Reisetagebuch viActive Patagonien - 19.11.2009
Reisebericht | Tour vom 19.11. - 12.12.2009
"Hallo liebe Gruppe, nochmals auf diesem Wege herzlichen Dank für die tollen gemeinsamen Wochen mit euch. Es war ohne Frage eine wunderbare Zeit. Als Team haben wir sehr gut zusammengearbeitet; das alles so gut funktioniert hat ist letztendlich ein Verdienst der Gruppe.
Wir haben unheimlich viel erlebt und Patagonien und Feuerland von seiner schönsten Seite kennengelernt. Begleitet wurden wir von ungewöhnlich gutem Wetter, fast ausnahmslos. Außerdem durften wir uns über sehr gutes und vielseitiges Essen und Trinken freuen.
Ich hoffe auch ihr werdet später gerne zurückblicken auf unsere gemeinsame Reise. Ich wünsche euch alles Gute und freue mich auf ein baldiges Wiedersehen. Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch!
Viele liebe Grüße, euer Reiseleiter Fabi (Fäbu)"
| Flugtag |
Am Abend suchte man sich ein gutes Restaurant zum lecker essen gehen. Allzu spät wurde es allerdings nicht, denn am nächsten Morgen sollte es bereits um 4 Uhr los gehen.
| 2 h |
Nach kurzem Aufenthalt dort ging es auch gleich direkt weiter. Mit Taxis fuhren wir ins Hafenviertel Puerto Madero, wo wir uns mit Renzo und Sebastián vom viventura Büro zum Willkommensessen trafen. Wir durften uns freuen über riesige Berge leckeren Fleisches, gute Salate und Saucen, köstliche Weine und süßem Nachtisch. Außerdem wurde das Gruppen-Maskottchen mit dem Namen "Fäbu" feierlich getauft (siehe Foto).
Gestärkt begannen wir anschließend unsere heutige City-Tour. Mit dem Stadtbus fuhren wir ins pittoreske Stadtviertel La Boca, bekannt für seine bunten Häuser, den Tango und den Fußballclub Boca Juniors. Bei leichtem Nieselregen drehten wir eine Runde über das Gelände des "Caminito". Weiter ging es nun mit dem Bus über San Telmo bis zur Plaza de Mayo, dem Herzen der Stadt. Hier befinden sich u.a. der Präsidentenpalast, die Kathedrale und das ehemalige Rathaus. Der geeignete Platz also um etwas über die Geschichte und Entwicklung von Buenos Aires zu berichten.
Der Abend war frei; auf dem Weg zum Hotel wollten einige noch das bekannte Café "Tortoni" besuchen. Ein Bierchen zum Tagesabschluss schien für andere auch eine nette Idee.
Der Tour endete auf der Insel "El Alcazar", wo wir kurz auf das Motorboottaxi warteten, welches uns zurück in den Hafen von Tigre bringen würde. Im Hafen angekommen konnten wir nicht wiederstehen den köstlichen frischgemachten Fruchtsäften von "Frutilandia". Fahrer Juan brachte die Gruppe dann wieder zum Hotel in Buenos Aires, wo der Nachmittag zur freien Verfügung stand.
Ein Teil der Gruppe besuchte den berühmten Floh- und Antiquitätenmarkt in San Telmo, ein besonderes Highlight an einem Sonntag in der argentinischen Hauptstadt. Außerdem wurde die Zeit genutzt um sich ein wenig auszuruhen, denn am Abend besuchten wir eine Tango-Show. Dort tauchten wir ein und ließen uns verzaubern vom Nationaltanz bei gutem Essen, schöner Live-Musik und super Tänzern.
Als erstes machten wir einen Stopp im Zentrum Bariloches, wir nahmen uns die Zeit uns dort etwas umzusehen. Anschließend begaben wir auf die sogenannte "Kleine Rundfahrt" mit wunderbaren Aussichtspunkten. Das Highlight war die Sesselliftfahrt auf den Campanarioberg und der anschließende 360-Grad-Panoramablick auf schneebedeckte Berge und Seen der Region.
Nach einem Supermarktbesuch machten wir uns auf den Weg zu unserer Unterkunft im Nationalpark Nahuel Huapi und gelegen zu Füßen des mächtigen Tronadors (3478m). Spät und im Dunkeln erreichten wir das Ziel. Ausklingen ließen wir den Tag nach dem Essen in der kuscheligen Kaminecke.
Der Aufstieg war wunderbar - nur Cathy (Carin) trat in den Matsch - beim Abstieg regnete es in Strömen. Egal, wir sind in Patagonien. Als Belohnung wartete am Abend das Kaminfeuer - das unsere Wanderschuhe zum schmelzen brachte - und Rotwein in Pampa Linda auf uns.
Die Kavallerie bestand aus Carin, Fabi, Martin, Brigitte, Chrissi und Andy (und Doris, aus dem konkurrierenden Regiment). Die Infanterie setzte sich aus Christian, Cornelia, Claudia, Evi, Stefan, Uwe und Seppi zusammen.
Am Abend trafen sich alle wieder zum Abendessen und dem Kampf ums Feuer. Nicht zu vergessen der lang ersehnte Blick auf das Kreuz des Südens...
Rund zwei Stunden später erreichten wir den See Gutierrez, an dem wir Fede - unseren lokalen Guide - zum Kajaken erwarteten... Fäbu - unser Maskottchen - lernte an diesem Tag schwammen und tauchten und Stefan hätte "es" dabei fast erwürgt ;-)
Die Reise ging weiter nach Chile, die beiden Grenzübergänge ließen wir dabei ohne Probleme hinter uns. Kaum hatten wir den Pass der Anden überquert änderte sich schlagartig das Landschaftsbild - die Gruppe bekam den Eindruck einer deutschen Landschaft vor rund hundert Jahren. Highlight der Fahrt waren die vielen Vulkane (u.a. Osorno und Calbuco), welche wir zwar auf Entfernung aber bei toller Sicht bewundern konnten. Ziel war das am Ufer des Llanquihue-Sees gelegene Puerto Varas. Zum Abendessen wurden diverse lokale (explodierende) Biere probiert...
Die Reise ging weiter nach Puerto Montt: Einchecken auf der Navimag, Einkaufen, Congrio (Seeaal) essen in Angelmo und Happy Hour mit Pisco Sour zur Einstimmung von unserem großzügigen "Guido".
Endlich ging es an Bord und alle gemütlichen und kuscheligen Kajüten wurden bezogen. Das Essen und der Pisco Sour schmeckten an diesem Tag noch hervorragend... Die einzigartige Schifffahrt durch die chilenischen Fjorde konnte beginnen.
Für heute stand als Highlight die rund 12h Fahrt auf offener See auf dem Programm. Gegen 16 Uhr sollte es langsam unruhiger werden... Bis dahin wurde die Zeit genutzt zum lesen, Postkarten schreiben, Musik hören und Fotos machen etc. Vorsorglich nahmen einige Leute schon einmal die mitgebrachten Tabletten gegen Seekrankheit ein.
Die Situation war für die meisten neu und wurde demnach unterschiedlich empfunden. So gingen einige recht früh in ihre Kojen zum ausruhen, andere blieben bis spät in die Nacht auf...
Für heute standen einige Highlights auf dem Programm. Zudem war das Wetter super, so dass wir den ganzen Tag die schroffe und wilde Landschaft der Fjorde bewundern durften. Zunächst passierten wir eines der vielen Schiffswracks und kurz darauf die Figur der Stella Maris, Patronin der Seefahrer. Zur Mittagszeit erreichten wir Puerto Eden, ein kleines Fischerdorf mitten in den Fjorden. Hier hatten wir die Gelegenheit für eine Stunde an Land zu gehen und hautnah zu erleben wir u.a. die letzten Kaweshkar-Ureinwohner leben.
Am Nachmittag machten wir einen Abstecher zum flächenmäßig grössten Gletscher Südamerikas, dem Pio XI, zugehörig dem Großen Patagonischen Eisfeld. In den kommenden Tagen sollten uns noch mehr Gletscher des Eisfeldes begegnen.
Nach dem Abendessen traf man sich im Pub des Schiffes. Zunächst Live-Musik von Cristobal, dann Bingo und im Anschluss Abschiedsparty mit DJ und Discokugel. Weit nach Mitternacht gingen dann auch die letzten Feierer ins Bett.
Zum Abendessen trafen wir uns später in einem netten Restaurant wo wir das leckere Essen, frisch gezapftes Bier und Pisco-Sour genossen und auf hoffentlich trockene Tage im Paine anschießen.
Zum Glück blieb es heute trocken, einzig ein 15-minütiger Schneesturm!!! überraschte uns. Ansonsten genossen wir das Trekking durch die tolle Gegend. Nachdem wir am Tagesziel unsere Zelte aufgebaut und uns ein wenig ausgeruht hatten, trafen wir uns bei den Schweizern zum Abendessen. Leckere Teigwaren (manche würden auch Nudeln dazu sagen) mit Tomatensoße wurden serviert, echt super! Genau das Richtige nach dem heutigen Tag. Um 22 Uhr hatten wir es uns alle in unseren Schlafsäcken gemütlich gemacht. Gute Nacht!
Am Nachmittag erreichten wir den Camping Chileno. Es war ein super Tag, nahezu wolkenfrei. Deshalb nutzte ein Teil der Gruppe die seltene Gelegenheit die "Torres" (Türme) frei zu erleben und stieg bereits heute auf zu dem Aussichtspunkt. Die anderen Gruppenmitglieder genossen das tolle Wetter bei einem Bierchen von der Berghütte aus.
Nach dem Abendessen, diesmal gab es Spaghetti, ging man etwas früher zu Bett, um fit zu sein für den möglichen nächtlichen Aufstieg zu den Türmen.
Um 7:30 Uhr klingelte das zweite Mal der Wecker und nach einem ausgiebigen, leckeren Frühstück in freier Natur begaben wir uns zu dem Abstieg zur Hosteria Las Torres. Dort wurden wir pünktlich um 12 Uhr mit Bierchen empfangen und komfortabel zur Estancia Las Manantiales - mit vielen Fotostopps und weltbesten Aussichten - gebracht. Dort genossen wir ein köstliches Lamm auf patagonische Art und kamen in den Genuss einer Schafschur-Show.
Dann ging es weiter zum chilenisch-argentischen Grenzdorf Cerro Castillo und von dort zurück nach Puerto Natales. Ein letztes Abendessen auf chilenischen Boden im "Rincon del Tata" bereitete uns einen perfekten Abschluss zu einer traumhaft schönen und unvergesslichen Tour durch das Paine-Massiv.
Nach der schikanösen chilenischen Touristen- Passkontrolle erreichten wir den Busterminal der Gletscherhauptstadt von El Calafate. Abgeholt wurden wir von Juan Manuel (stets in bequemer Jogginghose), unserem Fahrer für die kommenden 3 Tage. Nachdem wir unser Hotel bezogen hatten, genossen wir einen freien Tag bei schöner Musik, leckerem Bier und Essen (bis auf Seppi, der warten musste). Vor dem Abendessen trafen wir uns im Hotel, um anzustoßen mit und auf Andy, der heute Geburtstag hatte. Später ließen wir den Tag im "La Vaca Atada" wunderbar ausklingen...
Auf der Fahrt nach El Chaltén wurde die Zeit mit Rotwein, Keksen und "Maná" versüßt. Tagesziel - nach vielen Fotostopps - war die Cerve, die lokale und inoffizielle Bierstube Patagoniens, wo wir bei tollem Essen und süffigem Bier wieder einen wunderbaren Tag auf perfekte Art und Weise ausklingen ließen...
Auf dem Weg kamen wir vorbei am Gletscher Piedras Blanca, dem Campingplatz Poincenot und überquerten einen Fluss, wo wir uns mit herrlich frischem Bergwasser versorgten. Im Camping des Rio Blanco teilte sich schließlich die Gruppe. Ein Teil blieb hier zurück und genoss die Chance, um in aller Ruhe und ganz entspannt auf der Wiese in der Sonne zu baden.
Die anderen wollten noch mehr: 400 Höhenmeter waren noch zu bewältigen bis zur Laguna de los Tres. Näher konnten wir dem Massiv des Fitz Roys nicht kommen. Oben angekommen hatten wir zwar eine perfekte Sicht, doch leider hatte sich die Sonne hinter den Wolken versteckt. Neben der Laguna de los Tres befindet sich rund zweihundert Meter tiefer die Laguna Sucia, eine Esmeralda-farbene Gletscherlagune und einfach nur wunderbar! Und als hätten wir sie für diesen Moment bestellt... die Sonne zeigte sich wieder in ihrer vollen Pracht.
Nach dem Abstieg trafen wir uns alle wieder und machten uns auf den Weg nach El Chaltén. Diesmal machten wir einen Abstecher zur Laguna Capri, wo es sich einige nicht nehmen ließen, die Füße im erfrischenden Nass zu baden. Auf dem Weg erhielten wir außerdem noch traumhafte Blicke auf das Tal de Rio de las Vueltas. Um 18 Uhr waren wir zurück im Dorf. Der Abend war frei. Ein Teil der Gruppe ging lecker Fleisch essen, der andere wieder in die Bierstube. So wurde der einmalige Tag auf perfekte Weise abgeschlossen.
Endlich war es soweit, um 10 Uhr ging unser Flieger nach Ushuaia, der südlichsten Stadt der Welt. Diese befindet sich auf der großen Insel Feuerland zwischen dem Beaglekanal und den Anden. Dort angekommen bezogen wir die Hotels und hatten rund 2h Freizeit für erste Erkundungen, bevor auch schon das nächste Highlight auf uns wartete.
Mit dem Schiff "Barracuda" befuhren wir den berühmten Beaglekanal. Rund drei Stunden dauerte die Fahrt vorbei an den Bridges-Inseln mit Seelöwen und diversen Seevögeln (hauptsächlich Kormorane) sowie "Les Eclaireurs", dem "Leuchtturm am Ende der Welt". Die Sonne schien fast die ganze Tour über, doch leider machte uns der starke Seegang ein wenig zu schaffen. Nach der Fahrt waren wir alle froh wieder festen Boden unter den Füßen zu haben ;-) Eine heiße Dusche im Hotel hatten wir uns wahrlich verdient.
Am Abend trafen wir uns zum Essen im "Haus der Meeresfrüchte". Hier hatte die Gruppe die wunderbare Gelegenheit Königskrabbe am Ende der Welt zu probieren. Aber auch andere Spezialitäten des Hauses waren sehr empfehlenswert. Zum Tagesabschluss genehmigten wir uns noch das eine oder andere Beagle-Ende-der-Welt-Bier im südlichsten Irish-Pub der Welt.
Weiter ging es dann zum Lago Roca, wo wir uns die Kanubekleidung (siehe Foto) anzogen. Von hier aus wollten wir eine entspannte Fahrt bis in Lapataia-Bucht machen. Die Fahrt in den Gewässern des Beaglekanals war nicht zuletzt wegen des sonnigen Wetters eine echte Wohltat, jedoch bemerkten wir kurz vor der Einfahrt in die Bucht wo die Tour enden sollte, dass sehr starker (Gegen-)Wind aufgekommen war. Dementsprechend mussten wir alles geben und dank unserer Teamfähigkeit schafften wir es, auch wenn wir dabei teilweise ordentlich nass wurden. Wir befanden uns nun am Ende der Ruta 3, dem südlichen Ende der Panamericana-Straße. Von hier aus ging es mit dem Bus zurück zum Campingplatz Lago Roca, das Mittagessen erwartete uns bereits.
Gestärkt und leichtfüssig (dank des köstlichen Rotweines) machten wir anschließend eine schöne Wanderung, bei der wir tolle Blicke auf den Beaglekanal und die Berge hatten. Danach wurden wir zurück ins Hotel gebracht, kurzer Aufenthalt und nach einer Stunde auch schon wieder abgeholt. Diesmal verließen wir die Stadt gen Nordosten. Wir wollten nämlich auf Biberbeobachtung gehen. Dank des tollen Wetters hatten wir sehr lange Sonnenlicht, was uns die Beobachtung erleichterte. Glück (wenn man das bei uns überhaupt noch so nennen kann) hatten wir und bekamen einige Biber zu Gesicht.
Später suchten wir das Refugio, die Hütte mitten im Wald, auf und machten es uns bei Kaminfeuer gemütlich. Zunächst wurden uns von Franco und Leo Wein und Snacks, dann Linseneintopf serviert. Und da es sich bei dem heutigen Essen um unser letztes gemeinsames und damit um das so genannte Abschiedsessen handelte, nutzte Fabi die Gelegenheit, um sich bei seiner Gruppe für die schöne Zeit zu bedanken.
Zurück in Ushuaia ging ein Teil der Gruppe noch auf ein letztes Bierchen ins Irish-Pub.
Es war sehr heiß heute. Wir hatten Hunger und Durst und Martin morgen Geburtstag. So lud er die Gruppe auf ein Bierchen und leckere Empanadas in einem netten Straßencafé ein. Nach dem Essen hatte die Gruppe den Rest des Tages frei. Man verabredete sich jedoch auf ein abendliches Essen im Hafen Puerto Madero. Da Fabi leider nicht dabei sein konnte verabschiedete und bedankte er sich hier bereits von Cornelia, Christian, Brigitte und Martin. Die vier würden morgen bereits sehr früh nach Iguazu in den Norden des Landes aufbrechen, um dort die atemberaubenden Wasserfälle kennen zu lernen. Mit dabei war übrigens auch Fäbu, die Kuh. Was mit ihr geschehen würde wissen wohl nur die Schweizer... ;-)
Über Santiago de Chile flog die Gruppe nach Madrid und von dort weiter nach Deutschland.
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Carolin