Reisebericht

Hier können Sie sehen, was unsere Reisenden auf ihrer Reise erlebt haben.

20 Jan. 2010 • Frankfurt - Buenos Aires

Ankunft in Buenos Aires
Abenddämmerung über Buenos Aires

"Bienvenidos a Argentina"

Die Müdigkeit war den sieben Reisenden ins Gesicht geschrieben, als sie gegen 22.40 Uhr Ortszeit mit ihren Gepäckwagen in die Empfangshalle des Flughafens von Buenos Aires schoben. Fast 24h Reise lagen zu diesem Zeitpunkt hinter ihnen. Verlängert durch eine gut einstündige Verspätung in Madrid.

Dafür hatte die Gruppe den kalten, schneereichen Winter in Deutschland hinter sich gelassen und wurde von einer lauen Sommernacht in der argentinischen Hauptstadt empfangen. Am letzten Etappenziel des Tages im Hotel angekommen, fielen alle erschöpft, aber mit großes Vorfreude auf die bevorstehenden drei Wochen Patagonien - in ihre Betten.

21 Jan. 2010 • Buenos Aires - Buenos Aires

Tango-Stunde auf offener Straße in La Boca
Gruppenbild vor der "Casa Rosada", dem Präsidenten

"Qualmende Socken"

Um 10 Uhr ging es los. Nach dem Frühstück holte Stadtführerin Tabata die Gruppe im Hotel ab. Zu Fuß galt es heute, den Süden von Buenos Aires mit den Stadtteilen Puerto Madero, La Boca und San Telmo zu Fuß zu erkunden. Über die Haupteinkaufsstraße Calle Florida gelangten die Reisenden zum Plaza de Mayo, wo sich unter anderem der Präsidentenpalast "Casa Rosada" befindet.

Außer dem Grund für den rosafarbenen Anstrich, erfährt die Gruppe viel über Argentiniens Geschichte. Im Anschluss an den Ritt durch die vergangenen Jahrhunderte führte der Weg in die glitzernde Gegenwart namens Puerto Madero. Dies ist der Neueste, gerade einmal 20 Jahre alten Bezirk der argentinischen Hauptstadt.

Ähnlich der Hafencity in Hamburg wurden hier entlang eines Ablegers des Rio de la Plata ehemalige Speichergebäude in exklusive Wohnungen, Restaurants und Hotels verwandelt. Hier probierten alle auch erstmals das berühmte argentinische Rindfleisch.

Auf der letzten Etappe folgten die beiden Stadtteile La Boca und San Telmo, die als Wiege der lateinamerikanischen Metropole gelten. Die Höhepunkte: Tango-Tänzer auf offener Straße und ein Abstecher zur "Bombonera". Das ist die Heimspielstätte der Boca Juniors, dem neben River Plate populärsten Fußball-Verein des Landes. Zusätzlich sahen wir prachtvolle Kolonial-Architektur.

22 Jan. 2010 • Buenos Aires

Friedhof von Recoleta - Stadt der Toten
Bosques de Palermo

"Tango und Evita"

Heute stand der Stadtspaziergang Teil II auf dem Programm. Bei erneut herrlichem Sonnenschein brach die Gruppe nach dem Frühstück auf in Richtung Plaza San Martin. Dort ist die Gedenkstätte für die gefallenen Soldaten im Falklandkrieg zu sehen, sowie das große Denkmal des argentinischen Freiheitshelden San Martin.

Weiter führte der Weg in den schicken Stadtteil Recoleta, wo auf dem dortigen Friedhof am Grab von Evita ein Stopp eingelegt wurde. Im Anschluss daran und erfrischt mit einem leckeren Eis, bestieg die Gruppe einen öffentlichen Bus und fuhr weiter nach Palermo. Bei einem Spaziergang durch den dortigen Park, der grünen Lunge von Buenos Aires, vergaß man für einen Moment die Hektik der Millionen-Metropole.

Abgerundet wurde der Tag am Abend mit einer fulminanten Tango-Show und gutem Wein.

23 Jan. 2010 • Buenos Aires

Wolkenspiele am Pampa-Himmel
Estancia mit Pool

"Zu Gast bei den Gauchos"

Nach zwei Tagen in Buenos Aires entfloh die Gruppe dem hektischen Treiben der argentinischen Millionen-Metropole. Das rund 110 Kilometer entfernte Ziel war eine Gaucho-Farm namens "Estancia de Ombú". Statt Autolärm hörte man dort nur das Zwitschern der Vögel.

Auf der Veranda warteten kalte Erfrischungsgetränke und noch warme Empanadas. Die mit Fleisch gefüllten Teigtaschen waren die richtige Stärkung für den bevorstehenden Ausritt mit den Gauchos.

Bevor die Pferde gesattelt wurden, war allerdings noch genug Zeit für eine kleine Siesta oder ein Bad im Pool. Am frühen Abend reitete die Gruppe hinaus auf das über 300 Hektar große Estancia-Gelände. Als eine Rinderherde auftauchte, demonstrierten die Gauchos ihr ganzes Können. Ganz besonders tat sich dabei ein kleiner, gerade einmal 8 Jahre alter Junge hervor. In vollem Galopp jagte er lassoschwingend einer jungen Kuh hinterher.

Der Abend klang bei Rotwein und einem leckeren Essen aus. Zur Abwechslung einmal ohne Fleisch.

24 Jan. 2010 • San Antonio de Areco

Schiffsfriedhof im Tigre-Delta
Wochenendhäuschen im Tigre-Delta

"Mit dem Kanu unterwegs"

Nach dem Reiten am Vortag stand heute erneut aktive Erholung auf dem Programm. Von der Estancia ging es per Privat-Transfer zurück Richtung Buenos Aires ins Tigre-Delta. Dort warteten bereits die lokalen Guides Lucas und Rodrigo mit Kanus auf die Gruppe. Kurze Einführung, Schwimmwesten angelegt und schon ging es aufs Wasser.

Bei herrlichem Sonnenschein und weitgehend von den sonst sehr aktiven Mücken in Ruhe gelassen, lernte die Gruppe das Flussdelta mit seinen unzähligen kleinen Kanälen und der subtropischen Vegetation kennen. Lucas erzählte zudem, wie man ein Kanu baut. Der Autodidakt fertigt seit elf Jahren Holzboote. Rund zwei Monate braucht er, um in Handarbeit einen Viersitzer zu zimmern.

Das Mittagessen nahm die Gruppe auf einer Ausflugsinsel mitten im Delta ein. Hunderte von Argentiniern haben den Sonntag ebenfalls für einen Ausflug in die Natur genutzt. Von den öffentlichen Grillplätzen stieg dichter Rauch auf und der Duft vom frisch gegrilltem Fleisch und Würsten lag in der Luft.

25 Jan. 2010 • Bariloche - Buenos Aires

Der See Nahuel Huapi mit schneebedeckten Andengipf
Werner und Beate im Sessel-Lift
Werner und Beate im Sessel-Lift

"Das Abenteuer Patagonien beginnt"

Aus Buenos Aires verabschiedete sich die Gruppe in Richtung Patagonien. Erste Station war Bariloche. Schon bei der Landung war die herrliche Seelandschaft um den schicken Ferienort in den Anden zu erkennen.

Am Flughafen warteten bereits die beiden lokalen Guides Fede und Augustin. In einem Kleinbus ging es anschließend zunächst zum Cerro Campanario. Per Sessellift wurde der Gipfel gestürmt. Blauer Himmel, strahlender Sonnenschein - die Fotoapparate fingen ein Panorama-Bild nach dem Nächsten ein.

Beim Mittagessen kamen die Bierfreunde in der Gruppe voll auf ihre Kosten. Zu einem herzhaften Gulasch gab es in einer kleinen Brauerei hergestellten Gerstensaft in verschiedenen Varianten: dunkel, trüb oder rot.

Obwohl die Gruppe bereits seit 5 Uhr morgens auf den Beinen war, marschierten alle den "Circuito Chico" entlang. Ein schattiger Rundweg durch einen Wald, in dem Fede die lokale Flora und Fauna erklärte.

Der Tag endete mit einem Rundgang durch das Zentrum von Bariloche. Natürlich durfte dabei auch ein Stopp in einer der zahlreichen Schokoladen-Läden nicht fehlen, um die kakaohaltige Süßigkeit in allen Variationen zu probieren.

26 Jan. 2010 • Bariloche

Beate bittet Busfahrer Augustin zum Tanz
Local Guide Fede erklärt den Mate-Brauch - Horst s

"Tanzende Busfahrer, singende Reisegruppe"

Das schöne Wetter gehörte mittlerweile zum Programm. Auch für die Tour der "Sieben Seen" präsentierte sich der Himmel wolkenfrei.

Die Stimmung der Gruppe passte sich der strahlenden Sonne an. Am glitzernden, tiefblauen Nahuel Huapi entlang führte der Weg zunächst in die patagonische Steppe, ehe es wieder zurück in den dichtbewaldeten Teil an den Ufern der zahlreichen Seen ging.

Unterwegs erklärte der lokale Guide Fede den Mate-Brauch. Eine ganze Weile zirkulierte der kleine Topf mit dem silbernen Strohhalm, bis jeder einmal probiert hatte. Das Urteil über das recht bittere Nationalgetränk der Argentinier fiel gemischt aus. Während Horst von Ehefrau Helga ("Du wirst mir noch abhängig") gebremst wurde, reichten die Kommentare der anderen von "Schmeckt wie Rauchen" bis zu "Was für ein Gift!".

Zum Mittag stand ein Picknick in freier Natur auf dem Programm. Auf einer schattigen Lichtung diente ein umgefallener Baum als Tisch. Brot, Schinken, Käse und Rotwein - umgeben vom Vogelgezwitscher: so schmeckte es doppelt so gut

Lag es am Wein? Auf jeden Fall lief die Gruppe im weiteren Tagesverlauf zu Hochform auf. Zunächst bestand sie das "Active Module", einen steilen Anstieg zu einem Wasserfall, mit Bravour. Anschließend bewiesen die Reisenden, dass an dem Einen oder Anderen ein ausgezeichneter Chorknabe verloren gegangen ist.

Im Bus wurden Stimmungslieder à la "Viva Colonia" oder "Es ist nur noch ein Bier im Keller" angestimmt. Fede und Busfahrer Augustin staunten, stiegen dann jedoch ebenfalls mit ein.

Beim letzten Foto-Stopp hatten Beates Überredungskünste endlich Erfolg. Augustin gab sich geschlagen und tanzte mit ihr den Zillertaler-Hochzeitsmarsch!

27 Jan. 2010 • Villa La Angostura

Panorama-Blick auf den See Nahuel Huapi
Der kleine Hafen von Villa La Angostura

"Glitzernde Seen und kühle Myrtenwälder"

Der Tag stand zur freien Verfügung. Während sich zwei Reisende für eine dreistündige Bootsfahrt zum "Parque Nacional de los Arayanes", einem Myrtenwald, entschieden, marschierte der Rest der Gruppe zu Fuß los. Über eine staubige Schotterpiste erreichten die Teilnehmer zunächst den kleinen Hafen von Villa La Angostura. Die Kulisse bot jede Menge Motive für Fotos.

Barbara hatte dabei ganz konkrete Vorstellungen von ihrer Bildkomposition. Freundlich bat sie Werner, einen Schritt zur Seite zu treten: "Sei mir nicht böse, aber ich möchte Dich ausnahmsweise mal nicht mit drauf haben." Der rassige Argentinier darf dagegen bleiben. "Der stört mich nicht", sagte sie und lachte.

Dann begann der Anstieg zu zwei Aussichtplattformen. Wie bereits am Vortag führte der Pfad teilweise steil bergauf. Der fantastische Panoramablick auf den See Nahuel Huapi entschädigte schließlich für alle Mühen.

Der Weg zurück ins Hotel führte anschließend durch das Zentrum des kleinen Örtchens Villa La Anogostura. Rund 14 Kilometer hat die Gruppe am Ende bewältigt - und sich die Erholung in der Sonne am Pool redlich verdient. Ebenso wie das saftige Steak zum Abendessen!

28 Jan. 2010 • Villa La Angostura

Wolken verhüllen die Spitze des Vulkans Osorno
Fischmarkt "Angelmo" in Puerto Montt

"Vulkan im Nebel"

Der Wecker klingelte heute sehr früh. Um 7 Uhr stand Fahrer Augustin vor dem Hotel und holte die Gruppe ab. Über die Anden führte die Fahrt von Argentinien nach Chile.

Am Grenzübergang angekommen, kontrollierten alle noch einmal zur Sicherheit ihr Gepäck. Axel entsorgte auf letzter Minute eine Bananenschale. Eine vergessene Frucht könnte teure Folgen haben. Bis zu 150 Euro Strafe werden fällig, wenn versucht wird, frische Lebensmittel nach Chile einzuführen.

In Puerto Montt zog es die Reisenden zuerst an den Hafen. "Angelmo", ein Markt direkt an der Mole, bietet eine riesige Auswahl an allem, was die chilenischen Fischer aus dem Wasser ziehen: Fische, Muscheln, Krebse, Algen etc. Ein Paradies für Fischliebhaber.

Nach dem Mittagessen besuchte die Gruppe die Stromschnellen von Petrohue, sowie den See "Todos Los Santos". Der Vulkan Osorno hielt sich dabei jedoch leider bedeckt. Der schneebedeckte Gipfel war von einer dichten Wolkendecke umhüllt.

29 Jan. 2010 • Puerto Montt - Punta Arenas

Der Friedhof von Punta Arenas
Norden und Süden - Franz spielt Kompass

Auf zur Magellanstraße!

Auch heute war beim Abschied aus Puerto Montt der Osorno leider immer noch nicht zu sehen. Dafür waren auf dem Flug nach Punta Arenas immer wieder Löcher in der Wolkendecke. Durch diese konnte man gut die zerklüfteten chilenischen Fjorde samt zahlreicher Gletscher beobachten.

In Punta Arenas gelandet, bekam die Gruppe gleich einen guten Vorgeschmack darauf, wie das Wetter in Patagonien ist. Zunächst lag leichter Nieselregen in der Luft, dann verschwanden die dunklen Wolken und die Sonne bannte sich ihren Weg. Dazu frische 9 Grad, und ein teils starker Wind.

Ein Besuch des städtischen Friedhofs ließ alle staunen. Die akurat gestutzten Hibiskus-Büsche dominierten das Bild auf dem riesigen Gelände. Die Gräber sind alle liebevoll mit bunten Blumen geschmückt. Häufig erinnern Fotos an die Menschen, die dort ihre letzte Ruhe gefunden haben.

Der Tag endete, wie könnte es in Chile anders sein, mit einem Glas Pisco Sour. Dazu probierten einige das erste Mal Lamm, neben Fisch die Spezialität schlechthin in Patagonien.

30 Jan. 2010 • Patagonische Fjorde

Schnabel an Schnabel: Liebe unter Pinguinen
Am Ufer des Seno Otway

"Pinguine in freier Wildbahn"

Ungewohntes Gefühl für die sieben Reisenden: Heute konnten alle ohne Wecker ausschlafen. Der Tag stand bis zum frühen Nachmittag zur freien Verfügung. Einige nutzten die Zeit zum Postkartenschreiben, andere besuchten das Museum für regionale Geschichte in Punta Arenas.

Erst um 16 Uhr startete die Gruppe zu einem gemeinsamen Ausflug zur Pinguin-Kolonie Seno Otway. Auf dem Weg dorthin bekam sie einen Eindruck von der scheinbar unendlichen Weite Patagoniens. Eine Stunde lang führte der Weg über eine Schotterpiste durch eine karge Steppenlandschaft. Unterwegs ließen sich ein Stinktier, Nandus sowie zahlreiche Schafe, Rinder und Hasen blicken.

Der Höhepunkt des Tages war jedoch die Magellan-Pinguine am Ufer des Seno Otway. Ohne jede Scheu präsentierten sich die putzigen Tiere links und rechts der Holzstege, die durch ihr Brutgebiet führen.

Zum Abendessen probierte die Gruppe eine regionale Köstlichkeit: Curanto. Ein Eintopf aus Meeresfrüchten, verschiedenen Fleisch- und Gemüsesorten. Selbst Reiseleiter Kai, alles andere als ein Freund von Fischgerichten, probierte eine Muschel.

31 Jan. 2010 • Patagonische Fjorde

Kormorane auf einem Felsen in der Magellan-Straße
Das kostet Überwindung: Reiseleiter Kai probiert s

"Busfahrt durch die patagonische Steppe"

Letzter Tag in Punta Arenas. Nach dem Frühstück startete die Gruppe entlang der Magellanstraße in Richtung "Fort Bulnes".

Dort haben sich Mitte des 19. Jahrhunderts die ersten Siedler niedergelassen und einen Vorposten im südlichen Teil Patagoniens errichtet. Der Blick wendete sich aber auch immer wieder auf das Wasser. Einige Delfinflossen ragten in der Ferne hervor, und auf kleinen Felsen ruhten sich Kormorane zwischen ihren Beutezügen aus.

Aber nicht nur die Fauna, auch die Flora hielt an diesem Tag einige Überraschungen bereit. Axel kehrte von einem Streifzug durch die Botanik mit einigen kleinen roten Beeren namens "Chaura" zurück. Die lokale Führerin Jessica gab das OK, die Früchte waren genießbar. Barbara sorgte sich dennoch um ihren Mann: "Das wäre jetzt wirklich blöd, wenn Du die in den Mund steckt." Doch Axels Neugier überwog.

Am frühen Nachmittag bestiegen die Reisenden den öffentlichen Bus, der sie durch die patagonische Steppe nach Puerto Natales brachte. Unterwegs wechselten sowohl Wetter als auch Landschaft in rascher Folge. Schier unendlich scheinende Weite, dann wieder Bäume und Sträucher. Schafsherden, Rinder, die knapp drei Stunden vergingen wie im Flug.

01 Feb. 2010 • Patagonische Fjorde

Gletscher Serrano
Zieh Dich warm an: Barbara und Axel an Deck

"Schiffsausflug zu den Gletschern"

Nachdem die Gruppe sich komplett gegen die dreitägige Schiffsfahrt mit der Navimag-Fähre durch die patagonischen Fjorde entschieden hatte, bekam sie heute dennoch einen kleinen Eindruck von den zerklüfteten Wasserschneisen.

Früh morgens gingen die Reisenden an Bord einer kleinen Barkassen, und brachen in Richtung der beiden Gletscher Balmaceda und Serrano auf. Unterwegs kreisten Kormorane und Kondore am Himmel, ehe die riesigen Eismassen aus nächster Nähe zu bewundern waren. Auf der Rückfahrt hielt das Schiff an einer Estancia, auf der ein üppiges Mittagessen mit viel Lammfleisch serviert wurde.

02 Feb. 2010 • Nationalpark Torres del Paine - Puerto Natales

Axel tut alles, für die beste Perspektive - Helga
Die Cuernos vor blau-weißem Himmel

"Die Berge rufen!"

Als die Gruppe am frühen Vormittag Puerto Natales in Richtung Nationalpark Torres del Paine verließ, ahnte noch keiner, was für spektakuläre Eindrücke der Tag noch bieten würde.

Auf den ersten Kilometern Schotterpiste war das gewaltige Bergmassiv am Horizont in eine dicke Wolkendecke gehüllt. Doch an einigen Stellen riss der Himmel bereits langsam auf. Die „Cuernos“ (Hörner) und „Torres“ (Türme) nahmen immer deutlichere Konturen an. Als der Minibus die Parkgrenze passierte, strahlte die Sonne am blauen Himmel.

Die Fotoapparate hören gar nicht auf zu klicken. Ein Postkartenmotiv jagt das nächste. „Halt, halt“, Fahrer Manuel erfüllt jeden Foto-Stopp-Wunsch mit großer Geduld. Nach einer kurzen Mittagspause mit Kaffee und Keksen geht es zu Fuß weiter. Vom „Salto Grande“, einer Stromschnelle, marschieren die Reisenden in die Natur hinein. Ein grünen Büschen vorbei, die wie Kissen in der Landschaft liegen, schlängelt sich der Pfad zu einem Aussichtspunkt hinauf, von dem man einen herrlichen Blick auf das bekannte Profil der Torres del Paine sowie den davorliegenden See Nordenskjöd hat.

Erschöpft von dem rund acht Kilometer langen Marsch, aber überglücklich ob der herrlichen Ausblicke, nehmen die Reisenden wieder im Bus Platz, der sie in ihre Unterkunft bringt. Ein ganzer Tag Sonne ist in dieser Gegend, in der das Wetter stündlich umschlagen kann, wie ein Sechser im Lotto!

03 Feb. 2010 • Nationalpark Torres del Paine

Abbruchkante des Grey-Gletschers
Beate und Werner auf Gletscher-Kurs

"Pisco on the Gletscher-Rocks"

Der Wecker klingelte um kurz vor 6 Uhr. Dementsprechend wortkarg ging es am Frühstückstisch zu. Die Busfahrt zum Ablegeplatz des Bootes, das die Gruppe zum Grey-Gletscher brachte, nutzten einige für ein zusätzliches, kleines Nickerchen.

Spätestens als die ersten Eisschollen an der Reeling vorbei schipperten, waren jedoch alle Reisenden hellwach. Kurz darauf tauchte der gewaltige Grey-Gletscher vorm Bug auf. Bis auf wenige hundert Meter näherte sich das kleine Boot an die Abbruchkante. Die zerklüfteten Spalten waren deutlich zu erkennen. Das strahlende Sonnenlicht verlieh den Eismassen einen tiefblauen Stich.

An Deck servierte die Crew Pisco Sour mit Gletscher-Eis. Prost!

04 Feb. 2010 • Nationalpark Torres del Paine

Flamingo an der Laguna Amarga
Guanacos im Nationalpark Torres del Paine

"Freiluftzoo in der patagonischen Steppe"

Wer sagte, das eine Fahrt durch die patagonische Steppe langweilig ist? Ganz im Gegenteil.
br>Zunächst verzögerte sich die Abfahrt um einige Minuten. Die Batterie des Mini-Busses hat sich über Nacht entladen. Schnell war jedoch ein Fahrzeug gefunden, das Starthilfe leistete. Anschließend kamen sich die Reisenden wie in einem Zoo ohne Gehege vor. Den Anfang macht eine Nandu-Herde. Die straußenähnlichen Vögel sprinteten im Sauseschritt über die Schotterpiste.

Weiter ging es mit Guanacos. Seelenruhig weideten zahlreiche Vertreter dieser Lama-Art am Wegesrand. Bei der Nahrungsaufnahme ließen sie sich selbst dann nicht stören, als sich die Gruppe Schritt für Schritt mit gezückten Fotoapparaten näherte. Es folgten Flamingos in der „Laguna Amargo“. Schillernd hebten sich die rosafarbenen Vögel vom türkisblauen Wasser ab.

Nach Überquerung der argentinischen Grenzen entfaltete sich eine schier endlos erscheinende Weite. Ab und zu eine Schafsherde auf den kargen Flächen, die außer ein paar Gräsern und kleinen Büschen keine Vegetation aufwiesen. Dazu Straßen, deren Enden am Horizont verschwanden.

Plötzlich tauchte dann doch eine Stadt in Mitten der Einöde auf: Calafate, das Quartier für die kommenden zwei Tage am Ufer des Lago Argentino.

05 Feb. 2010 • El Calafate

Der Perito Moreno Gletscher
Gletscher-Picknick

"Krachende Gletscher-Brocken"

Endlich einmal wieder ausschlafen! Nach zwei Tagen, an denen der Wecker jeweils bereits sehr früh geklingelt hatte, startete die Gruppe heute erst um 10 Uhr zum Nationalpark „Los Glaciares“. Der Perito Moreno Gletscher war zwar bereits der vierte Gletscher, der im Verlaufe der Reise angesteuert wurde, doch ein weiteres Mal zogen die gewaltigen Eismassen alle in ihren Bann.

Zunächst näherte sich die Gruppe per Boot der Abbruchkante bis auf wenige hundert Meter. Im Inneren des Gletschers rumorte es. Ein lautes Grummeln drang nach außen. Immer wieder krachten kleine und große Stücke ins Wasser.

Das Mittagessen nahmen die Reisenden in Form eines Picknicks am Ufer des Lago Argentino mit Blick auf den Perito-Moreno-Gletscher ein. Wein, Käse, Salami, Oliven, Brot und Schokolade – ein flacher Stein diente uns als Tisch. Über den Köpfen zogen Kondore ihre Bahnen und die Sonne strahlte. Das Schönwetter-Modul scheint die Reise bis ans Ende zu begleiten. Barbara hatte dafür eine einfache Erklärung: „Wir sind eben alle Engel.“ Gut gestärkt marschierten alles die Trassen entlang, von denen aus man weitere atemberaubende Blicke auf die weiß-blaue Eiswüste hatte.

Der spektakuläre Höhepunkt des Tages war ein gewaltiger Eisblock, der mit ohrenbetäubendem Lärm ins Wasser stürzte. Die Gruppe erlebte diesen Moment mit bester Sicht von einer Plattform aus.

06 Feb. 2010 • El Calafate - Ushuaia

Zwei Seelöwen beim Nickerchen
Leuchtturm

Fahrt auf dem Beagle-Kanal

Ushuaia begrüßte die Gruppe mit einer dicken Wolkendecke. Die schneebedeckten Berge im Rücken der südlichsten Stadt der Erde waren schwer zu erkennen. Willkommen am Ende der Welt!

Am Nachmittag ging es mit einem kleinen Boot hinaus auf den Beagle-Kanal. An Bord erfuhren die Reisenden einiges über die Geschichte Ushuaias sowie die Ureinwohner Feuerlands, die Yamana.

Nach einiger Zeit erreichte das Boot schließlich einige Felsen, auf denen sich faul einige Seelöwen räkelten. Die Meeressäuger hielten sich an Land nur zum Krafttanken zwischen ihren Beutezügen auf. Um die schläfrigen Kolosse kreisten Kormorane.

Wieder am Hafen angekommen, warteten schon leckere Königskrabben auf uns. Die Spezialität schlechthin in Feuerland.

07 Feb. 2010 • Ushuaia

Die Gruppe am Ende der Panamericana
Der Zug am Ende der Welt

Zugfahrt am Ende der Welt

Kurz vor Ende der Reise riss die Schönwetterserie. Die ganze Nacht über regnete es wie aus Kübeln. Immerhin schloss der graue Himmel seine Schleusen. Als die Gruppe um 9 Uhr am Hotel von Lokalguide Cristian zum Auflug in den Nationalpark Feuerland abgeholt wurde, hörte es auf zu regnen.

Dort angekommen, stiegen die Reisenden zunächst in den berühmten Zug am Ende der Welt. Am Anfang des vergangenen Jahrhunderts fuhren darin die Häftlinge des Gefägnisses in Ushuaia jeden Morgen in die Wälder zur Strafarbeit. Von den heutigen Annehmlichkeiten des Museumszuges konnten die schweren Jungs damals nur träumen. Während der Fahrt, erfuhren wir viel Interessantes über den harten Alltag der Sträflinge am Ende der Welt.

Weiter ging es mit einem Spaziergang durch die Natur. Am Ufer des Beagle-Kanals pfiff der Wind dabei mit voller Wucht ins Gesicht. Zum Mittagessen kehrte die Gruppe in einem Zelt ein, in dem Brot, Käse, Wein und Hühnchen serviert wurden.

Der Rest des Tages stand zur freien Verfügung. Die meisten nutzten die Zeit, um in der Stadt das alte Gefägnis zu besichtigen.

08 Feb. 2010 • Ushuaia

Vögel auf der Isla Martillo
Zärtlichkeiten unter Pinguinen

Sonne am Ende der Welt

Am Ende der Welt scheint ab und zu auch die Sonne. Zum Abschluss der Reise lachte der Himmel noch einmal für die Gruppe, wenn auch nur bis zum frühen Nachmittag. Auf der Fahrt zur Estancia Harberton zogen dann wieder dichte Wolken auf. Zum Glück blieb es aber trocken.

Mit einem kleinen Schlauchboot ging es über den Beagle-Kanal zur Isla Martillo, einer von nur drei Pinguin-Kolonien auf Feuerland. Zur Begrüßung standen hunderte von Magellan-Pinguinen am Strand. Von der Ankunft der Besucher ließen sie sich nicht stören.

Auf leisen Sohlen schliechen alle den vorgegebenen Pfad entlang und hielten einige Meter Abstand zu den kleinen Kreaturen. Doch diese kannten keine Scheu. Als Werner tief in die Knie ging, um ein besonders schönes Exemplar zu fotografieren, watschelte der kesse Pinguin geradewegs auf die Kamera zu. Er pickte mit seinem Schnabel neugierig auf die Linse.

Am Abend stieg in einer gemütlichen Fischkate das Abschiedsessen. Die drei Wochen Argentinien und Chile sind wie im Flug vergangen, darüber waren sich alle einig. Ausgiebig diskutierten die Reisenden noch einmal über das Erlebte. Die Stichworte dazu liefert Barabra. Mit viel Humor trug sie ein Reise-Tagebuch in Gedichtform vor, Tag für Tag. Kein Auge blieb trocken. Die Gruppe bewies einmal mehr, dass sie in Sachen gute Laune unschlagbar ist!

09 Feb. 2010 • Ushuaia - Buenos Aires

Buenos Aires von oben
Die Bucht vor Ushuaia

Vom Ende der Welt in die argentinische Hauptstadt

Kofferpacken am Ende der Welt. Am Vormittag ließ die Gruppe Ushuaia hinter sich und hebte ab in Richtung Buenos Aires. Dort angekommen war am Nachmittag noch genügend Zeit, um die letzten Souvenirs zu besorgen. Die Haupteinkaufsstraße der argentinischen Hauptstadt liegt nur einen Steinwurf entfernt vom Hotel.

Am Abend trafen sich alle ein letztes Mal zum gemeinsamen Abendessen. Horst und Helga verabschiedeten sich bereits etwas früher. Für sie geht der Urlaub in die Verlängerung. Statt nach Europa zurückzufliegen, machen beide noch einen Abstecher auf die Osterinseln und zu den Wasserfällen von Iguazu. Bereits um 2.30 Uhr, mitten in der Nacht, werden sie zum Flughafen abgeholt.

10 Feb. 2010 • Buenos Aires

Abschied am Flughafen Ezeiza
Es heißt Abschied nehmen

"Adios, buen viaje a casa! Guten Heimflug!"

Bevor der Flieger Richtung Heimat abhebte, konnten die Reisenden noch einmal ausschlafen. Erst um 10.30 Uhr fuhr der Minibus am Hotel vor. Über die Stadtautobahn erreichte die Gruppe den Flughafen Ezeiza. Einchecken und dann hieß es nach drei erlebnisreichen Wochen Abschiednehmen: Tschüss, macht's gut! Es war schön, mit Euch zu reisen!