Reisetagebuch viActive Patagonien - 22.10.2009
Reisebericht | Tour vom 22.10. - 14.11.2009
"Hola, meine Gruppe! Einige Tage sind bereits vergangenen, seit ihr in den Flieger zurück in die Heimat gestiegen seid. Ich hoffe, der Einstieg in den Alltag ist Euch nicht allzu schwergefallen. Und wenn doch, dann hoffe ich, dass die Erinnerung an Patagonien die dunklen Novembertage in Deutschland etwas erträglicher machen. Gemeinsame Kartenabende, lange Wanderungen oder Picknick mit Gletscherpanorama - wir haben viel gemeinsam erlebt. Auf das Euch die Reise noch lange in guter Erinnerung bleibt! Macht es gut - oder vielleicht ja auch bis zum nächsten Mal! Euer Kai"
Gut gestärkt mit einer leckeren Pizza führte der Weg zunächst über die belebte Einkaufstraße Florida auf den Plaza de Mayo, dem geschichtsträchtigen Platz im Herzen der argentinischen Hauptstadt. Dort befinden sich der Präsidentenpalast (Casa Rosada), die Nationalbank, die Kathedrale und das ehemalige Rathaus der Stadt (Cabildo). Per U-Bahn ging es weiter zum Kongress. Die Fahrt in alten Holzwagons auf der ersten U-Bahnlinie von Buenos Aires geriet dabei zu einer kleinen Zeitreise zu den Anfängen des vorigen Jahrhunderts.
Weitere Stationen waren der Prachtboulevard Avenida de Mayo, die Avenida 9 de Julio, mit 20 Spuren die breiteste Straße der Welt, der Obelisk sowie das Grab von Evita auf dem Friedhof von Recoleta.
Doch dann war noch lange nicht Schluss. Der letzte Vorhang dieses ersten aufregenden Tages fiel bei einer traditionellen Tango-Show im alten Hafenviertel La Boca. Bei leckerem Wein und saftigen Steaks bekamen alle einen Eindruck von dem Rhythmus, nach dem eine ganze Stadt tanzt.
Spruch des Tages:Fabian in der U-Bahn: Wenn jetzt kein alter Holzzug kommt, warten wir solange, bis einer kommt.
Das Mittagessen wird in Ruhe auf einer kleinen Insel mit Blick auf den Sarmiento-Fluss eingenommen, ehe es am Nachmittag zurück in die Stadt zum Hotel geht. Die Straßen sind dabei wie leergefegt: die Argentinier sitzen entweder vor dem Fernseher oder hängen gebannt mit den Ohren am Radio. Der "Super-Clasico" zwischen River Plate und Boca Juniors, den beiden populärsten Fußball-Teams des Landes, lässt das öffentliche Leben für 90 Minuten zum Stillstand kommen.
Um 19 Uhr schlendert die Gruppe langsam auf der Uferpromenade von Puerto Madero, vergleichbar mit der Hamburger Hafen-City, in Richtung des Restaurants, in dem der Tag mit einem leckeren Buffet ausklingt.
Spruch des Tages:Andere Länder, andere Schlösser: "Holt mich hier raus!" Sabine ist auf der Toilette gefangen...
Im Anschluss an einen kleinen Spaziergang durch das Zentrum der Stadt geht es in die umliegende Natur. Angesichts der riesigen Bäume, bizarren Wurzeln und dichtem Bambuswuchs kommen Erinnerungen an die zauberhafte Fantasy-Welt von Tolkien auf. Die dichten Baumkronen bieten zudem einen willkommenen Schutz gegen den Nieselregen.
Kurz nach Einbruch der Dunkelheit bezieht die Gruppe Quartier in einer Lodge im Nationalpark Nahuel Huapi. Die Abgeschiedenheit bildet ein beruhigendes Kontrastprogramm zur hektischen Millionen-Metropole Buenos Aires.
Spruch des Tages:Dominik fragt: "Gibt es in Patagonien auch Regenwälder?" Lokal Guide zeigt auf die dunklen Wolken und flachst: "Ja, das hier ist ein Regenwald."
Das letzte Wegstück führt dann sogar durch Schnee, ehe die massiven Eismassen an der Krone des Berges sichtbar werden. Mit einem lauten Donnern krachen davon immer wieder große Brocken hinunter.
Bei einem leckeren Abendbrot erholen sich die Teilnehmer nach der anstrengenden Wanderung von den Strapazen. Den Nachtisch nehmen alle vorm lodernden Kamin ein. Vor der Bettruhe wird noch Karten gespielt.
Spruch des Tages:Karin hat den Gipfel vor Augen: "Wenn wir oben sind, sind wir oben."
An einigen Stellen war der Fluss über die Ufer getreten und machte das Passieren zu einer echten Herausforderung für Fahrzeug und Fahrer.
Spruch des Tages:Reiseleiter Kai freut sich beim Kartenspielen: "Langsam entwickele ich ein taktisches Gespür. Sabine darauf: "Das wird aber auch langsam Zeit."
Anschließend wärmte sich die Gruppe mit einem heißen Tee wieder auf, ehe die Anden durchquert wurden, um nach Chile zu gelangen. Das Ziel Puerto Varas am Llanquihue-See wurde nach rund fünfstündiger Busfahrt erreicht. Beim Abendessen konnte jeder die ausgezeichneten Fischspezialitäten aus dieser Region genießen.
Spruch des Tages:Michael beim Aussteigen aus dem Kajak: "Wie steuert man eigentlich?"
Gegen Mittag erreichen die Reisenden den Hafen von Puerto Montt. Dort liegt bereits die "Evangalista" bereit, mit dem es am Nachmittag auf große Fahrt durch die Patagonischen Fjorde geht. Vorher haben alle jedoch noch die Gelegenheit, kurz über den Fischmarkt zu schlendern und einige Leckereien wie frischen Fisch oder Meeresfrüchte zu probieren.
Spruch des Tages:Karin sucht die Fleischfüllung in ihrem Brot: "Der Anteil liegt im einstelligen Grammbereich."
Aus den geschützten Fjorden führt der Kurs am späten Nachmittag schließlich hinaus auf den Pazifik. Die teilweise bis zu drei Meter hohen Wellen lassen das Schiff hin und her schaukeln. Einigen dreht sich in den kommenden Stunden ganz schön den Magen um. Um drei Uhr nachts ist das Schlimmste dann endlich überstanden, als das Schiff wieder in die Fjorde einbiegt.
Spruch des Tages:Michael hat kein Glück beim Kartenspielen: "Schon wieder ich, das kann doch gar nicht sein."
Der letzte Abend an Bord findet mit einem Bingo-Spiel sowie anschließender Disco ein würdiges Ende. Allerdings bevorzugt es die Gruppe, Karten zu spielen, anstatt auf der Tanzfläche zu lateinamerikanischen Klängen das Tanzbein zu schwingen.
Spruch des Tages:Sabine geht auf Nummer sicher: "Ich steig schonmal ins Rettungsboot."
Der Rest des Tages steht ganz im Zeichen der Vorbereitungen auf die Trekking-Tour durch den Nationalpark Torres del Paine. Rucksäcke werden neu gepackt und überflüssiges Gepäck in der Pension gelassen. Außerdem versorgt sich die Gruppe mit ausreichend Proviant, um für den bevorstehenden Fußmarsch durch die Wildnis über Stock und Stein bestens vorbereitet zu sein.
Spruch des Tages:Pürierte Meeresfrüchte-Suppe. Dominik zu Michael: "Schwimmen bei Dir auch keine Fische?"
Sabine: "Lieber einen guten Freund verloren, als einen guten Gag verschenkt."
Sylvia: "Wieso gibt es denn hier Mandarinen im Frühjahr? Bei uns gibt es die doch erst im Winter?"
Als später der Abstieg ins Tal anstand, hatte sich dann doch noch die Sonne gegen die Wolken durchgesetzt. Typisch für Patagonien, wo man an einem Tag, alle Wetterarten erleben kann. Die Rückfahrt nach Puerto Natales führte an einer "Estancia" vorbei, auf der die Teilnehmer einen Einblick in das Leben der Gauchos bekamen.
Zunächst wurde lecker gespeist. Lammfleisch frisch vom Grill, dazu selbst gebackenes Brot, Salat und Rotwein. Anschließend stand eine Pferdeshow auf dem Programm, ehe die Bewohner der Estancia vor den Augen der Reisenden ein Schaf von seinem dicken Fell befreiten.
Ein weiterer Höhepunkt waren die Guanacos, die in den Weiten der patagonischen Steppe grasten und sich aus großer Nähe fotografieren ließen.
Spruch des Tages:Schotterpiste. Sabine: "Wenn mich einer fragt, woher die Beulen kommen - von der Busfahrt."
Gegen 14 Uhr erreicht die Gruppe ihr Ziel. Im Hotel eingecheckt, steht der restliche Teil des Tages zur freien Verfügung. Bummeln, Spaziergang, Siesta - jeder tut das, wozu er Lust hat.
Zunächst näherten sich die Reisenden dem Gletscher von der Wasserseite. Bis auf 300 Meter fuhr das Boot an die 60 Meter hohe und rund 5 Kilometer breite Gletscherzunge im Lago Argentino heran, von der regelmäßig Teile abbrechen und donnernd ins Wasser stürzen.
Anschließend machten sich alle zu Fuß auf, um die Aussichtspunkte von der Landseite aus zu erreichen. An einem dieser Punkte machte die Gruppe eine Picknickpause. Vor der kolossalen Gletscherkulisse genossen alle belegte Brote, Obst und Rotwein.
Am frühen Abend ging es von El Calafate aus weiter ins rund zweieinhalb Autostunden entfernte El Chalten.
Spruch des Tages:Sonnenbrandgefahr. Reiseleiter Kai mahnt: "Nach dem Eincremen ist vor dem Eincremen."
Doch auch so gab es auf der rund 16 Kilometer langen Wanderungen einiges zu sehen. Die ständig wechselnde Vegetation aus Wald, offener Sumpflandschaft und kleinen Lagunen bot jede Menge Abwechslung. Zudem ließen sich zwei Spechte bei der "Arbeit" beobachten.
Am Ende der Welt werden die Reisenden mit Schnee und eisigen -2 Grad empfangen. Nachdem der Stempel von diesem entlegenem Ort im Touristenbüro abgeholt ist und im Reisepass prangt, beginnt der Ausflug zu einer Pinguin-Kolonie auf der Isla Martillo. Als das Boot am Strand anlegt, hört der starke Schneefall urplötzlich auf und die Sonne verwandelt die kleine Insel in eine traumhafte Winterkulisse.
Die drolligen Bewohner zeigen keinerlei Scheu und lassen sich aus nächster Nähe beim Brüten fotografieren. Wieder am Festland angekommen, stärken sich die Teilnehmer mit hausgemachtem Kuchen und heissem Tee.
Spruch des Tages:Michael: "Wanderschuhe müssen riechen - aber nicht so."
Anschließend führt der Weg zu Fuß weiter durch einen Wald. Dort lernen die Reisenden die Besonderheiten der hiesigen Fauna kennen. Der Tag endet in einer Biberkolonie. Die Nager, die vor Jahren aus Kanada nach Feuerland gebracht wurden, können sich in ihrer neuen Heimat ohne natürliche Feinde ungestört vermehren. Bei anbrechender Dunkelheit tauchen einige der nachtaktive Tiere auf und ziehen ihre Runden durch das Wasser.
Spruch des Tages:Fotostopp? Michael: "Hasen gibt es doch auch in Mannheim."
Nach der Ankunft im Hotel im Zentrum, haben die Teilnehmer die Gelegenheit, den restlichen Tag zum Bummeln, Souvenir-Kaufen oder Faulenzen zu nutzen.
Nach den ersten Metern durch den dichten Verkehr der Millionen-Metropole wird das Radeln jedoch bald angenehmer, so dass alle in Ruhe die alten Bezirke, in denen sich einst die ersten Siedler am Rio de Plata niedergelassen haben, in Ruhe genießen konnten. Der Weg führte über Kopfsteinpflaster vorbei an alten Häusern im Kolonialstil, üppig gestalteten Parks und endete schließlich am modernen Hafenviertel Puerto Madero.
Den letzten Abend genoss die Gruppe bei einem gemeinsamen Essen im Stadtteil Palermo.
Komplett machen sich die Teilnehmer jedoch nicht auf den Rückweg. Karin macht noch einen Abstecher zu den Iguazu-Wasserfällen im Drei-Länder-Eck von Argentinien, Paraguay und Brasilien.
20.01.12Dorothea
Ich bin immer noch überwältig von der spannenden und erlebnisreichen XXL-Tour. Es war eine super Reise und eine ebenso tolle Gruppe. Jeder Teil der Reise...
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Carolin