Lebensweise angepasst.
Danach fahren wir endlich in die Anlage hoch, heute ist es nicht mehr so kalt wie gestern. Das Baumaterial für die Festung ist Sandstein und aus diesem Grund ist vieles vom Klima betroffen. Kulissen und die Plätze für zeremonielle Zwecke sind allerdings noch gut zu erkennen.
Am Nachmittag steigen wir dann in unsere Autos und fahren etwa drei Stunden lang nach Santa Cruz. Kurz vor Sonnenuntergang sind wir da. Unser Hotel liegt quasi am Hauptplatz und einige der Gruppe machen noch eine Runde in der Umgebung. Danach gehen wir ins Restaurant, wo typische Gerichte der Region wie z.B. Alligatoren-, oder Entenspezialitäten angeboten werden.
Abends gehen wir alle sehr früh ins Bett, denn morgen fliegen wir sehr früh nach La Paz. Alle? Nein, nicht alle, Carlos und Stefan gehen noch auf einen Drink am Hauptplatz.
Es ist sonnig in La Paz, und nach dem Einchecken im Hotel beginnen wir eine Citytour durch die Stadt. Carlos bringt die Gruppe zuerst in den unteren Teil der Stadt, wo sich das Mondtal befindet.
Dann besuchen wir das Büro von Viventura in La Paz. Tomas, der Büroleiter empfängt uns mit Chuflays (Traubenschnaps aus der Region) und erzählt und erklärt uns während des Mittagessens einiges über seine Arbeit und über unsere Reise.
Am Nachmittag setzen wir dann unsere Citytour fort. Wir sind an dem Aussichtspunkt Killy-Killy, dann am Hauptplatz, dann in einer schönen Gasse im Kolonialstil namens Paseo Jaen und anschliessend auf dem Hexenmarkt.
Noch bei Tageslicht verabschieden wir uns dann von Carlos und fast jeder der Gruppe geht auf Souvenirjagd in den Handycraft-Läden.
Zum Mittagessen bekommen wir Lammspezialitäten auf den Tisch. Heute findet in La Paz ein Strassenumzug als Teil des Gran Poder-Festes" statt, das von den Paceños als grösstes Fest der Anden bezeichnet wird. Und deswegen entscheiden wir uns einen kurzen Abstecher zu unternehmen.
Beim Umzug nehmen etwa 50 Tanzvereine teil und so haben wir das Glück ein bisschen von diesen Tanzvorführungen zu sehen: der Tanz der Teufel, der Sklaventanz, der Tanz der Viehhalter, usw. Es wurden Fotos um ein Mehrfaches über dem Tagesdurchschnitt geschossen. Das beste Bild war von Manu, sie erwischte auf dem Sucher Evo Morales, den Präsidenten Boliviens, der auf einem Palko saß. Später nahmen wir Abschied von La Paz und fuhren dann zu einem Dorf am Titikaka-See. Hier in Santiago de Okola wurden wir von den Bauern empfangen und in ihre Häuser untergebracht. Dann schnell noch einen Spaziergang entlang des Strandes und anschliessend gingen wir noch in eines der Häuser und bekamen ein Abendessen am Feuer. Das Gespräch mit den Bauern war wirklich sehr interessant und informativ. Dann hieß es ins Bett gehen.
Die Bauern von Okola waren wirklich sehr freundlich und nach einem netten Abschied fahren wir drei Stunden lang bis zur Sonneninsel.
In Yumani angekommen besteigen wir die Inkatreppen bis zu einem Brunnen und dann wandern wir durch den oberen Teil der Insel weiter. Die Aussicht ist wirklich wunderbar: der See, die Nachbarinsel und die Gletscher der Königskordillere im Hintergrund.
Uns fällt auf, dass zu dieser Jahreszeit so viele Bohnen angebaut werden, dass wir die Sonneninsel zur Bohneninsel umbenennen. Mittags machen wir eine Ananas-Pause und können die Schneidekünste von Carlos bewundern, als er versucht die Früchte gerecht zu verteilen.
Am Nachmittag fahren wir dann nach Copacabana weiter, wo einige der Gruppe die Spitze des Via-Cruzis-Berges besteigen, um dort der Sonne Guten Abend zu sagen. Währenddessen machen andere die letzten bolivianischen Souvenir-Einkäufe, bevor wir morgen Bolivien verlassen.
Abends gingen wir quasi in ein "Gourmet-Restaurant", wo sehr gut gegessen wurde.
Kurz vor Mittag verlassen wir Bolivien und fahren nach Puno. Diesmal haben wir während der ganzen Fahrt die Sicht auf die Westseite des Titicacasees.
In Puno angekommen fahren wir sofort zum Hafen und dann mit dem Schiff zu den Einwohnern der schwimmenden Urus-Insel. Lenny, unser lokaler Guide, erzählt uns von den Ursprüngen der Urus, ihrer Kultur und ihrer heutige Lebensweise. Es ist sehr lustig zuzusehen, wie eine Teilnehmerin unserer Gruppe, sich dann als Einheimische einkleiden lässt. Anschließend machen wir eine Spazierfahrt auf einem Schilfboot und dann fahren wir wieder zum Festland zurück.
Heute checken wir ziemlich früh im Hotel ein und gehen dann noch ein bisschen im Zentrum spazieren. Am Abend gibt es Alpaca-Spezialitäten und andere Leckereien zum Abendessen. Man darf nicht vergessen, dass Stefan bereits am Vorabend Meerschweinchen auf dem Tisch hatte.
Bei dem ersten halten wir in Pucara. Hier erzählt uns unser Guide Hugo (Hugo Boss) einiges über die Vorinka-Kultur. A propos Hugo: Da wir in einem Touristenbus mit Fahrgästen verschiedener Nationalitäten zusammenfahren, erzählt er uns alles einmal auf Spanisch, dann nochmal auf Englisch, aber nicht nur zwei mal, sondern mehrmals!!! Denn er hat die Gewohnheit ,die Stichwörter mehrmals zu wiederholen. Was am Anfang ein Horror ist, wird langsam lustig und wir gewöhnen uns an ihn.
Zum Mittagessen machen wir eine Pause in einem Restaurant, wo es ein Buffet mit Spezialitäten der Region gibt.
Dann fahren wir bis Raqchi weiter, eine Anlage, wo früher in der Inkazeit Getreide gelagert wurde. Nachher sind wir in Andahuaylillas, in der Heiligen Petrus-Kirche, die aufgrund ihrer Gemälde eine gewisse Ähnlichkeit mit der Sixtinischen Kirche in Europa aufweist.
Abends, bereits in Cusco, gehen wir essen und bekommen von unseren schweizerisch sprechenden Kellnern Kräuterschnäpse, die wirklich teuflisch schmecken. Anschließend gehen wir dann feiern, Abschied feiern, denn leider trennen sich hier Manu und Stefan von der Gruppe. Ab Morgen haben sie ein anderes Programm. Aus einem kleinen Abschiedsdrink wird eine lange Nacht, mit Tanz inklusive.
Nach ca 106 km, etwa 12 km vor Ankunft steigen vier der Gruppe aus und beginnen eine Wanderung entlang der alten Inkawege. Der Rest fährt bis zur Endstation.
In Aguas Calientes wartet Leny auf uns. Sie ist unser lokaler Guide und nach dem Einchecken im Hotel, machen wir uns sofort auf dem Weg Richtung Putucusi.
Dieser Berg hat von ganz unten bis zur Spitze etwa 600 Meter Höhenunterschied und die wollen wir überwinden. Bei der Besteigung erzählt uns Leny über die Flora des Ortes, unzählige wissenschaftliche Namen, die kaum von uns zu merken sind. Einige Strecken sind wirklich sehr steil und können nur mit Hilfe von Leitern erklommen werden. Nach etwa eineinhalb Stunden sind wir oben und die Sicht von Machu Picchu ist unsere beste Belohnung.
Währenddessen legt der andere Teil der Gruppe bei viel Sonne und unter der Führung von Mauro den Inkatrail zurück.
Nachdem alle in Aguas Calientes eingetroffen sind, gehen wir in die "Hütte des Inkas" (Inkahuasi) essen und sehr stolz stoßen wir auf den heutigen Tag an, denn jeder hat heute eine große Leistung erbracht.
Verschlafen frühstücken - verschlafen für den Bus anstehen und verschlafen den Erinnerungs-Stempel in den Pass drücken. Dann aber hellwach, als die Sonne gegen 7:15h über der auf 2.360 m gelegenen Inkastadt aufgeht. Der Reiseführer hat nicht zu viel versprochen - unglaublich und beeindruckend.
Unser lokaler Guide fasziniert mit einem unglaublichen Wissen und keine Sekunde der Besichtigung ist langweilig. Eine große Speicherkarte für den Fotoapparat macht sich bezahlt.
Gegen Mittag geht es für uns wieder mit der Bahn Richtung Cusco, wo beim Abschiedsessen endlich das sagenumwobene Meerschweinchen verspeist wird. Mit einem Pisco Sour stoßen wir nicht nur auf die tolle Reise, sondern auch auf unsere beiden Schützer an, die heldenhaft den viertägigen Inkatrail meistern werden. Respekt!
Leider ist das Ende des tollen Abenteuers bereits in Sicht... :-(
Mauro, unser lokaler Guide, bringt uns nach Sacsayhuaman, eine Anlage auswärts der Stadt, wo früher die Inkas ihre Rituale gefeiert haben. Als die Spanier kamen wurde diese zu einer Festung.
Mittags verabschiedete sich Sabine von der Gruppe, sie fliegt heute bereits nach Hause. Am Nachmittag gehen dann einige der Gruppe zum San Pedro-Markt, um dort die letzten Souvenirs zu ergattern. Da ein Tag vorher Frohleichnam war, sieht man auf diesem Markt noch einiges an Obst, Früchten und Gerichten, die aus Anlass dieser katholischen Feierlichkeit angeboten wurden.
Am Abend speisen wir zum letzten mal zusammen. Es ist unser Abschiedsessen und wir ziehen Bilanz. Alle in der Gruppe sind sehr zufrieden mit allem, was wir erlebt haben. Es war sehr schön.
Mittags treffen wir uns alle und fahren dann zum Flughafen. Hier trennt sich die Gruppe von Carlos, der auch nach Hause -nach Bolivien- fahren wird. Ein paar dicke Umarmungen und es heißt dann Tschüß, bis zum nächsten mal hoffentlich!
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Nele